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HARVARD UNIVERSITY. 




LIBRARY 

OF THi; 



MUSEUM OF COMPARATIVK ZOOLOGY. 



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Entomologische ZeitoDg. 



Herausgegeben 

von dem 



entomologischen Vereine 



STETTIN. 



Einuadvierzigster Jahrgang. 



Stettin 1880. 



Druck voD R. Grassmann. 

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1 



JBntomoloi^isclie Zeituiii^ 



herausgegeben 

von dem 



eDtomologisehen Vereine zu Stettin. 

Redaction* ^^ Commission bei den Buchhandl. 

C. A. Do^. Ver.i„..P,ä.id.nt. ^'- '''^^ i^^Z' S^'""^- 

l!o.i-3. 41. Jatogang. Jänear-Mftrz 1880. 



(5^ M©iiaip§i8iBtfi@m« --^2^ 



i/iög Isis Dich im neuen 
Jahr Achtzig oft erfreuen, 
Collega felicissime, 
Mit nagelneuen Arten, 
Massiven oder zarten 
Anatomirt penissime, 
Geraden oder Krummen, 
Dass Dir die Ohren brummen 
Vitam degas sanissime! 



C. A. D. 



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Das Mitgliederverzeichniss 
des Jahrgangs 1879 hat sich wie folgt verändert: 

Die Zahl der Ehren - Mitglieder (16) bleibt dieselbe, da 
an die Stelle des in Petersburg verstorbenen Herrn v. Brandt 
Herr J. Putzeys in Brüssel eintritt. 

Aus dem Vorstand des Vereins haben wir Director Dr. 
H. Loew verloren. 

Von den Mitgliedern sind 13 gestorben, 2 ausgetreten. 
Neu aufgenommen im Laufe des verwichenen Jahres 
wurden 

Herr E. Allard, Dir. im Bureau der Eisenbahn Paris- 
Orl6ans in Paris. 
„ Ed. Andrd in Beaune (Cöte d'or). 
^ Alex. Bau, Pyroteehniker in Berlin. 
^ H. Borgmannn, Oberförst. in Oberaula (Hessen). 
^ S. Brusina, Prof. an der Universität Agram 

(Zagreb). 
„ Ruggero Co belli in Roveredo. 
^ F. A. Doms, Lehrer in Cöslin. 
^ John Elwes in Cirencester. 
^ Ign. Gassner, pens. Ingenieur in Wien. 
,, Aug. Hoff mann, Kaufmann in Hannover. 
^ Herm. Lanz in Friedrichshafen am Bodensee. 
^ Georg Mühlenpfordt, Ingenieur in Hannover. 
„ Franz Petzold, Finanzreth in Wien. 
^ Richter Lajos in Budapest. 
„ Prof. Dr. de Rougemont in Neuchätel. 
^ Mathias Rupertsberger, regulirter Chorherr 

in Wallern (Oestreich). 
„ W. M. Schöyen, Cand. phil. in Christiania. 
„ Seifert, Apotheker in Newyork. 
^ Swierstra, Conservator im Zool. Garten Natura 
Artis Magistra in Amsterdam. 

Ehrenmitglieder f. 16. 

Vorstandsmitglieder 9. 

Ordentliche Mitglieder 605. 



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Rede zum Stiftungsfest, 

gehallen am 9. Novbr. 1879. 

Meine Herren! 

Die Legio fulmlnatrix der Entomologen, genauer gefasst 
Entomophilen , denn die weit überwiegende Mehrzahl unsrer 
Genossen lebt mit der Logik auf einem meist gleichgültigen, 
mitunter feindseligen Fuss — diese Legion recrutirt sich aus 
den wundersam verschiedensten Leuten. Das auszusprechen 
wird mir erlaubt sein, nachdem ich seit vollen 36 Jahren die 
Correspondenz unsers Vereins geführt habe, und ausserdem 
dnreh mehrfache Reisen in den entomophilen Ländern Europa's 
eine namhafte Zahl gelehiler und ungelehrter Fachgenossen 
persönlich kennen lernte. Ich ^ill nicht gerade behaupten, 
da 88 die classisch berühmten Recruten Fallstaffs, Warze, Schwäch- 
lich, Bullenkalb darunter vertreten waren, aber von poetisch 
und fein angelegten Naturen (wie begreiflich den seltneren) 
bis zum nüchtern trockensten Registrator fand ich fast alle 
Schattirungen menschlicher Charakterfarben vom brillantesten 
Scharlach bis zum ödesten Grau repräsentirt, die Mischfarben 
natürlich am häufigsten. 

Da ich nun selber mich noch ziemlich genau erinnern 
kann, durch welche höchst differente Phasen entomologischer 
Unbewandertheit des Anfängers, allmählich sich bessernder 
Einsicht des Geübteren ich gewandert bin, so wird das in 
Verbindung mit der langjährigen Stellung als Präsident des 
Vereins mich in den Augen Unbefangener hoffentlich berech- 
tigen, auf Cato's delenda Carthago, auf den Unfug der 
verderblichen Gattungsmacherei, dem ich bereits in meinem 
Artikel Ultra posse im vorigen Jahrgange den Krieg erklärt 
habe, hier noch einmal zurückzukommen. 

Hätte ich — wie es anfUnglich meine Absicht war — 
mich darauf beschränkt, aus dem Nachfolgenden nur einen 
Auszug drucken zu lassen, um jeder Tautologie aus dem Wege 
zu gehen, so bewegt mich zum Gegentheile das von Herrn 
Samuel Scudder erlassene, vom 30. Sept. 1879 datirte Cir- 
cuJare, auf welches ich hier speciell aufmerksam mache. Das- 
selbe kündigt nehmlich eine im Auftrage der (wegen ihrer 
Verdienste um die Naturwissenschaften mit Recht hochgefeier- 
ten) Smithsonian Institution in Washington unternommene 
Revision der ganzen Zoologischen Nomeneljatur,^ 

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6 

also eine Umarbeitung und Vervollständigung des bekannten 
Nomenelator Zoologicus von Agassiz an. Wenn dieselbe, wie 
ich von dem Eifer des Bearbeiters erwarten kann, eine voll- 
ständige Aufzählung der bereits per fas et nefas errichteten 
Gattungen liefert, so wird gerade dies Inventarium greiflich 
beweisen, auf welchen Irrweg wir gerathen sind, und wie sehr 
es geboten ist, nachdrücklichst und ohne Scheu vor Wieder- 
holung davor zu warnen. 

• Der entoniophile Anfänger hat bei dem Eintritt in unsre 
Wissenschaft positiv eine ihm bis dahin ganz fremde Sprache 
zu bttchstabiren, und es wird ihm daher nicht einfallen, an 
den neuen, fremden Vocabeln zunächst etwas Andres lernen zu 
wollen, als: ^welchen Begriff, d. h. welches Insect, be- 
zeichne ich mit diesem oder jenem bestimmten Woii.^ Viel- 
leicht wird er, wenn er Philolog ex professo ist, sofort Lust 
verspüren, hie und da nach dem Purificationsbesen zu greifen, 
aber jedenfalls nimmt er Jahrelang die ihm durch Tradition 
überlieferten Gattungs- und Arten-Namen auf Treu und Glau- 
ben an. 

Nicht wenige Entomophilen, vielleicht die Majorität, ver- 
harren auf diesem Standpunkte ihr ganzes Leben lang, und 
sind dabei in ihrem Gott vergnügt und zufrieden. 

Andre aber, von mehr ehrgeiziger CJomplexion oder kri- 
tischer veranlagt, gerathen im Laufe der Jahre in die Region 
der Zweifel oder gar auf das verführerische Gebiet der ^neuen 
Entdeckungen.^ Von da zu den Verlockungen des ^miW und 
allem, was damit Löbliches und Bedenkliches verbunden ist, 
scheint der Weg nicht weit zu sein. 

Nun giebt es eine bekannte Definition der Begriffe Scharf- 
sinn und Witz, welche sich auch auf dies entomologische Ka- 
pitel anwenden lässt: die Scharfsinnigen werden zwischen 
bisher unter einem Namen vereinigten Thieren Unterschiede 
herausfinden, die Witzigen werden verschieden benannte 
Arten unter einen Taufhut bringen. Dies berühmte und be- 
rüchtigte Kapitel der Synonymie ist voraussichtlich ein unend- 
liches, und war es bereits, noch ehe Darwin den Zankapfel 
^on the origin of species^ in die Welt geschleudert hatte. 

Das war im Wesentlichen auch gleichgültig und ziemlich 
unschädlich; jeden Tag kann irgend ein wiililich oder ver- 
meintlich Scharfsinniger auf bisher unbeachtete Differenzen 
aufmerksam machen. Darüber, d. h. über die Art -Unter- 
scheidung, wird von berufnen oder unberufnen Fachgenossen 
hin und her disputirt, vielleicht viel unnöthige Tinte vergossen 
werden; aber die Wissenschaft wird darüber endlich zu einem 

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beeümmten Resultate kommen, und die Acten über den eineei- 
nen Fall abschlieesen. 

Andera und viel gefährlicher stellt sich die Frage der 
Gattungs errichtung. 

HeiFge Ordnung, segenreiche 
Himmelstochter, die das Gleiche 
Frei und leicht und freudig bindet — 
diese heilige Ordnung ist die conditio sine qua non unsrer 
Diseiplin. Aber auch von ihr gilt wie von allen menschlichen 
Dingen das weise „ne quid nimis!^ Ich will versuchen, das 
durch ein Beispiel deutlich zu machen. 

Hunderttausend Stück Obst werden unter hundert Menschen 
vertheilt, welche zugleich den Auftrag haben, diese Früchte 
systematisch zu classificiren. Was werden sie thun? 

Die bequemsten dieser Sjatematiker werden sich dabei 
beruhigen, die ganze Masse in Kernobst, Steinobst und Beeren- 
obst zu sondern. 

Das wird aber den Meisten schwerlich genügen ; sie werden 
das Steinobst in Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche etc. 
abtheilen, das Kernobst in Aepfel, Birnen, Nüsse, Mispeln, dje 
Beeren an Sträuchern, die Beeren an der Erde werden aus- 
gesondert werden. 

Bis dahin ging die Sache glatt und diese Systematik fand 
keinen Widerspruch. Auch die grössere und gröbere Hälfte 
der Consumenten adoptirte die ertheilten Namen. 

Aber ein Theil der Systematiker konnte sich dabei noch 
nicht beruhigen, sondern zerschnitt (um bei einem Beispiele 
stehen zu bleiben) die Gattung Apfel in die Untergattungen 
Reinette, Galvii, Pepping, Pigeon, Stettiner, Borsdorfer, Grafen- 
steiner etc. 

Jetzt waren unter den Consumenten die Stimmen schon 
mehr getheilt, und nur die kleinere Zahl zeigte sich noch 
willig, diese Namen zu lernen, zumal Form und Farbe dabei 
dem Gedächtnisse leidlich zu Hülfe kamen. 

Wenn aber der noch übrige kleine Rest der doctrinären 
Haarspalter auch dabei sich nicht beruhigen, sondern aus den 
gedachten Untergattungen noch immer mehr Sub-sub-sub-Genera 
heraustifteln will, so empört das die Geduld auch der Lang- 
müthigsten und sie sagen höflichst: ^geht mit Euren super- 
Bubtilen Neunamen zum T — , wir haben dafür weder Gedächt- 
niss noch Begriffe dazu! Wenn wir unsre Aepfel nicht eher 
essen sollen, als bis wir Eure neumodischen Namen heraus- 
gedoctort haben, werden sie uns verfaulen!^ 

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Meine Herren ! Alle Gleichnisse hinken, also auch dieses. 
Aber es trifft wahrlich in vielen Punkten der vorliegender^ 
Frage zu. Wenn Jemand gespaltne oder ungespaltne Krallen 
dazu verwendet, einen schwer übersichtlichen, in andrer Be- 
ziehung homogenen Klumpen von 500 Feronien oder Harpalen 
in 2 Hälften zu theilen, so werden wir's ihm danken: aber 
wenn er aus einer bisher gültigen Gattung von 3, 4 Arten 
eine herausreisst und zu einer neuen Gattung macht, weil 
sie statt der ganz gespaltnen Kralle nur eine halb oder dra- 
viertels oder dreiachtels gespaltne hat, so ist das der helle 
Unfug. Sie werden mir doch zugeben müssen, dass diese 
Spaltungs-Differenz eine so minime sein kann (bei neuen Arten, 
die entileckt werden), dass es reiner Blödsinn wäre, auf dies 
eine Kriterium hin immer neuen Ballast dem Gedächtniss ein- 
zustauen! Oder kann etwa nicht die gestern hochgepriesene 
Onychoskopie heute durch einen bekenntnisstreuen Peoskopen 
ausser- Curs gesetzt werden, den morgen ein fanatischer Ha- 
ruspex über die Achsel anzusehen sich für berechtigt hält? 
Und jeder dieser Columbus.soll das Recht haben, einen neuen 
Weg nach seinem systematischen Indien einzuschlagen, wobei 
er zwar keine neuen Inseln, aber desto mehr neue Namen 
entdeckt? Welches Gedächtnis -Schiff, und wenn es noch so 
gross ist, kann nicht überladen und dadurch unbrauchbar ge- 
macht werden? 

Ist die Nomenclatur des Mensehen wegen da, oder der 
Mensch der Nomenclatur wegen? Dass er niemals auslernen 
kannn, ist gewiss: dass er manches unrichtig gelernte richtiger 
umlernen muss, daran zweifelt niemand. Aber jeder mensch- 
lichen Freiheit zieht die menschliche Vernunft ihre Grenze — 
die entomologische Pressfreiheit darf nicht in eine Masslosigkeit 
ausarten, welche die Fortdauer unsrer Wissenschaft ernstlich 
gefährdet! 

Das einzusehen ist der Mehrzahl unsrer Genossen nicht 
eben leicht, denn sie beschränken sich mit ihren Sammlungen 
theils auf einzelne Localitäten (Europa, Nordamerika etc.) oder 
auf einzelne Familien, wo es anscheinend auf ein Dutzend 
neuer Namen nicht ankommen kann. Wer aber das Ganze 
ins Auge fasst, z. B. als Coleopterolog Lacordaire's Genera 
des col^opt^res, oder den Münchner Katalog vor sich liegen 
hat, dem mus3 sich doch die Ueberzeugung aufdrängen, da«8 
die Sache so nicht weiter — sine gratia in inßnitum — 
gehen kann. 

Der babylonische Thurm wurde nicht fertig, weil die 
Sprachen sich verwirrten. Ich weiss sehr wohl, dass 

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es vorzugsweise die tonangebenden Stimmführer unsrer Wissen- 
schaft sind ^ denen ich Schuld gebe , dass sie unrichtige 
Wege wandeln; ich weiss aus* vieljfthriger Erfahrung, wie 
schwer es den Meisten ankommt, erlaubten Ehrgeiz und ver- 
zeihliches Selbstgefühl zu verleugnen — aber hier gilt es die 
bedrohte Zukunft unsrer Wissenschaft, und ich habe nur meine 
Schuldigkeit gethan, darauf nach redlicher Ueberzeugung auf- 
merksam zu machen. 

Ein andres Kapitel, auf das ich jetzt übergehen will, steht 
anscheinend mit dem eben besprochnen in keinem Zusammen- 
hange: ihn anzudeuten werde ich versuchen. 

Bereits S. 413 des Jahrganges 39 unsrer Zeitung habe 
ich Protest eingelegt gegen eine vielleicht nicht verletzend ge- 
meinte, aber bedenklich exclusiv tönende Eintheilung der En- 
tomophilen in wissenschaftliche und ^Postmarkensammler'' . 
Darüber habe ich doch noch einiges zu sagen. 

Bedauerlich genug, dass es Tausende, vielleicht Millionen 
von Mensehen giebt, die leben und sterben, ohne dass sie je 
mit Freude oder mit Andacht den gestirnten Himmel, den 
Aufgang oder Untergang der Sonne, die Farbenpracht der 
Blumen ins Auge gefasst haben. Träfen wir das bloss bei 
Peuerländern, Eskimo's, Buschmännern, Australiern, so würden 
wir diese unempfindliche Rohheit mit Fug und Recht durch 
den beschwerlichen „Kampf um's Dasein^ erklärt finden. Aber 
fast dieselbe Erscheinung b^egnet uns bei begünstigten Völkern, 
die so wenig um die Existenz zu ringen haben, dass ihnen 
^alles in^den Mund wächst^, was sie brauchen. Ja, wir finden 
8c^r bei dem Volke, das während einer langen Periode auf 
einer wunderbaren Höhe der Gesammtbildung gestanden hat, 
bei den alten Griechen, nur wenige vereinzelte Zeugnisse, dass 
sie bewussten Sinn fdr Naturschönheit gehabt: erst im Beginne 
ihres Niedergangs haben sie einen Aristoteles aufzuweisen, der 
ftlr die Wunder des Mikrokosmus Augen und Sprache hat. 

Nun dächte ich, wir^ sollten uns darüber freuen, dass im 
Laufe der Jahrhunderte ' diese anscheinende Gleichgültigkeit 
gegen die uns umgebende Natur mehr und mehr gewichen 
ist, auch wenn damit gar keine realen, egoistischen Interessen 
in Berührung kommen. So gewiss wir den für einen feineren 
Menschen halten, dessen Seele bewegt wird, wenn er zum 
gestirnten Himmel emporblickt, auch ohne dass er Astronomie 
stadirt hat: so gewiss uns jeder sympathisch anmuthet, der 
ohne Botaniker zu sein, ein Herz für Blumen, für den Wald 
hat, ebenso gewiss werden wir den Jüngling oder Mann 
für bevorzugt und wohlberathen halten müssen, de^j^ie nach 

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10 

seinen Kräften und nach Massgabe seiner Lebensstellung zu 
der Natur in ein näheres Verhältniss tritt, indem er sammelt 
und das Gesammelte ordnet. Da unsre Wissenschaft nie zu 
erschöpfen ist, so sind die Grade der Ausbildung ihrer Adepten 
unendlich verschieden : indess auch der bescheidenste Anfänger 
kann das Glück haben, eine Beobachtung zu machen, die für 
den gebildeten Forscher von hoher Bedeutung ist. Dass unsre 
gefeiertsten Celebritäten weder über Systematik, noch über 
Anatomie , Entwicklungsgeschichte, Descendenztheoreme etc. 
untereinander vollständig harmoniren, kaum über Thatsachen, 
geschweige über deren Deutung, wird niemand verwundern. 
Aber so wenig wir uns die Freude an Homer durch die Sjlben- 
stechereien der Philologen vom Handwerk, oder den Hoch- 
genuss an Shakespere durch die mitunter geistlosen Commen- 
tare seiner Ausleger verkümmern lassen, ebenso möchte ich 
meinen entomophilen Genossen zurufen: 

Haltet fest an der bewährten B'reude, die Euch die 
Entomologie so oft gemacht hat und zuverlässig noch 
oft machen wird; denn sie ist ein gnadenreiches neu- 
trales Gebiet, auch dem Ungelehrten ofien, auf das 
er sich flüchten kann, wenn ihn Trübsal und Ver- 
stimmung heimsucht. Aber lasst Euch warnen vor 
den falschen Propheten, vor den fanatischen Gattungs- 
Häck seischneidern — diese Architekten zählen neben 
wenigen berufnen Meistern recht viele unberufne 
Pfuscher, die gar keine Ahnung davon zu haben schei- 
nen, dass sie mit unberechenbarem Materiale, also nur 
provisorisch, nie definitiv bSiuen, und dass sie 
dabei um so ungeschickter verfahren, je mehr sie die 
früher übersichtlichen Bäume in unzählige kleine 
Kammern und Kämmerchen verpfuschen. Wissen denn 
diese unersättlichen Mihi-Gründer nicht, auf welchem 
Fundament sie bauen? Es ist das menschliche Ge- 
dächtniss, und das wird und muss zusammenkrachen, 
wenn diese kopflose Ueberbbrdung kein Ende nimmt. 
Dixi. 
In Betreff unsers Vereins habe ich natürlich die unaus- 
bleiblichen Trauerberichte zu wiederholen : der Genius mit der 
umgekehrten Fackel hat uns auch im abgelaufnen Jahre man- 
chen unsrer Genossen entrissen. Soweit mir diese Verluste 
bekannt geworden, habe ich sie in den Vereinsnachrichten 
registrirt: über den grössten Dipterologen unsrer Zeit, Dr. H. 
Loew, hätte ich gerne in unsrer Zeitung den gebührenden 
Nekrolog gebracht, aber die von mir darum ersuchten, dazu 

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11 

berufenen Herren Collegen haben meiner Bitte bisher nicht 
entsprochen. Jedenfalls ist es ein Trost für die Wissenschaft, 
dass der überwiegend grösste Theil seiner Sammlung, d. h. 
derjenige, der nicht schon bei seinen Lebzeiten als nordameri- 
kanisches Material an das Museum von Cambridge-Massachusett« 
gegeben wurde, an das Uni versitäts - Museum in Berlin über- 
gegangen, ist. 

Bis hieher hatte ich vor Antritt meiner Reise im August 
d. J. geschrieben: leider hat der September auch der Coleop- 
terologie einen ihrer tüchtigsten Arbeiter durch den Tod ent- 
rissen, Dr. Chapuis ist am 30. Sept. abgerufen worden. Als 
begabter Schüler des unvergesslicheu Lacordaire hat er das 
von dem Meister unvollendet hinterlassene Werk, die Genera 
des col^optferes^ in dessen Sinne beendet, ausserdem eine tüch- 
tige Monographie der Platjpiden geliefert und gemeinschaftlich 
mit Cand^ze ane Uebersicht der beschriebenen Käferlarven 
bearbeitet. Von Letzterem haben wir einen Nekrolog seines 
Freundes zu erwarten. 

Meine oben berührte Reise führte mich über Hamburg, 
Bremen, Amsterdam, Leyden, Brüssel, Glain, Frankfurt, Carls- 
ruhe, München nach Wien und Prag. Nach Massgabe der 
Zeit habe ich in diesen Orten (Carlsruhe ausgenommen, wo 
ich meiner Familie wegen mich längei'e Zeit ohne entomolo- 
gisches Pro et Contra aufhielt) öflentliche und Privat -Samm- 
lungen in Augenschein genommen, je nachdem lernend oder 
lehrend, gebend oder empfangend. Ich wurde von den mir 
grössten Theils schon bekannten Collegen freundlich und liberai 
aufgenommen, und habe die alte Wahrheit neu bestätigt ge- 
funden, dass die Entomologie ein probates Zaubermittel ist, 
auch aus unbekannten Collegen in kürzester Zeit gute Bekannte 
zu machen. 

Ueber allerlei Specialien dieser Reise werde ich an einer 
andern Stelle berichten. 

Unsre Vereinsangelegenheiten befinden sich in einem 
durchaus befriedigenden Zustande. Die uns durch das zuneh- 
mende Druck nfaterial der Zeitung aufgenöthigte Preiserhöhung 
derselben hat nachweislich keine Minderung der Abnehmer zur 
Folge gehabt. Ueber den ordnuugsmässigen Zustand unsrer 
Kasse wird der Herr Rendant Rechnung und Beläge vorlegen. 

Mit den auswärtigen Gesellschaften wurde die Verbindung 
aufrecht erhalten. 

Demnach schreiten wir zur Neuwahl des Vorötajjdes. 

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12 

Der bisherige Vereinsvorstand wurde durch Acciamation 
wiedergewählt, sodann 

Herr Jules Putzeys in Brüssel 
unter die Ehrenmitglieder, 

Herr Swierstra, Conservator d. K. Zool. Genossen - 
schall Natura Artis Magistra zu Amsterdam, 
^ W. M. Schöyen, Cand. phil. in Christiania. 
unter die Mitglieder aufgenommen. Demnächst wurde die 
Versammlung, welcher auf seiner Durchreise nach der Schweiz 
unser Mitglied, Herr Generalmajor Baron v. Nolcken aus 
Kurland beiwohnte, geschlossen. 

Nach dem Schlüsse verlas der Unterzeichnete noch die 
höchst gelungne Einleitung der holländisch geschriebnen Lebens- 
skizze P. Lyonet's von H. Snelien van Vollenhoven, welche 
von der Versammlung mit lebhaftem Antheil gehört wurde. 
Ein gemeinsames Mahl beschloss die Feier. 

Dr. C. A. Dohrn. 



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13 



Verzeicliniss 

der von E. Sternhell in Neu-Granada gesammelten 
coprophag^n Lamellicornien. 

Von 
Jß. V. Harbld. 

1. Eurystemus chuckcans Kirsch. Berl. Ent. Zeitschr. 1870. 

p. 360. 
Eur. distortus Dej. Cat. 3. ed. p. 160. 
Von Muzo; auch aus Cayenne (Banonl). 
Auch wenn man von der höchst eigenthümlichen und ver- 
schiedenartigen Bildung der Beine absieht, lassen sich fast 
sämmtliche Eurystemus- Arten sehr gut durch die Sculptur 
des Halsschildes unterscheiden. Bei der gegenwärtigen, von 
Herrn Kirsch übrigens vortrefflich beschriebenen Art, ist das- 
selbe ohne glänzende Metallflecke, sehr deutlich und grob 
punktirt, längs der Mitte mit zwei stumpfen, hinten divergiren- 
den Längserhöhungen versehen, deren vordere, zusammenflies- 
sende Enden ein kleines LängsgrObchen eiuschliessen. Die 
aus Cayenne stammenden Stocke im Berliner Museum, von 
Banon selbst bezogen, zeigen keinen Unterschied. 

2. Eurystemus mamwreus Casteln. Hist. Nat. U. p. 93. 

(1840). 

Von Fusagasugd, La Mesa, La Yega und Guayabal ; auch 
von Ocana (Landolt!). 

Der schwarze, an den Rändern meist röthlich gefleckte, 
wenig glänzende Thorax zeigt keine Metallflecke, hinten eine 
seichte Längsrinne, die Punktirung ist aus kleineren Punkten 
und grösseren, genabelten gemischt, wenig tief. Auf den 
braunen, schwarz marmorirten, zuweilen ganz dunklen Flügel- 
decken ist der fUnde Zwischenraum leicht erhaben. 

3. Eurystemus caribaeus Herbst. Käf. II. p. 300. t. 19. 

f. 7. 
Eur. nebulosus Kirsch. 1. c. p. 361. 
Von Muzo; auch aus Cayenne (Banon!). 
Ebenfalls sehr gut von Herrn Kirsch beschrieben. Der 
Thorax ist mit Ringpunkten massig dicht besetzt, vorn in der 
Mitte mit einer kupfrig scheinenden -glatten Makel versehen. 
Bei den Männchen befindet sich der Zahn der Hinterschenkel 
zwischen Mitte und Ende. ^ . 

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14 



4. Eurystemus ihexicanus Haiold. Ann. Soc. France. 1869. 

p. 505. 
Von Muzo. 
Bei dieser Art ist der Thorax kurz und ziemlich dicht be- 
haart, ähnlich wie bei claudicans mit zwei sehr stumpfen, 
hinten auseinander tretenden Längserhöhungen versehen, vorn, 
den Vorderrand selbst noch erreichend, befindet sieh eine läng- 
liche metallische Makel, daneben jederseits noch eine, die rothe 
Färbung ist in der Regel vorn jederseits der mittleren Makel be- 
sonders hell. Beim Männchen haben die stark verdickten, seitlich 
aber stark zusammengedrückten Hinterschenkel einen starken 
Zahn etwas unterhalb der Mitte. Das Metaster num ist hinten 
mit einer kleinen, doppelknotigen Beule versehen. Diese Art 
findet sich ausserdem in Vera Cruz und in Venezuela. 

5. Eurystemus Urteüus Dalm. Ephem. ent. p. 12. (1824). 
Ein Stück von Wallis gesammelt. 

Thorax fein und unregelmässig punktirt, vorn mit einer 
länglichen, glatten, aber nicht metallischen Makel, kurz be- 
borstet; der Seitenrand, besonders vorn länger bewimpert. Sehr 
eigenthümlich sind die Hinterschenkel beim Männchen geformt *: 
sie sind dünn gestielt, dann sehr stark verdickt, die untere 
Kante fast gerade, di6 obere einen fast spitzen Bogen bildend. 
Bis jetzt war mir die Art nur aus Brasilien bekannt. E. pe- 
ruanus ist ziemlieh ähnlich, aber sofort durch den Mangel 
eines Epipleuralkiels zu unterscheiden. 

6. Eurystemus plebejus (n. sp.): Fuscus, obscure rufo- 
irroratus, sat longe fuBco-setosus, thora<;e laxissime 
ocellato-punetato, epipleuris carina integra arcuata, 
tibiis anticis ($) ante dentes marginales denliculo mi- 
nuto. — Long. 8 — 9 mm. 

Von Muzo. 

Von geradseitiger, ziemlich schmaler Gestalt, schwärzlich, 
wie gewöhnlich mit röthlichbraunen Flecken, besonders auf 
den Flügeldecken marmorirt. Die Oberseite, besonders auf dem 
Thorax, ziemlich lang beborstet, die Borsten jedoch am Seiten - 
rande nicht, wie bei hirtellus, dicht aneinander gedrängt. 
Das Halsschild hinten mit nur unmerklicher, flacher Längs- 
vertiefung, ziemlich dicht punktirt, die Punkte gross und ge- 
nabelt, jedoch nur äusserst seicht; keine glatten, glänzenden 
Makeln. Die Flügeldecken wie bei raarmoreus, der fünfte 
Zwischenraum etwas höher als die übrigen; die Epipleuren 
mit ganzer, nach oben leicht bogiger, daher in der Mitte der 

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Randleiste mehr genftherter Längsleiete. Das Metasternum mit 
einem Grübchen in der Mitte, hinter demselben längsgekielt. 
Die Beine dunkel erzfarben; die Vorderschienen oberhalb der 
Randzähne, in der Mitte zwischen Knie und erstem Randzahne, 
mit einem kleinen Zähnchen. 

Obwohl nur Weiber von dieser Art vorliegen, glaube ich 
doch, dass dieselbe an der seichten Punktirung des Thorax, 
der sperrigen Beborstung an dessen Seitenrand und der auf- 
gebogenen Epipleuralleiste leicht erkennbar sein wird. Das 
einfache, mit keinem Metallfleck gezeichnete Halsschild unter- 
scheidet sie gut von dem in der Grösse ähnlichen cajennen- 
818, dem ausserdem die Epipleuralleiste fehlt. 

7. Canthon plagiaius (n. sp.): Aeneo-niger, eljtris laevibiw 

nigris, macula obliqua subhumerali alteraque anteapicali 
rufis; cljpeo bidentato, pygidio sericeo-opaco, tarsis 
anticis apice oblique truneatis. — .Long. 10 mm. 

Von Lüa Mesa. 
Mit Ausnahme des etwas trüb scheinenden Kopfes glänzend, 
schwarz mit bläulich-grünem Scheine, die Flügeldecken schwarz, 
jede mit zwei rothen Makeln, eine unterhalb der Schulterbeule 
etwas schief nach innen gerichtet, eine zweite etwas quer- 
geformte auf der Endbeule. Der Kopf glatt, das Kopfschild 
vorn mit zwei lappenförmigen Zähnen, jederseits neben den- 
selben leicht bogig gerundet. Thorax glatt, der Seitenrand 
in der Mitte ein Eck bildend, von .diesem Eck bis zu den 
Vorderwinkeln aufgewölbt und in der Mitte gezahnt; die Basis 
jederseits den Schultern gegenüber ausgeschnitten, so dass die 
Hinterecken ein Zähnchen bilden. Die Flügeldecken fast ohne 
Spuren von Streifen, glatt, derScutellareindruck deutlich.. DasPj- 
gidium schwärzliehblau, seidig mattglänzend. Unterseite sammt 
Beinen schwarz, Prosternum mit Querleisten. Die Vorderschienen 
am Ende schief abgestutzt, ihr Enddorn ((J) breit und kurz. 

Diese hübsche Art kommt unmittelbar neben 4-guttatus 
zu stehen, von dem sie sich durch Zeichnung, Grösse, matt- 
glänzenden Kopf und die völlig ungestreiflen Flügeldecken unter- 
scheidet, an denen kaum der Nahtstreif zu erkennen ist. 

8. Canlhon Uiuratus Germ. Mag. Ent. I. p. 117. (1813). 
Von Baranquilla; Anfangs October gesammelt. 

9. Canthon rmtabiUs Luc. Vog. Casteln. p. 100. (1859). 
Von Ambalema. 

Bei sämmtlichen vorliegenden Stücken sind die Flügeldecken 
ledergelb und zeigen dieselben eine verwaschene schwärzliche 
Querbinde in der Mitte. 

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10. Canthon StänheiH (n. sp.): Nitidus, obscure viridiaeneus, 

eljtris dilute castaoeis, sutura fasciaque media nigris; 

clypeo quadridentato, pygidio nigro, sericeo-opaco. 

Long. 5 — 6 mm. 
VoiJ Ambalema. 

Von gerundeter GesUlt, glänzend, Kopf und Halesohild 
dunkelgrün, die Flügeldecken bräunlich roth, die Naht und eine 
mitunter auf einen Mittelfleck reduzirte Querbinde etwas hinter 
der Mitte schwarz. Der Kopf sehr deutlich und ziemlich dicht 
punktirt, das Kopfschild mit zwei längeren Mittelzähnen und 
stumpfen Nebenzähnen, auch das Wangeneck vortretend. Tho- 
rax massig dicht und ziemlich fein punktirt, der Seitenrand 
in der Mitte eckig, von da bis zu den Vorderwinkeln aufge- 
wölbt, in der Mitte dieser Wölbung, jedoch den Vorderecken 
etwas näher liegend, ein sehr stumpfes Zähnchen. Der Scu- 
tellareindruck deutlich, auch die Mitte der Thoraxbasis an- 
greifend. Die Flügeldecken fein gestreift, der Humeralstreif 
nicht gekielt, die Zwischenräume flach, sehr fein und undeut- 
lich zerstreut punktirt. Pygidium schwarz, ganz mattglänzeud. 
Unterseite sammt Beinen schwarz, die Tarsen braun, Fühler 
gelbroth. Keine Querleisten auf der Unterseite des Tliorax. 
Die Vorderschienen^ am Ende schräg abgeschnitten. 

Kommt neben mutabilis zu stehen und könnte für voll- 
glänzende Stücke desselben gehalten werden, wenn nicht der 
Scutellareindruck tiefer und der Winkel in der Mitte des Thorax- 
seitenrandes ein schärferer wäre. 

11. Canthon 7-maculattis Latr. Voy. Humb. I. p. 180. (181 1). 
Im ' Magdalenathal , auf niederem Gebüsch und bei der 

Beunruhigung lebhaft auffliegend. 

Es ist nur die typische , von Latreille a. a. 0. beschrie- 
bene Form angetroffen worden. 

12. Canthon aequinocHaUs Harold. Berl. Ent. Zeitschr. 1868. 

p. 79. 
Von Muzo; 1 Stück Ende Dezember. 

13. Canthon poUtus Harold. 1. c. 60. 
Von Fusagasugd, La Mesa und Painie. 

14. Canthon femoraUs Chevrol. Col. Mex. Cent L 74. (1834). 
Bei La Mesa und La Vega; am 2. März bei Santa Bar- 
bara 5600 ' über dem Meere. 



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15. Canthon subkyalinus Harold. Col. Heft. I p. 79. (1867). 
Von Muzo; Ende Dezember. 

1 6. Canthon juvencm Harold. Berl. Ent. Zeitschr. 1 868. p. 1 1 1 . 
Von Muzo. 

17. DeltocJdiutn ßhakeum Buquet. Rev. Zool. 1844. p. 19. 
Nur 1 Stück von Guasso, unweit von Muzo am 22. De- 
zember. 

18. DeUochUim Burmeisteri Harold. Col. Heft. I. p. 76. 

(1867). 
Von La Meza; wefitlicbes Columbien (Wallis!). 

19. Deitochilum hypponum Buquet. Rev. Zool. 1844. p. 19. 
Von La Meea Fusagasugd, LaVega; westliches Columbien 

(Wallis!). 

In kupfrigen, grünen und blauen Stücken. 

20. DeitocMhm preUosum Harold. Berl. Ent. Zeitschr. 1875. 

p. 209. 
Von Fusagasugd. 
Von den beiden mitgebrachten Stücken zeig); das eine eine 
kupfrige, das andere eine grüne Färbung. 

21. DeltocMlum punctaium (n. sp.): Fusco-cupreum, capite 

thoraceque sat dense et fortiter punctatis, illo clypeo 
«bidentato, dentibus late distantibus; elytris rugulosis, 
leviter striatis, striis obsolete foveolato- punctatis; hu- 
meris acute carinatis. Long. 18 mm. 
Von Ocana (Landolt!) 
Einfarbig kupferbraun, unten sammt den Beinen schwarz 
mit grünlichem Tone. Der Kopf grob und ziemlich dicht 
punktirt, das Ropfschild vorn mit zwei spitzen, wie bei hyp- 
ponum weit auseinander gerückten Zähnen, der Aussenrand 
zuweilen gi unlieb. Thorax ebenfalls ziemlich grob und dicht, 
längs der Mitte etwas feiner und spärlicher punktirt; der Seiten- 
rand in der Mitte eckig. Die Flügeldecken körnelig gerunzelt, 
sehr seicht gestreift, die Streifen mit wenig tiefen Grübchen 
besetzt; hinten fünf deuthche Schwielen, die Schulterleiste 
scharf, etwas länger als bei hypponum. Das Pygidium matt- 
glänzend, punktirt. Vorderschenkel an der untern Kante nahe 
vor den Knieen mit einem stumpfen Zahne. 

Einem düster gefUrbten hypponum ähnlich, aber durch 
die ganz andere Sculptur, insbesondere durch die starke und 
gleich massige Punktirung von Kopf und Thorax weit verschieden. 

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Das ebenfalls nicht unähnliche, aber inimer blauscbwai'z ge- 
förbte D. Burmeisteri ist viel feiner jmnktirt und weicht 
durch spitze Vorderecken des Thorax, sowie durch die An- 
wesenheit von Tarsen an den Vorderbeinen ab. 

22. DeUochilum erocUoides Härold. Col. Heft. I. p. 77. (1867). 
Von La Mesa; auch aus dem westl. Columbien (Wallis!). 

23. Ddtochilum aberrans Harold. Berl. Ent. Zeitschr. 1868. 

p. 8. 
Bei St. Barbara am 2. März, zwischen Maquandl und las 
Pavas (23. Febr.); auch von Ocafia (Landolt!). In Mehrzahl 
und in sehr dunklen, mitunter ganz schwarzen Stücken. 

24. Uroxys coarctatus Harold. Col. Heft. U. p. 94. (1867). 
Von Bogotd, Cop6r, Paime und Fusagasugä. 

25. Uroxys auläcolHs (n. sp.): Niger, leviter subaenescens, 

capite mutico, antice transverdim strigoso, thorace laevi, 

sulco laterali a basi fere usque ad angulos anticos 

producto, eljtris fortiter striatis, striis 1 et 2 apice 

foveolatis. — Long. 6,5 mm. 

Von Fusagasugä. 

Von kurz eiförmiger Gestalt, massig gewölbt, schwarz, 

oben mit sehr schwachem Kupferton, die Tarsen rothbraun. 

Der Kopf zwischen den Augen äusserst fein punktirt, vorn 

mit Querlalten, Kopfschild in der Mitte stark zweizahnig. 

Thorax glatt, die Seitenrandfurche von der Basis bis fast zum 

Vorderrande reichend. Die Flügeldecken ziemlich tief gestreift, 

in den Streifen weitläufig* punktirt, die Zwischenräume sehr 

schwach gewölbt, Streifen 1 und 2 unmittelbar am Ende 

grubig vertieft, die übrigen vor der Spitze abgekürzt, der 7. 

nur wenig über die Mitte hinausreichend. Die Vorderschienen 

($) unten mit einer glatten Längsleiste. 

Es sind nur weibliche Exemplare von dieser Art gesam- 
melt worden. 

26. Uroxys comicuhius (n. sp.): Piceus, pedibus rufo-piceis, 

capite laevi, cljpeo antice utrinque valde bidentato, 

dentibus suberectis, thorace antice leviter declivi et 

utrinque subimpresso, eljtris sat fortiter striatis, striis 

2 internis apice foveolatis. — Long. 6^/2 mm. 

Von Muzo. 

Von länglich -ovaler Gestalt, glänzend, schwarz, die Taster, 

Fühler und Beine rothbraun. Der Kopf glatt, das Kopfschild 

gerundet, vorn mit zwei starken, leicht aufgebogenen, daher 

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börnchenartigen Zähnen. Der Thorax glatt, doppelt so breit 
wie lang, vorn leicht abschüssig und jederseits schwach mulden- 
artig vertieft, die Seiten randgr übe als vertiefte Längslinie bis 
zum Hinterrande reichend. Die Flügeldecken ziemlich tief ge- 
streift, in den Streifen nur schwach punktirt, die beiden innern 
an der Spitze furchenartig vertieft, die äusseren hier er- 
löschdhd, die Zwischenräume glatt, sehr schwach gewölbt. 
Das Pygidium glatt. Die Brustseiten dicht mit Ringpunkten 
besetzt. 

Diese hübsche Art ist durch die starke, an Coptorrhina 
erinnernde Zahnung des Cljpeus recht ausgezeichnet. 

27. Uroxys cuprescens Westw. Trans, ent. Soc. IV. p. 229. 

(1845). 
Von La Mesa, La Yega und Ocana (Landolt!). 

28. OtUhocharis eupraria (n. sp.): Parallela, nitida, cuprea, 

pedibus rufescentibus subaeneis; capite punctulato, 
vertice leviter bit^berculato, clypeo quadridentato; 
thorace parum dense subtiliter punctulato; eljtris for- 
titer striatis, striis simplicibus. — Long. 4^/3 mm. 
Ein Stück von S. Carlos. 

Von geradseitiger Gestalt, oben etwas flachgedrückt, 
glänzend, kupfrig, die Flügeldecken, besonders an den Seiten, 
etwas grünlich, die Fühler rostroth, die Beine bräunlichroth 
mit kupfrigem Scheine. Der Kopf fein punktirt, auf der Mitte 
zwei kleine Beulchen, das Kopfschild vierzahnig, die mittleren 
Zl^ne schmal, die seitlichen stumpf. Thorax sehr fein und 
wenig dicht punktirt, hinten eine schwach vertiefte Längslinie, 
die Basis ungerandet, jederseits neben den Hinterecken aus- 
gebuchtet. Die Flügeldecken etwas schmäler als der Thorax, - 
tief einfach gestreift, die Zwischenräume glatt, schwach ge- 
wölbt. Das PjgidiHm zerstreut fein punktirt. Die grosse 
Metasternalplatte glatt, schwach der Länge nach vertieft. Die 
Yorderschienen aussen dreizahnig, sehr schief am Ende abge- 
stutzt, ihre Tarsen fast so lang wie die innere Kante. 

Der bekannten parallela in der Gestalt ähnlich, aber 
fhicher, durch die metallische Färbung und den mit zwei 
kleinen Beulchen versehenen Scheitel verschieden. 

29. Canthidium SieinheiU (n. sp.): Nitidum, atrocjaneum; ca- 

pite subtiliter dense punctulato, medio carina brevi 
transversa, utrinque subdentata; thorace obsoletissime 
punctulato, margine basali longitudinaliter punctato; 

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20 

/ elytris leviter striatis, etriis obsolete reroote puDCtatis, 
interetitiis planis. — Long. 9 — 10 mm. 

Var. Corpus viridi - aeneura , subtus cum pedibus 
rufescens. 
Von Paime und La Mesa, die Varietät von S. Carlos. 

Von ziemlich breit -ei förmiger Gestalt, glänzend, oben 
bläulvch schwarz, unten schwarz mit schwachem grürilichen 
Eratone. Der Kopf dicht, aber fein und wenig tief punktirt, 
das Kopfschild vorn schwach eingeschnitten, auf der Mitte des 
Scheitels eine kurze, jederseits leicht gezahnte Querleiste. 
Thorax äusserst fein und kaum wahrnehmbar punktirt, hinten 
am scharfen Basal rand mit Längspunkten, Flügeldecken sehr 
fein gestreift, in den Streifen weitläufig und nur ganz schwach 
punktirt, die Zwischenräume flach, nur hinten schwach ge- 
wölbt, glatt. Pygidium glänzend, wenig dicht und nur ganz 
seicht punktirt, an der Basis in der Mitte die Spur einer kleinen 
Längsrinne. Die Fühler rothbraun. Thorax unten ohne Quer- 
leisten. Seiten der Hint^rbrust mit ovalen Ringpunkt^n. End- 
dorn des Männchens lang und etwas derber als der des Weib- 
chens. 

Bei einem dnzelnen, wohl nicht völlig ausgefärbten Stücke 
ist die Oberseite metallisch grün, die Flügeldecken zeigen einen 
etwas trüberen Glanz; unten ist der Körper sammt den Beinen 
roth braun. 

Dieses Canthidium schliesst sich durch seine mit Längs- 
punkten besetzte, übrigens ungerandete Halsschildbasis zunächst 
an nobile, Marseuli, viride etc., weicht aber von allen 
nächsten Verwandten durch die leicht zweizahnige Querleiste 
der Kopfmitte ab. 

30. CanÜddium caiidum (n. sp.): Rotundato- ovale, nitidum, 
cupreum, capite mutico, thorace laevi, basi non mar- 
ginata, utrinque ante humeros impressa, elytris obso- 
lete striatis, pjgidio basi punctulato, thorace subtus 
carinis transversis. — Long. 5 mm. 
Von Muzo ; östliches Columbien (Petersen !). 
Von gerundeter Eiform, glänzend, schön kupferroih. Der 
Kopf dicht aber nur ganz seicht punktirt, namentlich hinten 
fast glatt, ohne Höcker, das Kopfschild vorn sehr stumpf zwei- 
zahnig. Thorax glatt, höchstens in den Vorderecken und in 
der Mitte der ungerandeten, eine deutliche, aber sehr stumpfe 
Schneppe bildenden Basis Spuren von Punktirung, jederseits 
den Schultern gegenüber ein Eindruck in der Randlinie. Flügel- 
decken fein gestreift, in den Streifen weitläufig und ebenfalls 

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21 

fein punkiirt, die Zwischenräume glatt. Das Pygidiuin glän- 
zend, nur an der Basis fein punktirt, die untere Hälfte glatt. 
Taster und Fühler rothgelb. Unterseite des Thorax vorn mit 
Gruben, welche von Querleisten begrenzt werden. Enddorn 
der Vorderschienen beim Männchen sehr breit und fast qua- 
dratisch. 

Kese kleine Art erinnert sehr an metallicum, globu- 
lum, rutilum etc., unterscheidet sich aber sofort durch den 
unbewaffneten Scheitel. Als nächste Verwandte erscheinen 
daher inerme und Kirschi, die sich aber beide durch viel 
tiefere Streifung der Flügeldecken unterscheiden. 

31. Canthidium obscurum Harold. Col. Heft. I.^p. 18. (1867). 
Ein Stück von Fusagasugd. 

32. Canthidium Lebasi Harold^ 1. o. p. 38. 

Ein Stück von Aguada. Dasselbe hat ein etwas glän- 
zendes, daher auch deutlicher punktirtes Pygidium als die 
Stammform, stimmt im Uebrigen mit derselben vollkommen 
überein. 

33. Chomdium cohmbianum Harold. Col. Heft. IV. p. 58. 

(1868). 
Mehrere Stücke von Muzo, Viani und Ambalema. 
Es sind ausser diesem Choeridium noch zwei Arten, 
jedoch nur in einzelnen und wenig gut erhaltenen Stücken mit- 
gebracht worden, die ich vorläufig hier übergehen muss, da 
durch deren Beschreibung das Studium der ohnehin schwierigen 
Gattung kaum gefördert würde. 

34. Ontkerus Eirscki Harold. Col. Heft. ü. p. 96. (1867). 
Von Ubäque, Fusagasugä^ östliches Columbien (Lindig!). 

Es kommen von dieser Art nicht nur rothbraune, sondern 
auch ganz schwarze Exemplare vor. Die Männchen unter- 
scheiden sich leicht von den Weibchen durch die zahnartig 
gerade nach vorwärts ausgezogene innere Endecke der Vorder- 
schienen, welche durchaus nicht als vierter Randzahn aufzu- 
essen ist. Die Weibchen zeigen die gewöhnlichen vier, schräg 
nach auswärts gerichteten Randzähne. Stücke von nur 10 mm. 
Lange, wie Herr Kirsch angiebt, kommen aber bei dieser Art 
schwerlich vor und sind darunter wohl die kleineren Männchen 
des glaucinus gemeint, die sich jedoch leicht durch die nicht 
gezahnte Endecke d^r Vorderschienen unterscheiden. 

35. Ontkenis glaucinus Er.: Piceus vel piceo-rufus, capitis 

margine postico utrinque juxta oculos impresso, elytris 
fortiter crenato-striatis. — Long. 9 — 15 mn. 

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22 

Mas. : Capite corDu erecto, subincurvo, vel simplici 
(in minoribos) vel apice truncato et eubemarginato ; 
thorace (in majoribus) retuso, parte retuea medio emar- 
ginata et quadritubereulata, tuberculis interioribus sub- 
approximatis, (in minoribue) antice Bubretuso, medio 
obsolete bituberculato; tibiis anticis tridentaiis. 

Fem.: Capite (in majoribus) corniculo bvevi, tmns- 
verso, subbidentato, (in minoribus) fere simplici, par- 
vulo; thorace (in majoribus) antice retuso medioque 
distincte, (in minoribus) obsolete bituberculato; tibiis 
anticis quadridentatis. 

Ontherus glaucinus Erichs. Wiegm. Arch. 
1847. I. p. 108. 
Von Manizales, Fusagasugd, La Vega, Aguada, Maquanä.1, 
las Pavas und Ouajabäl; auch von der peruanischen Hochebene 
(Thamm.O. 

Von der cylindrisch- ovalen F3rm des O. Kirschi, glän- 
zend, zuweilen mit reifartiger Trübung, pechschwarz, braun 
oder wohl auch braunroth. Der Kopf hinten glatt, am Hinter- 
rande jederseits neben den Augen grUbchenartig vertieft. Das 
HalsBchild glatt, nur bei den kleineren Stücken mit feiner, be- 
sonders an den Seiten und an den Vorderecken bemerkbarer 
Punktirung; hinten in der Mitte leicht verflacht, jedoch ohne 
vertiefte Längslinie. Die Flügeldecken ziemlich tief gestreift, 
in den Streifen gekerbt-punktirt, die Zwischenräume leicht ge- 
wölbt, glatt oder äusserst fein punktirt, der 7. Längsstreif vorn 
nicht abgekürzt. Das Pygidium sehr fein punktirt. 

Die Männchen haben ein kurzes, leicht gekrümmtes Scheitel- 
horn, welches bei den kräftigsten Individuen an der Spitze ab- 
gestutzt und leicht zweizahnig, bei den mittleren einfach, bei 
den nur kümmerlich entwickelten zu einem kleinen Knötchen 
reduzirt ist. Das Halsschild ist vorn abschüssig, der Rand vorn 
in der Mitte leicht ausgebuchtet, die Ausbuchtung jederseits 
einen stumpfen Höcker bildend, zwischen diesen in der Mitte 
zwei kleinere, einander etwas genäherte. Bei geringerer Aus- 
bildung schwinden zuerst diese inneren Höcker, zuletzt auch 
die äusseren, der Vorderrücken ist dann nur schwach ab- 
schüssig, zeigt aber immer noch in der Mitte die Spuren von 
Höckern. Die Hinterschenkel sind einfach, die Vorderschienen 
dreizahnig, ihr Enddorn gleichbreit, vorn leicht gekrümmt. 

Bei den grösseren Weibchen trägt die Stime in der Mitte 
einen kurzen, zweizahnigen Querhöcker, der bei den kleineren 
nur schwach ausgebildet ist. Der Thorax ist vorn leicht ab- 
schüssig, in der Mitte mit zwei kleinen Beulchen versehen, 

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23 

neben welchen bei den kräftigeren Stücken noch eine Nehen- 
beule angedeutet ist. Die Yorderschienen sind vierzahnig, ihr 
Enddorn etwas mehr zugespitzt, vorn ebenfalls gekrümmt. 

Wie sich aus dem vorstehenden ergiebt, ist die Art je 
nach dem Grade ihrer Entwicklung in beiden Geschlechtern 
recht verschiedenartig gestaltet. Kleine Männchen, bei denen 
das Scheitelhorn zu einem kleinen, leicht zweizahnigen Höcker 
geschwunden ist, lasf^en sich fast nur noch an den dreizahnigen 
Yorderschienen von ihren Weibchen und von denen des O. 
incisus unterscheiden. Die Weiber sehen denen der eben 
genannten Art mitunter zum Verwechseln ähnlich, doch sind 
bei ihnen .die beiden Höckerchen vom an der Thoraxkante 
mehr genähert, die äusseren immer undeutlich, die Längs« 
streifen, besonders hinten und an den Seiten tiefer. 

36. Oniherus incisus Kirsch. Berl. Ent. Zeitschr. XIV. p. 357. 
(1870). 
Pinotus incisus Kirsch. I. c. 
Von Quebrada negra und Fusagasugi. 
Herr Kirsch hat seine Beschreibung nach schwach ent- 
wickelten Männchen entworfen. Bei den am kräftigsten ge- 
bauten Stücken ist das Halsschild vorn bis fast zur Hälfte ab- 
schüssig ausgehöhlt, der Rand der Höhlung in der Mitte glatt, 
jederseite einen scharf abgestutzten Fortsatz bildend. Bei klei- 
neren Stücken rücken diese Fortsätze näher an einander und 
ihre inneren Enden stellen dann zwei kleine Höckerchen vor. 
Die Streifen der Flügeldecken sind tief, gegen das Ende jedoch 
und besonders ausserhalb der Endbeule nur seicht, der 6. und 
7. hier meist ganz verloschen. Die Schenkel sind in beiden 
Oeschlechtern einfach, die Vorderschienen beim Weibchen vier-, 
beim Männchen dreizahnig. Bei letzterem ist der Vorderrand 
des Thorax jederseits hinter den Augen tief dreieckig aus- 
geschnitten. 

37. OrUherus breoipennis Harold. Col. Heft. H. p. 97. 
(1867). 

Diese Art wurde in einem Stücke zwischen Nare und 
Honda gesammelt; auch von Ocana (Landolt!). 

Ontherus brevicollis Kirsch. 1. c. p. 356 ist mir un- 
bekannt geblieben. Nach den Angaben des Autors, ^das 
Halsschild mehr als doppelt so breit als lang, — vorn etwas 
abschttesig, von der Mitte des oberen Randes dieser Stelle ein 
sehr stumpfes Kielchen bis zum Vorderrande, etc.^ kann glau- 
cinus nicht darunter gemeint sein. 

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38. Pinotus monstrosus Harold. Berl. Ent. Zeitschr. 1875. 

p. 210. 
Bin /^ von La Mesa, ein $ von Medeliin. 

39. Pinotus colonicus Say. Bost. Journ. I. p. 174. (1835). 
Von Baranquilla und von Ocana (Landolt!). 

40. Pinotus Achamas Harold. Col. Heft. H. p. 99. (1867). 
Von Bogotd, La Vega und Paime, auf dem Wege von 

Las Cruzes nach Maquandl. 

41. Pinotus Satanas Harold. 1. c. p. 98. 

Von Aguada, Manizales, Fusagasugä, La Mesa und Abe- 
jorrÄl, auch von Ocana (Landolt!). 

42. Pinotus protectus Harold. 1. c. p. 98. 
Von Guajaba] und Ubdque, 15. Novbr. 

Die Männchen dieser Art sind von denen des Satanas 
sehr verschieden, bei den Weibchen dagegen reduzirt sich der 
Unterschied auf einen kleinen Längskiel in der Mitte der ab- 
schüssigen Stelle des Thorax, welcher dem protectus zu- 
kommt, dem Satanas dagegen fehlt. 

43. Pinotus Alyattes (n. sp.): Piceus, subtus rufo-villoeus; 

clypeo integro; thorace dense subtiliter granuloso ; ely- 
tris subcoriaceis, profunde striatis. — Long.21 — 25mm. 
Mas.: Capite corniculo latiusculo margini antico 
approximato; thorace maxima ex parte declivi, mar- 
gine elevato medio et utrinque tuberculato, tuberculis 
his lateralibus supra foveolas laterales positis. 

Fem.: Fronte inter oculos corniculo ^onico in- 

structa; thorace antice abrupte declivi, medio lobo 

brevi emarginato, utrinque infra lobum profunde fo- 

veolato. 

Von Ibagu6, S. Rosa und Abejorräl; die Männehen von 

Aguada, dann zwischen Manizales und Salamina. 

In Gestalt und Färbung an Satanas und protectus 
erinnernd. Das Kopfschild gerundet, an der Spitze kaum die 
Spur einer 'Ausbuchtung. Thorax fein und dicht körnelig 
punktirt. Die Flügeldecken nur massig glänzend, fein leder- 
artig gerunzelt. 

Das Männchen hat eine grosse Aehnlichkeit mit dem des 
Satanas. Wie bei diesem reicht die Abschrägung des Thorax 
bis auf eine kurze Strecke vor der Basis, der Rand derselben 
bildet in der Mitte einen stumpfen Zahn und dann wieder einen 

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25 

jederseits an seinem vorderen Ende; zwischen diesem und dem 
Mittelzahn ist eine leichte, deni Endzahn etwas näher liegende 
Ausbuchtung bemerkbar. Bei Satan as stehen diese Endzähne 
noch an der Basis, den Schultern gegenüber und weit oberhalb 
der Seitenrandgruben, bei der gegenwärtigen Art sind sie viel 
weiter nach vom und abwärts gerückt, so dass sie neben und 
vor den Gmben stehen. 

Das Weibchen ist von dem des Satanas sehr verschieden. 
Der Thorax ist nämlich vorn stark abschüssig, die abfallende 
Stelle wird in der Mitte von einer kurzen, horizontalen, stumpf 
zweizahnigen Vorragung überragt, jederseits unter derselben 
befindet sich eine grosse, glatte und daher glänzende Grube. 

Ganz sicher verbürgt ist mir die Zusammengehörigkeit 
dieser Männchen und Weibchen nicht. Das dem Satanas 
ungemein ähnliche Männchen Hesse eher ein Weibchen ver- 
muthen, welches ebenfalls den J von Satanas öahe stände, 
während die Thoraxbildung bei Alj'^attes eine recht ver- 
schiedene, fast an Achamas ennnernde ist. Indess liegen 
von der einen Form und zwar in Mehrzahl nur Männchen, 
von der anderen, ebenfalls nur Weibchen vor ; auch haben die 
unter sich recht ähnlichen Weiber von Satanas und pro- 
tectus ganz verschieden gebaute Männer. Möglich wäre es 
immerhin noch, dass die hier beschriebenen Weiber des Alyat- 
tes als solche zu protectus gehörten, mit dessen Thoraxform 
sie eher zu harmoniren scheinen. In diesem Falle würde dann 
allerdings dem Alyattes ^ ein entsprechendes, mit Satanas 
näher verwandtes Weibchen zukommen. Sei dem wie ihm 
wolle, der Artname wird jedenfalls dem hier zuerst beschrieb- 
nen Männchen verbleiben, mögen dann spätere Erfahrungen die 
Zutheilung der Weibchen ändern oder nicht. 

44. Pinotus Belus (n. sp.): Simillimus P. Agenori, at bre- 
vior, magis nitidus, clypeo vix bidentato, lamina fron- 
tali in ^ altiore et angustiore, thoracis angulis anticis 
minus rotundatis optime distinguendus. — Long. 
16—20 mm. 
Von Medellin und Ambalema; auch von Ocaffa (Landolt!. 
Von kürzerer, hinten stumpfer gerundeter Gestalt als 
Agenor, vollglänzend, das Kopfschild vorn leicht verschmälert, 
aber nur ganz unmerklich ausgerandet, so dass die bei Agenor 
sehr markirten Zähne kaum zu erkennen sind. Die Scheitel- 
platte des Männchens schmäler und höher. Thorax glatt, vorn 
steiler abfallend, die Seiten hinter den Vorderecken deutlich 
aufgewölbt, diese daher merklich spitzer als bei jenem. Die 

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Flügeldecken glänzender als bei Agenor, in den Streifen 
stärker gekerbt «punktirt. Der Endrand der Hinterscbienen 
unten ein viel deutlicheres Eck bildend. 

Die ganz verschiedene Gestalt der Vorderecken des Thorax 
läset eine Verwechslung mit dem sonst nah verwandten Agenor 
nicht zu. Dasselbe Merkmal schliesst auch amplicollis nnd 
sagittarius aus, beide ausserdem durch deutlicher gezahnten 
Cljpeus verschieden, letzterer stärker glänzend, ersterer mit 
ausgerandeter Mittelspitze der Seheitelplatte. 

45. Pinotus Ag&ior Harold. Abeille. VI. p. 141. (1869). 
P. foveicollis Kirsch. Berl. £nt. Zeitschr. 1870. 

p. 357. 
Von Muzo, Ambalema, La Mesa, Fusagasugd und Ubique; 
von Ocana (Landolt!)^ 

Was Herr Kirsch bei seinem foveicollis von dem tiefer 
eingeschnittenen Kopfschild und den markii-teren Zähnen des- 
selben anführt, macht es unzweifelhaft, dass er die V^Teiber 
(er beschreibt nur solche) dieser Art vor sich gehabt hat, den 
P. Bei US dagegen fttr den Agenor gehalten hat. 

46. Pinotus fdllax (n. sp.): Piceus, nitidulus, clypeo breviter 

at distincte bidentato, vertice medio tuberculo parvulo, 
in $ plerumque deflciente, thorace laevi, elytris pro- 
funde striatis, striis obsolete punctatis. — Long. 
13—15 mm. 
Von La Mesa; auch von Caraccas. 

Von der Oestalt des Agenor, doch etwas flacher und 
kleiner, schwarz, die Flügeldecken etwas fettglänzend. Der 
Kopf fein punktirt, vorn querrunzlig. in der Mitte ein einfaches 
kurzes Höckerchen, welches beim Weibchen zuweilen ganz 
schwindet, das Kopfschild vorn deutlich, wenn auch sehr stumpf 
zw'eizahnig. Thorax glatt, höchstens vom an den Seiten sehr 
fein punktirt, ohne vertiefte Längslinie, die Vorderecken ge- 
rundet. Die Flügeldecken tief gestreift, in den Streifen nur 
ganz seicht punktirt, die Zwischenräume leicht gewölbt, der 
dritte und fünfte deutlich schmäler als 2 und 4. Das Pygi- 
dium glänzend, nur höchst fein und unmerklich punktirt. 

Eine unansehnliche Art, die zunächst an kleine Weiber 
des Agenor erinnert, aber durch das einfache kleine, mit- 
unter fehlende Scheitelhorn und den stärker punktirten Kopf 
unterscheid bar ist. Der nahverwandte peruanische Inachus 
Er. weicht durch viel minder gerundete Vorderecken des 
Thorax und stärker markirte Clypeuszähne ab. Dagegen stellt 

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die vorliegende Form vielleicht nur schwächlich entwickelte 
SUlcfce eines Pinotas dar, von dem mir Stikke aus Venezuela 
vorliegen, die an Grösse dem amplicollis gleich kommen, 
von denen sie sich nur durch eine kleine Ausbuchtung des 
Cljpeus unterscheiden, welche vor dem Wangenende sich be- 
findet, wodurch der mittlere Theil, n&mlich der B(^n zwischen 
dem vorderen 2jahne und der Wange, leicht stumpfwinkelig 
erscheint. 

47. Copris prodduas Say. Bost. Journ. I. p. 176. (1837). 
In Mehrzahl von Fueagasugi, La Mesa und Viani. 

48. Orwcatus opdescens Bates. Trans, ent. Soc. 1870. p. 174. 
Onitis antioquius Schönh. Dej. Cat. 3. ed. p. 159. 

Vom Quindiu-Pass zwischen Tapias und Las Cruzes, bei 
Abejorril in Menge, Medellin und La Mesa, von letzterer Lo- 
kalität ein sehr grosses Weibchen von 25 mm. Länge. 

Das Männchen dieser Art ist leicht an den oben gezahn- 
ten Vorderschenkeln zu erkennen. 

49. FhanacM Perseus (n. sp.): Niger, subnitidus, thorace 

ad angulos anticos subvirescente, elypeo praeter gena- 
rum angulum anticum obtusum quadridentato, dentibus 
mediis majoribus; thorace postice laevi, antice rugu- 
loso, medio ad marginem anticum transversim foveo- 
lato, Fovea antice crista subarcuata limitata. — Long. 
25 mm. 
Von Medellin. 

Schwarz, etwas mattglänzend, der Thorax vorn etwas 
grünlich scheinend. Kopf vor den Augen mit einer stumpf 
dreihöckerigen Querleiste; das Kopfschild vorn mit 4 Zähnen, 
die mittleren spitz, die seitlichen, unmittelbar daneben befind- 
lichen kürzer, zwischen diesen und dem stumpfwinkeligen 
vorderen Wangeneck eine ziemlich tiefe Ausbuchtung. Thorax 
hinten glatt, vorn Wellig leicht gerunzelt, in der Mitte des leicht 
abfallenden Vordertheiles eine leichte Quermulde, welche vorn 
durch eine etwas bogige starke Querfalte begrenzt ist. Die 
Seitenkante der Flügeldecken, welche die Epipleuren oben 
begrenzt, fein kömelig. Alles Uebrige wie bei Corythus 
(Weibchen). 

Obwohl von der gegenwärtigen Art nur ein einzelnes 
Weibchen vorliegt, so habe ich doch in Anbetracht der höchst 
eigenthttmlichen Zahnung des Cljpeus kein Bedenken getragen, 
dieselbe als neu zu beschreiben. Sieht man von_^ der ver- 

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öchiedenen Kopfbildung ab, so stimmi das Weibchen in allem 
übrigen vollkommen mit dem des Covythus überein. 

50. Phanaeua Acrisius Mae Leay. Hör. Ent. I. p. 127. (1819). 

— Harold. Col. Heft. V. p. 64. 
Von Puerto Nacional. 

51. Phanaeus Cadmus Harold. Col. Heft. IV. p. 82. (1868). 
Zwei weibliche Stücke voq Puerto Nacional am Magda- 

lenenstrom (Landolt!). 

Kommt auch in Carthagena vor. 

52. Phanaeus conspitillahts Weber. Obs. ent. I. p. 36. (1801). 
Von Medellin, S. Carlos, Fusagasugd, Manizales u. Paime- 

häufig auf den Strassen fliegend wie bei uns Geotrupes. 

53. Phanaeus Steinheiii Harold. Berl. Ent. Zeitschr. 1875. 

p. 213. 
Anfangs Oktober bei Baranquilla am Magdalenenstrom, 
in grosser Menge von Knaben eingebracht. 

54. Phanaeus Hermes Harold. Col. Heft. IV. p. 82. (1868). 
In Menge von Landolt bei Ocana gesammelt. 

55. Phanaeus prasinus Harold. Col. Heft. HI. p. 83. (1868). 
Ph. bogotensis Kirsch. Berl. Ent. Zeitschr. 1870. 

p. 359. 
Ph. tristis- Klug. i. litt. 
Von Nare. 

56. Phanaeus auricollis (n. sp.): Capite postice thoraceque 

aurato-cupreo vel viridi-cupreo , ejjtris sericeo-opacis 

nigris, pygidio cupreo, corpore subtus cum pedibus 

nigro. — Long. 17 — 23 mm. 

Mas.: Capite cornu erecto leviter recurvo; thorace 

postice medio excavato et utrinque dentato, äntice 

utrinque pone oeulos denticulo armato. 

Fem. : Thorace rugulato, postice ad medium baseos 

bifoveolato, antice carina brevi transversa medio an- 

trorsum angulata. 
Der Hintertheil des Kopfes und das Halsschild schön gol- 
dig kupferroth, zuweilen, besonders an den Rändern grünlich 
golden, die Flügeldecken schwai-z, ohne Glanz, seidig matt, 
sehr fein gestreift, die Zwischenräume flach, hie und da mit 
seichten Qaerfalten. Das Pjgidium goldig kupferfarben. Die 
Unterseite sammt den Beinen schwarz, hie und^a mit bläu- 

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liohem Scheine, der sich besonders an den Schenkeln und 
Yorn auf der Untereeiie des Thorax henrierklich macht. 

Bei dem Männchen trägt die Stirn ein hohes, leicht ge- 
krOmmtes, vorn fein punhtirtes, hinten stumpf gekerbtes Hörn. 
Der Thorax ist schräg abschüssige in der Mitte glatt, hinten 
grubig vertieft, neben dieser Vertiefung jederseifs ein breiter, 
aussen schwarzer Zahn, ausserdem vorn, hinter den Augen, 
jederseits ein kleinerer Zahn. 

Bei dem Weibchen ist der Thorax gieichmässig c^ewölbt, 
grob narbig gerunzelt, vorn mit einer kleinen Querleiste, die 
in der Mitte einen schmalen Lappen nach vorwärts bildet; 
der Raum unmittelbar hinter dieser Leiste ist leicht vertieft. 

Von Ubdque, November, in 6 Zoll tiefen Löchern unter 
Menschenexcrementen bei den Hütten der indianischen. Bevöl- 
kerung; auch aus dem westlichen Golumbien (Wallis!). 

Diese Art, welche unter dem hier beibehaltenen Dupont- 
sehen Namen seit lange bekannt ist, hat eine sehr grosse Aehn- 
lichkeit mit dem amerikanischen chryseicollis Har. , doch 
weicht dieser durch seine stärker gestreiften Flügeldecken, 
deren leicht gewölbte und minder mattglänzende Zwischenräume, 
sowie durch sein blauschwarzes Pjgidium ab. 

57. OfUhophaguB curvicorma Latr. Voj. Humb. L p. 220. 
(1811). 

Hauptsächlich von Bogota, ausserdem von Guayabdl, Ma- 
nizales, Medelhn, S. Carlos, Abejorräl, Ibagu^, Carthago. Bio 
negro, Viani, I^ Vega und Ocana, daher im ganzen Gebiete 
verbreitet, ausserdem über Venezuela und ganz Centralamerika 
bis nach Mexico reichend. 

Bei den völlig entwickelten Männchen ist das Kopfschild 
vorn leicht aufgebogen und ausgerandet, so dass jederseits ein 
stumpfer Zahn entsteht; der Aussenrand bildet zwischen die- 
sem Zahne und der Wangenecke nochmals einen schwach- 
bogigen Vorsprung. Die Spitze des Vorderrückens ragt zwi-. 
sehen die Hörner als horizontaler Kegel herein. Die Vorder- 
sehienen sind schmal und verlängert, ihre innere Endecke, 
zahnartig zugespitzt und etwas aufgebogen. Bei den Weibchen 
ist das Kopfschiid gerundet, vorn nur leicht abgestutzt; von 
einem Auge zum andern und über die Kopfmitte eine gerade 
Querkante. Der Thorax ist vorn abschüssig, der erhabene 
Tbeil vorn gerade abgestutzt und jederseits neben den stumpfen 
Ecken dieses Vorsprungs tief ausgehöhlt. Bei den unent- 
wickelten Männchen schwinden aber die Oeschlechtsditferenzen 
derart, dass sie von den Weibchen kaum mehr anders als 

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durch die verlängerte Endecke der VorderechieDen za unter- 
scheiden sind. Die Hörner gehen ganz verloren und sind auf 
zahnartige Enden der 'liinteren Kopfleiste reduairt; die den 
entwickelten Stücken fehlende vordere Querleiste tritt schliess- 
lich ebenfalls auf, doch ist sie nie so scharf ausgeprägt wie 
bei den Männchen. Die Färbung ist schwarz, mit einem 
leichten bläulichen, seltener bläulichgrünen Tone. 

0. incensus Saj steht dem curvicornis ungemein 
nahe, doch scheint er mir durch -die Gestalt des Thoraxvor- 
sprungs unterschieden zu sein, indem dieser nie sich kegel- 
förmig zuspitzt, sondern immer eine gerundete, etwas quere 
und vom in der Mitte leicht eingedrückte Beule darstellt. 

58. . OfUhophagus acumncUns (n. sp): Niger, nitidus, sub- 
aeneus; thorace laevi, ad angulos anticos et ad me- 
dium baseos punctato. — Long. 7 mm. 

Mas: Fronte cornibus duobus erectis, basi inter 
se non conjunctis, vertice medio carinula retrorsum 
subarcuata; clypeo apicem versus leviter acuminato; 
thorace antice medio tuberoeo et utrinque excavato. 
Fem.: Oapite bicarinato, cljpeo, rotundato; tho- 
race subretuso, medio obtuse bituberculato. 
Von Fusagasugi, Ambalema, 8. Carlos und Muzo; auch 
von Ck>lon. 

Schwarz, zuweilen mit grünlichem Erztone, glänzend. 
Thorax glatt, in den Vorderecken deutlich punktirt, meist auch 
eine Gruppe kleiner Punkte in der Mitte an der Basis. Die 
Flügeldecken ziemlich tief gestreift, die Zwischenräume leicht 
gewölbt, die äusseren fein zerstreut punktirt. Das Pygidium 
glänzend, grob punktirt, meist grünlich schwarz. Die Beine 
pechbmun, oft röth lieh braun. 

Kleinen Stücken des curvicornis sehr ähnlich, das Männ- 
chen jedoch mit ganz verschiedener Kopf bildung. Hinten er- 
heben sich zwei gerade oder nur sehr schwach gekrümmte 
Hörnchen, welche an der Basis unter sich durch keine Quer- 
leiste verbunden werden. Das Kopfschild verengt sich all- 
mählich nach vorn und bildet am ^nde eine stumpfe, leicht auf- 
gebogene Spitze; auf der Mitte des Kopfes zeigt sich eine 
leicht nach hinten bogige Querleiste. Bei dem Weibclien ist 
der Kopf stark punktirt, das Kopfschild stark gerundet, der 
vorn kaum abschüssige Thorax zeigt in der Mitte zwei schwache, 
etwas quergezogene Beulchen. 

0. Osculatii Gu6r. scheint, nach der Beschreibung zu 
urtheilen, der g^enwärtigen Art nahverwandt zu sei«, da aber 

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Go^rio ausdrücklich bemerkt, daes sich keine Querleiste auf 
der Kopfmitte befindet, so konnte ich denselben nicht auf 
aeamiQatae deuten. 

59. Ohthophagus rhmopl^Um» Uarold. Col. Heft. IV. p. 84. 

(1868). 
O. rhinastus Reiche i. litt. 
Von Muzo, Ende Dezember. 

60. Onihophagus margmcolUs (n. sp.): Capite obscure viridi- 

vel cupreo-aeneo, anlice nigro, carinis duabus trans- 
versis, postica in $ arcuata et utrinque comu erecto 
subarcuato armata; thorace rufo-testaceo , medio et 
usque ad basin viridicupreo; elytris leviter striatis, sub- 
niiidis, interstitiis planis, testaceis, sutura et inter- 
stitiis 3, 5 et 7 pone basin usque ante medium cal- 
loque humerali fusco-aeneis ; pedibus piceo-rufis, fe- 
Ihoribus 4 posticis laete rufo -testaceis. — Long. 
51/2—71/2 mm. 

Mas.: Thorace declivi, antice medio inter cornua 
obtuse tuberoso et utrinque impresso. 

Fem.: Thorace antice lobo brevi, subdepresso et 
utrinque obtuse tuberculato. 

Var. Plerumque minor, omnino lere fusco-aeneus, 
thoracis autem marginibus anticis sicut et femoiibus 
posticis semper testaceis. 
O. marginicollis Dej. Cat. 3. ed. p. 158. 
Der Kopf dunkel erzfarben, grflnlich oder kupferfarben, 
vorn sdiwarz; das Kopfschild gerundet und vorn leicht abge- 
stutzt; auf der Mitte eine gerade, bis zu den Wangenleisten 
reichende Querleiste; hinten, zwischen den Augen, bei den $ 
eine zweite, etwas höhere Querleiste, die bei den r^ nach vorn 
leicht gebogen ist und jederseits in ein aufrechtstehendes, nach 
aussen leicht bogigea Hom endigt. Das Halsschild hinten auf 
dem Rttcken etwas flachgedrückt, mit nur undeutlicher Längs- 
vertiefung, hinten fein und zerstreut, nach vom allmählich dich- 
ter und stärker, am Vorderrand des abschüssigen Theils fast 
etwas raub punktirt; glänzend, rothgelb, die Scheibe und zwar 
meist bis unmittelbar zur Basis, kupfrig erzfarben oder grttn. 
Die Flageklecken nicht ganz vollglänzend, fein gestreift, die 
Zwischenräume flach, gelb, der erste (der Naht anliegende) 
glänzend grOn, der 3., 5. und 7. grünlich schwarz, doch 
oft an der Basis und hinten ebenfalls gelb, ausserdem die 
Behulterbeule mit dunklerer Makel; Punktirung seicht und un- 

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deutlich, nur in den dunkel geförbten Zwischenräumen und zwar 
besonders im 7, deutlicher und leicht zweizeilig, der 2., 4. und 
6. ohne Punktirung. Das Pygidium grob punktirt, rothgelb, 
mehr oder weniger deutlich der Länge nach braun geförbt. 
Die Fühler bräunlich roih mit rother Keule. Unterseite glän- 
zend^ abwechselnd gelb und schwarzgrfin gefärbt, das Meta- 
sternum an den Seiten, ebenso die Epimeren der Mittelbrust 
immer gelb. Die Vorderbeine dunkel rothbraun, die hinteren 
mit Ausnahme der rothgelben Schenkel bräunlich roth. 

Bei den Männchen tritt der Thorax vorn zwischen die 
Hörner in einer stumpfen, quergerundeten Beule hervor, neben 
welcher sich jederseits eine grubenartige Vertiefung findet. 

Bei dem Weibchen findet sich diese Beule ebenfalls, sie 
ist aber von oben her etwas verflacht, vorn gerade abgestutzt 
und jederseits mit einem höckerartigen Beulchen versehen, 
unterhalb dessen sich eine kleine Grube befindet. 

Von Ambalema. 

Diese Art ist ausserdem über ganz Columbien, den grössten 
Theil von Central-Amerika und bis nach Peru verbreitet. Ich 
habe sie besonders ausfUhriich beschrieben, weil mehrere ameri- 
kanische Species, insbesondere die beiden folgenden, sehr nahe 
an sie herantreten. Bei diesen werde ich die betrefienden 
Unterscheidungsmerkmale hervorheben und bemerke nur noch, 
dass für die gegenwärtige Art besonders die schwache und 
undeutliche, auf dem 2., 4. und 6. jEmI ganz fehlende Punk- 
tirung der gelben Längsstreifen charakteristich ist. 

Kleinere StUcke sind meist dunkel gefärbt, mitunter fast 
ganz grünlichschwarz, doch bleibt das Halsschild an den Vorder- 
ecken, ebenso die Spitze der Flügeldecken immer gelb. 

61. Onthophagus p/oxBrichs.: Minus nitidus, obscure viridi- 
aeneus, elyt^is vel omnino obscure fusco-aeneis , vel 
lateribus et apice tantum, vel intersütiis alternis 
testaceis, his una cum fuscis subtiliter at evidenter 
subseriatim granuiato-punctulatis; pygidio fusco-aeneo ; 
pedibus rufo-piceis, femoribus testaceis, plus minusve 
aeneo - infuscatis. — Long. 5 — l^i^ mm. 
0. ptox Er. W^iegm. Arch. 1847. L p. 106. 
Von Ubdlque; vom Chancho mayo (Thamm!). 
Dem marginicollis äusserst ähnlich, meist dunkler, zu- 
weilen aber fast gleich gefärbt und in Folgendem von ihm 
verschieden. Oberseite minder glänzend, zuweilen mit etwas 
Seidenschimmer. Thorax immer ganz erzfarben, ohne gelbe 
Einfassung. Die Flügeldecken mit gleichmässig fein körneiig 

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punktirten Zwiscbräumen, die Punkte zwei- oder dreizeilig 
geetellt. Das Pygidium erzgrUn. Die Unterseite grünlich 
schwarz, die Beine rothbraun, die hinteren Schienen mit grün- 
lichem Erztone, ebenso die Hinterschenkel, diese von gelber, 
mehr oder weniger bräunlich verdunkelter Grundfarbe. 

Der Unterschied in der Färbung und insbesondere jener 
in der Punktirung der Flügeldecken gestattet eine sichere 
Scheidung dieser Art vom marginicollis. Näher noch steht ihr 
entschieden der brasilische, übrigens fast ganz Südamerika be- 
wohnende hirculus, der jedoch etwas flacher und noch we- 
niger glänzend erscheint, entschieden dunkel erzfarbige Beine 
und neben der Naht nur undeutlich punktirte Flügeldecken 
hat. Möglich wäre es trotzdem recht wohl, dass ptox nur 
eine Localform des hirculus darstellt, mit dem schliesslich 
auch noch buculus Mannerh. zu vereinigen sein dürfte, der 
nur durch etwas stärker punktirten Thorax abweicht. 

62. Onthophagus bidentatus Drap. Ann. g6n. Sc. phjs. I. 
p. 134. (1819). 

O. bicornis Baudet-Lafarge i. litt. 

O. hoedus Klug in litt. 

0. flavofemoratus Sturm. Cat. 1826. p. 177. 

O. fem oral is Kirsch. Berl. Ent. Zeit. 1870. p. 362. 

0. ixalus 111. i. litt. 
Von Ubdque; eine ausserdem über ganz Columbien und 
durch das Gebiet des Amazonenstroms bis nach Cajenne ver- 
breitete, sehr häufige Art. 

Durch plumpere Gestalt, namentlich das gewölbtere, grö- 
ber punktirte Halsschild, dessen hintere sehr deutliche Längs- 
vertiefung, den stärkeren Glanz und die leicht gewölbten dabei 
gleichmässig fein körnelig und zwei- bis dreizeilig punktirten 
Flügeldecken gut zu unterscheiden. Die Färbung ist im Ganzen 
trotz der weiten Verbreitung des Thieres nur geringen Ab- 
änderungen unterworfen. Kopf und Halsschild sind dunkel- 
grün, mit mehr oder weniger markirtem Kupfertone, die Seiten 
des letzteren in der Regel deutlich gelb durchscheinend, sel- 
tener, besonders- bei den Brasilianern, einfarbig. Die Flügel- 
decken sind von rothbrauner Grundfarbe, die Naht und die 
geraden Zwischenräume erscheinen angedunkelt, öfters sind 
aber die ganzen Flügeldecken grünlich schwarz oder schwarz- 
braun. Die Beine sind rothbraun, die Hinterschenkel immer, 
auch bei den dunkelsten Stücken, röthlichgelb. 

Ausser einigen südamerikanischen Arten tritt auch 0. 
Jan US aus Nordamerika nahe au die gegenwärtige Art heran. 

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unterscheidet sich aber leicht durch den Mangel von Quer- 
leisten auf dem Kopfe der Männchen, indem selbst die Scheitel- 
hörner unter sich durch keinen Querkiel an der Basis ver- 
bunden sind. 

64. Onthophagus Steinheiä (n. sp.): Supra depressus, sericeo- 
opacus, laevis, niger, pedibus rufo-piceis, metasterno 
lateribus rufo; elytris leviter striatis, interstitiis lae- 
vibus, planis, 8 et 9 subconvexis et punctatis. $, 
— Long. 6 1/2 mm. 
Von Fusagasugi. 
Oben flachgedrückt, ohne Glanz, schwarz, das Meta- 
sternum neben den Mittelhüften roth, die Beine pechbraun, 
die Schenkel unten an der Wurzel gegen die Mitte hin schwach 
röthlich scheinend, die Tarsen rothbraun. Der Kopf mit zwei 
Querleisten, zwischen denselben sehr fein, vorn etwas gröber 
punktirt, das Kopfschild gerundet, in der Mitte leicht abge* 
stutzt. Das Halsschild ohne Punktirung, vorn in der Mitte 
mit zwei schwachen, zusammenstossenden Querhöckerchen, 
der Seitenrand mit rothen Wimpern. Die Flügeldecken sehr 
fein gestreift, die Zwischenräume flach und glatt, nur die 
äusseren beiden schwach gewölbt, fein punktirt und auch 
etwas glänzender als die übrigen. Das Pygidium glänzend, 
fein punktirt, darunter viel grössere Punkte eingemischt. Das 
Metasternum vorn mit einer scharfen Längsschwiele. Der 
untere Endrand dör Hinterschienen neben der Aussenecke aus- 
gebuchtet (Weibchen). 

Obwohl von dieser Art nur zwei Weibchen vorliegen, 
habe ich doch keine Bedenken getragen, sie zu beschreiben, 
weil sie in mehrfacher Beziehung ausgezeichnet ist. Ihr 
mattes düsteres Farbenkleid erinnert einigermassen an tris- 
tis, doch weicht dieser durch die deutliche Punktirung 
und die rothe Behaarung der ganzen Oberseite ab. Die 
vorn zusammenlaufenden Querhöckerchen auf dem 'Thorax 
des Weibchens scheinen darauf hinzudeuten, dass das Männ- 
chen hier eine horizontale Vorragung besitzt und somit in die 
Verwandtschaft des 0. Hecate und des folgenden gehören 
dürfte. 

64. Onthophagus Landolti (n. sp.): Nitidus, nigroviridi-aeneuö, 
thorace punctis magnis parcius adsperso, eljtris 
aeneo-piceis, basi apiceque rufo - signatis. — Long. 
5 — 6 mm. 



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Mas.: Thorace antiee retuso medioque breviter 
unidentato; tibiis anticis eloogatis, attenuatis et apice 
incurvatis. 

Fem.: Capite transversim bicariDato; thorace an- 
tiee medio carinula areuata; tibiis anticis simplioibus. 
O. puncticollis Dej. Cat. 3. ed. p. 158. 
Ocana (Landolt!); La Guayra (Haeberlin !). 
Glänzend, dunkel erzgrün, zuweilen ein Fleckchen an 
den y orderecken des Thorax gelbroth, ebenso an der Basis 
der Flügeldecken ein paar Flecke neben der Schulterbeule und 
wieder einige an der Spitze; zuweilen bilden sich auch gelbe 
Längslinien auf den Flügeldecken und die Zeichnung erinnert 
dann an marginicollis. Das Kopfschild gerundet, die Wangen 
deutlich als gerundete Läppchen abgesetzt. Thorax sehr grob 
aber nur massig dicht punktirt, die Yorderecken spitz. FlUgel- 
' decken leicht gekerbt-gestreift, die Zwischenräume flach, zer- 
streut fein und etwas körnelig punktirt, die Punkte in den 
seitlichen, leicht gewölbten Zwischenräumen gröber. Das Pj- 
gidium sehr grob punktirt, erzfarben. Die Unterseite grünlich 
schwarz, bei den oben heller gefärbten Individuen auch die 
Bauchringe in der Mitte roth gerandet; die Beine braun mit 
Erzton, die Hinterschenkel bräunlich roth, in der Mitte mit 
einem dunkleren erzfarbigen Längsfleck. 

Bei dem Männchen ist der Kopf ziemlich glatt und ohne 
Leisten, nur hinten jederseits am Hinterrande etwas kantig in 
einem kleinen Bogen erhaben; das Kopfschild ist vorn breit 
abgestutzt. Thorax leicht abschüssig und in der Mitte mit 
einem von oben her verflachten, kurzen, zahnartigen Vorsprung. 
Die Vorderschienen sind sehr schmal, stark verlängert, vorn 
einwärts gekrümmt und am Ende mit einem Büschel langer 
gelber Haare versehen. 

Bei dem Weibchen ßnden sich auf dem Kopfe die ge- 
wöhnlichen zwei Querleisten, das Kopfschild ist vorn leicht 
ausgebuchtet. Das Halsschiid zeigt in der Mitte des Yorder- 
randes eine kleine, leicht bogig nach vorn gekrümmte Quer- 
schwiele. Die Vorderschienen sind einfach. 

Diese hübsche kleine Art schliesst sich in Ansehung ihrer 
Sexualdifferenzen zunächst an die Gruppe des 0. Hecate an. 

65. Onthophagus nasutus Gu6r. Verh. d. zool.-bot. Ver. 
Wien. Y. p. 589. (1855). 
Von Medellin, ein einzelnes männliches Stück. 
Diese schöne Art ist glänzend schwarz,, glatt. Das Kopf- 
se4iild vorn am Rande mit einem flachen, leicht zurückge- 

a*OOQle 



36 

krümmten Home versehen, der Thorax ist stark abschüssig, 
der erhabene Theil bildet in der Mitte einen stumpf zwei- 
beuh'gen Vorsprung, neben welchem sich jederseits, durch eine 
Ausbuchtung getrennt, ein etwas nach auswärts gerichteter 
Zahn befindet. 

66. Aphodius bmsiUensis Gast. Hist. Nat. II. p. 95. (1840). 
Von Carthago, Medellin, Guayabal, Ibagu6, Muzo, Albd- 

que, Fusagasugä, Canoas und Ocaua (Landolt!). 

In grosser Anzahl gesammelt. Diese Art kommt auch 
in Brasilien und in Peru vor. Die columbischen Stücke sind 
etwas mehr gelblichbraun gefärbt als die meist rothbraunen 
Brasih'aner, übrigens mit letzteren vöHig identisch. 

67. Aphodius lividus Oliv. Ent. I. 3. p. 86. (1789). 
Von Baranquilla. 

£}in bekanntlich über alle Welttheile verbreiteter Aphodius. 

68. Aphodius coiumbicus (n. sp.): Obscure castaneus, niti- 

dus, clypeo, thoracis lateribus antice elytrisque api- 
cem versus sicut et pedibus rufescentibus, capite 
mutico, thorace punctulato, ad augulos posticos trun- 
cato, basi non marginata, utrinque sinuata; elytris 
striatis, striis obsolete punctatis; tibüs posticis carinis 
transversis brevibus parum distinctis. — Long. 
41/2—5 mm. 
Von Bogota. , La Luzera, Viani. 

Von länglicher, leicht gewölbter Gestalt, glänzend, heller 
oder dunkler kastanienbraun, der Aussenrand des Kopfes, das 
Ualsschild vorn an den Seiten, die Flügeldecken gegen die 
Spitze, ferner die Unterseite und die Beine bräunlieh roth. 
Der Kopf ohne Höcker, sehr fein punktirt, der Au<*8enrand 
glatt, vorn abgestutzt, daneben jederseits stumpfeckig, die 
Wangen vor den Augen deutliche Winkel bildend. Thorax 
fein und gleichmässig, wenig dicht punktirt, hinten, den Schul- 
tern gegenüber, schräg abgestutzt, die Basis ungerandet, die 
Mitte im Bogen vortretend, jederseits daneben deutlich aus- 
gebuchtet. Das Schildchen glatt, schmal eiförmig. Die Flügel- 
decken fein, hinten tiefer gestreift, die Streifen nur schwach 
punktirt, die ersten 4 hinten frei auslaufend, der fünfte kürze>r, 
der sechste wieder länger und stumpfwinkelig um das Ende 
des 5. gegen den 4. hin gebogen; die Zwischenräume leicht 
gewölbt, glatt. Die Mittel brüst mit einem feinen Längskiel. 
Die Metasternalplatte glatt, der Länge nach vertieft. Die 



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VorderschieDcn auf der Oberseite sehr fein punktirt, die hin- 
teren mit nur schwach markirten Querleisten, ihr Endrand mit 
Borsten von ungleicher Länge besetzt; der Metatarsus der 
Hinterbeine fast so lang wie der übrige Fuss. 

Der lange Metatarsus und die verloschenen Querleisten der 
Hinterschienen, welche den meisten südamerikanischen Apho- 
dien eigenthümlich sind, zeigen deutlich, dass sich die Gattung 
Aphodius hier nur mehr in schwächlichen, der typischen 
Gattungsmerkmale mehr oder weniger entbehrenden Formen 
entwickeln kann, die zugleich schon eine Annäherung an die 
das Gebiet beherrschenden Ataenien erkennen lassen. Wenn 
nicht unter den ziemlich kurzen, an Länge unter sich gleichen 
Borsten der Hinterschienen ein Paar längere sich einmischten, 
würde dieser Aphodius in die unmittelbare Nähe des bra- 
si Mensis zu stellen sein, dieser Unterschied jedoch und das 
an den Hinterecken schräg abgestutzte Halsschild, sowie der 
unbewaffnete Kopf entfernen ihn davon und bringen ihn in 
die Nähe des australischen A. Candezei. 

69. Aphodius pacatus (n. sp.): Luteo-testaceus, capite postice, 
thoracis elytrorumque disco plus minusve infuscatis; 
capite subtilissime vix perspicue punctulato, mutico, 
cljpeo rotundato, medio subtruncato; thorace punctu- 
lato, basi non marginata, utrinque sinuata; clytris 
striatis, striis ante apicem obsoletis, interstitiis sub- 
convexis laevibus. — Long. 5 mm. 

Von Coper und Fusagasugä. 

Von länglicher, massig gewölbter Gestalt, röthlich oder 
bräunlich gelb, der Hinterrand des Kopfes, das Halsschild mit 
Ausnahme der Seiten und ein meist ganz verwaschener Scheiben- 
fleck auf den Flügeldecken etwas dunkler braun. Der Kopf 
unbewaffnet, äusserst fein und kaum wahrnehmbar punktirt, 
das Kopfschild gerundet, vorn leicht abgestutzt, die Wangen- 
ecken sehr wenig vorspringend. Thorax längs der Mitte 
äusserst fein und spärlich, seitlich etwas deutlicher punktirt, 
die Punkte an Grösse ziemlich verschieden, die Basis unge- 
randet, jederseits neben der etwas bogig vorgezogenen Mitte 
deutlich ausgebuchtet, die Hinterecken unmerklich abgestutzt. 
Das Schildchen glatt, schmal dreieckig. Die Flügeldecken ge- 
streift, in den Streifen kaum bemerkbar punktirt, die Streifen 
ziemlich weit von der Spitze erlöschend, diese mattglänzend, 
die Zwischenräume leicht gewölbt glatt. Mittelbrust ungekielt. 
Oberseite der Vorderschienen nur undeutlich punktirt; hintere 

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dünn, mit nur angedeuteten Querleisten; Borstenkränze von 
ungleicher Länge. 

Dieser Aphodius schliesst sich trotz einigen erheblichen 
Unterschieden doch zunächst an den vorhergehenden an. 

70. Aphodius cuniculm Chevrol. Ann. Soc. Fr. 1864. p. 411. 
Von Medellin und Ambalema. 

Das Vorkommen dieses bis jetzt nur aus Puertorico be- 
kannten Aphodius ist recht auflallend, doch vermag ich die 
Columbier von den Inselbewohnern durchaus nicht zu unter- 
scheiden. 

71. SaprosUes rmditans Harold. Col. Heft. I. p. 81. (1867). 
Von Medellin und La Luzera. 

72. Saprositßs paralldus Harold. 1. c. p. 81. 
Von Ambalema. 

73. Saprosües conveacua (n. sp.): Ck>nvexus, piceus, capite 

laevi, ad marginem posticum tantum punctulato, 
clypeo late emarginato utrinque obtuse angulato; 
thorace sat dense punctato, basi marginata; elytris 
fortiter crenato-striatis, interstitiis laevibus. — Long. 
4 mm. 
Von Bogotd, La Luzera und Medellin. 
Von länglich ovaler, besonders in den Flügeldecken ge- 
wölbter Gestalt, ganz an Ammoecius erinnernd. Der Kopf 
kappenfbrmig gewölbt, glatt, nur längs des Hinterrandes fein 
punktirt, auch der Aussenrand ohne Körnelung, vorn, von oben 
besehen, im sanften Bogen ausgerandet und jederseits daneben 
stumpfeckig; betrachtet man jedoch den Kopfschildrand von 
vom, so zeigt sich ein kleiner dreieckiger Einschnitt in der 
Mitte. Thorax ziemlich grob und dicht punktirt, hinten in 
der Mitte die Spur einer vertieften Längslinie, die Basis ge- 
randet. Das Schildchen glatt, dreieckig, etwas glänzender als 
die Flügeldecken. Diese gegen das letzte Drittel ihrer Länge 
leicht erweitert, hinten stumpf abgerundet, tief gekerbt-gestreift, 
die Zwischenräume glatt« fLach, die äusseren gewölbt, der 7. 
wie gewöhnlich länger als die übrigen. Die Metasternal platte 
glatt, mit leicht vertiefter Längslinie. Die Beine kurz, die 
hinteren Schienen mit starken Querleisten, am Endrande sehr 
deutlich gezahnt. 

Habituell bietet diese interessante Art die grösste Aehn- 
lichkeit mit einem Ammoecius, der Fussbau jedoch, nämlich 



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der unten ausgezackte Endrand der Hinterschienen, giebt sie 
als unzweifelhaften Saprosites zu erkennen. 

74. Saprosites aspericeps Harold. Ann. Soc. Belg. XIX. 

Compt. rend. Nro, 32. p. 15. (1876). 
Ein Stück von La Luzera. 

75. Aiaemus'') perforakis Harold. Col. Heft. I. p. 83. (1867). 
Von Viani und von Fusagasugd. 

76. Ataemus columbicus (n. sp.); Piceus, nitidus, elongatulus, 

c^pite dense et sat fortiter, antice obsoletius punc- 
tata, clypeo obsolete ruguloso, thorace disco parcius 
et subtiliter, ad latera dense et subrugose punctato; 
eljtris crenato-sulcatis, interstitiis convexis, laevibus, 
externis punctulatis. — Long. 6 mm. 
* Von Ubäque, Medellin, S. Carlos, Carthago und Amba- 
lema; ausserdem auch in Caraccas und Venezuela; Maracay 
(Moritz!). 

Von verlängerter, geradseitiger Gestalt, glänzend, pech- 
schwarz, die Beine heller oder dunkler röthlichbraun , auch 
das Eopfschild rothbraun durchscheinend. Der Kopf dicht und 
ziemlich kräftig punktirt, die Punktirung nach vorn zu all- 
mählich feiner, gegen aussen fast erloschen und hier sehr un- 
deutlich körnelig, die gewöhnlichen Querrunzeln am Clypeus 
nicht vorhanden. Thorax mit völlig gerundeten Vorder- und 
stumpfgerundeten, nicht abgestutzten Hinterecken, vorn und in 
der Mitte zerstreut und fein, dabei etwas ungleich punktirt, 
die Punktirung an den Seiten, besonders in den Vorderecken, 
dicht und fast runzelig. Die Flügeldecken tief gekerbt-gestreift, 
die Kerbpunkte greifen auch die äussere Seite der Zwischen- 
räume merklich an, diese gewölbt, glatt, nur die beiden äus- 
seren mit feiner, etwas rauher Punktirung. Hinterschienen 
am Endrande mit einem sehr markirten, accessorischen Dorn. 
Der Hinterleib ziemlich dicht, die Metasternalplatte glatt, tief 
gefurcht. 

Diese Art, die auch unter dem Namen Oxyomus cre- 
natus Dej., freilich mit mehreren ihrer Verwandten zugleich, 
in den Sammlungen sich findet, tritt nahe an stercorator 
sowohl, wie an picinus heran. Von ersterem unterscheidet 
sie sich durch die tieferen Längsstreifen der Flügeldecken, 

*) Anm. Prof. Burmeister, der die Euparia castanea gar 
nicht kennt, will Ataenius mit Euparia vereinigen! Warum denn 
nicht gleich zur llliger'sehen Gattung Aphodius zurückkehreni? 



40 

den an den Seiten viel dichter punktirten Thorax, sowie durch 
die viel gröbere, den grösseren Theil des Kopfes bedeckende 
Punktirung, von picinus ebenfalls durch die starke Verdich- 
tung der Punktirung auf den Thoraxseiten und den punktirten 
Hinterleib. 

77. Ataenitis aequalis (n. sp.): Sat nitidus, piceus, capite 

fere laevi, antice obsolete rugatulo, thorace fortiter 
sat dense et fere aequaliter punctato, elytris sat 
convexis, profunde striatis, striis minus fortiter cre- 
nato-punctatis, interstitiis convexis, apice carinatis, 
tibiis posticis inargine apicali subtus non spinoso. 
— Long. 4 mm. 
Von Ambalema und Baranquilla. 

Ziemlich gewölbt, namentlich die etwas länglich - ovalen 
Flügeldecken, nicht ganz vollglänzend, schwarzbraun, die Füh- 
ler, Beine und der Aussenrand des Kopfes rothbraun. Der 
Kopf glatt, nur längs des Hinterrandes einige Pünktchen, der 
Aussenrand vorn verwischt querrunzlig, die Kopfschildecken 
breit stumpfwinkelig. Thorax mit ziemlich groben Punkten 
gleich massig, massig dicht besetzt. Das Schildchen glatt. Die 
Flügeldecken tief gestreift, in den Streifen nur seicht gekerbt- 
punktirt, die Zwischenräume ziemlich flach gewölbt, hinten 
jedoch und zwar schon im letzten Drittel leistenartig, glatt, 
die äusseren mit Spuren von körneliger Punktirung. Die Hint^r- 
brust glatt, tief gefurcht, der Hinterleib ziemlich fein, an den 
Seiten etwas gröber punktirt. Die Hinterschenkel ohne deut- 
liche Randlinien, dieselben sind höchstens vor den Knieen auf 
eine ganz kurze Strecke bemerkbar. Endrand der Hinter- 
schienen unten ohne Dörnchen. Metatarsus der Hinterfüsse 
kürzer als der übrige Fuss. 

Dieser Ataenius ist durch glatten Kopf, ungedornte 
Schienen und die verhältnissmässig schwache Kerbung in den 
Läugsstreifen der Flügeldecken ausgezeichnet. In der Gestalt 
erinnert er zumeist an vexator, dieser hat aber ein sehr fein 
punktirtes Halsschild und einen langen Dom am unteren End- 
rande der Hinterschienen. Bei der gegenwärtigen Art sind 
die Borsten an den Thoraxrändern meist recht deutlich. Die 
Stücke von Baranquilla sind mehr rothbraun geförbt, sonst 
nicht verschieden. 

78. Ataenius stercoraior Fabr. Syst. Ent. p. 20. (1775). ~ 

Harold. Col. Heft. XHI. p. 70. 
Von Medellin, Carthago und Ubdque. 



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Die Stücke sind besonders kräftig entwickelt, bis zu 
6 mm. Körperlänge, die Punklirung des Kopfes zuweilen deut- 
lich bis über die Scheitelbeule reichend. 

79. Ataenitts nugator (n. sp.): Piceus, capite postice punc- 

tulato, medio sublaevi, antice obsolete rugatulo, tho- 
race disco parcius, ad latera dense punctato, punctis 
majoribus immixtis minutis; eljtris fortiter crenato- 
striatis, ad latera et ad callum humeralem pnnctu- 
latis. — Long. 4 — 4^/2 mm. 

Von UbtLque, Ibagu6, Medellin, Ambalema, S. Carlos, 
Carthago und Canoas. 

Kleinen Stücke' des stercorator so ungemein nahver- 
wandt, dass es genügen wird, auf die Unterschiede aufmerksam 
zu machen. Bestäudig kleiner und dabei etwas schmäler als 
stercorator, der Kopf nur am Hinterrande deutlich, zuweilen, 
aber dann sehr fein, auch noch neben der Beule punktirt, 
diese glatt, das vorn roth durchscheinende Kopfschild undeut- 
lich gerunzelt. Das Halsschild längs der Mitte fast ohne Punkte, 
an den Seiten mit dichter, gedrängter Punktirung, die Punkte 
aber nicht wie bei jenem gleich gross, sondern unter die grö- 
beren befinden sieh viel feinere eingemengt. Die Flügeldecken 
verhält nissmässig weniger tief gestreift. Die äusseren sammt 
der Schulterbeule fein, meist etwas rauh punktirt. Endrand 
der Hinterschienen wie bei jenem mit einem Nebendorn. 

Beide Arten sind von Herrn Steinbeil in grösserer Anzahl 
mitgebracht worden und es* lassen sich dieselben nach ihrer 
Grösse und den weiteren oben angeführten Merkmalen so be- 
nimmt in zwei verschiedene Gruppen sondern, dass ich die 
Aufstellung der Art nicht von mir weisen konnte, so ungern 
ich auch die ohnedies höchst schwierigen Species dieser Gat- 
tung um eine neue schwer zu erkennende vermehre. Auch 
dem platensis, der dieselbe Grösse und schmale Gestalt hat, 
ist der nugator ungemein ähnlich, doch ist jener lange nicht 
so tief gestreift, seine Schulterbeule ist unpunktirt und sind 
die Punkte an den Seiten des Thorax viel weitläufiger gestellt. 

80. Ataenius attenuator Harold. Col. Heft. XII. p. 22. (1874). 
Von Medellin. 

81. Afaenms Stdnhäli Harold. Col. Heft. XII. p. 18. (1874). 
Von Ambalema, auch zwischen Mompox und Baranquilla. 

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82. Ataenius carincUor Harold. Col. Heft. Xu. p. 20. (1874). 
Am Magdalena zwischen Baranquilla und ^ompox am 

10. Oetober. 

83. Psammobius parvulus Chevrol. Ann. Soc. Fn. 1864. 

p. 415. 
Von Baranquilla. 

Dieser Psammobius; ursprünglich von Cuba beschrieben, 
seheint wie einige andere Gattungsgenossen, z. B. caesus, 
eine weite Verbreitung zu haben, wenigstens findet er sich im 
grössten Theile von Südamerika. Mit nanus Degeer hat der- 
selbe, wie der Münchner Catalog irrthümlich angiebt, nichts 
zu thun. Degeer's Art ist ein ächter Ataenius, dessen 
nähere Deutung noch aussteht. 

84. Aegidium Steinheili (n. sp.): Piceum, corpore subtus cum 

pedibus rufo-piceo, thorace laevi, versus lat^ra tan- 
tum punctis nonnullis magnis obsito, elytris striato- 
punctatis, punctis antice majoribus, postice obsoletis. 
— Long. 9 — 12 mm. 

Mas. : Cl jpeo antice cornu marginali, erecto ; tho- 
race oblique declivi, medio excavato et utrinque 
tuberculato, margine antico in medio tuberculo den- 
tiformi armato; tibiis anticis dentibus tribus margi- 
naiibus, antice oblique truncatis et intus juxta dentem 
lateralem tertium denticulo armatis. 

Fem.: Capite punctato, cljpeo obtuse triangulari; 
thorace simplici, antice 'tantum obsolete longitudina- 
litei' subimpresso; tibiis anticis simplicibus. 
Dunkelbraun, die Fühler rothbraun mit gelblich rother 
Keule, die Unterseite sammt den Beinen kastanienbraun. Das 
Halsschild glatt, nur neben der Mitte jederseits mit einer An- 
zahl grober Punkte, die Seiten gerundet, der Rand stumpf 
gekerbt. Das Schildchen verlängert dreieckig. Die Flügel- 
decken sehr grob gereiht -punktirt, die Punkte weitläufig ge- 
stellt, nach hinten allmählich kleiner und zuletzt ganz erlöschend, 
der Nahtstreifen deutlich vertieft, von den übrigen nur die 
inneren etwas hinter der Mitte. Das Prosternum vorn in der 
Mitte mit einem lang beborsteten Zapfen. 

Bei dem Männchen ist der Kopf glatt, hinten der Quere 
nach muldenartig vertieft, das Kopfschild ist nach vom leicht 
zugespitzt, der Aussenrand in der Mitte mit einem aufrecht- 
stehenden, leicht zurückgekrümmten Hörnchen bewaffnet. Das 

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43 

Ha]&8child ist schräg abschüssig, in der Mitte grubig vertieft, 
jederseits dieser Grube zahnartig gehöekert, ausserdem befindet 
sich in der Mitte des Vorderrandes ein Höckerchen. Die 
Vorderschienen zeigen ausser den gewöhnlichen drei Rand- 
zähnen ein viertes hakenartiges Zähnchen, welches vorn zwi- 
schen der Einlenkungsstelle des Tarsengliedes und dem unter- 
sten Randzahne sich befindet. Der Enddorn fehlt dagegen. 

Bei dem Weibchen ist der Kopf dicht punktirt und nach 
vorn stampf dreieckig. Das Halsschild ist einfach, höchstens 
vorn in der Mitte eine seichte Längsvertiefung, die zugleich 
mit eim'gen gröberen Punkten besetzt ist. Die Vorderschienen 
sind von gewöhnlicher Bildung, ihr Enddorn ziemlich lang 
und schmal. 

Von 8. Carlos ; von Nare (Wallis !). 

Die Art ist in Grösse, Färbung und Sculptur ziemlich 
veränderlich. Die kleineren Individuen sind in der Regel heller 
rothbraun geftlrbt, auf den Flügeldecken finden sich fast nur 
Spuren von Punkten, so dass dieselben mit Ausnahme des 
stets deutlich vorhandenen Nahtstreifen nahezu glatt erscheinen. 

Von Aeg. alatum durch die kürzere, gewölbtere, mehr 
eiförmige Gestalt, die ungerippten Flügeldecken und den drei- 
eckigen, beim Männchen gehörnten Clypeus weit verschieden, 
mit demselben aber, sowie mit den übrigen Arten durch ein 
bisher unerwähnt gebliebenes Gattungsmerkmal, nämlich den 
fehlenden Enddom der Vorderschienen beim Männchen, eng 
verbunden. Als solcher kann nämlich der accessorische Zahn 
neben dem untersten Randzahn nicht betrachtet werden, denn 
er ist wie dieser ein unmittelbarer Fortsatz des Schienei körpers 
und nicht selbstständig eingelenkt. 

Herr Steinheil hat ein auf den ersten Anblick hö hst auf- 
fallendes Individium dieser Art mitgebracht, welches auf dem 
Rücken der Flügeldecken in deren Wurzelgegend flach gedrückt 
ist; die Schulterbeulen liegen so tief, dass sie leistenartig 
von einer Falte des Seitenrandes umgrenzt werden. Da das 
Thier sonst völlig mit der normalen Form tibereinstimmt, kann 
ich in demselben nur eine Difibrmität erblicken. 

85. Coelodes castaneus Westw. Trans, ent. Soc. IV. p. 165. 
(1846). 
Von Muzo, La Mesa, Fusagasugd, S. CJarlos, Canoas und 
Ocana. 

Die Stücke vaiiiren in der Färbung vom hellen Gelbbraun 
zum dunkeln Pech braun. 

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86. Athyreus Pholas Westw.: Testaceus, clypei mai^gine 

tridentato, thorace linea longitudioaJi media impressa, 
antice et postice transversim carinalo, carinis anticis 
medio interruptis, posticis literam W nonnihil simu- 
lantibns; elytris vix striatis, snbasperato-punctatis. 
— Long. 13 mm. 
A. Pholas Westw. Trans. Linn. Soc. XX. p. 462. 
t. 22. f. 8. 
Einfarbig röthlichgelb, nur die Ränder der Mandibeln und 
die Randzähne der Vorderschienen schwarzbraun. Der Kopf 
in der Mitte etwas eingesenkt, das vordere Wangeneck scharf, 
das Kopfschiid dreizahnig, der mittlere Zahn etwas kleiner als 
die seitlichen. Thorax ziemlich dicht und etwas rauh punk- 
tirt; der Länge nach über dem Rücken eine feine Längsfurche, 
vorn eine Aushöhlung, die jederseits von einer kleinen bogigen 
Leiste begrenzt, deren Enden leicht zahnarlig erhaben sind. 
Hinter diesen noch eine Quervertiefung, die rückwärt« durch 
eine bogige, in der Mitte jedoch nach vorn winkelig vor- 
springende Querleiste begrenzt wird, deren Gestalt mithin der 
eines stark auseinander gezogenen W ähnelt; neben dem mitt- 
leren Vorsprung dieser Leiste bemerkt man ausserdem zwei 
schräg gestellte, mit der Leiste selbst zusammenhängende H(')cker- 
chen. Die P'lügeldecken nur an der Basis mit Spuren von 
Streifen, massig dicht etwas rauh punktirt, unmittelbar am 
Seitenrande mit kleinen Querfaltchen. Die ganze Oberseite 
gelb beborstet. Die Vorderschienen mit fünf deutlichen Rand- 
zähnen, der oberste jedoch sehr klein. 
Von Choco (Wallis!). 

Diese Art ist durch die hintere Bogenlinie des Tliorax 
höchst ausgezeichnet und kann mit keiner andern in nähere 
Beziehung gebracht werden. Ich habe von derselben eine 
erneute Beschreibung gegeben , da Westwood's Arbeit .wenig 
verbreitet ist, und einige Angaben, wie z. B. dass der Cly- 
peus nur zweizahnig sei, der Berichtigung bedürfen. An der 
Identität der Art lässt übrigens die vortreffliche Abbildung 
keinen Zweifel zu. 

87. Athyreus vulpinus (n. sp.): Badius, villosus, chpeo trun- 

cato, angulis utrinque sat acutis, thorace medio ex- 
cavato, foveae margine laterali utrinque dentato, 
anteposito dente tei-tio in medio; elytris vix striatis, 
subasperato-punctatis. — Long. 11 mm. 
Von der Gestalt und Farbe des lanuginosus, rothbraun, 
mit wolliger gelber Behaarung. Der Kopf in der Mitte mulden- 

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45 

artig vertieft, das Kopfschild vorn gerade abgestutzt^ die Ecken 
jederseits zahnartig. Thorax an den Seiten dicht und leicht 
körneh'g punktirt, in der Mitte grubig ausgehöhlt, der Seiten- 
rand dieser Grube jederseits zahnartig aufsteigend, vorn in der 
Mitte ein seitlich zusammengedrückter, etwas nach rückwärts 
gerichteter Zahn, der hintere Theil jederseits leicht bogig be- 
grenzt, von da bis zur Mitte der Basis eine Längsfurche. Die 
Flügeldecken mit nur schwachen Spuren von Streifen, ziemlich 
glänzend, rauh punktirt. Die Vorderschienen mit 5 deutliehen 
Randzähnen. 

Von La Mesa. 

Diese Art steht einer mexikanischen, wie ich glaube noch 
unbeschriebenen Art am nächsten, die im Mus. Berol. als fis- 
sicornis Klug i. I. sich befindet; bei derselben ist aber das 
Kopfschild dreizahnig und der vordere Zahn des Thorax breit 
und an der Spitze zweizackig. Den A. Reich ei Westw., 
der aus Neu -Granada stammt, kann ich unmöglich auf diese 
Art beziehen, da das Kopfschild vorn in der Mitte gezahnt, 
die Ecken daneben aber als stumpf angegeben werden, was 
der Form vulpinus völlig widerspricht. 

88. Aikyreus larmginoms Klug. Abhandl. Berl. Ac. 1843. 

p. 28. t. 2. f. 2. 

Ein Stück von Ocana (Landolt!), ausserdem in Venezuela 
und auch noch von Bahia. 

Den centralis Westw., der von Ibaqu^ stammt, würde 
ich unbedenklich hierher ziehen, wenn Westwood nicht aus- 
drücklich in seiner Beschreibung von einem erhabenen Längs- 
kiel in der Mitte der Thoraxgrube spräche und einen solchen 
auch in der Figur darstellte. Hiervon findet sich nun bei den 
zahlreichen Stücken des häufigen und weitverbreiteten lanu- 
ginosus, die ich untersuchen konnte, keine Spur. 

89. Bolboceras caesum Klug. 1. c. p. 54. 
Von Ocana (Landolt!). 

90. Trox suberosus Fabr. Syst. Ent. p. 31. (1775). 
Von Bogotd. 

91. Anaides fossulaius Westw. Proc. Ent. Soc. 1841. p. 41. 
Von Muzo. 



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46 



92. Cloeotus aphodioides Illig. Wiedem. Arch. I. 2. p. 109. 

(1800). 
Von Ambalema, Anfangs Februar. 

93. Cloeotus rugcUus Germ. Zeitschr. IV. p. 147. (1843). 
Von La Luzera, Ende Dezember. 

94. Cloeotus metalHcus Harold. Col. Heft. XII. p. 45. (1874). 
Von La Luzera, Ende Dezember, unter Steinen. 



Mamestra Leinen var. (?) Pomerana. 

Sehr wUnschenswerth wäre es, wenn von der als Stammari 
geltenden Mam. Leineri die Raupe und ihre Futterpflanze ver- 
öflentHcht würde, damit sicher gestellt werden könnte, ob 
Mam. Pomerana wirklich nur VarietÄt der Mam. Leineri ist. 
Die Beständigkeit in Färbung und Zeichnung der bisher in 
grosser Menge erzogenen Stücke der Pomei-ana spricht ent> 
schieden dagegen. 

Die Raupe der in der ent. Ztg. 1869, 8. 51 genau be- 
schriebenen Pomerana lebt am Ostseestrande im Juli und 
August auf Artemisia maritima und wohl auch^ der dortigen 
Art. campesüis. Ob sie aber überall vorkommt, ist fraglich; 
bei Swinemüude scheint sie nach dem, was dartibei- mitgetheilt 
wurde , ganz zu fehlen. Alle bisher von Stettin aus ver- 
schickten Falter stammen von den Sanddünen des Seebade- 
ortes Misdroy. Die jugendliche Raupe ist schön grün mit 
fünf hellen Längsstreifen. Von diesen bildet der eine die feine 
Rückenlinie; zu beiden Seiten, ungefähr in der Mitte zwischen 
ihr und den Tracheen laufen die zwei andern, die breiter als 
jene und weisslich gefärbt sind; die zwei Übrigen, unmittelbar 
unter den Tracheen , sind breit und fast rein weiss. Bauch und 
Füsse sind grün, wie der Kopf. Der Raum zwischen den 
beiden Seitenstreifen ist am dunkelsten, so dass die Raupe mit 
dunkler Seitenlinie versehen erscheint. 

Erwachsen hat die 35 — 40 mm. lange Raupe ein ganz 
anderes Aussehen. Die grüne Farbe ist nur noch an der 
Unterseite vorhanden, doch matter als in der Jugend. Der 
breite, helle Seitenstreifen unterhalb der Luftlöcher ist weiss- 
lichgrau; der ganze übrige Oberkörper, also Rücken und 



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47 

BeiteD, erscheint matt röthlichgrau , durchzogen von einer 
feinen, helleren, etwas dunkler gesäumten Rückenlinie und von 
den breiteren, ebenfalls heller gefärbten oberen Seitenlinien. 
Kopf und FUsse sind dunkel bernsteinfarbig, etwas ins Grüne 
ziehend. 

Die junge Raupe erhält man am besten, indem man sie 
von der Futterpflanze in den darunter gehaltenen Schirm 
klopft. Es ist aber nicht rathsam, die jungen Thiere zu 
sammeln, weil sie ausserordentlich schwer zu erziehen sind und 
fast ohne Ausnahme, auch bei der sorgsamsten Pflege zu Grunde 
gehen. Leichter bringt man die fast erwachsenen Raupen zur 
Verwandlung, wenn man ihnen die am Fundort wachsende 
Futterpflanze vorlegen kann. Ins Innenland mitgenommen, 
vertragen sie die dortige Artemisia campestris schlecht, und 
viele verkommen. Man thut daher am hosten, die Puppen 
einzusammeln. Zu diesem Zweck scharrt man dort, wo der 
Boden nicht von den Wurzeln anderer Pflanzen durchzogen 
und dadurch fest geworden ist, den Sand unter der Futter- 
pflanze behutsam weg und findet die glänzende braune Puppe 
in einem kleinen, kaum geleimten, sofort zusammenfallenden 
Sandgehäuse. Ebenso, nur ohne Gehäuse, im Sande versteckt 
liegend ist die erwachsene Raupe aufzufinden. Die Puppen sind 
von Anfang September bis gegen Anfang oder Mitte Mai, je nach 
der Witterung, zu Fuchen. Es ist aber unbedingt nothwendig, 
diese Arbeit nur dann vorzunehmen, wenn der Dünensand 
vollkommen trocken ist, also nur nach längerem trocknen 
Wetter. Denn ist der Sand nur etwas feucht, so rollt er nicht, 
und mit dem festen Sande zerbricht man- die dünnschalige 
Puppe, was Stettiner Sammler zu ihrem Leidwesen nur zu oft 
erfahren haben. 



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48 



Nekrolog 

des Dr. F. Chapuis 

aus dem von Dr. Cänd^ze in 'der belgischen Entom. 

Gesellschaft am 4. October 1879 gehaltenen Vortrage 

im Auszuge übersetzt von C« A* Hoiini. 



P^licien Chapuis wurde 1824 in Verviers geboren, wo 
sein Vater Arzt war. Schon in seinen Knabenjahren beschäf- 
tigte er sich gern mit Insecten und sammelte die Käfer der 
Umgegend von Li^e, wo er die Bekanntschaft Cand^ze's 
machte und auch ihn zur Entomologie anleitete. Im Jahre 
1848 wurden sie von Prof. Lacordaire, dessen zoologische 
Collegia sie hörten, veranlasst, einen Katalog der beschriebnen 
Käferlarven zu verfassen. Das Resultat w^urde von der Soc. 
royale de Li6ge 1853 herausg^eben. 

Chapuis nahm als Arzt seinen Wohnsitz 1853 in seiner 
Vaterstadt Verviers und beschloss zunächst, sich mit den Xy- 
lophagen voraugsweise zu beschäftigen. Im Jahre 1863 be- 
gann, 1866 beschloss er die Monographie der Platypiden, ein 
in jeder Beziehung auch durch die vortrefflichen, von ihm 
selbst gezeichneten Tafeln ausgezeichnetes Werk. 

Im Jahre 1869 publicirte er eine Synopsis der Scolytiden. 
Durch den Tod Lacordaire's (1870) blieb dessen grosses Werk 
^Genera des eol^opt^res" mit dem neunten Bande unvollendet. 
Chapuis übernahm die Beendung desselben, und die Bände 1 0, 
11, 12 beweisen, dass er würdig war, diese grosse Arbeit zu 
unternehmen und sie im Sinne des verewigten Meislers zu 
vollenden. 

Chapuis war ein Ehrenmann in jeder Beziehung, ein treft- 
licher Familienvater, ein zuverlässiger Freund. Die Wissen- 
schaft, hat durch seinen frühzeitigen Tod einen sehr schmerz- 
lichen Verlust erlitten. 



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Bemerkungen 

zu der von A. G, Butler vorgenomnieneu Revision 

der Sphingiden. 

(Transaetions of tlie Zoological Society of London 1877.) 

Von 



Wenn Hr. Butler in der Einleitung zu seiner Revision der 
Sphingiden behauptet, dass das Boisduval'sche Werk «her diese 
Familie voller Fehler sei und eine Menge Speeies ausgelassen 
wären, so hat er nicht ganz Unrecht. Dass aber in einer 
Arbeit von solchem Umfange wie die von Boisduval , wozu 
das Material aus einer grossen Menge von Büchern, Zeitschriften 
und Sammlungen zusammengesucht werden musste, Irrthümer 
vorkommen, ist beinah unvermeidlich. Es giebt vielleicht 
wenig naturhistorische Werke, die deren nicht aufzuweisen 
hätten. Was das Auslassen von. Arten anbelangt, so ist Hr. 
Butler auch nicht frei davon. Wie viel Arten würde er aber 
weggelassen haben, wenn das Werk BoisduvaPs nicht früher 
als das seinige erschienen wäre, wenn er daraus nicht noch 
circa 100 Arten nachträglich hätte aufführen können! 

Wenn Boisduval die Arten, die Butler im Laufe der Jahre 
1874, 1875 u. s. w. nach und nach publicirte, nicht berück- 
sichtigt hat, so ist das ganz natürlich, denn sein Werk war 
b<»reit8 im März 1874 dem Druck übergeben. Es können ihm 
nur die vor 1874 publicirten und von ihm ausgelassenen Spe- 
eies zum Vorwurf gemacht werden. 

Ob das scores of Speeies sind, wie Hr. Butler sagt, will 
ich augenblicklich nicht untersuchen, ich bezweifle es einst- 
weilen noch. Dass ein Autor, der eine Monographie schreibt, 
vorher alle Sammlungen der Welt durchstöbern soll, um das 
gnistmögliehste Material zusammen zu bringen, wird Hr. Butler, 
(»l»gleieh es sehr schön wäre, sicher nicht verlangen. Er selbst 
hat es auch nicht gethan, sonst würde er die ihm unbekannten 
BoisduvaPschen Arten nicht in einem Nachtrage aufgeführt 
haben, er hätte sie alle seinen Genera einverleibt, wenn auch 
vielleicht unter anderen Namen und die Benennungen Boisdu- 
vaTs nachträglich alle als blosse Synonj^me aufgeführt. Ue- 
brigens glaube ich, dass, wenn auch die Butler\sche Arbeit 
vor 1874 das Tageslicht erblickt hätte, Boisduval doch eine 

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50 

grosse Anzahl der darin aufgeführten Nummern nicht als be- 
sondere Arten in sein Werk aufgenommen lipben würde. 
Seine Aeusserungen an verschiedenen Stellen, z B. bei Sph. 
Convolvuli, Elpenor, OldenJandiae etc. berechtigen zu diesem 
Glauben. Hr. Butler liebt es sehr häufig, aus jeder gering- 
fügigen Abweichung von der Species, die er als Typen betrach- 
tet, eine besondere Art mit neuem Namen zu bilden. Ich 
vermuthe , dass er sich nur sehr wenig oder gar nicht mit 
dem Schmetterlings -Fange und der Zucht aus Raupen befasst 
hat, sonst würde er zu der Erkenntniss gelangt seih, dass 
nicht jede Abweichung von dem als Typus angesehenen Lepi- 
dopteron eine besondere Art ist und dass Farben und Zeichnungs- 
ünterschiede bei den Baupen auch nicht immer andere Species 
bedingen. Dass es bei unserm jetzigen Standpunkte der Kennt- 
niss der Lepidopterologie, die in Betrefl' der Exoten noch ziem- 
lich in der Kindheit liegt, nicht immer möglich ist, das Rich- 
tige zu treffen, gebe ich gern zu, aber dass man die bei den 
europäischen Schmetterlingen gemachten Erfahrungen auch bei 
Beurtheilung der Exoten berücksichtigen muss, dürfte wohl 
selbstverständlich sein. Es gehört eben eine gewisse Combi - 
nations-Gabe dazu, die Hrn. Butler abzugehen scheint, die da- 
gegen andere Autoren, z. B. Hr. W. F. Kirby, in ausgedehntem, 
vielleicht etwas zu ausgedehntem Maasse besitzen. 

Das System BoisdavaPs wird von Hrn. Butler unnatürlich 
genannt. Nach meiner und vieler anderen continentalen Lepi- 
dopterologen Ansicht, ist es trotz der darin vorkommenden 
Missgriffe, das beste, das bis jetzt existirt, und verdient des- 
wegen ganz besondere Anerkennung, weil es sich fern von 
der Grote'schen Grattungs -Fabrik häli, die so hoch in der Gunst 
des Hrn. Butler steht. Boisduval ist glücklicher Weise nicht 
von der Gattungsmacherei befallen, er hat die natürlichsten 
Gruppen, die zu finden sind, wie z. B. Macroglossa, Smerintbus 
etc. nicht in widerwärtige, oft lächerliche Fetzen zerrissen, er 
ist nicht dem Escamoteur der Linnd'schen und Fabricius'schen 
Namen, dem Hr. Grote gefolgt, wie Hr. Butler, der seinen 
Freund noch übergrotet. Boisduval hat ein solides Gebäude 
eiTichtet, das nicht jeder Windstoss umwirft, das im Stande 
ist, das ganze Heer der Sphingiden aufzunehmen, das kein 
Stück vor der Thüre zu lassen braucht, wie das bei Butler 
der Fall ist, der J^eioeo Platz in seinem vielzimmerigen Hause 
für Panopus, Coniferftrum etc. 6ndet und deshalb den armen 
Thieren die Ttttre vor der Nase zuschlägt und zur incertu 
sedes verdammt, ßmh^lh verdient Boisduvars System die Ach- 
tung aller eiusicIiOiVioUen Lepidopterolc^en und diese wird ihui 



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51 

auch reichlich in Europa und Nord -Amerika zu TheiJ. Ich 
brauche aus letzterem Blrdtheil nur den vortrefflichen Entomo- 
logen H. Strecker zu nennen. Es sei ferne von mir, die 
Mängel und Fehler, welciie dem Boisduvarschen Werke an- 
kleben, wegleugnen zu wollen, aber derjenige, der selbst nicht 
fehlerfrei ist, (und wer wäre das wohl?) sollte bei der Beur- 
theilung eines verdienstvollen Entomologen weniger dictatorisch 
absprechend auftreten. Boisduval hat der Lepidopterologie mehr 
genatzt, als Grote und alle seine Nachtreter, wenn er auch seit 
einer Reihe von Jahren keine Fortschritte gemacht hat und auf 
dem früher von ihm eingenommenen Standpunkte stehen ge- 
blieben ist. 

Zum Beweise, dass die Revisipn der Sphingiden von Butler 
auch vielfach Anhalt zu Aassetzungen bietet, will ich eine 
Superrevision derselben vornehmen, wobei ich aber eine Menge 
der aufgeführten Arten ausser Acht lassen muss, weil sie mir 
unbekannt sind, und diejenigen Species, worüber ich nichts zu 
erinnern habe, auch unerwähnt lasse. 

p. 517. Lepisesia Victoria Grote ist gleich Pterogon 
Clarkiae Boisd. 

p. 518. Hemaris Fumosa Strecker. Grote glaubt, dass 
diese Art seine H. tenuis sei, was auch wirklich der Fall ist. 

p. 519. Hemaris Metathetis Butl. ist identisch mit H. 
Axillaris Grote, welche die braune Randbinde der Vdfl. nach 
innen bold mehr oder weniger gezähnt, bald ungezähnt hat. 

p. 521. Hemaris Marginalis Grote ist == H. Axillaris 
Grote. 

p. 521. 522. Hemaris Ruficaudis Kirby und Hemaris Buf- 
falo^^nsis Grote können von H. Thysbe nicht getrennt werden. 
Der nach innen gezähnte Aussenrand der Thysbe geht allmäh- 
lich in einen glattrandigen, gerade so wie bei Axillaris, über. 
Es sind vollständige Mittelglieder vorhanden. Clemens betmch- 
tet Rußcaudts Kirby auch als zu Thysbe gehörend. 

p. 522. Hemaris fuscicaudis Wlk. ist nur eine ganz un- 
bedeutende Abweichung von Thysbe, die eigentHch keinen 
besonderen Namen verdient. 

Auf den ersten 5 Seiten hat also Butler schon 7 Namen 
aufgeführt, die er als Arten betrachtet, was sie in der 
That aber nicht sind, und ich vermuthe, dass Hemaris gracilis 
Grote & Robinson und Hemaris floridensis Grote & Robinson 
auch nicht« weiter als geringe Abweichungen einer längst be- 
kannten Art repräsentiren. ^ , 

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52 

p. 522. Maeroglofisa Kingi Mac Leay gehört nicht ak 
Synonymum zu Hemaris Hylas Lin. , sondern ist eine be- 
sondere Species, gleich M. Cunninghami Bdv. (non Walker). 

p. 522. Dass Macrc^l. Apus Bdv. aus Madagasear eine 
Varietät von H. Hylas ist, bezweifle ich vorläufig noch. Die 
Boisduvarsche Abbildung ist ziemlich verschieden von Hjlas. 
Bei letzterer Art bemerkt Butler: ^Mr. Lewis hat mir erzählt., 
dass sie beim Verlassen der Puppe die Vorderfl. mit Schuppen 
bedeckt hat^. Sie wird beim Ausschlüpfen nicht allein die 
Vorder-, sondern auch die Hinterfl. noch dazu beschuppt haben, 
da dieses bei allen Macrogl. mit durchscheinenden Flügeln der 
Fall ist, bevor sie geflogen haben. 

Hätte Herr Butler sich mit der Zucht derartiger Schmet- 
terlinge befasst, oder die von kundiger Hand darüber gemach- 
ten Mittheilungen gelesen, so würde er in der Erzählung sde 
Mr. Lewis nichts auflallendes gefunden und sie unerwähnt ge- 
lassen haben. 

p. 529. Macroglossa Scottiarum Feld, ist gleich Macrogl. 
Errans var. Walk, aus Nord -Australien. 

p. 529. Macrogl. Micacea WIk. , Macrogl. Nox Newm. 

Ich erhielt unter diesen beiden Namen 4 ganz gleiche 
Stücke aus England. Die Beschreibung Butler's von Nox und 
dessen Figur P. Z. S. 1875. pl. L flg. 6 stimmen genau 
damit überein, Walker's Beschreibung von Micacea passt aber 
auch darauf. Ich halte demnach beide für ein und die- 
selbe Art. 

p. 530. AeJIopus Fadus Cram. und Titan Cram. sind = 
Tantalus Linn^. Walker hat vollkommen Recht gehabt, wenn 
er sie mit letzterm vereinigt. Sie gehen alle in einander über 
und eine genaue Grenze kann nicht gezogen werden. 

p. 530. Aellopus Sisyphus Burm. Was ich als diese Art 
in verschiedenen Sammlungen bestimmt fand, war nichts anders 
als ein braun gewordener Tantalus L. 

p. 531. Stenolophia tenebrosa Feld, soll zufolge Mitthei- 
lung eines amerikanischen Sammlers das $ von Perigonia 
Stulta Fabr. sein. Demnach wäre die Vermuthung Butler's, 
dass der Schmetterling zum Genus Perigonia gehöre, ganz 
richtig. 

p. 534. Rhodosoma Triopus Westw. Dass Hr. Butler 
für diese Species ein besonderes Genus errichtet, wundert mich 
nicht. Wenn man so viele Wunder vor Augen hat, beachtet 
man sie schliesslich nicht mehr und hört auf sieh zu wundern. 
Der arme Glattrand wird sich aber gewiss recht unbehaglich 
zwischen seinen buckligen Nachbarn fühlen. \\iii< überhaupt 

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53 

die Reihenfolge der Genera bei Hrn. Butler anbelangt, so kann 
eine unnatürlichere kaum aueßndig gemacht werden. Hierzu 
die Beläge alle zu liefern, würde mich zu weit führen. Es 
kann vielleicht später einmal, wenn ich Zeit und Lust habe, 
geschehen. 

p. 534. Pachjgonia Abboti Schaufuss. Dieser Name 
kann nicht bleiben, weil in einem ganz nahestehenden Genus 
sf'hon seit länger als 50 Jahren ein Abbotii existirt, den Hr. 
Butler etwas tiefer auf derselben Seite als Thyreus Abboti 
aufführt. 

p. 535. Das Genus Deidamia Clemens ist nur auf eine Art, 
loscriptum Harris, gegründet und diese Art zeigt nicht die ge- 
ringsten generischen Unterschiede von Pterogon Gorgon Esp. 
Letzterer steht der Deid. inscripta so nahe, dass kleine Exem- 
plare leicht damit verwechselt werden können. Das Genus 
Deidamia muss meines Erachtens ausgemerzt werden. Die 
Ansicht Grote'^s, das» Japix Gram, mit inscriptum identisch sei, 
ist sehr irrig. Der Unterschied zwischen beiden ist ganz be- 
trächtlich. 

p. 535. Dass Butler Cornipalpus succinctus Feld, als 
synonym zu Japix Crm. gezogen hat, kann nur beifUllig auf- 
genommen werden. Boisduval beschreibt Japix 2 mal, ein- 
mal als Tylc^nathus Japyx und das andere Mal als Cornipal- 
pus succinctus Feld. 

p. 536. Obgleich Hr. Butler ganz bedeutend in generi- 
bus macht und an einer Stelle in seiner Revision sagt, dass 
Abänderungen im Ausschnitte des Aussenrandes stets generische 
Unterschiede bedingen, so bringt er doch die Sphingiden Oe- 
notherae, Clarkiae, Gaurae und Gorgon Esp. in ein und das- 
selbe Genus, obgleich sie verschiedene Flügel -Formen haben. 
Soll seine Behauptung vielleicht nur Gültigkeit bei den Smerin- 
then haben? 

p. 536. Euproserpinus Phaeton Grote <fe Robins. ist 
gleich Macrogl. Erato Bdv. 

p. 537. Lophura plagiata Wlk. ist gleich Asplodon Di- 
es nus Bdv. (Voyage de Delegorgue dans TAfrique 1847). 
Demnach hat der letztere Name die Priorität. 

p. 538. Butler vereinigt die von Boisduval und Walker 
als verschiedene Arten angesehenen Sphingiden: Pylas Cram. 
und Brisaeus Bdv. Meines Erachtens mit Recht. Die Vater- 
lands-Angabe Cramer's beruht, wie deren so viele, wahrschein- 
lich auf Irrthum. 

p. 539. Calliomma Licastus Cram. und Call. Parce Fabr. 
können unmöglich als 2 verschiedene Arten angesehen werden. 



54 

Letztere ist nur eine Farben- Varietät. Ich verrauthe, daee C. 
Galianna auch nichts anderes ist. Wenn derselbe behauptet, 
dass Licastus ein kleiner grauer Schmetterling ohne Silber- 
flecken sei, so muss er die Ci-amer'sche Figur nicht gesehen 
und dessen Text nicht gelesen haben. 

p. 540. Callioamia lutescens Butl. Diesen Schmetterling 
fand ich im Berliner MuBeum als C. Pan Craro. bestimmt. Ob 
das richtig ist, vermag ich nicht au ' entscheiden, da ich einen 
Pan, wie ihn Gramer darstellt, noch nicht sah. 

p. 540. CalKomma Thorates Uübn. Zutr. ist = C. Groesus 
Dalm == C. Pluto Fabr. Die Priorität ist ganz ausser Acht 
gelassen. Eine dem Thorates nahe stehende Art und Gall. 
Diogenes m. scheint dem britischen Museum zu fehlen. Sie 
ist von geringerer Schönheit, die Binde auf den Unterfl. schmutzig 
weiss und die Vergoldung an den Seiten des Hinterleibs fehlt. 

p. 540. Enyo Lugubris Linn^. Der als synonym ange- 
führte Fegeus ist eine besondere, wahrscheinlich Hrn. Butler 
unbekannte Species. Enijo lugubris HUbn. Zutr. halte ich für 
das $ von Enyo Camertus Gram. Dass Lugubris Linn^ und 
Gamertus Gram, zusammen gehören, wie Butler vermuthet, 
könnte wohl möglich sein. Die Kenntniss der frühereu Stände 
wird es später einmal lehren. 

p. 541. Enyo Gorgon Gram. Es wäre sehr interessant 
zu wissen, welche Gründe Hr. Butler gehabt hat, den in der 
Zeichnung so ausserordentlich verschiedenen Lyctus Gram, als 
den ,^ von Gorgon anzusehen. Ferner ist auffallend, dass er 
den bereits von ihm vorgeführten Lugubris Hübn. nun auf ein- 
mal als das typische $ von Gorgon Gram, betrachtet und dass 
somit letzterer nur eine Varietät des eigentlichen Gorgon ^ 
wäre. 

^Erkläret mir Graf Oerindur 
diesen Zwiespalt der Natur.^ 

p. 542. Enyo ? Ginnamomea Herr. -Seh. ist = Acos- 
meryx Meskini Murray und Acosmeryx Daulis Bdv. 

p. 542. Hemeroplanes 7 Pan Gram. Die Vermuthung 
Butler's, dass der Schmetterling zum Genus Gulliomma gehöre, 
dürfle wohl richtig sein, zumal wenn es sich herausstellen 
sollte, dass die Ansicht des Berliner Museums, die ich bei 
Lutescens Butl. erwähnte, nicht in*ig ist. 

p. 544. Acosmeryx Meskini Murray figurirt hier unter 
dem richtigen Namen; der Schwärmer ist, wie bereits vorher 
erwähnt, gleich Ginnamomea Herr. -Seh. Er ändert in der 
Farbe sehr ab. Hr. Butler sagt in einer Anmerkung, dass 
die Gattung Acosmeryx das Ansehen von Triptogon hätte. Ich 

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55 

mus8 dieses für A. Shevvillei Bdv. (wahrscheinlich gleich Ci- 
nerea Butl.) Anceus Cram. und für die von Butler nicht auf- 
geführte Naga Moore in Abrede stellen. Diese 3 Arten haben 
ausser einem kleinen Einschnitte an der Spitze der Vorderfl., 
wie bei vielen amerikanischen Ambulyx - Arten , ganz glatt- 
randige Flögel und einen schwärzlieh geringten Hinterleib. 
Nur A. sericeus Wlk. hat triptogonartige Flügel, aber keinen 
derartigen Hinterleib. 

p. 545. Otus Sjriacus Lederer hat zwar in der Zeich- 
nung grosse Aehnlichkeit mit O. Chaerilus Cram., aber nicht 
wie dieser glattrandige, sondern gezähnte Flügel, wodurch er 
den Smerinthen, namentlich Juglandis, dem er in Farbe und 
Zeichnung auch ähnlich ist, nahe gerückt wird. 

p. 550. Panacra Mydon Wlk. ist nur eine Farben-Ab- 
weichung von P. scapularis Wlk. 

p. 551. Panacra Vigil Gu6r. u. P. Lignaria Wlk. Zwi- 
schen diesen -l)eiden als besondere Arten aufgeführten Sphin- 
giden kann ich keinen Unterschied finden, der eine Trennung 
rechtfertigen könnte. Dieser Ansicht ist auch Herrich-Schäffer. 
Boisduval betrachtet (Spec. g6n. p. 246) Phoenix Herr. -Seh. 
als verschieden von Vigil Gu6r. und letzteren als identisch 
mit Lignaria Wlk., obgleich er später (p. 288 0. C.) sagt, 
dass ihm Lignaria Wlk. unbekannt sei, und das Thier noch- 
nnals nach Wlk. beschreibt. Butler dagegen sieht Vigil Gu6r. 
als übereinstimmend mit Phoenix Herr.-Sch. an und findet in 
Lignaria Wlk. eine besondere Species. Ich besitze in meiner 
Sammlung unter dem Namen Vigil Gu6r. 6 Stücke, worunter 
2 kleine hellfarbige (eins von den Philippinen, eins von Caj) 
York), zwei von der Grösse des Celerio, von bräunlicher Farbe 
aus Java, und zwei noch um etwas grössere von mehr schwärz- 
lichem Ansehen von Cap York. Zwischen allen diesen Stücken 
ünde ich nur Unterschiede in der Farbe, nicht in der Zeich- 
nung, und ich glaube deshalb, dass Herrich - Schauer sie mit 
vollem Recht zu einer Species zusammen zieht. 

p. 551. Panacra ? Bubastus Cram. Er ist den Hcn^ 
Butler und Boisduval unbekannt gewesen, wesshalb nun auclr 
beide ihm eine falsche Stellung angewiesen haben. Er gehört 
offenbar zum Genus Madoryx Bdv. und hat seine Heimath in 
Surinam und nicht in Coromandel, wie Butler dem Cram. nach- 
schreibt. 

p. 552. Das Genus Microlophia Feld, ist = Genus Ci- 
zara Wlk. Der erstere Name muss fallen. 

p. 554. Diodosida ? Rhadamisthus Fabr. gehört zum 
Genus Temnora. Cr^r^n]^ 

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56 

p. 554. Chaerocampa Lewisii Butl. und Chaeroc. Macro- 
mera Butl. sind geringfügige Varietäten von Elpenor L. , und 
Chaeroc. fraterna Butl. , ist auch schwerlich etwas anders. 
Die Raupe von Chaeroc. Lewisii gleicht in der ButlerVheii 
Abbildung vollkommen der des Elpenor, die vielen Abände- 
rungen unterworfen ist, die hauptsächlich der bemerkt, der 
eine ziemliche Anzahl gi-oss zieht. 

p. 556. Chaeroc. gracilis Butl. ist ein kleiner Eson Cram. 

|>. 556. Chaeroc. Elegans Butl. und Chaeroc. Hafltlesii 
Horsf. Msc. können auch nur als geringfügige Abweichungen 
von Thyelia L. angesehen werden. 

p. 556. Chaeroc. Neoptolemus Cmm. unterscheidet sich 
nach Butler von Trilineata Wlk. nur durch die schmälere 
rothe Binde der Unterfl. Wenn weiter keine L'nterschiede 
voi'handen sind, so fällt die Walker'sche Trilineata sieher mit 
Neoptolemus Crm. zusammen, denn bekanntlich variiren solche 
Binden in der Breite. Man braucht nur eine Anzahl D. Eu- 
phorbiae und Nicaea anzusehen. 

p. 557. Chaeroc. Celerio Linn^. Es ist autVallend, dass 
Butler aus dem indischen Celerio keine besondere Species ge- 
macht hat. Die Raupe, welche Horslield und Moore abbilden, 
ist doch sehr verschieden von der in Europa gefundeneu 
Celerio- Raupe. Er betrachtet doch sonst eine solche Ver- 
schiedenheit stets als Grund zur Aufstellung einer besonderu 
Art. Im gegenwärtigen Falle ist Hr. Butler inconsequent ge- 
wesen und hat damit wohl das Richtige getroll'en. Selb.st der 
Hübner'sche Ocys hat ihn nicht verführt, auch nicht die starke 
Silber -Binde bei den australischen Exemplaren. 

p. 558. Chaeroc. Cretica Bdv. ist eine der vielfachen 
Abänderungen von Chaeroc. Clotho Drury, die mitunter im 
südöstlichen Europa, aber auch in gleicher Färbung in Java 
gefunden wird. 

p. 559. Chaeroc. Argentata Butler ist eine ganz gewöhn- 
liche Oldenlandiae Fabr. mit etwas stark silberfarbiger Binde 
d^r^Vorderfl. 

p. 561. Chaeroc. Cyrene Westw. ifet eine von den vielen 
Abänderungen der Chaeroc. Clotho Drury. 

p. 563. Chaeroc. virescens Butl. ist = Crotonis Wlk. 
(typus) und -Crotonis Bdv. 

p 563. Chaeroc. Aristor Bdv. ist = Crotonis Wlk. (var.) 
= Crotonis Butler (Ilustrat. of typical spec. 1877). 

p. 564. Chaeroc. Procne Clemens kenne ich nur aub 
Strecker's Abbildung, und nacli dieser zu urtheilen, ist der 

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57 

Sehiiietterl: = Lucasii WIk. Das Vaterland Californien ist 
entweder irrthümlich, oder die Art ist weit verbreitet. 

p. 565. Chaeroe. Ciuron Drury ist ein durch Feuchtig- 
keit oder einen anderweitigen Zufall braun gewordener Nechus 
Cram. Wenn D. Nerii eine Zeit lang feucht Hteht, so wird 
deßiieu grüne Farbe auch braun. Dasselbe tritt bei Oryba 
robusla ein, wovon meine Sammlung 2 Beispiele aufzuweisen 
hat. Uebrigens erscheint bisweilen Smer. tiliae schon braun 
beim Verlassen der Pu])j)e. 

p. 565. Chaeroc. Fugax Bdv. ist = Talco Wlk. Dem 
Chaeroc. Ceratomioides Grote, womit ihn Butler vergleicht, 
steht er noch ziemlich fern. 

p. 566. Chaeroc. Scrofa Bdv. und Chaeroc. Ignea Butl. 
können nur als eine Species angesehen werden, nur geringe 
Farben-Unterschiede, die nicht einmal standhaft sind, trennen ^k\ 

p. 566. Chaeroc. Erotoides Wallengren ist = Erotus 
Cram. ^^. 

p. 567. Chaeroc. Eras Bdv. ist mir unbekannt, aber von 
Boii*d. selbst als Ait eingezogen und nur noch als var. von Erotus 
betrachtet worden. 

p. 567. Darapsa Rhodocera Wlk. Das Oenus Dampsa 
Wlk., ein Magazin der heterogensten Elemente, hat Hr. Butler 
glücklicher Weise nur auf diese eine Species beschränkt. Ich 
glaube, sie hätte recht gut unter Chaerocampa gebracht werden 
können, wodurch Darapsa ganz beseitigt worden wäre. 

p. 568. Deilephila Linea ta Fabr. Ein Schmetterl., wel- 
cher der Beschreibung, die Fabricius von Lineata giebt, genau 
entspricht, existirt nicht. Er hat 2 verschiedene, doch sehr 
ähnliche Arten als eine betrachtet. Ich wUrde vorschlagen, 
den Namen Lineata ganz fallen zu lassen und die europäische 
Art: Koechliui Fucssly (1781) und die amerikanische Daucus 
Cram. (1779) zu nennen. Bis jetzt war es auf dem Continente 
Europas wohl allgemein üblich, die europäische Art als Lineata 
und die amerikanische als Daucus zu bezeichnen. Die trans- 
atlantischen Autoren, nennen aber den letzteren Lineata Fabr. 
Butler steht natürlich auf der Seite seines Freundes Grote. 
Warum aber der Name Livornica Esp. (1785) und nicht der 
älteste Koechlini Füssly (1781) für die europäische Art ge- 
wählt wurde, hat Hr. Butler nicht angegeben. Vielleicht ist 
er auch darin seinem Freunde Grote gefolgt. 

p. 568. Deilephila Spinifascia Butl. ist gleich D. Eu- 
phorbia rum Bdv. Der letztere Name hat aber zu grosse Aehn- 
lichkeit mit D. Euphorbiae Linn6, weshalb er von Boisduval 
selbst eingezogen und durch Celeno ersetzt wurde. ^^Der But- 

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58 

lei-'öche Name Spinifasria ist älter als Celeno Bdv. und mnse 
aufrecht erhallen werden. 

|>. 569. Deileph. Chamaenerii Harris und Deileph. inter- 
media Kirbj sind = D. Galii Fabr. 

p. 570. Deileph. Mauritanica Stdgr. aus Nord-Afrika ist 
eine gewöhnliehe D. Euphorbiae Linn6, die auch in iiiesiger 
Gegend aasserordenth'ch variabel ist. 

p. 570. Deileph. Euphorbiae Linnd. Die Angabe der 
Varietät Paralias Stdgr. fehlt. 

p. 570. Deileph. Lathyrus Wlk. Sollte es nicht eine 
blosse klimatische Varietät von D. Nicaea sein? 

p. 571. Deileph. £sulae Bdv. wird jetzt allgemein i\\r 
eine^ auf Betrug fabricirte Species gehalten. 

Deileph. Phileuphorbiae Mtitzel fehlt. Es ibt wahrschein- 
lich ein Hybride von D. Euphorbiae und D. öalii, den ich 
auch einmal vor mehreren Jahren gezogen habe. Die Raupe 
gUch der von Euphorbiae, war aber bedeutend dunkler im 
Colorit. 

p. 574. Philampelus Vitis. Hr. Butler hat den Unsinn 
GroteX dem eigentlichen Phil. Vitis Linn^ einen neuen Namen 
Linnei zu geben, adoptii-t und behauptet dabei noch, die Merian- 
sche Figur, worauf sich Linne bezieht, verglichen zu haben und 
dadurch zu der Ueberzeugung gelangt zu sein, dass August us 
KatcIifTGrote mit vollem Rechte dem fasciatus Sulzer den Namen 
Vitis Lin. zurückgegeben hätt^. Verschiedene andere Lepi- 
dopterologen, worunter Boisduval, Weymer und Schreiber dieses 
auch gehören, haben die Merianische Figur auch verglichen 
und gefunden, dass sie mit der Beschreibung Linn^ von Vitis, 
wonach nur der Innen r and der üntei-fl. roth ist und die 
Oberfl. in der Mitte zwei kleine Flecken haben, genau über- 
einstimmt. Der Name Vitis darf daher nicht auf fasciatus 
Sulzer, der auch den Aussenrand der ünt^rtl. roth und in 
der Mitte der Vorderfl. nur ein Fleckchen hat, Abertragen 
werden, sondern muss der Art, die Merian darstellt und die 
Gram, auf tab. 268 flg. E abbildet, verbleiben. Das ist der 
wahre Vitis Lin. Die Schöpfung Grote's, obgleich sie von 
seinem Freunde Butler als begründet anerkannt wird, beruht 
vielleieht auf mangelhafter Kenntniss der lateinischen Sprache, 
deren sich Linn6 in allen seinen Werken bedient hat. Drury, 
den Butler nicht citirt, ist der erst« gewesen, der den wahren 
Vitis Gram, verkannt hat und diesen Namen auf eine demselben 
sehr nahe stehende Species, den fasciatus Sulzer, übertrug. 
Er hat den Wirrwar hervorgerufen, der schliesslich auch das 
Gehirn des viri illustrissimi Grote verwint hat und ihn nicht 

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59 

eher ruhig schlafen liess, bis er sich durch die Schöpfung eines 
Philampehis Linnei ein Lorbeerreis in sein Haar geHochten 
hatte. Hr. G. Weymer hat seiner Zeit ausführlich und auf's 
klarste in dieser Zeitung nachgewiesen, dass der Name Linnei 
Grote nicht die mindeste Berechtigung hat. Ich kann dem 
Hrn. Butler diesen Artikel zur Coirectur seiner irngen Ansicht 
nicht dringend genug empfehlen. Ich bemerke ihm noch dabei, 
dass derselbe bereits bei einem andern Lepidopterologen Deutsch- 
lands, der auch der Meinung Grote's war, so gewirkt hat, 
dass er seinen Irrthum eingesehen. 

p. 576. Philampelus Lycaon Cram. und Phil. Satellitia 
Lin. sind ein und dieselbe Species. Sie ist sehr variabel, aber 
diese Verschiedenheiten schwimmen so in einander, dass eine 
Trennung ganz unstatthaft ist. Man wUrde bei einer solchen, 
wenn sie minutiös durchgeführt würde, wahrscheinlich so viele 
Arten bekommen, als gerade Individuen vorliegen. Das Citat 
Phil. Satellitia Harris gehört zu Pandorus Hübu. Ob dieser 
Pandorus HUbn. nicht in der That eine nordische Varietät von 
Satellitia Lin. ist, wie Harris glaubt, dürfte vor der Hand noch 
wohl nicht mit Bestimmtheit zu entscheiden sein. 

p. 577. Philampelus Anchemoius Cram. Burmeister be- 
trachtet denselben als eine Satellitia Linne. Sollte er Recht 
haben? S^ 

p. 577. Philampelus Helops Wlk. = Phil. Orieutalis 
Feld, gehört offenbar nicht zum Genus Phikimpelus. £s ist 
eher eine Chaerocarapa- resp. Daphnis-Art. 

p. 577. Philampelus Megaera Linn^ ist zufolge Boisduval 
= LÄcordairei Bdv. Zum Genus Philampelus, wozu sie Wal- 
ker und Butler steilen, gehört diese afrikanische Species 
unstreitig nicht. Guen^e bildet daftlr ein besonderes Genus 
Cblorina und Boisduval thut dasselbe, nennt es aber Euchloron. 

Nach Butler sollte man vermuthen, dass die Section Ar- 
geus Hübn. mit Chlorina Gn. identisch sei. Das ist aber nicht 
der Fall. Nur für Megaera wendet Guen^e den Genus-Namen 
Chlorina an. Das Genus Philampelus hat keinen Vertreter in 
der alten Welt, es beschränkt sich auf Amerika. Von den 
Raupen dieses G^nus kenne ich aus der Abbildung nur die von 
Ph. labruscae Lin. und fasciatus Sulzer. Erstere steht der 
Ch. Elpenor-Raupe nahe, letztere nähert sich mehr den Dei- 
lephila- Raupen. Hiernach könnte das Genus füglich in 2 
Genera verfallen. 

p. 578. Pachylia undatifuscia Butl. ist nichts weiter als 
eine ganz gewöhnliche P. Heus. Die Querliuien auf den Vdfln. 
sind ^Id mehr, bald weniger deutlich, mitunter ganz verloschen. 

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60 

Daraus dürfen aber keine beponderen Arten fabricirt werden. 
Man betrachte z. B. iiusern Sph. Pinastri Lin., dessen Oberfl. 
auch verschiedenartig vorkommen. Ks wird aber Niemanden 
einfallen, hieraus besondere Öpecies zu machen. Strecker hat 
es einmal versucht, ist aber bald von seinem MissgrilT zurück- 
gekommen. 

p. 578. Paehylia Syces Hübn. Amerikanische Raupen- 
Züchter haben mir versichert, dass dieser Schmetterl. aus der- 
selben Raupe komme, woraus F. ficus hervorgehe, und daher 
keine besondere Species, sondern nur eine Varietät sei. Ob- 
gleich es nicht wahrscheinlich klingt, so könnte es doch mög- 
lich sein. Schon Cmmer betrachtete diesen Schmetterl. nur 
als Varietät von ficus. Ein gleiches thaten später M^netries 
und Boisduval. Die genannten müssen doch vermuthlich Crründe 
für ihre Ansicht gehabt haben. Etwas Aehnliches kommt in 
Deutschland bei Zjgaena Peucedani vor, deren ganz ab- 
weichende Varie(Äten auch früher für besondere Arten ange- 
sehen wurden. 

p. 579. Ambulyx Eurycles Herr.-Sch, ist, wie Butl, 
richtig bemerkt, der A. Strigilis sehr nahe stehend, aber findet 
sich bei näherer Betrachtung doch wesentlich verschieden. Es 
scheint mir, als ob die von Butl. beschriebene Varietät von 
Strigilis, Amb. rubripennis Butl. mit Eurycles Herr.-Sch. iden- 
tisch sei. 

p. 582. Smerinthinae. In dieser neu errichteten Familie 
hat die Gattungsfabrik der Hrn. Grote und Butler recht con 
amore gewirthschaftet. Da hat der Eine den Andern noch 
überboten. Da kommen Zerfetzungen und Zusammenstellungen 
vor, die man kaum fiir möglich halten sollte. Wenn die vor 
einigen Jahren entschlafenen Entomologen der Gruft entstiegen 
und sähen ein solches Gebahren, sie würden vor Entsetzen sich 
wieder schnell in ihre stille Klause zurückzuziehen. Gleich im 
Anfange begrüsst uns das Genus novnm: Metamimas Butl. für 
Australasiae Don. und Amboinicus Feld. Zwei Species, die 
nur im Schnitt der Vorderfl. einige Aehnlichkeit haben, sonst 
aber im ganzen Habitus völlig verschieden sind. 

p. 583. Mimas Tiliae Lin. Die Varietät Ulmi ist aus- 
gelassen. 

p. 584. Polyptychus Timesius Stoll ist ein grosses ^ von 
dentatus Cram. und hat auf Art-Rechte keinen Anspruch. Kirby, 
in seinem Verzeichnisse der Schmetterl. des Dubliner Museums, 
hält Timesius Stoll für Modestus Fabr., doch mit Unrecht. Letz- 
terer ist eine besondere Art, die dem Dentatus Cram. resp. Ti- 
mesius Stoll zwar sehr nahe steht, aber sich hauptsächlich 

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6t 

davon unterscheidet: 1) durch violeitgi'aue Grundfarbe, bei den- 
tatus ibt sie mehr aschfarbig, 2) durch die viel schrägere, 
mehr dem Aussenrande hin zuneigende Lage der dunklen 
Vorderflügel - Streifen und 3) am meisten durch das gänzliche 
Fehlen der zarten Binde, der den tatus seinen Namen verdankt. 
Hr. Kirby hat diesen Schmetterling gewiss übersehen, als er 
vor einigen Jahren meine Sphingiden jdurchsah. Er scheint 
sehr selten zu sein, da ihn die wenigsten Sammler kennen. 
Ich kaufte ihn 1864 von Achille DeyroUe in Paris, der ihn 
von Silhet empfangen hatte. 

p. 585. Lophostethus Demolinü Angas 1849. Butler wun- 
dert sich, dass Walker diesen Species-Namen nicht ebenso un- 
richtig schreibt, wie er und Angas. Bereits im Jahre 1830 
ist der Schmetterling in Cuvier's Regne Animal oder in La- 
treille's familles naturelles von Gu^rin oder Boisduval als Du- 
molinii, resp. Dumolin bekannt gemacht worden. 

p. 585. Langia zenzeroides Moore. Wenn der Schmet- 
terling meiner Sammlung, den mir Kirbv als Langia zeuzeroides 
Moore bestimmte, wirklich derjenige ist, den Butler hier auf- 
fuhrt, so gehört er eher wegen seines kurzen Hinterleibes mit 
haariger Quaste und den hakigen, aber sonst glattrandigen 
Vorderfl. in die Familie der Macroglossen , als in die der 
Smerinthen. Etwas Triptogonai tiges kann ich nicht an ihm er- 
blicken, wohl aber eine grosse Aehnlichkeit in Habitus und 
Zeichnung mit einigen braunen indischen Arten des Genus 
Daphnis, besonders mit D. Horstieldii. Mein Exemplar ver- 
daöke ich der Güte des Hrn. C. Felder in Wien, der es direct 
von Sikkim erhalten liatte. 

Entweder steht das Genus Langia Moore unrichtig unter 
den Smerinthen, oder die von Hrn. Kirby mir gemachte Be- 
stimmung ist irrig. 

p. 586. Genus Triptc^on Bremer. Dieser Genus -Name 
ist von Bremer selbst (Lepidopt. Ost -Sibiriens 1864) als un- 
statthaft zu den Todten gebettet worden. Butler hat ihn wieder 
zu neuem Leben erweckt. Da sag einmal Einer, dass heutiges 
Tags keine Wunder mehr geschehen! 

p, 587. Butler behauptet, dass Boisduval selbst den 
Namen Sm. Dyras geschrieben hätte. Das halte ich umsomehr 
für wahr, da Boisduval auch vor vielen Jahren unter einen 
von mir gemalten Schmetterling den Namen Dyras eigen- 
händig in meiner Gegenwart mit der Bleifeder gesetzt hat. 
Dass er Dryas hat schreiben wollen, ist sehr wahrscheinlich, 
und ich glaube gern, dass der Dyras seiner Geburt einem 
Schieibfehlor verdünkt. Er i.st nun einmal da, hat seine Reisen 

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62 

nach allen Himmels -Gegenden gemacht und wird sich nicht 
mehr Verstössen lassen. 

p. 588. Triptogon ? Pusillus Feld, habitat: Natal. In 
dem grossen Genus Smerinthu^ findet dieser Pjgmäe wohl in 
irgend einem Winkel ein Plätzchen, aber die Gemächer des 
Hrn. Butler werden ihn schwerlich beherbergen können. Da 
müsste noch ein kleiner Ausbau vorgenomnr»en werden. 

p. 589. Triptogon modesta Harris. Der Name kann 
nicht bleiben, weil schon ein Sm. modestus existirt, von dem 
vorher bereits gesprochen . worden ist. Wenn Sm. Princeps 
WIk., wie Hr. Butl. angiebt, wirklich mit modestus Harris 
identisch ist, so hat die Walker'sche Benennung Platz zu greifen. 
Der Name BoisduvaFs Populicola ist viel Jüngern Datums. 

p. 590. Cressonia Robinsonii Butl. und Cress. Pallens 
Strecker sind nur Abweichungen vom gewöhnlichen Typus Ju- 
glandis. Solehe Differenzen, wie die angegebenen, kommen auch 
bei unserm Sm. populi Lin. vor, ohne dass es Jemand ein- 
filllt, daraus besondere Art^n zu machen. Diese Species ist 
in meiner Sammlung in vielen Abweichungen vertraten, wo- 
runter eine ist, die fast gar keine Zeichnung hat und deren 
Farbe ein helles grünliches Grau ist. Das Rotli an der Wurzel 
der Unterfl. ist auch beinahe ganz verloschen. Sie könnte 
auch als eine Pallens betrachtet werden. 

p. 590. Paonias excaecatus Smith und Abbot. Butler 
und viele andere Lepidopterologen betrachten P. pavonina Hübn. 
Zutr. als synonym mit excaecatus, obgleich die von Hübner 
resp. Geyer gelieferte Darstellung etwas abweichend von let«- 
term ist. Boisduval trennt Pavonina von Excaecatus, stellt 
sie als 2 verschiedene Arten hin und behauptet, von jeder 
Art Exemplare zu besitzen. Wer hat denn da wohl Recht? 
Clemens vereinigt beide und man sollte sagen, die Amerikaner 
mUssten es am besten wissen. 

p. 597. Genus Caequosa WIk. 1856. Der älteste Name 
fUr dieses Genus ist Brachyglossa Bdv. Sp. gen. 1836. Wenn 
derselbe nicht schon vor dieser Zeit anderweitig vergeben sein 
sollte, was ich nicht weiss, so muss Caequosa WIk. fallen. 

Butler hat bei Triangularis Don. die Figur Boisduval's in 
den Sp. gen. nicht citirt, und sich auch nicht über das Genus 
Brachyglossa geäussert, ebensowenig Walker, als er seine 
Caequosa aufstellte. 

p. 597. Acherontia Medusa Butl. Ich halte diese neu auf- 
gestellte Art nur für eine unbedeutende Abweichung von A. 
Styx Westw. oder Atropos Linn6. Bei der Zucht der letztern 
Art kommen ähnliche Unterschiede, wie die von Butler ange- 

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63 

gebeDea, vor^ die aber keineswegs zur Aufstellung neuer Arten 
berechtigen. Was die Raupe anbelangt, so seheint Herr Butl. 
nicht zu wissen, dass unsere Todtenkopf- Larve sehr variirt, 
doc^h mehr im Süden, als im Norden Euro|)a8, und da^^s Exemplare 
vorkommen, die ganz braun marmorirt sind. Dasselbe wird 
in Asien vielleicht noch im erhöhten Grade der Fall sein. Die 
Raupe giebt in vielen Fällen gar keinen Ausschlag in BetrefT 
der Art und kann nicht immer als Stützpunkt für die Creirung 
einer neuen Species dienen. 

p. 599. Amphonyx Duponehel Poey. Nach den in der 
Entomologie allgemein adoptirten Grundsätzen musste der Name 
Duponehel latinisirt und in Duponcheli oder Duponchelii um- 
geändert werden. Boisduval hat es gethan, Butl. nicht. Es 
giebt allerdings keine Macht der Erde, die ihn zwingen kann, 
das zu thuD, was allgemein für Ordnung gehalten wird. 

p. 599. Amphonyx Medor Ci-am. ist nur ein Synonymum 
zu Antaeus Drury. Der geringe Farben -Unterschied zwischen 
einzelnen Individuen bedingt noch keine besondere Art. 

. p. 599. Amphonyx Hydaspus Cram. geliört auch zu An- 
taeus Drury. Die weissen Flecken am Hinterleib, die most 
distinctive sein sollen, sind von keinem besondern Belang, 
wenn man berücksichtigt, dass unser Sph. ligustri auch bis- 
weilen mit weissen, statt rothön Hinterleibs -Flecken erscheint 
und dabei auf den Unterün. statt rothe, weissliche Binden hat 
und fast das Ansehen eines Sph. drupifei-arum darbietet. 

p. 600. Anceryx Alope Drury. So lange kein Schmet- 
terling wieder aufgefunden wird, der genau der Figur Drury 's 
entspricht, so lange halte ich Alope Drury fUr ein schlechtes 
Bild von Alope Cram. und adoptire für diesen nicht den Namen 
fasciata Swains. Vor dem Urtheil des Hrn. Swainson in lepi- 
dopterolc^isehen Angelegenheiten habe ich keine besondere 
Achtung, und es wird Niemand sie haben, der seine Abhand- 
lung über Urania Ripheus Drury gelesen hat. 

p. 602. Isognathus Scyron Cram. Alle Stücke, die ich 
unter diesem Namen erhielt, stimmten im männlichen Geschlecht 
mit der Figur Boisduvafs von Anceryx Pedilanthi B. überein, 
im weiblichen Geschlecht mehr mit dem Cramer'schen Bilde, 
aber nicht genau. Alle hatten die hellen Strichelchen am Innen- 
winkel der UnterH., die der Figur Cramer's gänzlich fehlen. 
Ich sollte beinalie vermuthen, dass die Cramer'sche Darstellung 
fehlerhaft sei, umsomehr, weil dem Britischen Museum, das 
»o ungemein reich ist, auch der Scyron Ciam. fehlt. Boisduval 
behauptet zwar in seinem Sp. gen., ihn zu besitzen, »ber sollte 
das nicht auf Irrthum beruhen? 

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04 

p. 602. Genus Cautethia Grote. Wenn der Name Oeno- 
-^ Sandra von Newman nocli nicht in der Lepidoptevologie ange- 
wendet ist, so würde ich den von Walker: Oenosanda^ als 
den ältesten beibehalteSr Uebrigens ist die Stellung dieses 
kleinen Genus zwischen isognnthus Feld, und Dilophonota Burm. 
eine sehr unnatürliche. 

p. 603. Dilophonota Piperis Schaufuss. Wenn diese 
Schaufuss'sche Piperis = der D. Piperis Bdv. ist, so steht sie 
der Obscura Fabr. viel näher als der D. EIlo Liane. 

p. 603. Dilophonota Omphaleae Bdv. ist = D. Meria- 
nae Grote. 

p. 603. Dilophonota Oenotrus Gram. Die als synonym 
dazu gezogene Melancholica Grote halle ich auch für Oenolms 
Ci-am. (J. 

p. 604. Dilophonota obscura Fabr. und Diloph. Rhaebns 
Bdv. gehören nicht zusammen. Es sind 2 verschiedene, doch 
nahe stehende Arten, von denen ich von jeder (J u. $ besitze. 

p. 604. Dilophonota Guttumlis (sie!). Bei Walker, der 
die Art zuerst bekannt machte, heisst der Sclimetterl. Gnt- 
tu Iuris. Wahrscheinlich hat Hr. Butler auch das letztere 
Wort schreiben wollen und es ist ihm ergangen, wie Freund 
Boisduval mit Dyras und Dryas. Doch wird es ohne Folgen 
bleiben. * 

p. 606. Protoparce fulvinotat^ Butl. und Protop. Mauntii 
Butl. kann ich beide uur als Abweichungen von dem Typus 
des Sph. Solani Bdv. betrachten. Die Art variirt vielfach, 
gerade so wie P. rustica Fabr. 

p. 609. Protoparce Griseata Butl. ist nur eine südliehe 
Form von S. Carolina L. 

p. 609. Protoparce Distans Bull., Protop. Orienhilis Moore 
und Protop. Pseudoconvolvuli Sehauf. Besondere Speeies bild<Mi 
die genannten Schmetterlinge sicher nicht. Es sind nur allein 
in der Grösse vom europäischen Typus abweichende Convolvnli 
L. Der von Hrn. Butler angegebene Farben -Unterschied ist 
belanglos, da er sich auch bei den in Euro|^)a gefangenen Win- 
digen findet. Ich selbst habe Männer und Weiber gefangen, die 
fast ganz schwarz waren, andere dagegen mit einem sehr hellen 
Colorit, ja sogar ein Weib mit schmutzig weissen Unterflügeln 
und kaum angedeuteten dunklen Binden. Ebenso wenig be- 
rechtigt die Verschiedenheit der Raupe bei Convoivuli, so wie 
bei Atropos, zur Aufstellung besonderer Arten. Jeder erfah- 
rene Sammler weiss, dass die in Deulschland gefundenen C'on- 
volvuli- Kaupen sehr variiren, dass helle, dunkle, cjest reifte, 
gefleckte und marmorirte vorkommen. In heissen Gegenden 

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65 

wird dieses Yariiren wahrscheinHch . noch in grösserem Mass- 
stabe der Fall sein. Die Raupe kann also in diesem Falle 
gar keinen Ausschlag in Betreff der Aufstellung einer besondern 
Art liefern, ebenso wenig die Futterpflanze. In hiesiger Ge- 
gend findet man die Atropos - Raupe z. B. fast stets auf Kar- 
toffeln, bei Triest fand ich sie auf Olivenbäumen. 

p. 610. Genus Pseudosphinx Burm. Dieses ßenus wurde 
von Burmeister für Sphinx Tetrio Lin. errichtet. Butler hat 
es zu einer Zusammenstellung ganz heterogener Elemente ge- 
macht. Man vergleiche nur Pseudosph. Tetrio aus SOdame^ka 
und Westindien mit Pseudosph. Cyrtolophia Butl. aus Madras. 

p. 610. Pseudosphinx obscura Butl. Da P. Tetrio ausser- 
ordentlich abändert, so bezweifle ich vorläufig noch das Art- 
recht der neu aufgestellten P. obscura. 

p. 612. Genus Euryglottis Bdv. Das Citat: Spec. g6n. 
p. 14 1875 ist nicht richtig. Ich finde die Art in dem an- 
gegebenen Werke von 1874 auf p. 68 aufgeführt. Auffallend 
erscheint es, dass Hr. Butler die doch der Beachtung werthe 
Arbeit Boicduvafs nicht öfter citirt. Dass er sie bei Ab- 
fassung seiner Revision gehabt hat, scheint obiges, wenn auch 
unrichtiges Citat zu beweisen. - 

p. 612. Diludia Brontes Drurj. Ein der Figur des Brontes 
Drury genau entsprechender Schmetterl. ist bis jetzt noch nicht 
aufgefunden worden. Dies giebt Butler selbst zu. Am Ende 
hat Bdv. noch Recht, wenn er behauptet, dass der Drury^sche 
Brontes eine fehlerhafte Abbildung eines Schmetterlings sei, 
den Walker später Daremma undulosa genannt hat. 

p. 613. Diludia Brevimargo Butl. In der Abbildung, 
die Butler später in den Typen des Brit. Museums 1877 ge- 
geben hat, kann ich nur eine geringe Abweichung von Florestan 
Gram, erblicken. 

p. 618. Sphinx Lugens Wlk. Hierzu zieht Butler Sphinx 
Andromedae Bdv. und sagt, dass er diesen Schmetterl. für 
ganz verschieden von Lugens Wlk. halt«. Warum vereinigt 
er sie denn zu einer Art? Ich halte sie auch ftir verschieden, 
de^leichen thut Boisduval, der sie nicht einmal neben einander 
stellt, sondern Sph. justiciae dazwischen schiebt. 

p. 619. Sphinx Anteros M^n^tri^ ist mit Sph. justiciae^ 
Wlk. identisch. 

p. 621. Lintueria ? Perelegans H. Edwards. Die Aehn- 
lichkeit, welche diese Art mit Sph. Eremitus Hübn. haben soll, 
ist gering, was sich auf den ersten Blick zeigt. Sie steht dem 
Chersis UUbn. viel näher und am nächsten dem nördlich ge- 

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66 

fundenen 8ph. drupiferarnm , von dem sie nur durch ganz 
genaue Vergleichung zu unterscheiden ist. 

p. 621. Cemtomia Hageni Grote. Da die Raupe keine 
Keqara hat, so ist die Stellung unter Ceratomia unrichtig. 
Der Schwärmer wird zu Daremma gehören. 

p. 622. Nephele Aenopion (sie!). Alle anderen Autoren 
schreiben: Qenopion. 

p. 622. Nephele Densoi Keferstein. Ich halte ihn für 
identisch mit Nephele Ranzani Bertoloni. 

, p. 622. Nephele Rosae Butl. Die Zeichnung dieser 
Rosae stimmt mit dem einen meiner 3 Stücke von Oenopion 
überein. Nur allein die Farbe variirt. Meine Exemplare sind 
braun, stellenweise mit einer Idee von grünlichem Anfluge. Das 
veranlasst mich, die Artrechte der N. Rosae in Zweifel zu ziehen. 

p. 622. Nephele Eadeni Schaufuss soll zufolge einer mir 
gemachten Mittheilung = Oryba Robusta Wlk. sein, die auch 
braun statt olivengrün vorkommt. 

p. 623. Neph. Malgassica Feld, ist nicht = Densoi Keferst. 

p. 625. Genus Calymnia Wlk. Butler hat nicht gewussl, 
wohin er dieses Genus bringen sollte. Es ist bei ihm incertae 
sedis. Die chagrinartige, dgm Sm. populi ähnliche Raupe, 
die Horsfield und Moore abbilden, Bowie der ganze Habitus 
des vollkommenen Insects weisen ihm seine Stelle in der Fa- 
milie der Smerinthinen an. Ebenso gehören die Ambulycinen, 
die Butler als eigene Familie aufltlhrt, zu den Smerinthen. 
Die granulirte, den europäischen Smerinthus- Arten ähnliche 
Raupe, sowie der Habitus der Imago nöthigen dazu, das Genus 
Ambulyx unter die Smerinthinen zu bringen. 

p. 625. Genus Ellema Clemens, auch incertae sedis. 
Mir erscheint dieses ganze Genus überflüssig; die darin ent- 
haltenen Species stehen, so weit ich sie kenne, cfem Sph. 
Pinastri oder plebeja ziemlich nahe und können recht gut in 
deren Nachtmrschaft eingepfercht werden. 

p. 626. Genus Lapara Wlk., auch incertae sedis, ist 
mir unbekannt, aber nach der Abbildung, die Strecker von 
L. bombycoides publicirt hat, ist zwischen dieser und der 
Ellema coniferarum Harris kein bedeutender Unterschied, und sie 
.würde neben dieser Art gewiss an der Hchtigen Stelle stehen. 
' p. 627. Genus Himantodes n. g., abermals incertae sedis. 

Wenn Hrn. Butler kein anderes Exemplar vorgelegen hat als 
das, welches Walker als Perigonia undata in seinem Cataioge 
aufrührt, so kann sein Genus novum Himantodes nur auf 
schwachen Füssen stehen. Die P. undata Wlk. hatte weder 
Hinterflügel noch Hinterleib. Auf ein solches det'ectes Stück 
£\ii neues Genus gründen, kann nur die Gattungsmacherei. 



67 

p. 627. Genus Clanis Hubn., wiederum incertae sedis. 
Claois Achemenides Gram. Boisduval stellt die Art unter 
Pachjlia ond Burmeister neben P. ficus mit dem Bemerken, 
das8 sie wahrscheinlich ein durch Pilze entstellter ficus sei. 
Ich kenne den Schmetterl. nur aus der Abbildung Gramer's und 
demnach seheint er mir in das Genus Oryta WJk. zu gehören. 

p. 628. Butler lässt nunmehr, nachdem er vorher noch 
ein Paar dubiose Sphingiden aufgeführt hat, die mir in der 
Natur unbekannt sind, einen Appendix derjenigen Arten folgen, 
die Boisduval als neu oder vermeintlich neu beschrieben hat, 
nnd versucht, sie seinem Systeme einzureihen. 

Ich will diejenigen Species, die mir bekannt sind, und wo- 
rOber ich Butler's Ansicht nicht theile, nachstehend auffahren. 

p. 628. Brachyglossa Banksiae Bdv. ist nach Walker 's 
Catalog Bd. VIII p. 257 das § von Australasiae. Da ich von 
Australasiae nur einen /^ und von Banksiae bloss ein $ besitze, 
so kann ich nicht beurtheilen, ob Walker oder Boisduval 
Recht hat 

p. 629. Genus Meganoton Bdv. ist nicht gleich Genus 
Pseudo&phinx Burmeister, wohl aber pro parte Pseudosphinx 
Butlen Das Genus Pseudosphinx Burm. ist = Macrosila Bdv. 
(nee Walker). 

p. 629. Smerinthus Meander Bdv. soll zunächst Sm. 
amboinicus Feld, stehen, womit er jedoch nicht die mindeste 
Aehnlichkeit hat. 

p. 629. Amphonyx Walkeri Bdv. Ist unter allen Am- 
pbonyx- Arten dem Cluentius am wenigsten ähnlich. Es ist 
ein ÜXr sich dastehender Typus, der in Betreff der Flügel etwas 
Aehnlichkeit mit A. Rivularis Butl. hat, durch seinen flecken- 
losen mit .Längsetreifen versehenen Hinterleib aber wesentlich 
abweicht. * 

p. 629. Sphinx Petuniae Herr. -Seh. ist von Sp. Lucetius 
kaum zu unterscheiden und wird diesem wohl am nächsten stehen. 

p. 629. Sphinx Nicotiana Bdv. ist keine Varietät von 
Sph. Carolina, von welcher der Schmetterl. in Farbe und 
Zeichnung abweicht. 

p. 629. Sphinx tabaci Bdv. = Eurylochus Philippi. 

p. 629. Sphinx capsici Bdv. Dem Sph. Pellenia noch 
selir ferrf, abö* nahe dem Hamilcar Bdv.; auch einige Aehn- 
lichkeit mit Hannibal Gram, ist vorhanden. 

p. 629. Sphinx Canadensis Bdv. fast wie ein kleiner 
Sph. Chersis und gleich dem Plota Strecker. 

p. 629. Anceryx Papayae Bdv. nahe der A. Pedilanthi 
Bdv. und nicht der Amazonica Butl. 

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68 

p. 630. Anceryx Pelops Bdv., der A. papajae nahe 
Btehend, 

p. 630. Madorjx Lyncus Bdv. nahe dem Madorjx Bu- 
bastus, den Bdv. irrthümlicher Weise unter Zonilia aufführt. 

p. 630. Madoryx Deborrei Bdv. ist nach der Beschrei- 
bung dem M. Pluto sehr nahe stehend, ich glaube beinahe, 
identisch damit. 

p. 630. Ambulyx Palmeri Bdv. ist nach meinem Dafür- 
halten nicht bloss nahe, sondern gleich Marginata Butl. 

p. 630. Ambulyx Lycidas Bdv. gehört nicht zur Strigilis- 
Gruppe. Seine Flügelform, ohne bogenförmigen Einschnitt am 
Aussenrande unter der Spitze der YorderflUgel, die kürzer und 
breiter als bei Strigilis siod, bringen ihn in die Nähe der 
ostindischen Ambulyx -Arten. 

p. 630. Philampelus Capronnieri Bdv. steht dem P. Phor- 
bas Cram. nahe, dem Phil. Satellitia und der zum Genus Chlo- 
rina gehöngen Megaera Lin. noch sehr fern. 

p. 631. Chaerocampa Hesperus Bdv. = Daphnis flors- 
fieldii Butl. 

p. 631. Chaerocampa Tyndarus Bdv. hat nicht die min- 
deste Aehnlichkeit mit Amadis Cram. Einen nahen Verwandten 
dieser Ait kenne ich nicht. 

p. 631. Chaerocampa Aleides Bdv. ist dem Anubus Cram. 
nahe, aber nicht identisch damit. Butler scheint den wahren 
Anubus Cram. nicht zu kennen. 

p. 631. Chaerocampa Epaphus Bdv. nicht nahe dem 
Chiron, wohl aber dem Amadis Cram., wofür ich ihn im Ber- 
hner Museum bestimmt gefunden habe. 

p. 631. Chaerocampa Druryi Bdv. &= einem braunen 
Nechus Cram. (Es scheint, als wenif diese Art wie unser Sm. 
tiliae grün und braun vorkäme). 

p. 631. Chaerocampa Isaon Bdv., nicht dem Crotonis, 
wohl aber dem Neoptolemus etwas nahe. 

p. 632. Chaerocampa Maculator Bdv. noch sehr fern von 
Amadis Cram., nahe dem Isaon und vielleicht identisch mit 
Ch. Moeschleri Erschoff. 

p. 632. Chaerocampa Aglaor Bdv. am nächsten dem 
Neoptolemus Cram., wovon ihn hauptsächlich die Binde auf den 
Hinterflügeln unterscheidet. 

p. 632. Epistor Luctuosus Bdv. ist entweder eine be- 
sondere Species oder das $ von E. Lugubris, wofür ich ihn 
erhielt. Letzteres ist nicht unwahrscheinlich, da ich von Lu- 
gubris nur Männer und von Luctuosus nur Weiber sah. 

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69 

p. 632. ADgonjx Emilia Bdv., nur wenig von Panacra 
Blia BuU. verschieden. 

p. 633. Perigonia Cofleae WIk. und Coffeae Bdv. halte 
ich nicht für verschieden. Mir scheint, als ob Walker das $ 
beschrieben und Boisduval den $ abgebildet hätte. 

p. 633. Perigonia Nephus Bdv. = P. continua Wlk. 
Die Yergleichungen , die Butler bei dem Genus Macroglossa 
macht, kann ich nicht untersuchen, weil es mir an hinläng- 
lichem Material gebricht und ich auch an der richtigen Be- 
stimmung der Arten, welche ich besitze, Zweifel hege. Die 
Speeies dieses Genus stehen sich häufig so nahe, dass es nicht 
möglich ist, aus der Beschreibung volle Gewissheit zu erlangen. 
Da können nur naturgetreue Bilder helfen und daran fehlt es 
mir. AufiTallend ist es indessen, dass M. Zona, Pjrrhula, Tio- 
glodyta und Opis Bdv. alle gleich Belis Gram, sein sollen, da 
Boisduval doch nicht im Rufe eines Species-Fabrikanten steht, 
wie viele unserer heutigen Lepidopterologen , deren Wissen 
allein aus Büchern und Sammlungen geschöpft ist. Ist M. 
Belis Gram, eine so ungemein variable Speeies? 

p. 634. Macrogl. Aedon Bdv. = Blaini Herr. -Seh. 

p. 634. Macrpgl. Etolus Bdv. ist die südliche Form von 
Thvsbe. 

Von den von Hm. Butler noch am Schlüsse seiner Arbeit 
aufgeführten Speeies kenne ich nur sehr wenig. 

p. 634. Hemaris Aethra Strecker. Ich kann diesen 
Schmetterl. trotz der Lanze, die Freund Strecker für seine 
Artrechte bei mir eingeigt hat, nur für eine geringfügige 
Varietät von M. diffinis halten. 

p. 634. Hemaris fumosa Strecker ist = tenuis Grote, 
bevor sie gefielen hat. 

p. 636. Deidamia inscripta. Streckens Bild ist ganz 
correct, wie alle seine Bilder, und ich begreife nicht, wie 
Grote, der doch inscripta in grosser Menge besessen, von dem 
ieh selbst vor mehreren Jahren eine ziemliche Anzahl erhalten 
habe, diesen Schmetterl. für Japix Gram, hat halten können. 
Sollte der vir illustrissimus vielleicht mit der Farbenblindheit 
behaftet sein? 

p. 636. Proserpinus Juanita Strecker kenne ich nur aus 
dem Bilde und darnach kann ich sie nur für eine geringe Ab- 
weichung von Gaurae halten. Sollten die Stücke in meiner 
Sammlung vielleicht nicht Gaurae, sondern Juanita sein? 

p. 637, Darapsa Versicolor Harris. Das soll nach Butler 

eine Elibia sein! Die Behauptung ist zu absurd, um sie durch 

, viele Worte zu widerlegen. Strecker, einer der ausgezeich- 

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70 

netsten amerikaniechen Lepidopterologen der Jetztzeit, hat Ver- 
sicolor ganz richtig in das Genus Darapsa Wlk. gebracht, das 
Butler allerdings und mit Recht auseinander gerissen hat. Nach 
dieser Trennung würde Versicolor in das Genus Otus = Everyx 
gehören, aber niemals zu den asiatischen Elibiae. 

p. 638. Chaerocampa Procne Clem. Ich sehe zu meinem 
Vergnügen, dass Hr. Butler meine Ansicht über diesen Schmet- 
terling theilt. 

p. 642. Sphinx Saniptri Strecker. Vom Autor selbst 
eingezc^en und für Sph. Pinastri erklärt. 

Aus vorstehenden Bemerkungen dürfte wohl hervorgehen, 
dass Hr. Butler auch nichts ganz Tadelloses geschaffen hat. 
Seine Arbeit ist übrigens mit grossem Fleisse gemacht und 
die derselben beigegebenen Tafeln mit Abbildungen von Raupen 
und Schmetterlingen, die sehr schön und wahrscheinlich auch 
naturgetreu sind, werden jedem Exoten-Sammler gewiss will- 
kommen sein. Hätte mir das dem Hrn. Butler vorgelegene 
Material zu Gebote gestanden, so würde ich die voi-stehenden 
Bemerkungen wahrscheinlich noch haben vermehren können, 
vielleicht hätte ich auch einige fallen lassen müssen, von denen 
ich eingesehen, dass sie auf Irrthum beruhten. Ich habe nur 
meine gesammelten Erfahrungen und meine Sammlung benutzen 
können, die an Reichhaltigkeit der des Britischen Museums 
weit nachsteht, obgleich sich dennoch mehrere Species darin 
vorfinden, die in London fehlen. Es ist zu bedauern, dass der 
in der Lepidopterologie so eifrige und thätige Hr. Butler in 
die Grote'sche Gattungs- und Species -Fabrication gerathen 
und einem Manne gefolgt ist, dem es weniger um die Wissen- 
schaft, als um die Befriedigung seiner Eitelkeit zu thun ist. 
Das beweist er deutlich dadurch, dass er jedem Species- 
Namen, möge er von Linn^, Fabricius etc. sein, sobald er ihn 
in ein von ihm neu geschaffenes Genus bringt, seinen Grote 
dahinter, gleichsam als Autor setzt, so dass es z. 6. keifle 
Cecropia Linn6 mehr giebt, sondern nur noch eine Callosamia 
Cecropia Grote. Das hat sich Linn^ sicher nicht träumen 
lassen, dass er nach hundert Jahren von einem ehemaligen 
Frucht- und Blumen -Makler antiquirt werden würde! Wie 
ich bereits früher andeutete, versteht Hr. Butler trotz seinem 
Fleisse und seiner Mühe nicht, Schlüsse aus dem Bekannten 
auf das Unbekannte zu ziehen. Das Unterscheiden ist ihm 
viel geläufiger als das Vereinigen, und wenn er letzteres thut, 
so macht er häufig Missgriffe. Wie wenig Hr. Butler das 
Combiniren versteht und wie flüchtig er oft. arbeitet, wjU ich 

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71 

noch nachträglich an zwei Beispiden aus elDem seiner neuesten 
Werke „Heterocera Japans 1878^ nachweisen. 

In dem genannten Werke bildet er tab. XXV. fig. 1 
eine angeblich neue Tropaea-Art unter dem Namen Onoma 
ab, die aber nichts anders ist, als Tropaea Artemis Brem. 
Nach ihm weicht seine Gnoma von Artemis ab 1) durch stär- 
keres Blaugrtln, 2) durch braune, statt weisse Adern, (weiss 
sind die Adern der Artemis nie, wohl aber bei frischen Exem- 
plaren von der Flügel-Farbe), 3) durch weisslichen Saum und 
4) durch schmälere, längere und mehr auseinanderstehende 
Schwänze. Dass alle diese Unterschiede nur individueller 
Natur sind und keine besondere Art begründen, wird Jeder 
zugeben müssen, der die verschiedenen Species, oder auch 
nur einen Theil des Genus Tropaea kennt. Hätte Hr. Butler 
odi eine Anzahl der allbekannten T. Luna Linn^ angesehen, 
80 würde er bei dieser ganz ähnliche Unterschiede entdeckt 
haben. Ich besitze in meiner Sammlung Tropaea Luna L. 1) 
in gelber, 2) in grüner, 3) in grün-blauer Farbe, 4) mit Adern, 
die sich von der Grundfarbe nicht unterscheiden, 5) mit sol- 
chen, die gelblich braun sind, wie die im Bilde der Gnoma, 
6) mit weisslichem Saum, 7) mit gelblichem Saum, 8) mit 
purpnrrothem Saum, 9) mit theils gelbem, theils rothem Saum, 
10) mit kurzen Schwänzen, 11) mit längern Schwänzen von 
gleicher Breite, 12) mit Schwänzen, die Anfangs schmal, nach 
dem Ende hin breit sind und bald mehr bald weniger aus- 
einander stehen, 13) mit Flügeln ohne die geringste Zeich- 
nung, ausser den Augenflecken, 14) mit Flügeln, die nahe 
dem Aussenrande eine dunkle, mehr oder weniger deutliche, 
bald fast gerade, bald zacken- oder wellenförmige Linie haben, 
15) mit isolirt stehendem Auge auf den Vorderfln., fast 
wie bei Selene Leach, 16) mit Augen auf diesen Flügeln, die 
durch einen nach aussen gebogenen Ast mit dem breiten 
Vorderrands-Saum zusammenhängen (der gewöhnliche Tvpus). 
Es ist bis jetzt, so viel mir bekannt, noch Niemandem, selbst 
nicht einmal dem gelehrten Hm. Grote, eingefallen, aus diesen 
individuellen Unterschieden der T. Luna Artrechte herleiten zu 
wollen und diverse Species daraus zu bilden. Die Erfahrung 
hat gelehrt, dass alle diese verschiedenen Abweichungen aus 
Eiern entstehen, die ein einziges Weib gelegt hat. Wenn nun 
bei der T. Artemis ähnliche Unterschiede vorkommen, so 
können diese logischerweise nicht anders, als wie bei der ihr 
nahestehenden T. Luna, als bloss individuelle angesehen werden, 
die zur Aufstellung einer besondern Art nicht die mindeste 
Berechtigung geben. Durch den Namen Gnoma hat Butler nur 

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72 

die Synonymie vermehrt, was eine seiner Lieblings -Arbeiten 
zu sein scheint. 

Auf der oben eitirten Tafel bildet Butler eine angeblich 
neue Caligula-Art: Caligula Jonasii ab, die aber nichts anders 
ist, als die längst bekannte Saturnia Boisduvalii Eversm. mit 
etwas röthlicher Färbung. Rothangeflogene Weiber kommen 
auch bisweilen bei Saturnia Pavonia L. (Carpini W. V.) vor. 

Zum Schlüsse sehe ich mich veranlasst, noch zu bemerken, 
dass es mir besser scheint, gar nichts zu publiciren, als et- 
was, das bei näherer Beleuchtung wie eine Seifenblase zerplatzt. 
Oberflächliche und unrichtige Arbeiten nützen der Lepidoptero- 
logie, wie überhaupt der Naturwissenschaft gar nichts, im 
Gegentheil, sie können nur schaden. 



Neue Haliplus, 

beschrieben von 
TR. üTelmelie in Harburg. 



1. Haliplus natalemis n. sp. 

Sub-ovalis, rufo-testaceus, prothorace toto punctato 
vitta media nigra, elytris striato-punctatis, interstitiis 
punctis parum minoribus, sutura maculisque nigris. 
Long. 3*/3 mm. 
H. maculipennis Schaum ähnlich, etwas gestreckter, der 
Rücken nicht abgeflacht, sondein gewölbt, dichter, aber schwä- 
cher punktirt, die Punkte der Zwischenräume, welche bei 
maculipennis fein sind und weitläuflg stehen, wenig kleiner 
und fast ebenso dicht, wie die der Punktstreifen. Die Flecken 
auf den Flügeldecken sind länglich. 

Länglich-oval, von rothgelber Farbe, Kopf weitläufig und 
fein punktirt, Halsschild dichter und stärker als der Kopf punk- 
tirt, namentlich am Hinten-ande, ein Längsstreifen breit, nach 
hinten schmäler und bis zum Hinterrande reichend schwarzbraun. 
Flügeldecken von der Breite des Halsschildes, in den 
Schultern erweitert, vor der Spitze abgeschrägt, ziemlieh stark 
punktirt -gestreift, die Punkte der Zwischenräume stehen fast 
ebenso dicht, sind aber ein wenig kleiner als die der Streifen. 
Die Naht, ein Theil der Basis, sowie einige Flecke, welche unter- 
brochene Längsstreifen bilden, schwarzbraun, ein Fleck vorne 
neben der Naht ist mit dieser durch einen Längsstreifen nach 

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73 

hinteD verbunden, wodurch eine gemeinschaftliche leierformige 
Makel auf der Mitte gebildet wird. Unterseite und Beine sind 
etwas dunkler geförbt. 

Von Natal; von Fetting erhalten. 

2. Haliplus syriacus n. sp. 

Ovalis, testaceo-fen-ugineus, prothoruce basi apice 
que punctato, elytris fusco-maculatis striato-punctatis, 
interstitiis punctis minimis i-aris impressis. Lg. 32/3 mm. 

Von der Form des H. fnlvus, auch ähnlich mit Längs- 
flecken gezeichnet, in der Punktirung mit H. guttatus ver- 
wandt, die Punkte an der Basis des Halsschildes sind aber 
feiner und bilden keine Furche. 

Oval, blass rothgelb, Kopf fein und weitläufig punktirt, 
die S^m glatt, Halsschild nach vorne verengt, vorn und hinten 
dicht und ziemlich stark in der Mitte einzeln punktirt; am 
Hinterrande befindet sich eine Reihe grösserer Punkte. 

Flügeldecken in den Schultern erweitert, stark punktirt- 
gestreift, die . Zwischenräume einzeln und fein punktirt, Naht, 
sowie sechs Längsfiecke auf der Mitte und hinter derselben 
dunkelbraun. 
Syrien. 

Diese Art ist möglicherweise der von Motschulsky be- 
schriebene H.' maeulatuG aus der Umgegend des Caspischen 
Meeres; ans der nichtssagenden Beschreibung kann nie ^ie ge- 
meinte Art erkannt werden. 

3. Haliplus abbreviatus n. sp. 

Breviter ovatus, fusco-testaceus, prothorace basi 
apiceque punctato, elytris nebulosis, profunde striato- 
punctatis. Long. 3 mm. 

H. variegatus am nächsten verwandt, kaum schmäler, 
aber um 1/3 kürzer, wodurch derselbe eine gedrungene Form 
bekommt. Halsschild vorne dichter punktirt und Zeichnungen 
der Flügeldecken sehr undeutlich, meistens ganz verwischt. 

Kurz eiförmig, rothgelb; Kopf ziemlich stark weitläufig 
punktirt; Halsschild am Vorderrande dicht und ziemlich stark, 
in der Mitte nur einzeln punktirt; am Hinterrande befindet 
sich eine Reihe meist grösserer Punkte. 

Flügeldecken in der Mitte etwas breiter als das Hals- 
schild, hinten algerundet, ziemlich stark gestreift -punktirt, 
Zwischenräume einzeln etwas feiner punktirt; ähnlich gezeich- 
net wie variegatus, doch sind die Flecke sehr undeutlich, zu- 
weilen ganz verschwunden. 

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74 

Unterseite stark punktirt, das letzte Afterglied glatt, nur 
die Spitze einzeln punktirt. 
Mesopotamien. 

4. HaJiplus havamerms n. sp. 

Breyiter ovatus, rufo-ferrugineus, prothoraee dense 

punetato, antice posticeque fusco, eljtris antice griseo- 

submaculatis, striato-punctatis, interstitHs punctis raris 

impressis. Long. 3 mm. 

Ein wenig kleiner als H. .robustus Sharp., viel feiner 

jmnktirt und dunkler von Farbe. 

Kurz eiförmig, rothbraun, Kopf fein und weitläufig punk- 
tirt j Halssehild am Vorder- und am Hinterrande bräunlich, auf 
der Mitte sparsam, sonst überall dicht punktirt, die Punkte ein 
wenig stärker als die des Kopfes. 

Flügeldecken hinter den Schultern verbreitert, nach hinten 
allmählich verengt, nidit sehr stark punktirt -gestreift. Die 
Zwischenräume mit einzelnen Punkten besetzt, einige unbe- 
stimmte Makeln an der Basis und auf der hintern Hälfte der 
Decken dunkler, wodurch vor der Spitze einige hellere Flecken 
gebildet werden. 
Cuba. 

5. Haliplus Sharpi n. sp. 

Ovalis, ferrugineus, nitidus, prothoraee basi apice- 
que punetato, elytris fortiter striato-punctatis, inter- 
stitiis punctis raris seriatis, sutura maculisque nigrift. 
Long. 31/4 mm. 
H. simplix sehr ähnlich , in den Schultern etwa^ breiter, 
dichter punktirt, namentlich das Halsschild auch anders ge- 
zeichnet. 

Eiförmig, rothgelb, Kopf fein punktirt, der Scheitel glatt. 
Halsschild auf der Mitte glatt, vorn und hinten stark punktirt, 
mit einer Reihe grösserer Punkte am Hinterrande. Flügel- 
decken in den Schultern etwas erweitert, stark punktirt-gestreifl, 
die Zwischenräume mit einer Reihe einzeln stehender, etwas 
feinerer Punkte besetzt. Die Naht, ein Fleck an der Basis, 
drei auf der Mitte ein Dreieck bildend, sowie 3 — 4 quer- 
stehende kleinere Flecke hinter der Mitte schwarz. Der Fleck 
auf der Mitte neben der Naht ist mit dieser durch eine schwarze 
Linie verbunden, wodurch eine gemeinschaftliche Makel gebil- 
det wird; auch der hintere Fleck neben der Naht ist meistens 
mit dieser verbunden. 

China; auch von Hiller in Japan gesammelt. 

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75 

6. Haliplus 6reüt« n. sp. 

Ovatu8, rufo-ferrugineo8, capite thoraceque antice 

infuscatis, prothorace antice posticeque punctato, basi 

utrinque impresso, elytris fortiter striato-punctatis, 

fusco-maculatis. Long. 2^/2 ^^• 

Ein wenig kürzer und breiter als H. japonicus Sharp, 

stärker punktiit, auch die Flügeldecken mit Makeln versehen, 

die bei japonicus fehlen. 

Kurz eiförmig, der Kopf rothbraun, fein und weitläufig 
puoktirt, die Stirn glatt; Halsschild am Hinterrande mit einem 
kurzen, tiefen Eindrucke, rothgelb, am Vorderrande bräunlich, 
vorn und hinten ziemlich dicht, die Mitte sehr einzeln punktirt. 
Flügeldecken hellgelb, stark punktirt-gestreift, Zwischen- 
räume fein und weitläufig punktirt, die Punkte der Streifen 
im Grunde schwarz, die Naht, eine gemeinschaftliche Makel 
auf der Mitte, eine kleinere hinter der Schulter, sowie drei 
hinter der Mitte vor der Spitze schwarz. 

Unterseite röthlich braun, Prosternum breit rinnen förmig, 
das letzte Bauchsegment überall fein punktirt, nur die äusserste 
Vorderkante glatt. 

China ^Kia-Eiang); von Sharp mitgetheilt. ^ 

7. Haliplus histriahts n. sp. 

Subovatus, ferrugineus, prothorace antice nigro, 
punctato, ad basin utrinque striola brevi, qiiae in ipsa 
elytra continuatur; elytris nigro-lineatis, striato-punc- 
ttttis. Long. 21/2 mm. 

Eine durch den eingegrabenen Strich auf jeder Flügeldecke 
am Anfange der fünften Punktreihe sehr ausgezeichnete Art. 

Von der Grösse und Form des H. fluviatilis, röthlichgelb, 
Kopf fein und dicht punktirt, Halsschild an der Basis jederseits 
mit einem kurzen, tiefen Striche, am Hinterrande der Quere 
nach eingedrückt, wodurch das Halsschild eine gewölbte Form 
bekommt, überall dicht und ziemlich stark punktirt, der Vorder- 
rand schwarz. 

Flügeldecken auf dem Rücken etwas abgeflacht, fein 
punktirt-gestreift; es beginnt die fünfte Punktreihe mit einem 
eingegrabenen Striche von einem Viertel der FlUgeldeckenlänge, 
die Punkte stehen auf schwarzen Linien, die an den Seiten 
unterbrochen sind. 

Die Unterseite hellgelb, Prosternum breit, hinten tief ge- 
rinnt. 

Adelaide. In der Sammlung des Herrn Sharp. 

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76 



Verzeichniss 

der vom Professor Dr. R. Buchholz in West-Africa 
gesammelten Schmetterlinge. 

Von 
Carl PMtaE in Greifs wald. 

(For(«etxung von p. 36i , Jahrg. 1879.) 



235-^279. Hesperien: aufgeführt pag. 353—364 unter 
No. 1—45. 

II. VIeteroeera. 

A. Sphingina und Bombyoina« 

280. Macroglossa Trochihides Butl. Mungo: Octbr. 1874. 
5 Exemplare. 

281. Aspledon Sardanus Wlk. Eningo: 1. Juni 75. 1 
Exemplar. 

282. Daphnis Nerii L. Mungo: 5. Juli 74. 2 Exempl. 

283. PJdhmpelus Megaera L. Cameroon's Geb. 4. Dee. 1 J. 
^ 284. ZorUIia Accenäfera Palisot = TricUma Van der Hoeven. 

Cameroon's Geb. Februar 74. 2 Exemplare. 

285. Sphinx Buchhoizi nov. sp. Steht am nächsten bei 
Discistriga Wlk., der Saum der Vdfl. ist vor dem Hinter- 
winkel mehr ausgeschnitten, so dass dieser rechtwinkelig 
vortritt. Die Oberseite ist hell aschgrau mit brauner Bestau- 
bung. Die Vdfl. haben in Z. 1 und am Hinterrande einen 
weisslichen Längsstrahl und auf der Querrippe ein braunes 
Möndchen; vier busige, zum Theil verloschene, braunstaubige 
Binden ziehen quer durch die Fläche; vor der Spitze am 
Vorderrande ist die Zeichnung wie bei Discistriga Wlk. 
und Analis Fld. , in Zelle 2 und 3 stehen die gewöhnlichen 
kurzen dunkeln Striche. Die Htfl. sind mehr braun, gegen 
den Hinterwinke] und Innenrand breit weisslich, mit dunkeln 
Rippen und drei Querlinien: die äussere stark gezackt. Alle 
Fransen sind weisslich, braun gescheckt. Der Halskragen ist 
bräunlich gesäumt, die Schulterdecken haben einen dunkel- 
braunen Längsstreif, der Hinterrücken ist mit einer feinen 
braunen Linie begrenzt, an jeder Seite mit braunem Fleck, an 
den Ecken gelblich angeflogen. Der Hinterleib hat an ier 
Wurzel jederseits einen grossen weissen Haarflausch und auf 
jedem Gliede seitlich einen kleinen mattbraunen, nach vorne 
weisslich eingefassten Fleck; das vorletzte Glied ist oben mehr 

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77 

bräunlich , auf den beiden vorhergehenden ist je ein matt« 
brauner Punkt in der Mitte am Yorderrande. Die Fühler sind 
grau. Länge eines Vdfls. 60 mm. Bei Benjongo 26. April 
73. 1 $. 

286. Sph. CotwobmU L. 1 $. 

287. ^h. Sokmi Bdv. Victoria: 14. Decbr. 72. 1 Exem- 
plar ex Larva. 

288. Amphonyx Morgqni Bdv. Fernando Po. Novbr. 73. 1 $. 

289. Zeuzera Aburae nov. ep. Klein, schmalflügelig, 
weiss, der Kopf mit einem kurzen schwarzen Längsstrich. 
Die Ydfl. haben vor der Mitte und am Hinterrand einen ocher- 
gelben Längsstrahl und wenige, nur in dieser Färbung gehäufte 
schwarze Qu^strichelchen , auch die Rippen sind im Mittel- 
strahl, nur ihre Enden am Saume geschwärzt. Die Htfl. sind 
rein weiss. Vdfl. 16 mm. Bei Aburi: 31. Aug. 73. 1 (J. 

290. Ninia Pfum^es Dr. ü. 27. 3. Dem mir vorliegen- 
den Exemplare — vielleicht einem $ — fehlen die Haarbüschel 
am Ende der Schenkel und an der Hinterleibsspitze ; die orangen 
Halbgürtel des Hinterleibes schliessen nicht zusammen und bilden 
so nur seitliche Dreiecke, dagegen sind auf den ersten Gliedern 
schwache Spuren von Gürteln, auch der Halskragen und zwei 
Fledcchen auf dem Vorderrücken sind orange. Auf der Unter- 
seite sind noch einige Haare an der Wurzel der Vdfl. und ein 
Längsstreif in Zelle Ib orange. Abo: Decbr. 73. 1 Exempl. 

291. MeUiHa f Aurisirigata nov. sp. Palpen, Kopf, Rücken 
und Vdfl. sind oben dunkelgrün, letztere mit drei goldenen 
Querstreifen in ziemlieh gleichen Abständen, der äussere ist 
am Hinterwinkel einwärts gebogen ; Schulterdecken und Hinter- 
rtlcken sind orange. Die Htfl. sind in der Mitte glashelL, der 
breite Saum ist braun mit einem weissen Fleck am Vorder- 
rande und einem orangen am Hinterwinkel. Unten sind die 
Vdfl. braun mit weissen, an den Enden orangen Querstreifen; 
die Htfl. wie oben, doch der weisse und noch ein Fleck am 
Vorderrande so wie die Wurzel orange. Der Hinterleib ist zin- 
Doberrotb, oben mit drei grossen schwarzen Flecken, am Bauche 
mit einem kleinen Fleck am Ende jeden Gliedes. Die Palpen 
sind unten orange. Die Beine sind roth, braun und weiss 
gefleckt, die Hinterschienen dicht roth behaart. Die braunen 
Fühler sind vor der Spitze eine Strecke weiss. Aburae: 20. 
Septbr. 72. 1 Exemplar. Länge eines Vdfls. 13 mm. 

292. Amalthocera Tiphys Bdv.? Von BoisduvaPs Bild 
abweichend. Der schwarze Saum der Vdfl. ist schmaler und 
die Grundfarbe unter der Spitze mehr hinein geschoben. Die 
Htfl. sind mennigroth, der am Vorderrande breite schwarze 

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78 

Saum verschmälert sich allmählich zum Hinterwiokel. Der 
dunkle Mittel -Rücken zeigt noch einen braunen Mittelstreif. 
Mungo: April 74. (J$. 

293. Naclia f Sippia nov. sp. Mattbräunlich, schwach 
beschuppt, etwas irisirend, alle Flügel hinter der Mitte mit 
einer Reihe rundlicher, fast glasheller Flecken, die vorderen 
mit 5 in Zelle 2 — 6, die hintern mit 3 und sehr schwach 
beschuppter Wurzel. Der Leib ist mehr ockergelbb'ch : auf 
dem VorderrUcken stehen 2 braune Punkte , an den Wurzeln 
der Vdfl. einer und eine Reihe von 6 oder 7 längs der Mitte 
des Hinterleibes so wie an den Seiten desselben. Aus der 
untern Hauptrippe zweigen sich die Rippen 2 — 5 ab, die 
beiden letzten in den Vdfl. mit kurzem Stiel. Die Fühler sind 
boi-stenförmig , beim ^ fein gekerbt. Länge eines Vdfls. 
24—29 mm. Cameroons- Gebirge. 4 Exemplare. 

294. Psychotoe f PalkUa nov. sp. Alle Flügel sind ein- 
farbig schmutzig weiss, schwach beschuppt, nur der Vorder- 
rand der vorderen ist, sowie der Leib und die andern Körper- 
theile, hell bräunlich grau , die etwas gesenkten Palpen sind 
braun. Die Fühler sind etwas über halb so lang wie die Vdfl., 
hellbraun gekämmt mit weissem SchafL Ein Vdfl. 15 mm. 
Abo: März 74. 1 c?. 

295. Syntorms Cerbera L. Aburi: 1. October 72. i $. 

296. S. Tomasifia BuU. Mungo: 9. Mai 74. 1 $. 

297. S. NegriUna nov. sp. Vielleicht nur eine Varietät 
der vorigen Art, hat aber einen ganz schwarzen Hinterleib, 
sonst ist sie derselben gleich. Vdfl. 7 mm. Mungo: 9. Mai 
74. 1 ?. 

298. S, Victorina nov. sp. Alle Flügel sind im Mittel- 
räume glashelK Wurzel, Vorderrand und Flügelspitze sind 
schwarz, in den Vdfl. spi-ingt bei Rippe 2 ein schwarzes 
Preieck gegen, die Mitte vor und Rippe 4 ist breit scliwarz ; 
in den Htfl, theilen 2 schwarze Rippen den Glasfleck. 0er 
schwarze Hinterleib hat an der Wurzel und hinter der Blitle 
einen schmalen weissen Gürtel. Die Fühler sind schmal ge- 
kämmt. Vdfl. 11 mm. Bei Victoria im December 1 ^, 

299. 8. f Ponga nov. sp. Glasiiell: Wurzel, Vorder- 
rand, Spitze, Saum und Rippen aller Flügel sind schwarz, bei 
den Vdfl. steht in der Mitte am Vorderrande ein fast vier- 
eckiger schwarzer Fleck, und ein dreieckiger an Rippe 2 hän- 
gender ist zur Mitte gerichtet. In den Htfl. wird die Glas- 
fläche von zwei schwai-zen Rippen durchschnitten. Palpen, 
Rücken und Hintei'leib sind strohgelb, die Spitze des letzteren 
und der Kopf schwarz, Halskragen und Schuh erdecken sc^hwarx 

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79 

gesäumt^ die Beine braun, die fadenförmigen Fühler schwarz. 
Vdfl. 15 — 17 mm. Abo: Januar, Mungo: 12. Mai 74. 
3 Exemplare. 

300. S. Macrospila WIk. Victoria: Juli 73. 1. 

301. Ä. ? Setipes nov. sp. Dunkel violettbraun: Vdfl. 
mit einem «chmalen Glasfleck gegen die Wurzel; zwei vor der 
Mitte, von denen der in der Mittelzelle fein durchschnitten ist, 
und drei hinter, der Mitte, der vordere weiter getrennt. Htfl. 
mit zwei von den dunkeln Rippen durchschnittenen Glasflecken. 
Am Binde des Rückens stehen 2 weisse Fleckchen. Die 
Hinterschienen sind doppelt lang gespornt und auswärts mit 
langen Borstenhaaren besetzt. Die Fühler sind fadenförmig. 
Die Vdfl. sind am Saum ein wenig geschweift, die Htfl. ge- 
streckt. Vdfl. 13 mm. Aburi: Septbr. 72. 1 ^, 

302. S. Cleta nov. sp. Dunkelbraun: Vdfl. mit 2 gelben 
Flecken vor der Mitte und 2 weissen Glasflecken, jeder von 
einer dunkeln Rippe getheilt, hinter der Mitte. Htfl. auf der 
Wurzelhälfte glashell mit dunkeln Rippen, am Innenrande 
gelblich. Palpen und Kopf sind rothgelb, der Rücken braun, 
der Hinterleib rothgelb, oben mit 6 braunen Gürteln und 
brauner Spitze. Die feingekämmten Fühler sind schwarz. 
Vdfl. 11 mm. Victoria: Januar 73. 1. 

303. & ? Chrysopyga nov. sp. Braun: Vdfl. mit 4 kleinen 
runden Glasflecken: zwei vor und zwei hinter der Mitte, von 
denen der gegen den Saum fein getheilt ist. Htfl. matter 
braun, auf der Fläche schwächer beschuppt. Am Ende des 
Rückens stehen 2 weissliche Flecken, die Hinlerleibsspitze ist 
orange, die Fühler sind fein gekämmt. Vdfl. 11 mm. Ga- 
me roons- Gebirge 1 ^. 

304. S, f Idda nov. sp. Braun: Vdfl. mit zwei grossen 
weissen, durch starke dunkle Rippen getheilten Glasflecken, 
der vor der Mitte ist zweitheilig, der hinter der Mitte vi^r- 
ibeilig. Die Htfl. sind mehr ochergelbich, ebenso sind Rücken 
und Hinterleib oben längs der Mitte. Die 4 vorderen Beine 
sind braun, die hinteren lehmgelb mit verdickten Schienen und 
Tarsen. Die Fühler sind kurz gekämmt. Die Htfl. sind ziem-* 
lieh sehmal, die Vdfl. breit und 13 mro. lang. Cameroons* 
Gebirge. 1 (J. 

305. Euchroma Eumoiphtts Cr. = Lethe Fabr. Mungo: 
5. Juli 74. 1 (J.- 

306. E. Sperchms Bdv. = Cassandra Cr. 197. B. Aburi: 
7. Juli 72, Agoncho: 24. Mai 74. 7 Exemplare. 

307. Dtoapaga ? Triplex nov. sp. Der Körper und die 
Oberseite der Vdfl. sind glänzend dunkelgrün, letztere nuf der 

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80 

ÄDseenhälfte mit drei im Dreieck stehenden weissen runden 
Glasflecken, der gegen die Spitze gerichtete ist am kleinsten; 
unten sind die Vdfl. .vorherrschend blau. Die Htfl. sind ob^ 
glänzend blau, unten schwarz, ein viereckiger Fleck und die 
Wurzel sind blau. Vdfl. 16 mm. Eningo im Mai 1 Exempl. 

308. Anüchloris f Solora nov. sp. Glänzend schwarzblau, 
die Vdfl. einfach, die Htfl. mit violettem Schimmer, an der 
Wurzel gegen den Innenrand mit drei kurzen weissen Streifen. 
Der Halskragen ist rothbraun, die Fühler sind schwarz. Vdfl. 
14 mm. Bongongo: April 73. 1. 

309. A, ? Flavifrom n. sp. Rücken, Hinterleib und Vdfl. 
sind glänzend schwarzgrün, die Htfl. schwarzblau, an der Wurzel 
mit zwei kurzen weissen Streifen, Kopf, Palpen und die ziem- 
lich langen Fühler sinid orange. Vdfl. 15 mm. Mungo: April 
74. 1 Exemplar. 

310. -4. ? Rufidorsis nov. sp. Rücken und Kopf sind 
rothbraun, Hinterleib und Vdfl. schwarzgrün, die Htfl. violett- 
schwarz. Die ziemlich langen gekämmten Fühler sind schwarz. 
Vdfl. 12 mm. Eningo: Mai 75. 1 <J. 

311. Pompoatoh Hypparchus Fabr. Fernando Po: Febr., 
Eningo: 8. Juni 75. 3. 

312. P. Semiaurata Wlk. Bei Victoria im März 73. 
1 Exemplar. 

313. EUgma Hypsoides Wlk. Bonjongo, 6. März 73. 4. 

314. Caryatis Phileta Dr. Victoria, 12. u. 30. Juni 73. 2. 

315. 0. ? Vvridis nov. sp. Hat grosse Aehnlichkeit mit 
Semnia Auritalis Hübn. Zutr. 361 == Elongata Sepp 43. 
Vdfl. dunkelgrün, am Hinterrande nahe an der Wurzel mit 
einen rundlichen weissen Fleck. Htfl. auf der WurzelhällTte 
orange, auf der andern Hälfte gegen den Vorderwinkel blau. 
Kopf, Palpen, Fühler und Hinterleib sind orange, die Spitze 
des letzteren und der Rücken olivengrün. Vdfl. 17 — 19 mm. 
Victoria im Mai und am 14. Novbr. 3- 

316. Onophria f Eningae nov. sp. Rücken und Vdfl. 
sind hell chamois, letztere mit zwei schwarzen Flecken wie 
bei Quadra, aber kleiner und mehr wurzelwäi-f«, die Htfl. 
sind blassgelb, Kopf und Hinterleib orange. Die Vdfl. sind 
breiter und weniger stumpf, die Htfl. kürzer als bei Quadra. 
Ein Vdfl. 25 mm. Eningo: 13. Juni 75. 1 $. 

317. lAthosia Agonchae nov. sp. Durch die rein ocher- 
gelben Htfl. der Lurideola Zk. am ähnlichsten, wogegen die 
einfach röthlichgrauen , nur am Saume etwas breiter ver- 
dunkelten Vdfl. mehr an Helveola Hb. eriuneru, der ganze 

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• 81 

Körper ist wie die Vdfl. gefärbt. Länge eines Vdfls. 12 mm. 
Agoncha: 24. August 74. 1 ^, 

318. Nudaria 1 SexmaculcUa nov. ep. Kopf, Palpen, 
Fühler, Rücken und Hinterleib sind blass ochergelb, .letzterer 
auf der Mitte mit grau gemischt. Die Flügel sind beim ^ 
hell bräunlichweies, beim $ hellgrau, die Fransen gelblich. 
Auf allen Flügeln steht am Ende der Mittelzelle ein runder 
dunkelbrauner Fleck und auf den vordem gegen die Wurzel 
noch ein kleinerer. Vdfl. beim ^ 20, beim $ 18 mm. 

319. N, f Tosola nov. sp. Vdfl. röthlichgrau , gegen 
den Saum dunkler, am Ende der Mittelzelle und in der Mitte 
der Zelle 1 mit rundem dunkelbraunen Fleck, ein gleicher 
steht auch in Zelle 1 gegen den Hinterwinkel der viel blei- 
cheren Htfl. , sowie ein feiner Punkt auf der Schlussrippe und 
auf Rippe 7 nahe dabei. Fühler und Körper sind hell ocher- 
gelb, die Mitte des Hinterleibes ist bleicher. Vdfl. 19 mm. 
Victoria: Juli 73. 1 $. 

320. Paidia ? Rufostria nov. sp. Oehergelb. Vdfl. mit 
drei winkeligen und zackigen braunrothen Querlinien: die erste 
mit scharf gegen die Wurzel gerichtetem Winkel, die zweite 
hat in der Mitte ebenfalls einen solchen Winkel, zwischen 
beiden steht iu der Mittelzelle ein Punkt, die dritte Querlinie 
ist gleichmässiger gezackt. Hinter der zweiten Querlinie steht 
am Vorderrande ein Strich und am Saume auf den Enden der 
Rippen 3, 5 und 6 ein Punkt. Die Htfl: sind unbezeichnet. 
Vdfl. 10 mm. Victoria: Novbr. 73. 1. 

321. P. ?? Qibba nov. sp. Die Vdfl. sind am Vorder- 
rande hinter der Mitte stark gekrümmt, in Farbe und Zeich- 
nung sind sie Strigipennis Herr.-Sch. 437 ähnlich, die Rippen 
sind beingelb, der Raum zwischen ihnen ist mattbraun. Die 
Htfl. $4nd beingelb, am Innenrande dunkler gelb, am Saum 
mattbraun, welche Färbung sich zwischen den Rippen strahlen- 
förmig gegen die Mitte zieht. Die Fransen sind weisslich. 
Der Rücken ist beingelb, braun gefleckt, der gestreckte Hinter- 
leib ist oehergelb, auf 2|g mit drei braunen Punkten im Drei- 
eck. Vdfl. 14 mm. Victoria: Juni 73. 1. 

322. Äegocera RecHHnea Bdv. Victoria. 2. 
32 J. A. Maenaa Bsd. Mungo: Mai. 1. 

324. Metagarista Triphaenoides Wlk. Mungo: Mai. 1 $. 
Dass Leucomelas Herr.-Sch. als (J dazu gehören sollte, er- 
seheint mir zweifelhaft; ausser der verschiedenen Färbung zeigt 
auch die Oberseite der Vdfl. nicht die entfernteste Aehnlichkeit. 

325. Eusemia BuchhoM nov. sp. Gestalt gross und ziem- 
lich schlank. Schwarz, Vdfl. mit 2 strohgelben unvollständigen 

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62 * 

Schrä^binden, die erste vor der Mitte besteht aus 2 grossen 
Flecken, die zweite gegen die Spitze ist durch vier schwai-ze 
Rippen zertheilt, ein kleiner gelber Fleck steht wurzelwärts 
in der Mittelzelle, ein Staubfleck in Zelle 2 gegen den Saum, 
zwei aufgeblickte Fleckchen stehen auf der Schlussrippe und 
4 Punkte am Vorderrand zur Wui-zel, die Fransen der Spitze 
sind weiss, ebenso bei den ganz braunschwarzen Htfln., bei 
denen die sonstigen Fransen schwarz und weiss gescheckt 
sind. Der Kopf hat 2, der Kragen 4, die Schulterdecken 2 
— je einen — weisse Punkte. Länge eines Vdfls. 47 mm. 
Aburi. 1 (J. 

326. E. PaIHda Wlk. Bei Victoria 2 (J?. 

327. E. Euphemia Gramer. Aburi. 1 ^. 

328. Leptosoma Famula Dr. Mungo: Mai, 1 $. 

329. L. (— Pitthea Wlk.) — Cmtmua Wlk. Victoria: 
Deebr. 1 c?. 

330. L. (— P. Wlk. — ) Mungi nov. sp. Gleicht der 
vorigen Art, doch sind die Binden der Flügel nicht gelb, son- 
dern weiss, mehr odei- weniger stark grau bestäubt: die Binde 
an der Wurzel der Vdfl. ist nicht ganz so schräge, der Schräg- 
fleck vor der Spitze breiter und kürzer, das Band der Htfl. 
erreicht oben den Saum nicht, auch der Vorderwinkel derselben 
ist mit dem Grunde gleichfarbig grauschwaiz, ebenso sind 
Kopf und Halskragen. Die Unterseite zeigt mit Conti nua 
grössere Aehnlichkeit. 19 mm. Mungo: Mai 74. 1 ^, 

331. L. Xanthura nov. sp. Weiss: Vdfl. beim (J matt- 
braun bestäubt, alle Flügel mit dunkelgrauer Saumbinde, welche 
am Vorder rande sich wurzelwärts ausdehnt, auf den Vdfln. ist 
sie an der Spitze sehr breit, einen fast eiförmigen Raum der 
Grundfarbe freilassend, auf den Htfln. ist sie tiberall fast gleich 
breit. Kopf, Kragen und Rücken sind punktirt und gestrichelt, 
der Hinterleib oben mit einer Reihe von 7 schwarzen Punkten, 
am Ende gelb. 9 — 10 mm. Victoria: Decbr. 2 (J$. 

332. L. t Lipara nov. sp. Weiss , alle Flügel mit 
grauem Saum, der bei den vorderen über die Hälfte der Flügel 
einnimmt, auch der Vorderrand ist grau. Auf den Htfln. ist 
der Saum massig breit Kopf und Rücken sind grau, der 
Kragen ist ochergelb, der Hinterleib weiss und grau geringelt, 
die Fühler — wie beim (J der vorigen Art — fein grau ge- 
kämmt. 16 mm. Victoria: Juni 73. 1 (J. 

333. L. f Doleris nov. sp. Weiss: der Vorderrand, die 
Spitzenhälfte und ein massig breiter Hand am Hinterwinkel 
sind auf den Vdfln. schwarzgrau, auf den Htfln. ist nur ein mas- 
sig grosser, fast eiförmiger Fleck am Vorderrande und daran 



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83 

h&ngend ein karzer Theil der Fransen. Der Kopf ist schwarz 
mit weisser Stirn, der Halskvagen orange, schwai-z gesiiumt, 
Röcken und Hinterleib grauweiss. Die Fühler sind ziemlich 
kurz, fein gekämmt. 19 mm. Mungo: 5. Octbr. 74. 1. 

334. jL. ? Eurema nov. sp. In der Färbung, Form und 
Grösse ähnlich wie Terias Phiale Cram. Weiss: Vdfl. bis 
Rippe 3 mit schmalem schwarzen Saum, dann mit breiter 
Spitze, Htfl. am Yorderwinkel mit kleinem runden schwarzen 
Fleck. Der Kopf ist schwarz, die andern Körpertheile so wie 
die Wurzel der Vdfl. sind gelb angeflogen, die kurzen Fühler 
schmal schwarz gekämmt. An der Spitze der Vdfl. ist noch 
ein weisses Fleckchen. 16 mm. Mungo: Juli 74. 1. 

335. Deilemera üniformis nov. sp. Die Vdfl. sind röthlich- 
grau, sehr schwach beschuppt, an den Rändern dichter, die 
Htfl. sind ebenfalls sehr schwach beschuppt, weisslich mit 
massig breitem röthlich grauen Saum. Der Rücken ist röthlich- 
grau, an der Spitze hellbraun. Die kurzen Fühler sind fein 
gekämmt. 28 mm. Eningo: 13. Mai 75. 1 J. 

336. Nyctemera Apicalis Wlk. 23 — 30 mm. 6 Exempl. 

337. K Perspicua Wlk. Abo: Sept., Octbr. 8 Exempl. 

338. N. Fmdpmms Wlgr. Victoria: Mai. 1. 

339. Otroeda HespenaQ>v9.m.2b\. 40— 55 mm. 3.,^?. 

340. AlytarcMa Amanda Wlgr. 1. 

341. Ddopeia Pulchella L. 2. 

342. D. ? Acrisia nov. sp. Die Zeichnung der Vdfl. hat 
die meiste Aehnlichkeit mit Oratio sa Gu6r. Deless Voy. 26. 
1, die Gestalt ist aber gedrungener, einer Liparide ähnlich. 
Die Vdfl. sind dunkelgelb mit — nicht vollständig — mennig- 
rothen Rippen, ein Punkt an der Wurzel, zwei sich am Innen- 
rande vereinigende gezackte Querlinien nächst der Wurzel, 
eine Zackenlinie vor dem Saum und der schmale Saum .lind 
ebenfalls mennigroth, desgleichen ein Längsstreif in der Mittel- 
zelle, zwischen den Rippen sind graue Staubflecken. Die Htfl. 
sind matt gelblichroth. Alle Fransen sind dunkelgelb, ebenso 
der Kopf, die kurzen schmalgekämmten Fühler und der Hinter- 
leib. Der Rücken ist roth behaart. 22 mm. Victoria im 
September. 1 $. 

343. Aletis Hddta L. Im März, Juni, Juli und Septbr. 
5 Exemplare. 

344. Spilosoma Eyrdpenus nov. sp. Kopf, Rücken und 
Flflgel sind blass strohgelb, die Vdfl. mit vielen schwarzen 
Punkten, ähnlich wie bei Maculifascia Horsf., doch sind hier 
die Punkte viel kleiner und meistens hohl, ebenso ist ein Fleck- 
chen auf jeder Schulterdecke. Der Hinterleib ist oben roth- 

6» 



84 

gelb, in der Mitte und an jeder Seite mit einer Reihe schwaraer 
Punkte. Die Htfl. haben einen schwarzen Mittelpunkt und zu- 
weilen noch einige Fleckchen bei Rippe 5 und gegen den 
Hinterwinkel. 21 mm. Victoria: Juni und Septbr. 73. 3. 

345. Amerila Vitrea nov. sp. Nächst Melanthus Gram. 
286. B. Die Vdfl. mit Auschluss des ungleich breiten matt- 
braunen Saumes, die Htfl. ganz durchscheinend, schwach hell- 
braun bestäubt, am Vorderrand, Hinterrand und Wurzel der 
Vdfl. etwas dichter. Der Rücken ist mattbraun, der Kopf mit 
einem schwai-zen Punkt, der Kragen und jede Schulterdecke 
mit zwei. Fühler, Palpen und der Hinterleib oben sind zinnober- 
roth. 22 mm. Bei Eningo im Mai 71. 1. 

346. Zatrephes ? Biseriata nov. sp. Rücken, Fühler und 
Vdfl. sind mattbraun, röthlich bestäubt, die Htfl. ziegelroth, der 
Hinterleib ist rothgelb mit 8 schwarzen, fast viereckigen Flecken 
in zwei Reihen. 25 mm. Abo: Febr. 74. 1. 

'347. Orgyia ? Caeca nov. sp. Aehnlich wie Panla- 
croxi Oberth., die Vdfl. sind dunkler braun, nur die äussere 
Querlinie, die aber nicht geschwungen, ist erkennbar; die 
HtfL sind mehr schwarzgrau, der Leib ist schwarzbraun, die 
Fühler sind hellbraun. 15 mm. Ogova: 27. Juni 75. 1 (J. 

348. Leucoma Parva nov. sp. Schneeweiss, nur der Kopf 
ist schwefelgelb, die Fühler sind hellbraun. 10 mm. Aburi: 
Sept 72. 1 cJ. 

349. L. Mbma nov. sp. Ganz weiss, auch die Fühler. 
23 mm. Bonjongo: März 73. 1 $. 

350. Aroa f Xanthospila nov. sp. Vdfl. sattgelb, mit 
einem oder zwei orangegelben Flecken an der Wurzel und 
sieben Reihen solcher Flecken bis zum Saum: die ersten nächst 
der Wurzel sind mehr geröthet, die der fünften Reihe sind 
saumwärts braun bestäubt, auf der Schlussrippe steht ein 
schwarzes Möndchen. Htfl. hellgelb, schmal dunkelgelb ge- 
säumt und am Innenrande so behaart. Rücken orange, Hinter- 
leib sattgelb mit orangem Mittelstreif. Fühler hellbraun. 
22 mm. Aburi: Septbr. 72. 1 ^. 

351. A, Sulpkurea nov. sp. Bei Adspersa Herr.-Sch. 
Die Vdfl. sind schwefelgelb, einfarbig, nur ein schmaler, et- 
was geschwungener, von den gelben Rippen durchschnittener 
brauner Streif zieht von der Mitte des Hinterrandes zur Spitze, 
ohne diese zu erreichen. Die Htfl. sind weiss mit schwach - 
gelblichem Saum. Der Rücken ist schwefelgelb, Kragen und 
Schulterdecken sind hellbraun gesäumt. Der Hinterleib ist 
weisslich, die Fühler sind braungelb. 18 mm. Mungo: 4. 
October 74. 1 (J. 

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85 

352. Euproctis f Batoides nov. 8p. Bfit eigenihümKcher, an 
Thjatira Batis erinnernder Zeichnung der Vdfl. Leib und 
FlQgel sind dunkel braungrau, die Htfl. einfach ; die Vdfl. haben 
am Vorden-ande gegen die Spitze einen grossen, länglichen, 
auf der Mitte etwas eingeschnürten weisslichen Fleck und einen 
ähnlichen am Hinterrande faet bis zur Wurzel reichenden. Die 
schwachen Fühler sind fein gekftmmt. 18 mm. Bei Bon- 
jongo: Mai 73. 1. 

353. Cnethocampa f Cadüca nov. sp. Rücken und Vdfl. 
»nd korkbraun, letztere mit etwas dunkleren Rippen und sol- 
chem Mittelmöndchen; auf der Mittelrippe und bei den Ah- 
zweigungeiv stehen schwarze Punkte, am Saum zwischen den 
Rippen weisse Punkte. Htfl. und Hinterleib sind bräunlichweiss. 
18 mm. Aburi: 16. Decbr. 72. 1. 

354. Jana Cosima nov. sp. Die Vdfl. sind hellbraun, 
dunkler bestäubt, gegen den unter der Spitze ausgeschnittenen, 
dann ausgebauchten Saum röthlich: vom Hinterrande, noch vor 
dessen Mitte, zieht ein brauner, wenig geschwungener Schräg- 
streif zum Vorderrande nahe vor der Spitze, auswärts ist der- 
selbe hell röthlichgrau begrenzt. Die Htfl. sind dunkelgelb, 
durch die Mitte zieht ein gegen den Vorderrand verloschener 
Querstreif, von dem bis zu einer schwachgezackten Staublinie 
vor dem Saum der Grund schwach röthlich bestäubt ist, der 
Saum ist kaum merklich gezahnt, an dem fast gei'ade abge- 
schnittenen Innenrand röthlich behaart. Leib und Fühler sind 
hellbraun , letztere schmal gekämmt. Ein Vdfl. 38 mm. 
Abo: Decbr. 73. 1 ?. 

355. Odeneates f Ißmma nov. sp. Ledergelb, alle Flügel 
mit hellbraunen Rippen und veilgrauem Fransensaum. Vdfl. 
mit abgerundeter Spitze; am Vorderrand befindet sich ein 
grosses, nicht scharf begrenztes veilgraues Dreieck, welches 
auf der Fiügelmitte ein rundes Fleckchen der Grundfarbe frei 
läset und dann eine geschwungene Linie schräge zum Hinter- 
rande sendet. 13 mm. Eningo: Mai 75. 1 (J. 

356. Hegapteryx ? Syntonda nov. sp. Die Vdfl. sind ge- 
streckt, die Htfl. klein, am Vorderrande gerundet, das Grössen- 
verhältniss ist fast wie bei der Gattung Syntomis. In den 
Vdfln. theilt sich die erste Hauptrippe in drei, die andere in 
vier Zweige. Die feingekerbten Fühler sind nicht halb so 
lang wie die Vdfl. Alle Theile des Schmetterlings sind röth- 
lich braungelb, die Vdfl. sind am Vorderrande roth, Rippen, 
Fransen und einige Zeichnung sind veilgrau: die Zeichnung 
besteht in Ausfüllung der Wurzelbälfle und einem Querband 
der MittelzeUe, einem QuerÜeck in Zelle 1 nahe der Wurzel, 

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Ausfüllung der Winkel von Zelle 2 und 3 und einem Querfleek 
durch Zelle 6 und 7. Die Htfl. sind unbezeichnet, Jhre Mittel- 
rippe theilt sich in 4 Zweige, von denen der 4. = Rippe 5 
in den spitzen Vorderwinkel ausläuft, die kurz gespaltene 
Vorderrippe verläuft in den Vorderrand. Ein Vdfl. 14 mm., 
ein Htfl. 7 mm. Eningo: 18. Mai 75. 1 $. 

357. P. ? Silacea noy. sp. Der vorigen Art ähnlich, aber 
bedeutend grösser, die Vdfl. haben den gleichen Rippenlauf. 
Ochergelb. Vdfl. mit veilgrauen Rippen, Fi-ansen und Wurzel- 
hälfte, in dieser ist ein Längsfleck am Vorderrande und einer 
am Hinterrande nächst der Wurzel orange, und vor der Mitte 
ein eiförmiger in der Mittelzefle und einer in Zell^ 1 von der 
Grundfarbe. In den einfarbigen Htfln. ist die Mittelrippe vier- 
ästig, der 3. Ast = Rippe 4 zieht in den spitzen Vorder- 
winkel, Rippe 5 so wie die einfache Vorderrippe laufen in 
den sehr gekrümmten Vorderrand aus. Drei Rückenstreifen, 
die Fühler, Schienen und Tarsen sind veilgrau, die Schenkel 
roth, die Palpen roth gefleckt. Vdfl. 21 mm. Htfl. 11 mm. 
Abo: März 74. 1 $. 

358. Samia Plötzi Weym. i. 1. Eine riesige Saturnide 
nächst Vacuna Westw,, wovon ich nur das uncolorirte Bild 
kenne, welches einen (J darstellt. Die Fühler sind röthlich 
braungelb, breit gekämmt, beim ^ an der Wurzel und an der 
Spitze schnell an Breite abnehmend, die kurze Spitze nur ge- 
kerbt, beim $ schon von der Mitte an abnehmend und bis zur 
äussersten Spitze gekämmt, ganz wie bei Westwood's Figur. 
Der Kopf ist braun, beim $ heller. Der Kragen ist wie der 
Vorderrand der Htfl., beim (J aschgrau, beim ^ mattbraun, 
dunkler bestäubt. Rücken und Hinterleib sind braun, letzterer 
an der Wurzel oben mit breitem weissen Gürtel, beim $ auch 
mit weisser Endspitze, an jeder Seite mit einer Reihe weisser 
ringförmiger Flecke. Die Brust hat unten zwischen dem 2. 
und 3. Fusspaar ein weisses Band. Die Vdfl. des f^ sind fast 
ganz wie Vacuna geformt und gezeichnet: das weisse Schräg- 
band am Hinterrande ist aber weit schräger und ohne Fort- 
setzung in der Mittelzefle, beim $ ist es nur ein schmaler 
kurzer Streif. Auf den Htfln. ist der Mondfleck wie bei Va- 
cuna, aber auch wurzelwärts von dem grossen, bis an den 
Innenrand braunen Fleck breit umgeben, auch die Wurzel ist 
braun. Die Färbung ist beim (J auf den Vdfln. vorherrschend 
bläulichgrau, braun bestäubt, auf den Htfln. ist nur ein ziem- 
lich schmaler Streif so gefärbt. Beim $ ist die ganze innere 
Fläche bis auf die Mondflecken und die ziemlich sehmalen 
weissen Bänder braun, an dei- Spitze der Vdfl. vor der weissen 

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87 

ZackenJinie rosenroth. Der einwärts braun begrenzte Saum 
ist wie gewöhnlich gefärbt und bezeichnet. Länge des Vdfls. 
beim (^101 wm. Breite 46 mm., beim $ 94 und 54 mm. 
Victoria: 10. Octbr. 73 I <J, Abo: Decbr. 1 $. 

359. Antheraea Dione Fabr. Mungo: 2. Octbr. 74. 1 ^, 
Schwefelgelb, die Zeichnung der Flügel ist wie bei Gueinzii 
Stdgr., aber schwächer; das spärliche rothe Querband an dei; 
Wurzel der Htfl. steht weit vom Augenfleck entfernt und 
auf der Mitte des Hinterleibes steht eine Reihe dunkel roth er 
Fleckchen. 

360. Bunaea DeyroHei Thomson. 1 $. 

361. B. Phaedusa Drury. Abo: 6. Decbr. 72. 1 $. 

362. B. Buehhohi nov. sp. Die Färbung ist mattbraun, 
wie bei Phaedusa, alle Flügel haben einen schmalen, uii- 
gezackten, auf den Htfln. etwas mehr geschwungenen, aus- 
wärts dunkler begrenzten weissen Querstreif g^en den Saum, 
der bei den Ydfln. glatt und kaum geschweift, bei den Htfln. 
sehr flach gezahnt ist. Durch die Mitte der Vdfl. zieht ein 
schmaler, etwas dunklerer Schatten, worin ein kleiner Glas- 
fleck, wie bei Phaedusa, steht; gegen die Wurzel ist noch 
die Spur einer Querbinde. Die Htfl. haben einen 22 mm. in 
grössten Durchmesser haltenden fast kreisrunden Augenfleck 
mit kleinem dreieckigen Glaskern und hellbraunem, dunkel- 
braunem, rothen und weissen Ringe, gegen die Wurzel ist 
noch eine weissliche Querbinde schwach angedeutet. Der 
Kragen ist schmal weisslich gesäumt, der Rücken auf der Mitte 
blassröthlich behaart. Die Fühler sind kürzer und schmäler 
als bei Zambesia Feld, gekämmt. Vdfl. 84 mm. Aburi: 
26. Septbr. 72. 1 ^. 

363. Pkricodia f Albida nov. sp. Die Nervulation ist 
fast wie bei Agis Cram., doch macht die Schhissrippe vor 
Rippe 5 wurzelwärts einen Winket, in den Htfln. scheint Rippe 
1 ganz zu fehlen, Rippe 6 und 7 sind lang gestielt. Alle 
Flügel sind weiss, ihr Saum ist schmal schwarzgrau, es zieht 
sich diese Färbung auf den Rippen in die Flügel hinein, ebenso 
ist der Vorderrand und die nächsten Rippen der Vdfl. Kopf 
und Vorderrücken sind braun, der Hinterleib ist ledergelb, 
braun geringelt. Die Fühler sind 12 mm. lang, borstenförmig, 
fein gewimpert. Der Flügelsaum ist schwach gezähnt. Vdfl. 
43 mm. Bonjongo: 18. Mai 73. 1 ?. 

364. Heterolepis ? Sparsa nov. sp. Die Form der Flt^el 
ist ähnlieh wie Orgyia Seleniaca, doch der Saum der vor- 
dem ist sehr wenig geschweift. Vdfl. dunkelbraun mit einer 
rothbraunen Linie vor den Fransen, Htfl. auf der^^grösseren 

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88 

Wurzelbälfte schwarzbraun, auf der Saumhälfle braunroth, alle 
Flügel ßind dicht mit schwarzbraunen Quersprenkeln besetzt. 
Kopf, Rücken und Hinterleib sind dunkelbraun, letzterer an 
der Wurzel rothbraun. Die Fühler sind fadenförmig und ziem- 
lich kurz. Vdfl. 16 mm. Victoria: Februar 73. 1. 

365. OikeHcus f Buchhohi nov. sp. Grösse und Gestalt 
fast wie Stjgia Australis. Rücken und Vdfl. sind einfach 
dunkelbraun, ebenso der Kopf. Halskragen und Hinterleib 
sind rothgelb, letzterer braun geringt. Die Htfl. sind bleich- 
gelb mit breitem dunkelgrauen Saum und nahe an demselben 
am Vorderrande mit einem solchen Fleck. Die Fühler sind ähn- 
lich wie bei Kirbyi, aber nur an dem vierten Theil an der 
Wui-zel gekämmt. Vdfl. II mm. Aburi: 15. Septbr. 1 ^, 

(Schluss folgt.) 



Ergebnisse des Lepidopteren-Fanges an 
Haideblüte im August u. September 1879, 

vom 
Pfarrer A* Fuelis in Born ich. 



Seit der Herr Gandidat der Naturwissenschaften Tete Ha- 
rens Teten 8 aus Holstein hier wohnt, haben wir öfter eine 
Fangweise betrieben, die bisher allzusehr vernachlässigt wurde: 
den nächtlichen Noctuenfang. Besonders die Haide, die im 
August und September so schön blühte, wurde bei Laternenschein 
einer consequent durchgeführten Unlersuchung unterzogen. 
Wenn wir dabei manche Noctuen und Spanner aufgefunden 
haben, deren hiesiges Vorkommen nicht bloss uns Nassauer, 
sondern auch weitere Kreise interessiren dürfte, so gebührt 
dieses Verdienst in erster Linie dem genannten Herrn Tetens, 
welcher in meiner Begleitung, noch öfter aber ohne sie, die 
Haideblüt« fast allabendlich bis spät in die Nacht hinein gründlich 
abgesucht und auch die meisten Arten zuerst aufgefunden hat. 
Diese hier aufzuzählen halte ich darum nicht für überflüssig, 
weil unsere Kenntniss von ihrer geographischen Verbreitung 
dadurch erweitert wird. Dass das Meiste, was uns vorkam, 
in bekannten Besuchern der Haideblüte bestand, versteht sich 
natürlich von selbst. Unsere ganze Ausbeute vorzuführen, 
liegt daher nicht in meiner Absicht, weil das überflüssig er- 

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sebeini. Ist doch jeder Sammler, der schon einmal an Haide- 
blüte gefangen hat, mit den an ihr fliegenden Noctuen und 
Georaetriden vertraut. 

Der Fangplatz ist der südwestliche Abhang des Lennig 
— Oberwesel gegenüber — der wärmste Punkt unsrer warmen 
Rheingegend. Auf der Höhe ist der Waldsaum von dichter 
Haide bekiünzt. Einzelne Haidebüsche stehen hier und da in 
den Klippen, die nach dem Rhein zu ziemlich steil abfallen. 
An günstigen Abenden wimmelte es oben von Noctuen und 
Spannern; auch Microlepidopteren fehlten nicht, namentlich 
Phjcideen und Depressarien. Hatten wir den Waldsaum ab- 
gesucht, so wurde in die Klippen hinabgestiegen, und hier erst 
nicht selten die beste Ausbeute gemacht. Reich beladen kehrten 
wir zurück. 

Doch nun zu unserer Aufzählung! Diejenigen Arten, 
welche im Nassauischen bisher noch nicht aufgefunden wurden 
und daher ftlr unsere Fauna neu sind, mögen mit einem ^ 
bezeichnet werden. Heinemann'^s bekannte«« Werk ist bei jeder 
Art citirt. Zum mühelosen Vergleiche sind seine Angaben 
über die geographische Verbreitung in der Kürzen ausgezogen. 
B<ri denjenigen Arten, deren nassauisches Bürgerrecht schon 
früher bestand, habe ich zugleich auf das treffliche Vei^eichniss 
meines Freundes Ro essler, von dem wir wohl in nicht ferner 
Zeit eine zweite vermehrte und verbesserte Auflage erwarten 
dürfen, verwiesen. 

1. AgroHs neghda Hb. 

(Hein. I, 499. Suddeutschland, Arolsen im Juli. 
Roessl. Verz. 58 [158]). 

Vom 19. August bis Anfangs September war var. Neg- 
lecta an manchen Abenden zahlreich vorhanden. Gleich den 
andern Noctuen flog sie bis zum völligen Eintritte der Nacht 
saugend an den Blüten umher; später sass sie ruhig und konnte 
mit dem Tödtungsglase leicht abgenommen werden. Daher 
fanden wir es am gei*athensten, den Fang nicht früher zu be- 
ginnen, als bis sich annehmen Hess, duss die Schmetterlinge 
festfitzen Mürden. Die meij^tcn Neglecta eanimelten wir an 
einem warmen Abend, als ein vorausgegangener heftiger Regen 
ein wenig nachgelassen hotte. 

Unter vielen gewöhnlichen Neglecta fand sieh nur 1 ^, 
dessen graue Vorderflügel einen rölhlichen Schimmer haben. 
Aber zu der zimmtrotheu Castanca Esp. , bei der die graue 
Vorderfltigelfarbe völlig verdi-öngt wird, gehört dieses Stück 



90 

doch nicht. Da Castanea nie bei uns gefunden ist, während 
Neglecta an den verschiedensten Orten von den verschiedensteir 
Sammlern zahheich erbeutet wurde, so scheint es, als ob im 
Nassauiscben nur diese graue Form zu Hause sei. Meine 
Castanea sind von Elberfeld. 

Neglecta ist über das ganze Taunusgebirge, dessen Aus- 
läufer bei Rüdesheim den Rhein erreichen, verbreitet, wie 
schon dai-aus hervorgeht, dass ich sie in den Jahren 1863 — 67 
bei Oberursel, am Fusse der grössten Taunuskuppe, des Feld- 
bergs, fand und jetzt bei Bornich. Aber wir fingen sie auch 
an anderen Punkten des Gebirges häufig: Roessler bei Wies- 
baden, ich bei Dickschied im Amte Langenschwalbach. Heine- 
mann's oben citirte Angabe, dass Neglecta schon im Juli fliege, 
passt weder zu meinen, noch zu Roessler's Beobachtungen. 
Wir fanden sie nie vor Mitte August. Die später — bis in 
den September — fliegenden Schmetterlinge sind meistens für 
^ie Sammlung unbrauchbar. 

2. AgroHs glareosa Esp. 

(Hein. I, 507 und 508. Schweiz, Oberpfalz im September. 
Roessl. Verz. 60 [160]). 

Gleich Neglecta scheint auch sie über den ganzen Taunus 
und am Rhein verbreitet zu sein, da sie an so weit auseinander 
liegenden Punkten des Gebirges, wie Oberursel, Wiesbaden und 
Bornich gefunden wurde. Hier war Glareosa Ende August 
und Anfangs September nicht gerade selten. 1 — 2 Exemplare 
fanden sich fast jeden Abend, aber die meisten waren be- 
schädigt. Bei Oberursel fing ich vor Jahren einmal an einem 
Abend gar 4 Stück. Wenn daher Glareosa auch bei uns 
keine Seltenheit ist, so tritt sie dooh immer nur vereinzelt, 
niemals aber in solcher Anzahl auf, wie an manchen Abenden 
Neglecta. 

*3. AgroHs margaritacea Bkh. 

(Hein. I, 508. Sachsen, Süddeutschland, Schweiz im Juni und 

Juli. Koch, die Schmetterlinge des südwestlichen Deutsehlands, 

insbesondere der Umgegend von Frankfurt a. M. S. 163 u. 164. 

Glareosa Tr. Falter im Juli). 

Sie war von der Zeit, als die Haide zu blühen begann 
(Mitte August), bis in den September häufig. Dass aber die 
Flugzeit nicht erst um diese Zeit ihren Anfang nahm , zeigte 
der Zustand vieler Falter, welche schon beschädigt und ver- 



91 

waschen waren. Aber unter diesen fanden sich bis in den 
September einzelne ganz frische, zuletzt nur noch $. 

Margaritaeeä ist für unsere nassauisehe Fauna neu oder 
auch nicht neu — wie man will. Denn Koch, dem ihr Vor- 
, kommen in der Frankfurter Gegend bekannt war, führt als 
Fundort der Raupe den Schwanheimer Wald an, welcher eine 
Stunde von Frankfurt entfernt, zum Nassauischen gehört. Dass 
Roessler dies übersehen hat und von Margaritacea schweigt, 
während er doch die andern im Schwanheimer Walde ein- 
heimischen Arten erwähnt, findet wohl darin seine Erklärung, 
dass Koch Margaritacea Bkh. (= Glareosa Tr.) und Glareosa 
Esp. (= Hebraica Hb.) zusammenzieht und gemeinschafth'ch 
unter dem Namen Glareosa Esp. bespricht. Da er aber trotz- 
dem die Raupen beider trennt und für die Schmetterlinge ganz 
richtig verschiedene Flugzeiten Consta tirt, so kann nicht be- 
zweifelt werden , da«8 er beide Arten aus der Frankfurter 
Gegend besitzt. Margaritacea fliegt nach ihm im Juli. Erin- 
nert man sieh dessen, was oben über den Zustand vieler 
Mitte August 1879 gefangenen Schmetterlinge gesagt wurde, 
so wird man es um so eher für möglich halten, dass einzelne 
Schmetterlinge schon Im Juli auskriechen, als sich in dem 
kalten Sommer 1879 die Entwickelung der Falter ungewöhnlich 
verzögerte. Zweierlei aber steht fest: 1) dass nicht, wie 
V. Heinemann will, Margaritacea schon im Juni fliegen kann, 
und 2) dass auch in wärmeren Jahren als 1879 die Erschei- 
nungszeit bis tief in den August dauern muss.*) 

4. Caradrina super stes Tr. 

(Hein. L 431. Regensburg, Wien im Juli. Roessl. Verz. 74 

[174]. Nur zweimal: Mitte und Ende Juli bei Dotzheim. 

Koch, S. 171. Bei Frankfurt im Mai und Juli). 

Wie ilfi- Vorkommen bei Dotzheim, Rüdesheim (Ent. 
Zeit. 1876, S. 98) und Bornich beweist, ist diese Art von 
Wiesbaden abwärts im ganzen Rheingau zu Hause. Abge- 
flogene Exemplare erschienen, so bald die Haide zu blühen 
begann, an ihr zahlreich; frische Stücke waren selten, kamen 
aber immer noch vor. Mein früher einziges (J verliess am 

*) Roessler schreibt mir nachträglich, dass er Margaritacea in 
diesem Herbste auch von Langen schwalbach erhalten habe. Daraus 
folgt, dass ihr hiesiger Yerbreitungsbezirk ein ziemlich ausgedehnter 
ist. Wir kennen jetzt als nassauische Fundorte: den in der Frank- 
furter Ebene gelegenen Schwanheimer Wald, ferner die noch zum 
Ta;iinnBgebiet gehörende Gegend von Bad Schwalbach und endlich 
den unteren B^eingau. ^ I 

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92 

18. Juli 1875 seine Puppe. In normalen Jahren wird daher 
die Flugzeit von Mitte Juli bis in den August dauern. 

Nach den 1879 gemachten Erfahrungen ist Superstes bei 
uns häufig. Sie aus Eiern zu erziehen erschien mir nicht 
überflüssig, da, wie Heinemann bemerkt, Superstes nach Le- 
derer von Taraxaci Hb. nicht verschieden sein soll. Dieser bei 
dem anständigen Preise des Schmetterlings recht lohnenden Mühe 
unterziehe ich mich eben jezt; meine 3 — 400 Räupchen füt- 
tere ich mit Salat, den pie, wie alle ihre Verwandten, gerne 
nehmen. Uebrigens wundere ich mich, wie man Supei-stes 
zu Taraxaci ziehen kann. Ihre nächste Verwandte ist nicht 
die^e, sondern Ambigua Fabr. Von letzterer aber sondert sich 
Superstes schon durch die verschiedene Flugzeit ab. Denn 
während Ambigua zweimal im Jahre fliegt: im Juni (nach 
Roessler) und von Mitte August bis in den September, tritt 
Superstes bloßs einmal auf. Ihre Erscheinungszeit fällt zwischen 
die beiden Generationen der Ambigua. Nur noch einzelne 
beschädigte Nachzügler von Superstes wurden 1879 gleich- 
zeitig mit frischen Ambigua au blühender Haide gefangen. 

Auch von der letzteren besitze icli viele junge Räupchen. 

Wenn Koch Recht hat, so kommt Superstes auch bei 
Frankfurt a. M. vor. Da sie in dem nahe gelegenen Rhein- 
gau verbreitet ist, so erscheint seine Angabe immerhin glaub- 
lich. Wenn er aber sagt, dass die Falter im Mai und Juli 
fliegen (also wohl in doppelter Generation?), so glaube ich 
dies vorläufig um so weniger, als meine einzelne oben er- 
wähnte Haupe Anfangs Mai bei Rüdesheim gefunden war 
und die erste Generation, wenn eine solche stattfinden würde, 
daher schon früher im April fliegen müsste. Eine sichere 
Aufklärung hoffe ich durch meine jetzige grosse Raupenzucht 
zu erhalten. 

« 

*5. Mesogona acetosellae S. V. 

(Hein. I, 462. Wien, liegensburg, Pommern). 

Herr Tetens fing das erste frische (J am 12. September, 
als die Haide fast abgeblüht war. In der Woche darauf kamen 
einige Schmetterlinge an den Köder, mit welchem wir am 
Saume des Lennig die Stämme der Eichen bestrichen hatten ; 
doch waren sie selten gut. Acetosellae ist bei uns ebenso- 
wenig eine Seltenheit, als in den andern Gegenden, wo 
sie vorkommt. Meine auswärtigen Exemplare sind aus dem 
Harz. 

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93 

6. ÄädaHa degeneraria Hb. *var. gener. IL bilinearia Fuchs. 
(Eni. Ztg. 1878, S. 331). 

Wenn Heinemann I, 720 für Degeneraria als einziges 
deutsches Vaterland Oesterreieh anführt und diese Angabe noch 
dazu mit einem Fragezeichen begleitet, so hat die Erfahrung 
inzwischen gezeigt, dass Degeneraria wenigstens im Rheingau 
an wannen Hecken verbreitet ist. Aber welche interessanten 
Exemplare mag Heinemann bei der Aufnahme seiner Be- 
schreibung vor sich gehabt haben, wenn er Degeneraria der 
Pellonia vibicaria ähnlich nennt? Von der typischen Dege- 
neraria kann das Niemand behaupten. 

Seit dem 19. August, an welchem Tage wir zum ersten 
Male die HaideblQte untersuchten, war die Varietät Bilinearia, 
und nur diese, au den warmen Abhängen des Lennig, aber 
auch oben auf der Höhe einzeln vorhanden. Frische Exem- 
plare fingen wir nur an den ersten Abenden, alle gegen Ende 
August erbeuteten waren abgeflogen. Da die typische De- 
generaria gar nicht vorkam, so liegt die Wahrscheinlichkeit 
vor, dass sich an dieser sehr warmen Stelle die 
ganze zweite Generation zu einer vollwerthigen 
Soinmervarietät ausbildet, während sich Bilinearia mehr 
landeinwärts nur als eine seltene Aberration unter den Ange- 
hörigen der zweiten Generation findet. 

Die ersten Exemplare, die wir fingen, waren ^ und aus- 
nahmslos typische Bilinearia. Aber die Grundfarbe der nun 
folgenden $ zog so stark in's Kötlielrothe, dass sie zu der 
von Staudinger beschriebenen ab. $ Rubraria gehören können. 
Da ich meine ab. Bilinearia nach 2 (^, Staudinger seine Ku- 
braria bloss nach $ aufgestellt hat, so war ich bei dieser Sach- 
lage Anfangs zu der Vermuthung geneigt, Bilinearia und Ru- 
braria möchten, jene als (J, diese als $, als eine Sommer- 
varietat zusammen gehören, für die dann freilich der älteste 
Name Rubraria Stdgr. wegen der Grundfarbe meiner ^ schlecht 
genug gepasst hätte. Da indessen die typische Bilinearia 
später mehrmals auch im weiblichen Gesehlechte vorkam, &o 
stellt sich die Sache doch anders, und zwar so: Am südwest- 
lichen Abhänge des' Lennig tritt die zweite Generation von 
Degeneraria als Sommervarietät Bilinearia auf, unter welcher 
sich die ab. $ Rubraria Stdgr. (die. Grundfarbe, namentlich 
der Vorderflügel, röthelroth, sonst mit Bilinearia stimmend) als 
einzelne Seltenheit findet. 

Wenn ein solches Resultat schon in unserer Rheingegend 
erzielt wird, so liegt die Vermuthung nahe, dass in südlicheren 

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94 

Ländern Degeneraria ebenso gut ihre Sommervarietät haben 
werde. Unter dem Einflüsse des heissen Klimas dürften dort 
die Flügel eine röthelrothe Färbung annehmen. Dass hierzu 
die $ geneigter sind als die (^, ist nach dem oben Gesagten 
zweifellos. Aber es werden sich im Süden auch rothe (J- 
finden. 

Var. Bilinearia kann nur eine, der Rubraria Stdgr. aller- 
dings nahe stehende MitteUbrm sein, welche eine Frucht 
unseres immerhin gemässigteren Klimas ist. Man wird sie im 
System daher auch zwischen Degeneraria Hb. und var. Ru- 
braria Stdgr. stellen müssen. 

*7. Zanosoma cMoceliaria Hb. 
(Hein. I, 711, Bei Wien im Juli). 

Ein prächtiges $ fing Herr Tetens am Abend des 23. 
August an Haideblüte. 

*8. Qnophos dumekUa Frr. 
(Heinemann I, 679. Bei Wien). 

Sie wurde Ende August und Anfangs September mehr- 
mals beobachtet. Doch nur am 2. September gelang es Herrn 
Tetens, in den schwer zugänglichen Klippen ein ganz frisches 
$ zu fangen, welches er mir für meine Sammlung Uberliess. 
Naph diesen noch geringen Erfahrungen scheint Dumetata nicht 
bloss seltener als die im unteren Rheingau verbreitete Furvata 
S. V. zu sein, sondern auch später zu fliegen. Denn Mitte 
August kam von Furvata kaum dann und wann noch einmal 
ein gänzlich abgeflogenes Stück vor, während die um diese 
Zeit noch gar nicht bemerkte, erst 14 Tage später gefangene 
Dumetata ganz frisch ist. 

9. Gdaria saUcaia Hb. 

(Hein. L 782. R^ensburg, zwischen Bandweiden im Mai und 
Juli. Roessl. Verz. 147 [247] var. Podevinaria H.-S. bei 
Hachenburg einmal von Gaisblatt erzogen. Koch, Schmetter- 
linge etc. S. 261. Bei Weinheim in der Bergstrasse). 

Als die Haide zu blühen begann, erschienen allabendlich 
die Schmetterlinge häufig. Während der Dämmerung flogen 
sie um das in den Klippen wachsende Buschwerk, später 
setzten sie sich an die Haideblüte, von der sie durch den 
Schimmer des Lichtes leicht vertrieben wurden. Der schlechte 

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95 

Zustand der meisten Falter zeigte, daes die beste Flugzeit vor 
den Beginn der Haideblüte fällt Ganz reine Exemplare waren 
eine Seltenheit. 

Salicata ist 1879 nicht zum ersten Male im Nassauischen 
aufgefunden worden. Da sie Alexander Sehenck auf dem 
Westerwalde ans einer an Gaisblatt gefundenen Raupe erzog, 
80 ist es vielmehr wahrscheinlich, dass sie bei uns eine grös- 
sere Verbreitung hat. Sie wird wohl im ganzen untern Rhein- 
•gau vorkoromea, ebenso auf dem jenseh« der Lahn (auf ihrem 
rechten Ufer) sich erhebenden Westerwalde, der seinen Namen 
jetzt mit Unrecht trägt; denn er ist nur noch wenig bewaldet. 
Im Taunus scheint Salicata zu fehlen, da ich sie bei Oberursel 
sonst wohl hätte Anden müssen. Aber in der Bergstrasse ist 
sie nach Koch zu Hause. Denn er giebt an, dass ein frisch 
entwickelttr Falter Mitte Mai bei Weinheim gefangen worden 
sei. Verglichen mit Heinemann's Mittheilung über die Flug- 
zeit, lässt dieses Vorkommen im Mai eine doppelte Generation 
zweifellos erscheinen. 

Da es mir darum galt, die Naturgeschichte zu beobachten, 
so liess ich mir von mehreren S Eier legen. Man braucht 
sie zu diesem Zwecke nur in dem kleinen Fangkästchen zu 
belassen, in welchem man sie mit nach Hause gebracht hat. 
Nach einigen Tagen waren an den Wänden viele Eier, deren 
Zahl sich zusehends vermehrte, festgeklebt, ohne dass ich den 
Thierchen eine Pflanze vorsetzte, an die sie ihre Eier hätten 
legen können. 

Den ersten Räupchen, die erschienen, wurden verschiedene 
Weidenarten, darunter Band weiden und Saalweiden, vorgelegt, 
obscbon ich mir sagen musste, dass, da diese an den hiesigen 
Flugplätzen fehlen, die Raupe kaum daran leben würde. Das 
Resultat war denn auch, dass die Thierchen schon in den 
ersten 24 Stunden starben, ohne das Weidenlaub berührt zu 
haben. 

Auf Roessler's Angabe gestützt, legte ich den später er- 
scheinenden Räupchen Loniceren vor in der Meinung, dass ich 
nun das Richtige getroffen habe. Aber das Resultat war ge- 
nau dasselbe wie bei dem ersten Versuch. 

Ich hatte noch von einem dritten $ Eier. Als die Räup- 
chen aus ihnen ausgeschlüpft waren, legte ich in der Ver- 
legenheit, was ich thun sollte, in das Kästchen einige frische 
Spitzen von Galium verum, die ich mir geholt hatte, um damit 
die aus den Eiern erwarteten Räupchen von Cidaria olivata 
zu f&ttem. Und was geschah? Andern Tages waren die 
Räupchen noch irisch und gesund, und ich konnte deutlich 

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96 

wahrnehmen, dass sie sich von dem Gahum genährt hatten. 
Sie wurden nun in einen grösseren Behälter gebracht und 
regeheeht gefüttert. Bis heute — 12. October — sind sie 
recht schön gewachsen und fühlen sich augenscheinh'ch wohl. 
Duss die Raupe bei uns auch im Freien an Galium verum 
lebt, ist um so weniger zu bezweifeln, als diese Ptlanze in den 
Klippen des Leunig überall wächst. 

Diese Thatsache nun scheint mir interessant. Denn da 
kein Grund vorliegt, die Richtigkeit der Schenck'schen Mit-» 
theilung zu bezweifeln, so haben wir es hier mit einer Raupe 
zn thun, welche nicht bloss so weit auseinanderstehende Pflanzea 
verzehrt, wie Galium verum und Loniceren, nach Roch auch 
Bandweiden, Salix vimiualis, woher der Name genommen zu 
sein scheint, sondern welche in unserer Gegend sogar 
dasjenige Futter absolut verschmäht, womit sie in 
andern Gegenden erzogen werden kann. 



In einem Nachtrüge führe ich noch einige Arten auf, die 
wir nach dem Abhlühen der Haide im October an Apfelschnitten 
und süssem Köder fingen, mit welchem wir die Eichen und 
Buchen am Waldsaume des Lennig bestrichen. Bei der ein- 
mal gewählten Ueberschrift konnten diese Arten nicht in den 
Text aufgenommen werden. Es sind : 

1. AgroUs sauda Hb. 

(Hein. I, 520. Oesterreich und Schwaben im Juli. Roessl. 
Verz. 61 [161]. Bei Wiesbaden einmal aus einer im Juni 
gefundenen Raupe erzogen. Der Schmetterling im August). 

Bei Wiesbaden und im Rheingau selten. 

Unter vielen Agrotis ypsilon Hufn. (suffusa S. Y.) 6ng 
Herr Tetens ein solches (J am 4. October. Dieses späte Vor- 
kommen lä«st mich zweifeln, ob wirklieh, wie Wilde angiebt, 
die von der zweiten Generation stammende Puppe, welche im 
nächsten Mai die erste Generation liefern müsste, überwintere. 
Jedenfalls müssen noch genauere Beobachtungen gemacht werden, 
um die Generationenzahl und im Zusammenhange damit die 
Flugzeit der Saucia mit Sicherheit bestimmen zu können. 

In seiner Diagnose von Saueia nennt Heiuemann die 
Hiiiterflügel so unpassend wie möglich milchweiss. Erst in 
der darauf folgenden Beschreibung corrigirt er sich eiuiger- 
massen, indem er sagt: nur am Saume und auf den Rippen 
gelbhch grau. In Wirklichkeit sind die Hinterflügel beider 

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97 

Geschlechter hell weissgrau mit graubraunen Rippen; der 
Saum und Aflerwinkei breit bräunlich grau. Diese Beschattung 
zerfliesst in der Grundfarbe. 

2. Ammocoma vekila Dup. 
(Hein. I, 359. Bei Botzen. Roessl. Verz. 65 [165]). 

Sie ist im untern Rheingau verbreitet und häufig. Nach 
Roessler's brieflicher Mittheilung kommt sie auch im Nahethale, 
eioem Seitenthale des Rheins, bei Kreuznach nicht selten vor. 

Roessler entdeckte die Raupe bei Lorch. 1879 erschienen 
die Schmetterlinge vom 4. — 12. October häufiger als die um 
drei volle Wochen früher fliegende Caecimacula am Köder. 

*3. Orrhodia veronicae Hb. 
(Heinemann I, 479. Oesterreich). 

Von zwei Stücken, die am Abend des 2. October in den 
Klippen des Lennig an den aufgehängten Apfelschnitten sassen, 
brachte Herr Tetens ein frisches ^ mit. Da kein weiteres 
Exemplar gefangen wurde, so scheint Veronicae bei uns selten 
zu sein. 



üeber die Bestünmung der von Liunö 
bescliriebeneii Gattung Pliryganea. 

Von 
Dr. U. Ha^en« 



Die genaue Bestimmung der von älteren Autoren be- 
schriebenen Arten hat mich so lange beschäftigt, als ich über- 
haupt Insecten studire. Ich gestehe, dass dabei für mich die Pri- 
oritätsfrage stets in zweiter Linie gestanden hat, und je mehr 
ich mich mit dem Gegenstande beschäftige, stets noch weiter 
zurück tritt. Ich habe, wo möglich und thunlich, stets den 
mir bekannten ältesten Namen vorgezogen. Da ich aber über- 
zeugt bin, dass spätere Generationen verständiger Weise sich 
nkht gebunden halten werden, und auch nicht verpflichtet 
werden können, unpassende Namen oder solche, die aus irgend 
einem Grunde von dem Insecte eine irrige Vorstellung veran- 

5d7y Google 



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98 

lassen, in die Ewigkeit fortzuschleppen, oder sich gar um eine 
Priorität von Monaten oder Tagen (etwa in der lächerlichen 
Art das Datum der Correcturbogen betreffend) zu kümmern, 
so wähle ich in solchen Fällen stets den Namen, der mir die 
beste tv Anrechte zur Annahme zu bieten scheint. Habe ich 
verständig gewählt, so werden mir sicher andere Arbeiter folgen; 
habe ich Irrthümer gemacht, so können selbe verbessert werden. 
Der Hauptzweck meines Studiums der alten Autoren ist stets 
in erster Linie die geographische Verbreitung gewesen und 
der sichere Nachweis, dass eine bestimmte Art in einem be- 
stimmten Lande zu einer bestimmten Zeit existirt habe. Ich 
brauche nicht an die bekannten Fälle zu erinnern, dass einige 
Arten Linn^'s nach langem Zweifel erst in neuerer Zeit in 
Schweden wiedergefunden sind, andere noch bis heute nicht. 
Aus 0. F. Müller's Werken kann ich ähnliche Fälle anfuhren. 
Ich habe 1839 in Schweden alle mir zugänglichen Sammlungen 
studirt, zu denen später noch die vom Museum in Cambridge 
angekaufte Samuilung von C. F. Jung gekommen ist und eine 
kurze Uebersicht (Stett. Ent. Zeit. 1844) publicirt. Unter den 
von mir gesehenen Sammlungen reichen nur Mus. R^. Ad. 
Friderici, De Geer, Haefner, Thunberg und Gyllenhal in die 
Zeit Linnd's, und über die mich interessirenden Gruppen be- 
sitze ich noch meine damals gemachten Verzeichnisse. 

üeber den Inhalt der Sammlung Linn6's für Neuroptera 
habe ich Stett. Ent. Zeit. 1845 p. 155 eine Liste publicirt, 
die im Januar 1845 von Hrn. Kippist, dem Secretair der Linn. 
Soc, selbst gefertigt*) und mit den im eigenen Exemplare 
Linn^'s von Systema Naturae ed. XH. untersti-ichenen Arten 
genau vei^lichen ist. Einige Angaben derselben stimmen nicht 
mit denen von MXachlan. Im Jahre 1857 und 1861 habe 
ich selbst Linnd's Sammlung verglichen, soweit dies möglich 
war, da mir nicht erlaubt wurde, die Kasten zu öffnen und 
die mir gestattete Zeit sehr beschränkt war. Die irrigen 
Bestimmungen der drei Phryganiden - Arten in Banks' Samm- 
lung erklären sich leicht, da ich gleichfalls die Kasten nicht 
öffnen durfte, und die Sammlung 1857 in einer Dachstube mit 
nur einem Fenster hoch oben aufbewahrt wurde. 

Herr Wallengren hat gegenwärtig eine Bestimmung der 
Arten Linn^'s publicirt (Journ. Linn. Soc. vol. XIV. p. 726 
bis 736), die sehr richtig von dem Grundsatze ausgeht, dass 
die Linn^'schen Arten mit den jetzt dort vorkommenden und 



*) Anmerkung. Sie ist geschrieben von Hrn. Schulz, früher 
Associd von Longman, unter dem Dictat von Hm. Kippist. 

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99 

mit den Beschreibungen ttbereinsUmmen sollten. M'Lachlftn 
hat seine Ansicht über einige Arten am -Schlüsse beigeftlgt. 
Da ich för einige Arten mit einem oder beiden Herren nicht 
einverstanden bin, erlaube ich mir meine Ansicht hier zur 
Prüfung vorzulegen. 

Ph. phalaenaides. Die Identität ist zweifellos durch üdd- 
roan's Abbildung und Beschreibung. Die Worte ^antennae 
corpore dimidiores^, an welchen sich Hr. W. stösst und abge- 
brochne Fühler supponirt, erklärt sich einfach, wenn man an- 
nimmt, dass Linn^ unter corpore die Länge des ungespannten 
Thieres mit den Flügeln verstanden hat, namentlich da auch 
Uddman's Figur das Thier so darstellt mit Fühlern von halber 
Eörperlänge. Diese Erklärung passt auch auf eine spätere 
Art Dagegen sagt L. bei Phr. nebulosa ^antennae longitu- 
dine corporis, non vero alarum^, was gegen meine Erklärung 
spräche, wenn er stets dieselben Bezeichnungen gebraucht 
b&tte, was nicht der Fall ist. 

Ph. reüculata. Hr. W. erklärt sie gewiss mit Recht für 
die jetzt allgemein dafür gehaltene Art. Die Abbildung f. 208 
in der Pandora Insectorum (ich spreche nur von der Original- 
tafel der Dissertation, die umgezeichnete Figur in den Amoe- 
nhates selbst der Stockholmer Ausgabe ist sehr schlecht) spricht 
decidirt dafür. Das ungespannte Thier hat nahe der Spitze 
der Flügel am Vorderrande zwei längere schwarze Quer- 
binden, die am Vorderrande erweitert sind. Von den 14 mir 
vorliegenden Stücken von N. clathrata (auch aus Schweden) 
zeigt keins diese Zeichnung so deutlich, während unter 19 
Stücken von N. reticulata gerade 7 aus Schweden sehr deut- 
lieh solche dreieckige Binden zeigen. Hrn. WallengrenV 
Worte ^it is nevertheless to be assumed that he had both 
speciea before him and confused them^ ist eine Annahme, 
die durch keine Sylbe in Linn^'s Beschreibung unterstützt oder 
molivirt wird. 

1%. striata. Ich habe (Linnaea V.) die Deutung dieser Art 
ZQ geben versucht. Hr. W. wirft dagegen ein, dass Linn^ 
diese Art nicht gemeint haben könne, gehe aus den Worten 
^lis testaceis nervoso striatis^ deutlich hervor. Die alae ner- 
▼oeo striatae im Verein mit der übrigen Beschreibung könne 
nur auf N. ruficrus deuten, die den Namen N. striata L. zu 
flibren habe. MXachlan wirft dagegen ein, dass Linn^'s Worte 
nicbt auf N. ruficrus passen, dagegen gut auf ein abgeriebenes 

7* oogle 



100 

Exemplar von Ph. striata (Hag.) 1d Linn^'s SammluDg mit dem 
Zettel striata von- Linn^'s Hand an der Nadel loh bemerke, 
dass in Hm. Kippist's mir noch vorliegendem Verzeichniss 
ausdracklich bemerkt ist, ^dass P. striata in Linn^'s Syst. naturae 
mit Blei und nicht mit Tinte unterstrichen ist, und dass von 
letzteren Arten es allein sicher sei, dass sie sich in Linn^'s 
eigener Sammlung befunden haben^. Dia gesperrten Worte 
sind von Hrn. Kippist unterstrichen. Mir liegen von Ph. 
striata aus allen Gegenden Europas jetzt 36 Stück vor, 5 aus 
Schweden, und ich bereife Hrn. Wallengren's Einwand um- 
soweniger, als genau die Hälfte und beide Geschlechter alae 
subtestaceae sive fusco-testaceae haben. Bei 10 Stücken ist die 
Färbung einförmig ganz ohne Flecken, und das dunklere Ge- 
äder tritt so aufielllig vor, dass die Worte nervoso-striatis ganz 
am Platze sind. Bei einigen ist es nur wenig schwächer mar- 
kirt, als bei manchen Stücken von N. ruficrus. Ich bemerke 
noch, dass Linn6 in Acta Upsal. 1737 p. 27 No. 2 als ein- 
zigen Gharacter neben der Flügel förbung die Worte ^^antennis 
longitudine alarum^ zufügt. Dies passt nun sehr gut zu Ph. 
striata (Hag.), bei der die Fühler stet« länger sind als bei Ph. 
grandb, und bei den Männchen zumeist Flügellänge haben, 
was bei Ph. grandis nicht vorkommt (wenigstens nicht bei 
den 39 mir vorliegenden Stücken). Bei N. ruficius sind die 
Fühler wesentlich kürzer als die Flügel. Dass Linn^ die 
Worte ,,antennae longitudine alarum^ in der Fauna Suec. in 
,,antennae longitudine corporis^ umändert, beweist, dass meine 
bei Ph. phalaenoides ausgesprochene Vermuthung richtig ist. 
MXachlan's Bemerkung, dass Linn^ zwischen Ph. striata und 
Ph. grandis, die sich äusserlich so sehr ähnlich sehen, die 
kleine Ph. grisea eingeschoben habe, mache die Deutung der 
Ph. striata (Hag.) sehr zweifelhaft, verliert wesentlich an Ge- 
wicht, da Linn6 nicht nur bei den Phryganiden, sondern auch 
bei den Lepidopteren und anderen Gruppen sehr oft ähnliche 
EinSchiebungen gemacht hat, die uns schwer verständlich sind. 
Femer sind die Stücke, die der Beschreibung von Ph. striata 
entsprechen, der Ph. grandis nicht sehr ähnlich, und kleine 
Männchen oft recht unähnlich. Frische ganz ausgeförbte 
Exemplare wie drei meiner Sammlung aus Lapland sind aller- 
dings Ph. grandis ähnlich genug. 

1%. grisea. Nach W. ist Linn^ in der Deutung dieser 
Art stets missverstanden, da der Fensterfleck der P. grisea 
autor. und der um die Anastomose in der Beschreibung fehlt, 
die Grösse als mediae magnitudinis angegeben wird, und die 

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101 

maciüa marginalis nigra nur schwach bei Ph. grisea auior. an- 
gedeutet ist. Die Farbe grisea finde sich bei Ph. rhombica 
angewendet und passe gleichfalls nicht zu Ph. grisea autor. 
Die einzige Art in Schweden, die zur Beschreibung passe, sei 
L. Stigma, von welcher ein Stück mit grisea in J. E. Smith's 
Handschrift und No. 739 (749 bei W. ist Druckfehler) in 
LiDne's Handschrift an der Nadel in der Sammlung Linn6's sich 
vorfinde, welches als typisch zu betrachten sei. M'Lachlan 
bestätigt die letzte Angäbe, und meint, Wallengren's Angaben 
scheinen ^at least prima facie^ wohl begründet; die Aenderung 
des Namens würde den Autoren wenig schmackhaft sein. 

Zuvörderst die in Linn6's Sammlung betreflende Type 
betreflend, giebt das von Hm. Kippist gefertigte Verzeichniss 
an, dass P. grisea 1845 im Linn. Syst. Nat. nicht mit 
Tinte, sondern nur mit Blei angestrichen war, und dass man 
von den ersten allein mit Gewissheit wisse, dass sie in 
Linn^'s eigener Sammlung vorhanden waren. M'Lachlan's 
Monc^. Rev. p. 58 sagt ^and apparently a Linnean label 
with the No. 739^, was doch mit der späteren Angabe ^a 
label in bis hand^ nicht gleichbedeutend ist. Ich meine, dass 
schon der Zettel von Smith's Hand, der den übrigen Typen 
nicht beigefügt ist, das Stück nicht als Type betrachten 
lässt. Hr. Kippist sagt Stett. Ent. Zeit. 1845 p. 156 ^Ausser- 
dem sind in Linn. Syst. Nat. Ed. XH mit Bleifeder unterstrichen 
und mit Etiquetten, welche wahrscheinlich vom Käufer der 
Unn^'schen Sammlung, Hm. Smith, herrühren und den ge- 
legentlichen Zusatz: ^E. descr. Linn.^ führen nocli folgende 17 
Arten vorhanden^, und unter diesen ist Ph. grisea angeführt. 

G^hen wir Linn^'s Beschreibung durch, so sagt er zu- 
vörderst mediae magnitudinis. Da Ph. reticulata als media 
bezeichnet wird, so ist Ph. grisea ähnlich in Grösse. Nur 
Stücke von P. grisea, die diese Grösse erreichen (und um 1 
bis 2 mm grösser sind als M'Lachlau's Angabe 28 mm) sind 
durchaus nicht selten. Die Grösse würde also nicht gegen 
Ph. grisea sprechen. Hrn. Wallengren's Einwurf, dass Linn6 
die Farbe dieser Art nicht grisea genannt haben würde, wider- 
legt sich sofort, wenn man die von Linn6 beschriebenen grauen 
Noctoiden vergleicht. Deutet man Linn6's Ph. grisea als das 
llännchen, so ist die Nichterwähnung des Fleckens an der 
Anastomose und des Fensterfleckes sofort erklärt. Das Fort- 
fallen beider ist durchaus nicht very rarely, wie Hr. W. sagt, 
sondern geradezu nicht selten, wie eine gute Zahl von Männ- 
chen unter den über 100 Expl. von Ph. grisea in meiner 
Sammlung beweisen. Dieser Annahme steht umsoweniger die 

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102 

Kleinheit entgegen, da nach M'Lachlan's Angabe das ais linn^'s 
Type angesprochene Stück nur 23 mm Spannung hat, und 
ich Männchen von Ph. grisea autor. mit schwarzem FJeek von 
25 mm vor mir habe. Pictet und Burmeieter haben diese 
Art zuerst für Linn^'s Ph. grisea bestimmt, Kolenati und Andere 
sind gefolgt. Ich gestehe, dass ich auch noch jetzt dieser An- 
V sieht bin. Es wundert mich, dass Hr. W. bei anderer Deutung 
gerade. auf L. stigma gefallen ist, da Schweden eine andere 
Art. besitzt, die viel besser zu Linn^'s Beschreibung passt. 
Ich meine L. bipunctatus. M'Lachlan führt für diese Art 
Schweden nicht speciell an, und durch einen Druckfehler ist 
das ihm von mir mitgetheilte Stück aus Umeä (Lappland), als 
von Island verzeichnet. Ich habe aber 3 Stücke aus dem 
mittleren Schweden vor mir, die zu Linn6's Beschreibung gut 
passen würden. Ich bemerke noch, dass Hrn. Wallengren^s 
Angaben der Farbe des corpus als fuscum oder nignun mit 
M'Lachlan's Beschreibung und meiner Beobachtung direct im 
Widerspruch stehen. 

Ph, grancks. Diese Art ist stets zweifellos gewesen. Hr. 
W. sagt ^but it is evident ihat he had not separated striata 
Auct. from grandis- Auct.^. In Linn^'s Beschreibungen in allen 
Werken ist es mir positiv unmöglich, auch nur die leiseste 
Spur für eine derartige Evidenz aufzufinden. 

Ph, rhombica. Hr. W. stimmt der Deutung der gewöhn- 
lieh für diese Art gehaltenen Phrjganide bei. Zu dem, was 
über die in Linn^*s Sammlung vorhandenen Stücke gesagt 
wird, kann ich nur bemerken, dass nach Hrn. Kippist's Liste 
von 1845 auch Ph. rhombica zu den 17 Arten gehörte, die 
nicht sicher in Linn^'s Samnilung vorhanden waren. 

i%. bimacukUa. Hr. W. erklärt, diese Art sei stets ver- 
kannt. Die Gründe, die er anführt, sind, was zuvörderst die 
Grössenangabe betrifH, nicht stichhaltig. Linn6 sagt ^inter 
minores, non autem inter minimas^. Die einzige Art, bei 
welcher. Linn6 das Wort nünima gebraucht — ich spreche 
natürlich von Faun. Suec. Ed. I, wo die Art zuerst beschrieben 
wurde — ist Ph. saltatrix, ein kleiner Psocus. Wenn Hr. 
W. sagt ^the minute species known to Linnaeus are compared 
by him with Musca or Culex^, so finden wir diese Angabe 
bei Ph. longicomis No. 746 als magnitudo majoris culicis. Es 
darf aber nicht übersehen werden, dass dieser culex major 
Bombylius major ist, der in Ed. I No. 1119 noch als Culex 

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103 

aufgeftlhrt iet, und so Linn^'s mehrfach bespöttelten Vergleich 
der Grösse gut rechtfertigt. Es passt Linn^'s Grössenangabe 
sehr gut auf Neur. bimaculata, welche in G]*ös8e mit Ph. longi- 
cornis etwa gleichkommt. 

Die Einwendung von Hrn. W., dass Linn6 die beiden 
Flecke nicht altera pone alteram, sondern altera supra altera m 
hätte bezeichnen müssen, wird von M'Lachlan zurückgewiesen 
und sollte ganz fort, wenn man bedenkt, dass Linn^ das un- 
gespannte Tbier beschrieben hat, was die folgenden Worte 
animal antrorsum angustatum sicher beweisen. Hiermit sind 
alle Einwände gegen die gewöhnliche Deutung — thus the 
Neurech'psis is not bis species • — erledigt, und Hrn. Wallen- 
gren^s Bemühung, eine andere Art ausfindig zu machen, un- 
oätz. Er gelangt zu dem Schlüsse, dass Ph. grisea autor. 
diese Art sei, wobei er gänzlich übersehen hat, dass bei ihr 
die Flügel weder braun noch die Flecke gelb sind, wie Linn4 
angiebt. Wem» er ferner anführt, dass in Linn^'s Sammlung 
ein Stück von L. griseus als Ph. bimaculata sich befinde, so 
ist zu erwiedern, dass auch Ph. bimaculata sich unter den 17 
Arten befindet, die nach Kippist nicht mit Tinte unterstrichen 
sind, und nicht zu denen gehört, die sicher in Linn^'s eigener 
Sammlung vorhanden waren. Es würde mir lieb sein, zu 
wissen, in welchen Sammlungen von ^those who lived near 
the time of Linnaeus, and who where partly bis disciples^ 
sich diese Bestimmung findet. In meinen Noten finde ich sie 
nicht, und Zetterstedt sagt nur, dass ihm einige Stücke mit 
dieser Bezeichnung mitgetheilt sind. 

Ph. ßamlaiera. Diese Art ist stets ein Räthsel gewesen 
und hat auch Hrn. W. zu oflenbarem Missverständniss Ver- 
anlassung gegeben. Er sagt, es genüge, sich an die Worte 
^thoracis lateribus flavis^ zu halten, und kommt ferner durch 
Schlüsse, die in der Deutung des margo exterior als inner 
margin geradezu einen Irrthum enthalten, zu dem Resultat, dass 
die Art eine Hydropsyehe sei und unter schwedischen Arten 
allein H. instabilis sein könne. M'Lachlan thut gewiss mit 
Recht Einspruch gegen diese Deutung, ohne eine andere zu 
geben. Hr. W. hat übersehen, dass zu H. instabilis weder 
das corpus totum nigricans, noch die antennae corpore dimidio 
brevioree passen, und endlich auch nicht einmal thorax lateri- 
bus flavis. Die Fühler werden von ihm als abgebrochen be- 
zeichnet. 

Dass die Deutung des margo exterior als inner margin 
ein Irrthum ist, geht deutlich hervor aus der Beschreibung von 

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104 

Raphidia (etiam ad marginem exteiiorem punctum oblongum 
fuscum uti in LibelluHs) und Hemerobius lutarius, wo auf alis 
exterioribus (Vorderflügel) folgt duo exteriores nervi seu exti- 
mus und ad marginem exteriorem versus apieem. So weit 
ich sehe, ist Linn6 in der Anwendung der Worte nicht con- 
sequent gewesen, sondern hat mehrere Bezeichnungen für den- 
selben Ohara cter gebraucht. So werden die Vorderflügel alae 
superiores, exteriores und supremae genannt. Der Vorderrand 
als margo exterior (Raphidia, H. lutarius und also auch Ph. 
flavilatera und Libellula); als inferior (Ph. grisea, H. formi- 
caleo, Ph. saltatrix) und zugleich als crassior (Ph. grisea, H. 
bipunetatus). Der Hinterrand heisst margo interior (Ph. W ae- 
neri) oder posticus (Ph. phalaenoides, reticulata) und tenu^ or 
(Ph. nebulosa und andere). Der Prothorax heisst thorax bei 
Raphidia, clypeus bei Phr nebulosa, collum bei H. flavicans. 
Collare kommt nur bei Ph. flavilatera vor. 

Wenn nun durch die sichere Deutung des margo exterior 
als Vorderrand auch die Lage des „admodum dilatatus^ be- 
stimmt ist, und Hrn. W's. Deutung ausschliesst, so geht es 
mit dem thorace lateribus flavis ähnlich. Die Vergleichung 
der Ed. I Fn. Suec. ergiebt dafür die Worte ^thoracis mar- 
ginibus flavis. Es ist bekannt, dass die Ed. I von Linn^ 
allein gefertigt ist, die Ed. H mit der Hülfe seiner Schüler, 
und dass sie Unrichtigkeiten enthält, und in zweifelhaften 
Fällen die Ed. I desshalb als massgebend betrachtet wird. 
Die erste Ausgabe enthält keine Artnamen, und der in Ed. H 
eingeführten Ph. flavilatera widersprechen grob die Worte der 
Beschreibung ^corpus totum nigricans, — collare antice et 
postice, non ad latera flavescens^. Ich meine, nachdem in 
der Abschrift der Fehler ^thoracis lateribus flavis^ gemacht 
war, ist der Artname dem Fehler gefolgt. 

Ich schlage vor, die Ph. flavilatera als Neuronia lapponica 
zu deuten. Dass diese Art für die Umgegend von Upsala 
meines Wissens noch nicht angeführt ist, hat kaum Bedeutung. 
Erstens hat Linn6 ihren Wohnort nicht speciell angegeben, und 
zweitens ist sie, ohne Zetterstedt's Angaben als massgebend an- 
zunehmen, in Oesel und Litthauen nachgewiesen, also für das 
mittlere Schweden als wahrscheinlich anwesend zu betrachten. 
Die Descr. bei Linn6 passt durchaus, und die erwähnten Man- 
dibeln sind bei Neuronia deutlicher als hei anderen Gattungen. 
Das ^collare antice et postice, non ad latem flavescens'^ ist 
undeutlich. Zuvörderst finde ich nicht, dass Linne das Wort 
collare sonst irgendwo gebraucht hat. Bei Hemerobius (Psocus) 
flavicans sagt er ^collum angustius flavum, thorax^, wo oflen- 

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105 

bar das coJlum die häutige Verbindung von Kopf und Pro- 
thorax bedeutet. Nehmen wir collare ftir den dorsalen Theil 
des Thorax an, 8o passen die Worte gut,' da der Vordermnd 
des Prothorax gelblich und die Verbindungshaut zwischen 
Mesothorax und Metathorax wenigstens bei einem meiner Stücke 
deutlich sichtbar und hell geförbt ist, was mit thorax m«r- 
ginibus flavis sich vereinen lässt. Die einzige Phryganide, 
bei welcher Linn6 das Wort thorax noch braucht, ist Ph. ci- 
liaris mit den Worten thorax pilosus. Hier ist nicht allein 
der Protborax, sondern auch die Seiten des Mesothorax stark 
behaart. Will man aber collare nur auf den Prothorax deuten, 
80 ist nicht zu übersehen, dass der Hinterrand einen gelben 
Haarsaum hat, was den Linn^'schen Worten entsprechen könnte. 
Ich meine daher in der No. 743 der Ed. I N. lapponica zu 
erkennen, und dass die Ed. II durch den Schreibfehler der 
Diagnose Oateribus für marginibus) und den daraus erfolgten 
Artnamen flavilatera, der den Angaben der Beschreibung 
geradezu widerspricht, die Erkennung erschwert habe. Wer 
an dem Namen flavilatera zu starken Anstoss nimmt, mag 
vielleicht eine Erklärung darin finden, dass bei unreifen Stücken 
von N. concatenata die Seiten des Thorax blass sind , und 
dass bei einem Stücke von N. lapponica wenigstens in der 
Nähe der Füsse dies noch der Fall ist. und bei unreiferen 
Stücken dies in weiterem Umfange der Fall sein kann. 

Ich mag hier nicht unerwähnt lassen, dass unerachtet der 
passenden Citate und unerachtet des Vorhandenseins eines 
Stückes in Linn^'s Sammlung Hemerobius lutarius der Be- 
sehreibung nach unmöglich die bekannte Sialis-Art sein kann. 
Die Worte ^venis bis vix reticulato conuexis, nisi solum in 
aus exterioribus, duabus aut tribus margini interiori (Hinter- 
rand) propioribus; duo exteiiores nervi seu extimus (Vorder- 
randadern) vix uno in loco connectitur; at alae omnes qua- 
tuor ad marginem exteriorem versus apicem linea fusca inCer 
duo exteriora vasa notantur.*^ Diese Worte können nie auf 
Sialis, nie auf eine Phrjganea, wohl aber auf eine Leuctra 
oder Nemura Anwendung finden. 

Ph, niffra, azurea und longicomis sind von Hrn. W. schon 
früher gedeutet und zweifellos. Die Ph. nigra Zett. ist, wie 
Hr. W. bemerkt, von Ph. nigra L. durchaus verschieden und 
vielleicht eine dem Norden eigenthümliche Art. Ich linde sie 
nicht bei M'Lachlan erwähnt, bemerke aber, dass ich ein 
Stück von Umeä besitze, das, obwohl im Habitus der Ph. 
nigra L. verwandt, im Geäder und Append. ganz abweicht. 

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106 

Ich habe es für sehr wahrscheinlich als zu Zetterstedfs Ph. 
nigra gehörig betraehiet. 

Ph. ßlosa. Ich finde MXaclilan's Ansicht, dass unter allen 
bekannten schwedischen Arten Oec. ochracea am besten zu 
Linn^'s Beschreibung passe, gerechtfertigt. Der Einwand Hrn. 
Wallengren's, dass diese Art in Schweden selten sei, ist ohne 
Gewicht, da Linn^ bekanntlich nicht selten Arten beschreibt, 
die jetzt «ehr selten sind. Mir liegen schwedische Exemplare 
vor. Dass alte schwedische Entomologen diese Art Ph. hec- 
tica genannt haben, ist mir neu. Zctterstedt sagt nur: Sunde- 
wall in litteris. Die Flügel sind flavescentes, und das cylin- 
drico-incumbentes, kann eben nur auf diese Art angewendet 
werden, bei welcher die langen dünnen Vorderflügel in der 
That, namentlich bei Stücken in Sammlungen eine Form an- 
nehmen, die den Ausdruck rechtfertigt. 

Tinea Robertella. Ich habe nie diese Art gekannt. 



Neue Neuroptera in: 

Die Insecten von Dr. Vitus Graber. 

Von 
Dr. H. Haffen. 



Eine sehr lobende Anzeige im Kosmos macht namentlich 
auf die trefflichen Original- Abbildungen neuer Insecten auf- 
merksam. Ich habe mich lange mit Neuropteren beschäftigt 
und geglaubt, die europäischen Arten und ihre Larven ziem- 
lich genau zu kennen und zumeist zu besitzen. Ich finde je- 
doch, dass die Bukowina des Neuen und Originellen so viel 
besitzt, dass ich, um nicht stark zurück zu bleiben, es zu 
erhalten ^wünsche. Solche originelle Nova werden natürlich 
hoch im Preise stehen, und ich biete daher für jedes der nach- 
folgend erwähnten Thiere zehn Thaler: natürlich müssen selbe 
genau mit den Original-Abbildungen übereinstimmen. 

1) Die Larve von Necrophilus arenarius T. I. p. 83. 
— N. arenarius ist bekanntlich die Larve von 
Nemoptera, und ich besitze zwei Typen. Die Larve 
der Larve sah ich noch nie, und nach der Ab- 
bildung ist sie von meinem Necrophilus durchaus 
verschieden. 

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f07 

2) Hydropsvche T. I. p. 88. Mir ganz unbekannt, 
wohl neue Grattung, wenn nicht mehr. 

3) Cloeon dimidiatum, Larve. T. I. p. 358. Aeus- 
serst merkwürdig, da schon die Larve ausgebildete 
FlOgel hat^ auch sonst different durch Kopf und 
Kiemen von allen bekannten Arten. 

4) Termes lucifugus. Königin T. IL p. 92. Aeusserst 
wichtig durch den Thorax ohne Flügelrudimente 
und sonstige Abweichungen. 

5) Ephemere p. 460; nach der Untei-schrift an den 
ersten sechs Hint^rleibsringert mit Tracheenkiemen, 
während die Figur solche an den numerirten 
Ringen bis zum achten zeigt. Ich war unsicher, 
ob ich mein Angebot fdr die Figur oder für die 
Unterschrift zu normiren hätte. Da aber der Ver- 
fasser beides als zusammengehörig betrachtet, werde 
ich es auch so thun müssen. Das Thier is deci- 
dirt ein Original! 

6) Larve einer Perlide p. 477. Mir ganz neu. 

Eis sind noch viele merkwürdige Thiere abgebildet, die 
al>er leider meine Kräfte übersteigen. Bei der Cicad. T, IL 
p. 209 fiel mir sofort das alte Lied ein: 

Ha, der Geruch ist mir bekannt. 
Er stammt — aus Aldrovand's Band. 
¥j8 ist mir ganz neu, dass das Wiener Museum Typen 
von oder zu Aldrovand besitzt! Da ich meine Thaler parat 
halten muss, erlaube ich mir, als Termin zur Ablieferung der 
gewünschten Insecten den 1. April vorzuschlagen. 



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108 



Naturgeschichte der in Deutschland 

einheimischen Käfer nebst analytischen 

Tabellen zum Selbstbestimmen. 

Für Lehrer, Studirende 

lind alle Freunde wissenschaftlicher Entomologie. 

Von Dr. l¥lllieliii von Frleken. 

3. verb. Auflage. Werl^ Stein'sche Buchhandlung. 1880. 



Es fehlt in unserer Literatur nicht an vortrefflichen Käfer- 
fauuen, allein dieselben enthalten fUr den Anfänger theils des 
Materials zu viel, theils zu wenig, nämlich nur die systema- 
tische Charakteristik. ^Es ist daher ein Werkchen., das zwi-^ 
pclien dem zu viel und zu wenig Maass hält, die vorzüglicheren 
einheimischen Käfer mit Uebergehung aller gar zu winzigen 
und selten beachteten Formen behandelt, ihre Lebensweise 
ausreichend berücksichtigt, die Auffindung der Namen durch 
möglichst augenfällige Merkmale enthaltende analytische Ta- 
bellen erleichtert und praktische Brauchbarkeit mit Wissen- 
schaftlichkeit verbindet, ein Bedürfniss, das von zahlreichen 
Käferfreunden in allen Ständen und in der studirenden Jugend 
empfunden wird^. 

Der Verf des vorstehend genannten Werkchens hat es 
unternommen, diese Lücke in unsrer Literatur auszufüllen. Er 
hat sich dieser Aufgabe mit anerkennenswerthem Geschick 
entledigt, und dass sein Büchlein in verhältnissmässig kurzer 
Zeit bereit« die 3. Auflage erlebt, ist jedenfalls ein Beweis, 
dass dasselbe sich viele Freunde erworben hat. Auch Rec. 
kann nur dankbar bezeugen, dass das Büchlein ihm zur Ein- 
führung in die Käferkunde wesentliche Dienste geleistet hat. 
Die 3. Auflage darf im Vergleich mit der 2. mit Recht eine 
nach allen Seiten hin vermehrte und verbesserte genannt 
werden. Die Zahl der beschriebenen Species ist erheblich 
vermehrt, so z. B. die der Staphylinidae um 20, die der Ni- 
tidulariae um 8, die der Buprestidae um 11. Eine Familie, 
die der Eucnemidae mit 5 Species, ist neu hinzugekommen. 
Ueber die getroffene Auswahl liesse sich ja freilich im Ein- 
zelnen rechten. Warum fehlt Athous rufus, Chlaenius caelatus, 
quadrisulcatus? Warum das genus Liochiton? Warum wird 
die sehr seltene Aegialia rufa aufgeführt und die am Ostsee- 

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109 

8tr«nde gemeine globosa nicht erwähnt? Neben Omalium ri- 
yalare Payk. hätte wohl auch das fast ebenso häufige 0. 
florale Payk. eine Stelle verdient. Ungern hat Ree. auch 
die durch ihre breite flache Gestalt und starken Glanz so leicht 
kenntliche Crattung Gyrophaena vermisst, von welcher G. nana 
Payk. doch wohl Überall in Pilzen zahlreich vorkommt. Oder 
rechnet Verf. diese Thierchen unter die ^gar zu winzigen 
Formen^? Sonst darf die Auswahl wohl eine glückliche ge- 
nannt werden. — Zu den zahlreichen Abbildungen sind in 
der 3. Auflage noch neue zum Theil recht instruktive (z. B. 
Fig. 62 und 63) gekommen. Besonderen Fleiss hat der Verf. 
verwandt auf die Naturgeschichte und Lebensweise der Käfer. 
Wie interessant sind z. B. die ausführlichen Mittheilungen über 
die Lebensweise des Rhynchites Betulae, über die Entwickelung 
der Hydrophilidae und Meloidae! Kurz, das Büchlein kann 
allen Käferfreunden, namentlich den Anfängern, nur aufs An- 
gelegentlichste empfohlen werden. Wenn Rec. noch einen 
Wunsch aussprechen darf, so ist es der, in der Beschreibung 
mehrerer Species einer Gattung (z. B. Aphodius) die unter- 
scheidenden augenfölligen Merkmale durch gesperrten Druck 
auszuzeichnen, etwa so, wie dies Garcke in seiner Flora 
Deutschlands durchgeführt hat. Die ^praktische Brauchbarkeit^ 
bei dem Bestimmen der Käfer, besonders auf Excursionen, 
würde dadurch jedenfalls bedeutend erhöht. 

Hübner. 



Die Insecten. 

Eine Anleitung zur Kenntniss derselben. 

Von 
Dr. wmwä Selileeliteitdalil und Dr. O« l¥üit»elie. 

Dritte Abtheilung. 

Mit 4 lithogr. Tafeln. 

(Schluss.) 

Leipzig. B. G. Teubner. 1879. 

Mit diesem Bändchen ist das bereits früher angezeigte 
Werk zum Schluss geführt und behandelt die Neuroptera (Netz- 
flügler), Orthoptera (Geradflügler), Hemiptera (Halbflügler, 
Wanzen), denen zum Schluss eine Erklärung der sämmtlichen 
Abbildungen (12 Tafeln) und zwei alphabetische Register der 
lateinischen und der deutschen Namen beigefügt sind. 



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HO 

Da ich mit diesen Ordnungen nicht vertraut bin, so kann 
ich mich auf das Sachliche der Behandlung nicht einlassen: 
die Namen der Herren Bearbeiter und ihre früheren Leistungen 
berechtigen zu der Annahme, dass sie gewissenhaft das ihrige 
gethan haben. 

Durch die Accentuation der lateinischen Namen haben sie 
den Anföngern und den Ungelehrten löblich unter die Arme 
gegriffen, und ich war angenehm überrascht, sogar die auch 
bei Fachphilologen häufig genug vorkommende falsche Betonung 
S. 605 durch den richtigen Accent auf gigant^um vermieden 
zu s^en. Die ebenfalls, namentlich bei Botanikern gebräuch- 
liche falsche Accentuirung 8. 644 cimicöides (p€i,di]g) ferner 
S. 585 Rhodäni fielen mir bei dem Durchblättern auf. 

Die Correctur scheint, soviel ich bemerkt habe, mit 
musterhafter Genauigkeit gehandhabt worden zu sein. 

Dr. C. A. Dohrn. 



Vereins- Angelegenlieiten. 

In der Sitzung am 11. December wurde den anwesenden 
lulitgliedern mitgetheilt, dass sich den Trauerföllen des Vereins 
im Jahre 1879 am 20. November noch der Hintritt unseis 
lieben Genossen Dr. G. Haag-Ruten berg auf der Grüneburg 
bei Frankfurt a. M. gesellt habe. 

Als Zusatz zu dem Mitgliederverzeichniss 8. 4 resp. Be- 
richtigung des letzten im Jahrgange 1879 ist zu bemerken: 
Dr. Friedrich Ritter von Stein, Professor in Prag. 
Dr. med. Richard Ritter von Stein, Werksarzt in 
Chodau bei Carlsbad (nicht Garlsberg). 
Baroo Huene bittet, an ihn nicht per RevaJ zu ad res- 
siren, sondern Lechts per Station Lechts der baltischen Eisen- 
bahn. Die Adresse des Oberlehrers Pah n seh ist nicht mehr 
Reval, sondern Assistent am botanischen Garten in Dorpat. 
Neu aufgenommen als Mitglieder sind: 
Herr Will, Lieut. a. D. in München. 
^ Woldemar Plüschtschensky-Plüschstschik 
in Petersburg. 
Das Gresuch, an ein auswärtiges Niehtmitglied Bücher aus 
der Bibliothek des Vereins auszuleihen , wurde vom Vorstande 
abgelehnt. Dr. C. A. Dohrn. 



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111 



Gassen -AbscMuss pro 1879. 



£ i n n a h m e : 

An Cassen-Bestand vom Jahre 1878 Jtx 34.42. 

Fflr Zeitungen eingegangen * ^ Vlll . 55. 

Zahlung von der Pomni. Prov.-Zuckersiederei k 

Conto unsere Guthabens ^ 1610. — . 



Summa: ^ 3421.97. 
Ausgabe: 
Per Honorar an den Vereins-Secretär, 
Buchbinder- Rechnung, Porto, 

Botendienste etc .>^^ 1 165 . 03. 

^ Druckkosten für die Zeitung etc. ^ 1941.96. 
^ Miethe für das Vereinslocal ... „ 300.—. 



Summa: M 3406.99. 



Bestand pro 1880: M 14.98. 
Stettin, den 31. December 1879. 

Gillet de Montmore, Vereins-Rendant. 



Nekrolog. 



Wiederum hat der Verein und die Wissenschaft einen 
sehr schmerzlichen Verlust erlitten — unser Dr. Georg Haag 
ist im November 1879 von uns geschieden! 

Wenn ich auf meiner Reise durch Belgien Ende August 
jenes Jahres durch Freund Cand^ze erfuhr, unser College 
Chapuis sei schon seit Monaten einer bedenklichen Apathie 
verfallen, die ihn jeder entomologischen Arbeit unfähig mache, 
so hatte mich das einigermassen auf die Ti-auerkunde seines 
Todes Ende September vorbereitet. 

Aber dass Freund Haag uns so schnell entrissen werden 
würde, er, den ich auf derselben Reise Anfangs Septembej- in 
seinein Hause gesund und munter traf, und mit dem ick 

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einige Stunden in alter Weise verplauderte — das war ein 
Donnerschlag aus heiterm Himmel! 

Ich muss mich begnügen, hier über sein Leben die Data 
zu verzeichnen, welche mir auf meine Bitte unser College, 
Herr Oberstlieutenant a. D. Saalmüller in Frankfurt a. M. 
mitzuth eilen so freundlich war. 

Johann Georg Haag wurde in Frankfurt a. M. am 10. 
October 1830 geboren, wo sein Vater Arzt war. Er besuchte 
das dortige Gymnasium bis Ostern 1849, besuchte dann die 
Universitäten Heidelberg und Berlin, promovirte 1852 zum 
Dr. juris und trat in die Frankfurter Advocatur ein. Da er 
aber schon im Laufe seiner Universitätszeit, ja schon früher 
durch Erichson's coleopterische Schriften eine entschiedene 
Vorliebe für Entomologie gewonnen, und nur auf den speciellen 
Wunsch seines Grossvaters das zuerst begonnene Studium der 
Medicin mit dem der Rechtswissenschaft vertauscht hatte, und 
da seiner Beschäftigung mit der Advocatur ein Augenübel 
hinderlich entgegentrat, so gab er die letztere auf. Im Mai 
1855 hatte er sich mit Georgine Caroline Elisabeth Freiin von 
Rutenberg vermählt und im Jahre 1861 zog er als Landwirth 
nach Ysenburg auf der linken Mainseite, wo er bis zum Jahr 
1867 gewohnt hat. Dann übernahm er die Pachtung des 
Hofguts Grüneburg in der Nähe von Frankfurt. 

Im September machte er eine Reise zu Verwandten in 
Mecklenburg, kehrte von derselben aber unpässlich zurück und 
beklagte sich besonders über nervöses, immer steigendes Ohren- 
leiden, was sich zuletzt bis ins Unerträgliche steigerte. Er 
starb am 20. November Vormittags. 

Haag hatte mit einer allgemeinen Käfersammlung be- 
gonnen, dieselbe aber später auf die Familie Heteromera be- 
*gränzt und einzelne Gruppen dieser zahlreichen und schwie- 
rigen Horde zu Gegenständen sehr tüchtiger Monographieen 
gemacht. 

Die Mehrzahl seiner entomologischen Arbeiten findet sich 
in der Berliner entom. Zeitschrift. Ausser den 4 Artikeln für 
die Stettiner Zeitung, welche S. 33 des Repertoriums vou 
Wahnschafie 1878 verzeichnet sind, hatte er im J. 1879 für 
die letztere eine grössere Arbeit unter dem Titel ^Beiträge 
zur Kenntniss der Canthariden^ begonnen, von welcher die 
Gattung Tetraonyx und die Gattung Spastica beendet sind. 
Es sollte nun die Gattung Lytta folgen. — 

Auf meine Anfrage, ob er für das erste Heft der Zeitung 
für 1880 etwas einsenden könne, erfolgte folgende Postkarte: 



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Lieber Freund 
kann leider nicht, liege an einem peinigenden, nervösen 
Ohrenübel schon 3 Wochen und es ist nicht abzusehen, 
wann es aufhört. Hoffentlich bald. 
30./ 10. 79. Ihr 

Georg Haag. 
Wer Haag gekannt hat, der hat ihn lieb gehabt. Das 
sagt alles. 

Aus seiner glücklichen Ehe hinterbleiben die Wittwe und 
fünf Sohne: eine Tochter ist ihm vorangegangen. 

Dass er von seinen Mitbürgern und seinen Geschäfts- 
freunden zu Ehrenämtern als Stadtverordneter und Vorsitzender 
verschiedener Gesellschaften berufen wurde, war natürlich. 

Eine grosse Zahl Leidtragender erwies ihm die letzte 
Ehre. 

Geschrieben 1. Decbr. 1879. C. A. Dohrn. 



Coleopliora linosyridella, 

eine neue Art aus dem unteren Rheingau , 

vom 
Pfarrer A* Faebs in Bornich. 



Vdfl. von der Wurzel bis zur Spitze 2 L. (6 mm.), schmal 
und spitz, lehmgelblich mit weissen Linien. Die weisse Vorder- 
randlinie setzt sich unterhalb der Fransen bis zur Spitze 
schmal fort. In gleicher Weise läuft die weisse Innenrand- 
linie am Saume hin bis zur Spitze. Fransen hell gelblich grau. 
Die Vorderrandfransen zeigen die Grundfarbe; ihre Spitze ist 
heller. Htfl. grau mit gelblich grauen Fransen, welche nach 
der Spitze zu heller werden. Wurzelglied der Fühler doppelt 
so lang als das zunächst sich anschliessende, gegen das Ende 
verdickt, oben weiss, unten mit bräunlich gelben oder grau- 
braunen Haarschuppen dicht besetzt. Geissei weisslich , vorn 
dunkel gefleckt; ein erzogenes $ hat die FUhler fast ganz 
weiss. Durch den Flug reiben sich die weissen Schuppen ab, 
wodurch die Fühler oben geringelt, unten grau erscheinen. 
Der Kopf weist die Grundfarbe der Vdfl. auf, seitwärts ist er 
weiss. Thorax und Schulterdecken lehmgelblich, weiss ge- 
rundet; an geflogenen Stücken sind sie verblasst. 

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Eine veränderliche Art, insofern die Grundfarbe der Vdfl. 
reiner oder trüber lehmgelb ist. Während einige Schmetter- 
linge ausserdem schöne weisse Linien haben, finden sich bei 
andern dunkle Schuppen eingestreut. 

Der Sack ist dem von Olivaceella gleich gebaut und ähn- 
lich gefärbt: Röhrensaek, 3 L. (9 — 10 mm. lang), mit drei lang 
zugespitzten Klappen, unten bräunlich gelb, schwach gekielt 
mit feinen erhabenen Längslinien; oben ist er platt und weiss- 
lieh, namentlich seine vordere Hälfte, auf der sich schmutzige 
Atome wie graubraune Körnchen eingestreut finden. Der 
Mund 2. 

Der Sack von Olivaceella, welche Art übrigens, wie das 
ganz verschiedene Aussehen der Schmetterlinge beweist, in 
eine entfernt stehende Gruppe gehört, untei-scheidet sich durch 
seinen vor der Mitte gegabelten Rückenkiel, welcher bei Li- 
nosyridella ganz fehlt, seltener bis auf eine schwache Spur 
zurücktritt. 

Die Raupe war 1879 den Mai hindurch am Lennig an 
den Blättern von Chrysocoma linosyris nicht selten, aber nur 
an dieser warmen Stelle, die auch Grapholitha Fuchsiana hervor- 
bringt. Gegen Mitte August erschienen die Schmetterlinge, 
deren ich nur wenige erzog. 



Bemerkung. 



In No. 10 — 12 dieser Zeitung Seite 474 sagt mein ver- 
ehrter Freund, Herr Plötz, bei Berichtigung der systernntischen 
Stellung von Ery ei des Licinus mihi: Sollte meine Dysoni 
echte Fühler haben und nicht identisch mit Licinus Mschl. sein, 
so dürfte doch meiner Ansicht nach letzterer Name nicht bei- 
behalten werden, da er bereits 1871 von Edwards verwendet 
und diese Familie bei Weitem noch nicht so geregelt ist, dass 
gleiche Namen in verschiedenen Gattungen sollten vorkommen 
dürfen. 

Als ich meinen Licinus beschrieb, war es mir unbekannt, 
dass Edwards diesen Namen bereits für eine Pamphila-Art aus 
der nächsten Verwandtschaft von P. Metea Scudd. verwendet 
hatte, ich würde sonst cicher einen andern Namen gewählt 
haben. Doch glaube ich, dass gerade in dem hier vorliegenden 
Falle das Bedenken meines verehrten Freundes weniger be- 

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gründet ist, da es sich um Thiere, wenn auch aus einer Fa- 
milie, doch aus himmelweit verschiedenen Gattungen handelt. 
Wäre mein Licinas eine Art von Carystus oder Proteides, so 
würde ich nicht anstehen, selbst den Namen zu kassiren; da 
Lieinus aber zu Erycides gehört, glaube ich, kann er ruhig 
fort bestehen; denn diese Gattung mit Pamphila zu vereinigen, 
dürfte der ausschweifendsten Phantasie eines Systematikers 
nicht einfallen, es könnten dann gleich sämmtliche Hesperidae 
in eine Gattung gebracht werden. 

Sollte meine Ansicht von Autoritäten aber nicht getheilt 
werden und der Name Lieinus für meine Art eingehen müssen, 
so schlage ich für diese Art Sigovesus als Namen vor; denn 
da Dysoni Plötz möglicherweise, aber nicht sicher diese Art 
ist, vielleicht sogar einer anderen Gattung angehört, wird 
dieser Name nicht eintreten können. 

Kr onför stehen bei Bautzen, 8. Decbr. 1879. 

H. B. Möschler. 



Lepidopterologisclie Mittheilungen 
aus dem imteren Rheingau, 

vom 
Pfarrer A* JPuelis in Born ich. 

(Fortaetiung zu 1879, 166—174.) 



1. Polyommahis Phlaeas L. ab. Eleus Fabr. 
Ent. Ztg. 1877, 131. 

Im Herbste 1877 habe ich der Beobachtung dieser Art 
nochmals meine Aufmerksamkeit zugewandt und 2 ^ gefangen, 
welche von der südHchen var. Eleus nur durch ein Merkmal 
abweichen, welches ich bei der ersten Besprechung unerörtert 
gelassen habe: durch das kürzere Schwänzchen der Hinter- 
tlügel. An der grossen Mehrzahl meiner hiesigen, zur zweiten 
Generation gehörigen Exemplare ist ein solches entschieden 
vorhanden; aber so gross wie bei var. Eleus sah ich es nur 
HO einem $ in der Sammlung eines Wiesbadener Freundes, 
welches, wenn auch dunkler als der gewöhnliche Phlaeas, doch 
nur einen Uebergang zur var. Eleus bildet, gerade wie auch 
viele meiner rheinischen Stücke. 

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Wenn nun nachgewiesen ist, dass dieses $ wenigstens 
in dem einen Merkmal die var. Eleus erreicht, so wird sich 
nicht leugnen lassen, dass sich auch bei uns ab und zu ein 
dunklerer Eleus finden muss, dessen Hinterflügel ein ebenso 
langes Schwänzchen itlhren, wie die südlichen Exemplare. 
Uebrigens ist bei meinen italienischen Eleus das Schwänzchen 
keineswegs immer von gleicher Länge; am kürzesten haben 
es die $, deren Vorderflügel auch nur selten oder vielleicht 
nie so dunkel werden wie die der ^. 

Unter den Angehörigen der zweiten Phlaeas- Generation 
finden sich zuweilen Stücke, welche im schwarzen Felde der 
Hinterflügel vor der rothgoldnen Saum binde eine Reihe (4) 
kleiner blauer Fleckchen führen. Vom Vorderwinkel aus 
nehmen diese Fleckchen an Grösse ab. 

Wenn ich vielleicht früher geglaubt haben mochte, dass 
das Vorkoniimen der var. Eleus< in Deutschland noch nicht 
nachgewiesen sei, so sehe ich jetzt ein, dass ich mich geirrt; 
denn schon in Zeller's lepidopterologischen Beiträgen in der 
Isis 1840 findet sich die Bemerkung, dass geschwärzte Phlaeas 
auch in Deutschland fliegen. Sie dürften in Süddeutschland 
überall einzeln zu Hause sein, aber nach Norden zu immer 
seltener werden. 

2. Lycaena Argiolua L. var. gener. U. parvipuncta. 

Zu den Schmetterlingen, die, wenigstens bei uns, eine 
Sommervarietät haben, gehört auch Lycaena Argiolus. Ich 
fing davon am 1. August 1879 ein ^ und am 21. August 
ein $, welche, beide sehr frisch, auf der Unterseite manche 
Unterschiede von der ersten Generation aufweisen. Mit dieser 
verglichen, weichen sie in folgenden Punkten ab: 1) unten 
sind die Fransen der Vorderflügel weniger deutlich gescheckt. 
2) Die schwarzen Punkte sind kleiner und weniger zahl- 
reich. 3) Es fehlt diesen sowohl, wie auch dem langen 
schwarzen Mittelstrich die weissUche Umgebung, welche bei 
Argiolus zwar schwach, aber immerhin angedeutet ist. 4) Der 
grünlichblaue Erzschimmer an der Basis der Hinterflügel 
unten ist auf einen kleineren Raum beschränkt und etwas 
schwächer. 

Die Vorderflügel des ^ führen im Saumfelde eine gerade 
Reihe von nur 4 schwarzen Punkten. Am stärksten entwickelt 
ist der dritte; der zweite und vierte sind sehr klein, der erste 
wenig grösser. Derjenige Punkt, welcher bei Argiolus der 
erste und so weit wurzelwärts gerückt ist, dass die Flecken- 

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rdhe gebrochen erscheint, fehlt meinem ^ der Sommer- 
generation völlig. Von den beiden halbmondförmigen schwärz- 
lichen Flecken, welche die erste Generation am Hinterwinkel 
der Vorderflügel, zwischen dem Saume und den Augenpunkten, 
aufweist, ist nur der obere angedeutet, welcher hinter dem 
vierten Punkt, zwischen ihm und dem Saume, steht. Der 
untere, welcher bei Argiolus im Scheitel des Hinterwinkels 
steht, ist verschwunden. 

Die Zahl der Hinterflügelpunkte ist bei var. parvipuncta 
^ so gtoss wie bei Argiolus; aber jene hat die Punkte ent- 
schieden kleiner. Der lange schwarze Mittelstrich ist zwar 
deutlicher als bei meinen hiesigen Argiolus (J; aber meine 
Oberurseier Argiolus haben ihn ebenso deutlich. 

Um nun zu der Beschreibung des $ tiberzugehen, so 
führen die Vorderflügel von var. parvipuncta im Saumdrittel 
eine Reihe von 5 schwarzen Punkten gegen 7 von Argiolus J. 
Der erste, wurzelwärts gerückte Punkt, welcher meinem (J von 
var. parvipuncta fehlt, ist bei dem $ vorhanden. Dafür ent- 
behrt parvipuncta $ die beiden untersten kleinen Punkte, 
welche meine Argiolus $ alle, aber die (J nur zum Theil 
führen. Von den drei halbmondförmigen Flecken, welche 
Argiolus $ am Hinterwinkel zwischen dem Saume und der 
schwarzen Punktreihe aufweist, ist bei var. parvipuncta $ nur 
eine schwache Spur vorhanden. 

Die Hinterflügel meines $ von var. parvipuncta haben 
eine Eigenthümlichkeit, welche dem ^ ebenso abgeht wie 
allen meinen Argiolus, und welche ich daher vorläufig nur für 
eine zufallige Ai>erration dieses einzelnen Exemplares halte. 
Der Punkt in Zelle 6, weicher bei Argiolus zu einem starken 
Augenfleck entwickelt ist, erscheint nämlich nicht bloss in 
seinem Umfange sehr reducirt — das hat bei dem ganzen 
Charakter der Sommervarietät nichts Auffallendes; sondern er 
ist auch wurzelwärts viel weiter in den Flügel hinein- 
gerückt als bei Argiolus ^ und auch bei parvipuncta (J. Dass 
bei Argiolus die Stellung dieses Punktes der Veränderlichkeit 
unterliegt, zeigen meine Exemplare. Aber ich habe doch 
keins , bei dem er so weit wurzelwärts in den Flügel hinein- 
träte, als bei diesem $ von var. parvipuncta. 

Sonst bewahrt mein $ von var. parvipuncta den Charakter 
der Sommervarietät auch darin, dass alle Punkte der Hinter- 
ilQgel kleiner als bei Argiolus und zum Theil bloss angedeutet 
sind, so namentlich die Punkte im erzschimmernden Wurzel- 
felde. — ^ 1 

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Wenn man die Frage aufweiTeu wollte, ob die Sommer- 
form von Argiolus den bezeichneten Chanikter bei uns im- 
mer trüge, so möchte ich, wie iinvolisländig das mir zur 
Zeit vorliegende Material auch noch sein mag, doch die Ver- 
muthung äussern, das8 dies allerdings der Fall sein vi'ird. 
Denn es ist anzunehmen, dass wärmere Sommer als der von 
1879 noch weit mehr die Kraft haben werden, die var. parvi- 
puncta zur Entwickelung zu bringen. 

Die weitere Frage, ob var. parvipuncta auch in anderen 
Gegenden zur Ausbildung gelange, kann nur durch eine sorg- 
fältige Beobachtung entschieden werden. Zunächst ist noch 
gar nicht ausgemacht, ob Argiolus alierwäits in einer dop- 
pelten Generation fliegt. Denn der kategorischen Angabe von 
Heinemann I, 77: ^Ueberall, April, Mai und wieder im Au- 
gust^^ , steht die Beobachtung meines Freundes Roessler ent- 
gegen, der ebenso bestimmt erklärt, dass Argiolus bei Wies- 
baden nur einmal im Jahre fliege. Ist dem so — und 
warum sollte Roessler sich geirrt haben? — dann wird auch 
der Norden Deutschlands nur eine Argiolus -Generation auf- 
weisen. Vielleicht aber stellt sich die Sache auch so, das,< 
der grösste Theil derjenigen Raupen, welche von den Kn<le 
April und Anfangs Mai fliegenden Faltern stammen, Überwintert 
und nur einzelne sich ausnahmsweise schon im Sommer /ai 
Schmetterlingen entwickeln. Zu dieser Annahme scheint die 
Seltenheit der zweiten Generation, von der mir bei Bornich, 
al>gesehen von dem beschriebenen Pärchen, früher nur einmal 
ein Falter zu Gesieht kam, sehr wohl zu passen. Es isft 
wahrscheinlich, dass diese (unvollständige?) zweite Generation 
nach Norden zu an Häufigkeit abnimmt, aber in Süddeutsch- 
land sich zur var. parvipuncta entwickelt. 

3. Zygaena trifoln Esp. var. ? gradlis. 

Kleiner und zierlicher als Trifolii. Vorderllügel von der 
Wurzel bis zur Spitze 13 mm. Schwärzlich blaugrün mit 
fünf carmoisiurothen Flecken, der dritte Fleck klein und vom 
vierten immer getrennt. Hinterflügel roth; ihr schmaler Saum 
schwärzlich; die schwarze Färbung ist in der Saummitte und 
an der Spitze etwas erweitert. Hinlerleib schwarz. Die 
langen Fühler überragen den fünften Fleck. Ihre 
dünne Kolbe endigt \i\ eine schmale, allmählich ab- 
nehmende Spitze. 

Meine 3 ^ sind im Juli 1875 bei Bornich auf einer in 
unsere Klieinberge eingezwängten trockenen, sehr sonnigen 



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Wiese — es ist dieselbe, welche Agrotis cuprea beherbergt 
— gefangen und steckten als Trifolii ab. orobi in meiner 
Sammlung, bis ich bei einer vorgenommenen Revision ihre 
Verschiedenheit von Trifolii -Orobi erkannte. Dass sie nicht 
doch als eine ausgezeichnete Localvarietät zu dieser Art ge- 
hören könnten^ will ich keineswegs in Abrede stellen; aber 
ebenso gewiss ist, dass sie Merkmale an sich tragen, welche 
es nöthig machen, sie mit den Verwandten von Trifolii: Me- 
iiloti und Lonicerae, zu vergleichen. 

Gracilis ist kaum grösser als Meliloti. Sie hat dereu 
Zeichnung und den schmalen schwärzlichen Saum der Hinter- 
llügel, unterscheidet sich aber durch ihre etwas abweichende 
Fliigelgestalt und vor allen Dingen durch ihre viel längeren 
Fühler, welche bei Meliloti den fünften Fleck nicht überragen 
und keine so dünne Spitze wie Gracilis haben. 

Die Fühler der Gracilis sind denen der Lonicerae gleich 
gestaltet. Von dieser Art unterscheidet sie sich aber auf den 
ersten Blick durch ihre geringere Grösse, die rundere Spitze 
ihrer Vorderflügel und durch die Kleinheit ihres dritten Fleckes. 

Wenn man die bei Gracilis immer vorhandene Trennung 
der Flecke 3 und 4 ausser Acht lässt, die sich ja auch an 
der zweifellos zu Trifolii gehörigen ab. orobi findet, so stimmt 
Gracilis mit der typischen Trifolii im Fitigelschnitt überein, 
unterscheidet sich aber 1) durch ihre geringere Grösse und 
zierlichere Gestalt, 2) durch ihre längeren Fühler, welche 
eine anders gestaltete Kolbe haben, 3) durch den schmalen 
schwarzen Saum ihrer Hinterflüge], dessen Breite bei Trifolii 
übrigens der Veränderlichkeit unterworfen ist. 

Wenn man bedenkt, welche ausgezeichneten Local Varie- 
täten Trifolii je nach dem Wärmegrade ihrer Heimath erzeugt, 
so wird man um so eher geneigt sein, auch Gracilis nur als 
eine solche zu betrachten, als bei so tagliebenden Faltern, wie 
es die Zygaenea sind, die Entdeckung einer neuen Art un- 
wahrscheinlich ist, — obschon auf der andern Seite die Mög- 
lichkeit nicht ausgeschlossen erscheint, dass in einer so schwie- 
rigen Gruppe wie Trifolii-Meliloti -Lonicerae eine nahestehende 
und vielleicht wenig verbreitete Art längere Zeit könnte über- 
sehen worden sein. Bis mir ein reichhaltigeres Material vor- 
liegt, entscheide ich mich für die erstere Annahme. Denn 
al^esehen von der geringeren Grösse der Gracilis, welche, 
wie die ins andere Extrem ausartende var. dubia Stdgr. be- 
weist, nicht sehr in's Gewicht föllt, liegt der bedeutendste 
Unterschied in den Fühlern; in diesem Punkte aber^ist, wie 

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man wiederum an var. dubia erkennt, Trifolii keineswegs un- 
veränderlich. 

Ich besitze von dieser schönen südlichen Varietät zwei sechs 
fleckige Exemplare, welche als aberr. sexmaculata gelten 
könnten und sich von der sonst ähnlichen Trausalpina auf der 
Unterseite der Vorderflügel dadurch unterscheiden, dass bei 
Transalpina die Flecke durch einen rothen Wisch verbunden 
sind, bei Sexmaculata nicht — und drei fünffleckige. Jene sind 
aus Meran; von den fUnfQeckigen Stücken, also der eigent- 
lichen var. dubia Stdgr., stammen zwei aus Norditalien, das 
dritte gehört zu den Exemplaren, welche Herr von Homeyer 
1878 aus Cannes mitbrachte. 

Afle diese fünf Exemplare nun sind beträchtlich grösser 
und plumper als die deutsche Trifolii. Die Fühler meiner 
beiden Sexmaculata und einer fünffleckigen Dubia, welche ich 
Staudinger's Güte verdanke, sind denen unserer rheinischen 
Gracilis gleich gebildet. Mein französisches Dubia $ hat kurze 
Fühler mit plumper Kolbe; das dritte Stück hält zwischen 
beiden die Mitte. 

Durch diese Betrachtung, welche die Veränderlichkeit in 
der Fühlerbildung der Trifolii -Varietäten erhärtet, erscheint 
das letzte und grösste Hinderniss weggeräumt, welches das 
Zuzammenziehen von Gracilis und Trifolii zu einer Art ver- 
bieten könnte. Doch will ich nicht unerwähnt lassen, dass 
ich eine sichere Trifolii von Bomich habe, von der ich nur leider 
nicht mehr weiss, an welcher Stelle ich sie gefangen. Ich 
kann daher nicht sagen, ob an dem Flugplatze der Gracilis 
beide Formen zusammen vorkommen oder nicht. Ist das 
Erstere der Fall, fliegen beide unter einander, so müssen sich 
Uebergänge finden, die ich bis jetzt nicht habe. Andernfalls 
könnten die Artrechte von Gracilis nicht bezweifelt werden. 

Gracilis ist bei uns ein seltener Schmetterling. Denn 
wiewohl ich ihren Flugplatz seit 1875 weniger oft besucht 
habe als damals, so geschah dies doch bisweilen im Juli, um 
nach den verschiedenen Zjgaenen, die dort fliegen, zu sehen; 
aber Gracilis kam mir nicht wieder vor. Vielleicht hätte ich 
statt Ende Juli in der ersten Hälfte des Monats gehen sollen. 

Dass die Heimath der Gracilis auf unser Rheinthal be- 
schränkt sein sollte, ist nicht wahrscheinlich. Man wird sie 
auch in Süddeutschland mit Erfolg suchen dürfen« 

4. Bombyx quercus L. var. tenuata. 

Als im Herbst 1866 ein Ober urseler Freund eine Raupe 
dieses Spinners auf Kiefern gefunden hatte, wurde diese 

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Beobachtung in der Weise verwerthet, dass ich den Versuch 
einer Winterzucht mit den Nadeln jenes Baumes unternahm. 
Zu diesem Zwecke wurde eine Anzahl Quercus - Raupen von 
Birken, auf denen sie bei uns gerne leben, gesammelt, an 
Kiefernzweige gebracht und mit ihrem Behälter in die ge- 
heizte Wohnstube genommen. Im Freien begann damals schon 
die Ueberwinterung, und diesem Umstände — der unterbro- 
chenen Ueberwinterung —, nicht aber dem ungewohnten 
Futter schreibe ich es noch heute zu, dass die Raupen lange 
Zeit nicht fressen wollten. Erst als sie sich, täglich mit 
Wasser angefeuchtet, gehäutet hatten, machten sie sich 
über die ihnen frisch vorgelegten Kiefernzweige her und frassen 
von jetzt an begierig. Aber nur zwei Raupen überstanden 
die Häutung glücklich, alle andern gingen darin zu Grunde. 
Ende Januar 1867 schritt die erste Raupe zur Verpuppung, 
Mitte Februar die zweite. Die beiden weiblichen Schmetter- 
linge stellten sich am 25. Februar und am 25. März ein. 
Die erste Puppe ruhte mithin nur vier Wochen, die zweite 
sechs. Die Verzögerung in der Entwicklung dieser letztern 
erklärt sich daraus, dass im März nicht mehr regelmässig ein- 
geheizt wurde. 

Diese an Quercus gemachten Erfahrungen liefern einen 
Beitrag zur Lösung der in diesen Blättern angeregten Frage, 
ob die Raupenüberwinterung zu den Lebensbedingungen des In- 
sects gehöre? So wenigstens muss meines Erachtens die Frage 
gestellt werden. Sie kann nicht im Allgemeinen entschieden, son- 
dern muss an jedem einzelnen Falle geprüft werden. Doch dürfte 
man bei denjenigen Arten, welche nicht bloss in der nördlichen 
Zone, sondern zugleich in der gemässigten, ja sogar im Süden 
wohnen, wie z. B. eben Bombyx quercus, die Erfahrung 
machen, dass die Durchwinterung der Raupe keine noth- 
wendige Lebensbedingung für das Insect ist. Wie liesse sich 
sonst das Auftreten einer doppelten Generation bei vielen 
Arten erklären? 

Vergleicht man die beiden Quercus $, welche ich auf 
die beschriebene Weise erzog, mit andern hiesigen, so bemerkt 
man einen nicht unbedeutenden Unterschied. Denn einmal 
gehören sie zu den kleinsten Exemplaren, die ich je erzog. 
Ihre Vorderflügel messen von der Wurzel bis zur Spitze 30 
mm. gegen 39 mm. meiner grössten $. Aus Raupen, die 
nach der Ueberwinterung gesammelt werden, entwickeln sich 
solche zwergartigen Exemplare wohl nur in Folge unaufmerk- 
samer Pflege und kärglicher Nahrung-, meine Raupen aber 
hatte ich gut gefüttert. Dieses Zurückbleiben an Grösse wurde 



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also bestimmt durch die künstliche Zucht verursacht, welche 
dem natürliclien Verlaufe der Entwickelung doch nicht ent- 
sprach und die Ausbildung der Falter zwar nieht verhinderte, 
aber dafür ihr Aussehen beeinflusste. 

Sodann sind die beiden Schmetterlinge so bleich, wie ich 
kein anderes Quercus J habe. Der helle Querstreif aller 
Flügel ist verloschen, seine dnnkle Begrenzung wurzelwärts 
lange nicht so deutlich wie an anderen $. 

Schade, dass ich kein ^ erhielt! Aber ich liabe die 
Winterzucht nie wieder versucht, obschon es nicht an guten 
Vorsätzen dazu fehlte. 

. Dass Bombyx quercus eine Art ist, welche je nach dem 
Wärmegmde ihrer Heimath und — wie die obigen Mitthei- 
lungen als möglich erscheinen lassen — vielleicht auch nach 
ihrer Raupennahrung bedeutend abändert, weiss jeder Sammler, 
der sich Exemplare davon aus dem Süden und Norden kommen 
Hess. Im Herbst 1878 führte Herr Ernst Heyne eine grös- 
sere Anzahl erzogener Quercus — irre ich nicht, so waren 
sie aus Norddeutschland — bei sich, die von hiesigen weit 
abweichen und auf den Rang einer ausgezeichneten Local- 
varietät Anspruch erheben dürfen, denn sie waren alle einander 
ziemlich gleich. Ihr Aussehen ist nach einem prächtigen Pär- 
chen, welches ich Heyne's Güte verdanke, folgendes; 

var. tennnta. Der gelbe Querstreif ist bei beiden Ge- 
schlechtern verschmälert, namentlich auf den Hinterflügeln, 
wo er am Afterwinkel des ^ fast unterbrochen er- 
scheint. Saumwärts ist er nicht verwaschen, son- 
dern gegen die braune Färbung, die im Saumfelde 
ebenso dunkel erscheint als im Wurzelfelde, scharf 
abgegrenzt. 

In diesem allgemeinen Charakter, der mir das Aufstellen 
einer Varietät zu rechtfertigen scheint, stimmen beide Ge- 
schlechter überein. Der Vorderflügel des ^J misst von der 
Wurzel bis zur Spitze 28 mm. var. tenuata ist mithin von 
hiesigen Stücken an Grösse nicht verschieden. Die Färbung 
des ^ scheint mir etwas dunkler; sie ist tief kastanienbraun. 
Unterhalb des Vorderrandes, nicht weit von der Wurzel, führen 
seine Vorderflügel eine kleine, doch sehr in die Augen fallende 
Stelle mit gelblichen Haaren, welche keins meiner hiesigen (J 
aufweist. Der gelbe Querstreif ist zwar breiter als auf den 
Hinterflügeln, aber er ist saumwärts nicht verwaschen, sondern 
ziemlich scharf abgegrenzt. Wenn nun auch ein hiesiges rj 
gei*ade so aussieht — in diesem Merkmale — und einen Quer- 
streifen hat, der auf den Vorderflügeln noch schmäler ist als 

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123 

bei var. tenuata, so unterscheidet sich dieses ^ doch immer 
noch dadurch von var. tenuata, dass bei ihm das braune 8a Um- 
feld hinter der Mitte des gelben Querstreifens heller ist als 
bei dieser Form. Während der gelbe Streifen gewöhnlicher 
Quercus hier saumwärts stark verwaschen und vertrieben ist, 
erscheint das Saumfeld der var. tenuata ziemhch gleichmässig 
dunkel kasttmien braun gefärbt. 

Schwerer noch als dieser Unterschied fallen die der 
männlichen Hinterflügel in's Gewicht. Hier ist der gelbe Quer- 
streif weiter vom Saume we^ertickt. Er ist weniger ge- 
bogen, sehr schmal und am Hinterwinkel so stark einge- 
schnürt, dass er fast unterbrochen erscheint. Die breite Saum- 
binde, welche sich gegen den gelben Querstreif deutlich ab- 
grenzt, ist ebenso dunkelbraun wie das Wurzelfeld. 
\n dieser Hinsicht bildet var. tenuata das Gegenstück zu var. 
«icula Stdgr. ^J, bei welcher der gelbe Querstreif der Hinter- 
flögel so stark erweitert ist, dass sich am Saume nur eine 
schwache gelbbräunliche Färbung findet. 

Auch die Unterseite der var. tenuata .^ weicht von ty- 
pischen Quercus ab. Bei diesen ist der gelbe Querstreif auf 
den Vorderflügeln zu einer breiten Binde erweitert. Nur die 
Spitze bleibt braun. Auf den Hinterflügeln erstreckt sich die 
»elbe Färbung bis in die Fransen. Nur selten zeigen sich am 
Vorderwinkel vor den Fransen einige bräunHche Atome. 

Bei var. tenuata ist dagegen der Saum der Hinterflügel 
in beträchtlicher Breite braun. Aber die braune Färbung ist 
etwas heller als auf der Oberseite und begrenzt den sehr 
breiten Querstreifen auch minder scharf als dort. 

Das $, dessen Vorderflügel 35 mm. messen, gehört zu 
meinen dunkelsten Quercus $. Während bei diesen der Quer- 
j'treif nameutlieh auf den Hinterflügeln verwaschen ist, hat 
var. tenuata $ einen schmalen, auf allen Flügeln gleich deut- 
lichen gelben Streif, welcher von der bräunlichen Flügelfarbe 
stark absticht. Ihre Vorderflügel, führen namentlich im Wurzel- 
felde gelbe Rippen; die Hinterflügel sind bis zu den hellgelben 
Fransen eintönig dunkel gelbbraun: eine Färbung, die nur 
durch den gelben, beiderseits scharf abgegrenzten Querstreif 
unterbrochen wird. 

Mit den übrigen Quercus -Varietäten verglichen, steht 
var. tenuata der ab. $ catalaunica Stdgr. am nächsten, die 
übrigens keineswegs immer so dunkel ist wie das (J; denn 
mein einzelnes, von Staudinger selbst erhaltenes Stück gleicht 
dera Q ebensowenig wie var. tenuata $. Von dieser ab. § 
catalauniea nun unterscheidet sich Tenuata J dadurch, dass 

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124 

letztere» auch auf den HinterflUgeln einen deutlichen Querstreif 
zeigt, während er bei Catalaupfca kaum vorhanden ist. An 
das dunkel gelbbraune Wurzelfeld schliesst sich bei' dieser 
vielmehr gleich eine etwas bleichere Saumbinde an, deren 
Braun an der Stelle des Querstreifens nur ein wenig heller 
ist. — 

Soweit var. tenuata! Als var. lapponica erhielt ich im 
Herbst 1879 von Kricheldorff ein $, welches sich bei gleicher 
Grösse (38 mm.) durch die Gestalt der Vorderflügel von den 
hiesigen $ unterscheidet. Sie sind spitzer; während ausser- 
dem der Saum der hiesigen Stücke gebogen ist, bildet er 
bei var. lapponica eine gerade, schräg abfallende Linie. Ja 
in der Mitte könnte man ihn sogar schwach nach innen ge- 
bogen nennen. Ob diese abweichende Fitigelform nur eine 
Eigenthtimlichkeit des einen Stückes ist, welches mir Krichel- 
dorff mittheilte, oder ob sie sich bei der weiblichen var. lap- 
ponica immer findet, vermag ich nicht anzugeben. Ich hatte 
um ein Exemplar gebeten, welches von hiesigen möglichst 
verschieden sei. Dass die Flügelgestalt von Quercus je nach 
dem Vaterlande des Schmetterlings etwas abändert, zeigt mein 
$ von var. sicula Stdgr., dessen Vorderflügel schmäler und 
weniger gerundet sind, als bei typischen Quercus. Var. 
lapponica hat sie ebenso breit, aber weniger rund als die 
Stammart. 

Sonst gehört var. lapponica $, gerade wie Tenuata, zu 
den dunkeln Formen. Ihre Färbung ist dunkler gelbbraun 
als die meiner dunkelsten J von Oberursel. Der breite Quer- 
streif ist dagegen heller und lebhafter gelb, was zur Folge 
hat, dass er auf allen Flügeln deutlich hervortritt. Die Fransen 
der Vorderflügel sind heller als bei Quercus, die der Hinter- 
flügel rein gelb. 

5. Eupitheäa pusillata S. V. ab. larioia Spr. 

Speyer, Ent. Ztg. 1873, 361. Dietze, Ent. Ztg. 1874, 212. 
Fuchs, Ent. Zeit. 1876, 99. 

In der Ueberzeugung, dass man keine Mühe scheuen darf, 
um in naturgeschichtlichen Fragen zu sicheren Ei^ebnissen zu 
kommen, habe ich den 1/4 Stunde von Bornich entlegenen 
Lärchenwald jährlich einige Male im Mai besucht und alle 
Pusillata eingefangen, deren ich habhaft werden konnte. Aber 
wenn mir auch noch einige üebergänge zur var. laricis vor- 
kamen, darunter ein Stück, welches dieser Form ziemhch nahe 
steht, so erhielt ich doch keine typischen Exemplare mehr. 

ooQle 



125 

Auch die Zucht aus Eiern ergab uuter 25 Schmetterlingen 
nur zwei etwas dunklere Pusillata, aber keine eigentliche var. 
laricis und bewies mir zugleich die Grundlosigkeit meines 
Verdachtes, dass zur Verdunkelung der von Speyer und Dietze 
erzogenen Lärchen -Pusillata die häusliche Zucht mitgewirkt 
haben möge. Ich besitze also aus unserer Gegend nur die 
a. a. 0. beschriebenen beiden ^^ und eins von Dickscliied. 
Verglichen mit einem (J der var. laricis von Arolsen und einem 
$ ex 1. von Rhoden, die mir Speyer mitzutheilen die Güte 
hatte, verhalten sich unsere nassauischen Exemplare so: Wäh- 
rend Spejer's Stücke kleiner sind als in der Regel Pusillata 
und nicht bloss schmalere Flügel haben, sondern auch einen 
etwas schrägeren Saum der Vorderflügel, wodurch ihre Spitze 
kaum merklich schärfer erscheint, weichen die hiesigen var. 
laricis in der Flügelgestalt von Pusillata nicht ab. Ihre Färbung 
ist heller als die der Speyer'schen Stücke, die Spitze der 
Vorderflügel erscheint zwischen Wellenlinie und Saum nicht- 
dunkler als bei Pusillata auch. Trotzdem gehören meine 3 
(J sicher zur var. laricis; denn die Flügel aller sind russig 
verdunkelt, ihre Zeichnung ist noch verschwommener 
als die der Speyer'schen Stücke, ihre Fransen sind 
noch weniger deutlich gescheckt und 1 (^ hat einen 
Hinterleib, der dunkler aschgrau ist als an ^ von 
Arolsen und Rhoden. 

Da wir auch in weiterer Entfernung einen wiewohl jün- 
geren Lärchenwald haben, so besuchte ich im Mai 1878 diesen 
ebenfalls, um mich zu überzeugen, wie es dort mit Pusillata 
stände. Aber während sie um die ganz nahestehenden Uoth- 
tannen häuflg flog, kamen in dem immerhin 25 — 30 Jahre alten 
Lärchenwalde nur 2 Stücke vor, deren zerfetzter Zustand zu 
der Annahme nöthigte, dass sie aus dem benachbarten Roth- 
tannenwalde verschlagen sein mochten. Es zeigte sich 
also, dass sich Pusillata, deren ursprüngliche Raupen- 
nahrung die Rothtanne ist, in diesem Revier noch gar 
nicht eingelebt hatte. 

Spey^ führt die Entstehung der var. laricis auf den 
Einfluss der Lärchennahrung zurück. Wenn nun auch nicht 
bezweifelt werden kann, dass die bei Pusillata vorhandene 
Neigung zum Annehmen einer Verdunkelung 1) durch den 
Einfluss der Lärchennahrung gestärkt wird und erst zur vollen 
Ausbildung gelangt, so muss doch die Erfahrung, dass sich 
die interessante var. laricis bei uns nur höchst selten flndet, 
bedenklich machen, ob das Vorkommen einer ständigen 

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126 

Lärchenform bei Rhoden bloss auf den Einfluss der Lärchen- 
nah rung zurückgeführt werden könne. 

Dass gewisse Pflanzen zwar nicht an allen Schmetter- 
lingsarten, deren Raupen sich von ihnen nähren, aber doch 
an einzelnen namentlich dann ein verändertes Aupsehen er- 
zeugen, wenn die Raupen vom Ei an beständig mit jenem 
Futter genährt wurden, ist bekannt. Obwohl nun diese Voraus- 
setzung bei unserer Lärchen -Pusillala zutrifft, so gelangt var. 
laricis doch nur in den seltensten Fällen zur Entwickelung. 

Man wende nicht ein, dass sich die Schmetterlinge in 
unserem Lärchenwalde noch nicht lange genug eingelebt hätten, 
um ein verändertes Aussehen anzunehmen und zu fixiren. 
Denn wenn auch der von Geschlecht zu Geschlecht fort- 
dauernde Einfluss einer bestimmten Nahrung die Wirkung zu- 
letzt poteuziren kann (nicht muss, wie unser Specialfall be- 
weist), so war ja die Gelegenheit dazu in unserem 
alten Lärchenwalde, der von einem gegenüberliegenden 
und nur durch ein Wiesenthal getrennten Rothtannenwalde aus 
gewiäs schon seit Langem mit Pusillata bevölkert 
worden ist, gegeben. Aus der Erfahrung, dass sich 
var. laricis bei uns uns trotzdem nur höchst selten ausbildet, 
ist zu schliessen, es müssen zur Erzeugung einer bestän- 
digen Lärchenform bei Rhoden noch andere Einfluss^ wirk- 
sam sein als der von Speyer angenommene und von mir zu- 
gestandene. 

Es liegt um nächsten, an den Einfluss des Klimas zu 
denken. Da ich aber die Rhodener Gegend nicht weiter kemie, 
so enthalte ich mich eines abschliessenden ürtheils und mache 
nur darauf aufmerksam, dass es interessant sein müsste, von 
anderen Entomologen über die Verbreitung der Lärchen-PusiN 
lata und über deren Aussehen in ihrem Sammlungsbeziike Auf- 
schluss zu erhalten. Eine Lösung der Fragen, die durch 
Spejer's Mittheilungen angeregt worden sind, kann nur auf 
diesem Wege ermöglicht werden. Wie oft -habe ich schon 
bedauert, dass ich während meiner Anstellung in dem zwar 
hochgelegenen und im Winter kalten, aber in (fem kurzen 
Sommer recht heissen Dickschied den einzigen unvermischten 
Lärchenwaid zwar oft aus der Ferne betrachtet, aber nicht 
ein einziges Mal besucht habe! Ein Pusillata ^J von dort, 
welches in einem gemischten Revier gefangen wurde, geluMt 
zur var. laricis und lässt vermuthen, dass in Dickschied die 
zur Erzeugung dieser Varietät unentbehrlichen Vorbedingungen 
in liöherem Grade vorhanden sein mögen als hier. 

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127 



6. Zur Lebenpgeschichte von Eupitheda indigata Hb. 
Ent. Ztg. 1876, 101—105. 

Meinen ersten Bericht über die Naturgeschichte dieses 
Spanners, in welchem ich als Raupennahrung die Nadehi der 
Kiefern nachwies und wenigstens wahrscheinlich machte, dass 
die Raupe auch auf Rothtannen vorkommen möge, schlos^s ich 
mit der zweifelnden Frage, ob sie die verwandte Lärche ganz 
und gar verschmähe, oder ob sie nicht vielmehr, gleich Pu- 
sillata, auch auf diesen Baum übergehe? Seitdem habe ich 
diese Frage zu beantworten versucht und theile darüber Fol- 
gendes mit: 

Indigata wurde später von mir in dem oft erwälmten 
Lärehenwalde ab und zu getroffen. Aber obwohl einzelne 
dieser Schmetterlinge frisch waren, so würde doch der Schluss 
gewagt sein, dass sich ihre Raupen von Lärchen genährt 
haben mussten. Ebensogut könnten die Schmetterlinge aus 
dem oberen Waldrevier, das grösstentheils aus Kiefern besteht 
und mir Indigata jährlich in Anzahl liefert, in den unteren 
Lärchenbestand verschlagen worden sein. 

Um zu einer sicheren Entscheidung zu gelangen, hätte 
ich Anfangs Juli die Lärchen nach Indigata-Raupen abklopfen 
können. Da aber die alten und hohen Bäume nur wenig er- 
reichbare grüne Aeste haben, so wählte ich ein anderes Aus- 
kunftsmittel, das eine nicht geringere Sicherheit des Erfolges 
zu versprechen schien. 

Anfangs Mai 1877 sperrte ich zwei frische Indigata $, 
die ich um Kiefern gefangen, in ein Schoppenglas ein, in 
welches ein kleines , wassergefülltes Gläschen mit einem 
Lärchenzweige zu stehen kam. Da frühere Erfahrungen ge- 
lehrt hatten, dass die Spannerweibchen ihre Eier am liebsten 
dann legen, wenn ihre Behälter an einen dunkeln Ort gebracht 
wird, so stellte ich das Glas in einen Schrank, in welchem 
auch die Gläser der von mir jährlich gezogenen Acidalien 
mit den J der einzelnen Arten aufbewahrt wurden. Aber 
meine Indigata starben, ohne mir Eier zu hinterlassen. 

Daraus frischweg schliessen zu wollen, dass Indigata ihre 
Eier nie an Lärchennadeln lege, wäre zu voreilig gewesen. 
Die ganz reinen $ konnten ja auch unbegattet gewesen sein. 
Daher wurde ^im Frühjahr 1878 der Versuch erneuert, aber 
in einer etwas anderen Weise. Ich bestimmte zu dem Ver- 
suche zwei Gläser. In dem einen wurde ein Lärchenzweig 
aufbewahrt, in dem zweiten ein Lärchen- und ein Kiefern- 

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128 

zweig. Jedes Glas erhielt ein frisches lodigata $. Was war 
das Ergebniss? 

Der Schmetterling, welcher in dem Glase mit dem ein- 
fachen Lärchenzweig gefangen sass, starb ohne Hinterlassen- 
schaft. In dem zweiten Glase fanden sich nach dem Tode 
seiner Bewohnerin 5 Eier an Lärchennadeln, aber 20 
an und zwischen Eiefernadeln. Nun erst konnte mit 
Recht der Schluss gezogen werden, dass Indigata ihre Eier 
im Freien fUr gewöhnlich nicht an Lärchen lege. 

Trotzdem wurden den jungen Räupchen nach ihrem Aus- 
schlüpfen Lärchenzweige als ausschliessliches Futter vorgelegt 
Sie nahmen es ohne Schwierigkeit und gediehen dabei ganz 
gut. Nur dem Umstände, dass ich auf ihre Pflege wenig 
Sorgfalt verwandte, mag es zuzuschreiben sein, wenn ich nicht 
mehr als drei Puppen erhielt. Diese lieferten im Mai 1879 
drei Schmetterlinge: 1 (J 2 $, welche von gewöhnlichen In- 
digata nicht verschieden sind. 

Wiewohl diese Erfahrungen keinen Zweifel darüber lassen, 
dass sich Indigata bei uns in Lärchenwäldern noch nicht ein- 
gelebt hat, so ist für die Indigata -Raupe doch immerhin die 
Befähigung nachgewiesen, bei ausschliesslichem Lärchenfutter 
zu gedeihen, und es wäre möglich, dass in anderen Gegenden 
die Eier legenden $ jenen Baum weniger mieden als bei 
uns. Ja noch mehr. Nach Analogie der an Pusillata ge- 
machten Erfahrungen darf man die Vermuthung, es könnte 
anderswo sogar eine dunklere Lärchenvarietät zur Ausbildung 
gelangen, nicht geradezu von der Hand weisen. Wer der 
Lösung dieser Frage seine Aufmerksamkeit zuwendet, voll- 
bringt keine unnöthige Arbeit, sondern darf Anspruch darauf 
erheben, an der Aufklärung der Lebensgeschichte eines in 
seinen ersten Ständen noch wenig beobachteten Spanners mit- 
gewirkt zu haben. — 



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129 



Notiz für LepidopteropMlen. 



Herr Oberländer publieirt in dem Bulletin der Naturfreunde 
in Rouen 1879 folgende Beobachtung: 

Er fand eine Puppe (Cocon) von Zjgaena ßlipendulae, 
und als er sie in der Hand hielt, wurde er von einer Masse 
dieser Schmetterlinge umschwärmt, die sieh auch auf seine 
Hand und auf die Puppe setzten. Es waren lauter Männchen. 
Er wiederholte das Experiment mehrfach mit demselben Er- 
folge. 

Wenn daraus mit Wahrscheinlichkeit zu schliessen ist, 
dass^dife Puppe ein Weibchen enthielt, (es ist zu ver wundem, 
dass hierüber kein Aufschluss gegeben wird), so würde das 
ein Fingerzeig für den Fang seltner Arten sein, falls man ge- 
fundene Puppen an einem freien passenden Orte unter ge- 
wissen Sicheiheitsmassregeln (etwa unter einem Gazeschleier) 
als Anlockung ausstellte. 

Jedenfalls ist der Versuch zu empfehlen. 



Die darüber befragten Herren Prof. Hering und Prof. 
Zeller haben nie so etwas an den Zygänenpuppen bemerkt. 
Letzterer machte jedoch eine einigermassen hierher gehörige 
Beobachtung, die er in seinem Tagebuch von 1849 umständ- 
lich angemerkt hat. Am Abend des 7. Juni hörte er an einer 
Stelle, wo die ^ von Bomb, rubi schwärmten, ein starkes 
Schwirren im Grase, woraus er auf eineCopula dieser Art schloss. 
Er fand einen Gi*asbusch, in welchem ein Rubi r^ mit dem 
Kopfe tief steckte und dabei schwirrte, was Z. nun vermuthen 
Hess, dass eine grosse Spinne das Thier gefasst habe und fest 
halte. Z. holte es heraus und hielt es auf der Hand, in der 
es ruhig lag, als ob es halb todt wäre. Aber plötzlich flog 
es fort zum Beweise, dass ihm kein Schaden geschehen war. 
Jetzt fiel die Vermuthung wieder auf das Vorhandensein eines 
$. Bei dem Auseinanderreissen des Grasbusches zeigte sich 
ein Puppengespinnst, wie gewöhnlich halb aufrecht, oben mit 
einem Loch; im Gespiixnst befand sich noch ein Stück $ des 
Thorax und der giösste Theil des Hinterleibes, alles fast trocken 
und mehere Ameisen daran thätig, so dass die Eier frei lagen. 
Also Hatte der Geruch der jungfräulichen Genitalien da.s .^ 

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130 

herbeigelockt. Zum 8ehluss fügte Z. die Bemerkung l>ei: 
^Man wird also geöffnete $- Hinterleiber als Köder für ^ an- 
wenden können.^ Red. 



Tafel -Erklärung. 

Durch ein Zusammentreffen verschiedener Umstände (zu- 
nächst dadurch, dass die von Herrn Prof. Berg verheissene 
Tafel verspätet einh'ef, so dass das betreffende Heft ohne die» 
selbe ausgegeben wurde, später durch die Wirren, in welche 
der Abschluss des Jahrgangs 1878 gerieth, weil in der Druckerei 
es an Typen fehlte, das ^General-Register^ rechtzeitig zu be- 
enden, so dass dieses erst im folgenden Jahre nachgeliefert 
werden konnte) durch diese Hemmungen ist es zu erklären, 
dass wir die erwähnte Tafel erst jetzt beilegen, was wir zu 
entschuldigen bitten. Die Besitzer des Jahrgangs 1878 werden 
sie am zweckmässigsten demselben einheften lassen; für Die- 
jenigen, welche den Jahrgang nicht besitzen, diene folgende 
Erläuterung: 

Jahrgang 1878 p. 237. 

flg. 1. $ von Palustra Burmeisteri Berg p. 224. 
^ 2. § „ Cecidipta excoecariae Berg p. 230 

bis 237. 
^ 2a. Nerven im Vorderflügel von Cec.\ 

excoec. f 234 35, 

^^ 2b. Nerven im Hinterflügel von Cec.l 
excoec. / 

^ 2c. Raupe jders. Art, Seitenansicht p. 231. 236. 
^ 2d. ^ r r Rückenansichf p. 231. 236. 

^ 2e. Puppe ders. Art p. 237. 
^ 2f. Eine durch die Raupe ausgefressene Galle 

p. 231. 
y, 2g. Eine durch ein Gespinnstrohr verlängerte Galle. 

p. 231. 
y, 2h. Ein Baumast mit dem Ausgange der Raupen- 
wohnung p. 231. 
y 2i. Gespinnst von Poecilocampa proxima, von der 
Raupe von Cecidipta excoec. bewohnt; 
mit den angehefteten Blättern der Fut- 
terpflanze p. 231. 
HgT" Notabene. Die eingesandten Tafeln reichen nicht für 
die ganze Anflöge. 

■■^"^""■'■■■~— ""~ Digitized by VjOOQ IC 



131 



Errata. 



In dem Artikel von P. Maassen ist zu verbessern: 
S. 50 Zeile 6 von oben lies Typus statt Typen. 
- 53 ^ 10 •, unten lies Aspledon statt Asplfxion. 
«54 ^ 12 „ oben de), das und vor Cuel. 

Diogenes. 
^57 ^ 10 ^ oben lies Falco statt Talco. 
^61 ^ 5 ^ ^ ^gezähnten Linie 

statt ^zarten Binde^. 
^61 ^ 2 ^ unten lies seine statt seiner. 



Tor^latten 

zum Auslegen von Inseeten- Sehränken, 24 Cttn. lang und 7 
Ctm. breit, liefert k 100 Platten 2 Mk. 50 Pfg. 
Wiederveikäufern Rabatt. 
Uetersen in Holstein. 

G. Neuber, Apotheker. 



I B li A 1 t t 

Neujahrszäpflein. Nachtrag zum Mitgl. -Verz. Stiftungsfestrede. 
Harold: colurab. Lamellicornien S. 13—46. Mamestra Leineri var. 
pomerana S. 46. Dohrn: Nekrolog (Chapuis) S. 48. Maassen: 
Bemerkungen zu Butler's Sphing. S. 49. Wehncke: neue Haliphis 
8. 72. Plötz: Buchholz' westafric. Schmetterlinge S. 76. Fuchs: 
Lepid. an Erica (CaUuna) S. 88. Hagen: lieber Bestimmung v. Linne's 
Phryganea S. 87. Neue Neuroptera v. V. Graber S. 106. Literatur: 
Deutsche Käfer v. W. v. Fricken. Die Insecten v. Schlechtendahl u, 
Wünsche. S. 108, 109. Vereinsangelegenheiten S. HO. Cassen-Ab- 
Bchluss S. 111. Dohrn: Nekrolog (Haag) S. 111. Fuchs: Coleoph. 
linosyridella S. 113. Möschler: Bemerkung S. 114. Fuchs: Lepid. 
Mittheil. S. 115. Red.: Notiz für Lepidopterophilen S. 129. Tafel- 
Erklärung S. 130. Erata S. 131. Intelligenz. 

"-^^^^i:^ - 

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Ansj»egeben: Ende JaniiBr 1880. 



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Entomolosisclie Zeitung 



herausgegebeD 
Yon dem 



eDtomologischen Vereine zu Stetüo. 

Red actio n* ^^ Commission bei den Bachliandl. 

C^ Dol^ Vcreioa-Präsident. ^'- ^'^^ l\iä^l^ ^er^^^^^ 

h. 4- 6. 41. Jahrgang. AprU-Juni 1880. 



Vereins-Angelegenlieiten. 



Der Sitzung am 1 5. Januar fehlte zu unserm aufriclitigsten 
liedauern einer der regel massigsten Theiinehmfer — Herr 
I'iisenbahn-Controleur Hendess ist am 10. Januar einem Herz- 
leiden erlegen. Als fleissiger Schmetterlingssammler war er 
seinen hiesigen Collegen seit Jahren ein allezeit willkommner 
Theilnehmer ihrer Excursionen gewesen. Wir widmen ihm 
von Herzen ein freundliches Andenken. 

Die vom Vereinsrendanten vorgelegte Bilanz des Jahrs 
1879 wurde nach vorgängiger Prüfung richtig befunden. 
Als neue Mitglieder wurden aufgenommen: 

Herr Prof. Dr. Landois in MUnster (We^^tfalen). 
^ Lehrer F. Kolbe in Oeding bei Südlohn (Wesif.). 
Die Versicherung der Vereinsbibliothek gegen Feuer auf 
15,000 Mark wurde für fünf Jahre erneuert. 

Um Berichtigung seiner früheren Adresse in die nach- 
gehende biltet: 

Herr General -Major Baron W. v. Nolcken, Hals- 
wiclishof bei Friedrichstadt in Kurland. 

Dr. C. A. Dohrn. 



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134 



Prioritfttsbereclitigte Lepidopteren- 

Namen aus H. Ström 's entomologisclieii 

Abhandlungen, 

von 



Im vorigen Jahrgang dieser Zeitschrift (p. 398) habe ich 
nachgewiesen, dass der schon längst eingebürgerte Name 
Botys octomaculata L. zufolge des jetzt allgemein aner- 
kanntet! Prioritätsrechts durch den älteren Namen B. funebris 
Ström ersetzt werden muss. Ich will diesmal noch ein paar 
Ström'sche Lepidopteren- Namen erwähnen, für die ich auch 
das Prioritätsrecht den zur Zeit üblichen Namen gegenüber 
geltend machen muss. Es ist mir leider noch nicht gelungen, 
alle von Ström als neu beschriebene und zum Theil auch ab- 
gebildete Arten zu deuten; viele seiner Namen haben wohl 
ganz entschieden nur als Synonyma unter schon früher be- 
nannten und beschriebenen Arten Werth (so z. B. beschreibt 
er ganz deutlich Po lia chi L. alsNoctua variegata, Cleo- 
ceris viminalis F. als N. furcata, Orthosia helvola L. 
als N. ferruginea, Cidaria ocellata L. als Geom. fasciata, 
Cid. bicolorata Hufn. als G. alba etc.); einige aber sind 
unstreitig die ältesten Namen der betreffenden Arten und 
müssen daher als solche in die Nomenclatur eingeführt werden. 

In ^det kgl. danske Vid. Selsk. Skrifter'' 1783 p. 78, 
No. 99, beschreibt H. Ström unter dem Namen N. lutea ganz 
deutlich, die später (1787) von Fabricius in seiner Mantisfea 
160 als N. flavago aufgeftlhrte Art und bildet sie auch ganz 
kenntlich ab (fig. 26). Die Beschreibung lautet: ^^Phaläna 
noctua (lutea), alis erectis luteis, superioribus fascia 
obliqua ferruginea maculisque lateralibus concolori- 
bus insignitis. Sie hat aufgerollte Zunge und überall eine 
schöne gelbe Farbe, doch besonders auf der Oberseite, wo die 
Flügel auch eine schräge und im Rande wellenförmige Quer- 
binde haben, die roth rostfarben mit einigen kleinen Punkten 
in Reihen dahinter und zwei grösseren im J^nde, ausser andern 
kleinen dazwischen von derselben Rostfarbe. An der Unter- 
seite haben sie einen dunkel rostfarbenen Fleck hinten an der 
Spitze. Auf dem Erlenbaum gefunden.^ Diese Art muss 
also Xanthia lutea Slröm heissen. 

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135 

Pag. 85, No. 116, findet sich weiter Cidaria trifasciata 
Bkh. (impluviata S. V.) als Qeom. autumnaUs beschrieben: 
^Phalaena geometra (autumnalis) seticornis, alis an- 
ticis griseis, fasciis duabus undulatis, lituris tribus 
in apiee. Ist nur klein und hat gewöhnlich eine graue Farbe 
an den FlUgeln mit 2 kenntlichen und wellenförmigen Binden 
von grauer Farbe, ausser anderen grauen und wellenförmigen 
Querlinien sowohl über wie unter den Querbinden. An den 
Spitzen haben sie 3 schwarze, doch kurze Linien, von denen 
2 bisweilen zusammenhängen und als eine einzige angesehen 
werden können. ^ Bei einigen ist die oberste wellenförmige 
Querlinie in 2 Partieen getheilt. Der Geschlechtsunterschied 
ist der, dass einige zwischen den Querbinden mehr grün als 
grau sind, und dass die 2 schwarzen Striche an der Spitze, 
die bei jenen einander gerade gegenüber stehen, nur zusammen- 
hängen. Die Hinterilügel sind nur lichtgrau mit einer weUen- 
förmigen Querlinie. Gleicht juniperata. — Änm. Die 
Spannerraupe, welche die letzte ist, die man im Herbste an 
den Bäumen sieht, kräuselt die eine Seite der Erlenblätter 
znsammen, die dadurch braun und vertrocknet werden. Ihre 
Farbe ist anfangs dunkelblau und am Bauche grünlich, wird 
aber später ein Gemisch von roth, grün und blau, und der 
früher braune Kopf wird dunkel marmorirt. Der ganze Leib 
hat graue grosse und zerstreute Haare. Ende September und 
Anfangs Oktober kriecht sie in die Erde und kommt als Pha- 
läne Anfangs Juni hervor.^ 

Von dieser Art ist keine Abbildung gegeben; aber die 
citirte Beschreibung kann wohl nnr auf Cid. trifasciata ge- 
deutet werden, da die nahestehende Form Cid. literata Don., 
an welche man hier vielleicht auch denken könnte, kaum als 
gute Art angesehen werden darf, da keine der von den ver- 
schiedeneu Verfassern angeführten Unterscheidungs- Merkmale 
zwischen beiden stichhaltig zu sein scheinen (vergl. Zeller, d. 
Z. 1877, p. 471*). 

Pag. 86, No. 120, endlich findet man Teras contami- 
nana unverkenntlich als Tortr. reHcuiata beschrieben: ^Pha- 
laena tortrix (reticulata) alis flavo-ferrugineis, re- 
ticulatis, macula marginali curva fusca. Sie ist etwas 
kleiner [als die nächst vorige, Tortr. maculata benannte 
Art], vorn breiter als gewöhnlich, von gelbbmuner Farbe auf 
den Vorderilügeln, die viele braune Linien längs und quer 
haben und am äusseren Rande, gerade in der Mitte, einen 



*) Vergl. dagegen Speyer, ent. Ztg. 1872, ip,izdlIjGoSgie 

10* 



136 

(lunkelbrauneD Fleck wie einen Winkelhaken, dessen unterster 
Zweig jedoch ganz fein und wenig kenntlich ist, jenem breiten 
gegenüber. Die Hinterflügel sind weisslich, ebenso wie der 
Leib und die Beine. Sie gleicht der Phalaena tortrix 
Moderiana.^ 

Christiania, Norwegen. 



Souvenirs entomologiques; 

6tude8 8ur rinstinct et les moeurs des insectes, 

par J. H. Fabre. 

Paris, librairie Ch. Delagrave, rue Soufflot 15. 1879. in 12», 324 Seiten. 

Besprochen von Baron OBten-Saclien* 

Wir haben hier eine rara avis, ein entomologisches 
Werk, welches sich ausschliesslich mit der Lebensweise der 
Insecten beschäftigt, und nur des Verfassers eigene Beobach- 
tungen enthält. Die früheren Leistungen des Verfassers (ä. 
B. seine bekannte Arbeit über die Verwandlungen von Sitaris 
humeralis) liessen es vermuthen, dass er einen reichen Schatz 
von Beobachtungen, besonders über nestbauende Hymenopteren, 
besitze, und es iet ihm daher sehr zu danken, duss er diesen 
Schatz, wenigstens tlieil weise, dem Publicum zugänglich ge- 
macht hat. Ich glnube mich nicht zu irren, wenn ich diesem 
Werkchen ein sehr günstiges Horoscop stelle, nämlich dass es 
durch die Gründlichkeit der Methode der Beobachtung, ebenso 
wie durch die anziehende Form der Darstellung, diesem seit 
langer Zeit sehr vernaclilässigten Zweige der Entomologie 
einen neuen Aufschwung gehen wird. Mit merkwürdigem 
Scharfsinn und unermüdlicher Ausdauer hat der Verfasser nicht 
nur die Vorgänge beobachtet, sondern deren Erklärung ge- 
sucht und in vielen Fällen gefunden. Wenn er z. B. berichtete 
Cerceris bifasciata sammle in ihrem Neste Vorräthe von 
Buprestiden, so weist er auch nach, waium jene Imme gerad«^ 
diese Käferfamilie vorziehe. Wenn er das bekannte Factum 
bestätigt, dass Landwespen ihre Beute aufspeichern, nachdem 
sie dieselbe durch einen Stich paraljsirt haben, so untersucht 
er ausserdem, wo und auf welche Weise dieser Stich ange- 
bracht wird; er zeigt, dass, je nach der Art der Beute, die 
Zahl der Stiche verschieden ist, und dass diese Zahl mit der 
jedesmaligen Struktur der Ganglienkette zupamm^nhängt; so 

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137 

genOgi bei Bupresliden ein einziger Such, bei Acridiern sind 
drei noth wendig, bei Kaupen wird jeder Ring besonders an- 
gestochen. Es ist auch Herrn Fahre gelungen, die Paraljsie 
an Insecten künstlich hervorzubringen, nämlich durch Stiche 
mit einer in Ammoniak getränkten Nadel. Man muss aber 
im Buche nachlesen, welche Zeit und Ausdauer es gekostet 
hat, um solche Beobachtungen auszuführen! Kein Wunder, 
dass Bauerweiber, von der Arbeit zurückkehrend, welche 
Fahre auf dem Boden ausgestreckt sahen, nachdem sie ihn 
am frühen Morgen gerade auf derselben Stelle getroffen hatten, 
sich bekreuzigten, weil sie ihn für einen Idioten (inoucent) 
hielten. 

Nicht nur auf den Entomologen, sondern auch auf den 
vergleichenden Psychologen wird Fahre's Buch anregend 
wirken, durch seine Beiträge zur genaueren Definition des In- 
stinctes und seiner Begränzung. Chalicodomen wurden 4 Ki- 
lometer weit fortgeschafft und, nachdem sie bezeichnet worden, 
losgelassen: mehrere waren schon in weniger als ^/^ Stunden 
am Neste zurück. Wurde aber das Nest auch nur einen Meter 
weit verschoben, so konnte die Chalicodoma es nicht erkennen, 
selbst wenn sie sich zufällig darauf setzte. Sehr interessant 
sind ferner die Experimente mit der Versetzung des Nestes, 
wobei sich eine gewisse Aehnlichkeit zwischen dem Instincte 
und der Eigenschaft bewährt, welche man beim menschlichen 
Geschlecht Routine nennt, indem beide, bei unerwarteten 
Vorkommnissen, das unglaubliche an Dummheit leisten. 

Das Büchlein ist bescheiden ausgestattet und daher wohl- 
feil; es möge eine kurze Angabe des Inhaltes folgen. 
Cap. I. IL Scarabaeus sacer und seine Entwickelung. 

Berichtigung einiger vorherrschenden Irrthümer. 
„ ni. Cerceris bifasciata; ihre Vorräthe von Bupre- 

stiden. 
^ IV. Sitten von acht anderen Arten von Cerceris, 

von welchen sieben Curculionen, eine aber Hy- 

menopteren aufspeichert. 
^ V. Weitere Betrachtungen über Cerceris und über 

die von den Raubwespen an Insecten künstlich 

verursachte Paralysie. 
^ VI — XII. Ueber verschiedene Sph-ex -Arten und ihre 

Jagden auf Orthopteren. 
^ XIII. XIV. Besteigung des Mont Ventoux; entomol. 

Beobachtungen auf der Höhe, z. B. Anhäufung 

von Hunderten von Ammophilen unter einem Stein ; 

Millionen von Coccinella 7-punctata auf emer Mauer. 

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138 

Cap. XV. Ammopbilen und ihre Jagd auf Raupen. 
yj XVI. Bembex und ihr Leben. Verzeichnisse der 
Dipteren, welche in den Nestern von sechs ver- 
schiedenen Bembex -Arten gefunden wurden. 
„ XVII. XVIII. Weiteres über Bembex. Miltogram- 

ma, ihr Parasit. 
„ XIX. Beobachtungen und Versuche über den Ort- 
sinn der nestbauenden Hymenopteren. Gränzen 
des Instinctes. 
^ XX — XXII. Chalicodoma muraria und sicula; 
ihre Sitten. Versuche mit ihren Instincten. 
Beilage. Beschreibung von vier neuen, im Werke er- 
wähnten Hymenopteren, nämlich: Cerceris antoniae, Cer^ 
ceris julii, Bembex julii, Ammophila julii. 



Solatium in angustiis, 



von 
C. A« Dolirn« 



Der mir soeben zugehende Preis-Katalog des Herrn Eduard 
Merkl in Resicza (Ungarn) brachte mich auf verschiedene 
Gedanken. Einige davon können dazu dienen, unbegüterte 
Käferliebhaber darüber zu trösten, dass sie in Betreff des 
Nervus rerum vielleicht zu nervenschwach sind, sich den Luxus 
mancher darin paradirenden Arten zu erlauben. 

Nach dem Vorgange des verstorbenen Lederer hat es 
Herr Merkl vorgezogen, seine Abnehmer nicht mit Kreuzern 
zu kreuzigen, sondern seine Preise in die, eigentlich aus der 
Reihe der Dinge seit Jahren total gestrichnen Silbergroschen, 
d. h. Zehn-Pfennigstücke zu übersetzen. Aber das erschwert 
das Verständniss wenig oder gar nicht. 

Gleich auf Seite 3 war ich angenehm überrascht, den 
bisher als einen ^seltnen Vogel^ geltenden Procerus Dupon- 
cheli für den billigen Preis von 40 Sgr. angeboten zu sehen. 
Aber die Freude war kurz, denn S. 31 wird das pretium aus 
40 in 80 emendirt. Immerhin wundert es mich, ihn noch 
billiger abgesehätzt zu sehen, als den Proc. caucasicus, der 
mit 100 ^r. aufgewogen sein will. Dass für Cychrus spini- 
coUis 80 ^r. erheischt werden, finde ich nicht eben über- 
raschend: ich habe seit Jahren vergeblich mich nach dieser 



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139 

Art bemaht, und sie erst vor wenig Monaten zu ungeföhr 
demselben Preise eingeheimst. 

Nun ad Carabos. Herr Merkl ist so einsichtig gewesen, 
die neusten Gattungs-Dynamite zum Sprengen der Gedächtniss- 
blase ausser Missbrauch zu lassen, hat aber — was dem 
Naturalienhändler kein Billiger verübeln wird — in gespreizten 
Variationen kostbare Leimruthen gelegt. Doch haben sich nur 
Kfister's C. planicollis und mein Fausti zu der steilen Höhe 
von 60 Sgr. emporgeschwungen, dann folgen die edlen Hidalgos 
C. macrocephalus, lineatus und baeticus mit 40 Sgr. — nein 
doch, die Varianten des 0. monilis, Simulator und Serbiens 
thun es nicht unter 50 — aber der ganze. Rest ist flir einen 
Thaler und darunter feil. 

Die vierte Seite bietet keine einzige Thalerbestie und auf 
der fünften sind auch nur 2 Türken so prätentiös, Feronia 
ignita Eraatz und rhilensis Rottenb., alle andern bleiben Dil 
minorum gentium. 

Auf S. 6 nehmen die Blindgebornen nicht nur das all- 
gemeine Mitleid, sondern auch das besondre Mitleiden des 
Kauflustigen in Anspruch, da sich dort ein Anophthalmus 
Budae Kend. n. sp. mit 100 Sgr., navaricus und Majeti mit 
60, cognatus mit 50, Krüperi und paroecus mit 30 Sgr. be- 
merkbar machen. Auch Scotodipnus brevipennis Friv. n. sp. 
will nicht unter 60, Saulcyi unter 30 Sgr. in die Erscheinung 
treten. 

Erst auf Seite 10 steigt Paussus Favieri mit 35 %r. 
wieder über den Thalerpunkt und Leptodirus angustatus folgt 
seinem theuren Beispiel. Dann giebt auf Seite 14 Pachjpus 
Candidae eine ausgezeichnete Gastrolle für 50 Sgr. und im 
Nachtrage Seite 30 ( — die Exoten auf Seite 27 bis 29 lasse 
ich beiseit — ) heben sich nur noch Nebria rhilensis auf 40, 
Pterostichns Merkli auf 60, Anophthalmus balcanicus Friv. n. 
sp. auf 120, Pholeuon Merkli und var. simile und var. afßne 
auf je 60 Silberlinge. 

^Nun, ich dächte" (wird mein unbegüterter Coleoptero- 
phile mir einwerfen) ^das sind 30 schöne Arten, die aber leider 
über mein bescheidnes Budget hinaus gehen, und die ich mir 
— voraussichtlich zeitlebens — verkneifen muss!" 

Jetzt soll mein Solatium in Scene gehen. Also spricht nach 
etwa dreissigjähriger Praxis der alte Käferant zum jüngeren: 

Bei weitem die meisten sämmtlicher in dem vorliegenden 
Preisverzeichnisse vorliegenden Ungeziefer hätten Sie, honorate 
CoUega, vor 30 Jahren nicht unter dem drei- und vierfachen 
der darin angesetzten Preise kaufen können, und eine gar nicht 

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140 

unerhebliche Zahl derselben war überhaupt gar nicht zu 
liabcn. Ein Paar Beispiele werden als Beweise genügen. 

Dr. Schaum, der in den Jahren vor 1848 als Secretär 
des Stettiner Vereins fungirte, erhielt in jener Zeit von dem 
französischen Käferanten Cremifere eine Tauschsendung und 
darin unter andern ^sechs Ctenistes palpalis^. Er kam 
damit in grosser Aufregung zu mir, machte mich auf einen 
derselben aufmerksam und sagte: ^Mr. Cremifere hat mir in 
seiner Dummheit unter den sechs vermeintlichen Ctenistes 
ein wahres Juwel geschickt — das ist nehmlicli Chennium 
bituberculatum , ein raiissimum, von welchem nur 4 Exem- 
plare überhaupt in den Sammlungen bekannt sind — sie 
befinden sich da und da.^ Meine Bemerkung, ob es ihm 
erlaubt dünke, von einem Irrthum des Absenders zu pro- 
fitiren, ob er im gemeinen Leben das Verwechseln eines 
Goldstückes statt einer beabsichtigten Silbermünze für einen 
rechtlichen Erwerb halte? verlachte er, und behielt das Chen- 
nium. 

Deshalb war ich höchst erfreut, als ich nach einigen 
Jahren zufolge Vermittlung meines Freundes Suffrian durch 
den verewigten G. -Supeiintendenten Schmitt in Mainz in den 
Besitz des Thieres gelangte, und es werden wohl noch einige 
ältere Käfer - Collegen sich erinnern, dass einige Jahre später 
Lehrer Bach in Boppart als ein besonders Begünstigter ange- 
sehen und mit Tauschanträgen heimgesucht wurde, als es 
verlautete, er habe in einer Ameisen - Colonie eine grössere 
Zahl Chennium betroffen. 

Her Merkl bietet nun diesen ehemaligen Phönix für 3, 
sage drei Silberlinge aus! Abgesehen von den Höhlenkäfern, 
welche überhaupt in den ersten Jahren nach Exploration der 
Adelsberger Grotten von Schmidt -Lavbach so lange als mög- 
lich mit seiner bekannten ^bonhommie^ mouopolisirt wurden, 
eitire ich folgende Arten als solche, die man zu jener Zeit in 
den gewöhnlichen Durchschnittsammlungen entweder gar nicht, 
oder nur einzeln vertreten sah: 

Cicindela maura, soluta, chiloleuca, dilacerata, Cy- 
chrus Italiens, semigranosus, Carabus helluo, Lefebvrei, 
dalmatinus, graecus, Genei, Rothi, melancholicus, guadar- 
ramus, marginalis, Staehlini, Nebria Dahli, tibialis, Orsinii, 
Reicbei, Leistus spinibarbis, Pheropsophus hispanicus, Brachinus 
bipustulatus, Zuphium Chevrolati, Actophorus imperiali», 
Lionychus Sturmi, albonotatus, Ambljstomus metallescens, 
Lebia turcica, haemorrhoidalis, Cjmindis picta, Chlaenius 
circumscriptus, Dejeani, Miscodera arctica, Broscosoma bal- 

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141 

denpe, Pairobus teplentrioiiis, Calalhus gigantcus, Cardiomcra 
Genei, Platjnus Peirolen. 

und diesen Exlract niedriger 'Taxen ziehe ich blobs aus 
den ersten beiden Seiten des MerkKschen Vei zeich nisf-es, und 
könnte leicht aus dem Stein-Weise Katalog noch eine doppelte 
oder dreifache Zahl von Arten derselben Gruppen hinzufügen, 
welche von andern Katuralienhändlein zu ebenso billigen 
Preisen ausgeboten werden. 

Der beginnende Sammler beschuldigt gewöhnlich (und 
ungerechter Weise, wie er erst später einsieht) den Naturalien- 
händler wegen seiner ^exorbitanten Preise^. Er bedenkt zu we- 
nig, welche verschiedenartigen Anforderungen die verschiednen 
Käufer stellen, wieviel Material der Verkäufer anschaffen muss, 
um eine Auswahl möglich zu machen, und wieviel davon un- 
verkäuflich auf Lager bleibt, abgesehen von dem unvermeid- 
lichen Verlust durch Kaubinsecten, Schimmel, Grünspan etc. 
Er bedenkt femer nicht, dass (in seltnen, aber doch vor- 
kommenden Fällen) der Werth eines heute noch hohen Preis 
geltenden Thieres über Nacht durch einen Entdeckungszufall 
wunderbar verringert werden kann. So sank der Preis der 
uordamerikanischen, fast nirgends vertretenen Amblycheila cy- 
lindriformis von 5 Pfund Sterling (100 Mark, wofür ein Stück 
in der London -Auction im Herbst 1878 noch verkauft wurde) 
auf 3 Mark gleich nachher, wofür sie jetzt zu haben ist. 

Erwägt das, Ihr jüngeren Henen Collegen, und freuet 
Euch mit mir, dass Euch im Vergleiche gegen früher das 
Material (auch durch die wesentlich verbesserten Posteinrich 
(UDgen) erheblich zugänglicher und billiger geworden ist. 

Die naheliegende Vermuthung, dass auch die Lepidoptc- 
rophilen in den letzten Jahren analoge Erfahrungen gemacht, 
wurde mir auf Befragen durch folgende Beispiele bestätigt: 

DahFs Preis-Katalog Staudinger's Preis-Katalog 

von 1823 in Conventionsmünze von 1879 in Silbergr. 

(auf Silbergr. reducirt) 
Melitaea Cjnthia 
Argynnis Aphirape 
^ Amathusia 
Melanargia Clotho 
Erebia melas 
^ Pronoe 
Coenon. Leander 



20 Sgr. - 

30 , - 

20 , - 

40 „ - 

^60 „ $ 80 Sgr. 

^26 „ - 

J 60 „ $ 80 „ 


6 Sgr. 

S i ^ $ 8 Sgr. 
<? 12 „ 

.^5 , ? 8 „ 
S8 « $ 12 „ 


0^50 , - 


8 bis 12 Sgr. 

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142 

Ferner gehört hierher die Seite 234 des dritten Bande» 
von Ilhger's Magazin für Insektenkunde (1804), auf welcher 
13 europäische Lepidoptera verzeichnet sind, welche man 
^einem Schmetterlingsfreunde in Bremen von Weimar aus" für 
die bescheidene Summe von 298 Thalern == 894 Reichsmark 
angeboten hatte, darunter namentlich Sphinx Sesia Hübn. 
(Croatica Esp.) für 40, Sph. hippophaes für 50, Papilio Bj- 
ronia (J? für 40, Pap. Apollo aus Siciiien für 80 Thaler!! 

Schliesslich als Curiosum, dass Papilio Antimachus (West- 
afrika), von welchem in Hewitson's Sammlung 2 Exemplare 
existiren, vor wenigen Jahren in London einmal ausgeboten 
wurde. Es fand sich auch ein Liebhaber dazu, der 100 Pfund 
Sterling dafür, aber vergebens bot, da ihn der Eigner unter 
120 Pfund nicht hergeben wollte. Der verschmähte Amateur 
wird mit Oöthe'*s Mignou gesungen haben: 

Nur wer die Sehnsucht kennt, 
Weiss was ich leide . 



Ueber ostindische Galeruciden. 

Von 
E. V« Harald in Berlin. 



Merista variabilis (n. sp.): Nigra, thorace elytrisque fla- 
vis, his fascia ad basin ipsam, duabusque alteris, una 
ante, altera post medium, e maculis compositis, nigris, 
maculis hisce interdum confluentibus, interdum omnino 
fere obsoletis, abdomine Aavo, segmento primo, noar- 
gine postico flavo excepto, nigro. — Lg. 12 — 15 mm. 
Patria: Darjeeling, India bor. 
Gestalt der bekannten 4-fasciata Uope. Der Kopf, die 
Fühler, die Beine und die Unterseite schwarz, der Hinterleib 
gelb, nur der erste Ring mit Ausnahmejdes Hinterrandes schwarz, 
der gelbe Saum zieht sich jederseits noch bis zu den Epimeren 
der Hinterbrust in die Höhe. Thorax weissgelb, breiter als 
l&ng, glatt, die Vorderecken spitz vortretend. Schildchen 
schwarz. Flügeldecken gelb, ein Querstrich an der Basis selbst, 
der weder die Schulterbeule erreicht noch das Schildchen über- 
ragt, dann zwei weitere Querbinden von schwarzer Farbe, 
letztere aus zwei kleinen Makeln bestehend, die zuweilen, aber 
nur selten, zu einer Binde sich vereinigen , zuweilen aber in 



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143 

der Art sich verringern, das8 nur ein grösserer Fleck an den 
Seiten vor der Milte und 2 — 3 kleinere hinter der Mitte, in 
eine Querlinie gestellt, vorhanden sind. Die Punktirung der 
FlQgeldeeken ist eine sehr veränderliche, dieselben sind näm- 
lich manchmal nahezu glatt und nur mit sehr feinen, in un- 
regelmässige Längsreihen gestellten Pünktchen besetzt, zuweilen 
aber, und solche Exemplare sind in der Regel auch mit aus- 
geprägteren schwarzen Makeln gezeichnet, zeigen sieh Doppel- 
reihen ziemlich grober Punkte und die Punktirung namentlich 
an der Spitze ist eine fast runzlige. Nach dem Geschlechte 
variirt diese Punktirung nicht, denn das durch seinen viel 
schmäleren Metatarsus leicht kenntliche Weibchen ist mitunter 
ebenso glatt, wie die in der Regel schwächer punktirten 
Männchen. 

Merisia fallax (n. sp.) : Gapite uigro , thorace ely trisque 

flavis, his puncto utrinque minuto medio pone basin, 

fasciola angusta ante, altera post medium, punctoque 

ante apicem nigroviolaceis, fasciis medio plerumque 

late interruptis, corpore subtus cum pedibus nigro, 

metasterno subvioluceo, abdomine ilavo, lobo basal i 

segmenti primi maculaque utrinque juxta medium in 

sequentibus, nigris. — Long. 15 mm. 

Patria: Darjeeling, India bor. 

Völlig vom Aussehen der vorigen, jedoch sehr verschieden 

gezeichnet. Auf den Fitigeldecken fehlt die schwarze Basal- 

lioie, jede derselben zeigt ein Pünktchen in der Mitte, e^was 

unterhalb der Basis, eine schmale Querbinde vor der Mitte, 

eine zweite, in der Regel noch schwächer, hinter der Mitte 

und eine kleine Makel vor der Spitze. Diese Zeichnungen 

sind nicht schwarz, sondern dunkel veilchenblau. Die Quer- 

binden sind in der Mitte meist unterbrochen, die hintere öfters 

in kleine Fleckchen aufgelöst, manchmal schwach ausgeprägt 

und scheint wohl auch ganz auszubleiben. Die Punktirung ist 

bei allen vorhandehen Stücken eine ziemlich grobe, die Punkte 

bilden unr^elmässige Längsreihen. Die Unterseite sammt den 

Beinen und Fühlern schwarz, die Hinterbrust mit deutlichem, 

blauem Scheine. Der Hinterleib ist gelb, ein Fleck auf jedem 

Ringe neben der Mitte und der zwischen die Hinterhüften 

hineinragende Lappen des ersten schwarz. 

Merista ßavkenhis (n. sp.) : Capite nigro, thorace elytrisque 
flavis, his macula parva infra callum humeralem, line- 
ola transversa anteapicali, fasciisque duabus trans- 

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144 

versis violu8cente-nigris, subtus nigra, ubdominc toto, 
puncto uit'inque nigro excepto in singulis segmentis, 
flavo. — Long. 14 — 15 mm. 
Patria: Darjeeling, India bor. 

Gestalt der vorigen, aber wieder verschieden gefUrbt. 
Vorderecken des Thorax minder spitz als bei der variabilis. 
Flügeldecken gelb, zwei Querbinden, die hintere meist in der 
Mitte unterbrochen, ein Querstrich vor der Spitze und ein 
Fleckchen hart unterhalb der Schulierbeule von schwärzlich- 
veilchenblauer Farbe. Punktirung ziemlich dicht und grob, 
Längsreihen wenig deutlich. Fühler, Beine und Unterseite 
schwarz, der ganze Hinterleib gelb, nur jederseits auf jedem 
Ringe neben der Mitte ein schwarzes Fleckchen. 

Beim Männchen dieser Art sind die mittleren Fühlerglieder, 
d. h. 4 — 7, etwas kräftiger als die übrigen. 

Diese Art steht der quadrifasciata Hope besonders nahe, 
letztere unterscheidet sich aber durch kürzeres, in der Mitte 
mit einer schwarzen Querbinde versehenes Halsschild, durch 
gröbere Punktirung der Flügeldecken und die nicht verdickten 
Fühler. Der Hinterleib ist bei ihr ebenfalls gelb, die 
schwarzen Punkte sind aber zu Quer makein erweitert, die 
zuweilen sogar in der Mitte zusammenfliessen. 

Von den drei hier als neu beschriebenen Arten ftLilt jeden- 
falls eine mit der trlfasciata Hope zusammen. Da sich aber 
die wenigen Worte der Hope'schen Beschreibung gleich gut 
auf alle drei beziehen lassen, so habe ich es vorgezogen, von 
einer Deutung derselben Umgang zu nehmen, da eine solche, 
wenn sie irrig ist, unsere Nomenclatur immer mehr verwirrt 
als ein einfaches Synonymon. 

Die Arten -Gruppe, zu welcher auch noch die sexmacu- 
lata Redt, gehört, lassen sich übrigens sehr leicht nach fol- 
gendem Schema bestimmen: 

1) Thorax ganz schwarz 6-maculata. 

Thorax gelb mit schwarzer Querbinde 4-fa8ciata. 

Thorax ganz gelb 2. 

2) Erstes Abdominalsegment ganz gelb flaviventris. 

Erstes Segment theilweise schwarz 3. 

3) Segment bis auf den Hinterrand ganz schwarz, variabilis. 
Segment nur vorn an der Spitze schwarz . . . fallax. 

Merista mßpenms (n. sp.): Obscure viridi-aenea, elytris 
rufis, leviter violascentibus, subseriatim punctulaiis. 
— Long. 13 mm. 

Patria: Darjeeling, India bor. 

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145' 

Erzgrttn, gläiizend, die Flügeldecken roth mit leichtem 
bläalicheü Scheine. Thoi*ax breiter als lang, mit geraden, 
nach vorn schwach convergirenden Seiten, die Vorderecken 
sehr spitz vortretend, die Oberfläche mit einem Quereindruck 
hinter dem Yorderrande und drei in einer hogigen Querlinic 
stehenden Graben, ausserdem neben den Hinterecken eine schief 
gestellte Längsfurche. Punktirung der Flügeldecken fein und 
wenig dicht, unregelmässige, zum Theil paarige Längsreihen 
bildend, an der Spitze verworren. 

Die Gestalt ist ganz die der vorigen Arten, die Färbung 
jedoch die unserer Melasoma populi. Ich kann unmöglich die 
gegenwärtige Art für die M. (Leptarthra) Dohrni Baly 
halten, da diese, wenigstens nach der Beschreibung, ganz 
viridi-metallica ist, es müsste denn der Autor unterlassen 
haben zu erwähnen, dass die Flügeldecken voth sind. 

Leptarikra tentroKs (n. sp.): Nitida, supm atro-chalybea, 
thorace aequaliter convexo non impresso, elytris fere 
laevibus, subtus cum pedibus cyanescente- nigra, ab- 
domine testaceo. — Long. 9 mm. 

Von verhält nissmässig schmaler Gestalt, oben schwärzlich 
blau, unten bläulich schwarz, der ganze Hinterleib gelb. Stirne 
hinter den Bclieitelbeulen ohne Längseindruck. Thorax quer, 
glatt, ohne Eindrücke, die Hinterecken stumpf. Die Flügel- 
decken äusserst fein weitläußg punktirt. Hinten mit angedeu- 
teten Spuren von Rippen, Basalbeulen deutlich. Drittes Glied 
doppelt so lang wie das kleine zweite, beide zusammen so 
lang wie das vierte. 

Habituell sehr von der L. abdominalis abweichend, 
gehört die Art dennoch durch ihre geschlossenen Hüflgruben, 
die gelappten Klauen, die kleinen Enddorne der Hinterschienen 
und durch das ganz übereinstimmende Längenverhältni^s der 
Fahlerglieder der Gattung Leptarthra an. 

Galerudda magica (n. sp.): Obscure viridi-aenea, elytris 
fortiter et irregulariter geminatim punctatis, humeris 
intus profunde sulcatis. — Long. 8 mm. 
Patria: India bor. (Mellj!). 
Von dunkelgrüner Farbe, glänzend, unten sammt Beinen 
und Fühlern schwarz. Thorax mit ziemlich groben Punkten 
weitläufig besetzt, sont^t wie bei der fulgida geformt. Flügel- 
decken ebenso, aber gröber als bei jener punktirt, die Schul- 
tern nach innen an der Basis dufch eine tiefere Furche ab- 
gesetzt. Fühler gegen .du'' Ende viel schwächer als bei der 

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146 

fulgida erweitert, das 4. und 5. Glied aiv der unteren Spitze 
gar nicht, das 6. erst schwach gezahnt. 

Die angeführten Merkmale scheinen mir die Selbstständig- 
keit dieser Art gegenüber der im Farbenkleide so höchst ver- 
änderlichen fulgida zu verbürgen. 

Hr. Bai j hat die Gattung Sphenoraia (mit der ful- 
gida) von Galerucida neulich wieder abgetrennt. Die im 
Ganzen sehr homogenen Elemente werden durch die Kürze 
des zweiten und dritten Fühlergliedes, sowie durch die strei- 
fige Punktirung der Flügeldecken sehr natürlich zusammen 
gehalten. Das die grössere oder geringere Verdickung der 
Fühler höchstens spezifischen Werth hat, zeigt schon obige 
magica, die nur eine fulgida mit dünneren Fühlern ist. 
Zu Galerucida gehören auch semiflava und javana (Haplosonjx 
in Cat. Monach.) Wiedem., letztere eine in der Färbung eben- 
falls höchst unstäte, wahrscheinlich unter mehrfachen Namen 
beschriebene Art. 

Oalerucida singularis (n. sp.): Ferruginea, aeneo-suflusa, 
humeris eljtrorumque apice testaceis, punctis hie 
utrinque duobus nigris. — Long. 8.5 mm. 
Patria: Darjeeling, India bor. 

Von bräunlich -rother Farbe, die Mitte des Halsschildes 
und die Flügeldecken dunkler rothbraun und zugleich grünlich 
erscheinend, letztere mit gelber Schulterbeule und Spitze, hier 
mitten im Gelb jederseits zwei schwarze runde Makeln. Stime 
über den Querbeulen mit einer Längsfurche. Thorax sehr zer- 
streut grob punktirt, mit regelmässig leicht gerundeten Seiten 
und spitzen Vorderecken. Die Flügeldecken mit unregel- 
mässigen Doppelreihen massig grober Punkte, die jedoch keine 
tieferen Streifen bilden, so dass die Oberfläche gleichmässig 
gewölbt bleibt. Unterseite rothbraun, Abdomen heller gelbroth. 
Die Kniee, Schienen und Füsse schwarz. Fühler dünn, schwarz- 
braun. Glied 1 — 2 bräunlich roth. 

Eine durch die eigenthümliche Färbung höchst ausge- 
zeichnete Art. 

Oalerucida indica (n. sp.): Rufo-testacea, antennis, basi 
excepta, tarsisque infuscatis, thorace laevi, lateribus 
rectis, angulis anticis dente exlus directo acuto. — - 
Lono:. 8 mm. 

Patria: Darjeeling, India bor. 
Von rothgelber Farbe, die Fühler mit Ausnahme der 3 
ersten und der Wurzel des vierten Gliedes schwärzlich, auch 



147 

die Tarsen und die Schienen gegen das Ende dunkler. Stirn 
einfach gewölbt, ohne Längsrinne. Thornx glatt, die gewöhn- 
lichen beiden Quereindrücke tief und in der Mitte fast ver- 
bunden, die Seiten ganz gerade, die Vorderecken einen scharfen, 
gerade nach aussen gerichteten Zahn darstellend. Flügeldecken 
fein pnnktirt, nicht gestreift, die Punkte unregelmässig gereiht, 
die Reihen durch eingemengte Zwischenpunkte etwas undeut- 
lich, Schulternfurche tief und grob punktiil. Fühler dünn. 

Eine durch die Form des Thorax ebenfalls höchst aus- 
gezeichnete Art. Geschlossene vordere Hüftgruben, mit An- 
hängseln versehene Fussklauen, kurze Schienensporen, gereiht 
panktirte Flügeldecken und sehr kurzes zweites und drittes 
Fühlerglied, d. h. also die wesentlichen Merkmale der Gattung 
Galerucida, können über ihre Stellung keine Zweifel lassen. 
Hit Ausnahme des sehr abweichend geformten Thorax hat 
übrigens das Thier eine grosse Aehnlichkeit mit ganz gelben 
Stücken der javana Wiedem. 

Galerucida bombayana (n. sp.): Testacea, scutello, macula 
humerali, media utrinque subbasali, plaga magna com- 
muni dorsi posterioris apiceque nigris, corporis lateri- 
bus subtus nigris. — Long. 5.5 mm. 
Patria: Bombay. 
Gelb, das Schildchen, die SchuHerbeuIe , die Spitze der 
Flügeldecken, eine runde Makel an der Basis, gleichweit von 
dieser wie von der Naht entfernt, und ein grosser Querfleck 
von schwarzer, leicht violett seheinender Farbe. Thorax glatt, 
Seitenrand hinten gerade, vorn stumpfeckig gerundet, Vorder- 
eeken abgestutzt. Flügeldecken mit ziemlich regelmässigen 
gepaarten Punktreihen, Punktirung an der Spitze nicht ver- 
dichtet. Unterseite gelb, an den Seiten schwarz, Abdomen 
etwas runzlig punktirt. Beine gelb, Tarsen und Schienenenden 
schwärzlich. Fühler kräftig, schwarz, Glied 1 gelb, 2 und 3 
gelbbraun, sehr kurz, die übrigen Glieder vom 4. an allmäh- 
lich an Länge abnehmend. 

OeJtrafea mgripes Oliv.: Testacea, tibiis, tarsis antennisque, 
bis articulis 3 baseos exceptis, nigris, fronte antice 
foveolata, elytris dense subtilissime punclatis. — Long. 
10 mm. 

Galeruca nigripes Oliv. Ent. VL p. 648. t. 4. f. 58. 
Ochralea nigricornis Clark. Ann. Nat. Hist. XV. 
p. 144. (1865). Cnoolp 

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148 

Var. : Antennis testaceis. 

Var.: Antennis pedibusque testaceis. 

Von länglicher, in den Flügeldecken ziemlich breiter Ge- 
stalt, entweder ganz gelb, oder die Beine und die Fühler, letz- 
tere mit Ausnahme der drei ersten Glieder, schwarz, zuweilen 
nur die Beine schwarz und die Fühler ganz gelb. Der Kopf 
glatt, Augen grob gegittert, Scheitel gerade oberhalb der Beulen 
mit einer Grube. Thorax quer, gleichmässig flach gewölbt, 
die Seiten leicht gerundet, die Hintereckeo sehr stumpf, Flügel- 
decken dicht aber fein und wenig tief punktirt, die Randliuie 
setzt sich um die Schulterbeule fort und erlischt dann sehr 
bestimmt. Abdomen gröber und leicht quenissig punktirt, 
beim Männchen das letzte Segment jederseits eingeschnitten, 
der dadurch gebildete Lappen quadratisch. Fühler schlank, 
Glied 2 sehr kurz, das dritte etwas länger, an der Spitze 
schräg abgestutzt. Enddornen der vorderen Schienen sehr 
kurz, an den hintersten dag^en lang. Metatarsus der Hinter- 
füsse viel länger als die übrigen Glieder zusammen. 

In Ostindien weit verbreitet, auf dem Festlande (Calcutta), 
dann auf den Inseln (Java, Manilla, Sumatra). 

Es schien mir nicht überflüssig, eine ausführliche Be- 
schreibung dieser weitverbreiteten und in der Färbung der 
Fühler und Beine veränderlichen Art zu liefern. Auf die 
ganz gelbe Form wäre ich nicht abgeneigt, die Crioccris 
fuiva Fabr. und Oliv, zu beziehen, die Mandibeln sind aber bei 
allen mir vorliegenden Stücken höchstens an der Spitze schwarz, 
auch geben die genannten Autoren Neuliojland als Vaterland an. 

Im Münchener Cataloge (p. 3590) befindet sich die Art 
irrthümlich bei Haplosonj^x. Die ebenda (p. 3595) als Orhralea 
aufgeführte flava Oliv. I. c. p. 611. f. 5 ist eine echte Oide«- 
Art, einerlei mit concolor F. Die dritte dort als Ochralea auf- 
geführte Art, die nigripes (Adorium) Oliv. Ent. V. p. 609. 
t. 1. f. 2 seheint mir die Pachjtoma gigantea lllig. zu sein. 

Von Oides entfernt sich Ochralea, tnitz gewisser Aehn- 
lichkeit im Gesammthabitus, bedeutend durch geschlossene 
Huflgruben, die nicht gespaltenen Fusskrallen und den sehr 
langen hinteren Metatarsus. Ausserordentlich gross ist dagegen 
die Verwandtschaft mit Luperodes, deren Arten namentlich 
auch den langen Enddorn der Hinterschienen zeigen. Luperodes 
discrepans Balj unterscheidet sich von Ochralea fast nur durch 
die deutlich geöflucten Hüftgruben und das längere dritte 
Fühlerglied. 

Als zu Ochralea gehörend habe ich im hiesigen Museum 
noch folgende Arten gefunden: 

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149 

Ochraiea siraminea (n. sp.): Minus nitida, omnino testacea, 
thorace subtiliter dense punctulato, disco utrinque le- 
viter arcuatim impresso, elytiis evidenter dense punc- 
tatis, antennis corpore fere aequilongis, articulo 3 se- 
cundo non longiore, valde oblique truncato. — I^ng. 
7 mm. 

Patria: Ceylon (Nietner !j. 

Ochraiea ceylonica (n. sp.): Nitida, omnino teslacea, an- 
tennarum articulo 1 1 apice infuscato, 3 secundo evi- 
denter longiore, thorace lateribus subrectis, eljtris 
minus distincte et subrugulose punctulatis. — Long. 
7 mm. 

Patria: Ceylon (Nietner!). 

Ochraiea pectoralis (n. sp.): Nigra, nitida, elytris san- 
guineis, apice nigris, prosterno et mesostenio cum 
episternis ruHs, uiitennis rufo-testaceis, articulo 3 se- 
cundo paullo longiore, apice valde oblique truncato, 
pedibus nigris, thorace subtiliter punctulato. — Long. 
iO mm. 

Patria: India or., Sumatra. 



Exotisches 

von 
C A. Dohrn* 



77. Pachylöcerus vmcolor Dhn. 
(Jahrg. 1878, S. 359). 

Auf meiner Reise im August und September 1879 habe 
ich in einer der bei dieser Gelegenheit in Hamburg, Altona, 
Amsterdam, Leyden, Brüssel, Wien, Prag besuchten Samm- 
lungen den oben genannten Käfer mit dem Namen crassi- 
eornis Oliv, bezeichnet gefunden und mir das notirt, um 
darüber zu Hause weiter nachzusehen. Leider habe ich nicht 
dazu bemerkt: in welcher Sammlung? Der jetzt angestellte 
Vergleich zwischen Olivier's Beschreibung und Abbildung seines 
orassicornis mit unicolor hat mich aber davon überzeugt, dass 
beide Arten ausreichend verschieden sind. Wollte man auch 
auf die in Olivier's Abbildung vielleicht nur schabloneoliaft 

11 



150 

gezeichneten, in der Beschreibung nur mit ^breves, crassiores'' 
bezeichneten Antennen keinen besondern Werth legen, so 
heisst es weiter: ^pectus et abdoinen nigra, pedes fusco-fer- 
ruginei^. Bei unicolor sind aber Brust, Unterleib und die 
ganzen Beine von der gleichmässig mattrothen Farbe der 
ganzen Oberseite. 

78. Epilachna pavonia Oliv. 

Bei einem in Spiritus erhaltnen Exemplar dieser mada- 
gasearischen Coccinella haben die rothen Einfassungen der 
schwarzen Augenflecke auf den Flügeldecken den schönsten 
Goldglanz, beinah eben so blendend, wie er bekanntlich auf 
manchen Cassiden erscheint. Leider wird er wohl ebenso 
vergänglich sein, wenigstens ist auf meinen altern Exemplaren 
nichts davon zu bemerken. Eine Andeutung davon steckt 
offenbar in Mulsanf s Angabe Spec. d. Col^opt. . trim, s^curi- 
palpes p. 812 „les cercles roux subtranslucides, quand les 
eluis ne reposent pas sur le corps^. Aber der Glanz auf dem 
in Rede stehenden Thiere ist vorhanden, obschon die Flügel- 
decken fest aufliegen. 

79. Cassida hepalica Boh. var.? 

Die überaus fleissige und nach vielen Seiten hin ver- 
dienstliche Monographie der Schildkäfer meines verewigten 
Freundes Boheman macht mir doch an manchen Stellen den 
Eindruck, als habe sich der Verfasser bei dem Sondern der 
Arten zu sehr von seinen ersten Traditionen als Lepidoptero- 
log leiten lassen, und der Färbung mehr Werlh als billig 
beigelegt. Der vorliegende Fall scheint mir diese Ansicht 
ziemlich schlagend zu illustriren. Wir finden z. B. die Gat- 
tung Cassida (sensu stricto) in die Sectionen 1. ünguiculi pec- 
tinati und II. Ünguiculi mutici getheilt, jene I aber wieder in 
die ünterabtheilungen A, B, C, D. Von letzteren enthält C 
die Arten unter a die mit schwarz oder bi*a ungeflecktem, unter 
b die mit ungefleektem Thorax, unter c die mit leicht punk- 
tiiten Flügeldecken. 

Unter den letzteren steht als erste Cassida hepatica Boh. 
«US West- Afrika (Sierra Leone, Gambia, Old Calubar); sie soll 
oIho einen Thorax ohne Flecke und eljtra vage punctata haben. 
Nun liegt mir ein Stück (leider ohne Angabe des Vaterlandes) 
vor, welches in Grösse, Farbe und Umriss, also im ganzen 
Habitus durchaus mit C. hepatica übereinstimmt, aber zwei 
deutliche punkt((jrmige schwarze Makelchen auf dem Thorax 
zeigt, mithin nicht zu C, b sondern enissfliiedcn zu C, n gehört. 

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151 

Ich habe nur ein einziges, aber nicht schwer wiegendes 
Bedenken gegen das Bubsumiren des fraglichen Thieres als Va- 
riation von C. hepatica. Boheman giebt nehmlich in seiner 
Beschreibung den kleinen, rechtwinkeligen Knifl' an, der sich 
auf den Flügeldecken dicht hinter dem Scutellum divergirend- 
zeigt. Dieser Kniff fehlt auf dem in Rede stehenden StUcke. 
Aber erstens fragt sich, ob das vielleicht nur ein Geschlechts- 
Kriterium ist; zweitens, ob es bei jedem Stücke deutlich 
vorhanden? Bei meinen, von Boheman selber für hepatica 
erklärten Exemplaren ist bei dem einen der Eindruck schon 
wesentlich geringer. Ich habe deshalb das Exemplar mit dem 
schwarzgefleckten Thorax unbedenklich zu hepaticd gestellt. 

80. Paussus (Cerapterus) molHceUus Dhn. 

P. testaceus, nitidiusculus, glaber, capite inter oculos fovea 
transversa insignito, antennis lO-articulaUs, thorace 
capitis latitudinem non superante, medio longitudina- 
liter sulcato, subtiliter marginato, el} tris thoracis basi 
fere duplo latioribus, versus apicem modice ampliatis, 
conjunctim rotundutis, segmcntum anale haud tegenti- 
bus, mollitie praeditis. 

Long, corporis 7 mm. singulae nntennae 3 mm. 
Lat. corporis 8^/2 mm. 

Patria: Lagos (Guinea). 

Es ist eine zufällige, aber höchst schälzbare Gunst der 
Fortuna, dass ich unter No. 80 den achtzigsten Paussus meiner 
Sammlung beschreiben kann. Ich verdanke ihn meinem Freundi» 
Baden in AKona, welcher mich bei meiner Durchreise im 
Herbst 1879 mit diesem säubern Thierehen und zwar in duplo 
erfreute. 

Mir ist nicht bekannt, dass seit des Monographen West- 
wood grossem Paussiden-Artikel im Thesaurus Oxoniensis 1874 
ein neuer Cerapterus beschrieben worden. Der oben diagno- 
hirte zeichnet sich durch seine Kleinheit, helle Färbung, weiche 
fast durchsichlige Flügeldecken so sehr vor seinen Genossen, 
d. h. den Paussus mit zehngliedrigcn Fühlern aus, dass er mit 
keinem in Collision geräth. Auch selbst von diesen sondern 
ihn sein ei*8tes becherförmiges Fühlerglied, welches bei den 
übrigen Cerapterus regelmässig mit starken, gleichsam ge- 
hörnten Vorsprüngen versehen ist, die hei mollicellus durchaus 
fehlen. Die Ftthlerglieder 2 — 9 verlaufen in der gewöhnlichen 
zweizahnigen Sägelbrm mit einer kaum merkbaren Verschmä- 
lerunEj gegen das Ende hin, wo dann das zehnte Glied etwas 

11* ^ 



152 

länger als das neunte und statt dass die andern ausgekehlt 
waren, mit einer Abrundung nach vorn sehliesst. 

Da beide Exemplare von dem afrikanischen Sammler 
vcrmuthlich zu gleicher Zek gefangen sind, so kann ich frei- 
lich nicht mit Bestimmtheit sagen, ob die Weichheit der Flügel- 
decken der Art eigenthümlich ist, oder ob diese Exemplare 
noch nicht vollreif waren. 

An der Unterseite und den Beinen ist nichts besondres zu 
erwähnen, die auffallend starken glöckchenformigen Endglieder 
der Lippentaster haben sie mit den übrigen Cerapterus gemein. 

81. Aegilhus sanguinans Dhn. 

Es ist möglich, dass Crotch Recht hat, wenn er in seiner 
dictatorisch infallibeln Manier S. 490 der Cistula Entomologica 
Vol. I in der Revision of the Erotylidae den Aegithus con- 
sularis Gu6r. (Wien, zool.-bot. Zeitschr. 1855. S. 610) für 
blosse Varietät von A. cyanipennis Gu6r. erklärt, zumal er 
ausdrücklich versichert: ^J have seeo all the passages". Aus 
dem Folgenden wird sich ergeben, dass er wahrscheinlich auch 
das Richtige trifft, wenn er hinzufügt: ^Gu^rin's character 
drawn from the scutellum is illusorj^. Gu6rin hat nehmlich 

I. c. gesagt: ^^cusson noir sans enfoncement en arri^re, 

ee qui le distingue de TA. cjanipennis^. 

Dennoch, und obschon mein Credo bei Pilzkäfern fast 
eben so latitudinarisch lautet wie bei Coccinelliden , halte ich 
vorläufig die mir vorliegende Art für selbständig, ungeachtet 
sie zu cjanipennis und consularis in unverkennbar nächster 
Beziehung steht. 

A. sanguinans m. Late ovalis, supra violascenti-ater, 
antennis nitidis, thoracis marginibus leviter undulatis, 
scutello lobato, ad apieem impresso, eljtris glabris 
magis violascentibus, haud nilidis, marginatis, inter 
marginem et discum unicolorem sanguineo-reticulatis, 
abdominc et pedibus nigronilidis, pagina reflexa inlra- 
marginali eljtrorum abdominis lutera utrinque late 
superante, laete rufosanguineä. 
Long. 19 mm. Lat 15 mm. 
Patria: incognita. 
Unzweifelhaft stammt das Thier aus dem miltlern Süd- 
Amerika; es weicht von dem zunächst verwandten A. consu- 
laris durch den glänzend blutrothen, nicht netzförmigen, schwai*z 
umrandeten Umschlag der Flügeldecken uutrallend ab. Die 
von Gu6rin geleugnete, von Crotch behauptete Impression des 
Schildehens ist deutlich sichtbar. Dagegen fehlen die von 

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153 

Guerin bei cyar.i])ei)nis und cotisularis angegebenen ^^Uiehes 
lui^antes*^ auf den Deckschilden gänzlicli. Von den röthliehen 
Rändern des Hinterleibs und der Segmente, welche Guerin bei 
A. cousularis anführt, bemerke ich nichts. Die Sohlen der 
Tarsen sind braunfilzig. Jedenfalls ein interessantes Thier in 
dieser Gruppe. 

82. Platjauchenia ütuhans Dhn. 

Die Arten der Gattung Platjauchenia (Sturm), wie sie im 
MQnchner Kataloge, oder Sphaeropalpus (Chevrolat , * Gu6rin) 
wie sie bei Boheman Lacordaire, Chapuis heisst, sind aves 
rarae, fehlen in manchen grossen Collectionen (z. B. augen- 
blicklich noch im Museo Berolinensi) und ich bin erst in den 
letzten Jahren in den Besitz eines Exemplars gekommen. Da 
ich in Lacordaire -Chapuis Genera XI. p. 360 nur eine Art 
aogegeben fand, nehmlich die von Sturm 1843 in seinem Ka- 
taloge als limbata beschriebne und abgebildete, von Guerin in 
der Iconographie als Sphaeropalpus cinctus beschriebne, so 
hielt ich meine damit nicht sonderlich übereinstimmende Art 
vorläufig für eine Farbenvarietät. 

, Aber auf meiner Herbstreise im Jahre 1879 fand ich im 
Amsterdamer Museum 2 Exemplare einer Platjauchenia, er- 
hielt eines davon im Tausche, und überzeugte mich bald, dass 
ich nun die wahre limbata Sturm vor mir hätte, und dass die 
vermeintliche Varietät nicht dazu gehören könnte. 

Auch belehrte mich der Münchner Katalog, dass Bai}' im 
Journal of Entomology II p. 6 eine zweite Art, Sphaeropalpus 
Dejrollei aus Brasil beschrieben habe. Seine etwas weitläufige 
Diagnose lautet wie folgt: 

S. oblonge - ovatus , modice convexus, flavus, subnitidus, 
subtus nitidus; antennis, thoracis plaga dorsali, a basi 
fere ad apicem extensa, scutello, mesocoxarum plaga, 
geniculis, tibiarum apice, tarsis, metasterni macula 
triangulari parva, elytrisque nigris ; bis crebre subru- 
goso-punctatis, punctis prope suturam subseriatim, 
disco vage dispositis, utroque disco interiore obsolete 
bicarinato; margine basali anguste obsolete, vitta su- 
turali, vix ante apicem abbreviata, vitta submarginali 
a paullo infra basin ad vix pone medium continuata, 
fasciaque ceutrali subinterrupta, fiavis. — Long. 9 1/2 
lin. — Hab. Brazil. 
In der darauf folgenden englischen Beschreibung ist vom 
Kopfe weiter nicht die Rede und es heisst: 

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154 

Tborux melir als zweininl eo breit als lang, die Seiten 
breit geiundet-erweitert, etwas verengt an der Basis, 
die Vordeiwinkel mit einem stumpfen Zäh neben be- 
waffnet; die Oberfläche bin und wieder mit tiefen 
und unregelmässigen Eindrücken, die Mitte des Dis- 
cus mit einer Längsgrube, die Seiten sehr tief ein- 
gedrückt, runzelig punktiit, der erweiterte Rand zurück- 
geschlagen (reflexed), eher weniger dicht punktirt 
als die Discusseiten; auf dem Discus ist ein breiter 
• schwarzer Fleck, der sich von der Basis beinah bis 
zum Apex des Thorax ausdehnt. Das Scutellum 
bildet ein längliches Dreieck mit stumpfer Spitze und 
glatter OberQäche; nahe dem Apex mit einem Grüb- 
chen. Die Elytra sind punktirt wie bei S. cinctus 
(== Platjauch. limbata), die Seiten von der Basis 
bis zur Mitte schief erweitert, dann schief verschmä- 
lert und bis zum Apex leicht gerundet; der letztere 
schmal, stumpf. 
Ich war genöthigt, Baly's Angaben buchstäblich anzuführen, 
weil der Käfer, um den es sich hier handeln soll, in sehr vielen 
und wesentlichen Punkten mit dem Sph. Deyrollei vollkommen 
übereinstimmt, in andern und gar nicht unwesentlichen aber 
nicht, so dass ich bis zum Nachweise von Uebergängen ihn 
vorläufig als Art betrachte. Ich nenne ihn Fiat, ti tu bans 
und will zunächst die Sculptur- und dann die Färbungs - DifTe- 
renzen mit Deyrollei besprechen. 

Da Baly die Flügeldecken des Deyrollei mit denen von 
cinctus ausdrücklich vergleicht, so wäre es in hohem Grade 
befremdend, wenn der etwas wunderliche Satz in der Diagnose 
^utroque disco interiore obsolete bicarinato^ etwa auf das hin- 
deuten sollte, was ich jetzt anfiHiren will. Es haben nehmlicli 
die Flügeldecken von titubans gleich dicht hinter der Basis 
auf jedem Rande einen tief abgesetzten Band, beinah mulden- 
förmig eingedrückt, über i Linie im Anfang breit, der sich 
deutlich und allmählich schmäler werdend als Band markirt 
und erst nahe am Apex mit dem Rest der Flügeldecken in 
gleiche Fläche verbindet. Dieser augenfällige Band wird auf 
der Unterseite ganz scharf durch eine gelbe Linie in seiner 
franzen Länge nach innen limitirt. Daraus entsteht natürlich 
auf der Oberseite für den angrenzenden Theil der Flügeldecken, 
namentlich von der Schullerbeule an, eine Art von carina, 
abfallende Senkung nach der erwähnten Mulde. Dies Kriterium 
seheint mir zu auilaliend, um mit Stillschweigen übergangen 
zu werden. 

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155 

Nun zum Farbenpunkt. Zwischen den Fühlerwurzeln und 
den Augen stehen bei tilubans zwei gelbe Knöpfchen, zwar 
nur klein, aber hell glänzend und deshalb sehr in die Augen 
fallend. 

Der schwarze Fleck auf dem Thorax von Deyrollei nimmt 
bei (itubans auf der Basis ein volles Drittel der Breite ein und 
verschmälert sich nur bis zur Kopfbreite. 

Die ^vitta submarginalis (elytrorum) a paullo infra basin 
ad vix pone medium continuata^ fehlt bei titubans, der dafür 
eine gelbe Randlinie hinter der Mitte fast bis zum Apex hat. 

Die ^fascia centralis subinterrupta flava^ ist bei titubans 
mit Ausnahme des kleinen oben erwähnten Muldenrandes breit 
quer und ununterbrochen über das mittlere Drittel der Elytra 
gezogen. 

Weder kann man die pagina superior bei titubans sub- 
nitida, noch die p. inferior nitida nennen, bei der letztern allen- 
falls den schwai*zen Metathorax für snbnitidus erklären. Die 
Beine, namentlich die Schenkel, sind bei titubans oben schwarz, 
unten mehr gelb. Die Mitte der Segmente hat schwarz? Halb- 
möndchen. 

Mit Ausnahme, der berührten Punkte stimmt der Rest des 
vorliegenden' Thieres mit den Angaben Baly's über Deyrollei. 
Als Vaterland für titubans ist nur Brazil ohne nähere Bezeich- 
nung angegeben. 

83. Chelymorpha omissa Dhn. 

Ch. oblongo-ovata, convexa haud gibbosa, testacea, nitida, 
capite rufo-testaceo, antennarum articulis 2 basalibus 
testaceis, 4 uhimis nigris, intermediis (3 — 7) supra 
testaceis infra nigris, thorace duplo latiore quam lon- 
giore, lateribus rotundatis, angulis basalibus acute re- 
cedentibus, propter lobum supra scutellum protehsum 
valde bisinuato, in disco modice, in marginibus ex- 
planatis grosse punctato, tribus maculis nigris insignilo 
prima reniformi a basi fere ad apicem extensa, dua- 
bus alteris minoribus, margini appropinquatis, basi 
adfixis, elytris nigronitidis, prothoracis basi latioribus, 
callo humerali et versus apicem pubescentia brevi 
cinerea praeditis, grosse irregulariter punctatis, abdo- 
mine et pedibus vcl testaceis vel nigromaculatis. 

Long. 9 — 10 mm. Lat. ^ — 7 mm. 

Habitat: Guatemala. 
Die 4 mir vorliegenden Exemplare haben wahrscheinlich 
in Spiritus gelegen, und das kann möglicherweise auf die gelbe 

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156 

(vielleiclit rotligelbe?) Colomlion der angegebnen Stellen einen 
verdunkelnden Einfluss geübt haben. Mit der Ch. guttue ra Boh., 
ebenfalls aus Guatemala, hat sie in Gestalt und Farbe eine 
oberflächliche Aehnliehkeit, unterscheidet sich aber ausreichend 
durch die deutliche Behaarung (guttifera hat gar keine) und 
durch die Zeichnung des Halsschildes, abgesehen von den 
Zeichnungen der Flügeldecken bei guttifera und ihrer feineren 
Punktirung. 

84. Chelymorpha vanabiiis Boh. 

Den von Boheman in seiner Monographie II p. 61 bereits 
aufgeführten Varietäten a — e dieser in der Färbung sehr schwan- 
kenden Art, kann ich noch aus der brasilischen Provinz En- 
trerios die 

var. f. supra et infra llavotestacea, elytris sutura basali, 
nee non tota basi thoraci arcte appressa nigris 
gesellen. Die gelbe Unterseite für bloss unvollkommene Aus- 
lUrbung zu halten, verbieten mir die angegebnen schwai-z- 
glänzenden Theile der Naht und der Flügeldeckenbasis, obwohl 
beide bur ganz schmal sind. 

85. Ischyrosonjx oblonga Boh. 

Auch von diesem brasilischen Sehildkäfer habe ich der 
Beschreibung in der Monographie II p. 322 beizufügen: 

var. c. thorace nigro excepto margine apicali sanguineo. 
Da auf dem typischen Thiere und auf den var. a und b der 
Thorax überwiegend rothgelb oder schaalgelb ist mit schwar- 
zen Zeichnungen, so zeichnet sich die var. c auffallend dadurch 
aus, dass nur der schmale Vorderrand hell geblieben. Noch 
habe ich zu bemerken, dass in der sonst mit Boheman'scher 
Gewissenhaftigkeit abgefassten Beschreibung ein kleiner Punkt 
übergangen ist. Vor dem Scutellum nehmlich bildet der Hinter- 
rand des Thorax eine kleine wulstartige Erhöhung, die mir 
als specifisches Kriterium der vorliegenden Art erwähnenswerüi 
dünkt, weil ich sie an den andern mir zu Gebote stehenden 
Ischyi'osonyx (discipennis , nigrosignata Boh.) nicht bemerke. 

86. Graphipterus amabiiis Boh. 

Die Länge dieses ^liebenswürdigen^ KalFers wird von 
Boheman in seiner Beschreibung Akad. Förh. 1860 auf 15 
Millim. angegeben, und damit stimmen auch die mir bekannten 
Exemplare. Aber mir liegt eins vom Zaqfibese vor, welches 
nur 10 Millim. lang, sonst jedoch in allen Punkten mit den 
um 1/3 längeren identisch ist. — Bei dieser Gelegenheit be- 

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157 

merke ich uoch, dass der Müneluier Katalog bei Graph, tri- 
iinealus Fabr. nicht dessen Sjst. Elcuth., sondern die ältere 
Beschreibung in der Ent. systematica hätte eitiren sollen, da 
die letztere richtig ^sutura lineaque atris^ hat, während das 
Syst. Eleuth. dafür den bedenklichen Druckfehler ^albis*^ auf- 
weist. 

87. Pandeleteiiis minax Dhn. 

P. oblongo-ovalis, rufo-fuscus, elytris densissime, reliquis 
membris minus dense squamis silaceis tectis, sutura 
elytrorum rufa, his apice mucrone obtuso praeditis. 
Ijong. 5 mm. 
Habit. Bogottt. 
Zwar besitze ich nur ein einzelnes Exemplar dieser Art, aber 
CS ist vollkommen erhalten, und weicht von den übrigen mir 
bekannten Genossen derselben ausreichend durch die vortretende 
Spitze des Obertheils der Declivilät am Apex der Elytra ab. 

Kopf und Thorax dunkel rothbraun, ziemlich grob un- 
regelmässig punktirt, Antennen hellroth; der Kopf weniger, 
der Thorax dichter mit gelbgrauen Schüppchen bedeckt. Die 
Flügeldecken etwas breiter als die Thoraxbasis, sehr wenig in 
der Mitte erweitert, am Apex stark abfallend. Dies Declivum 
wird aber oberhalb von einem stumpfen Spitzchen oder Knöpf- 
ehen überdacht, welches von beiden Eljtris gemeinsam ge- 
bildet wird. 

Die Flügeldecken sind sehr dicht mit graugelben Schüpp- 
chen bedeckt, doch kann man auf jeder Decke deutlich zehn 
Punktstreifen wahrnehmen. 

Die Unterseite ist dunkelbraun, das letzte Segment schil- 
lert röthlich. Das Braunroth der Füsse ist an den Schenkeln 
dunkler, an den Schienen und Tarsen heller. 



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158 



Beitrag zur Kenntniss 
der Sclimetterlings- Verbreitung. 

Von 



Vom 28. Mai bis 27. Juni d. Je. war icli in KiseingeD, 
um mich des Morgens am edlen Rakoezy zu erlaben und dem- 
nächst mein Corpus von Soole umspülen zu lassen. Die 
Zeit, welche von diesen beiden schönen Beschäftigungen nicht 
in Anspruch genommen wurde, war den Mahlzeiten und dem 
Schmetterlings-Funge gewidmet. Leider war auch in Kissingen, 
wie bei uns im Muckerthale, die Vegetation in der Entwick- 
lung zurückgeblieben, und die Insecten-Welt halte die Dreistig- 
keit gehabt, in dieselben Fusstapfen zu treten. Dabei war 
das Wetter häufig kalt und regnerisch, so dass ich an manchen 
Tagen keine Excursionen machen konnte, oder mich nur auf 
das Absuchen von Baumstämmen beschränkte, wobei sich nur 
dürftige Resultate ergaben. Nachdem mein Körper einen 
vollen Monat die Wohlthaten des Rakoezy, des Max-Brunnens 
und der Soole genossen hatte, sagte ich dem schönen Kissingen, 
dem Altenberg, dem Stationsberg, dem Finsterberg, dem Staflel- 
wald, dem Sediof, dem Claushof, der Bodenlaube, der hohen 
Eiche, der Max-Ruhe, der Saline mit dem Bismarck-DenkmaK 
dem Altenburger Haus, den Cascaden etc. Lebewohl und fuhr 
nach Münster am Stein bei Creuznach, um daselbst noch 3 
Tage dem edlen Waidwerk obzuliegen. Die Witterung war 
während meines dortigen Aufenthaltes ziemlich günstig, aber 
das kalte Frühjahr hatte auch hier seine Wirkung auf die 
Insecten ausgeübt. 

Die von mir theils erbeuteten, theils nur beobachteten 
Schmetterlinge sind die nachstehend verzeichneten. Bei den- 
jenigen Arten, die nicht bei Kissingen gefunden wurden, ist 
der Flugort: Münster am Stein jedes Mal vermerkt. 

Rliopaloeera • 

1. Papilio PodaKrius L. allenthalben, aber nicht häufig. 
Ich üng Ende Mai und Anfangs Juni 6 Stück auf dem Alten- 
berg, aber alle mehr oder weniger in zerrissenen oder zer- 
fetzten Gewändern. Die Hauptflugzeit schien vorüber zu sein. 
Vor einigen Jahren tlog er am Oberrhein bei Bingen schon 

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159 

Anfangs Mai in grosser Menge umher und ei^ehien zum 2. 
Mal im Juli. Dieses Jahr (1879) wird sich woiil keine 2. Ge- 
neration entwickeln. 

2. Papilio Machaon L. sah ich einmal Anfangs Juni an 
Sjringen-Blüthen auf dem AUenberg und fing am 12. Juni 
auf dem Finsterberg, wo er mehrfach umher flog, ein Stück, 
dessen Auge am Innenwinkel des linken HinterflOgels fast ganz 
verloschen ist; auch geht die Grundfarbe der untern Hälfte 
dieses Flügels etwas in's Weisse über. 

3. Pieris Brassicae L. 

4. ^ Rapae L. 

Diese beiden Allerweltskinder fanden sich überall, aber 
nicht ^hl reich. 

5. Pieiis Napi L. in allen Waldungen, stellenweise häußg. 

6. „ DapHcUce L. Ich sah nur ein Stück, das aber 
fo klug war, schleunigst davon zu fliegen, als es mich An- 
stalten machen sah, ilm seines bischen Lebens zu berauben. 

7. Xeucophasia Smapis L. allenthalben vereinzelt, doch 
ziemlich häufig auf dem Promenaden -Weg an der Westseite 
des Stationsberges. 

8. Anthocharis Cardamines L. Nicht selten auf allen 
Wiesen und gitisreichcn Waldwegen. Einige Stücke, die ich 
fing, waren durchgängig grösser als die bei Aachen vorkom- 
menden. 

9. Colias Hyale L. flog den ganzen Juni hindurch auf 
dem StatioDsberg, wo ich ein $ fing mit weit grösserm orange- 
farbigen Fleck auf der Mitte der Uuterflügel, als ihn die bei 
Düsseldorf gefangenen Stücke zeigen. 

10. Colias Edma Fahr« flog am 30. Juni nicht selten an 
den Abhängen des Rothenfels bei Münster a. St. Ausserordent- 
lich häufig sah ich diesen Schmetterling vor einigen Jahren bei 
Triest umher fiiegen. Man hätte ohne grosse Mühe Hunderte 
in kurzer Zeit fangen können. Auch bei Venedig flog er 
häufig über den Lagunen. 

11. Gonopteryx Rkamni L. allenthalben vereinzelt. 

1 2. Thecla rubi L. häufig auf dem Altenberg, die Männer 
aber waren alle verflogen, dagegen die Weiber noch, meistens 
wohl erhalten. 

13. lliecla Acaciae Fabr. flog mehrfach am 29. Juni in 
der Nähe der Ruine des Rheingrafensteins bei Münster a. St. 

14. Thecla Pruni L. Dieser liebliche Falter war das 
letzte Geschenk, da.«^. mir der Altenberg am 27. Juni beim 
Scheiden in die Hand drückte. Der Alte nahm ganz gerührt 
Abschied von mir, ersuchte mich zuvor dringend, noch länger 

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160 

zu bleiben, und um mich seinem Wunsche geneigt zu machen, 
versprach er mir Polyoni. Vii-gaureae, (.'oenon. Iphis, Emydia 
grammiea und Ap. Clj^tie, bemerkte noch dabei, dass er diese 
Arten im verflossenen Jahre auch meinem Aachener Freunde 
gegeben hätte und sie mir bei längerm Verweilen auch wollte 
zukommen lassen. Ich hätte sehr gern seiner Bitte nachge- 
geben, aber bei mir heisst es: ^fort musst du, deine Uhr ist 
abgelaufen^. Ob ich den Alten noch einmal wiedersehen werde, 
mögen die Götter wissen. 

15. Polyommatus lEpponoü Esp. Einen grossen (J er* 
langte ich am 30. Juni auf der 'Gans und Tags darauf einen 
kleinern auf einer Wiese im Huttenthal bei Münster a. St. 
Ein drittes Stück flog am Rothenfels, das wegen grosser Furcht 
vor mir sich schleunigst entfernte. 

16. Polyommatus Grce 8. V. Ein schlechtes Stück fing 
ich bei Seehof. Es fiel mir gar nicht schwer, ihren Reizen 
zu widerstehen, verächtlich wandte ich mich von ihr ab. 

17. Polyommatus Phlaeas L. sah ich nur einmal auf 
einem Feldwege zur nördlichen Seite des Stationsberges. 

18. Lycaena Aegon S. V. Am 26. Juni auf dem StationB- 
berge einen (J gefangen, dessen Aussenrand mehr schwarz ist, 
als meine Aachner Exemplare. 

19. Lycaena Argus L. Am 27. Juni lieferte mir der 
Altenberg zum Abschiede ein grosses schönes Weib, dem ich 
einen Platz in meinem Harem angewiesen habe. 

20. Lycaena Medon Esp. wurde in allen Wiesen bei 
Kissingen und Münster a. St. angetroffen. Bei letzterem Orte 
fing ich am 30. Juni auf der Gans 2 Weiber mit ausserge- 
wöhnlich breiter Binde längs dem ganzen Aussenrande aller 
Flügel. Die bei Kissingen erlangten * Weiber waren nur 
schmal bindig. 

21. Lycaena Alexis S. V. häufig auf allen Wiesen und 
Wegen. Auf letzteren sassen sie oft an feuchten Stellen mit 
Adonis in grosser Anzahl dicht gedrängt zusammen. Eine 
weibliche Varietät mit blauen Oberflügeln, dem Ceronus des 
Adonis entsprechend, und mit diesem leicht zu verwechseln, 
kam öfter vor, auch Mittelglieder zwischen dieser Varietät .und 
dem gewöhnlich einfarbig braunen Weibe, mit mehr oder 
weniger blauem Anflug waren nicht selten. Solche blaue 
Weiber flnden sich übrigens auch hier öfter im Muckerthale. 
Ein besonderer Name existirt, so viel ich weiss, dafür noch 
nicht und ich schlage vor, sie Glauca zu nennen. 

22. Lycaena Adcnis S. V. häuflger als die vorige Art, 
besonders auf dem Stationsberge und der Bodenlaube. Wo 

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161 

man nur binblickte, sah noan das Thier fliegen oder sitzen. 
Die Weiber erschienen mehrere Tage später als die Männer. 
Die weibliche Varietät Ceronus fing ich nur einmal, dagegen 
eine grosse Anzahl Weiber mit bald mehr, bald weniger Blau 
auf den Flügeln. Weiber ganz ohne l)laue Bestäubung, wie 
ich ae frtiher stets bei Deutz gefangen, waren nicht häufig. 
Es gewährte einen schönen Anblick, wenn man die Menge 
prachtvoll blauer Männer in der Sonne umher fliegen sah. 
Der Tod und die spätere Aufweichung vermindert den Glanz 
ungemein. 

23. Lycaena Argiohs flog allenthalben bei Kissingen und 
Manster a. St., aber nicht häufig. 

24. Lycaena AUsus S. V. Diese Art war unstreitig die 
gemeinste bei Kissingen, nur fiel sie bam ersten Blick nicht 
so in die Augen wie Adonis und Alexis. Alle Wiesen auf 
den Bergen wimmelten von diesem Knirps. Er war gegen 
Ende Juni noch ebenso häufig, wie 4 Wochen vorher, nur 
war bei vielen das Gewand in der spätem Zeit sehr faden- 
scheinig geworden und nicht mehr zum Hochzeits- Anzug ge- 
eignet. 

25. Lycaena Am 8. V. am 10. Juni in einer Wiese 
bei Seehof gefangen. 

26. Lycaena CyUarus Esp. An demselben Tage und 
ebendaselbst erbeutete ich ein $, das aber alle Reize verloren 
hatte und in die Kategorie der Vetteln gehörte. 

27. Nemeobius Lucina L. flog von Ende Mai bis gegen 
Ende Juni vereinzelt auf dem Altenberg, sehr häufig aber 
auf der westlichen Promenade des Stationsberges und dem auf 
der Nordseite nach der Höhe dieses Berges führenden Weg. 
An Allen hatte der Zahn der Zeit bald mehr, bald weniger 
genagt und Greise waren nicht selten. Die Stunde, wo ihre 
Patronin an ihrer Wiege stand, lag gewiss schon lange hinter 
ihnen 

28. Vanessa Polychioros L.\ Von diesen 5 Arten sah 

29. ^ Urticae L. / ich nur wenige Stücke in der 

30. ^ Jo L, ) Nähe des Seehofs. Alle wa- 

31. ^ Aniiopa h. I ren sehr verflogen und hatten 

32. Pyrameis Atalanta L. /sicher die Sylvester -Nacht 
von 78 auf 79 in irgend einem verborgenen Winkel gefeiert. 
Sie hätten sich längst zur Ruhe setzen sollen, da ihre Arbeit 
Mir das irdische Leben doch aller Wahrscheinlichkeit nach 
vollendet war. 

33. Pyrameis Cardvi L. Dieser Falter war während 
meines ganzen Aufenthaltes in Kissingen daselbst so zahlreich 

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162 

vertreten, wie ich es kaum für möglieh gehalten hätte. Ein 
einziger Blick an vielen Stellen führte mir deren mehr vor 
Augen, als ich in meinem ganzen Lehen gesehen hatte. An 
manchen Tagen waren die Syringen-Blüthen auf dem Altenberg 
wie besät damit. Ich. ging einmal Morgens um 8 Uhr zur 
Bodenlaube und kam auf dem Fueswegc, der, dem Stations- 
Gebäude ungelUhr gegenüber, links von der Chaussee abbiegt, 
an einem grossen blühenden Saatfelde vorbei. Beinah auf jeder 
Blume desselben sass ein Distelvc^el. Es schien, als ob ein 
ganzer Schwärm sich dort niedergelassen hätte, um Nahrung 
zu suchen. Es war ergötzlich anzusehen, wie das krimmelte, 
wimmelte und durcheinander flog, wenn man sieh näherte. 
Auf der gras- und blumenreichen Höhe des Stationsberges war 
der Schmelterling so häußg, dass er störend auf den Fang anderer 
Arten, die dort flogen, einwirkte. Die meisten Stücke waren 
verflogen, doch zeigten sich noch hin und wieder ansehnliche 
darunter, die zu einer Sammlung zu verwenden gewesen wären. 
Dass diese Distelvögel alle bei Kissingen im vorigen Herb.«*t 
zur Welt gekommen seien und daselbst überwinterten, kann 
ich nicht recht glauben, ich vermuthe vielmehr eine schaaren- 
weise Einwanderung aus einer andern Gegend. 

Py rameis Cardui ist der am wenigsten Ruhe bedürftige 
von allen Tagfaltern, die ich kenne. Während die meisten 
unserer Rhopalocieren bis gegen 10 Uhr Morgens auf dem 
Faulbette verharren und gegen 5 Uhr Nachmittags wieder eine 
Schlafstelle aufsuchen, sieht man den Distel vogel kurz nach 
Sonnen -Aufgang schon umher flattern und erst, wenn Helios 
sein Gespann in des Okeanos Fluthen getaucht hat, begiebt 
er sich zur Ruhe. Wenn andere Tagfalter sich während des 
Regens sorgsam verkriechen, um ihre Garderobe nicht zu be- 
schädigen, fliegt unser Cardui noch munter und sorglos umher, 
unbekümmert um die Tropfen, die ihn benetzen, gerade so 
wie es unsre Sphinx Convoivuli in der Dämmerungsstunde beim 
Regen zu machen pflegt. Mich wundert, dass die Genera- 
Fabrikanten nicht längst ein eigenes Genus für P. Cardui er- 
lichtet liaben, wozu sie gewiss die im Gespinnst lebende Räu|>e, 
der Imago Flügelform , Zeichnung* und abnormale Lebensweise 
berechtigt hätte. Auch liesse sich vielleicht bei genauer Unter- 
suchung eine Abweichung im Fltigel-Geäder von Atahmtu ent- 
decken. Jedenfalls ist beim Distelvogel das Verhältniss der 
Adern unter einander ein anderes, als beim Admiral, der Van. 
Atalanta. Das neue Genus wüinle dann die Arten Cardui, 
Kershawi M. Cor, Virginiensis Drury, Curye Hübn., Terpsi- 
chore Philip, und Myrina Dbld. umfassen. Jcli^ setzij dabei 

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163 

voraus, dass alle die genannten Arten in Lebensweise der 
Raupen und des vollkommenen Insects mit unserm Curdui 
übereinstimmen, weil sie demselben in Farbe und Zeichnung 
so nahe stehen. 

34. Melitaea Arlenus S. V. Am 20. Juni ein $ auf 
dem AUenberg gefangen, mehr sah ich nicht. 

35. Melitaea Ctnxia L. Am 10. Juni erlangte ich das 
erste Stück an der Schützen-Halle auf dem Wege nach Seehof, 
später gegen Ende des Monats noch mehrere auf dem StationF- 
berg. 

36. Melitaea Phoebe S. V. auf der Höhe des Stations- 
berges in der 2. Hälfte des Juni nicht selten. Ich erbeutete 
6 Stück, hätte aber deren noch mehr erlangen köunen, wenn 
ich den Schmetterl. nicht für Cinxia gehalten und ihn deshalb 
zu fangen vernachlässigt hätte. 

37. Melitaea Dictyrma Esp. Auf einer Wiese im Hütten - 
thal bei Münster a. St. erbeutete ich am 1. Juli 2 Männer, 
deren Unterflügel fast ganz schwarz waren. 

38. Melitaea Athalia Esp. nur 2 mal im Sluffelwakl bei 
Seehof angetrofTen. 

39. Argynnis Ettphrosyne L. flog allenthalben, aber nicht 
besonders häufig. Am zahlreichsten war der Faller am west- 
lichen Abhänge des dünn mit Fichten, aber vielen Blumen be- 
wachsenen SUitionsbergefe , doch daselbst schwer zu fangen, 
weil der Abhang ziemlich steil und nur mit Mühe zu erklettern 
war. Auf dem Alienberg fing ich am 11. Juni eine Aber- 
ration, welche die Wurzel der Obei-flügel breit schwarz und 
die Flecken der Mittelbinde viel stärker als gewöhnlich hat. 
Leider waren die Flügelspitzen durch starken Gebrauch etwas 
durchsichtig geworden. 

40. Erebia Medusa S. V. war den ganzen Monat hin- 
durch auf allen Wiesen nicht selten anzutreffen, gegen Ende 
Juni aber schon ziemlich verflogen. 

41. Parargc Megaera Hübn. flog an der Ruine der Boden- 
hiu!)e ziemlich häufig, auch an dem alten Gemäuer des Rhcin- 
grafensteins hei Münster a. St. 

42. Pararge Adrasfa Hübn. ziemlich häufig an den Ruinen 
des Rheingrafensteins, war aber am 30. Juni meistens ver- 
flogen, übrigens auch schwer zu fangen, weil er grösstenthcils 
lK)ch' und über Abgründen flog. 

43. Pararge Äegeria L. wurde hin und- wieder in den 
schntligen Promenaden des Altenhergs angetrofl'en, aber stark 
veiih>geu. Es wsiren wohl übei winterte Stücke. 

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164 

44. Pararge Janira L. gegen Ende Juni zeigten sich die 
ersten Ankömmlinge dieser fast überall gemeinen Art. 

45. Coenouympha Hero L. am 21. Juni erbeutete ich 
eine alte, abgelebte Vettel auf dem Aitenberge. Mehr Stücke 
sah ich von dieser bei Aachen so häufigen Art nicht. 

46. Coenonympha Arcania L. wurde vom 20. Juni ab 
in lichten Waldungen bei Kissingen und Münster a. St. häufig 
angetroffen, doch nur meistens Männer. Die Weiber liessen 
sich weit seltener blicken und schienen gar nicht versessen 
darauf zu sein, ihre bunten Gewänder zu zeigen. Sie werden 
deshalb dem Manne wohl kehie grossen Kosten verursachen. 

47. Coenonympha PampÜlus L. Dieser Allerweltsfreund 
war in allen Wiesen zu finden. 

48. Syrichthus Carthami Hübn. Von Mitte Juni ab auf 
dem Stations- und dem Finsterberg ziemlich häufig, auch bei 
Münster a. St. flog er auf dem , Rheingrafenstein und der 
Gans überall umher. Die Exemplare von letzteren Fundorten 
sind aber durchgängig etwas kleiner als die Kissinger und die 
Unterseite der Hinterflügel ist blässer. Einen Unterschied in 
der Zeichnung habe ich nicht entdecken können. 

49. Syrichthus Serratulae Ramb. wurde in einem Exem- 
plar am 20. Juni auf dem Altenberg gefangen. 

50. Syrichthus Maivae L. (Alveolus) fast auf allen Wiesen 
nicht selten. 

51. Nisoniades Tages L. wurde auf allen Wiesen nicht 
selten angetroffen. 

52. Hesperia Linea S. V. nur einmal auf dem Altenbei-g 
gefangen. Der Falter erschien erst gegen Ende Juni und habe 
ich demselben, als einer hier häufig vorkommenden Art., keine 
besondere Aufmerksamkeit gewidmet. 

53. Hesperia Sylvanus Esp. Vom 20. Juni ab überall 
in allen lichten Waldungen. 

54. Carterocephalus Paniscus Fabr. Den ganzen Juni 
hindurch häufig an lichten Waldstellen. 

Heteroeera« 

55. Smerinthus TT/i'ae L. am 13. Juni 3 Stück an Ulmen 
auf dem Wege zur Bodenlaube gefunden, .worunter sich die 
bekannte Varietät befand, deren Binden braun statt grün sind. 
Die grüne Farbe scheint nicht allein in Europa, sondern auch 
in andern Welttheilen mitunter in Braun überzugehen. So 
besitze ich z. B. Mann und Weib von Oryba robusta WIk., 
die grösstentheils dunkelbraun, statt olivengrün \\xe gewi^hnlich, 

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165 

sind. Auch sah ich in der Sammlung eines Freundes einen 
braunen Nerii aus Ost-Indien, der viel dunkler als Hypothous 
war und ganz die Farbe von Langria Smerinthoides Moore 
hatte. Am 14. Juni fand ich noch 2 'filiae an Kirschen- 
bäumen auf dem alten, grösstentheils mit Gras bewachsenen 
Wege durch den Slaflelwaid. 

56. Macroglossa Stellatarum L. Flog häuiig un Blumen 
in der Nähe der Ruine des Rheingrafensteins bei Münster a. 
St. Bei Kissingen habe ich ihn nur einmal gesehen. 

57. Macroglossa Bomhyliformis 0. am 7. Juni ein Stück 
an Syringeu-BlUthen auf dem Altenberg gefangen. 

58. Macroglossa Fuciformis L. Am 6. Juni traf ich ein 
Stück auf dem Altenberg an Syringen schwärmend. Das Thier 
hatte gar keine Lebens- Art. Es war scheu wie ein Bauern- 
bube. Als ich es mit meinem Netze freundlichst bewillkommnen 
wollte, Hog es pfeilschnell davon. 

59. Ino Glohulariae Hübu. ersdiien zum ersten Mai am 
25. Juni auf dem Stationsberge, am andern Tage fing ich 
noch 2 Stück und am 27. Juni eine gleiche Anzahl ebenda- 
selbst. Die beiden Weiber, die sich unter meinen fünf er- 
beuteten Stticken befinden, sind bedeutend kleiner als die 
Männer. Ob dieses stets der Fall ist, habe ich w^en meiner 
am 28. erfolgten Abreise nicht erfahren können. Der Schifiet- 
terling sieht prachtvoll aus, wenn er in der Sonne umher 
fliegt, bei weitem schöner als seine Schwester Statices, und 
muss, wenn er möglichst wenig von der Farbe einbüssen soll, 
gleich nach dem Fange gespannt werden. Meine aufgeweichten 
Leichen haben ihre Schönheit verloren. 

60. Zjgaena Scabiosae Esp. 

61. y^ Ackilleae Esp. 

62. y, Hlipendulae L. 

Diese 3 Arten erschienen erst am Tage vor meiner Ab- 
reise. Auf dem Stationsberge fing ich von ersterer und letz- 
terer Art je ein Stück und von Acliilleae zwei. Die eigent- 
liche Flugzeit der Zj^gaenen schien erst nach meiner Abreise 
zu beginnen. Die ersten Raupen derselben, die ich gefunden 
und mitnahm, hatten sich bereits in Kissingen verpuppt, sind 
aber bis jetzt noch nicht zur Entwicklung gekommen. Sie 
gehören wahrscheinlich zu denen, die das grosse Olück haben, 
wie irgend ein Weltweiser sagt, nicht geboren zu werden. 

63. Zjgaena TrifoHi Esp. ein ganz verflogenes Stück bei 
Münster a. St. den 29. Juni im Huttenthal gefangen. 

64. Sjntomis Phegea L. nicht selten auf der Höhe des 
Rheingrafensteins und sehr häufig am rechten Ufer der Nahe 

12 oogle 



166 

vom Fusse der Gans bis zur Eisenbahn-Brttcke. Auf der Gans 
selbst habe ich den Schmetterling nicht bemerkt, 

65. Setina Rosoida S. Y. Am 19. und 21. Juni fing 
ich 3 schon etwas abgeflogene Stücke auf dem Finsterberg. 

66. Setina Irrorelia L. wurde am 30. Juni einmal am 
Rothenfels bei Münster a. St. gefangen. 

67. Setina Mesamella L. fand ich 2 mal auf einer von 
Bäumen entblössten, grossen, grasreichen Stelle im Staffelwald, 
in der Nähe der hohen Eiche und der Max -Ruhe. 

68. Onophria RubricolUs L. Vereinzelt den ganzen Monat 
hindurch an verschiedenen Stellen gefunden. Auf dem Finster- 
berge flogen sie gegen 5 Uhr Nachmittags um die Wipfel der 
Ulmen, die um den auf der Höhe errichteten, sehr primitiven 
Tempel, ein kümmerliches Dasein fristen. Im Staffelwald fing 
ich ein Stück ohne rothen Halskragen. 

69. Euchelia Jacobaeae L. wurde häufig auf dem Alten-, 
dem Stations- und dem Finsterberg aufgescheucht, auch bei 
Münster a. St. fand sich die AH. Die Weiber sind durch- 
gängig etwas kleiner als die Männer, aber ihr Roth ist inten- 
siver. 

70. Nemeophila Russula L. am 20. Juni auf dem Alten- 
berg 3 Stück und den folgenden Tag in der Nähe der hohen 
Eidie 1 Stück gefangen, nur Männer, zum Theil verflogen. 
Die Weiber lagen wahi-seheinlich zu Hause in Geburts-Nöthen. 

71. Arctia Caja L. einige Mal als Raupe auf dem Wege 
umherkriechend gesehen. 

72. Spilosoma Menihastri Esp. im Hotel Witteisbach Abends 
am Licht gefangen. 

73. Cossus Ugmperda Fabr. Dieser Spinner wurde mir 
von einem industriellen Knaben zum Kauf angeboten. Der 
Junge hatte ihn Tags vorher an einem Baumstamme sitzend 
gefunden, ihn behutsam bei den Flügeln gefasst und in eine 
Zündholzdose gesteckt. Damit nun das arme Thier keinen 
Hunger litte und so lange am Leben bliebe, bis es mir prä- 
sentirt werden konnte, hatte das schlaue Bürschehen einige 
Blätter dazu gesteckt. Man kann sich leicht denken, in wel- 
chem Zustande mir der aus seinem Geföngniss geholte Dick- 
wanst vorgeführt wurde. Er war kaum wieder zu erkennen 
und die Flügel konnten in der Durchsichtigkeit mit denen des 
Genus Ithomia oder mit Dirphiea Pagenstecheri (J wetteifern. 

74. Psyche gramindla S. V. Die Säcke fand ich oft bei 
Kissingen und Münster a. St., an letzterm Orte häufig auf der 
Brücke über die Nahe, wo sie am Geländer hingen. Ich 
nahm eine Anzahl mit, woraus sich bis jetzt ein ^ und meb- 

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167 

rere Weiber entwickelt haben. Letztere haben ganz das An- 
sehen einer dicken, gelblich weissen Made. Nach dem Tode 
schrampfen sie zusammen, werden dunkelbraun und sehen aus 
wie ein kleines Stttck dürres Reisig. 

75. Dasychira SeleniUca Esp. Als ich am 28. Mai zum 
ersten Mal auf den Altenberg ging, sah ich auf dessen gras- 
und blumenreicher Höhe gegen 10 Uhr Morgens einige nicht 
besonders grosse, graue Nachtschmetterlinge mit rasender Schnel- 
ligkeit in bogen- und Zickzack förmigem Flug umher schwärmen. 
Es war nicht möglich, die Art zu erkennen, auch gelang es 
mir nicht, ein Stück mit dem Netze zu erwischen. Am 1. 
Juni stieg ich wieder auf den Altenberg und hatte das näm- 
liche Schauspiel, aber alle meine Bemühungen, einen der 
Schnellflieger zu erhalten oder auch nur zu erkennen, waren 
vergeblich. Als ich so dastand und mein Gehirn mit ver- 
schiedenen Conjecturen abquälte, kam ein dunkler Nacht- 
schmetterling aus dem benachbarten Lerchen - Gebüsch lang- 
samen Fluges hervor und Hess sieh nicht weit von mir ins 
Gras nieder. Ich bedeckte ihn rasch mit dem Rascher und 
glaubte , er würde nun auffliegen , aber er verhielt sich 
ganz ruhig. Da blieb mir nichts anderes übrig, mh das Netz 
etwas zu lüften, um zu sehen, was darunter sass. Zu meiner 
Freude sah ich, dass es die mir im Leben noch unbekannte 
Das. Selenitica war und zwar ein grosses, wohl erhaltenes 
Weib. E^s Hess sich ruhig anspiessen und legte gleich eine 
ziemliche Anzahl Eier, die ich später einem gewaltigen Haupen- 
Züchter zum Ausbrüten sandte. Da vermuthete ich gleich, 
dass die mir bisher so viel Kopfzerbrechens gemachten flüch- 
tigen Thiere die Männer von D. Selenitica wären, und meine 
Vermuthung erhielt am 22. Juni auf dem Finsterberg volle 
Bestätigung, da es mir daselbst kurz nach 10 Uhr Morgens 
bei stark windigem Wetter glückte, einen solchen wilden 
Daherstürmer mit dem Netze zu schnappen. Eine halbe Stunde 
später regnete und stürmte es i'ürchterlich, ich wurde bis auf 
die Haut durchnässt, aber was that das? Die Freude über 
meinen Fang Hess mich das Ungemach kaum empfmden. 

Nach der Anzahl der Männer au schliessen, muss Seleni- 
tica bei Kissingen ziemlich häufig vorkommen, aber in Mehr- 
zahl wird der Spinner nur durch Zucht zu erlangen sein, die 
Männer vielleicht auch durch ein frisch ausgeflogenes noch 
uobegattetes Weibchen, wie das bei allen am Tage umher 
fliegenden Spinnern der Fall ist. Gegen 12 Uhr Mittags hört 
der Mann auf umherzufliegen und nach Tis^ch ha|g^^j^e 



168 

einen mehr wahrgenommen. Die Raupe überwintert bekannt- 
lich und wäre vielleicht am besten im April aufzusuchen. 

7G. Leucoma SaKäs L. Nur einmal als Raupe an einem 
Pappelbaum gefunden. 

77. Ocneria cUspar L. Die noch unerwachsene Raupe 
sasB hin und wieder an Obstbäumen. 

78. Bombjx PopuH L. Die Raupe einige Mal an Pappel- 
stämmen auf der Chaussee nach dem Altenburger Hause und 
Claushof angetroffen. 

79. Bombjx Castrenm L. Als Raupe häufig auf Wolfs- 
milch ; bei Crefeld, wo keine Wolfsmilch wächst, fand ich sie 
stets auf Haide. 

80. Bombyx Neustria L. Die Raupe öfter an Kirsch- 
baumstämmen gefunden, besonders auf der Promenade zur 
Bodenlaube. 

81. Bombyx Lanestris L. Die junge Raupe in Nestern 
sehr häufig auf Schlehen. 

82. Bombyx Trifoki S. V. Auf dem Finster- und dem 
StatioQsberg traf ich die Raupe ziemlich häufig auf niedere^i 
Pflanzen an. Ich versnchte sie mit Schlehen zu füttern, aber 
die mundeten ihr nicht. Sie zogen es vor, in den ewigen 
Osten zu wandern. 

83 Bombyx Quercus L. Ende Mai fand ich ein Paar 
ziemlich erwachsene Raupen. Ich nahm sie mit in der Mei- 
nung, dass sie sich bald verpuppen würden, aber sie fressen 
noch jetzt, Ende Juli. 

84. Lasioeampa Potatoria L. Eiue Raupe gefunden, wo- 
raus sich hier ein schöner ^ entwickelte. 

85. Saturnia Carpini S. V. Die kaum ausgeschlüpften 
Raupen fand ich Ende Mai an vielen Stellen an Schlehen 
klumpenweise zusammen und beschloss sie später, wenn sie 
mehr erwachsen sein würden, mitzunehmen. Als ich nach 
ungefähr 3 Wochen wieder kam, fand ich kein Stück mehr, 
wohl aber noch an 2 anderen Stellen wieder eine ganz junge 
Brut. Diese nahm ich mit. Unterwegs gingen aber viele 
wegen mangelhafter Aufbewahrung zu Grunde, doch brachte 
ich noch 12 Stück hierher, die nach und nach heranwuchsen 
und sich verspannen. Unter diesen 12 Stücken waren zwei 
von ganz schwarzer Farbe mit hellgelben Sternen. Nach der 
mir vorliegenden V» Schreibung ist dieses das Aussehen der 
Sat. Spini-Raupe. Ich glaube aber, dass es eher eine Farben- 
Varietät von Carpini, als die wahre Sat. Spini ist. Die Zu- 
kund wird hoffentlich Gewissheit darüber liefern. 

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86. Lopliopterjx Cameäna L. Ein Paar junger Raupen 
an einem Baumstämme gefunden. 

87. Phalera Bucephala L. Ein $ an dem Fahrweg nach 
Claushof im Grase sitzend beobachtet. 

88. Agrotis Candeiisequa S. V. Ein Stück, welches am 
Tage im Sonnenschein umher flog, wurde am 13. Juni an der 
Westseite des Stationsberges erbeutet. 

89. Mamestra Nebulosa Tr. auf dem Rheingrafenstein 
bei Münster a. St. an einem Baumstamme sitzend angetroffen. 

90. Mamestra Qemstae Bork. Dicht an der Saale an 
einem Pfahl sitzend gefunden. 

91. Mamestra Dentina L. Ich fand diese kleine Eule 
zweimal an einer Fichte auf dem Finsterberg. 

92. Mamestra Serena S. V. Anfangs Juni einmal an 
einem Ficbtenstamm ruhend, auf der Westseite des Stations- 
bergea angetrofien. 

93. Dianthoecia Compta S. V. Einige Zeit später an 
derselben Stelle wie vorstehende Art gefunden. 

94. Plusia Gamma L. flog zum Ueberdruss überall häufig 
umher. 

95. Acontia Luctuosa S. V. Am 15. Juni scheuchte ich 
auf dem Stationsberg das erste Stück aus dem Grase auf, an 
den folgenden Tagen noch einige. Auch auf dem Finster- 
und dem Altenberg flog die Eule, aber sie war nirgends häufig. 
Ich erlangte nur 6 Stück. 

96. Agrophila Sulphuralis L. zweimal auf dem Stations- 
berg gefangen. Wegen seiner Kleinheit im Gewimmel der 
Schmetterlinge, die dort flogen, leicht zu übersehen. 

97. Erastria Atrahüa S. V. Am 11. Juni fing ich das 
erste Stück auf dem Altenbei^, später noch mehrere daselbst, 
auch einige auf dem Stations- und Finsterberg. An letztern 
beiden Fangstellen fand ich die Eule weniger zahlreich. Im 
Ganzen erlangte ich 15 Stück von dieser bisher noch nicht 
von mir gefangenen Art. 

98. Erastria fuscula S. V. Diese bei Aachen äusserst 
häufige Eule wurde nur einmal auf dem Altenberg gefunden. 

99. Euclidia M L. 

100. ^ Olypkica L. wurden in allen Wiesen jeden 

Augenblick angetroffen, von ersterer Art auch eine kleine 
Aberration mit etwas gelbliehen Unterflügelu, die der nahe 
steht, die ich vor einigen Jahren aus der Türkei erhalten. 

Bemerkung. Von Eulen habe ich, wie ersichtlich, nur 
sehr wenig erbeutet. Hätte ich den nächtlichen Köderfang 
ausgeübt, so würde ich wahrscheinlich ein besseres Resultat 

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170 

erzielt haben. Aber wenn man beinahe den ganzen Tag auf 
den Bergen umher gelaufen ist, auch keinen liebenswürdigen 
Lueifer, wie hier, hat, so zieht man um 10 Uhr Abends das 
Bett dem Walde vor, zumal wenn man am andern Morgen 
wieder vor 6 Uhr aufstehen muss, um den edlen Rakoczy zu 
trinken. 

101. Pseudopterna Gyihisaria S. V. Zweimal auf dem 
Stationsberge gefangen. Durch das Aufweichen auf feuchtem 
Sande geht die grtlne Farbe fast ganz verloren. 

102. Jodis putaiaria L. häufig in lichten Waldungen. 
Das wenige Grün, welches der frisch ausgeschlüpfte Schmetter- 
ling hat, geht bald verloren und verwandelt sich in Weiss. 

103. Acidalia Reversata Tr. 

104. „ Osseata S. V. 

Je einmal auf dem Altenberg gefangen. 

105. Acidalia Immorata L. fand ich nur zweimal auf 
dem Altenberg. 

106. Acidalia Mutata Tr. 

107. ^ Remutata Htibn. 

Beide Arten wurde einige Mal auf dem Finsterberg ge- 
fangen. 

108. Acidalia Omataria Hübn. war häuög an allen 
Faogplätzen, am zahlreichsten aber auf dem Altenberg. Auch 
am Rothenfels bei Münster a. St. zeigte sich dieser Spanner, 
aber selten. 

109. Acidalia decorata S. V. wurde am 30. Juni von 
meinem Freunde Hans aus Burtscheidt, der mich durch seinen 
unverhofilen Besuch in Münster a. St. erfreute, am Rothenfels 
in einem Exemplare gefangen. 

110. Zonosoma omicronaria S. V. Einmal in der Nähe 
der Schützen-Halle aus dem Gebüsch geklopft. 

111. Zonosoma Punctaria L. Hin und wieder im Ge- 
sträuch auf dem Altenberg gefunden. 

112. Pellonia Ccdahraria Zeller wurde am 30. Juni in 
5 schönen Exemplaren theils von Freund Hans, theils von mir 
erbeutet. Der Schmetterling war am Rothenfels bei Münster 
a. St. nicht selten, aber des sehr abschüssigen Terrains wegen 
meistens nicht zu fangen. Vor einigen Jahren fand ich die 
Art auch auf dem Rheingrafenstein. 

113. Abraxas marginala L. Einmal auf dem Wege zur 
Bodenlaube gegen Mitte Juni aus einem Strauche geklopft. 

114. Cabera Pusaria L. 

115. ^ Exanthemaia Scop. 



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171 

£rstere Art zweimal und letztere einmal auf dem 
Stationsberg gefangen. 

116. Venilia Macularia L. Ausserordentlich häufig auf 
der Promenade an der Westseite des Stationsberges. Gold- 
und schwefelgelbe Exemplare flogen durcheinander. Dass letz- 
tere abgeblasst waren, schien mir nicht. 

117. Maearia Notaia L. Dieser auf der Carlshöhe bei 
Aachen ausserordentlich häufige Spanner war bei Kissingen 
selten. Ich sah ihn nur zweimal an der Bodenlaube. 

118. Maearia Altemata HUbn. Einmal auf dem Wege 
zur Bodenlaube an einem Baumstamme gefunden. 

119. Boarmia Äoftorana S. V. Ich klopfte ihn aus dem 
Gesträuch in der Nähe der Schützen -Halle, richtete ihn aber 
unglücklicher Weise beim Fangen so zu, dass er kaum noch 
kenntlich war. Mein Nelzdraht war dem Thier zu stark über 
die Flug- Apparate gefahren. 

120. Boarmia Lichenaria Hufn. Auf dem Wege zur 
Bodenlaube ein sehr schönes, grosses Weib an einem Baum- 
stamm gefunden. 

12L Boarmia Oreptiscularia S. V. Dieser in hiesiger 
Gegend gemeine Spanner wurde auch bei Kissingen nicht 
selten angetroffen. 

122. Boarmia Extersaria Bilhn, Ein Weib in den ersten 
Tagen des Juni auf dem Altenberg gefangen. 

123. Boarmia Punctularia Hübn. häufig an Bäumen sitzend 
angetroffen. 

124. Ematurga Atomaria L. auf allen Wiesen sehr zahl- 
reich, aussergewöhnlich grosse Männer flogen auf dem Stations- 
berg. 

125. Bupalus Plniaria L. Den ganzen Juni hindurch sehr 
häafig auf dem Promenaden - W^eg des Stationsberges. Die 
Männer, welche ich fing, hatten alle das Mittelfeld der Flügel 
weiss. 

126. Phasiane glarearia S. V. flog sehr häufig auf dem 
Stations- und Finsterberg. Die ersten Stücke fand ich am 
19. Juni. 

127. Phasiane ClathrcUa L. nicht selten auf dem Stations- 
berg. 

128. Eubolia Mwinaria S. V. Am 30. Mai einmal 
etwas verflogen auf der Bodenlaube gefangen. 

129. Scoria DealbcUa L. flog am 30. Juni auf dem Hhein- 
grafenstein und flog so ausgezeichnet, dass sie dem Netze cnt- 
fl(^. Ein Aachner Sammler hatte das Jahr vorher eine grosse 
Menge dieser Art dort gefangen. 

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172 

130. Ortholitha Coarctata Fabr. Am 30. Mai ein etwas 
verflogenes Stück auf der Bodenlaube annectirt. 

131. Ortholitha Plumbaria Fabr. Auf allen Wiesen häufig. 

132. Minoa J&tfpÄorWa/a S. V. Ueberall sehr häufig, be- 
sonders auf dem Altenberg. 

133. Anaitis Plagiata L. sass sehr häufig an den Fichten- 
stämmen des westlichen Promenaden -Weges am Stationsberg. 
Bei Münster a. St. flog er auch umher, hatte aber seinen 
Parbenschmuck beinahe gänzlich eingebüsst. 

134. Cidaria ocelfata L. Auf dem W^e zur Bodenlaube 
zweimal gefangen. 

135. Cidaria variata S. V. auf dem Stationsberge nicht 
selten. 

136. Cidaria Russata S. V. nur einmal gesehen. Das 
unruhige Temperament des Thieres konnte meine allzugrossa 
Nähe nicht ertragen und entfernte sich schleunigst so weit als 
möglich aus derselben. 

137. Cidaria Fluctuata L. wurde sehr häufig an Bäumen 
und Mauern sitzend angetroffen. 

138. Cidaria Femtgata L. Ein verflogenes Stück ge- 
fangen. 

139. Cidaria Sinuaia S. V. Gegen Mitte Juni fand ich 
ein schönes Exemplar am Stamme eines Apfelbaumes am 
nördlichen Feldwege (Stationsweg) zum Stationsberg. 

140. Cidaria Rhata Hübn. . Einmal an einem Fichten- 
stamme auf dem Stationsberge in der Nähe des Kreuzes ge- 
funden. 

141. Cidaria Hastata L. Am lO. Juni fing ich 2 Stück 
auf einer Waldwiese in der Nähe des Seehofes. 

142. Cidaria BiUneata L. überall in der 2. Junihälfte 
häufig, auch eine Varietät mit schwarzbrauner Mittelbinde auf 
den Vorderflügeln kam öfter vor. 

143. Cidaria Ruptata Hübn. Bisweilen an Fichtenstämmen 
auf dem Stationsberg gefunden. 

144. Cidaria Aquata Hübn. Erschien zuerst am 16. 
Juni und war sehr häufig auf dem Finster- und dem Stations- 
berg. Auch bei Münster a. St. flog die Art am Rothenfels, 
doch sah ich sie dort nicht so häufig wie bei Kissingen. Die 
Binden auf den Flügeln sind bald mehr, bald weniger deutlich 
ausgeprägt. 

145. Cidaria TersiUa S. V. Am 19. Juni, einem trüben, 
r^nerischen Tage, fand ich ein Weib an einem Fichtenstamme 
sitzend. 



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173 

146. Eupiibecia Centaweata S. V. Auf dem Wege zur 
Saline an einem Kastanienbaume ein Stück gefunden. 

147. Eupiihecia Togata Hübn. Auf dem unter der 
Eisenbabu herführenden Fusswege zum Finsterberge gefunden. 

]fller#lepld#ptera« 

Diesem grossen Haufen Schmetterlinge habe ich wenig 
Aufmerksamkeit geschenkt, weil ich hinlänglich mit den Macra 
zu thun hatte. Auch war ich nicht mit den nöthigen Fang- 
geräthen versehen, um eine ergiebige Jagd, die brauchbare 
Exemplare versprach, vornehmen zu können. Die wenigen 
Exemplare, die ich mit dem Netze gefangen, sind folgende: 

148. Pjrausta PuniceaHs S. V. 

149. „ PurpuroHs L. 

Beide Arten häufig in allen Wiesen. 

150. Ennychia Octomaculalis L. Ich fand diese Pyralide 
auf einer Waldwiese bei Seehof und auf dem Slationsberg, 
doch aber nicht häufig. Ich erlangte nur 6 Stück, obglek^h 
ich alle fing, die ich erreichen konnte. 

151. Hercjna ^/ra^ Hübn. nur einmal in einem schlechten 
Exemplar auf dem Stationsberg gefunden. 

152. Botys HyaHnalis Hübn. 

153. Ebulea Verbascalis S. V. 

154. Pionea FarficaUs L. 

155. Spilodes Clathralis Hübn. 

Von jeder der 4 Species brachte ich nur ein Stück 
mit, obgleich ich deren leicht mehrere hätte bekommen können. 

156. Crambus Pascuellus L. 

157. „ Chryaonuchdlm Scop. 

Von diesen beiden Art^n wimmelten alle» Wiesen. Bei 
jedem Fusstritt scheuchte man die Thiere aus dem Orase. 

158. Eudorea amhiguaKs Tr. Ausserordentlich häufig an 
den Baumstämmen auf dem Wege zur Bodenlaube. 

159. Cochylis Tesserana S. V. An den Fichten des 
Stationsberges gefangen. 

160. Penthina Striana S. V. Häufig an verschiedenen 
Hecken. 

161. Mimaeseoptilus Plerodactylus L. 

162. Aciptilia Tetradattyla L. 

Beide Arten häufig auf dem Stationsberg. 

163. Alucita Hexadaclyla L. Ebenfalls nicht selten an 
verseliiedeneri Orten. 



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174 

Ob die Lepidopteren-FauDa Kissingens reich an Arten ist^ 
lässt sich durch einen nur 4\vöchentlichen Aufenthalt daselbst 
nicht ermitteln. Dazu sind Jahre erforderlich. Die Flora ist 
ausserordentlich reichhaltig und daraus dürfte wohl hervor- 
gehen, dass die Insecten -Fauna nicht arm ist. Das aber steht 
fest, dass die Ropaloceren-Fauna sehr reich an Individuen ein- 
zelner Arten ist, die Wiesen und Wälder beleben und zieren. 
Man kann dort in einem Umkreise von höchstens einer halben 
Stimde an einem sonnigen Morgen gegen Ende Juni mehr 
Tagsohmetterlinge fangen, als bei Eiherfeld in ähnlicher Ent- 
fernung im ganzen Jahre. Die gemeinen Weisslinge sollen 
dabei von beiden Seiten unberücksichtigt bleiben. Es thut 
einem Sammler ordentlich wohl, wenn er statt der hiesigen 
blumenlosen und unbelebten Wiesen einmal wieder solche be- 
tritt, wo er von allen Seiten yon seinen Lieblingen umflattert 
wird. Er bedauert dann nur, dass er das Fangen derselben 
allein verrichten und nicht mit einem liebenswürdigen Freunde 
theilen kann. 

Elberfeld, 30. Juli 1879. 



Zwei neue russische Schlupfwespen, 

beschrieben von 
F. Jl¥. ^Vroldstedt in Petersburg. 



1. Paniscus ihoracicus n. sp. Parum nitidus, niger; ore ferru- 
gineo; orbitis oculorum albidis vel ferrugineis (.^); abdo- 
mine toto vel segmento primo excepto (^) pedibusque 
rufis, coxis et basi trochanterum nigris; capite pone oculos 
subangustato; metathorace utrinque ante apicem linea 
elevata instructo; segmento abdominis primo posticorum 
pedum coxis cum trochanteribus non vel vix d^] breviore; 
terebra exserta. 

Einige $ auf dem Flusse Amu-Darja am 28. — 29. 
April neuen Styls von F. Dohrandt gefangen, ein 
(J von Becker, wahrscheinlich aus SUd - Russland. 
(J;J. Long 11 — 13 mm. Clypeus discretus, apice obtuse 
rotundatus. Antennae corpore paulo breviores. Mesono- 
tum nitidulum, antice trilobum. Metanotum parum niti- 
dum, transversim aciculatum. Abdomen thorace angustius, 

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175 

at duplo longiiis, terebra fegmento primo nonnihil bre- 
viore, nigro-fusca. Alae amplae, fumato-hyalinae, stig- 
mate piceo, equamula fusco-ferruginea vel picea, margiue 
externo pallidiore; areola petiolata, ncrvurn recurrentem 
)D ipso apice excipiente, nervo ti-ansverso anali supra 
medium fracto. Pedes graciles. 

2. Bassus (ZootrepheB FoersL) hilaris n. sp. Nitidulus, puiiclu- 
latus; area superomedia metaihoraeis angusta; segmentis 
abdominis primo et secundo alutaceis, illo basi angusta 
et carinulis paiilo ultra medium extensie; alarum nervo 
transverso anali infra medium fracto; posticorum pedum 
tibiis et tarsis subincrassatie ; niger; ore, cljpeo, facie, 
genis, artieulo antennarum primo subtus, prothorace, pec- 
tore, squamuHs alarum, marginibus lateralibus segmen- 
torum plurimorum abdominis, coxis anteriorumque pedum 
trochanteribus pallide flavis; pedibus rußs; stigmate ala- 
rum fusco, basi pallidiore. 

Im Norden Sibiriens am Flusse Olenek von Cze- 
kanowski gefunden. 
^. Long. 6 mm. Caput pone oculos non angustatum, 
genis nonnihil tumidis. Antennae filiformes, dimidio cor- 
pore longiores, flagelJo subtus ferrugineo. Thorax nitidus; 
mesothotace antice trilobo; prothorace maxima ex parte, 
liueola infra alas anticas, peetore, dimidia mesopleurarum 
parte harumque sutura postica et macula areolae pleu- 
ralis metathoracis flavo-albis; area spiraculifera apice 
ferruginea. Abdomen basi opacum, apicem versus sen- 
sim nitidius; lateribus flavomaculatis, marginibus apicali- 
bus eegmentorum anguste pallidis, ventre flavido. Alae 
subfumato-hyalinae, nervo i-adiali externo apice lenissime 
incurvato. Pedes mediocres, postici validiusculi , horum 
trochanteribus supra macula fusca notatis. 



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176 



Bemerkungen zu Dr. Jacob Spangberg's 
Psocina Sueciae et Fenniae 

in der 

Oefvcrsigt af Kongl. Veienskaps-Akademiens Föiiiandlingar, 

1878 No. 2 Stockholm. 

Von 

H« Molliey Lehrer in Oeding bei Sildlohn in Westfalen. 



Eine in seiner inneren und äusseren Bearbeitung muster- 
hafte, gediegene und von regem Fleisse zeugende Abhandlung 
liegt uns vor. Der Verfasser geht in dieser interessanten 
Arbeit einer wenig bekannten Pseudoneuropterenfamilie von 
neuen und ganz anderen Gesichtspunkten bei der Charakteri- 
sirung der Gattungen und Beschreibung der Arten aus, als 
die bisherigen Entomologen. Neu und umfassend ist die Dar- 
legung des Flügelgeäders bei der Beschreibung der Genera 
und in der Diagnostik der Species. Die Verzweigung der 
Adern und die Natur der Unterschiede darin zwischen den 
Gattungen war bisher nur in einigen Beziehungen, z. B. in 
Bezug auf die hintere Randzelle (Cellula postica) bekannt. 
Man sieht es der Abhandlung an, dass der Verfasser sich das 
Studium der Psocinen eingehend zur Aufgabe gemacht hat. 
Ich will nicht sagen: allseitig; denn die Lebensweise, sowie 
die früheren Lebensstönde sind wenig oder gar nicht behandelt. 

Einige Berichtigungen und Bemerkungen erlaube ich mir 
hier beizufügen. 

1. Die Darlegung und Erklärung des Flügelgeäders halte 
ich nicht für richtig; in dem sich hier anschliessenden Auf- 
satze habe ich meine Gedanken über das Flügelgeäder nieder- 
gelegt, dem ich eingehende Aufmerksamkeit wünsche. 

2. In den im Uebrigen ausgezeichnet gut dargestellten 
Flügelzeichnungen befinden sich einige Fehler. Bei 8 Species 
ist die .das Pterostigma abschliessende venula transversa fort- 
geblieben, obgleich bei allen Species dieses Queräderchen vor- 
handen ist. 

3. Im Conspectus specierum generis Psocus sind die 
Species der Gattung Psocus in 2 Gruppen getheilt: 1) fünf 
Species, deren Discoidalfeld (areola discoidalis) fünfeckig ist: 
quadrimaculatus Latr. , longicornis F., sexpunctatus L., nebu- 
losus Steph., bipunctatus L. ; 2) drei Species mit viereckiger 

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177 

areola diseoidalis: fasciatus F., variegalus F., hifaseialus Latr. 
Ich befitze indessen quadrinaaeulatus Latr. auch in einem 
Exemplar, bei dem die* areola diseoidalis viereckig ist; das- 
selbe habe ich aus Sachsen von H. M. Rostock in Seitschen 
empfangen. Coquebert's Abbildungen in Tab. II zu La- 
treille's Monographie der Psociden in Coqueberfs Illustrat. 
iconogr. Ins. (Paris anno VII (1799) zeigen in der typischen 
Art (Fig. 6) eine fünfeckige, in der Varietät (Fig. 7) gleich- 
falls, wie bei unserer Form, eine viereckige areola diseoidalis. 
Für diese Varietät schlage ich den Namen Latr ei 11 ei vor. 

Ferner kenne ich bipunctatus L. nur mit viereckiger areola 
diseoidalis. Auch Coquebert bildet sie 1. c. Fig. 3 so ab. 
Dr. Sp&ngberg bildet ihn mit fünfeckiger areola diseoidalis 
ab. Demnach würde die eine oder andere eine abweichende 
Form und als eine Varietät zu betrachten sein, als var. Sp&ng- 
bergi, die ich später näher erläutern werde. 

Daraus ist ersichtlich, dass die Eintheilung in Species 
einerseits mit vier- und andererseits mit fünfeckiger areola 
diseoidalis nicht angängig ist. 

4. Der Hr. Verfasser zählt 18 -Species der schwedisch- 
fimiischen Fauna auf. Psocus enthält 8, Stenopsocus 2, Elipso- 
cos 3, Caecilius 3 und Peripsocus 2 Species. Ohne Zweifel 
kommt auch Elipsocus laticeps mihi in Schweden vor, der mit 
E. unipunctatus Müll, äusserlich nahe verwandt ist. Der Ober- 
flOgel in Dr. Spängberg's Psocina Taf. II Fig. IIa und. b ge- 
hört zu laticeps, hingegen die UnterflUgel zu unipunctatus Müll. 

5. Sämmtliche schwedischen Species kommen auch in 
England und Deutschland vor. In England und Deutschland 
sind ausserdem noch Psocus morio Latr. und subnebulosus 
Steph., .Stenopsocus striatulus F. (= stigmaticus Labram), Eli- 
psocus hjalinus Steph. und Caecilius obsoletus Steph. ein- 
heimisch, und in England sind noch Caecilius Dalii M'Lachl. 
und atricornis MXachlan, sowie in Deutschland noch Elipsocus 
evanops Kost., laticeps m., abietis m., Stenopsocus Lachlani 
m., Caecilius Burmeisteri Br. und quercus m. gefunden. Dem- 
nach ist Mitteleuropa an Psociden reicher als Nordeuropa. 

Es ist mir auffallend, dass Caec. obsoletus Steph. in 
Schweden fehlt, der doch bei uns in Kiefernwäldern gemein ist. 

6. Der von Linn6 Fauna Suecica Ed. L 1746 p. 223 
No. 736, Ed. il p. 384 No. 1512 und Syst. Nat. Ed. XII 
p. 913 beschriebene Hemerobius flavicans und die Fauna Sue- 
cica Ed. I p. 226 No. 747, Ed. II p. 381 No. 1503 und 
Sjrst. Nat. Ed. XII p. 911 beschriebene Phryganea saltatrix, 
welche Hr. Dr. Hagen Stett. Ent. Zeit. 1866 p. 188 und 

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178 

189 als Psociden mit Recht anspricht, die bis jetzt aber noch 
nicht genügend gedeutet wurden, sind in der ^Psocina" un- 
berücksichtigt geblieben. Hemerobius flavicans L. ist wahr- 
scheinlich eine Farbeuvarietät des Caecilius (Hemerobius) pedi- 
cularius L.; und Phryganea saltatrix L. wohl Psocus longicornis 
Fabr., jedenfalls nicht Stenopsocus immaculatus Steph. , wie 
Wallengren (Linnean Society 's Journal Zoology, vol. XIV 1 879) 
annimmt. Ich «verde später näher darauf eingehen. 

> 7. Psocus pilicornis Latr., den Hr. Dr. Spängberg (Pso- 
cina p. 15) zu P. fasciatus Fabr. zieht, ist ganz sicher Psocus 
variegatus Fabr. (Ent. syst. H. 85. 18) Lalr. (Coqueberfs 
Illustr. ieonogr. p. 13, Tab. H fig. 13). Ps. pilicornis Latr. 
im Coquebert I. c. Tab. II fig. 12 p. 13 ist nach Abbildung 
und Beschreibung (antennae hirlae) ein männliches Exemplar. 
Ps. variegalus Fabr. Latr. I. c. ist ein $. Die Grössenangabe 
daselbst bei vari^atus ^pi-aecedente paulo major^ stimmt 
gleichfalls dafür, dass pilicornis das rj von variegatus ist; 
denn variegatus ist kleiner als fasciatus. Hrn. Dr. Hagen^s 
Meinung in der Stett. Ent. Zeit. 1866 p. 195, dass pilicornis 
Latr. wohl fasciatus Fabr. sei, ist daher ebenfalls unrichtig. 
Hr. Mac Lachl,an vermuthet in seiner Monograph. of the 
British Psocidae (Entom. Monthl. Magaz. III 1867 p. 11) 
ganz recht, dass beide von Latreille beschriebenen Species 
zusammengehören. Später werde ich das näher auseinander- 
setzen. 

8. Elipsocus flaviceps Steph. muss, wie ich richtig zu 
deuten meine, dem älteren picicornis Fabr. (Entom. syst. II 
p. 86. 21 (1793), der bisher noch nicht gedeutet ist, weichen. 

Die hier dargelegten Bemerkungen mögen dazu dienen, 
der oben genannten werthvollen Abhandlung des schwedischen 
Naturforschers noch weiteren Eingang unter den Entomologen 
zu verschaffen. 



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170 



Das Flügelgeäder der Psociden 
und seine systematische Bedeutung. 

Von 
H. ILolbe. 

(Hierzu der Tafel Flg. 1-5.) 

Aeusserst merkwürdig sind die Verhältnisse in dem Flügel- 
geäder der Psociden. Wie überhaupt das Flügelgeäder der 
Insecten, so ist es auch bei dieser Insectenfamilie, obgleich es 
im Uebrigen höchst einfach gebaut ist und entfernt nicht an 
das Mulüplex bei andern Pseudoneuropteren erinnert, ein wahrer 



Hr. Mac Lachlan deutet das Flügelgeäder der Psociden 
in seiner ^Monograph. of the British Psocidae^ p. 8 und 9 in 
folgender Weise (couf. d. Fig.): 

^üie Adern sind stark und in folgender Weise angeord- 
net: Parallel mit der (Dosla läuft eine starke Ader, der fUdius. 
An der Spitze tritt er mehr oder weniger gleichraässig vom 
Runde zurück, ein Dreieck bildend oder ein in die Länge ge- 
zogenes Feld, welches im Allgemeinen dunkler geförbt ist als 
der übrige Flügel und das Pterostigma darstellt; aber unmittel- 
bar an der Spitze, wo er zurücktritt, schickt er eine kurze 
Querader zum Costalrande. Die Subcosta ist rudimentär; sie 
bildet eine feine Ader au der Basis zwischen der Oosta und 
dem Radius, und kaum sichtbar mit Hülfe des Microscops. 
[In dem „Entomologisfs AnnuaP 1861 p. 18 bezeichnet Ha- 
gen die das Pterostigma bildende Ader als ^subcosfa^, und die 
Oabelader unter dieser als ^radius^.] Unter dem Radius läuft 
eine Ader, welche ich hier Gabelader nenne; weit vor der 
Mitte des Flügels ist diese Ader geUieilt, ein Arm läuft schräg 
zum Hinterrande; der andere theilt sich um die Mitte wieder, 
ein Arm läuft zum Costaltheile des Spitzenrandes, jenseits des 
Pterostigma, und endigt in einer langen und gewöhnlich ge- 
b<^enen Gabel; der andere Arm läuft in die Spitze und schickt 
zwei oder drei kleinere Arme zum Rückentheile des Spitzen- 
rondes; der obere Arm der Gabelader sendet ein und zuweilen 
zwei (Stenopsocus) zum Radius. Der erste untere Arm der 
Gabelader, welcher hinten den RUckenrand erreicht, sendet ein 
Aederchen schräg aufwärts, welches den zweiten unteren Arm 
erreicht und ein grosses Feld einschliesst, welches man cellulu 

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190 

diecoidalis nennt (Psocus und Stenop80cus) ; oder dieses Aeder- 
chen erreicht nicht den zweiten unteren Arm, sondern ist 
rückwärts zum Rückenrande, gerichtet und bildet eine freie 
elliptische Zelle (Caecilius und Elipsocus); oder dieses Aeder- 
chen ist ubwesend (Peripsocus). Die andern Adern sind un- 
wichtig; eine ist sehr fein und mag Cubitus genannt werden, 
sie läuft schräg von der Basis der Oabelader bis zum ROoken- 
rande; und innerhalb dieser ist eine stärkere Ader, welche 
fast mit dem Dorsalrande parallel läuft und Postcosta genannt 
werden mag. — Die Hinterflügel sind kürzer und schmäler 
als die Vorderflügel; der Costalrand ist fast gerade, die Spitze 
stumpf. Die Nervatur dieser Flügel ist sehr einfacli; die Sub- 
eosta fehlt; der Radius verbindet sich mit der Costa hinter 
der Mitte. Die Gabelader sendet zuerst einen einfachen Arm 
zum Axissenrande, er gabelt sich dann wieder, und zwar so, 
dass der obere Arm am Ende getheilt ist und eine dreieckige 
Zelle einschliesst, der untere aber einfach ist; eine Querader 
vereinigt die Gabelader mit dem Radius. Es giebt auch eine 
Vena cubitalis, welche mit dem ersten unteren Arme der Gabel- 
ader parallel läuft, und eine rudimentäre vena postcostalis.^ 

Hr. Dr. J. Spängberg giebt in seiner ^Psocina Sueciae 
et Fenniae^ folgende Auseinandersetzung: (conf. Tab. 1 Fig. 1) 
Psocus longicornis Fabr. 
1. alae anteriores; 2. alae posteriore*. 

a. vena costalis. 

b. ^ subcostalis. 

e. y^ radialis exterior. 

c^ ' ^ radialis interior. 

d. ramus furcatus exterior venae radialis iuterioris. 
dl. ^ ^ interior ^ ^ ^ 

e. ramulus exterior venae radialis interioris. 

f. ^ interior primus venae radialis interioris. 
fi. ^ ^ secundus ^ ^ ^ 

g. vena ulnarin. 
h. ^ analis. 

i. ^ axillaris. 

1. ^ dorsalis. 

m. venula transversa. 

A. areola postradialis. 

D. j, discoidalis. 

In beiden Darlegungen ist die Erklärung der Nervatur 
grösstentheils eine künstliche, wie ich meine. 

Ich erlaube mir, meine Nervatur der PsocidenflOgel hier 
jetzt folgen zu lassen. Ich habe möglichst die Terminologie 

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181 

Dr. Spiingberg's beibehalten, sowohl, weil sie mir gut ge- 
fallt, als auch, um die Denomination nicht noch zu erweitern, 
sondern soviel als möglieh Einheit uncl Gleichheit in die Ter- 
minologie des Flügelgeäders zu bringen. Deshalb habe ich 
mich auch eng an die Grundzüge angeschlossen, welche Hr. 
Dr. Uagen für die Benennung des Flügelgeäders (Stett Ent. 
Zeit. 1870 p. 316. lieber rationelle Benennung des Geäders 
in den Flügeln der Insecten. Von Dr. H. Hagen.) vorge- 
schlagen bat. 

Psocus longicornis Fabr. (Fig. 2), 

Amphigerontia subnebulosa Steph. (Tab. I Fig. 3), 

Psocus bipunctatus L. (Fig. 4), 

Stenopsocus immaculatus Steph. (Fig. 5) und 

Eh'psocus hjalinus Steph. (Fig. 6). 

1. alae anteriores; 2. alae posteriores. 

a. Vena costalis. 

b. ^ subcostalis. 

c. ^ mediana. 

Cj. ramus venae media nae exterior. 
*'3- 71 ^ r^ interior. 

ccj. ramulus rami venae medianae interioris exterior. 

cc^. ^ r> ' n r^ , -n anterior. 

d. Vena subraediana. 

dt; ramus venae submedianae exterior. 
do „ ^ y, interior. 

ddi. ramulus mmi venae submedianae exlerioris primus. 

dd^. ^ n r^ ,. ,i secundus. 

ddg. ^ „ ^ „ ^ tertius 

dd4. ^ „ ,, „ „ quartus. 

e. Vena analis. 

f. ^ axillaris. 

g. ^ dorsal is. 

hl. vemila transversa postica. 

hj. ^ ^ antiqua. 

113. ^ „ pterostigmatica. 

h^. „ ^ antica. 

A. areola postradialis. 

B. ^ discoidalis. 

C. eellula postica. 

D. ^ furcalis. 

E. pterostigma. 

Vergleichen wir diese drei Darlegungen mit einander, so 
Hiebt man, dass M' Lach 1 an die grosse, die ganze Aussen- 
bälHe des Flügels einnehmende Gabel von der vena siibmediana, 

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182 

Dr. Spängberg hingegen von dem ramus venae medianae 
interior ausgehen iässt. Ich glaube aber, dass die beiden 
Aeste dieser verkannten Oabel nur secundär miteinander ver- 
bunden sind, und dass der obere Ast die Fortsetzung des m- 
mus venae medianae interior, und der untere die Fortsetzung 
des ramus venae submedianae exterior ist, beide nicht weit 
von ihrer Wurzel bei Amphigerontia und Mesopsocus noch ge^ 
trennt und nur durch eine Querader (venula transvei*sa anti- 
qua) verbunden, in allen übrigen Gattungen aber sich in ein- 
zelnen Fällen noch unmittelbar in einem Punkte nur berühren, 
fast immer jedoch zum Theil zusammenfliessend. 

Kurz vor der Einmündung des ramus venae subinedianac 
interior in den Hinterrand (costa oder vena dorsalis) geht bei 
Amphigerontia und Psocus ein feines Aederchen (venula trans- 
versa postica) aufwärts und verbindet die rami venae sub- 
medianae interior und exterior miteinander. Solche venulae 
transversae sind in den Insectenflügeln sehr häufig und dienen 
zu einer festen Verbindung der Längsadern. Bei Stenopsocus 
und Graphopsocus verband sich die venula transversa poslica 
mit dem ersten zum Hinterrande laufenden Aste (ramulus 
primus) des ramus venae submedianae exterior. Bei Mesopso- 
cus und Elipsocus ist die Verbindung zwischen der venula 
transversa postica und dem ramulus rami venae submedianae 
exterioris primus eine so innige geworden, dass die Verbindung 
der letzteren Tochterader mit ihrer Mutterader aufhörte, indem 
die Basis des ramulus primus obliterirte. So wurde die cellula 
postica von den beiden verbundenen Adern bogenförmig ein- 
geschlossen, ein eigenthümliches Gebilde. Sie schwebt frei^ 
nur noch am Fusse in Verbindung mit dem ramus venae sub- 
medianae intenor. Die cellula postica ist bei Mesopsocus und 
Elipsocus noch dreieckig mit abgerundetem vertex. Bei Cae- 
cilius ist dieselbe elliptisch oder suborbicular. Bei Pen* psocus 
ist sie ganz verschwunden. Nachdem sich die venula tians- 
versa postica einmal mit dem ramulus primus des äusseren 
ramus der vena submediana verbunden hatte, ging ihr Streben 
dahin, vereint mit diesem ramulus allmählich zu verschwinden. 
Bei dem zu Peripsocus hinneigenden Caecilius obsoletus Steph. 
ist die cellula transversa postica schon sehr klein und flach. 

Die übrigen Adern der Vorderflügel bieten nichts Cha- 
racteristisches. 

Die HinteHlügel zeigen, wie aus den Abbildungen er- 
sichtlich, ganz dieselben Verhältnisse, wie die Vorderflügel; 
das Geäder ist aber etwas einfacher. 

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188 

Hier folgt eine üebersioht der europ&ischön Oruppen und 
Gattungen der geflügelten Psociden. Ich habe auf Grund der 
natürlichen systematischen Verhältnisse, namentlich deö FlUgel- 
geäders, eiöige neue Gattungen aufgestellt: Amphigerontia, 
Mesopsocus, Philotarsus und Oraphopsocus , gegründet auf die 
im Folgenden betreffenden Orts angeführten Species. . 

Familie Pseeldae Steph. 

Stephens Catalogue of Britsh Insects 1829 p. 312 und 
Illustrations T. VI p. 115 (1836). 

1. Trihus. PsocirU. 

Alae anteriores venula transversa postiea ramb veriae 
submedianae exteriori conjuncta; itaqüe cellula postiea 
venae submedianae annata. Maxillarum mala interior 
apice iuaequaliter biflda. Tarsi in speeiebus Europaeis 
2-articulati. 

Amphigerontia nov. gen. 
Ramus venae medianae interior rarousque ve^ae sub- 
medianae exterior venula transversa antiqua conjuncti. Areola 
discoidalis quadrangula, latitudine duplo longior. Venula trans- 
versa postiea tenuis, ramulis tenuior. Rami venae submedianae 
inlerioris pars exterior interiori aequaliter valida. 

Hierher: A. subnebulosa Steph., bifasciata Latr. . fa- 
seiata Fabr. und variegata Fabr. 

Psoeus Latr. > • 

Latreille, Bullet. Soc. Philom. Tom. I p. 85. An lil. * i 
Nivose (1794). 

Ramus venae medianae interior ramusque venae sub- 
medianae exterior uno puncto conjuncti aut plerumque ad 
partem confluentes. Areola discoidalis ^uinquangula, raro 
quadrangula, latitudine vix vel paulo longior. Venula trap?** 
versa postiea varia. Rami venae submedianae interioris 'pai*8 
exterior interiore saepe tenuior. 

Hierher: Ps. quadHmaculatus Latr., sexpunctatus L., 
bipunctatus L. , nebuloso-similis Steph., longicomis* Fbr., 
morio Latr. 

2. 7H6ms Caecilnni, 

Alae anteriores venula transversa postiea ramulo rami 
venae submedianae exterioris primo, ab höc vena disso- 

18. OOgf^S 



184 

iuto, coDJuoeta; itaque cellula poetica libera, ramo tantum 
venae submedianae exteriori adjunct«. Maxillarum mala 
interior apiVe vario. Tarsi varii. 

Mesopsocus nov. gen. 

Alarum anticarum ramus venae medianae interior ramuf'- 
que venae submedianae exterior venula transversa antiqua 
eonjuncti. Cellula postica magna, subtrigonalis, ramo venae 
Bubmedianae exteriori approximata. Tarsi 3-artieu)ati. 
Hierher: M. unipunctatus Mll. (naso Rbr.). 

Elipsocus Hg. 

Hagen, Psoc. et Embid. Synopsis syn. Abhandl. zool. -bot. 

Yereins zu Wien. Band. XVI. p. 203 (1866). 

Alarum anticarum ramus venae medianae interior ramus- 
que venae submedianae exterior ad partem plus minusve eon- 
fluentes. Rami venae submedianae exterioris pars superior 
inferius subrectangulariter curvata. Cellula postica magna sub- 
trigonalis, ramo venae submedianae exteriori plus minusve 
approximata. Maxillarum mala intevinr apice inaequaliter bi- 
fida. Tarsi 3-articulati. 

Hierher: E. laticeps n. sp., Westwoodii M'Lachl.« 

hyalinus Steph., abietis n. sp., cyanops Rost. 

Philotarsus nov. gen. 

Alarum anticarum. rami venarum medianae et submedia- 
nae ut in praecedente. Rami venae submedianae exterioris 
pars superior inferius leniter curvata. Cellula postica semi- 
eircularis, plus minusve parvula. Tarsi 3-articuIati. 

Hierher: Ph. picicornis Fabr. (flaviceps Steph.). 

Caecilius Curtis. 
Curtis, Brit. Ent. vol. XIV. 648 (1837). 
Hagen, Psoc. et Embid. Synopsis syn. Abhandl. d. zool.-bot. 
Vereins zu Wien, Band XVI p. 203 (1866). . 

Alarum anticarum ramus venae medianae intenor ramus- 
que venae submedianae exterior ad partem plus minusve con- 
fluentes, interdum uno tantum puncto se conti ngentes. Rami ve- 
nae submedianae exterioris pars superior inferius leviter cur- 
vata. Cellula postica plerumque parvula, suborbicularis, inter- 
dum depressa; plus minusve ab ramo venae submedianae ex- 
teriore remota. Maxillarum mala interior apice brevissime 
aequaliter bifida. Tarsi biarticulati. 

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185 

Hierher: C. pedicularius L. , quercus d. np., Bur- 
mei8teri Brauer, atrieornis M'Lachl., Dalii M^Lachl., hir- 
telluH Sei., flavidus Steph. , fuscopteruR Latr. , obsoleius 
Steph. 

3. Tribus Stenopsodni. 

Alae aoteriores venula transversa postica ramulo rami 
venae submedianae exterioris primo eoi\juneta. Rami 
venae media nae venula transversa pterostigmatiea con- 
juncti. Maxillarum mala interior apice brevissime ae- 
qualiter bifida. Tarsi biarticulati. 

Graphopsoeus nov. gen. 

Cellula postica ramo venae submedianae exleriore brevis- 
sime dissoluta. Alarum posticarum rami venae medianae in- 
terioris pars baealis ramo venae submedianae exteriori oblique 
udstructa. 

Hierher: 6. cruciatus L. 

Stenopscus Hg. 

Hagen, Psoc. et Embid. Synojw. syn. Abhandl. d. zool.-bot. 

Vereins zu Wien. Band XVI p. 203 (1866). 

Cellula postica rnmo venae submedianae exteriore satis 
piocul dissoluta. Alarum posticarum rami venue medianae in- 
terioris pars basalis i*amo venae submedianae exteriori perpen- 
diculariter adstnicta. 

Hierher: St. immaculatus Steph. , nervosus Steph., 
striatulus Fabn 

4. Tribus Penpsodm. 

Alae anteriores cellula postica destitutae. Maxillarum 
mala interior apice brevissime aequaliter bifida. Tarai 
biarticulati. 

Peripsocus Ug. 
Hagen, Psoc. et Embid. Synopsis syn. Abhandl. d. zool.- 
bot. Vereins zu Wien. Band XVI p. 203 (1866). 

Alarum ramus venae medianae interior ramusque venae 
submedianae exterior ad satis magnam partem confluentes. 
Rami venae submedianae exterioris pars superior inferius par- 
tim ut in Mesopsoco et in Elipsoco, partim ut in Philotarso et 
in Caecilio curvata. 

Hierher: P. phaeopterus Steph. und alboguttatus Dalm. 

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186 

5. Tribua Atropim. 

Corpus alis plus minusve destitutum ; his partim dua- 
bu6 tantum anticis membranaceis, paucis nervis instruotis, 
praesentatis, partim loco illarum duabus squamulis coria- 
ceis innervatis, partim his quoque deiicientibus. Maxil- 
larum mala interior inaequaliter trifida. Tarei triarticu- 
lati. 

Die Atropinen siDd am nächsten mit Elipsocus verwandt 
(Maxiila und Tarsen). 



Zwei Bemerkungen 

von 
F« S. JH. Mejlmertm in Breda. 



1. Phalaena Bombyx alra L. 

Schon im vorigen Jahrhundert uud noch heule war die 
Frage, welche Art Phal. Bombyx atra L. ist, nicht zu 
lösen. Die kurze Diagnose: ^atra, eÜnguis tota atru, magni- 
tudo vix muscam carnariam superat'', macht es wirklich zweifel- 
haft, was darunter zu verstehen sei, da die Kennzeichen so 
unbestimmt wie möglich sind. Inzwischen wird von Linnc 
(Syst. Nat. Ins. ed. II, p. 823) Schweden als Vaterland und 
Thünberg als der glückliche Aufßnder nachgewiesen. — Man 
hatte also zwei bekannte Grössen, Schweden und Thünberg, 
die dritte unbekannte, X, musste nun auch in dem genannten 
Lande zu finden sein. — Mit der schwierigen Arbeit einer 
Psychiden-Monographie beschäftigt, habe ich mich mit Lepidop- 
terologen verschiedener Länder in Verbindung gesetzt, und habe 
dadurch die Gelegenheit gehabt, beinahe Alles studiren zu 
können, was über Psychiden veröffentlicht ist, und alle be- 
kannten Arten der europäischen Fauna zu sehen. Nur aus 
Schweden, aus Norwegen und Nord -Russland erhielt ich noch 
Nichts. Glücklicherweise sollte es mir mit Scandinavien besser 
ergehen, da der geehrte Professor Zeller die Güte hatte, mich 
mit Herrn W. M. Schöyen in Ohristiania in Verbindung zu 
bringen. 

Leider hatte ich schon den ersten Theil meints Manuscrip- 
tes über die Psychiden: G^n^ralit^s im November 1879 nach 
Belgien geschickt, da ich beabsichtige, meine Arbeit von der 



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187 

belgischen entomologischeo Gesellschaft publiciren zu lassen, 
(vide comptes-rendus des seances de la Soc. ent. Beige, Oct., 
Nov., Dee.) und diese war schon den Herren Fologne und Ca- 
pronnier zum Gutachten vorgelegt, so dass ich von Herrn 
Scböyen's Mittheilungen hierin keinen Gebrauch machen konnte. 

Merkwürdigerweise hatte ich in einem Artikel dieser 
•6^n6ralit^^ : Esquisse historique du genre Psyche 
Scbrk. et de la famille des Psychides, eingedenk des 
^magnitudo vix muscam camariam super at^, buchstäblich 
Folgendes geschrieben: 

^Linn^ (Syst. Nat. Ins., ed. II, 1740) donne la diagnose, 
malheureusernent trop court^ et trop vague, d'une espfece Su6- 
doise, quil compte parmi ses Phalaenae Bombyces. Or, 
que faire de : B. atra, elinguis etc. (folgt die Diagnose). Peut- 
etre est-ce de Ps. plumifera 0. la petite vari6t^, que Ton 
trouve aussi en Hollande, mais certainement pas Ps. unicolor 
Hfn., comme le pense, avec doute, Ochsenheimer.^ — Und 
K) war es auch: ich hatte Recht. — 

Herr Schöyen, in dem ich einen ebenso gewandten wie 
liöflichen Ck)]legen kennen gelernt habe, hatte die Güte, mir 
nicbt nur alle ihm bekannten Psychiden aus Norwegen aur 
Aobicht zu schicken, sondern wusste auch Dr. C. Auriviilius 
in Stockholm für mich zu gewinnen. Höchst interessant ist 
der Brief des Erstgenannten vom 19. Januar 1880, in dem er 
mir die Entdeckungen des Letztern mittheilt. 

^Das ganze Material^, schrieb mir Dr. Auriviilius, ^das ich 
«hier (Schweden) zur Ansicht bekommen konnte, beschränkt 
^sieh auf sechs ^ aus Schweden; doch glaube ich, dass es 
.,▼00 einigem Interesse sein dürfte, zu erfahren, was ich ge- 
^fbnden habe. Das älteste und ehrwürdigste Exemplar findet 
..sich in Thunberg's Sammlung in Upsala und ist die Type 
-seiner B. Hieracii, die Wallengr^n (ohne ?) und Staudinger 
..(mit?) auf Ps. unicolor Hfn. deuten. Du kannst Dir wohl 
^daher mein Erstaunen vorstellen, als ich das typische Stück 
au sehen bekam und fand, dass dasselbe mit Ps. plumifera 
^0. identisch ist! Die folgende Beschreibung, die ich nach 
•genannter Type entworfen habe, wird wohl dieses ausser 
^Zweifel setzen: Alis diaphanis; angulis posticis valde 
^rotundatis; ciliis longis; abdomine nigro hirsuto 
r^alas posticas haud superante; costis alarum posti- 
y,carum 5; costis 6 et 7 alarum anticarum trunco 
^communi conjunctis. Long. alar. exp. 16 mm. — 
-^Ich bin nun auch überaeugt, dass Linn^'s atra (Syst. Nat. 

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188 

^Ins. XII [sie] p. 823) eben diese Art ist, zumal da er sagt, 
^dass Thuuberg dieselbe gefangen imtle*^.*) — 

Soweit Dr. Aurivillius. — Es bestellt demnaeh fiir riiicb. 
und hoflentlich filr alle Lepidopterologen, kein Zweifel melir, 
was Phai. Bomb, atra L. ist, und Psyche atra Ef^p. wird 
nun Psyche angustella H. S.; Psyche plumifera O. da- 
gegen wird Ps. atra L. heissen. 

2. Cosmopteryx Scribaiella Z. 

Professor Frey theilt Jahrgang 36 der Stett. cnt(»m. Zeit, 
p. 44 einiges über das Vorkommen und die Verwandlung der 
Raupe dieser Art mit. — Ich fand die Minen hie und da auch 
bei Breda und bin dadurch im Stande, die Beschreibung der 
Raupe mittheilen zu können. 

Die Minen, deren man oft zwei, sogar drei, in einem Blatte 
der Arundo phragmites findet, sind leicht kenntlich. Sie 
sind gross und nicht geschlängelt, und stets der Länge der 
Blätter nach augelegt. 

Die kleine Raupe ist 7 — 11 mm. lang und nur 1 — 1,5 
mm. breit. Sie ist grünlich gelb, ohne Zeichnung. Der Kopf 
ist bräunlich gelb; eine furca, zwei feine Längslinien und das 
Ocbiss sind dunkler braun. Ein kleines, grünlich gelbes 
Nackenschild, welches aus zwei unten divergirenden Platten 
besteht, findet sich an der Rückenseite des ersten Segmentes. 
Ein Analschildchen sehe ich nicht. Die Brnslfüsse sind hornig 
und grünlich gelb, wie die Bauchfüsse, die sehr kurz, und 
die Afterfüsse, welche dagegen normal sind. Die stigmata sind 
sehr deutlich, doch beinahe nicht dunkler als die Farbe des 
Körpers. — Das Thierchen bewegt sich lebhaft in der Mine. 
— Die Zucht desselben ist sehr leicht, doch muss man die 
Blätter feucht halten. Man steckt diese zu dem Zweck in 
angefeuchteten, weissen Sand. 

Erst im Frühjahr verwandelt sich die Raupe innerhalb 
der Mine. Die Schmetterlinge kamen bei mir vom 0. Juni 
bis 3. Juli aus. Bei Professor Frey erschienen diese sclion im 
April: doch wohl im geheizten Zimmer? 



*) Dr. 0. Aurivillius hat die Absicht, eine Arlicit über die Typen 
Thuiiberg's zu liefern. Den Lepidopterologen wird er dadurch einen 
grossen Dienst leisten. 



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189 



Verzeichniss 

der vom Prolefc^or Dr. U. HucJiliolz in VVe«t-Arrica — vom 
5. Gr. nördl. bis 3 Gr. südl. Breite, auf dem Camerous-Gebirge 
iu ungeHibrer H(»he von 1000 Fuss und auf der Insel Fernando- 
Po. vom Auguf^it 1872 bis November 1875 — gesammelten 
Scbmetterb'nge. 
Von 
C»rl PiSfz in Greifs wu Id.*) 



I JRliopaloeera« 

1. Amauris I>iiarius L. bei Aburi und Victoria. 8 Excmpl. 

2. vi. Vas/t^i Butl. bei Abo im Januar. 1. 

3. ^ Inferna Butl. bei Victoria im November und am Ca- 

meron. 2. 

4. ^ PsyUalea Feld. i. 1. — ? Damoeles Fabr. Var. Griisser 

als Damoeles Fabr., ein Vdll. 46 — 48 mm., in 
Zelle 3 steht weiter vom Saum ab ein grösserer 
weisser Fleck, der Fleck in Z. 4 seimeidet wur/el- 
wärts mit den kleineren der Z. 5 ab, wäbrend er 
bei Damoeles saumwärts vorgerückt isl. Der 
weisse Discus der Htll. ist kleiner, schärfer be- 
grenzt oder auch ganz rauchbraun. Aburi: August 
bis October. 5. 

5. . Damodes Fabr. = Egialea Cr., Aburi, 4. 

6. ., Echeria Stoll. Victoria: Juli und December. 5. 

7. Danais Chrysippus L. 1. 

Var. Alcippus Cr. Accru und Victoria: Februar, 
August — October. 16. 

8. Acraea Cynthia Drur}'. Mungo, Victoria und Abo: Mai, 

Juni und December. 13. 
0. A, Vinidia Hew. Mungo: Juli. 1. 
10. ^ Äccrata Hew. Aburi: September. 1. 



*) Wie sich schon aus der Nummernfolge ergiel)t, hätte der in 
«ieni ersten Hefte dieses Jahrgangs S. 76 gedruckte Artikel hiermit 
l»eginnen sollen: da aber seine wissenschaftliche Hedeutung vorzugs- 
weise in den Daten über die ConstÄtiruug der geogmphisclien Ver- 
breitung der Arten beruht, so ist dadurch nichts Wesentliches ver- 
säumt. Red. 

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190 

it. A, Eponina Cr. 268. A. B. Victoria, Bonjoogo und Aburi:' 
März, September — November. 22 

12. ^ Serena Fabr. üeberall zu allen Zeiten. 30. 

13. ^ Menippe Ürury. Mungo, Acera und Victoria: Juni, 

August und Novbr. 12. Diese Weibchen haben 
so wie die von Egina und anderen Arten unten 
am Ende des Hinterleibes einen häutigen Anhang 
wie die Parnassier. 

14. ^ Egina Cr. 39. F. G. Aburi: September. 2. 

15. ^ Ähdera Hew. Mungo 1 (J. 

16. ^ Perenna Dbid. = Polydectos Ward, Abo: Mäi-z. 1. 

17. ^ Pseudegina Dbid. Mungo und Abo: Juni, August und 

December. 8. 

18. ^ Neobule Reiche. Abo: December. 1. 

19. V) Orestina n. sp. Boi\jongo (Cameron- Gebirge): Mai 1. 

Von Hewitson als Cr est ia bestimmt, etwas kleiner, 
die Flügel sind nicht braun gesäumt, die vordem 
glashell mit feinen hellbraunen Rippen und schwa- 
chem Anflug an der Wurzel und am Vorderrande. 
Htfl. beiderseits an der Wurzel hell bräunlich, über 
die Mitte röthlich, gegen den Saum glashell. Die 
Flecken sind wie bei Orestia, doch die der äusseren 
Reihe punktförmig, zum Theil fehlend. Rücken 
und Hinterleib sind oben graubraun mit weissen 
Punkten, unten gelblich. 

20. ^ Orestia Hew. Victoria, 1 <^. 

21. ,, Peneleos Ward. Victoria, Aburi und Mungo: Januar. 

April, Juni, September, November. 11. 

22. ^ Circds Dr. Aburi und Accra: Juli und August. 9 ^^, 

23. ^ Pharsalus Ward. Bonjongo: März. 2. 

24. ^ Oppidia Hew. Mungo > Mai. 1. 

25. ^ Z^cta Fabr. Abo und Cameroons: October— Januar. 11. 

26. ,. I^coa God. Abo, Aburi und Victoria: September bis 

November. 14. 

27. „ Esebria Hew. = Protea Trim. Victoria und Cameroons: 

März, Juni, Juli. 3. 

28. ^ Jodutta Fabr. Mungo: Juni, Aburi: August — Octbr. 31. 

29. ^ B^aea Cr. Mungo, Aburi und Victoria: Juni, Septbr. 

Decbr. 5. 

30. ,, Alciope Hew. Aburi und Mungo: Septbr. u. Octbr. 38. 

31. .. Eurita Cr. 233. A. B. Victoria, Aburi und Mungo: 

Febr., Juni, Juli, Octbr., Decbr. 6. 

32. Afella Phalanta Dr. Üeberall: April, Juli, August und 

Decbr. 10. 



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191 

33. Eurema DeUm Dr. Victoria und Bonjongo: März und 

* 'October. 3. 

34. Pyramm Cardm L. Aburi: October. '2. 

35. Jtmoma Oenone L. Ueberall. 19. 

36. iVem Terea Dr. Ueberall. 20. 

37. P. Pdarge Fabr. Accra und Aburi: August u. Octbr. 5. 

38. ^ Kowara Ward Ueberall. 25. 

39. ^ Chorimene Gu^r. Accra: August, i. 

40. ^ GoudoHi Bsdv. Bonjongo, Victoria und Aburi: März, 

Aprjl, August — Deeember. 21. 

41. ^ Cioantha Cr. Accra: am 2. August. 1. 

42. ^ Octavia Cr. Mungo: Juli, Abo: Deeember. 8. 

43. ^ Sophia Donov. Ueberall: März — Mai, November und 

Deeember. 1 5. 

44. Protogoniamorpha Änacardü L. Victoria, Mungo u. Aburi, 9. 

45. P. Cyiora Westw. Aburi: Septbr., Octbr. 7. 

46. KaIHma Rumia Bsdv. Aburi, Cameroons, Victoria: be- 

ständig. 28. 

47. CyresUs CamUlus Fabr. Mungo: 12. Juni, Victoria: 6. 

Novbr. 2. 

48. Diadema Salmads Dr. Victoria und Aburi: 8tett=. 12. 

49. D. Monteiroms Druce. Victoria: Januar, Mungo: Juli. 3. 

50. ^ Misippus L. Accra, Aburi und Victoria: Septbr. und 

Octbr. 16 (J, 4 $. 

51. ^ Dubia Palis. Mungo, Victoria und Aburi: Juni, Octbr. 

und Novbr. 11. 

52. ., Wahlhergi Wlgr. Mungo, Victoria und Aburi: April 

bis Juli. 4. 

53. Panopaea Euritea Clerck = Hirce Dr. Mungo: April, 

Eninga: Mai, 2. 

54. P. Semire Cr. Victoria: 4. Juli. 1. 

55. Neptis Agathe Cr. Victoria: Mai, Aburi: Septbr. 6. 

56. N. MeHcerie Dbid. = Blandina Cr. Aburi und Victoria: 

März, Septbr. und Novbr. 11. 

57. ^ Nemeles Hew. Aburi: Septbr., Abo: Decbr. 2- 

58. Jaera Caenobita Fabr. Victoria und Aburi: März, Juli, 

Septbr.— Decbr. 16. 

59. J, Crilhea Dr. Ueberall vom Februar bis November. 32. 

60. Euryphene Mandinga Feld. Victoria, Bonjongo und Mungo: 

April — Juli, Deeember. 40. 

61. E, Opis Dr. Abo: März, Mungo: April. 7. 

62. ^ Gambiae Feisth. Victoria und Mungo: April u. Mai. 12. 

63. ^ Camarensis Ward. Abo, Mungo und Victoria: März, 

Juli und Deeember. 5. 

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192 

64. E, Carschena Hew. Victoria ii. Mungo: April u. Juli. 3. 

65. ^ Ahsalon Fabr. Victoria. 4. 

66. ^ Mardania Fabr. rj = Cocalia Fabr. $. Victoria, Bon- 

jongo: April — Juli. 36. 

67. «, Theogems Hew. Aburi, 1 (J. 

68. „ PlauHlla, Hew. Victoria: December, 1 ,^. 

69. ^ Zonara Hew. Mungo: Mai und October. 2 ,^. 

70. ,. Leshonax Hew. Aburi: Septbr. 1 rj. 

71. ^ Saphus Fabr. Mungo: Mai. 7. 

72. ^ Laetitia n. sp. Mungo: Mai. 2. Beide Gesclilechter 

sind in Grösse und Gestalt Sophus Fabr. fast gleich, 
doch sind die Spitzen derVdfl. ein wenig stumpfer, 
auch die Zeichnung und Färbung, dei' Oberseile 
kommt Sophus sehr nahe. Hewitson verglich diese 
Art mit seiner Phranza. Vor der Spitze der Vdfl. 
stehen beim $ 2 ochergelbe, weissgekernte , beim 
$ 3 weisse Flecken, die Unterseite ist ledergelb 
mit matt rostbrauner Schattirung ohne grüne Bei- 
mischung. Der ,^ hat oben statt der äussern 
braunen Fleckenreihen Binden, welche auf den 
H(Hn. scharf kappenförmig sind, auf den VdHn., 
an Stelle des ochergeiben Flecks oder der Binde 
des Sophus, einen schmalen verloschenen QuerHeck 
am Vorder rande. Das $ ist auf der Wuraelhälfte 
der Vdfl. mehr blau und dunkler, auch der grüne 
Discus der Httl. ist gegen den Aussensaum blau 
angeflogen. 

73. ^ Phantasia Hew. Victoria, Aburi und Mungo: Januar, 

April, Mai, Septbr.— Decbr. 13. 

74. ., Cufteri Hew. Mungo: April und Juni. 2. 

75. Rotnaiaeosmna Losinga Hew. Victoria: Juli. 2. 

76. R, Eupalus Fabr. Victoria, Aburi und Mungo: Januar, 

Mai, Juni, Septbr., Decbr. 9. 

77. ,. Medon L. Ueberall: April — October. 30. 

78. ^Cere« Fabr. Ueberall: April— Decbr. 10. 

79. ^ Cyparissa Cr. 156. B. Victoria: 7. Juni. 1. 

80. ,. Therme Hb. Uebei-all: April —December. 9. 

81. ^ Compaspe Feld. Mungo: Mai. 6. 

82. ^ Xypete Hew. Mungo: April— Juni , Victoria: Juni, 

October und Decbr. 9. 

83. ^ Edwardsii van der Hoev. Aburi: 4. März. 1. 

84. .- Eleus Dr. Bonjongo: März, Mungo: April u. Mai. 4. 

85. „ Ruspina HpflT. ' Mungo: Mai und Juni. 5. 

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193 

86. Aieriea Atossa Hew. Mungo: Mai und Juli, Balon«- und 

Victoria: Decbr. 4. 

87. A. Amaxia Hew. Mungo: Juni, Victoria: Novbr. 2. 

88. - Tadema Hew. ? = Kibensis Ward. Abo, Mungo und 

Cameroons: Mai->Juni. 25. 

89. .^ Otquma Cr. Mungo, Eninga, Aburi und Victoria: 

April —Juni, Oetober— Decbr. 22. 

90. ^ ? Buchhohi u. sp. Mungo: Mai 1874. 1 $. 

Ansehen und Grösse fast wie Diadema Montei- 
ronis Druce, ein Vdfl. 47"mm. Alle Flügel haben 
eine weisse Querbinde, welche bei den vordem 
oben, bei den hintern unten schmaler ist. Die 
Oberseite ist braun, in der Mittelzelle der Vdil. 
fast schwarz mit 4 weissen länglichen Flecken und 
einigen hellgrauen Staubfiecken, die weisse Binde 
beginnt vor der Mitte des Vorderrandes und zieht 
in Zelle 2, deren vordere Hälüe fast ausfüllend, 
zum Saum. Auf den Htfln. ist die Binde breiter 
und hat auf Rippe 6 einen starken Zahn saum- 
wÄrts. Die Unterseite ist mattbraun, der Leib, 
die Flügelwurzeln und .der Innenrand der Htfl. 
breit orange, in der Mittelzelle der Vdfl. befinden 
sich 5 graue, weissgekernte, braun umzogene 
Flecken und in der Nähe noch einige braune Staub- 
flecke. Das scharf abgeschnittene Wurzelfeld der 
Htfl. hat in der Mitte einen unvollkommen 8för- 
migen Zug und in Zelle 7 zwei braune Querflecken. 
Die Binde hat auf Rippe 5, 6 und 7 saumwärts 
starke Zähne und läuft g^en den Innenrand spitz 
zu. Der Flügelsanm iat ungescheckt. 

91. tiarma Theohene Dbid. Ueberall vom April— Decbr. 29. 

92. B, Cocdnata Hew. Victoria: Januar und Juni, Mungo: 

Mai. 9. 

93. ^ Caenis Dr. = Althea Cr. Ueberall vom Februar bis 

August. 40. 

94. ^ CapeUa Ward. Mungo: Juni, Victoria: November. 2. 

95. . Fwnana West. Victoria: 14. Novbr. 1872. 1 rj. 

96. , Ogwa n. sp. Ogova: 28. Juni 1875. 1 $. 

Gleicht Althea Cr. ? (Caenis Dr. (J) und Capeila 
Ward., unterscheidet sich aber von beiden besonder.«* 
durch die auf der Oberseite mehr zusammenhängende 
stumpfere äussere Kappenlinie der Htll. und deren 
glatten Ausschnitt, sowie durch den Mangel der 
durch beide Flügel ziehenden bniunen Mittellinie. 

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194 

welche auf den Htfln. dur<^h die saumwäi-ts scharfe. 
zackige Begrenzung der dunkeln Wurzelhälfle er- 
setzt wird. Länge eines Vdfls. 36 mm. 

97. H. Rdfütoldi n. sp. Bonjongo: 26. April 1873. 1 S, 

Grösse und Gestalt wie Theodota Hew., der ,^ 
von Amphidema Beckeri Herr. -Seh. Oberseite der 
Flügel hell ochergelb. gegen den Saum ^dunkler, 
fast orange, an der Wurzel grün bestäubt, Innen- 
rand der Htfl. braun. Die Vdfl. führen vor dem 
Saum eine Reihe hellbrauner Punkte zwischen den 
ebenso geförbten Rippenenden, die Httl. eine Reihe 
Saumflecken und eine schmale Kappenlinie. Die 
Unterseite ist dunkler ochergelb, nur vor der Mitte 
und gegen den Hinterrand der Vdfl. und gegen den 
Vordermnd der Htfl. blasser. Vom Vorderrande 
der Vdfl. bis gegen den Hinterwinkel der Htfl. zieht 
ein starker, fast linearer, rothbrauner Streif, auf 
der Saumhälfte zeigt sieh die gewöhnliche Zeich- 
nung hellbraun in schlanken Zügen, auf der Wurzel- 
hälfte sind einige braune längliche Kreise. 

98. ^ Theodota Hew. ^J = Amphidema Beckeri Herr. -Seh. 

$. Mungo; April u. Mui, Victoria: Juli — Decbr. 45. 

99. ^ Egeata Cr. 46. B. C. Mungo: 20. Mai 1874. 1 $. 

100. ^ Gceronis Ward. Victoria: 30. Mai und 10. Septbr. 

2 $. - 

101. ^ Hemere^ia Hew. Mungo u. Victoria: Mai u. Juni. 3. 

102. Charaxes Brutus Cr. Victoria: Juli, September und 

October. 3. 

103. C. Tiridates Cr. Abo: Januar. 1. 

104. ^ NumenesUew. Eninga: Mai, Victoria: Novbr. 2.(5$. 

105. ^ LucreUus Cr. Victoria: 24. Juni. 1 $. 

106. ^ Ephyra God. Victoria: August und Decbr. 2 (J. 

107. Philognoma Varanes Fabr. Victoria: Juni u. August. 2. 

108. P. Dedua Fabr. Victoria: 12. Juni 1872 im Dickicht. 1 ?. 

109. „ Lmdice Dr. Victoria: 16. Novbr. 1873. 1 ^. 
HO. Eurytela Dryope Fabr. Eninga, Victoria .und Aburi: Juni, 

Septbr. und October. 13. 

111. E, Hyarba Dr. Victoria: October und December. 3. 

112. ^ Ethosea Dr. Aburi: Februar, Victoria: Juni. 5. 

113. y, Valentina Cr. Aburi und Mungo: September. 5. 

114. Hypairüis lUthyia Dr. Aburi, Eninga und Mungo: April, 

Juni, Juli und September. 10. 

115. ErgoHs Eaothrea Fabr. Bonjongo, Aburi und Victoria: 

Septbr. — März, Juni. 20. 

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195 

116. E. Aiphata Dr. Victoria: Juni. 2. 

117. Elymmas Phegea Fabr. Abo: März und Deebr. , Mungo: 

Mai und Juli. 5. 

118. Cyllo Leda L. , var. Helena Dbld. Mungo, Eninga und 

Aecra: April, Mai und August. 4. 

119. Gnophaela Parmeno Dbld. " Bonjongo : Februar und April, 

Mungo: September. 4. 

120. Gf. Morpena Westw. i. 1. Agoneiio: August, Mungo: 

Mai und Septbr. 3. 
121.' Yphthkna Asterope Klug. Aburi, Abo und Bonjongo: 
Septbr., Decbr., Jan., Mai. 11. 

122. y. Koria Hew. Accra: August, Abo: Decbr. 2. 

123. Idionwrphus Zinebi Doumet. Aburi: 28. Septbr. 1. 

124. /. Una n. sp. Agonoho: 30. August 1874. 2 <?. 

Die Flügelform ist ähnlich wie bei Mycalesis Sa- 
naos Hew., ein Vdfl. misst am Vorderrande 82 
mm., am Hinterrande 29 mm. Die Oberseite ist 
braun, die Vdfl. haben vor der Spitze ein violettes, 
fast halbmondförmiges Schrägband, welches nur bis 
in Zelle 2 hinabreicirt, und dicht an demselben in 
Zelle 5 einen weissen Augenpunkt. Die Unterseite 
ist olivenbräunlichgrau mit der Zinebi ähnlichen 
Querlinien, die Vdfl. haben in Zelle 2, 4 und 5 je 
ein kleines Auge, die Htfl. in Zelle 1 — 6, die in 
den Zellen 3 — 5 sind sehr klein, die in Zelle 4 
und 5 saumwärts. 

125. /. MassaHa n. sp. Mungo: 11. Mai, Agoncha: 20. Au- 

gust. 2 ^. 

In der FlUgelform der vorigen Art ähnlich, 
besonders durch den von Rippe 2—6 fast gerade 
abgestutzten Saum der Htfl. Die Vdfl. sind fast 
ebenso lang, aber weniger breit, die Binde ist 
ganz verloschen, der Augenpunkt vor der Spitze 
ist verloschen, dagegen schimmert das Auge der 
Unterseite in Zelle 2 durch. Die Oberseite ist 
heller braun, nur in der Mitte gegen den Hinter- 
rand bei den Vdfln. und in der Mitte der Htfl. 
dunkler. Die Unterseite ist ledergelb, die binden- 
artige Zeichnung wie bei Zinebi, die Vdfl. mit 
2 ansehnlichen Augen in Zelle 2 und 5, zuweilen 
noch ein kleines in Zelle 4. Die Htfl. haben in 
Zelle 1 , 2 und 6 ansehnliche Augen , in Zelle 3 
keins, in Z. 4 und 5 sehr kleine saumwärts ge- 
rückte. 

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196 

126. /. Hemlsoni Doumet. Victoria: Mai und Decbr. 2 ^- 

127. ., Vala n. sp. Agova: 28. August 1874. 1 $, Länge 

eines Vdfls. .34 mm. 

Die Oberseite ist der vorigen Art ähnlich, aber 
heller brauD, die Binde ist auf den Vdfln. am 
Yorderrande meJir von der Spitze entfernt, aaf 
den Htfln. fehlt sie. Die Unterseite ist bi-äunlich 
gelbgmu, ein schmales, fast gerades gel Wich -weisse* 
Band zieht quer durch alle Flügel. Die Vdfl. hal)en 
in Zelle 2 und 5 ein ansehnliches Auge und nebeo 
letzterem in Zelle 6 ein kleineres, die hintern iü 
Zelle 1, 2, 5 und 6 ansehnliche Augen, in Zelle 
1 deren zwei, in Zelle 3 und 4 kleine, welclip 
mit den saumwärts gerückten der Zelle 5 und denen 
der Zelle 2 in einer Linie stehen. 

128. Mycaims Aaochis Hew. Ueberall: März — Mai, Augu>i 

und Septbr. 13. 

129. M Xeneas Hew. Ueberall, .stet«. 17. 

130. „ IgnobiHs Hew. Mungo: April, Aburi: Septbr., Vic- 

toria: Decbr. 3. 

131. ^ Sanaos Hew. Ueberall, das ganze Jahr. 16. 

132. „ Sophrosyne u. sp. Victoria und Bonjongo: Februar. 

März. 6. 

Die Oberseite ist rauchbraun, beim (^ dunkler, 
vor dem Saum aller Flügel zieht ein mattes, beim 
$ durch eine feine Linie getheiltes Band, auf dei» 
Vdfln. steht vor der Spitze ein kurzes mattes Quer- 
band, an dessen Enden in Zelle 2 ein dunkler 
Augenfleck steht. Die Unterseite ist auf der ein 
wenig busig abgeschiedenen Wurzelhälfte beim ' 
dunkelbraun, beim $ braungrau, die Saumhälfte 
hat mit dem Saum gleichlaufend eine Reihe lichter 
runder Flecken, von denen die der Zelle 2 mit 
grossem Augenfleck, Zelle 1 der Htfl. mit zwei 
kleinen, Zelle 6 mit einem solchen, desgleichen 
Zelle 5 der Vdfl., die andern haben nur zum Theii 
hellbraune tüuge. Vdfl. 23—25 mm. 

133. M. Nuica n. sp. Aburi: Septbr., Victoria: Novbr. 2. 

Die Oberseite ist hellbraun, alle Flügel haben vor 
dem Saum zwei etwas dunklere Linien, die beim 
,^ weniger deutlich sind, auf den vordem schim- 
mern die Augenflecken der Zellen 2 und 5 durch, 
beim $ sind sie weiss gekernt und auch der in 
Zdlc 2 der Hill, i.st .Mchtbar. Der <? hat in Zeih* 

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197 

1 der Vdfl., nahe dem Hinterwinkel, einen ovalen 
schwarzen Fleck, das $ vor der Spitze den Schein 
einer matten kurzen Querbinde. Unten sind die 
Flügel fast wie bei Sophrosyne gezeichnet, das 
Wurzelfeld ist bei (^ und $ braungrau, die hellen 
Flecken der Saumhälile sind gelb und in jedem, 
wenigstens^ den Htfl., beßndet sich ein schwarzes, 
weissgekerntes Auge, von denen nur die der Zelle 

2 ansehnlich sind. Vdfl. 20—22 mm. 

134. M. htaris n. sp. Aburi: September. 2 (J. 

Die Oberseite ist röthliehbraun, auf den Vdfln. ist 
Hippe 1 gegen die Mitte breit dunkelbraun, und 
in der Gegend des Augcnfleeks steht in Zelle 2 
ein grösserer schwai-zer Wisch. Die Htfl. haben 
vor der Mktelzelle einen kleinen ovalen hellen 
Fleck. Die Unterseite ist braungrau, das einfach 
dunklere Wurzelfeld ist fast gerade abgeschnitten, 
die Augenflecken sind gelb und wie bei der vorigen 
Alt. Vdfl. 24 mm. 

135. ^ Auricruda Butl. Agoncho: August. 2. (J$. 

136. y, Mandanes Hew. Bonjongo: März und Mai, Aburi: 

Septbr. 8. 

137. ^ Tolosa n. sp. Abo, Aburi und Victoria: Januar, 

März, Septbr. — Novbr. 7. 

Die Oberseite ist beim ^ trüb dunkelbraun, 
beim $ hellbraun, vor der Spitze der Vdfl. befindet 
sich ein etwas lichterer Querfleck. Die Unterseite 
ist wie bei Madetes Hew. Vdfl. 20 mm. 

138. „ Madetes Hew. Aburi: Septbr. und October. 6. 

139. ^ Pei/Äo n. sp. Abo: Januar, Agoncho: August, Aburi: 

Septbr. 6 (J. 

Die Oberseite ist graubraun, die Vdfl. in Zelle 
2 und 5 mit schwarzem, hellbraun geringtem, weiss 
gekerntem Auge, die am bleichen mit einem ovalen 
weissen Fleck bezeichneten Htfl. mit einem solchen 
Auge in Zelle 2. Die Unterseite ist gelb, orange 
gewässert; eine fast gerade braune Linie zieht 
durch die Mitte aller Flügel bis zum Hinterwinkel 
der hinteren, zwei wellenförmige Linien ziehen vor 
dem Saum hin, vor diesen im hellgrauen Raum 
stehen in den Vdfln. zwei Augen, in Zelle 2 und 
5, in den Htfln. 2 in denselben Zellen und noch 
ein kleineres in Zelle 4. Vdfl. 20—22 mm. 

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198 

140. M. Dedra n. sp. Aburi: Septbr. 2 (J. 

Die Oberseite ist mattbraun mit den der vorigen 
Art gleichenden Augenflecken, am Innenrande der 
Htfl. befindet eich nächst der Wurzel ein läng- 
licher, hellgrauer, einwärts schwarz gesäumter Fl eck. 
Die Unterseite ist auf der von einer. etwas busigen 
braunen Linie abgeschlossenen Wurzelhäfte hell 
ochergelb, orange gewässert, die Saumhälfte ist 
grau und ebenfalls orange geM'ässert, eine gleich- 
farbige Linie zieht vor dem Saum hin. Die Vdfl. 
itlhren 2 Augen an den gewöhnlichen Stellen, die 
Htfl. von Zelle 2 — 6 fünf in einer Bogenreihe, von 
denen die an den Enden am grössten sind. Vdfl. 
20 mm. 

141. ^ Gerda n. sp. Aburi: 21. Septbr. 1 (J. 

Die Oberseite ist graubraun, die Vdfl. zeigen in 
der Mitte des Hinterrandes einen länglichen dunkel- 
braunen Fleck und an den gewöhnlichen Stellen 
2 Augen, von denen das vordere weiss gekernt 
ist, die Htfl. haben am Vorderraude vor der Mittel- 
zelle einen ansehnlichen weisslichen, dunkelbraun 
eingefassten Fleck. Die Unterseite gleicht fast der 
von Raesaces Hew. $, es zeichnen sich aber nur 
die Augen der Zellen 2 und 6 auf den Htfln. durch 
Grösse aus. Vdfl. 21 mm. 

142. ^ Dorothea Cr. var. Raesaces Hew. Bonjongo: 11. 

März in Copula, Agoncho: August, Aburi: Septbr., 
Victoria: November. 6. 

143. IJbyihea Labdaca Dbld. Abo: März, Mungo: April und 

Mai. 6. 

144. Abisara Rutherfordn Hew. Victoria: October n. Novbr. 2. 

145. Pentila Acraea Dbld. Victoria: 7. u. 12. Juni 1873. 3. 

a. var. Sanguinea, Camerons-Gebirge: 11. October 
1873. Die Oberseite ift dunkelroth mit schwarzem 
Vorderrand und ebenso die Spitze bis zur Schluss- 
rippe der Mittelzelle, von wo sich diese Färbung 
im Bogen zum Hinterwinkel zieht und dort ganz 
.schmal endet. In der schwarzen Spitze steht ein 
ansehnlicher, d reitheiliger, weisser Querfleck. Die 
Fransen sind schwarz. Die Htfl. haben einen 
breiten schwarzen Saum, darin eine Reihe von 
5 weissen Flecken und punktförmig weissgescheckte 
Fransen. Der Hinterleib ist auf der Mitte eben- 
falls roth. Auf der Unterseite sind die Flügel auf 

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199 

der Mitte mennigroth, der Querfleck vor der Spitze 
der Vdfl. ist weiss und ganz schwarz eingefasst, 
die Spitze ist mehr und der Hinterwinkel weniger 
geschwärzt als bei der Stammart, auf den Htfln. 
ist auch der Vorderrand mehr weiss gefleckt, gegen 
die Wurzel weniger schwarz. 1 Exemplar, 
b. var. Bimacula. Abo: März, Mungo: Mai. 2. 
Die Oberseite ist mennigroth, doch sind die Vdfl. 
vorherrschend schwarz, vor der Spitze steht ein 
weissgelber zweitheiiiger Fleck, die Fi-ansen sind 
bis in Zelle 3 weiss geseheckt. Die Htfl. sind wie 
bei der Stammart gezeichnet, die Unterseite ist 
ebenfalls , wie dort. Der I^ib ist oben auf der 
Mitte roth. 

146. Liptena UbenÜna Hew. Aburi: Septbr. und October. 2. 

var. Zerita. Mungo: April. 1. Die Oberseite 
ist mennigroth, die Wurzel, über die Hälfte der 
Mittelzelle, der Vorderrand, ein damit vereinigter 
Querfleek auf der Schlussrippe, die Spitze breit 
und der Saum bei Zelle 1 und 2 schmal, sind 
dunkelbraun, ebenso ist der Saum fast gleichmässig 
breit um die Htfl. Unten sind die Vdfl. im Mittel- 
raum und am Hinterrande rothgelb, gegen die 
Spitze wie bei der Stammart, die Htfl. sind im 
ganzen Mittelraum mennigroth mit schwarzen, 
gelbbegrenzten Flecken, vor dem Saum Überall mit 
einfacher brauner Eappenlinie. 

147. L. Camula Hew. Mungo: April 1874. 1. 

148. ^ Amenaida Hew. (Pentila). Victoria (Camerons-Geb): 

20. Juni 1873. 1. 
119. ., Petreia Hew. (Pentila). Aburi: 18. Septbr. 1872. 2. 

Vdfl. 14—19 mm. 
1.^0. ^ Abraxes Hew. (Pentila). Victoria: April, Mungo: 

Mai, Juni und Septbr. 5. 
151. ^ Mlca Hew. (ob zum Genus Hypanis?). Bonjongo: 

April. 5. 
i.V?. ^ Isca Hew. (Pentila). Victoria: 8. Novbr. 1872 und 

9. Novbr. 1873. 4. (??. 
l.Ki. I^tafa IdbyasaRew. (Liptena). Victoria: Februar, April 

und Juli. 4. 
t J4. P. Urcaea Hew. (Liptena). Victoria: Februar, März und 

Juni. 3. 
153. ^ Eurema n. sp. Accra: 1872. 2. Nächst Lircaea, 

weiss, die Vdfl. mit grauem Saum wie bei Terias 

14* oogle 



200 

Filiale, unten ist dieser Saum durch ien wesises 
Band fast bis zum Vorderrande getheilt und der 
Vorderrand wie oben von der Wurzel bis zqd 
Querfleek, der hier gerade über der Querrippe 
steht, grau. Auf der Unterseite der Hifl. befindet 
sieb ausser den beiden Punkten in Zelle 1 und 6 
noch ein solcher in der Mittelzelle. Vdfl. 20 mm. 

156. P. Ilma Hew. (Liptena). Victoria: 9. Januar, i. 

157. „ Zeipa Hew. Mungo: 25. Mai. 1 $. 

158. „ Carema Hew. Vicloria: 8. Februar u. 10. Decbr. 2. 

159. Hypolycaena PhiHppus Fabr. Aburi: 24. Septbr. 1 ^, 

160. H. Famus Dr. Aburi: 4. März, Victoria: 15. Novbr. 

2. c??. 

161. ^ Lebona Hew. Bonjongo: Mörz, Agoncha : August, 

Victoria: Decbr. 3. 

162. ^ AnÜfaunus Dbld. Bonjongo: 4. März, Victoria: 7. 

Decbr. 2. 

163. ^ BelUna n. sp. Aburi: 24. Februar. 1 ^. 

Die Gestalt ist wie bei Antifaunus, doch sind 
die Vdfl. am Hinterrande stark und wellenförmig 
ausgebuchtet, die Schwänze der Htfl. sind halb so 
lang und sehr schmal. Die Oberseite der FlOgel 
ist hellblau, die vordem sind auf der Spitzeohälfle 
schwarz, die Htfl. hüben einen grossen gerundeten 
Bleck nahe der Wurzel am Vorderrande, einen 
kleinen am Vorder winkel und 2 übereinander am 
Hinterwinkel. Der Körper ist dunkelgrau. Die 
Unterseite ist weiss, vor dem Flügelsaum mit 2 
feinen hellbraunen Linien, ein schwarzer Bleck steht 
in der Mitte am Hinterrande der Vdfl., ein solcher 
in Zelle 2 und am Hinterwinkel der Htfl., vor 
diesen befindet sich eine rothe, silbergekernte, 
winkelige Zeichnung und vor dem Saum noch 3 
kurze schwarze Striche. Vdfl. 15 mm. 

164. Aphnaeus Lutosus n. sp. Abui-i: 28. Septbr. 1873. 1 (J. 

Die Oberseite ist braun, gegen den Saum der Htfl. 
mit blauem Anflug, die Unterseite ist hellbraun 
mit einigen dunkler braunen weisslieh gekernten 
Querflecken und einem schmutzig weissen, fast drei- 
eckigen Fleck, dessen breiteste Basis sich in Zelle 
1 befindet, hinter der Mitte der Vdfl. Die beiden 
Schwänze der Htfl. sind fein und kurz. Vdfl. 14 mm. 

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201 

165. A. GuUatm n. sp. Abo: 16. Decbr. 1873. 1. 

Die Oberseite ist braun, neben dem Hinterwinkel 
der Hlfl. mit einigen kleinen verloschenen orangen 
Flecken. Die Unterseite ist dunkelgelb mit meistens 
grossen, länglichen, silbernen, braunroth umzogenen 
Flecken und einer braunrothen, auf den Vdfln. in 
Flecken zertheilten Binde vor dem Saum. Die 
Vdfl. ftlhren 6 Silberflecken, von denen der grösste 
dem Saume parallel, ein kleinerer, schmaler schräg 
darunter gegen den Hinter winkel steht. Auf den 
Htfln. stehen die grössern Flecke gegen den Vorder- 
rand. Im Hinterwinkel befindet sich ein runder 
schwarzer Fleck. Vdfl. 20 mm. 

166. „ Asterius n. sp. Aburi: 22. September 1872. 1 ^J. 

Vdfl. 20 mm. 

Die Oberseite ist dunkelbraun mit blauem An- 
flug, die Unterseite der Flügel braungelb mit vielen 
kleinen braun eingefassten Silberflecken: auf den 
Vdfln. sind 12 und ein langer Streif gegen den 
Hinterrand, auf den Htfln. sind 18, zum Theil quer 
oder längs stehende Fleckchen und ein schwarzer 
vor dem Vorderwinkel. Nur an Rippe 1 sehe ich 
ein langes Schwänzchen. 

167. Sithon Camerona n. sp. Cameroons: Decbr. 1874. 1 ^J. 

Die Oberseite ist etwas heller blau als Optilete, 
auf den Vdfln. ist der Innenrand bis Rippe 1 
schwarz und ein grosser schwarzer Fleck verbindet 
Rippe 2 mit Rippe 4, die Zellen 2 und 3 bis auf 
ein Dreieck am Saum ausfüllend; auf den Htfln. 
sind ebenso die Zellen 2 — 4 schwarz ausgefüllt 
und Rippe 6 ist breit schwarz. Die Unterseite 
ist braungrau, die Vdfl. mit wenig dunklerem Mittel- 
fleck und 2 solchen Bändern auf der Saumhälfie, 
alks mit mattblauer kappenförmiger Einfassung, 
die Htfl. führen viele mattblaue kurze Querstriche 
auf der Saumhälfte, sie sind etwas gestreckt, am 
Hinterwinkel mit einem schwarzen, orange be- 
grenzten Läppchen, auf Rippe 2 mit feinem, langem, 
fast geradem Schwänzchen, in Zelle 2 mit schwar- 
zem, orange umzogenem Auge und blauen durch 
eine schwarze Linie getheilten Fransen. Die Fransen 
der Vdfl. sind schwarz. Vdfl. 14 mm. 

168. S. Aniahis HopflF. Victoria: 10. Juli 1873. 1 $. 

169. Lffcoenesihes Syhanus Dr. Bonjongo: 12. JIäj^y.G(l)c^le 



202 

170. L. lApures Hew. Victoria: 7. Juni. 1 ^. 

171. ^ Pßnc/e« Fabr. = Larjdas Cr. Bonjongo: April, Aburi: 

Septbr. 2. 

172. ^ Buchhoizi n. ep. Victoria: 22. Januar, 10. und 15. 

Novbr. 3. (J?. 

Die Oberseite des J ibt einfach blauschwarz, 
die des $ schwarzbraun mit einem eiförmigen, 
orangen Fleck in einiger Entfernung vom Hinter- 
rand und Hinterwinkel der Vdfl., am Saum der 
Htfl. zeigen sich in Zelle 1 und 2 je ein feiner 
blauer Strich, und in letzterer ein demselben zu- 
gekehrtes oranges Mündchen. Die Unterseite ist 
der von Pericies sehr ähnlich, auffallend unter- 
scheidet sie sich über durch den an der Wurzel 
weissen Vorderrand der Vdfl. und die schräge 
weisse Linie daneben, sowie durch die einwärts 
orange Einfassung der beiden Augenflecken am 
Saum der Htfl. Vdfl. 13-14 mm. 

173. ^ Maeander n. sp. Eningo: Mai und Juni, Agoncho: 

August. 6 $. Victoria: 10 Novbr. 1 (J. 

Gleicht der vorigen Art. Beide Geschlechter, 
haben am Saum der Htfl. in Zelle 1 — 3 feine blaue 
Striche, dem $ fehlt das Möndchen, es hat aber 
auf den Vdfln. einen grossen runden orangen Fleck. 
Auf der Unterseite ist beim (J die äussere Saum- 
linie der Vdfl. in Fleckchen aufgelöst, beim $ ist 
der orange Fleck der Oberseite markirt. Vdfl. 
9—12 mm. 

174. ^ LepHnes Hew. Victoria: 14. Novbr. 2. 

175. Lycaena Phitiasus L. Accra: August, Victoria: Novbr. 

und Decbr. 4. rj?. 

176. L. Togara n. sp. Bonjongo: 14. Aprfl 1873. 2 ^ und 

$ in Copula. 

Die Oberseite gleicht fast der vorigen Art, der 
^ ist ein wenig dunkler und hat wie das $ eine 
Reihe dunkler, weiss eingefasster Flecken vor dem 
Saum der Htfl. Beim g ist die Spitze der Vdfl. 
mehr verdunkelt und das innere Querband auf 
Rippe 2 winkelig gebrochen, die Htfl. sind bis zur 
Querrippe und dann gegen den Innenrand bis zum 
innern Querband graustaubig, im Discus unbezeich- 
net. Die Unterseite ist fast ganz so wie bei Mi- 
cylus Cr. Vdfl. 13.-15 mm. 

177. ^ Micylua Cr. Aburi: März, Septbr. und October. 6. 



203 

178. L. Ehrea Fabr. Ueberall: März, April, August bis 

December. 8. 

179. ^ Mrza n. sp. Victoria: October u. November. 2 ^. 

Die Oberseite ist veilblau mit gleicli farbigen Fransen 
und weissem Innensaum der Htfl. Die Unterseite 
ist schmutzig weiss mit brauner Zeichnung: ein 
brauner Streif geht im Bogen von der Wurzel der 
Vdfl. gegen den Vorder rand um einen Fleck in 
der Mitteizelie herum und endet auf der Schluss- 
rippe, bei ^/s des Vorderrandes zieht ein grades 
Band schräg gegen den Saum bis in Zelle 2, ist 
dort gebrochen und von einem S förmigen Strich 
in Zelle 1 getrennt, saumwärts folgt ein schwacher 
Schatten, am Saum steht auf allen Flügeln eine 
Reihe von einer Kappenlinie eingefasster Punkte. 
Auf den Htfln. umgeben 7 Flecken im Kreise einen 
Hittelpunkt in der Mittelzelle, auf der Querrippe 
ist ein feiner Strich. Vdfl. 13 mm. 

180. ^ Locra n. sp. Bonjongo (Camerons-Geb.): 3. März. 2. 

Aehnlich wie Moncus Fabr. Oberseite schwärzlich- 
grau, Htfl. mit weissen getheilten Fransen, einem 
orange eingefassten Saumfleck in Zelle 2 und kurzen 
Schwänzchen an Rippe 2 und 3. Die Unterseite 
ist bläulichweiss , durch alle Fltlgel zieht ein 
schmales, aus zwei Reihen brauner Möndchen 
bestehendes Band, das auf den Vdfln. winkelig ge- 
brochen, auf den Htfln. zerrissen ist. Auf der 
Querrippe der Vdfl. stehen zwei braune Striche, am 
Saum drei Linien. Die Htfl. haben noch am 
Vorderrande einen braunen Punkt, am Vorderwinkel 
zwei Möndchen und am Hinterwinkel und in Zelle 
2 ein schwarzes, blau gekerntes, orange eingefasstes 
Auge. Vdfl. 15 mm. 

181. ^ Lingeus Cr. Bonjongo: Mära und Mai, Aburi und 

Mungo: Septbr. — Novbr. 6. 

182. ^ Juba Fabr. Aburi: August und Septbr. 2. 3$, 

183. „ Carana Hew. Victoria: Januar, Septbr. u. Octbr. 4. 

184. ^ UerUsia Hew. Victoria: 5. Juni. 1. 

185. ^ Bae^cus L. Accra: August. 2. 

186. ^ Asopus Hpff. Aburi: 3. Septbr. 1. 

187. ZeMs Perion Cr. Aburi und Victoria: Novbr. 3. 

188. Z.Adema n. sp. Victoria (Camerons-Gebirge): 18. Febr. 



und 11. März. 2. (J?. 



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204 

Gleidit in der Grösse und Flügelform Pe- 
rion, doch sehe^ ich nur beim $ die Spur eines 
Schwänzchens. Oben sind die Vdfl. dunkelbraun 
mit einer breiten, orangen, vom Hinterrande bis 
Rippe 5 reichenden Binde, welche nach vorne 
schmäler wird. Die Httl. sind orange, an der 
Wurzel bis zur Querrippe und am Vorder mnd bis 
Rippe 5 braun, diese Färbung tritt auch noch iu 
der Mitte der Zelle 4 busig vor. Die Unterseite 
ist ähnlich wie bei Perion, alle Silberflecken sind 
kleiner, mehr in der Quere schmal, viele auch 
blind, mit einer rothbi-aunen, am Hinterwinkel 
scharf zurück gebogenen Linie vor dem Saum der 
Htfl. Vdfl. 14—15 mm. 

189. Deloneura Marginata n. sp. Victoria: 1. Mäi-z, Agove: 

26. August 1873. 2 $. 

Die Flügelform ist ziemlich wie bei Immacu- 
lata Trimen, doch ist der Hinterwinkel der Htfl. 
scharf und am Innenrande stark busig ausgeschnitten. 
Kopf und Rücken sind braun, der Hinterleib ist 
ochergelb, ebenso die Flügel, diese sind auf der 
Oberseite an der Wurzel, am Vorderrande und 
am Saum breit braun. Die Fransen sind oben 
lehmgelb, unten hellbraun. Vdfl. 16 mm. 

190. Miletus Zymna IMi. Victoria: Juni, Juli, Septbr., Novbr. 

und Decbr. 5. 

191. Teriaa Rakel Fabr. Accra: August und Septbr. 5. 

192. T. Zoä Hpff. Aburi: Juli -Septbr. 5. 

193. ^ Senegc^ensis Bsdv. Victori«: Novbr., Abo: Decbr. 2. 

194. ^ Floricola Bsdv. Aburi: März und August. 3. 

195. „ Brenda Dbld. Aburi: Septbr., Victoria: Novbr. 7. 

Var. wie Sari Horsf. — Aburi: März. 2. 

196. CalUdryas Fiorefla Fabr. Ueberali: Mai, Juni, August bis 

Novbr. 9. 

197. Eroma Phntvf Bsdv. Balong und Victoria: Mai, Juli, Oc- 

tober und Decbr. 8. 

198. E. Ido(ea Bsdv. Bonjongo und Victoria: April — Juni, 

Mungo: October. 5. 

199. ^ Argia Fabr. Ueberall: April — August. 9. 

200. Callosune Phlegetonia Bsdv. Accra: August.' 4. 

201. C. Emppe L. Accra, Aburi und Abo: Juli, August und 

Decbr. 15. 

202. Ponlia Dorothea Fabr. Bonjongo: Mai, Victoria: Juli, 

Aburi: Septbr. und Octbr. 12. ^ , 

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205 

203. P. Afcesta Cr. Ueberall: März— Decbr. 10. 

204. Beris Chloris Fabr. Victoria: Juni— Decbr. 9. 

I 205. P. Rembina n. sp. oder Chloris var. Rembo-FIiise bei 

I Mungo: Septbr. 2 $. 

Im Habitus wie Chloris Fabr., doch gleichen 
dieVdfl. in der Form mehr Sylvia Fabr. = Eu- 
doxia Cr. Die Grundfarbe ist weiss, sie tritt je- 
doch auf der Oberseite am Hinterrande der Vdfl. 
sehr wenig, am Innenrande der Htfl. mehr hervor, 
alles übrige ist wie bei Bernice $ dicht graubraun 
bestäubt, am dichtesten die Aussenhälfte der Ht^. 
und der Saum der Vdfl. Unten sind die Flügel 
an der Wurzel gelblich, die vordem schwächer 
grau bestäubt, die Spitze, zwei grosse und ein 
kleiner Saumfleck sind schwarzgrau, ebenso ist 
die Saumhälfte der Htfl., deren Wurzelhälfte bis 
auf den Innenrand und den Vorderwinkel an der 
Wurzel dicht bestäubt ist. 

206. y; ßermce Hew. Auf dem Rembo-Fluss: 2. u. 3. Septbr. 

1874. 6. 

207. „ Sylvia Fabr. = Eudoxia Cr. 213. c. Eninga und 

Bonjongo; Mai, Agoncho (Gaboon): August, Vic- 
toria: Novbr. 5. 

208. ^ Eudoxia Drury III. 32. 1, 2. Victoria und Aburi: 

Mai, Juni, Octbr. und Novbr. 8. 

209. ^ Pqopea Cr. Aburi: Octbr. und Novbr. 17. 

210. ^ Sabina Feld. Victoria: 11. October 1873. 1 S- 

211. ^ Adultera PI. = Capricornis ^ Ward. Victoria: 

14. Juli. 1 (?. 

Obgleich Ward angiebt, dass dieses Thier mit 
seiner Capricornis in Copula gefangen sei, so be- 
zweifle ich doch die Zusammengehörigkeit beider, 
glaube vielmehr, dass Capricornis das $ zu Cebron 
sei. 

212. ^ Cebron Ward (J = Capricornis Ward $. Victoria: 

Juli und November. 10 (^, mit und ohne Fleck 
in Zelle 3 der Vdfl. — Victoria : Mungo und Bon- 
jongo: Februar, April, Mai und Decbr. 8 $. — 
Victoria: 9. Juni, die Var. mit orangen Vdfl. 

213. . Parorda Ward? = Theora Dbld. Mungo: 4. Juni, 

Balong: 1. Juli. 2. 

214. ^ Cahfpso Fabr. Victoria: 21. Juni, Accra: 6. August. 2. 

215. ^ Greona Cr. Accra: 1. August, Aburi: 9. ^^A-oli^- 

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206 

216. P. S(ü>a Fabr. Fernando Po: Januar, Mungo, Abo und 

Victoria: April, Juli u. Novbr. 14. <?? in Copula. 

217. ^ Larima Bsdv. — nach Hew. — Victoria: 11. Febr. 

1 ^, Vdfl. 30 mm. 

218. P(q)ilio Zalmoxis Hew. Ueberall: Mai, Juni, Septbr. und 

Novbr. 10 (J, das $ scheint noch nicht bekannt 
zu sein: 

219. P.Cypraeofila Kirby. Mungo: April und Mai, Victoria: 

August — Novbr. 9. 

220. ^ Messalinu 8io\L Mungo: Mai, Aburi: Octbr., Victoria: 

Decbr. 4. 

221. ^ Zenobia Fabr. Aburi: Octbr. und Decbr. 2. 

222. ^ C^nor/a Fabr. (J, Boisduvalianus Westw. $, Aburi: 

Septbr. 7 cj, 1 $. 

223. ^ Eeherioides Trim. Bonjongo: 26. April. 1. 

224. ^ Merope Cr. Ueberall: Juli, Septbr. und Octbr. 7. 

225. „ Hippocoon Fabr. Victoria,- Februar, Aburi u. Mungo: 

Octbr. 3. 

226. ^ Hesperus Westw. Ueberall: März, Juni, Octbr. und 

Decbr. 8. 

227. ^ Nireus L. Ueberall: Mai, Juli— Novbr. 9. 

228. „ Bromus Dbld. Aburi: Novbr. 2. 

229. ^ Charopus Westw. Balong: Juni, Juli, Victoria: Octbr. 4. 

230. ^ Menestkeus Dr. Mungo, Balong, Victoria und Aburi: 

Mai, Juli und Octbr. 5. 

231. ^ Demoleus L. Ueberall: Juni, August und Decbr. 19. 

232. ^ Ucalegon Hew.- Victoria: 30. Septbr. 1. 

233. ^ Leonidas Fabr. Ueberall: Mai— Decbr. 8. 

234. ^ PoHcenes Cr. Abo, Abookob, Mungo und Victoria: 

März, Septbr.— Decbr. 17. 



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207 



Note sur les Elytrurus des iles Viti 



par 
M. Mj. Fülriiiiilre* 



Le G. Elyiruvus, indiqu^ par Boisduval dans ea Faune de 
rOc^aDie pour deux Curcullonites de Yanikoro, eet r^pandu 
depuis les Heß de la Polyn^sie, Nouka-Hiva,*) TaYti ^ jusqu'ä 
Yanikoro^ et les lies de Lord Howe^), mais parait avoir son 
centre dans les lies Viti (ou Fidji). On n'en a pos encore 
Signal^ k la Nouvelle Cal^donie, ni dans les lies adjacentes k la 
partie Orientale de la Nouv. Guin^e. Je ne m'oceuperai dans 
cette note que des esp^ces trouv^es sxir les iles Viti et Tonga, 
qui 8ont au nombre de peuf. 

Chez plusieurs de ces inseetes les difliSrenees sexuelles sont 
fort marqu^es et Ton peut facilement se laisser entratner ^ 
faire deux esp^es avec une seule. Mais le corps des mäles 
est toujours plus allongd, plus d^primd, et la base de rabdomen 
est plus ou moins impressionn^e, tandis qui'l est l^g^rement 
convexe chez Tautre sexe. Chez les femelles, les 61ytres sont 
g^D^ralennent plus larges, plus eonvexes, moins r^tr^cies et 
moins prolong^es ä Textrdmit^ et elles ont souvent & la base, 
en dehors, une petite cote supplementaire trös courte. 

A. Elytra naargine externo dentata aut angulata. 

1. E. expansus Waterh. Trans. Ent. Soe. Lond. 1877, 8. 
Long. 12 — 16 mm. — Ovato-oblongus, antiee attenua- 
tus, robustus, parum eonvexus, fuseus, sat nitidus, 
squamositate griseo-carnea indutus, sed plerumque dorso 
denudatus; rostro tenuiter granulato, medio earina laevi, 
basi inter oeulos puncto impressa, prothorace longitu- 
dine haud latiore, lateribus vix arcuatis, antiee leviter 
angustato; granulis dense obsito, medio linea obsolete 
impressa; elytris basi prothorace haud latioribus, dorso 
fere planatis aut leviter convexis, a basi postice aropli- 
atis, utrinque post medium in dentem magnum plana- 
tum, obtusum, oblique elevatum expansis, postea si- 
nuatis, apice breviter caudatis, caudis leviter divari- 
eatis, pilosis, dorso sat fortiter punctato-striatis, aut 



E. otiorbynchides Fairra. ') E. Coquereli Fairm. ^) E. La- 
peyroosei Boisd. ' *) E. »latus et marginatus Saund, J^^ek^Q^^Tp 



208 

potius striato-granulatis, iotervallis fere laribus aut 

granato-asperatis, granis basi et apice dentioribus: 

bubtus nitidior, abdominis eegmentis 2 primis leviter 

concavis plus minure nigosulis — $ minor, magis con- 

vexa, elytris minus striatis, lensius granulatis, mar- 

gine externo post medium angulato et postea sinuato; 

abdominis segmentis 2 primis convexius culis. (Ely- 

irurus angulatus Waterh. Ti-ans. Eni. Soc. Lond. 

1877, 9) — Ovalau, Viti-Levu. 

Cet insecte est remarquable par sa forme robuste, 41argie 

en arri^re et par ses 61jtres armdes lat^ralement d'une large 

dent obtuse, apianie, relev^e un peu obliquement ; la sculpture 

des ^lytres est variable, tantöt presque nulle, tantdt pr^en- 

tant de nombreuses granulations ; les pattes sont convexes 

d'asp6rit6s rdpeuses. La femelle est plus convexe, les angles 

latdraux des ^Ijtres sont moins saillants et non relev^s. C'est 

bien & ce sexe qu'il faut rapporter TE. angulatus Waterh. 

Dans plusieurs collections cet insecte figure sous le nom 
d'E. a latus Saund. et Jek.; mais ce dernier, tout en pr^sentant 
une grande ressemblance avec Pfi. expansus, est moins ro- 
buste, moins large, la dent laterale des 61ytres est plus aigue, 
dirigde en arri&re, les pointes apicales sont plus longues, plus 
aigues et plus divergentes; enfin Tinsecte est recouvert d'^cail- 
les d'un vert clair m^langdes d'6cailles dor^es et argent^es et 
la localit6 est difförente (Nouv. Hybrid.). 

2. E. acuHcauda Fairm. Naturaliste, 1879, 46. — Lg. 16—17 
mm. — Oblongus, supra planiusculus vel vix con- 
vexus, fuscus, squamositate cinereo-lutescente indutus, 
dorso plerumque denudatus; rostro asperulo, medio 
longitudinaliter late parum profunde impresso, lateri- 
bus leviter elevatis et interdum linea mediana obso- 
lete elevata; prothorace a medio antice arcuatim an- 
gustato, dense granulato; eljtris basi prothorace paulo 
latioribus, lateribus leviter arcu&tis, post medium ob- 
tuse angulatis, postea sinuatis ac serrulatis, apice pro- 
ductis, cauda angusta, acuta, apice leviter recurva et 
divaricata, dorso dense sat tenuiter granulatis, tenuiter 
striatis; subtus magis niger. nitidior, abdominis seg- 
mentis 2 primis leviter concavis, grosse punctato-ru- 
gosis, ceteris laevibus; pedibus aspero- granulatis; — 
2 paulo minor, magis convexa, magis oblongo-ovata, 
eljtris basi minus emarginatis, lateribus regulariter 
arcuatis, cauda brevi, obtusa, abdomine basi convexius- 

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209 

culo, medio planato, grosse ac laxe punctato. — 
Viti-Levu (Mus. Godeffroy). 

Species faeie gracili elytrisque lateraliter angula- 
iis, apice anguste ac longius caudatis focile distin- 
gaenda. 

E. denUpennis Fairm. Naturaliste 1879, 46. — Long. 
14 — 15 mm. — Oblongo-elongatus, aniiee posticeque 
valde attenuatus, dorso plaDiuseulus, fuscus, squamo- 
sitate tenui aenescente indutus, prothoracis lateribus 
et linea dorsali medio interrupta punctoque humerali 
densius griseo squamosis, eijtris squamulis griseo- 
earneis vage lineolatis; rostro tenuiter dense punetu- 
lato, medio late ac obsolete longitudinaliter impresso; 
prothorace lateribus leviter arcuato, antice paulo roa- 
gis quam basi attenuato, parum dense granulato, ad 
latera rarius; elj'tris ad humeros oblique reetis, mox 
obtuse angulatis et postice attenuatis, margine externo 
sat acuto, obsolete undulato, post medium acute den- 
tato, postea emarginato, serrulato, apice angustatis, 
prolongatis, cauda honzontali apicibus sat acutis, di- 
varieatis, dorso plus minusve tenuiter striatis, strils 
ocellato-punctatis, intervallis plus minusve rngatulis; 
abdomine, nigro, nitido, basi leviter concava, plica- 
tula, grosse sparsim punctata; pedibus rugoso-granu- 
latis, aureo-carneo-setosulis. — $ magis ovato-oblon- 
ga, paulo convexa, eljtris leviter costulatis, margine 
externo regulariter arcuato, post medium minus acute 
dentato, postice minus productis, abdomine convexius- 
culo, basi medio planato, grosse ac laxe punctato. — 
J. Viti (Ma collection). 

E. caudato coloratione et fade certe afßnis. sed 
magis elongatus, magis planatus, et margine eljtrorum 
externo acute dentato et emarginato facile distinctus. 

B. Elytra margine externo nee dentata nee angulata. 

E. caudatus Pasc. Ann. Mag. Nat. bist. 1870, 471. pl. 
XVIII, flg. 12. — Long. 12—13 mm. — Oblongo- 
ellipticus, vix convexus, fuscus, squamositate griseo- 
cinerea aut griseo-carnea dense vestitus, rostro latiore, 
parallelo, apice vix ampliato, punctato, medio carina 
tenui signato; antennis gracilibus, elongatis; prothorace 
antice vix angustiore, granulis sat minutis parum dense 
obsito; eljtris ante medium latioi-ibus, lateribus ar- 

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210 

* 

cuatis, poßtice attenaatis, apice set longe caudatis et 
divaricatis, dorso tenuiter stnatis, striis ocellato-punc- 
tati», intervallis planis leviter transversim plicatulis 
et laxe tenuiter ocellato-punctatis, margioe extemo 
haud sensim carinato; sublus niger, nitidus, abdomine 
basi late impresso, aspero-punetato, segmenUs eetoris 
paree asperatis; pedibus aspero-granulatis. — $ ovato- 
elliptiea, leviter convexa, eljtris brevioribus, lateribus 
magis arcuatis, poatiee parum productis, striarum inter- 
vallis minus planatis, margine externo carinato et ba^'i 
intus earinula mox obliterata comitata, apice obtuse 
vix caudatis, abdomine basi convexiusculo. — J. Viti 
(Ma collection). 

5. E. DurviM Blanch. Voj. Pole Sud. IV, 221, pl. 13, fig. 9. 

— Long. 15 mm. — Oblongus, antice posticeque 
angustatus, vix convexus, niger, sat nitidus, macula 
parva humerali albofarinosa, saepe deficiente, rostro 
fortiter punetato, leviter tricarioulato, capite tenuiter 
punctata; antennis nigris, sat validis, clava fusco-pu- 
bescente; protborace antice angustato, dense granulato, 
granulis depressiusculis, linea media obsolete impressa; 
elytris ante medium latioribus et mox paulatim postice 
attenuatis, apice productis, dorao striatis, intervallis sat 
dense et sat fortiter granulatis, margine externo fere 
carinato, subtus nitidissimus, abdomine basi late le- 
viter impresso, vix punetato, pedibus granulatis. — 
J. Viti. 

6. E. granatus Fairm. Naturaliste 1879, 116. — Long. 15 

mm. — Oblongo-ovatus, vix convexus, fuscus, squa- 
mulis griseo-carneis et griseo-vireseentibus dense vesti- 
tus, protborace eljtrisque granis fusco- nigris, nilidis'' 
sat dense obsitis; rostro laxe ac grosse punetato, haud 
impresso, carinulis tribus valde obsoletis, antennis mi- 
nus elongatis, validiusculis; protborace transverso, la- 
teribus leviter arcuato, antice vix sensim angustiore, 
granulis dorso densioribus, ad latera minoribns linca 
media longitudinali basi impressa, antice obsoleta ; 
elytris basi protborace paulo latioribus, usque ad me- 
dium regulariter arcuato-ampliatifl, postice aUenuatis, 
breviter caudatis, apicibua sat fortiter divaricatis, dorso 
granulis fere seriatim dispositis, ad suturam et me- 
dium disci densioribus, tenuissime striolatis, extus 

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211 

paulo evidentias, margine externo eubcarroato, basi 
obsoletins, margine reBexo poetice late impresso; sub- 
tu8 niger, nitidus, abdomine basi impresso, laxe punc- 
tato, pedibus granulatis, griseo-setosuHs. — $ magis 
convexa, linea media rostri paulo evideniiore, eljtris 
brevioribu«, magis grosse granulatis, et obsolete costu- 
latis, abdomine basi piano. — J. Viti (Mus. Godeflfroj). 
E. marginato Saund. et Jek. simillimus, sed 
paulo brevior, colore haud viridi, sed cinerascenti, 
corpore subtus nigro, antennis brevioribu9, magis va- 
Hdis, eljtris breviter caudatis intra humeros haud ea- 
rinulatis, vix sensim striatis diflert. 

7. E. cmeius Boisd. Faun. Oc^n. I t, 401. — Fairm. Rev. 
Zool. 1849, 511. — Long. 12—13 mm. — Ovatus, 
medio latus, antice postieeque angustatus, eljtris vix 
eonvexis, prothorace sat convexo; fusous, squamulis 
minutts viridi - metallieis indutus, capite, protboraeis 
vitta mai-ginali lata et puncto medio baseos eljtrorum- 
qae vitta latei-ali-marginali sat angusta, apice latiore, 
albido-carneis, interdum leviter virescentibus , nigro 
tenuiter punclalo, subtus squamulis earneis aut vires- 
centibus, ad latera densius vestitus, punetis nigris 
sparsutus ; rostro linea obsolete elevata sat brevi sig- 
nato, parce punctaio; prothorace conico, basi lato, 
antice truncato, granulis minutis nigris sat dense in- 
structo, spatio medio angusto leviter ac longitudina- 
liter impresso; eljtris a basi mox valde ampliatis, ante 
medium jam attenuatis, ad apicem modice acuminatis, 
haud caudatis, apice ipso fere truncato, striolatis, 
striis punetis numero^'s ocellatis lineatim impressis, 
intervallis basi et extus leviter inaequalibus; abdomine 
pnbescente, laxe granulato, pedibus asperatis et griseo- 
villosis. jj abdomine late impresso ; $ major, convexa, 
eljtris apice paulo magis acuminatis, magis cineras- 
cens, eljtris margine externo evidentius carinatis et 
basi intus carinula brevi signatis, dorso leviter striatis, 
intervallis extus et apice convexioribus, abdomine basi 
piano. — J. Tonga (Ma Collection). 
Boisduval indique cet insecle eomme trouv^ k Vanikoro; 
mais cette ]oca]it6 me parait fort douteuse tandis que celle de 
Tonga est positive et les esp^Kies du genre Eljtrurus parais- 
sent bien sp^ialis^es dans chaque groupe d'iles. 11 est facile 
^ distinguer par la bände päle qui borde le corselet et le» ^Iv- 

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212 

tres, par sft forme d^primde, son corsclet coniqiie, ses 6lytre« 
largement arrondioe sur les cötds et tres peu proloiig^es eu 
arri^re. 

Les deux especes suivantes me sont inconnues: 

8. Ehftrurus «errw/o^ 'Waterh. Trans. Ent. Soc. Lond. 1877, 
11. — Long. 14 mm. — Elongatus, parum eonvexns, 
antiee posticeque angustatus, squamulis parvis sabulo- 
818 et griseo-aeneis tectus, granulosus; elytris lateribus 
subcarinatis , serrulatis, apicibus parum divarieatis. 
Rostrum with a broad central longitudina] shdiow Im- 
pression. Thorax searcely one-fiflh broader than long, gently 
ronvex, modei-ately closely covered wilh shining granules, 
a little more narrx)wed in fiont than behind, the sides gently 
rounded. Elytra not wider than the thorax at their base, 
thrce and one-third times longer, slightly arched, gradually 
Nvidened to the middle and thence narrowed again to the apex, 
the apiees somewhat acute and slightly diverging. The wliole 
surface moderately thickly covered with very small, shining 
granules, which have a tendency to form rows, and whieh 
placed on the lateial oarina give it a slightly senated appea- 
rance. The antennae are unusually long nnd siender, the 
2«id Joint of the funiculus is twice as long as the Ist. The 
scales which elothe the surface are sandy-coloured, exeept on 
the dorsal region of the elytra, where they are greyish- 
aeneous. — Vati. 

(E. caudato Pasc, valde proximus videtur, sed antenna- 
rum structura rostroque impresso, haud earinulato certe differt.) 

9. Ehftrurus cUvaricatus Waterh. Trans. Ent. Soc. Lond. 1877, 

10. — Long. 12 mm. — Elongato - ellipticu^ , niger, 

squamulis sabuloeis dense tectus; rostro obsolete tri- 

carinato; thorace tubercuüs nitidis adspersis; elytris 

vix convexis, ante medium lotundato-ampliatis, apicem 

versus angustatis, apicibus acuminatis-divaricatis, su- 

pra striato-punctatis, punctis Fquamiferis, interstitiis 

tuberculis parvis vix perspicuis parce adspersis. 

Rostrum with a central, longitudinal carina, and on euch 

^ide of it a less distinct, oblique, slightly inten upted ridge. 

Antennae with the 2nd joint of the funiculus about one-third 

langer than the l»t. Thoi-ax scarcely bioader than long, gently 

«onvex, with not very Fmall, shining tuberrles sparingly scat- 

tered over the surface; a little narrowed in front, the sides 

slightly arcuate, subparallel behind the middle. Elytra not broa- 

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213 

der than the thorax at their base, but rather suddenly beeoming 
broader to the basal tbird and then gradually narrowed io- 
wards the apex; the apices acuminate aod distinctly diver- 
ging, blunt at the tip^ lineate-punctate, the punetures each 
filled with a seale; the sides aDteriorly are somewhat rounded, 
and are not distinctiy carinate laterally. — Vati. 

Closely allied lo the preceding (E. angulatus), but re- 
laUvely shorter and broader; the apices of the elytra are rather 
more diverging and are more blunted at the tip. 



Naturgeschichte 
der Eugonia fuscantaria Hübu. 

Von 
Tori^e in Scjiönberg (Ober -Lausitz). 



Es ist n)ir zweifelhaft, ob Guen^e mit der Behauptung 
Recht hat, dass die Besehreibung der Phal. equestraria 
Fabr. ebenso gut auf Varietäten der Eug. Angularia passe. 
Sie lautet E. S. III, 1. p. 135. 23. P. pectinicornis alis an- 
gulatis: anticis fuscescentibus; fascia lata flava, postieis flavis. 
Hab. Hamburgi. Antennae valde pectinatae. Corpus hirtum, 
flavum. Alae aniicae angulatae, fuscae, in medio fascia lata, 
flava. Postieae angulato-dentatae, flavae, postice obscuriores. 
Sabtus anticae ilavescentes puncto medio, nigro, apice obscurae, 
margine flavo variegatae. Postieae obseurae puncto medio 
nigro basique pallidae. — Was nicht stimmt, ist, dass die 
Yorderflügel eine gelbe Binde halben, also auch an der Wurzel 
bräunlich sein sollen; aber das passt ebenso wenig auf An- 
gularia. Dass die HinterflUgel gegen den Saum dunkler sein 
sollen, stimmt sehr gut mit Fuscantaria, dagegen sehr un- 
genügend mit Angularia. Die ganze Unterseite ist in der 
Kürze so beschrieben, dass die Beschreibung die Fuscantaria 
ßebr schön, aber gar nicht oder sehr gezwungen die mir vor- 
liegenden !0 Angularia (J bezeichnet. Käme, w^as jedoch 
nicht recht glaublich, Angularia bei Hamburg nicht vor, so 
könnte das Habitat Hamburgi mit einen Bestimmungsgrund für 
Fuscantaria abgeben; denn Herr Sauber hat die Raupe der 
letztem dort gefunden und ein Männchen daraus gezogen. 

Die Art ist in Deutschland bisher an wenigen Stellen 
angetroffen worden. Staudinger's grosser Catalog erwähnt 
nur ^Sehlesien^ ohne nähere Bezeichnung. 

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2U 

Zu dem Bahnhof Nicolauedorf, der s/4 Stunden von Schön- 
berg liegt, führt eine Allee junger Eschen (Fraxin. exoek.). 
Von diesen Eschen klopfte ich am 29. August 1875 unseni 
Spanner zum ersten Mal in 2 $. Seitdem erhielt ich dort 
jedes Jahr, immer in demselben Monat, Schmetterlinge uod 
Raupen. Doch waren sie nicht immer gleich zahlreich. 1878 
starben in Folge des nassen und kalten Wetters die meialen 
eingesammelten Raupen, und auch nicht alle Puppen eol- 
wickelten sich. Dass dasselbe auch im Freien geschehen sein 
muss, geht daraus hervor, dass ich 1879 gar keine dorcfa 
Klopfen erhielt, obgleich ich, um die Ausrottung in unserer 
Gegend zu verhüten, im vorigen Jahre genug Kaupen unge- 
sammelt gelassen hatte. Da sich ein Paar in der Gefangen- 
schaft begattet hatte — ich habe jedoch die Copulation nicht 
beobachtet — , so erhielt ich befruchtete Eier. 

Diese waren theils in Klumpen, theils in bandn>rmigefl 
Streifen gelegt worden. Die Langseite eines Eies klebte an 
der des andern, ohne Rücksicht darauf^ ob es etwas vor oder 
zurückstand. Sie sind grünlich grau, ungeföhr 4 kantig, 1 mm. 
l^ng) ^/s breit, 1/4 hoch, am hintern Ende zugerondet, am 
vordem senkrecht abgeschnitten und an diesem mit einer ovalen, 
kranzartigen, regelmässig gekerbten, schnee weissen ErhöhuDg 
versehen, welche die Mitte des Eies frei lässt. 

Am 6. Juni des folgenden Jahres kroch das erste, am 
3. Juli das letzte Räupchen aus. Obgleich also die Eier vod 
einem eit)zigen Weibchen in 3 hintereinander folgenden Tagen 
gelegt waren, £0 erforderte doch die Entwicklung aller einen 
Zeitraum von 4 Wochen. Dieser Umstand erklärt es, wanun 
ich zu gleicher Zeit Raupen und Schmetterlinge al>kk>pfen 
konnte. 

Die erste Raupe (vom 6. Juni) war beim Verlassen def- 
Eies 3 mm. lang, ^/j breit, an Kopf und Afterscgment Im Ver- 
hältniss zum übrigen Körper unförmlich dick, oben und unten 
schwärzlich, an den Seiten weis&>lich, mit hellbraunem Kopf, 
gel blich weissem Aftersegment und w eissgelblichen Beinen. — 
Am 13. Juni hatte sie 7 mm. Länge und s|^ Breite. Sie 
war überall einfarbig grüngrau, doch au den Brust- und Bauch- 
segmenten auf dem Rücken am Hinterrande jedes Segments 
mit weisser Linie. — Am 24. Juni war sie H^/g mm. lang. 
t^ji breit, einfarbig grün, an den Seiten gelblich, an Kopf 
und Aftersegment reiner grün, in den Einschnitten der Seg- 
mente gelbgrün; die ebenfalls grünen Brustbeine waren gegen 
die Kiallen zu bräunlieh; die Unterseite des Körpers von der 
Farbe des Kopfes, ähnlich der Unterseite der Esehenblätter. 

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215 

Da diese Raupe bei der Häutung verunglückte, so gebe ich 
die weitere Entwicklung nach einer zweiten Raupe. 

Sie war am 12. Juli 2 cm. lang, 2 mm. breit, grüngelb, 
an der Unterseite grüngrau, wie der flach gewölbte Kopf. 
Taster und Fühler bräunlich; Brustbeine am Grunde grün, 
sonst bräunlich. 

Am 20. Juli war sie 3 cm. lang, 3 mm. breit, so ge- 
färbt wie vorher beschrieben; die Beine mit einigen weissen 
Härchen besetzt, die Brustbeine am Ende jedes Gliedes mit 
einem weisslichen Ringe; von den Brustbeinen das dritte Paar 
um die Hälfte länger als das erste; das Paar Bauchbeine grün, 
an den Seiten braun; die Afterklappe gegen das Ende schmutzig 
dunkelbraun; die Afterspitzen am Grunde grün, an der Spitze 
braun gefleckt, und zwischen ihnen ein Paar halb so grosser, 
grOnlioh weisser Spitzchen. Kopf grün mit einigen schwarzen 
Härchen; die Taster rothbraun; der Mund gelblich mit schwarz- 
brauner Einfassung. Luftlöcher wenig aufiaUend, weisslieh, 
fein braun eingefasst. Unter ihnen ein wulstartiger, wenig 
hervortretender, gelber Seitenstreif. 

Am 27. Juli war sie erwachsen, 4^/2 cm> lang, hinter 
dem Kopf fast 4 mm. breit, von da ab an Stärke allmählich 
zunehmend, bis sie bei den 2 Bauchbeinen am breitesten war, 
nftmlich 5 mm., worauf sie gegen den After wieder abnahm. 
Der gestreckte Körper nackt und ohne Höcker (doch giebt es 
höckrige Raupen, dergleichen ich selbst fand, und worüber 
später), zeichnungslos. Auf dem Rücken grüngelb, an den 
Seiten grün mit dem oben bemerkten gelben Seitenstreif vom 
Kopf bis zu den Bauchbeinen. Die Luftlöcher wie vorhin an- 
gegeben. Kopf rund, grün mit einigen schwärzlichen Härchen, 
etwas flach gedrückt^ hiuten mit einer Mittelfurche, die sich 
bald theilt und gegen den Mund immer mehr verflacht. Färbung 
der Mundtheii6 wie angegeben. Brustbeine mit dunkelbraunen 
Krallen; das dritte Paar ist um die Hälfte länger als das erste. 
Bauchbeine grün, an den Seiten braun, mit einzelnen weissen 
Härchen. Die Analklappe und die Analspitzen wie vorhin 
beschrieben. , 

Zur Verpuppung, die bei dieser Raupe am 30. Juli er- 
folgte, werden Eschenblätter durch starke, weisse Fäden zu» 
rammengezogen, welche ein lulliges Netz mit eckigen Maschen 
bilden. 

Die Puppe ist 2 cm. lang, 8 mm. breit, weissgrün, durch 
die Lupe besehen hellgrün und mit kleineu, weissen, runden 
Erhöhungen so reichlich besetzt, dass die Grundfarbe nur in 
dOnnen Linien durchscheint. Die Fühlerscheiden sind in beiden 

15* 



216 

« 

Geschlechtern sehr dicht quergefurcht, beim ^ bräunlich. 
Einige Tage vor dem Auskriechen wird die Farbe ochergelb, 
und die Zeichnung der Flügel scheint durch. Der Schmetter- 
ling, dessen Raupe vorhin beschrieben ist, kroch am 13. Au- 
gust aus, in den Abendstunden, wie dies immer geschieht. Da 
die (^ in der Nacht sehr Ihätig sind, so hat man fleissig Abends 
nachzusehen; denn lässt man sie nur eine Nacht leben, so 
findet man sie Moi^ens mit völlig verdorbenen VorderflUgeln. 
Die ? sind dafür desto träger. 

Bei der Züchtung der Fuscantaria aus dem Ei, ist ein 
grosser Uebelstand der, dass die Eschenblätter, auch wenn 
man die Aeste in Wasser stellt, sehr schnell welken. Ich 
verhütete es einigermassen dadurch, dass ich sie mit Wasser 
besprengte und in einer Blechbüchse aufbewahrte. Aber ob- 
gleich ich die Büchse den Tag über öfters öffnete, um den 
Raupen frische Luft zuzuführen, so gelang es mir doch nur, 
zwei bis zum Schmetterling aufzuziehen. Vielleicht gab ich 
ihnen zu zarte Blätter; denn bei härterem Futter schienen 
sie sich besser zu befinden. Das zweckmässigste Verfahren 
möchte wohl sein, eine junge Esche in einen Kübel oder auch 
in den Garten zu pflanzen, die Eier daran zu befestigen und 
die Aeste mit einem Flor zu tiberspannen; erst wenn die 
Raupen fast erwachsen sind, lassen sie sich ohne Schaden in 
den Zwinger sperren. 

Im Monthly Magazine I, (1864—65) p. 187 giebt Pre- 
diger Hei lins in Exeter interessante Nachrichten, welche ich 
hier in der Uebersetzung niittheile. 

Da ich die wichtige Beobachtung gemacht habe, dass die 
Raupe dieser Art mehr abändert, als ich gedacht hatte, so 
schicke ich Beschreibungen der uns bisher bekannt gewordenen 
Abänderungen ein. 

Im Allgemeinen lässt sich die Raupe beschreiben als ge- 
streckt mit gut entwickelten Brustbeinen, von denen das dritte 
Paar bisweilen grosse Verhältni8.<^e annimmt, und mit zwei 
Analspitzen. 

Die zuerst erhaltene Varietät sah einem Blattstiele der 

Esche ähnlich, von der ich sie klopfte. Sie war glatt, auf 

dem Rücken grün, mit einem gelben Subdorsalstreifen ; der 

primelgelbe Luftlochstreifen reichte bis zum Munde und war 

oberwärta dunkelgrün begrenzt, welches nahe am Dorsalstreifen 

heller wurde; der Bauch apfelgrün; auf dem 12. Segment 

zwei Warzen; die Brustbeine schwarz, die Bauchbeine mit 

carmoisinbrauner Spitze; die Hinterbeine grün. Diese Raupe 

hielt ich für das unabänderliche Muster der Fuscantaria. Aber 

OOQle 



217 

letzten Sommer erhielt ich von Dr. Knaggs sechs Raupen, von 
denen einige bei der letzten Häutung ein ganz verschiedenes 
Aussehen gewannen. Nämlich die Grundfarbe wai- röthlich- 
grau, schwach grünlich gescheckt 5 der gelbe Subdorsalstreifen 
kaum sichtbar; der Luftlochstreifen etwas grüner lals die Grund- 
farbe und erst vom 2. Segment bis zum Munde gelblich wer- 
dend; quer über das 3. Segment eine Reihe rothbrauner 
Warzen, die grössten an den Seiten ; auf dem 6. und 9. Seg- 
ment grosse, rothe Querbuckel und auf dem 8. und J2. sehr 
kleine, auf dem 5., 6. und 7. rothe Seitenwarzen und auf dem 
7. ein Bauchhöcker; auf dem 10., II. und 12. blasse Seiten- 
warzen; die Brustbeine carmoisinbraun und das dritte Paar 
sehr gross. — Herr Doubleday schickte an Herrn Buckler 
eine andere Raupe, welche mitten zwischen diesen beiden zu 
stehen scheint. Sie war fast glatt mit hell apfelgrUnc* Grund- 
farbe, gelben Subdorsal- und Luftlochlinien, die aber nicht 
scharf abgegrenzt waren; die letzten 5 Segmente rosenroth 
angelaufen, zwei kleine rothe Flecke auf einer Anschwellung 
des 7. Segments; zwei Rückenwarzen auf dem 12.; kleine 
Seitenwarzen auf dem 10., 11. und 12.; auf dem 3. ein kurzer 
rothbrauner Streifen, der von den Luftlöchern rückwärts bis 
zur Mitte des Rückens lief. 

In Stainton's Manual H (1858) p. 15 wird die Raupe 
so definirt: Ohne Höcker, grün oder gelbgrün; der Luftloch- 
streifen blässer, schwärzlich gerandet; ein röthlichbraunes Band 
auf Segment 3, 6 und 9, und zwei röthlichbraune Flecke auf 
dem Analsegroent (nach Guen^e). Lebt auf Esche und Li- 
guster. 

Guen6e hat sie im Spannerwerk L 1857 p. 176 un- 
gefähr ebenso besehrieben und tab. 2 fig, 4 die Ck)pie einer 
ihm von Doubleday mitgetheilten Zeichnung geliefert. 



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218 



Lebensgeschiclite 

der Pappelgallen -Blattlaus 

Pemphigus Bursarius (Aphis) Linn6. 

Von 
S* liicilfenstein (Montpellier). 

Was der alte Linnaeus unter dem Namen ^Aphis bur- 
saria^ gemeint hat, ist nicht recht klar; er sagt: ^habitai 
in Populi nigrae foliis saccatis, petiolorumque utri- 
cuHs coloratis^ und verweist den Leser auf R^aumur Mdm. 
3. tab. 26. flg. 7. 11. 

Diese Figuren zeigen aber unter den Buchstaben g, h, u 
drei ganz verschiedene Arten der Gattung Pemphigus Hartig. 

Die Art, die ich als die ächte „bursaria'' betrachte, 
ist die von Riaumur tab. 26. fig. 8 h und tab. 27. ßg. 5 g 
abgebildete. 

Fabricius ändert etwas an der Linnaeischen Beschreibung 
und sagt: ^habitat in sacculis ovatis prominentibus 
foliorum populi nigrae^, was schon nur die erste Hälfte 
von Linn^'s A. bursaria ist, und bezieht sich bloss auf 
R6aumur'8 flg. 8 u und fig. 7, 9, 10, 11 ; die Worte ^utri- 
culum coloratum^ lässt er weg, und sie bezeichnen doch 
grade die ^bursaria^. R^aumur macht darauf aufmerksam, 
dass es die einzige Galle an der Pappel ist, welche direct aus 
dem holzigen Theile des Zweiges oder Astes entspringt*). 

Burmeister (1839) und Kaltenbach (1843) giebt dieselbe 
Synonymie wie Linn6 und Fabr. und sagt: „lebt in Gallen an 
den Stielen und Blättern einiger Pappeln^ — das ist also nicht 
die holzige Galle, die direct vom Zweige entspringt. 

Ratzeburg (1844) giebt als A. bursaria die Gallen-Batt- 
laus, welche die Blattstiele schraubenförmig dreht (Spirothe- 
cae Passerim*); Koch (1854) betrachtet auch „Pemphigus 
bursarius^ als eine Blattgallenlaus. 

Rudow (1875**) ist meines Wissens der erste in Deutsch- 

*) SS gftlles qui partent des p^dicules des feuilles, hh autres 
galles qui tirent leur origine iram^diatement de la tige 
u galle d'une feuiUe (loc cit. pag. 347). 

**) Uebersicht der Gallenbildungen, welche an Tilia, Salix, Po-, 
pulus, Artemisia vorkommen, nebst Bemerkungen zu einigen andere n 
Gallen von Dr. F. Rudow (Archiv der Freunde der Naturgesch. in 
Mecklenburger Zeitschr. f. d. gen, Natiu'wiss. Bd. XL VI 187o). 



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219 

l^nd, der von Gallen am Stamm und an den Zweigen der 
Pappeln spricht; auch macht er mit einem Male drei neue 
Arten: Pemphigus glandiformis, tortuosus und ve^i- 
calis*), von den zwei ersten kennt er die Insekten nicht und 
beschreibt bloss die Gallen; die dritte scheint mir aber zu 
Reaumur^s ^Galles qui naissent de la tige^ zu gehören und 
daher, wenn Linnaeus die Synonymie richtig angegeben, ist 
es gewiss, wenigstens partim: ^Aphis bursaria'' Linne. 

Jedoch, wie alle seine Vorgänger, giebt uns Rudow eine 
Blattgallen -Stiflerin als die ^bursariu^ und vereinigt sogar 
zwei Arten unter demselben Namen; eine auf dem Blatte: 
(P. marsupialis Koch) und eine auf dem Blattstiele: (P. 
spirothecae Passerini). 

Kurz und gut, die Sache ist die, dass Reaumur in der- 
selben Figur mehrere Arten Gallen abgebildet hat, und dass 
Linn^ sämmtliche Arten als seine ^^Aphis bursaria'' angiebt; 
die deutschen Entomologen haben bloss die Blattgallen be- 
trachtet, weil diese im Norden vielleicht häufiger vorkommen; 
hier aber in Frankreich, wo die Ast- oder Zweig- Galle viel 
gemeiner als die andere ist und, da sie holzig wird und den 
ganzen Winter durch festsitzt, viel leichter zu sehen ist, haben 
wir sie für die ächte ^bursaria^ gehalten. 

Alle anderen mir bekannten Pappel-Gallen haben übrigens, 
meistens von denselben deutschen Autoren, andere Namen 
erhalten, und die synoptische Tabelle derselben Hesse sich 
leicht genug wie folgt darstellen: 

Eintheilung der Blattlaus -Gallen auf Populus nigra. 

. (Grallen direct an den Zweigen sitzend . Pemphigus bursariusL. 
^ jOallen an den Blattstielen u. Blättern 2. 

Gallen an Blattstielen Pemphigus spirothecae 

Passerini. 
Gallen am Blatte selbst 3. 

1 Zusammengedrückte ovale Gallen auf 

1 der Mittelrippe Pemphigus marsupialis 

3 / Koch, 

j (sub: Pachypappa.) 

fGallen das ^nze Blatt einnehmend. 4. 



*) Aijf jeden Fall mass dieser Name verschwinden, da er schon 
von Koch für eine andere Blattlaus der Pappel : „Pachypappa vesicalis" 
'p'ebraucht ist ^ j 

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220 

/Unrege] massig blasig aufgetriebene, • 

runzlige, wallnuss-grosse Gallen am 

Endiriebe der Zweige Pemph. vesicalis Koch. 

(sub: Pach^'paiTpa.) 
^Regelmässig nach unten gebogene 

Blätter, deren Ränder genau zu- 
sammen kommen und eine Schote 

bilden Pemph. affinis*) Kalt. 

Da ich heute keine systematische, sondern nur eine bio- 
logische Note schreibe, so glaube ich, die Blattgallen bei Seite 
lassen zu können, um mich nur mit ^Pemphigus bursarius^ 
zu beschäftigen. 

Da ich schon mehrmals in der Entom. Zeitung meine 
Ideen tiber die Metamorphosen der „Pemphigiden^ aus- 
einander gesetzt habe, so erlaube ich mir, um besser ver- 
standen zu werden, meine alten Benennungen: Pseudogyne 
fundatrix, migrans, gemmans, pupifera, beizubehalten, 
um die vier Phasen des Lebens einer Blattlaus anzudeuten. 

Vom Ei fangen wir an. Jetzt im Februar findet man in 
den Rindespalten und auch ^n den Ritzen der vertrockneten 
Gallen auf der Pappel kleine gelbe Eier mit weissem Flaum 
umgeben, woraus in den ersten schönen Frühlingstagen kleine 
Läuse auskriechen. Dies ist die „Fundatrix''. 

Sie saugt sich an einem jungen Zweige fest an, und 
unter ihrem Stich bildet sich eine Galle, die wie eine Wall- 
nuss gross werden kann. Rudow beschreibt sie recht gut: 
Die Gallen stehen an den Seiten der Zweige und haben eine 
blasenfbrmige Gestalt ähnlich zusammengeschrumpften Pflaumen 
mit längsgestreifter runzeliger Oberfläche. Trocken ist die 
Farbe braun bis schwarz, weiss bestäubt, frisch gelbgrUn und 
etwas dehnbar; wenn sie dagegen verlassen sind, werden sie 
hart und holzig. Die Dehnung bildet einen unregelmässig 
wulstigen Mund, ähnlich einem Wurstzipfel und liegt herab- 
gekrUmmt in derselben Ebene mit der Ansatzstelle. Die €^alle 
ist eine Rindenwucherung; diese ist an der Stelle, wo der 
erste Stich erfolgte, geborsten, wie man deutlich beim Durch- 
schneiden der Qa]\e wahrnehmen kann, und hat sich blasen- 
ähnlich gedehnt, so dass schliesslich die Epidermis geplatzt ist, 
die Cambiumschicht sich aber allmählich verdichtet und ver- 
härtet hat. 



*) Von dieser Art lebt die Stammmutter einsam in einer Falte 
am Rande des Blattes, und die grosse Galle wird von ihren Töchtern 
gebildet, auch enthalt sie nie die Stifterin. 

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221 

Die darin eingeschloesene ^Pseudogyne fiiudatrix*' 
wird nach viermaliger Häutung eine grosse, dicke Blattlaus, 
die, keimfähig geworden, ohne Mitwirkung eines Männchens, 
da sie ganz allein ist, lebendige Junge zur Welt bringt, die 
munter an des Hauses Wänden herum saugen und schnell 
heranwachsen. 

Die ^Fundatrix^ (Stamm mutter) ist immer leicht zu 
erkennen, da sie beinahe doppelt so gross wie ihre Töchter- 
ist; sie zeigt viergliedrige Fühler, an welchen das dritte Glied 
doppelt so lang wie die andern ist. Ihre Jungen dagegen 
haben auch viergliederige Fühler, aber alle vier ungefö-hr gleich 
lang und das vierte kolbig verdickt. Uebrigens gehen hier 
auch rasch die Häutungen vor sich; aber während die Stamm- 
mutter ungeflügelt bleibt, zeigen sich hier nach der zweiten 
Häutung schon FlOgelrudimente, und nach der vierten erscheint 
die Laus mit Flügeln. Das ist die ^Pseudogyne migrans^. 
Ausser den Flügeln hat sie auch schöne, lange, sechsgliederige 
Fühler erhalten, an welchen Glied 5 und 6 am längsten und 
3 und 4 niedlich geringelt sind. 

Die ^Fundatrix^ fangt gegen Mitte April an, ihre Galle 
zu bilden-, und nach einem Monate gebärt sie ihre ersten 
Keimungen (ich naimte so die von Pseudogynen gebomen 
Jungen). Diese brauchen wieder einen Monat, um geflügelt 
und keimföhig zu werden, also gegen Mitte Juni sind die 
ersten Wanderläuse reisefertig. — Da aber die Fundatrix 
ziemlich lange keimfUhig bleibt, so enthält die Galle im Juni 
neben geflügelten „Migrant es^ auch viele noch im Wachs- 
thume begriflene, und die Wanderung dauert vom Juni bis 
gegen Ende Juli fort. 

Wohin gehen diese Wanderer, die alle ohne Ausnahme 
die Gralle verlassen, die ganz leer bleibt, ausser dass sie die 
Leiche der „Fundatrix^ enthält? Trotz meiner Bemühungen 
habe ich es nicht ermitteln können. 

So viel weiss ich nur, dass diese „Migrantes^ wie die 
^Fundatrix^ Keimungen enthalten, die sie in der Gefangen- 
schaft prompt ablegen, und diese Jungen sehen den Jungen 
der Stammmutter sehr ähnlich. Ich habe ihnen vergebens 
sehr viele Pflanzen vorgelegt, und glaube, sie höchstens etwas 
an Graswurzeln saugend gesehen zu haben; sie sind aber 
immer bald gestorben. 

Aber ungefähr zwei Monate nach den Wanderungen, und 
ohne dass ich die dritte Phase, die ^emmar 
Phylloxera so leicht zu beobachten ist, bei Pemj 

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anderungen, und 
mtes^^ die bei j 

mphigus bur- 

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222 

sarius bemerkt habe, sehe ich neue geflügelte Läuse auf den 
Pappeln ankommen. 

Dem Aussehen nach ßndet man zwischen diesen neuen' 
Ankömmlingen und den Sommer -Auswanderern gerade nicht 
viel Unterschied; aber die Sitten sind schon ganz anders; 
denn anstatt die Zweigspitzen eiligst aufzusuchen, um von da 
in's Freie auszufliegen, suchen die jetzigen im Gegentheile die 
Löcher und Spalten in den Stämmen, um sich unter der Rinde 
zu bergen. Viele sogar suchen die alten trockenen Gallen auf 
und drängen sich hinein, um ihre Keimungen in Sicherheit zu 
bringen. Die Natur dieser Producte ist jetzt aber ganz anders, 
als die der Emigranten; denn man wird schon errathen 
haben, dass diese Herbstinvasion durch die ^iPseudogyne 
pupifera^, die vierte Form, die die sexuirten Insekten enthält, 
geschieht. Diese Producte sind nämlich ganz kleine unge- 
flügelte und auch ungeschnäbelte Geschöpfe, die jetzt zum 
Vorschein kommen*), und trotz ihrer ün Vollkommenheit sind 
diese gerade die vollkommenen, copulationsfähigen Männchen 
und Weibchen, also mit den Geschlechtsorganen versehen. 
Bald nach ihrer Geburt erleiden sie noch eine letzte Häutung,- 
begatten sich und sterben kurz darauf: das Männchen zuerst 
und das Weibchen drei oder vier Tage später, nachdem es 
ein gelbes, von weissem wollenen oder flaumigen Secret um- 
hülltes kleines Ei gelegt hat, neben welchem es stirbt. So 
dass man öfters in derselben Galle die Leichname der Fun- 
datrix, Pupifera und der Sexuirten zusammen ßnden 
kann. Die zwei andern Formen, Migrans und Gemmans, 
sterben weit von der Pappel, aber ich weiss noch nicht wo. 

Ich hätte gewiss warten sollen, bis ich die volle Evolution 
dieser Gallen-Blattlaus hätte geben können; denn es bleibt noch 
eine grosse Lücke auszufüllen; jedoch, da schon das Alter 
heranrückt und ich nicht sicher bin, im nächsten <^ahre noch 
diesen microscopischen Thierchen nachspüren zu können, so 
habe ich gedacht, dass die obigen Andeutungen dem künftigen 
Beobachter nützlich sein könnten, da es noch mehr als ein 
Menschenleben erfordert, um alle Verwandlungen der Insekten 
auszuforschen. 

La Lironde, 26. Februar 1880. 

*) Sie besitzen 4gliedrige Fühler mit Glied 4 am längsten. 



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223 



Microlepidoptern in Australien, 

ein Brief des Hrn. Edward Meyrick, 

Au8 dem Entomologiefs Monthly Magazine Band XV. p. 70. 71, 
übersetzt durch P« C* Zeller* 



Vorwort. Was bisher in meiner, Staudinge r's, Herrich- 
Schäffer's und andern Sammlungen des Continents an Neu* 
Holländischen Microlepidoptern* vorkam, war wenig und bestand 
in einzelnen, mittelmäseig oder unter mittel massig erhaltenen 
Kxemplaren jeder einzelnen Art. Als ich vor ein paar Jahren 
eine Neuholländische Microptern -Ausbeute aus der Godeffroy- 
ßchen Sammlung sah, welche etwa 80—90 Arten von den 
Wicklern an bis herab zu den Pterophoren umfasste, glaubte 
ich wirklich, obgleich die meisten Arten nur in 1 oder 2 
Exemplaren vorhanden waren, dass der Sammler einmal aus- 
nahmsweise die gewöhnliche Weise verlassen und sich ernstlich 
mit dem Sammeln der in Neuholland lebenden Microlepidoptern 
befasst hätte; denn das schien festzustehen, dass dort Microp- 
tern selten und nur durch grossen Fleiss zu erlangen seien. 
Aber wie sieh aus den Meyrick'schen Mittheilungen ergiebt, 
ist jener Sammler von dem in heissen Ländern gebräuchlichen 
Verfahren, von Microptern nur das mitzunehmen, was einem 
^o eben in die Hand geflogen kommt, und zu dessen Anspiessen 
grade überflüssige Zeit ist, so gut wie gar nicht abgewichen. 
Ein Tadel tiber diese Sammelmethode kann nur ganz gelinde 
ausgesprochen werden. So lange die Masse der Schmetterh'ngs- 
sammler oft recht ansehnliche Summen zum Ankauf glänzender, 
exotischer Macroptem verwendet und europäische Microptern 
nur ungern und spärlich kauft, exotische aber gar nicht (wie 
mir ein höchst glaubwürdiger Lepidopterolog , der auch der- 
gleichen zum Verkauf hält, versichert), werden die Jäger, die, 
nm ihre Jagd fortsetzen können, auf den Erlös aus ihrer Aus- 
beute angewiesen sind, sich wohl sehr fleissig mit dem Ein- 
sammeln von Macroptern, aber nur ganz nebenbei mit dem 
der Microptern beschäfrigen. Möge der Meyrick'sche Brief 
zu einer Aenderung beitragen! 

Sydney, Mai 1878. Unsere Sammelzeit ist jetzt beinahe 
geschlossen, obgleich in diesem Klima in der Wirklichkeit 
lasecten das ganze Jahr hindurch zu finden sind. Es mag 
daher Manchen interessiren , wenn ich über den Fortschritt 

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224 

berichte, den die Microplerologie schon in Australien ge- 
macht hat. 

Ich landete hier im December, also in der Höbe des Som- 
mers, und habe folghch nur ein halbes Jahr als Samnielzeit 
gehabt; da ich aber die letzten zwei Monate an einem Fieber- 
anfall danieder gelegen habe, so reducirte sich meine Sammel- 
zeit in der That nur auf drei Monate. Ich kann jedoch dreist 
behaupten, dass in Bezug auf die Microlepidoptern Australien 
unter den Ländern der Erde den ersten Platz einnimmt. An- 
dere Gruppen der Lepidoptern sind, wie ich denke, hier selt- 
ner als in England; aber die Microptern schwärmen hier an 
günstigen Stellen in solcher Masce, wie ich es nie anderwärts 
gesehen habe, ausser einmal an einem Juli-Abend im Engadin. 
Während dieser drei Monate, vom December bis zum März, 
habe ich 450 Arten (mit Ausschluss der Pyraliden) gesammelt 
und ungefähr 200 andere von Correspondenten erhalten, also 
650 im Ganzen. Bei ansässigen Sammlern, die von Microptern 
nur die grössern Arten sammeln, habe ich ungeföhr 500 bis 
600 andere gesehen; es ist eine bemerkenswerthe Thatsache, 
dass in diesen Sammlungen kaum ein Zehntel der Arien, ob- 
gleich sie alle aus der Gegend von Sydney stammten, mit den 
meinigen identisch waren. Ich glaube bemerken zu müssen, 
dass, da der Boden sehr steril ist, der ursprtingliche Wald die 
Stadt unmittelbar umgiebt, und dass also der zu durchforschende 
Grund einen beträchtlichen Umfang hat. 

Herr Raynor, früher in Cambridge, jetzt in Parramatla, 
etwa 16 engl. Meilen landeinwärts, hat sich mir als ein sehr 
schätzbarer Gehülfe erwiesen, da er mich mit Typen aller von 
ihm während seines vorjährigen Aufenthalt« in Melbourne ge- 
sammelten Arten versehen und Herrn Burkitt und verschiedene 
2iöglinge der King's-School in Parramatta, für die Wissenschaft 
gewonnen hat. Der Eifer des Herrn Burkitt verschaffte uns eine 
Stangenlampe (pole-lamp) mit 6 Paraffin -Brennern, und mit 
der Ungeheures ausgerichtet wurde; denn an einem guten 
Abend erlangte ich nahe an 30 neue Arten. Ich glaube, 
solch ein Schauspiel wie unsere Procession nach dem Actions- 
platz ist in Australien nie zuvor gesehen worden: man denke 
sich 2 Knaben, welche die Lampe auf einer Stange trugen; 
zwei andere, welche den aus Stangen zusammengesetzten Drei fuss 
trugen, auf dem die Lampe aufgestellt werden sollte; ein 
fünfter Knabe mit einem Netz, dann wir 3 Grossen, auch mit 
Netzen; dies gab ein Schauspiel, das auf die Zuschauer einen 
sichtbaren Eindruck machte. Dabei waren die Einwohner von 
Parramatta schon ziemlich vertraut mit unsern Eccentricitäten 



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225 

und bemerkten ohne UeberrasebuDg gelegentlieh: ^0, da ist 
Herr Burkitt auf einem Laternenpfahl; he, sehon ein paar 
Chilonen heut Abend ?^ Es war nömlieh allgemein bekannt, 
dass 2 Arten des Genus Chilo zu den Hauptgegenständen 
unserer Jagd gehörten. 

Meine Sammlung umfasst einen hübschen Schoenobius 
in beiden Geschlechtern, die wir reichlich erlangten, indem 
wir im Parramattafluss zwischen den Rohrbeeten umherbadeten; 
die beiden vorhin erwähnten Chilo -Arten; 11 Crambus; 2 
Eromene, 21 Phycideen, fast alle aus europäischen Gat- 
tungen und nicht besonders auffallend. Die Wickler zählen 
ungefähr 50 Arten, gröestentheils trüb und uninteressant im 
Vei^Ieich mit englischen Arten, und zum grossen Theil zu dem 
typischen Genus Tortrix gehörig. Eine der interessantesten 
Arten ist klein und mit Grapholitha entfernt verwandt; ihre 
Raupe minirt in den Blättern von Smilax glycyphjlla (der 
Pflanze, von der man Sarsaparilla gewinnt) grosse, unregel- 
mässige Flecke und weicht dadurch von jeder bekannten Art 
der Gruppe ab. Die Tineinen bilden die ' Hauptmasse d^s 
Gesammelten. Die hauptsächlichsten europäischen Genera, die 
ich bis jetzt erkannt habe — eine beträchtliche Artenzahl ist 
noch ungeprüft — sind Choreutis mit einer Art, Simaethis 
mit 1, Atychia mit einer der pumila sehr nahe kommenden, 
Tinea mit 4, abgerechnet tapezella, pellionella und bi- 
selliella, die alle in Ueberfluss vorkommen, Incurvaria mit 
1, Nemotois mit 2; Plutella cruciferarum ist hier na- 
türlich in ihrem Element; Depressaria mit 1 zweifelhaften; 
Cryptolechia mit mehr als 60; fast jedesmal, wenn ich 
ausging, fing ich wieder eine neue Art; daher hat dieses Ge- 
nas die schönste Aussicht, mit Gelechia in der Artenzahi 
zu wetteifern, wenn es nicht auch eine Zerspaltung erträgt; 
Gelechia, an deren mannichfaltigen Arten ich mich noch 
nicht versucht habe; ich zähle etwa 20; was den Rest der 
Gelechiden betrifft, so giebt es unzweifelhaft viele neue Gat- 
tungen, die zu den Gruppen von Hypsolophus und Pleurota 
gehören, aber keine Art stimmt mit europäischen Gattungen; 
Harpella mit 2 Arten, die der forficella und bracteella 
sehr ähnlich sehen, aber nur deren halbe Grösse haben; 
Dasycera mit 1 Art; Oecophora mit ungefähr 30, die in 
der Grösse und Färbung eine grosse Mannichfaltigkeit zeigen; 
Glyphipteryx mit 5, die meist sehr schön sind, besonders 
eine mit gelben HinterflUgeln; Laverna mit 3; Stagmato- 
phora mit 2 sehr prachtvollen; Stathmophora mit 2; dabei 
2 ausserordentlich naheverwandte Gattungen, die><^gleichfalls 

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220 

die Sitte haben, ilire Hinterbeine aufgerichtet zu tragen; eins 
ist ein scliönes, kupfenothes Insect mit gefiederten Fühlern, 
verwandt mit Atkineonia; Cosmopteryx mit einer der 
ScribaTella in jeder Einzelheit so ausserordentlich ähnelnden 
Art, dass ich keinen Unterschied als die schwarze Grundfarbe 
sehe; sie lebt an trocknen Plätzen, und ihre Raupe frisst wahr- 
scheinhch Gras; Batrachedra mit 2, Heliozela mit 1, Ela- 
chista mit 3, von denen eine der nigrella sehr nahe steht; 
Coleophora mit 1, ausserdem noch 2 Sackformen; Graci- 
laria mit 6; Coriscium mit 1 aus Blattminen von Phjilan- 
thus, einem kleinen Baum, der zu den Euphorbiaceen gehört; 
Cr nix mit 2 (wobei ich bemerken will, dass eine typische 
Gracilarie, das Coriscium sehr oft, und ein neues Genus zwischen 
Coriscium und Ornix auf dem Kopf stehen wie Argyresthia) ; 
Lithocolletis noch mit keiner Art, woran vielleicht die Jahres- 
zeit Schuld sein mag; Lyonetia mit 2, Opostega mit 1, 
Bucculatrix mit 2, von denen ich die eine vom Eucalyptus 
zog, indem Raupe und geripptes Cocon denen der eui-opäischen 
Arten glichen; N^pticula 2, deren eine ich vom Eucalyptus 
zog, dazu auch Minen andrer Arten. 

Ich schliesse diesen Bericht, in welchem ich jede Er- 
wälmung der vielen neuen und sondeibaren Gattungen unter- 
lasse, indem ich nur drei chai-akteristische Eigenheiten der 
australischen Tineinen anführe. Diese bestehen 1) in dem 
verhältnissmässig sehr häufigen Vorkommen von gelben Hinter- 
flügeln; sie finden sich bei wenigstens 5 ^Jq der ganzen Gruppe, 
und zwar zerstreut ohne Unterschied durch alle Familien, 
selbst unter den sehmalflügligen Elaehistiden; man vergleiche 
mit diesem Faktum den Umstand, dass in England nur 2 unter 
ungefähr 700 vorkommen. 2) die ungewöhnliche Menge von 
dicht wolligen oder buschigen Köpfen, die es in allen Familien 
giebt, ganz besonders aber unter den Gelechiden, so dass deren 
Grenzen unangenehm erweitert werden. 3) die sehr grosse 
Zahl von Raupen, welche sich einen wirksamen Schutz ver- 
schaffen, indem sie gemeinschaftlich ein dichtes Gewebe spinnen, 
oder zähe, seidene, mit Excrementen bekleidete Gallerien 
machen, oder selbst (wie in der Gattung Cryptophasa und 
gewiss noch bei einigen kleinern Arteu) sich in Holz bohren 
und das Loch mit einer Barrikade von Seide und Unratli ver- 
schliessen. Als Grund hiervon sehe ich die tibergrosse Menge 
von Ameisen an, die in grosser Manuichfaltigkeit auf jedem 
Baum und jedem Kraut umherschweifen und, wie ich selbst 
gesehen habe, die ungeschützten Raupen tödlen. Diese 3 all- 
gemeinen Bemerkungen, die auf sicheren Thatsaehen beruhen, 
seheinen mir Aufmerksamkeit zu verdienen. oyCiOOQle 



227 

Aus einem Mejriek'schen Aufsatz in den Proeeedings of 
the Linn. Soc. of New South Wales vol. III. (1878) p. 175 
über austmlisehe Crambiden und Phyeideen ftlge ich nocii 
folgende Notiz bei: ^Zufolge der noch sehr unvollständigen 
Daten, die man bisher besitzt, schätze ich die Gesammtsumme 
der auf dem australischen Continent vorhandenen Microlepi- 
dopternarten auf reichlich 10,000, da sie die grössern Lepidop- 
tern an Zahl und Mannichfaltigkeit übertreffen^. Von vielen 
der beschriebenen Arten heisst es: in Ueberfluss, gemein, sehr 
gemein, allgemein verbreitet. 



Microlepidopteren des Rlieingaues, 

vom 
Pfarrer A* FncliS in Bornicb. 

Erster Artikel. 



Die Untersuchung des unteren Rheingaues nach Micro- 
lepidopteren hat mich mit so mancher guten Art bekannt ge- 
macht, dass der Plan gefasst wurde, dia angestellten Beobach- 
tungen, soweit sie für die Wissenschaft von Belang sind, in 
einem Verzeichnisse zu verarbeiten. Dieser Plan kommt auf 
den folgenden Blättern zur Ausftihrung. 

Eine blosse Ergänzung des bekannten trefflichen ^Ver- 
zeichnisses der Schmetterlinge des vormaligen Herzogthums 
Nassau^ von meinem Freunde Dr. Roessler in Wiesbaden 
möchte ich nicht liefern. Eine solche wörde in die Jahr- 
bücher unseres nassauischen Vereins fUr Naturkunde gehören, 
in denen 1866 auch die Koessler'sche Arbeit erschienen ist, 
nicht aber in eine allgemein gelesene entomologische Zeitschrift. 
Der Wunsch, für diese zu schreiben, legt mir die Pflicht auf, 
nur solche Arten zu besprechen und solche Mittheilungen zu 
geben, die einen grösseren Leserkreis interessiren dürften. 
Muss ich daher unter meinen Beobachtungen eine Auswahl 
treffen, so hofle ich doch, dass der Charakter nnserer Fauna 
klar erkannt werden wird. 

Dass meine Arbeit trotz alledem auf das Roessler'sche 
Verzeichniss Bezug nimmt, wird nicht missbilligt werden können, 
sondern liegt in der Natur der Sache. Um den Fortschritt 
zu veranschaulichen, welchen wir in unserer Kenntniss der 
Hheingauer Fauna seit der Veröfl'entlichung von Roessler^ 

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228 

Arbeit gemacht haben, sind diejenigen Arten, welche in dem 
Verzeichnisse meines Freundes fehlen, mit einem * bezeichnet 
Nur darf man nicht glauben, dass ihre Zahl mit meiner Auf- 
zählung erschöpft sei. Das ist keineswegs der Fall. Denn 
abgesehen davon, dass der Rheingau noch weit davon entfernt 
ist, gründlich erforscht zu sein, so habe ich auch alle ge- 
meineren Arten, deren nassauisches Bürgerrecht uns bisher 
unbekannt war, aus dem Grunde weggelassen, weil sie eben 
einen weiteren Leserkreis niclit interessiren können. Es ist 
Aussicht vorhanden, dass in diesem Sommer Roessler selbst 
tiefer, als ihm' dies von Wiesbaden aus möglich war, in die 
Erforschung des Rheingaus eingreift, und wir hoffen dann beide 
für den gleidien Zweck wirken zu können. 

Diese zugestandenen Lücken, welche in der Kenntniss 
unserer Fauna noch vorhanden sind, bringen es mit sich, dass 
nur über den gegenwärtigen Stand unserer Kenntniss be- 
richtet werden kann. Wenn nicht auf die ganze Arbeit bis 
zu einer späteren Zeit verzichtet werden sollte, so blieb nichts 
Anderes übrig, als diejenigen Arten, über die wir eine relative 
Klarheit erlangt haben, zusammenzustellen und der Zukunft 
einen zweiten Artikel vorzubehalten. Bei dieser Einrichtung 
versteht es sich von selbst, dass jedesmal das ganze Gebiet 
der Microlepidopteren durchmessen werden muss. Doch dürfte 
dieser Uebelstand, in Folge dessen die systematische Reihenfolge 
der Arten eine Störung erleidet, schon aus dem Grunde we- 
niger empfunden werden, weil ich ja doch kein vollständiges 
Verzeichniss unserer Fauna, sondern nur eine Aufzählung 
interessanter Arten aus ihr geben will. 

Als Maassstab für die Auswahl der zu besprechenden 
Arten hat mir das treffliche Werk von Heinemann's gedient. 
Da es den bisherigen Stand unserer Kenntniss der deutscheu 
Lepidopterenfauna repräsentirt, so sind in meiner Arbeit ulle 
diejenigen Arten aufgenommen worden, über welche ich Beob- 
achtungen zu verzeichnen habe, die von Heinemann's An- 
gaben über die geographische Verbreitung, Generationenzahl 
etc. hier und dort ergänzen können. Dass unter diesen Um- 
ständen von Heinemann's Buch bei jeder Art citirt werden 
musste, versteht sich von selbst. Um dem Leser die zeit- 
raubende Mühe des Nachschlagens zu ersparen, so habe ich 
da, wo es sich in der Kürze machen Hess, seine Angaben 
ausgezogen, damit sie mit den meinigen verglichen werden 
können. 

Nach diesen zur Orientirung bestimmten Vorbemerkungen, 
trete ich in die Besprechung der einzelnen Arten ein. 

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229 

1. Balis flavaiis S. V. * var. lutealis Dup. 

[Hein. 73. var. citralis H. 8. in Baden und der Schweiz. 
Hoess]. Verz. 171 (271) Flavaiis im Juni und September]. 

Bei uns ist an sonnigen, brachliegenden Feldabhängen in 
der Kähe von Hecken und auf dem Felde selbst, wo vielerlei 
niedere Pflanzen, namentlich Sedum album und luteum wuchern, 
var. lutealis gemein. Sie erseheint gewöhnlich in den ersten 
Tagen des Juni; war das Frühjahr kühl, dann wohl auch erst 
gegen Bütte des Monats. Einzelne frische Exemplare ßnden 
sich unter vielen verflogenen bis gegen Ende Juni. Im Juli 
verschwindet der Schmetterling immer mehr. 

Unter den letzten verflogenen Nachzüglern treten einzelne 
frische Flavaiis auf. Wiewohl nur selten, flng ich sie doch 
jährlich in der zweiten Hälfte des Juli, beschädigte Stücke 
auch noch im August. Bei uns liegt also die Sache so, dass 
die ersten Exemplare var. lutealis geben, die letzten da- 
gegen die Stammart Flavaiis. Eine zweite Generation, von der 
Boessler redet, wurde, obschon es bei uns warm genug ist, 
nie beobachtet. 

Dass man eine Botiden - Varietät mit demselben Namen 
Lutealis belegt, den schon eine andere Art dieses Geschlechtes 
trügt, giebt, wie ich aus Erfahrung bezeugen kann, zu Miss- 
verständnissen Anlass. Man sollte in solchen Fällen doch 
grössere Rücksicht auf die Praxis nehmen und den Grundsatz 
aufstellen, dass in demselben Genus ein Speciesname nicht auch 
noch zur Bezeichnung der Varietät von einer andern Art ver- 
wandt werden dürfe. Mag auch DuponcheFs Name der ältere 
»ein, so ist Herrieh-Schäffer's var. citralis jedenfalls der pmk- 
tisch bessere. 

2. BoHs fulvalis Hb. 

[Hein. 77. in Oesterreich, Baden und Schlesien. Roessl. 
Verz. 172 (272)]. 

Diese Art ist im ganzen Rhein- und dem unteren Lahn- 
thale bis zur Stadt Nassau verbreitet. Sie tritt gegen Ende 
Juni auf und wurde in dem kalten Sommer 1879 den ganzen 
Juli hindurch häufig aus Hecken aufgescheucht. 

*3. Margarodes umonalis Hb. 

Bei Oberursel am Fusse des Altkönigs fing ich im August 
1865 ein wohlerhaltenes $ Abends an Haideblüthe. von Heine- 
mann kennt das Vorkommen der Art in Deutschland noch nicht. 

16 OOgle 



230 

4. Crambus myiUeUus Hb. 

[Hein. 133. Selten vom Juni bis August zwischen Nadelholz. 

Roessl. Verz. 176 (276). Im Rheinthal an Bergabhängen 

selten, im Juni]. 

Diese Art ist im ganzen Rheinthale mit seinen beiden 
Seitenthälern : dem Wisper- und wohl auch dem unteren Lahn- 
thale, an sonnigen, felsigen Hügeln, wo die Raupe im Moose 
lebt, verbreitet und stellenweise nicht selten, um die Burg 
Geroldstein im Wisperthale, sowie bei Bad Schwatbach, sogar 
häufig. Bei Tage ruhen die Schmetterlinge an Felsen oder im 
daran wachsenden Gebüsch; während der Abenddämmerung 
fliegen sie lebhaft umher. In warmen Jahren tritt Mytilellus 
schon Mitte Juni auf, sonst erst gegen Ende des Monats. 
Frisch kommt er bis in die zweite Juliwoche vor. Bei Gerold- 
stein flog er, dem kälteren Klima entsprechend, 1872 etwas 
später: Mitte Juli. Durch Kinder, die ich dazu anwies, von 
den steilen Felsen aufgescheucht, auf denen sich die Burg er- 
hebt, kamen die Schmetterlinge herab in die Strassen des Dorfes 
und wurden hier mit leichter Mühe zahlreich eingefangen. 

*5. Crambus Saxonelhts Zck. 
[Hein. 127. Selten bei Jena, Leipzig und Regensburg]. 

Dieser Crambus hat eine lange Flugzeit. 1877 fing ich 
schon am 20. Juni ein verflogenes (J, in den folgenden Tagen 
auch einige frische Exemplare. Gute $ kamen bis Mitte 
August vor. 

Saxonellus ist in unseren Rheinbergen um .sonnige Hecken, 
aus denen er aufgescheucht wird, verbreitet, doch überall selten. 

*6. Euzophera dnerosella Z. 

[Hein. 194. Wien im Juni, die Raupe auf Artemisia cam- 

pestris]. 

Aus Wurzelstöcken von Artemisia absynthium, unter 
deren Rinde die Raupe lebt und sich verpuppt, erzog ich 1879 
ein von Zeller selbst bestimmtes Pärchen. Die Schmetterlinge 
erschienen, voran das (J, an zwei auf einander folgenden 
Tagen im August. 

*7. Conchylis WoKniana Schleich. 

Diese im Norden entdeckte Art erscheint bei uns mit 
Anfang Juni um Artemisia absynthium, in deren Stengeln die 

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231 

Elaope lebt, und fliegt bis tief in den Juli. Gegen Sonnen- 
untergang, von 7 Uhr an, werden die Schmetterlinge lebendig 
und dann selbst an solchen Orten aufgescheucht oder freiwillig 
iliegend getroffen, wo eine Stunde vorbei' noch kaum ein 
Stück zu bemerken war. 

Woliniana ist bei uns um Artemisia absjnthium überall 
verbreitet und häufig. An schönen Abenden flog sie 1879 in 
gancen Sehwärmen um diese Pflanze. Freilich waren die 
schnell verblassenden Schmetterlinge meistens unbrauchbar, 
und man muss, um nach der Rückkehr nicht bitter enttäuscht 
zu werden, beim Einsammeln die guten Exemplare sorgfältig 
auswählen. 

8. Conchi/Hs WilMana ßrahm (dubrisana Wlk.). 

[Hein. 79. Zephyrana Tr. in Süddeutschland. Roessl. Verz. 
192 (292) Zephyrana]. 

von Heyden hat nachgewiesen, dass der älteste Name für 
diese Art Williana Brahm ist. Nun gehören aber sowohl die 
Mainzer Exemplare — und solche müssen doch Brahm vor- 
gelegen haben — als auch unsere hiesigen zu der bisherigen 
var. dubrisana Wlk. Daher wird diese für die Zukunft zur 
Stammart erhbben und als Synonym zu Williana Brahm ge- 
z<^en, Zephyrana Tr. aber als eine Varietät von ihr abgetrennt 
werden müssen. 

Wenn auch die hiesigen Exemplare unter sich sehr ver- 
schieden sind, so zeichnen sie sich doch vor meinen Pflälzer 
Exemplaren von var. Zephyrana fast alle dadurch aus, dass 
ihre Vorderflügel ein reineres Gelb mit zwei deutlichen Binden 
haben, und dass die Hinterflügel der (J weiss sind bis auf 
den grauen Saum, dessen Ausdehnung wechselt. Doch kommen 
auch einzelne Uebergänge zu Zephyrana vor. Ein ,^ ist von 
dieser Form nicht mehr zu unterscheiden: seine Vord^erflügel 
haben dieselbe Färbung und seine Hinterflügel sind eintönig 
graubraun. 

von Heinemann hat in seiner Beschreibung alle Formen 
dieser veränderlichen A't zusammengefasst, ohne sie in be- 
stimmte Varietäten zu. zerlegen. Dass er auch Exemplare vor 
sich hatte, die unserer Williana Brahm gleich gewesen sein 
müssen, kann nicht bezweifelt werden. 

Williana fliegt bei uns, wie schon die Autoren angebeiv, 
zweimal im Jahre: von Ende April bis gegen Mitte Mai und 
von Ende Juni bis in den August. In kälteren Fi*ühjahren 
tritt die erste Generation erst im Mai auf; so flogen z. B. 



232 

1877 die ersten Slücke am 9. Mai, 1879 gar erst am 
12. Mai. 

Da die zweite Generation bei uns weit seltener ist als 
die erste, so will es mir scheinen, als ob nur der geringere 
Theil der Raupen noch in demselben Jahre zur Entwickelung 
gelange. 

Williana ist an sonnigen Abhängen des Rheinthaies ver- 
breitet und stellenweise häufig. Doch erhält man fast nur rj, 
sehr selten das wenig fliegende $. Gegen Abend lassen sieh 
die Schmetterlinge aus niederen Pflanzen aufscheuchen, sogar 
aus der hier viel gebauten Esparsette, in welcher sie sich den 
Tag über zu verbergen pflegen. Eryngium campestre, aus 
dessen Stengeln von Heyden die Schmetterlinge erzog, ist 
sicherlich nicht die einzige Nährpflanze der Raupe, da die 
Art — welche allerdings auch um Eryngium vorkommt — 
zahlreich an solchen Orten fliegt, wo diese Pflanze fehlt. 

*9. ConchyUs elongana F.-R. 
[Hein. 75. Schlesien im Juni]. 

Sie scheint bei uns am Rheine verbreitet zu sein, da ich 
sie, wiewohl selten, nicht bloss bei Bornich, sondern auch bei 
Lorch fing. Flugzeit in der zweiten Hälfte des Mai. 

Zeller schrieb mir, dass er vor mehr als 40 Jahren bei 
Glogau nach einem Gewitterregen tiber 100 Exemplare um 
Artemisia campestris gesammelt habe. Eine Artemisia-Art — 
campestris ist es nicht — wächst zwar auch an den hiesigen 
Fundstellen, nicht aber an denen bei Lorch. 

10. Conchylis mplidtana H.-S. 
[Roessl. Verz. 194 (294)]. 

Sie fliegt bestimmt zweimal im Jahre. Die erste Ge- 
neration fällt mit der von Williana zusammen, die zweite 
seltenere fällt in die zweite Woche des August. 

An warmen Abhängen verbreitet. Die Schmetterlinge 
verbergen sich bei Tage in Hecken und niederen Pflanzen, aus 
denen sie gegen Abend aufgescheucht werden können. 

*11. Penthina capreolana H.-S. 
[Hein. 102. Wien, Regensburg im Mai und Juni]. 

Bis jetzt selten. Von Anfang Juni bis in den August, 
doch wohl nur in einer Generation. 

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233 

Ich besitze von dieser Art fünf Schmetterlinge aus der 
hiesigen Gegend, die aus warmen Hecken aufflogen. Die 
beiden besten ^ wurden am 29. Juli 1878 im Rieslingberge 
g^en Abend gefangen, während ich nach der bei uns häu- 
tigen und um alle Weinbergsmauern fliegenden Tinea subtilella 
Fuchs (Ent. Ztg. 1879, 8. 341) suchte. 1877 kamen ver- 
flogene Exemplare, deren ich nur eins mitnahm, im September 
vor; 1879 wurde mir schon am 9. Juni ein nicht mehr gutes 
(J gebracht. 

12. PentMna ludvagana Z. 
[Hein. 128. Roessl. Verz. 199 (299)]. 

Auch diese Art hat bei uns zwei Generationen. Dass 
dies bei vielen Arten der Fall ist, welche sonst sicher nur 
einmal im Jahre fliegen, wird Niemanden Wunder nehmen, 
der die im Rheingau herrschende Sommerhitze aus eigener 
Empfindung kennt. Doch tritt unter dem Einflüsse dieser Hitze 
nur bei einem Theile der Raupen eine beschleunigte 
Entwickeln ng ein. Daher werden die Angehörigen solcher 
zweiten Generationen nur vereinzelt gefunden. Dass die von 
solchen Eltern abstammenden Nachkommen im nächsten Früh- 
jahr wieder gleichzeitig mit der ersten Generation 
auftreten, darüber hat mich bei Acidalia contiguaria Hb. die 
Zucht aus Eiern belehrt. 

Von Lucivagana stellt sich die erste Generation in den 
ersten warmen Maitagen ein, etwas später als Williana, mit 
der sie noch gleichzeitig und an den warmen Orten fliegt. 
Gewöhnlich (1875, 1876 und 1878) fing ich die ersten Stücke 
am 3. Mai; 1879 wegen des kalten Wetters erst am 14. Mai, 
1877 gar erst am 18., obschon ich täglich nachgesehen hatte. 
Frische Exemplare werden den ganzen Mai hindurch gefangen, 
aber immer seltener. 

Die zweite, seltenere Generation, welche zum Theil, aber 
nicht immer in kleineren Exemplaren auftritt, fliegt erst Mitte 
August. Doch mag ein Paar, das ich in dem heissen Sommer 
1875 am 23. Juni (?) und 13. Juli (beschädigtes (J) fing, 
auch schon zu ihr gehört haben. 

Lucivagana ist bei uns einer der gemeinsten Wickler. Im 
Rheingau bis nach Wiesbaden hinauf, sowie im Taunusgebirge 
durch seine ganze Ausdehnung verbreitet, fliegen die Schmetter- 
linge um alle Hecken und — bei Bornich — auf allen war- 
men Feldern, besonders gern an unseren sonnigen, mit Espar- 
settenklee bewachsenen Abhängen. Zu Oberursel ..erzoff yich 

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234 

die veränderliche Art von Heidelbeeren*, ihre Raupe iTiuss 
aber poljphag sein, da diese hier kaum wächst. 

13. GraphoUtha pupillana L. 

[Hein. 168. Schweiz, die Raupe auf Artemisien. Roessl. 

Verz. 203 (303)]. 

Einzeln, doch nicht selten von Mitte Juni — in warmen 
Jahren schon früher — bis tief in den August um Artemisia 
absynthium, an der bei uns die Raupe leben muss. 

Diese Art hat eine sehr lange Flugzeit. 1875 kam schon 
am 10. Juni ein beschädigtes ^ vor, ein friches ? noch am 
10. August. 1878 flogen die ersten Exemplare am 17. Juni, 
die letzten zum Theil frischen am 27. August. Unter diesen 
Umständen könnte man an eine doppelte Generation denken, 
wenn ich nicht während der angegebenen Zeit allwöchent- 
lich frische Exemplare gefunden hätte. Daher rouss ein 
solcher Gedanke aufgegeben werden. 

Pupillana ist mit der bei uns feldpolizeilich geschützten 
Artemisia absynthium in unseren Rheinbergen auf warmen, 
brachliegenden Aeckern verbreitet. 

Da durch meine Beobachtungen das rheinische Bürger- 
recht für Pupillana sicher gestellt ist, so kann das eine, vor 
langen Jahren bei Wiesbaden gefangene Stück, welches, da 
es ohne Bundesgenossen blieb, Itoesslern noch nicht veranlassen 
konnte, die Art als eine nassauische anzusehen und in seinem 
Verzeichnisse als solche in fortlaufender Reihenfolge aufzuführen, 
doch nicht so weit vom Winde hergeweht gewesen sein, wie 
Roessler vermuthet. 

14. Phthorobla^tis plumbatana Z. 
[Hein. 198. Roessl. Verz. 212 (312)]. 

Mit Costipunctana Hw. erzog ich sie einmal aus Eichen- 
gallen, die ich nach der Ueberwinterung im März eingesammelt 
hatte. An demselben warmen W^aldsaume, welcher mir die 
Gallen geliefert, waren später auch die Schmetterlinge einzeln 
vorhanden. 

15. Steganoptycha pauperana Dup. 

[Hein. 209, ohne Angabe der geographischen Verbreitung. 

Roessl. Verz. 207 (307), ein einzelnes $ bei Frauenstein den 

23. April 1864]. 

Sie ist bei uns überall um Rosenhecken verbreitet und 
nicht selten, über nie in Gärion. Die Flugzeit beginnt bei 

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235 

warmer Wilterung schon vor Mitte April und dauert bis gegen 
Ende des Monats. 1878 fing ich das erste frische $ schon 
am Abende des 5. April, während ich beim Schein einer 
kleinen Blendlaterne die Schlehenhecken des Rieslingberges, 
zwischen denen Rosa canina wächst, nach Bapta pictaria ab- 
suchte, welche um diese Zeit nach Art der Tagfalter mit er- 
hobenen und zusammengeschlagenen Flügeln Abends an den 
Zweigen sitzt. Verflogene Pauperana $ kommen noch Anfangs 
Mai vor. 

Pauperana fliegt bei Sonnenschein Morgens zwischen 7 
und 8 Uhr freiwillig um Rosenbüsche; sonst kann sie nur 
gegen 6 Uhr Abends aufgescheucht werden. An besonders 
warmen Abenden schwärmen die Schmetterlinge um diese Zeit 
wohl auch freiwillig umher. Reine (J sind selten; gewöhnlich 
scheucht man nur $ auf, die sich in den Rosenbüschen auf- 
halten, um ihre Eier zu legen. 

*16. Phoxopteris comptana Frl. 

[Hein. 225. Süd- und Mitteldeutschland, im April und Mai 

selten]. 

Comptana gehört zu den Arten, die bei uns zwei Ge- 
nerationen haben. Um den 20. April tritt die erste auf; Ende 
des Monats sind die Schnrietterlinge schon abgeflogen. Nur in 
kalten Jahren finden sich noch im Mai frische Stücke, z. B. 
den 14. Mai 1879. 

Die zweite Generalion fing ich 1879 mehrmals in der 
zweiten Woche des August. Da der ganze Sommer kalt war, 
K) ist anzunehmen, dass sie in warmen Jahren noch weniger 
fehlen und wohl auch früher erscheinen wird. 

Ck)mptana ist in unseren Rheinbergen an warmen, kräuter- 
reiehen Abhängen verbreitet, ohne selten zu sein. 

*17. AteHotum kimgariceilum Z. 

Diese Art ist im Rheingau ebenfalls an warmen, felsigen 
Orten verbreitet und wird, wenn auch nur einzeln, so doch 
nicht selten gefangen. In dem warmen Sommer 1875 erhielt 
ich das erste frische (J schon am 4. Juni, 1876 erst am 19. 
Juni. Die Flugzeit der $ dauert bis Mitte August. Da ich 
aber während dieser langen Zeit die Schmetterlinge allwöchent- 
lich fand, so ist an eine doppelte Generation nicht zu denken. 
Bei Tage verbergen sie sich im Moos und in niederen Pflanzen, 
dicht über der Erde; erst gegen Abend kommen sie hervor. 

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236 

Möglicherweise lebt die Raupe im Moose oder an Genista, die 
an allen hiesigen Fundorten reichlieh wächst. 

Hungaricellum wurde in Deutschland bisher noch nfeht 
gefunden. 

*18. Tinea pustulatella Z. 
[Hein. Tin. 50, in Baden]. 

Zu dem Ent. Zeit. 1879, S. 340 erwähnten bis jetzt 
einzigen Stück ting ich am 25. Juli 1879 ein zweites frisches, 
welches unter Tinea muricolella Fuchs flog. Da sich weder 
in der Zeichnung, noch in der Flügelgestalt Üebergänge finden, 
so halte ich die Artrechte für Muricolella für gesichert. 

*19. Tinea anffusiipennis H.-S. 
[Hein. Tin. 52. Bei Breslau und München im Mai]. 

Bis jetzt sehr selten. 

Mein einzelnes frisches $ sass Ende Juli 1879 während 
der Abenddämmerung an einer alten Weinbergsmauer, die ich 
um diese Jahreszeit cjjlabendlich nach Tineen abzusuchen pflege. 
Vergleicht man von Heinemann's Angabe über die Flugzeit 
mit meiner Beobachtung, so möchte man eine doppelte Ge- 
neration, die auch noch bei anderen Tineen stattfindet, für 
wahrscheinlich halten. Diese VermuÜmng wird dadurch ge- 
stützt, dass der Schmetterling nach Roessler's Verzeichniss 
(Nachtrag S. 305 [405]) bei OfTenbach im Juli aus Flechten 
von Zwetschenbäumen erzogen wurde. Wenn Angustipennis 
wirklich auch im Mai vorkommt, wie von Heinemann berichtet, 
so wird danach eine doppelte Flugzeit als erwiesen gelten 
müssen. 

Wie dem nun auch sei, so berechtigt das Vorkommen 
der Angustipennis bei Offen bach und Bornich jedenfalls zu der 
Annahme, dass sie noch an anderen Orten des Rhein- und 
Maingaus zu finden sein dürfte. 

*20. Sicammerdamia spiniella Hb. 

Nach Zeller's Bestimmung. 

Sie hat dieselben beiden Generationen, die auch ihre 
Verwandten haben. Verflogene Exemplare der zweiten Ge- 
neration fand ich 1879 noch am 2. September. 

Um Sehlehenhecken verl)reitet. 

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237 



*21. Plutella anmiafella Curt. 



[Hein. Tin. 118, im Juni. Roeeel. Verz. 226 (326), in der 
zweiten Hälfte des Juni bei St. Goarshausen]. 

Zur Ergänzung der Angaben, welche beide Autoren über 
die Ersebeinungszeit der Ahnulatella machen, führe ich an, 
dass ich Anuulatella am 12. August 1879 in einem frischen 
und am 10. October 1878 unter Cruciferarum in einem wohl- 
erhaltenen Exemplare ßng. Daher ist Air diese Art eine dop- 
pelte Generation ebenso gewiss wie für die gemeine Cruci- 
ferarum. Von der letzteren fing ich ein Exemplar mit deut- 
lichen Spuren der üeberwinterung am 7. April 1879. Frisch 
fliegt Cruciferarum von Mitte Mai an. 

Annulatella, für welche die Zahl der bekannten deutschen 
Fundorte immer mehr wächst, seheint im Rheingau verbreitet, 
aber selten zu sein. Roessier fund die Raupen an wildem 
Lack auf der Burg Katz bei St. Goarshausen, eine Stunde 
von hier. Da dieser bei Bornich fehlt, so müssen sich die 
Raupen in unseren Bergen von einer anderen Pflanze nähren. 

*22. Psecadia seocpunclella Hb. 
[Hein. Tin. 137]. 

Bis jetzt selten. 

Der Schmetterling ruht zuweilen an Mauern in der Nähe 
von Echium vulgare. 

Nach Anton Schmidts Beobachtungen (Vergl. Roessl. Verz. 
305 [405], im Naehtrog) findet sich Sexpunetella auch bei 
Frankfurt n. M, 

*23. Depressaria Lermgiella n. sp. 

Ich bin zweifelhaft, ob wir es hier wirklich mit einer 
guten Art, oder, wie Staudinger meint, nur mit einer Local- 
foim der englischen Umbellana Steph. zu thun haben. Der 
Umstand, dass meine beiden ziemlich gleichen Umbellana, die 
ich Zeller's Güte verdanke, eine etwas andere Flügelgestalt 
haben, als die in der Zeichnung sehr veränderlichen 
Lennigiellla, würde mich an eine gute Art denken lassen, 
wenn nicht Staudinger erklärte, dass eine der ihm zur Ansicht 
mitgetheilten Lennigiella in der Färbung und Zeichnung ganz 
a\if seine selbsterzogenen castilianischen Umbellana var. heraus- 
komme. 



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238 

Lennigiella ist beträchtlich grösser (11—13 mm. 
Vorderflügel länge gegen 9 — 10 mm. bei Umbellana) als meine 
beiden Umbellana ^$. Während diese ausserdem schmale 
und, wenn man die Wurzelgegend ausser Betracht lässt, gleich 
breite Vorderflügel haben, sind sie bei Lennigiella breiter 
und saumwärts etwas erweitert. 

Sowohl in der Grundfarbe, als in der Anlage der Zeich- 
nung stimmen beide Arten überein. Aber während die eng- 
lische Umbellana ein fast gleiches Aussehen bewahrt, ist 
Lennigiella sehr veränderlich. 

Ihre Vorderflügel sind ganz wie diejenigen der Umbellana 
geförbt: bleich lehmgelblich grau. Im Flügeldrittel steht über 
der Falte ein schwarzer Punkt und schräg davor, ein wenig 
aufwärts nach dem Vorderrande zu, bisweilen ein feiner, 
der ebenfalls schwarz ist. Die — bei Umbellana immer scharf 
dunkeln — Adern sind so wenig angedeutet, dass die Schmetter- 
linge viel bleicher erscheinen. Nur das oben erwähnte $, 
welches Staudinger zur Beurtheilung hatte, besitzt graubraune 
Rippen, die aber keineswegs so scharf und dunkel sind wie 
bei Umbellana. 

Bei einem (^ von Lennigiella wird die bleiche, lehm- 
gelbliche Grundfarbe grösstentheils durch eine graue Bestäubung 
zugedeckt. Nur zwischen den Rippen leuchten einzelne schmale 
Streifen der Grundfarbe hervor; eine grössere lichte Stelle liegt 
unterhalb der Falte. Ein $ hat diese Bestäubung noch dichter 
und gleichmässiger und so dunkel, dass es ein schwärzliches 
Aussehen gewinnt. 

Diese Veränderlichkeit der Lennigiella zeigt sich ferner 
darin, dass die schwarzen Saumpunkte der Vorderflügel zu- 
weilen kaum angedeutet, in andern Fällen aber so stark ent- 
wickelt sind, dass sie, wie bei dem schwarzen ?, eine zusammen- 
hängende Linie zu bilden scheinen. 

Ich entdeckte Lennigiella in den südwestlichen Abhängen 
des Lennig schon am 28. September 187G, an demselben Tage, 
an welchem ich auch die Raupe von Pellonia calabraria Z. 
auf Sarothamnus scoparius entdeckte. Beim Suchen nach ihr 
wurde ein schönes ^ aufgescheucht und mit vieler Mühe in 
den unwirthlichen Klippen eingefangen. Aber erst im Herbste 
1879 gelang es Herrn Tetens, die Schmetterlinge in Anzahl 
zusammenzubringen. Das erste frische Stück flog nicht weit 
von der Stelle, wo ich 1876 mein bisher einziges Exemplar 
gefangen hatte, gegen Abend zufällig auf. Es sollte noch 
manche Nachfolgerin haben. Denn von da an erschienen die 
Schmetterlinge einzeln, doch nicht gerade selten. Nachts an 
Haideblüte, an der sie saugend sassen. r^^^^T^ 

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239 

Stoudinger hat seine casiilianischen ümbellana var. von 
Genista enx>gen. Da sich zwischen den I^iippen des Lennig 
überall Sarotbamnus scoparius dem Auge darstellfc, so li^t die 
Vermnihung nahe, dass die Lennigiella- Raupe auf diesem 
Strauche leben werde. 

*24. Depressaria rolundella (nodiflorella Mill.). 

[Hein. Tin. 164. Bei Trier im September. Raupe an den 
Blüthen von Eehium vulgare etc.]. 

Diese Art kam als Seltenheit 1877 schon früh im Juli 
vor; dann am 15. August 1879 während der Abenddämmerung. 

Ueberwintevte, aber noch schöne Exemplare erhielt ich 
mehrmals Anfangs April beim abendhchen Pieiariafang. Zwei 
verschossene Exemplare flogen noch am 1. Mai 1878 Mittags 
im Sonnenscheine umher. 

In Mehrzahl werden wir die Schmetterlinge wohl erst 
dann erhalten, wenn es gelungen sein wird, ihre Raupen auf- 
zufinden. Im Mai 1879 klopHe ich ein 5, von dem es mir 
schien, als wolle es Eier legen, aus Büschen von Artemisia 
abBjnthium in den Schirm. Doch fand ich an dieser Pflanze 
nur die Raupen der folgenden Art. 

Eppelsheim hat Rotundella neuerdings auch in der Pfalz 
entdeckt. 

*25. Depressaria absynikieUa H.-S. 
[Hein. Tin. 182, bei Regensburg]. 

Die Raupen dieser Ait sind im Juni an Artemisia absj-n- 
Ihium gemein. 1878 waren sie schon Mitte dieses Monats 
erwacijsen, 1879 dagegen um diese Zeit noch klein. Ende 
Juni eingesammelt, verpuppten sie sich nach 8 — 10 Tagen. 
Täglich erschienen von Ende Juli an die SchmeUerlinge. Dass 
diese in wärmeren Sommern schon früher auftreten, ist ge- 
wiss; denn 1878 fing ich am 6. Juli 2 frische (J während 
der Abenddämmerung. 

Absjnthiella dürfte bei uns eine gleiche Verbreitung mit 
der Nuhrungspflanze ihrer Raupe haben. 

""26. Gelechia muUnella Z. 
[Hein. Tin. 214]. 

Sie ist im Rheingau überall um Sarotbamnus scoparius 
verbreitet und gemein. Ihre P'lugzeit beginnt gegen Mitte Au- 

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240 

gu8t und dauert bis in den September. Geflogene, aber noch 
ziemlieh gut erhaltene $ ßng ich zahlreich noch am 28. Sep- 
tember 1876. Doch mus8 man, um sie ganz frisch zu er- 
halten, die Art schon Mitte August suehen. 

Unter gewöhnlich gefärbten finden sich nicht selten Stücke 
mit fast zeichnungslosen, schwärzlieh rauchbraunen Vorder- 
flügeln. 

27. Oelechia interruptella Hb. 
[Hein. Tin. 215. Roessl. Verz. 238 (338). Mitte Mai sehr selten]. 

Gleich der vorigen ist sie im ganzen Rheingau um Saro- 
thamnus scoparias verbreitet und nicht selten, stellenweise 
sogar häufig. Je nach der Wärme des Frühlings beginnt die 
Flugzeit schon Anfangs Mai oder auch später. So z. B. er- 
hielt ich 187Ö das erste frische <^ schon am 1. Mai. 1879 
kamen die ersten Stücke 8 Tage später vor, die letzten guten 
den 16. Mai. Von da an war Interruptella häufig, aber 
immer verflogen. 

*28. Gelechia rosalbelia Fol. 
[Hein. Tin. 225, ein ^ bei Bingen von Speyer am 13. Juli 

gefangen]. 

Von zwei Stücken, die ich den 12. August 1879 am 
westlichen Abhänge des Lennig, Oberwesel gegenüber, wäh- 
rend der Dämmerung an einer Mauer vorüber fliegen sah, fing 
ich nur das eine, ein prächtiges ^J. Nimmt man von Heine- 
mann's Angabe über das Vorkommen bei Bingen dazu, so ist 
eine grössere Verbreitung im Rheinthale wahrscheinlich. Wir 
hofl'en, Rosalbella für die Zukunft öfter zu finden. 

29. Lita horticolella Roessl. 
[Hein. Tin. 249. Roessl. Verz. 240 (340)]. 

Im Mai 1878 ruhten in meinem Hausgarten am Spaliere 
eines Weinstockes in kleinen Gespinnsten mehrere Püppchen, 
die ich für diejenigen von Conchylis ambiguella hielt. Nach 
einigen Tagen erschien aus dem einen Püppchen die oben 
bezeichnete Art, die übrigen vertrockneten. 

Roessler entdeckte Horticolella in seinem Gerten, wo sich 
ebenfalls ein Weinstock befindet. Sollte davon vielleicht die 
Raupe leben? 

üebrigens beweist das hiesige Vorkommen, dass die Art 
im Rheingau verbreitet ist. 

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241 

*30. Uta mningereiJa H.-S. 
LHein. Tin. 268. Bei Wien im August]. 

Diese Art fliegt zum ersten Male vom 10. — 20. Juni in 
den schwer zugänglichen Felsklippen des Odinsnack. , 

Der Odinsnack, offenbar die Stätte heidnischer Götter- 
verehrung, ist ein etwa 1000' langer und an seiner Basis 
3—400' breiter, 170—80' hoher Felsenrücken, 10 Minuten 
vom Dorfe entfernt, welcher sich nach zwei Seiten ziemlich 
steil aufsteigend, aus dem Odinsthale erhebt. Gerichtet ist er 
von Osten nach Westen. Die steilsten Klippen, zwischen denen 
man sich mühsam einen Weg suchen muss, befinden sich am 
westlichen Abhänge. 

Dort sitzen die Schmetterlinge während der Abend- 
dämmerung auf einem kurzen und dichten dunkelbraunen 
Moose, welches die Klippen in grossen Flecken überzieht und 
ohne Zweifel ihre Raupen ernährt. An kühlen Abenden kann 
man sie mit den kleinen Glaskästchen, in welche wir die ge- 
fangenen Schmetterlinge einsetzen, ohne Anwendung des Netzes 
leicht bedecken. Aber sie fliegen auch bei warmem Wetter 
um die KHppen und müssen dann eingefangen werden. Dass 
sie sich den Tag über in dem beschriebenen Moose verbergen, 
halte ich für ausgemacht. 

Da von Heinemann für die Wiener Gegend den August 
als Flugzeit angiebt, so fauchte die Vermuthung einer doppelten 
Generation in mir auf und ich sah am 14. August 1879 am 
Fundorte nach, um die Sache in's Reine zu stellen. Wirklich 
wurden an diesem und den folgenden Abenden viele frische 
Stücke gesammeit, ein verflogenes $ noch im September. 
Dadurch ist eine doppelte Generation erwiesen, die auch für 
die Wiener Gegend nicht bezweifelt werden kann. 

Kiningerella ist am Flugplatze häufig. Der Odinsnack 
bietet solchen Arten, deren Raupen im Moose der Felsen 
leben, aber auch die denkbar günstigsten Lebensbedingungen. 
Dass er für Kiningerella der einzige Fundort im Rheingau 
sein sollte, ist um so weniger glaublich, als Herr Tetens ein 
Exemplar auch von einer anderen Stelle mitbrachte. Doch 
möchte es kaum eine zweite geben, wo sie so häufig ist. 

*31. IMa leucomeianeila Z. 
[Hein. Tin. 270. Bei Glogau]. 

Ein von Zeller bestimmtes Exemplar wurde im Juli 1875 
;en. Wie es scheint, selten. ^ i 

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32. Anacampsis remissefla Z. 

[Hein. TIn. 314, bei Regeusburg und Wiesbaden. Roesfl. 
Ver/i. 244 (344), bei Biebrich und^ Mombacli], 

Anfangs 'Juni an steilen, felsigen Orten des RiieiaguDS 
verbreitet, aber selten. 

*33. Sophronia sicarieila Z. 
[Hein. Tin. 346]. 

Diese schöne Art wurde 1878 schon am 20. Juni, 80Q.^t 
in der ersten Hälfte des Juli gegen Abend nicht selten ait 
solchen warm gelegenen Hecken aufgescheucht, in deren Näb^ 
viel Artemisia absjnthium wächst. Dass daran ihre Raupe 
lebt, bezweifle ich nicht. 

*34. Aplota KademeUa H.-S. 
[Hein. Tin. 358. Am Bpitzberge in Schlesien]. 

Ich besitze aus der hiesigen Gegend 3 £xemplare, dk 
in der zweiten Hälfte des Juni, z. B. den 17. Juni 1876, 
während der Dämmerung, an solchen Mauern gefangen wurden 
wo ich nach Tinea nigripunctella und ihren Verwandten suchte. 

*35. Leäthocera liUicomelia Z. 
[Hein. Tin. 361. Bei Wien, Laibach und in Baden]. 

Zwei schöne Exemplare fing ich Mitte August 187^ 
gegen Abend um Sarothamnus scoparius im Lennig. 1879 
kam ein frisches Stück an derselben Stelle den 1 . Septbr. vor. 

Diese Art dürfte im unteren Rheingau verbreitet, wenn 
auch selten sein. 

36. Oecophora fuscescens Hw. 

[Hein. Tin. 378. Bei Regensburg und Braunschweig im Jnll. 
Roessl. Verz. 252 (352). Nur einmal im Juli]. 

Sie ist in unseren Rheinbergen um warme Hecken ver- 
breitet und stellenweise fast häufig, z. B. am westlichen Ab- 
hänge des Lennig, wo die leicht zu übersehenden Schmetter- 
linge während der Abenddämmerung um das dort wachsende 
Gebüsch — in der Nähe alter, verfallener Mauern — ü\egen 
Die Flugzeit dauert lang: von Mitte Juli an 4 — 5 Wochen 

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243 

1879 erhielt ich die ersten frischen Stücke nicht vor dem 8. 
August, die letzten guten noch Anfangs September. 

Zeller scheint mir Recht zu haben, wenn er Luridico- 
mella H.-S. von Fuseescens nicht trennen will. 

37. Oegoconia quadripuncta Hw. 

[Hein. Tin. 385. Wien, Regensburg, Braunschweig. Roessl. 
Verz. 252 (352). Nach unsicheren Angaben sehr selten]. 

Im Rheingau verbreitet. 

Wenn auch selten, so finde ich doch jährlich einige 
Schmetterlinge. Diese sitzen Abends an warm gelegenen 
Mauern, in deren Löchern sie sich vielleicht den Tag über 
verborgen hielten, nahe bei Gebüsch. 

38. Oiyphipieryx equitella Scop. 
[Hein. Tin. 398. Roessl. Verz. 256 (356)]. 

Schon Roessler kennt die von Heinemann nicht erwähnte 
zweite, seltenere und zum Theil kleinere Generation, welche 
von Mitte August (z. B, den 21. August 1878) bis in den 
September (z. B. 1. September 1879) fliegt, während sich die 
erste vor Ende Mai (28. Mai 1879) einstellt und im Juni am 
häufigsten ist. 

Equitella fliegt im ganzen Rheingau an all den Mauern, 
Felsen and Abhängen, wo Sedum album — die Nahrungs- 
pflanze ihrer Raupe — wuchert. 

39. Lavema ppopinqueila St. 

[Hein. Tin. 418, in den Alpen im Juli. Roessl. Verz. 274 

(374). Zweimal Mitte Juli 1861 und 1869 am Ufer eines 

Baches bei Dotzheim]. 

Der Nachweis Roessler's, dass diese seltene Art unserer 
nassauischen Fauna angehört, ist in dem letzten Bande des 
von Heinemann'schen Buches nicht verwerthet worden. Da 
Propinquella im JuH 1879 auch bei Bornich vorkam, so ist 
anzunehmen, dass sie von Wiesbaden abwärts im Rheingau 
eine grössere Verbreitung hat, als bisher bekannt war. 

*40. Butalis gemstella Snellen. 

Meine hiesigen Exemplare stimmen genau mit den 6 
überein, die unter diesem Namen in Roessler's Sammlung stecken 
und von dem Autor selbst herrühren. ^ , 

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244 

Genistella ist an unseren warmen Gebirgsabhängen um 
Genisia pilosa und Cytisus sagittalis, auch um Sarotliamnas 
scoparius verbreitet und kann, wenn man sich Mühe giebt, io 
Mehrzahl zu8ammengebi*acht werden. Ihre Flugzeit beginnt 
Mitte Juni. 

*41. Butalis parvella H.-S. 
[Hein. Tin. 453. Noch wenig beobachtet]. 

Ich fing im August 1876 gegen Abend ein Paar in 
copula. 

42. Butuüs (Ussimlella H.-S. 

[Hein. Tin. 459. Frankfurt a. M. und Regensburg. 
Roessl. Verz. 254 (354)]. 

Diese Art ist im ganzen Rheingau um Helianthemum 
vulgare verbreitet und gemein. Wenn Roessier sagt, sie fliege 
vom letzten Drittel des Juni bis Mitte Juli, so giebt er nach 
meinen Beobachtungen die Erscheinungszeit zu früh an. Dis- 
similella trat 1878 nicht vor Anfangs August auf. 1879 er- 
hielt ich die ersten frischen Stücke gar erst am 9. August 
In dem zuletzt genannten Jahre flog sie bis in den September. 

Unter den hiesigen Stücken finden sich nicht selten solche, 
die heller sind als gewöhnlich. Bei ihnen gewinnt die weis$- 
liche (besser hellgraue) Einmischung eine solche Ausdehnung, 
dass sie fast den ganzen VorderflUgel beherrscht und die Grund- 
farbe zu bilden scheint. 

'''43. Coieophora badüpenneUa Dup. 

[Hein. Tin. 535. Roessl. Verz. 308 (408 im Nachtrag), 
bei Fi'ankfurt a. M., die Raupe auf Schlehen]. 

Im Mai 1879 fand ich zahlreiche ^äcke an den Stämmen 
zweier mittelgrossen Kirschbäume, die nahe zusammenstanden. 
Täglich konnten einige frisch angesponnene Säcke, deren Be- 
wohner inzwischen von den Bäumen herabgekommen waren, 
abgenommen werden. Die Schmetterlinge, welche auch uro 
Schlehenhecken gefangen wurden, erschienen im Juli. 

44. Coieophora mgricella Steph. 
[Hein. Tin. 545. Roessl. Verz. 265 (356)]. 

Ihre Säcke ändern nach der Nahrungspflanze so stark ab. 
dass ich die an Prunus mahaleb gefundenen zuerst für eine 

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245 

verschiedene Art hielt. Sie sind strohgelb mit bräunlichem 
AnÜuge. Die Kückenkante ist fein und un regelmässig 
gezähnt. Aber die aus ihnen erzogenen Schmetterlinge sind 
sichere Nigricella. 

Einen ganz gleichen Sack fand ich in meinem Hausgärten 
am Stamme eines Zwetschenbaumes. Ich nahm das Stück- 
chen Rinde, auf dem der Sack sass, vorsichtig mit einem 
Messer ab und brachte ihn in ein Glas/ Nach einigen Tagen 
sah ich ihn an den Wänden umherkriechen. Bald verliess 
(Jas Räupehen seine Behausung und spazierte ohne dieselbe 
umher. Da es zur Rückkehr in sein Haus nicht zu bewegen 
war, so legte ich ihm frische Zwetschenblätter vor, aus denen 
es sich einen neuen Sack verfertigte, welcher den an Schlehen 
lebenden gleich sah. 

An den Stämmen von Kernobsl bäumen fand ich nicht 
selten dunkelbraune Säcke, welche ganz oder zur Hälfte mit 
feinen Härchen besetzt waren. 

Säcke von Crataegus sind schwärzlich braun, ganz glatt 
und länger als gewöhnlich. 

45. Coleophora paripemelia Z. 
[Hein. Tin. 545. Roessl. Verz. 265 (365)]. 

Der Sack findet sich im Mai nicht selten an den Stämmen 
der Kirschbäume; doch lebt er auch auf Zwetschen in mdnem 
Garten. Die Schmetterlinge erschienen 1878 zu Ende Mai, 
1879 wegen des kalten Frühjahres erst im Juni. 

*46. Coleophora conspicuelia Z. 

[Hein. Tin. 577. Sack an Centaurea nigra und 
Scabiosa jacea]. 

Die Raupe lebt bei uns an Ohrysocoma linosyris. Ge- 
wöhnlich ist der Sack fast gerade ; ich habe aber auch solche, 
die am Ende stark nach unten gebogen sind. 

Conspicuelia hat im unteren Rheingau eine gleiche Ver- 
breitung mit der Nahrungspflanze ihrer Raupe. Wo diese 
wächst, findet sich der Sack einzeln, doch nicht selten, im 
Hai und Juni. 

Die Schmetterlinge schlüpften 1879 vom 6. — 21. August 
aw. Im Freien hörte schon Mitte dieses Monats die Flug- 
zeit auf. 

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246 

47. Coleophora aariceffa Fabr. 
[Hein. Tin. 585. Wenig verbreitet. Roessl. Verz. 267 (367)]. 

Die Raupe lebt bei uns geselischuftlich an Stachys redt, 
so da88 man immer viele Säcke zusammen findet. 

Roessler's Angabe, dass der Scbmetterling schon ADfuagf 
Juni auskrieche, stimmt nicht zu meinen Beobachtungen, nach 
denen er erst im JuH fliegt. 1879 erschienen die Schmetter- 
linge in langer Reihenfolge vom 13. Juli bis zum 5. Septbr. 
M(%en nun auch die Spätlinge darunter dem kalten Somoier 
zur Last fallen, so sammelte ich doch auch 1878 die nocii 
Futter nehmenden Raupen nicht vor Anfangs Juni ein und 
erhielt die Schmetterlinge im Juli. 

Auricella ist bei uns an warmen Abhängen verbreitet. 

*48. Coleophora comjzae Z. 

[Hein. Tin. 588. Bei WoIfenbUttel und Jena auf iroekenein 

Kalkboden]. 

Sie hat im Rheingau eine gleiche Verbreitung mit der 
Nahrungspflanze ihrer Raupe, Conyzn squarrosa, an welcher 
sich die Säcke im Juni einzeln flnden, gewöhnlich an deü 
unteren Blättern. Zur Verpuppung begeben sie sich gerne an 
den Stengel. 1879 erschienen die Schmetterlinge im Juli, 
nach langer Unterbrechung ein weiblicher NachzC^ler sogar 
noch am 21. August. 

Dass Kalkboden flir das Fortkommen der Art keine noth- 
wendige Lebensbedingung bildet, erkennt man daraus, da^« 
Conyzae auch die sonnigen Abhänge des rheinischen Schiefer- 
gebirges bewohnt. 

49. Coleophora onosmelfa Brahm. 
[Hein. Tin. 588. Roessl. Verz. 270 (370)]. 

Den langen Speisezettel der Raupe kann ich noch durch 
die Angabe bereichern, dass sie bei \ins gern, wenn auch nicht 
ausschliesslich, an Artemisia absjnthium lebt. 

*50. Coleophora aarothamm Roessl. 
[Eut. Ztg. 1877. 77]. 

Sie ist im unteren Rheingau verbreitet und nicht selten. 
Die SäcJie pflege ich von Mitte Mai bis in don Juni einzu 
sammeln. Schon Ende dieses Monats schlüpfen die ersten 

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247 

Schmetterlinge aus. So geht es fort bis Mitte Juh'. 1879 
währte die Krscheinungszeit vom 4. Juli bis in den August. 

Uebrigens gehört Sarothamoi keineswegs dem Rheingau 
ausschliesslich an. Denn einen verlassenen Sack fand Roessler 
duf einem AusBuge in den Odenwald. Danach ist eine grös- 
sere Verbreitung anzunehmen. 

*5l. Coleophora Knosyridella Fuchs. 
Ent. Ztg. 1880, S. 113 u. 114, 

Der Sack dieser Art ist oben nicht platt, wie S. 114, 
Z. 8 von oben, angegeben ist, sondern glatt im Gegensätze 
zu der mit feinen Längslinien versehenen Bauchseite. 

Ausser dem fehlenden gegabelten KUckenkiele unterscheidet 
er sieh von dem Sack der Olivaceella noch durch den schwä- 
cheren Kiel der Bauchseite""). 

*52. Coleophora absynthü Wocke. 
[Hein. Tin. 602]. 

Ein von WoCke bestimmtes Pärchen fing ich im Juli 1878 
um Artemisia absjnthium. 

Dass diese auf der Insel Wollin entdeckte Art. auch im 
Rheingau vorkommt, ist nach dem Auffinden der Conohjlis 
Woliniana so wenig zu verwundern, dass man sich eher Über 
das Gegentheil wundern mUsste. Wenn sie aber selten zu 
sein scheint, so weiss ich mir dies nicht anders als durch die 
hier zu Lande bestehende Gewohnheit zu erklären, die Wermuth- 
bflsche im Spätsommer abzuschneiden, um sie als Heilmittel 
bei Krankheiten der Hausthiere zu verwenden. Das schadet 
besonders denjenigen Raupen , welche, wie Coleophora ab- 
synthü, von den Samen leben, weniger den sich von Blättern 
uährenden. Denn der untere Theil der Büsche bleibt stehen. 
Oar nicht werden jene Raupen belästigt, welche im unteren 
Theile des Stengels leben. Daher kann Woliniana gemein 
sein, während Absynthü selten ist. 



*) Bei dieser Gelegeaheit mögen hier einige minder bedeutende 
Druckfehler meiues Aidisatzes: „Ergebnisae des Lepidopterenfaugeä 
an Haideblüte" S. 88 ff. berichtigt werden. In der Einleitung muss 
es S. 89 Z. 22 von oben heisseii: deren nassauisclies Bürgerrcclit 
schon früher feststand (statt bestand). S. 90 Z. 12 von unten ist 
«in frisches (J zu lesen, statt ein solclies (J. 

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J 



248 

*53. Oraälaria FViberge^tsis Fritzsche. 
[Hein. Tin. 619. Bei Fieiberg und in Baiern]. 

Sie war 1878 am westlichen Waldsaume des Lennig 
häußg, wo die Schmetterlinge gegen Ende September aus den 
Aesten mittelgrosser Hainbuchen, seltener auch der Buclien 
aufgescheucht wurden. Acer pseudo-platanus, woran die Raupe 
leben soll, scheint mir in der Nähe nicht zu wachsen. 

Einen Schmetterling mit deutlichen Spuren der üeber- 
winterung fing ich noch Anfangs Juni 1879. Im letzten Herbste 
stellten sich die ersten Stücke schon den 12. September ein. 

54. Oracilaria Hmoselfa Z. 

[Hein. Tin. 624. Wien, Regensburg, Zürich. 
Roessl. Verz. 261 (361). Bei Mombach]. 

Zwei Exemplare der ersten Generation, ein frisches und 
ein abgeflogenes, fing ich den 20. Mai 1879 am südlichen 
Abhänge des Lennig. 

*55. lAthocolleHs scopariella Z. 
[Hein. Tin. 674]. 

Sie ist im Rheingau um Sarothamnus scoparius verbreitet, 
doch nicht häufig. Die Schmetterlinge fliegen Ende Mai und 
im Juni. 

*56. lAthocolletis qwnquegutteUa Stt. 
[Hein. Tin. 684. Bei Braunschweig und Hannover]. 
Ein frisches $ im August 1878. 

*57. Alucita desmoduttyla Z. 
[Hein. Tin. 812. Bei Wien, Regensburg und Zürich]. 

Sie ist in unseren Rheinbergen verbreitet und in manchen 
Jahren, z. B. 1878, nicht selten. 

üeberwintert« ? fing ich noch im Mai. Die frischen 
Falter kommen im Juli aus warmen Hecken hervor. 

Die Raupe mag bei uns an einer rothbUlhenden Stachys 
leben, welche auf brachliegendem Weinlande reichlich wächst. 



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249 



Vereins- Angelegenheiten. 



In der Sitzung am 26. Februar wurde den Anwesenden 
mitgetheilt, dass die Annerican Aeademy of Arte and Sciencen 
in Boston (Mass.) am 26. Mai d. J. ihr hundertjähriges Be- 
stehen feiert und dazu einen oder mehrere Delegaten unsers 
Vereins gastlich eingeladen hat. Der Unterzeichnete wurde 
beauftragt, der Akademie die Glückwünsche des Vereins Vor- 
standes zu Obersenden. 

Herr Hans Simon in Stuttgart meldet seinen Austritt aus 
dem Vereine an. 

Als neues Mitglied wurde aufgenommen: 

Herr Kaufmann Reuter in Nössibä (Madagascar). 

* ♦ 

* 

Die Sitzung am 25. März musste leider mit der Trauer- 
kande eröffnet werden, dass wir einen doppelten Verlust zu 
beklagen haben. Am 3. März starb in Wiesbaden der Prof. 
Dr. G. L. Kirschbaum, Inspector des naturhist. Museuros, 
den deutschen Entomologen rühmlich bekannt durch die mehr- 
jährige Redaction der Jahrbücher des Nassauischen Vereins 
für Naturkunde. Am 22. März verlor der 'Verein sein Ehren- 
mitglied, Herrn Dr. Snellen van Vollenhoven im Haag. 
Seine Verdienste um unsre Wissenschaft kennt die ganze 
Welt — hier mag es genügen, daran zu erinnern, dass er 
(was heutzutage schon zu den Seltenheiten gehört) in mehr 
als einer Provinz unsers ungeheuren Reiches gründlich Bescheid 
wusste, dass er ein vortrefBicher Zeichner war, und dass ihm 
nicht bloss die ernste, wiseenschafl.liche Feder zu Gebot stand, 
sondern auch die liebenswürdig humoristische. Der Unter* 
zeichnete, dem es vergönnt gewesen ist, die anfangs bloss 
entomologische Bekanntschaft durch mehrfache Besuche in 
Leyden, während der Jahre, in welchen der Verewigte die 
dortige Insecten- Abtheilung des Reichs -Museums leitete, zu 
freundschaftlichem, brieflich dauernd fortgesetztem Verkehre 
gesteigert zu sehen, darf mit Bestimmtheit erwarten, dass in 
der .niederländischen Tydsknft ein ausftlhrlicher Nekrolog des 
Verblichnen erscheinen wird, und behält sich vor, denselben 
auch unsern Lesern mitzutheilen. 

Wenn auch nicht Mitglied unsers Vereines, war doch der 
alte würdige Schmidt in Flottbeck (bei Hamburg) als eifnger 

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250 

Curculionen- Sammler vielen deutschen Coleopterophilen per- 
sönlich bekannt, namentlich denen, welche der letzten Natur- 
forscherversamnilung in Hamburg beigewohnt haben. Auch 
er ist aus der Reihe geschieden. 

Als neue Mitglieder wurden in den Verein aufgenommen : 
Herr Seminarlehrer Hetschko i. Bielitz (östr. Schles.), 
^ Lehrer E. A. Hud^k in GöUnitz (Ungarn, Zizs), 
y, Lithograph F. Thurau in Berlin. 

Dr. C. A. Dohrn. 



Spicilegia Liimaeana 

von 



Die schwierigen, aber unvermeidlichen Probleme von Raum 
und Zeit 5 mit welchen sich jeder Mensch, folglicb auch jede 
Redaction unausgesetzt herumbalgen muss — (manche unge- 
duldige Verfasser schätzbarer Artikel beachten das nicht mit 
der wünschbareh Billigkeit) — Hessen es mich bald genug 
erkennen, dass meine im dreissigsten Jahrgang (1869) dieser 
Zeitung begonnenen Linnaeana nicht in der Weise behandelt 
und erledigt werden konnten, wie ich es urspi-Onglich beab- 
sichtigte. Theils hatte icb die räumliche Ausdehnung des 
aus den ^Egenhandiga Ant«ckningar^ Mitzutheiienden unter- 
schätzt, theils nahmen andre Artikel von wissenschaftlicher 
Bedeutung oder ephemerem Interesse, die nicht altbacken 
werden durften, den gemessenen Raum in Beschlag: ging doch 
sogar ein ganzer Jahrgang (1873) vorüber, ehe die begonnenen 
biographischen Notizen in 1874 bis zum Tode unsers Patri- 
archen fortgeführt werden konnten. Ein$ und das Andre, 
was ich schliesslich hatte sagen wollen, wurde inzwischen auch 
von Andern, z. B. von Schieiden in Westermann*s Monats- 
heften, ausgesprochen. (Vergl. Jahrg. 1871, S. 354.) 

Demnach bleibt noch manches übrig, was meines Wissens 
den zahlreichen Verehrern unsers Heros nicht so bekannt ist, 
als es das nach meinem Gefühl verdient — einzelne feine, aber 
für den Menschen Linnaeus bedeutsame Züge, die zwar in 
seinen Werken anscheinend für Jeden stehen, doch aber von 
den Wenigsten bemerkt, noch weniger gewürdigt werden, wenn 
sie darin nach speciellen Auskünften über eine streitige Be- 
schreibung oder Priorität blättern. 

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251 

Ich habe in diesem Sinne schon im achtundzwanzigsten 
Jahrgange (1867) auf die Lyman'sche Dissertation De Pha- 
laena Bombyce (S. 247) und bei manchen Stellen der Lin- 
na^na in den Jahrgängen 30, 31, 32 auf einzelnes Charak- 
teristische hingewiesen, und gedenke dies hier und in der Folge 
in der Art fortzusetzen, dass ich aus Linnaei Operibus omnibus 
solche Stellen excerpire, von denen es mir dHnkt, dass sie 
geeignet sind, das Bild des grossen Forschers auch nach der 
menschlichen und bürgerlichen Seite hin zu vervollständigen. 
Da dies in erster Linie itlr Entomologen bestimmt ist, so werden 
gerade sie am wenigsten die Anwendbarkeit unseres Fahnen- 
spruchs: ^Natura maxime miranda in minimis'^ auch fUr den 
vorlhegenden Fall in Zweifel ziehen; ein kleiner, feiner, oben- 
drein autographisch verbürgter Zug ist dem Psychologen oft 
mehr werth als weitschichtig compilirte Notizen. 

1. 

Linnaeus hatte bekanntlich im Jahre 1738 bei seiner 
Heimkehr ans Holland und Frankreich, wo er seiner Jugend 
unbeschadet mit Ehren überhäuft worden war, im Vaterlande 
Schweden das alte Wort vom nichtsgeltenden Propheten be- 
stätigt gefunden. Nicht weniger als drei Jahre gehörten da- 
zu, ihm eine Professur in Upsala zu verschaffen, und vielleicht 
w&re auch das nicht einmal gelungen, wenn seine Gegner, 
als deren Spitze ein (verschollener) Dr. Walierius genannt wird, 
nicht durch ihre Unverschämtheit allgemeinen Unwillen und 
durch dessen Reaction eine so günstige Disposition für Linnaeus 
hervorgerufen hätten, dass die Reichsstände ihm den Auftrag 
ertheilten, auf Reichskosten die Inseln Gk>thland, Oeland und 
die Provinz Westergötland naturhistorisch zu bereisen. 

Die Reise durch die Inseln machte er noch in demselben 
Jahre (1741) und Hess sie 1745 drucken. Erst im folgenden 
Jahre führte er die Reise durch Westei^ötland aus, welche 
1747 in Stockholm unter dem Titel Westgöta resa. erschien. 
Aus dieser letzteren will ich zunächst einiges mittheilen, wobei 
ich mich der Schrebersehen Uebersetzung (Halle 1765) be- 
dienen werde. 

Oleich in der Vorrede finde ich ein£ eigenthüm liehe Stelle: 

^Viele werden vielleicht von dieser Reisebeschreibung 
viel Wunderbares erwarten; ich muss aber gestehen, dass ich 
auf dem ganzen Wege nichts angetroffen, als einige Steine, 
Gewächse und Thiere, wovon ich dasjenige angemerkt, 
was ich gefunden habe. Ich habe mich bei Lebendigen und 
Todten, welche weitläufige Reisen durch die ganze Welt an- 

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252 

gesinnt haben, erkundigt, was ihnen für Merkwürdigkeiten in 
fremden Ländern vorgekommen seien? Alle kommen iJariD 
überein, dass sie auch nichts andres gesehen haben, als Steine, 
Gewächse und Tbiei'e, welche die Einwohner dort wie hier 
zu ihrer Nothdurft und Bequemlichkeit anwenden; mithin glaube 
ich sicher behaupten zu können, dass der Schöpfer ausser dea 
Elementen den Menschen nichts anders zum Gebrauch geben 
wollen; und hieran können sie auch genug haben. Wenn 
sie nur dasjenige recht zu gebrauchen wüssten, was sie be- 
sitzen ! 

O fortunati nimium, bona si sua noiint 

Agricolae!^ 
Und bald nachher heisst es in derselben Vorrede: 

^Diejenige Wissenschaft, welche wir Historia oder beeeer 
Scientia naturalis nennen, lehrt uns die Namen -und Eigen- 
schaften aller Steine, Gewächse und Tliiere; sie ist also der 
Grund jedes Nutzens, den wir damus ziehen können^ folglieh 
alles dessen, womit der Mensch sich beschäftigt. Zwar hat 
diese Wissenschaft auf den Lehrstühlen noch nicht dasjenige 
Bürgerrecht erlangt, welches man vielen andern nutzbaren 
Wissenschaften eingeräumt hat; weil sie aber jedermann un- 
umgänglich nöthig ist, so dürfte wohl die angenehme Zeit 
bald kommen, wo mehrere Gemüther geneigt sein werden, 
auf diese angenehmen Dinge einzugehen, besonders, da diese 
Wissenschaft so kurz als nützlich ist, wenn sie recht gelehrt 
wird.^ 

Man könnte nach diesen Ansichten sich leicht verleiten 
lassen, dem Manne als fanatischem Utilitai'ier vorzuwerfen^ 
das^ er die Poesie seiner unmündigen Kinderzeit so total 
vergessen, obschon er doch selber registrirt hat, wie seine 
Mutter in seinen ersten Jahren jedesmal seine Thränen durch 
Blumen zu stillen verstanden. Aber man darf nicht ausser 
Acht lassen, dass der arme Pastorsohn eine Reihe von Jahren 
hindurch mit dürftiger Existenz zu ringen hatte, und dass 
seine Paar Jahre behaglichen Luxus gerade in Holland ver- 
lebt wurden, wo der greifliche S^en des ausschliesslichen 
Nützlichkeits- Evangeliums ihm gewiss imponii-t hatte. Auch 
mildert er das Nüchterne seiner Thesen durch den patriotisch 
frommen G'cmeinplatz, dass es ausserhalb des gelobten Landes 
Schweden auch nichts anders als die dreierlei Naturalien gäbe, 
und ziert obendrein das Utilitätstroh mit einem classischen 
Citatblümchen. Wenn er sich damals zu der heute Gottlob 
ziemlich verbreiteten Ketzerei verstiegen hätte, das Studium 
der Natur sei eine würdige Beschäftigung für den Menschen, 

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253 

aoch wenn ecbeinbar gar kein geldwerther Nutzen dabei 
herauskomme, so würde man ihn damals vielleicht für toll ge- 
halten haben. Bei seiner Wahrheitsliebe war es ofl'enbar ein 
Glück ftJr ihn, dass er in der Geologie nie aus den Kinder- 
schuhen herausgekommen ist und vollends von der Palaeonto- 
logie noch keine Ahnung hatie; sonst dürfte seine wissen- 
schafUiche Ueberzeugung mit dem Buchstaben der mosaischen 
Geogonie in fatale Collision gerathen sein. 

Gegen den SeJiluss der Vorrede macht er seinem bereits 
erwähnten Patriotismus noch einmal in kühnster Weise Luft: 

^Sollten alle Provinzen Schwedens auf diese Art durch- 
sucht werden, so sehe ich voraus, dass einmal ein schwedischer 
Plinius aufstehen dürfte, der den Römer au Merkwürdigkeiten 
und Nutzen weit übertreffen wird. Denn unser Vaterland kann 
sich einer weit grössern Pracht rühmen, als der durch die 
Industrie der Ausländer hervorgebi-achtcn, obgleich ihre Länder 
unsre Augen so sehr auf sich ziehen, wenn wir sie besuchen.'' 

Wohlweise setzt e»« indessen gleich hinzu: 

— ^ich will aber den Beweis dieser Gedanken der Zu- 
kunfl und den Nachkommen überlassen, da ich mir selbst nicht 
Gelegenheit, Zeit und Kräfte genug zutraue, ihn zu führen.^ 

Bravo, Linnaeus, stolz will ich meinen Spanier! Nur 
Schade, dass Dein Utilitäts-Pi-incip von Deinen nachgebornen 
Landsleuten in bedenklicher Weise dadurch befolgt wurde, 
dass sie Deine nachgelassenen Sammlungen für englisches Geld 
aus dem Lande ziehen Hessen! Aber der ritterlich verschrobene 
Karl XIL und die Kriege mit Russland hatten die Schweden 
so an den Rand des finanziellen Elends gebracht, dass man 
sich über diesen Verstoss gegen die wissenschafUiche Pietät 
kaum wundern darf. 

2. 
Dass der Schöpfer des Systema Naturae, die für ihn ein- 
fach aus ^Steinen, Gewächsen und Thieren^ besteht, mit den 
^Sleinen^ auf seinen Reisen kurzen Process macht, wird bei 
dem damaligen Stande der Geologie Niemand verwundern. 
Ich denke doch, dass nicht bloss Mineralogen, nein auch En- 
tomol(^en mit Interesse lesen werden, wie sich der Patriarch 
über die Strata einiger Berge in der Nähe des Wenersees 
äussert. 

Die Erzeugung der Steine ist zwar eine ganz einfache 
Sache, doch aber wegen der Wenigkeit der Beobachtungen 
zu unsern Zeiten noch in viele Dunkelheit eingehüliet. Wir 
wissen, dass aus dem Meersande Sandstein, aus dem Boden- 

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254 

Batze des Meeres Thon, aus dem Thon Kalk, aus dem Kalk 
Kalkerde (Blecke, Greta terrestris alba), aus di^er Kreide, 
aus der Kreide Kiesel- oder Feuerstein entstehe; aus der 
Erde in den Morästen entstehet Schiefer und aus dem 
Schiefer wiederum Humus. Wir sehen, dass Spat, Quarz, 
und Hornstein nebst dem Glimmer in den Klüften der Berge 
wachsen und dieselbe ausfüllen. Wir sehen, dass die Waaken 
aus gemengtem Sande (Pinmo) erzeugt werden. Wir be- 
merken, dass das unterste der vorbemeldeten Westgothischen 
Berge Sandstein, folglich aus dem Meersande erzeugt sei; 
darauf folgt Schiefer voller kleiner Versteinerungen, die 
sich auch in dem unter dem Schiefer brechenden Stinkstein 
einfinden. In dem Kalksteine daselbst finden wir eine un- 
beschreibliche Menge Versteinerungen, besonders von Schaal- 
thieren (osiracodermata); über demselben li^en Geschiebe 
(Klappur), die von den Meereswellen abgerundet sind;'^ da- 
muf wiederum Schiefer, wekher vorher humus gewesen, 
und zu oberst endlieh die Waake, die folglich nothwendig 
temporis filia sein muss. Alles dieses kann Denjenigen, 
der sieh zurück umsehen will, über die Einrichtungen des 
all weisen Schöpfers auf unserer Erdkugel in grösste Ver- 
wunderung setzen. So reden die Steine, wenn alle anderen 
Dinge schweigen! 
Ganz in demselben Sinne heisst es (1. c. S. 306) bei Ge- 
legenheit, dass Linn6 sich über den Gesundbmnnen zu Loka 
ausspricht : 

Die Moore und Brücher haben ein stehendes, saures und 
fettes Wasser, und alle Wurzeln, die in solchen Mooren 
wachsen, haben viele Fettigkeit, daher sich alle Moorerde 
in, Torf verwandeln kann; wenn diese Moorerde an der 
Sonne austrocknet, so verwandelt sie sich in Schiefer; der 
Schiefer, der eine Mutter der Steinkohle ist, und das Berg- 
pech geben Anzeige, wieviel Fettigkeit sich in dem Moore 
erzeugt. — — 

Solchergestalt enthält der Brunn zu Loka nichts anderes, 

als ein reines kaltes Wasser mit etwas Petroleum vermengt, 

so dasselbe geschmeidiger und trinkbarer macht. 

Linn^s Petroleum, welches das Wasser ^trinkbarer'' macht, 

wird schwerlich mit dem Petroleum der Jetztzeit identisch sein 

können. 

3. 
Von seiner liebenswürdigen Laugmuth zeugt die gelassene 
Art, wie unser Archiater (1. c. S. 309) über eine ungastliche 
Flegelei berichtet, die ihm am 6. August in Bondeby begegnete. 

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255 

Die-Nacht übereilte uns, und wir hatten uns vorgesetzt, 
hier Naehtr|uartier zu nehmeu; anstatt dessen aher bekam 
ich Geiegeoheit, etwas anzumerken, so ich auf allen meinen 
Reisen noch nicht erfuhren hatle, nehmlich wie unglücklich 
diejenigen seien, die unter Nationen reisen müssen, welche 
weder Sitten, Gesetze noch Moral vor Augen haben, und 
wie verliasst ein Volk werden kann, wenn es nicht an- 
gebalten wird, Reisenden mit Bescheidenheit und Höflichkeit 
zu begegnen. Wir fanden unser Nachtlager in dem nächsten 
Dorfe bei dem Hammer Hjerle. 
Der Name Bondeby, wörtlich ^BauerdorP', war freilich no- 
meo et omen für bäurische Nachtlager -Weigerung. 



Am 10. August (I- c- S. 316) giebt Linn6 folgenden 
kleinen culinarischen Excurs zum Besten: 

Escadie d^Espagne ist ein neues Inventum nepotum, oder 
ein Gebacknes aus Eiweiss, Zucker und Citronen?ch*ale; 
ein sehr angenehmes Essen Hlr grosse Herrn; aber in meinem 
Munde schmeckt es wie trocknes Schneemus, davon der 
Segen verschwindet, ehe es in den Magen kommt. Wenn 
dies Zuckerwerk ^/^ Tag in der Kälte steht, löset es sich 
in einen Schleim auf, es muss also in einem trocknen 
Zimmer aufbehalten werden. Es ist leicht, locker, Cfamef- 
loBo porosufn)y cüss, ausgedörrt, und giebt eine Empfindung, 
wie gebi-anntes Mehl zwischen den Zähnen. 

Wie unglücklich wären die Menschen, wenn Gott und 
die Natur ihnen nicht festere Speisen gegeben hätte, ihre 
Körper damit zu nähren. 
Ich finde diesen derben Schluss-Protest gegen lukullische Hors- 
d'oeuvres ebenso vergnüglich, wie die gewissenhafte Parenthese 
«lamelk)so porosum^. Die NejMjten des ^Inventum^ sind na- 
türlich nicht aus der gewöhnlichen Bedeutung des Wortes als 
^Enkel oder NefTen^, sondern aus der ungewöhnlichen als 
-Schwelger und Leckcrmäulei^ zu verstehen. 

(Fortsetzung gelegentlich.) 



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256 



Die Löw'sche Dipteren -Sammlung. 

Von 
«f. P. E. Frdr. Stein. 



I. 

Denjenigen Lesern dieser Zeitung, welche die Dipteren 
zum Gegenstände ihrer Studien wählten, wird es nicht un- 
willkommen sein, über den Verbleib der Löw'schen Dipteren 
und deren Einverleibung in die Sammlung des Königl. entu- 
mologischen Museums zu Berlin einige nähere Mittheilungeu 
zu erhalten. 

Die Löw'^sche Sammlung ist nur zu einem kleinen Theile, 
und meist nur in einigen Gattungen geordnet; im Grossen, 
Ganzen auch nicht systematisch aufgestellt gewesen. Die Re- 
präsentanten sehr vieler Gattungen befanden sich in verschie- 
denen, od von einander in den Schränken getrennt stehender 
Kästen ; oft nicht einmal die zu einer Art gehörenden Stücke 
in demselben Kasten. Bei ^ehr vielen Stücken ist keine An- 
gabe des Fundorts vorhanden, so dass in dieser Hinsicht der 
Conjectural- Kritik natürlich beinahe allein die Berücksichtigung 
der verschiedenen Wohnorte des Schöpfers der Sammlung, also 
Posen, Meseritz oder Guben übrig bleibt. Reiches Material 
wurde bei Badeorten gesammelt, und hierüber geben in der 
Regel kleine Zettelchen Auskunft. Eine grosse Zahl von Arten 
erhielt Low von bekannten Sammlern, namentlich aus Schlesien 
von Schummel, Scholtz, Schneider und Anderen, worüber 
Zettelchen an jedem Stücke belehren. Von neueren Lieferanten 
' sind Kolenati, Kowarz, Nowicky, Egger, Schiner etc. zu nennen. 

Die Kästen, welche die Löw'schen Dipteren enthalten, 
sind grösstentheils aus Pappelholz gefertigt, leider aber nicht 
mit einer weichen oder schwammigen Masse ausgelegt; nur 
ein Schrank enthält circa 30 Kästen von gleichem Formate, 
und mit ähnlichen, mit Kork ausgelegten Leisten, wie im Ber- 
liner Museum. Die ersteren Kästen aus Pappelholz sind meist 
schwer und unhandlich; und da selbe keine Knöpfe zum An- 
fassen tragen, nicht leicht aus den Schränken zu ziehen, und 
müssen sehr vorsichtig gehandhabt werden, wenn sie einem 
nicht gelegentlich aus den Händen glitschen sollen. Da nun 
die Böden der Kästen nur aus keineswegs überall weichem 
Pappelholze][^bestehen, ist das Einstecken dünner Nadeln recht 
schwierig, und bei wiederholtem Herausnehmen und wieder 

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257 

EiDsiecken passiit es nicht selten, daes die Spitzen abbrechen 
oder sieh wenigstens umbiegen. Es ist schwer begreiflich, 
wie Jemand, wie Low, so lange Jahre hindurch mit der- 
gleichen, so gänzlich ungeeigneten Gefassen, sich zu behelfen 
vermochte. Dass eine Sammlung mit derartiger Einrichtung 
den Besuchern eines öffentlichen Museums gar nicht in die 
Hände zu geben war, bedarf keiner näheren Begründung, und 
dokumentirt allein schon die entschiedene Nothwendigkeit der 
ümordnung in passendere Kästen. Es könnte nun allerdings 
die Behauptung aufgestellt werden, dass es doch zweckent- 
sprechender gewesen wäre, die Sammlung als ein Ganzes 
zusammen zu belassen, um so nur Löw'*sche Dipteren bei- 
einander zu haben. Dies würde indessen nur eine Verringerung 
der Arbeit bedeutet haben, da die vorhandene Aufstellung 
nicht beibehalten werden konnte, weil sie vollständig system- 
los und nicht geeignet war, die zusammengehörenden Thiere 
beieinander zu übersehen. Wirklich geordnet sind eben nur 
diejenigen Gattungen und Familien, über die Low, nachdem er 
sich eingehend mit ihnen beschäftigte, etwas geschrieben hat; 
indessen auch hier finden sich kleine Ausnahmen. 

Nachdem die Einreihung der Löw''schen Dipteren in die 
vorhandene Sammlung seitens des Directors, des Herrn Prof. 
Dr. Peters, beschlossen war, konnte es sich nur darum han- 
deln, in welcher Weise dies am einfachsten und nach beiden 
Richtungen hin am zweckmäesigsten auszuführen sei. Da auch 
die Museums -Sammlung nicht vollständig und gleiehmässig 
systematisch aufgestellt ist, vielmehr nur mehr oder weniger 
nach Familien gruppirt erscheint, war es, um einen festen 
Anhah zu gewinnen, nöthig, sieh nach einem consequent durch- 
geführten Systeme umzusehen. Ein solches, wenn auch zu- 
nächst nur für europäische Fliegen, findet sich in Schiner's 
Catalogus systematicus Dipterorum Europae vom Jahre 1864. 
Dieser Catalog ist mutatis mutandis als Anleitung beim Ordnen 
verwandt worden, trotz mancher Unrichtigkeiten, bei denen 
indessen die neuerdings erfolgten Berichtigungen und die vor- 
handen Monographieen möglichst berücksichtigt wurden. 

Die Einreihung des Löw'schen Dipteren- Materials erforderte 
eine bedeutende Erweiterung der räumlichen Aufstellung; aber 
auch die Rücksicht auf spätere Zugänge, namentlich exotischer 
Arten, Hess es geboten erscheinen, mit dem Räume nicht eben 
zu geizen. Daher sind die Kästen vor der Hand nur etwa ^jg 
ihres Flächeninhalts gefüllt, und beiläufig die Nematoceren, 
welche sich bisher in etwa 12 Kästen befanden, nunmehr nach 
An8<^hiuss des Löw'schen Materials, in 36 Kästen untergebracht. 

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258 

Um die Typicität oder auch die von Low dokumeotirte 
Ansicht über ein Dipteron zu coneeiviren, ist /.unächst jedes 
Zettelchen, das sieh an der Nadel, womit die Fliege aufgespiesst 
wurde, befindet, sorgföltig beibehalten, und selbst die Art- 
und Gattungsnamen, wenn von Löw's Hand herrührend, nicht 
verworfen. Um aber auch auf den ersten Blick eine Fliege, 
als aus der Löw'schen Sammlung herrührend, zu erkennen, 
trägt jedes Stück ein victoriarothes Zettelchen von ein bis 
anderthalb Linien im Quadrat, welches natürlich bei etwaiger 
Bewegung def betreffenden Stücke stets aufs Sorgfaltigste vor 
Verlorengehen geschützt werden muss, weil alle, im Museum 
bereits vorhandene Stücke einer Art, durch den Mangel des 
rothen Zettelchens sich von jenen sofort nnterscheideo lassen. 
Bei den in der Löw'schen Sammlung geordneten Arten ist 
noch eine besondere Gruppirung der einzelnen Stücke, theils 
nach den Geschlechtern, theils nach kleinen Verschieden- 
heiten, sei es in der Grösse oder auch wegen abweichender 
Färbung einzelner Körpertheile etc. zu bemerken; auch diese, 
von Low gewissermassen in solcher Weise betonten Ab- 
weichungen von der Regel sind übei-all durch kleine Zwischen- 
räume zwischen einem oder mehreren Individuen angedeutet. 
Wo in dei' K. Sammlung eine Art bereits vertreten ist, 
kommen hinter der Art-Signatur zuerst die bereits vorhandenen, 
und diesen sind dann die Löw'schen Stücke angereiht. Auch 
sind von den Arten, welche in der Löw'schen Sammlung durch 
zahlreiche Individuen vertreten sind, fast immer sämmtliche 
aufgenommen, und im Allgemeinen daher nur wenige Doubletten 
ausgeschieden. 

Die bisher in die K. Sammlung einrangirten Nematoceren 
aus Low 's Sammlung haben die erstem um 44 neue Gattungen, 
1070 Arten und etwas über 4800 Stücke bereichert. Ein- 
zelne, bereits vorhandene Gattungen, erhielten eine sehr an- 
sehnliche Vermehrung der Arten; so ist z. B. die Gattung 
Cecidomyia Meig. — im älteren, allgemeineren Sinne — von 
etwa 38 bestimmten Arten auf 90 bestimmte; Chironomus 
Meig. von 34 auf 56; Bibio Geoffr. von 14 auf 30; Tipula 
Linn. — im neueren, engeren Sinne — von 30 auf 86 be- 
stimmte Arten gestiegen. Ausserdem sind indessen zu. diesen 
genannten Gattungen noch zahlreiche, wiewohl unbestimmte 
Arten, hinzugekommen. 

Von neuen Gattungen, welche in der K. Sammlung bisher 
unvertreten waren, seien hier nur einige der wichtigeren an- 
geführt: Ceoidogona Lw. — Heterotricha Lw. — Mycetobia 
Meig. — Polvlepta Winrtz. — Leptomorphus Curt. — Zygo- 

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259 

inji Winrtz. — Spodius Lw. — Sycoiax Curt. — Ulomjia 
Walk. — Mochlonyx Lw. — Phleltotomus Rond. — Psilo- 
conopa Zeit. — Empeda Ost.-Sack. — Cladiira O.-S. — Di- 
ci-anota Zeit. — Rhicnoptila Scliin. — Elliptera Schin. — 
Greranomyia Halid. — Triogma Schin. — Als neue, interes- 
sante Arten verdienen folgende genannt zu werden: Asjndn- 
lum Geranias Lw., As. breviroanum Lw., As. Halidaji Lw.; 
Leptomorphus Walkeri Curt.; Zygomyia valida Winrtz; Sea- 
topse scutellala Lw.j Sc. transversalis Lw, , Sc. recurva Lw.; 
Aspistes borealis Lw. ; Dilophus ternatus Lw. ; Bibio consangui- 
neus Lw.; Penthetria Motschulskii Gimmerth.; Spodius imbe- 
cilhis Lw.; Clunio marinus Halid.; Sycorax silacea Curt.; 
Phlebotomus Papatasii Rond.; Mochlonyx velutinus Ruthe; 
Chionea erassipes Boh. ; Rhypholophus pentagonalis Lw., Rh. 
tephronotus Lw., Rh. Helveticus Lw.; Lipsothrix nobilis Lw.; 
Penthopt^ra eimieoides Scopol.; Cladolipes simplex Lw.; Dac- 
tylolabis dilatata Lw., D. Frauenfeldi Egg., D. Tergestina 
Egg.; Rhicoopbila Wodzickii Nowicky; Orimarga alpina Zett., 
0. virgo Zelt.; Geranonnyia unicolor Halid., G. maculipennis 
Mik.; Rhipidia ctenophora Lw.; Cylindrotoma nigriventrib Lw.; 
Tipula repanda Lw., T. triangulifera Lw., T. heros Egg.; 
Ctenophora macra Lw., Ct. amoena Lw., Ct. tricolor Lw., 
Ct. magnifica Lw., Ct. fastuosa Lw.; Liponeura bilobata Lw., 
L. brevirostris Lw. ; Hammatorrhina bella Hw. ; Hapalothrix 
lugubris Lw.; Orphnephila testacea Ruthe, 0. tarda Lw. , O. 
nigra Lw. 

Bei denjenigen Gattungen, welche Arten aus allen Welt- 
theilen enthalten, sind die europäischen vorangestellt, und diesen 
dann die afnkaBischen, die asiatischen, die neuholländischen 
und zuletzt die amerikanischen angereiht. Diese Methode 
gewährt eine leichte Aufündung, und wird auch desshalb nicht 
ohne Billigung bleiben, weil die Monographieen in der Mehr- 
zahl das exotische Material nicht in ihren Bereich gezogen 
haben. 

Aus dem Vorstehenden dürfte im Allgemeinen der Schluss 
gerechtfertigt sein, dass die Acquisition der Löw'schen Samm- 
lung für das K. Museum von nicht geringer Bedeutung eich 
herausstellt; dass aber auch die Ansprüche an die Wahrung 
der Eigenthümlichkeiten der Löw'schen Collection in genügen- 
der Weise berücksichtigt wurdeki. 



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260 



Tafel -Erklärung. 

Flügel -Geäder der Psociden 8. S. 179. seqq. 



Inteiligrenz. 

-A^nzeige. 

In Folge des in Baden-Baden gefassten Beschlusses soll 
die 53. Versammlung der deutsehen Naturforscher und Aerzte 
vom 10. bis 24. September 1880 in Danzig tagen. Indem 
der Unterzeichnete im Namen der Geschäftsfilhrung zur Be- 
theiligung an derselben einladet, bemerkt derselbe noch, dass 
die bis gegen Ende Juni angemeldeten Vortrags -Themata in 
den später auszugebenden allgemeinen Einladungsprogrammen 
besonders aufgeführt werden. 
Danzig, April 1880. 

Hauptlehrer Brisohke, 
einführender Vorstand der Section 
für Entomologie. 



Inhalts 

Vereinsangel. S. 133. Schöyen: Sti'öin'a Prioritäten S. 134. 
Osten-Sacken: Fabre's Souvenirs ent. S. 136. Dohrn: Solatium 
ö. 13Ö. Harold: ostind. Galeruciden S. 142. Dohrn: Exotisches 
S. 149. Maassen: Beitrag z. Schmett.- Verbreitung S. 158. Wold- 
stedt: 2 neue Schiupfweöpen S. 174. Kolbe: Sp&ngberg's Psocina 
8. 176. Kolbe: Flügelgeäder der Psociden S. 179. Heylaerts: 
2 Bemerkungen S. 186. Plötz: Buchholz' westafrik. Schmetterlinge 
S. 189. Fairmaire: Elytrurus des lies Viti S. 207. Torge: Eu- 
gonia fuscantaria S. 213. Lichtenstein: Pemphigus biu'sarius L. 
8. 218. Zell er: Austral. Microlepid. S. 223. Fuchs: Microlepid. 
des Rlieingau's S. 227- Vereinsangel. S. 249. Dohrn: Spicilegia 
Linnaeana S. 250 Stein: Löw's Dipterensammlung S. 256. Tafel- 
Erklärung S. 260. Intelligenz. 



Ausgegeben: Ende April 1880. 



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rig.2. gj- 




Hg. immiZ fifoeus icn^itomü Fakrt 
Jfy3 tmpki^erünÜamtbnehuUma Stqtk. 

F(g.ö Siemopmcm immaaUaim Steph. 
fip-d EliptoeuBhyaUntMSttph, 



dei. H.Kolbe. 



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Entomoloiriii^l^® Zeltunnf 



herausgegeben 
von dem 



entomologisehen Yereine zu Stettin. 

Redaction- ^° Commission bei den Buchhandl. 

« . ^ ^ V ■ ä „ -j » Ft. rieisoher in Leipzig u. B. Fried- 
C. A. Dohni, VereinB-Präsident. ,jj^^,, ^ Sohn in BerUn. 

Ne.7-9. 41. Jahrsang. Jull-Septbr. 1880. 



Revision des Zonitis d'Auatralie, 



par 
HC Ii^n F»lmi»lre. 



Les esp^ees australiennes du 6. Zonitis pr^sentent plu- 
sieurs formes qui pamissent assez distinctes au premier abord; 
le faci^, la sculpture et la coloi-ation sont tr^ vari^s et nos 
esp^es europ^ennes ne nous donnent gu^re l'id^e des teintes 
m6ta]Iiques qui ornent la plupart de ees Zonitis australiens. 
Quelques -uns ont cependant conserv6 la coloration jaune en 
dessus, noire en dessous, avec un corselet arrondi lat^ralement 
pas plus long que large, et une t^te triangulaire, assez courte ; 
inais peu k peu cette töte s'allonge et se r^tr^cit en forme 
de museau, le chaperon et le labre se d^veloppent, le corselet 
se r^tr^eit assez fortement en avant et se creuse de fossettes 
plus ou moins profondes; les ^Ij^tres coramencent par 6tre 
linement et dens^ment ponctu^es et finissent par etre couvertes 
de gros points en forme de petites fossettes qui les rendent 
rugueuses. La teinte m^tallique se d^veloppe notamment sur 
les esp^ces qui pr^sentent cette sculpture rugueuse. Le dernier 
artiele des palpes maxillaires s'^largit aussi un peu, mais sans 
offrir un caract^re un peu important; il en est de mßme du 
2e artiele des antennes qui varie notablement de longueur 
i'hez des insectes ^videmment tr^s voisins. 

Les esp^ees de ce genre paraissent plus nombreuses sur 
la cöte occidentale de PAustralie que sur celle de Test; c'est 
de lil que provient lu majeure partie des Zonitis, que je vais 
d^crire. 

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262 

T. Prothorax antice parum angnstatus, dorso haud foveolatus. 
Elytra parallela aut siibparallela, tenuiier punctata, flava. 
Caput trianguläre. 

A. ' Caput flavum. 

1. Z, lutea M. Leay. Trans. Ent. Soe. N. S. Wales 1872 

p. 310. 

Long. 10 mm. 

Elongata, subparallela, eonvexa, subtus cum pedibus, 
palpiß, labro antennisque fusco-nigra, pubescens, mandi- 
hulis brunneis, apice nigris, supra ochraceo-flava, tenuis- 
sioie griseo-pubescens, nitida, > paulo minus in elytris; 
capite sat dense punctato, inter oculos longitudinaliter 
impresso; antennis elongatis, ^\e^ corporis attingentibus, 
apice leviter attenuatis, articulis 2 primis aequalibus, 2o 
tertio vix breviove; prothorace latitudine paula longiore, 
eonvexo, antice a medio angustato, sat dense punctato, 
linea media brevi obsoleta impresso; scutello tenmssime 
densissime punctulato, apice oLtuso; elytria sat tenuiter 
dense punctato-rugosulis (unde paulo miuus nitidis), apice 
separatim rotundatis, disco utrinque lineola obsoletissime 
elevata; subtus tenuiter deuse punctata; $ abdomine in- 
iuscato, labro, mandibularum basi, femoribusque (genibus 
exeeptis) flavis, capite inter oculos convexo ( — an forte 
varietas? — ) (?Z. fuscicornis M. Leay 1. c. p. 311*). 

Gaynduli. Mus. GodefFroy. 

2. Z. obscuripes Fuirm. Naturaliste 1879 p. 46. 

Long. 5 mm. 

Oblonga, subparalleja, eonvexa, flavo-testacea, sat 
nitida, llavido-pubescens, abdomine fusco, antennis brun- 



*) Voici les 2 descriptions de Mr. M. Leay; il est difficile de. 
Iroiiver uiie diff(?rence bien appreciable entr'clles. 

Z. lutm — Long. 5 lin. Upper surface entirely lutcous, under 
surface, legs aiul anteniiae black. Hcad and thorax nitid and thinly 
pnnctiite, the latter scarcely longer tlian the widtli and faintJy markcd 
un the median line. Elytra snbnitid, densely punctate and finely 
pubcscent. 

Z. fuscicornis — Long. 4 lin. Pale hiteous subnitid. Ilead and 
tliora.v thinly punctate, the lattcr elongate, not much broader belüiid 
thnu in front and distinctly imprerised on the basal part of the me- 
dian line. Elytra subrugosely and dcuöely punctate and pnbescent. 
Antennae, apex of thighs, libiac and tarsi browh. Abdominal seg- 
menl.s dnsky. 

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263 

neo-fuscis, pedibus bruniieis, femoribus basi testaceis, 
pectoris lateribus infuscatis; capite convexiusculo, tenuis- 
sime punctulato, antennis corpore parum brevioribus, 
apice vix attenuatis, articulis ^ubaequalibus, 2® ceteris 
paulo breviore; prothorace ovato, capite eljtrisque an- 
gustiore, postice paulatim attenuato, basi anguste mar- 
ginato, laxe ac tenuiter punctato; scutello lato, apice 
rotundato, tenuissime dense punctato, basi leviter trans- 
versim impresso; elytris parallelis, apice separatim ro- 
tundatis, densissime tenuiter punctatis, fere transversim 
strigosulis; pedibus noedioeribus. 

Peak-Downs. Mus. Godeffroy. 
C'est Tesp^ce la plus petite et la plus parallele. 

3. Z. dichroa Germ. Linn. Ent. III (1848) p. 204. 
Long. 14 — 16 mm. 

ObloDga, magis convexa, flavo-testacea, nitida, subtus 
cum pedibus, antennis, ore, palpis scutelloque nigra, 
eljtris interdum vix dilutioribus et vix minus nitidis, 
prothorace interdum medio fusco plagiato; capite bre- 
viter triangulari, post oculos angulatim rotundato, fere 
laevi, antice tenuiter sat dense punctato, inter oculos 
transversim impresso, mandibulis basi ilavo-testaceis ; an- 
tennis validis, corpore parum brevioribus, compressius- 
culis, articulo 2^ teitio parum breviore, prothorace lati- 
tudine media haud longiore, antice paulo magis quam 
postice angustato et utrinque sinuato, lateribus medio 
sat angulatis, tenuiter ac laxe punctato, antice transver- 
sim depresso, sulco medio tenui, antice Jonge abbreviato; 
seutello dense punctulato, apice fere laevi, medio striato; 
eljtris subparallelis, post medium levissime ampliatis, 
apice separatim rotundatis, densissime sat tenuiter punc- 
tatis, fere transversim subiugosulis, sutura basi elevata 
et utrinque lineolis 2 basalibus obsoletissime elevatis ; 
subtus tenuissime punctulata, tarsis piceo-fuscis, basi et 
unguibus rufescentibus. 

Australia occid. (Coli. S^dillot et la mienne); Adelaide 
(Germar). 
Ce Zonitis est remarquable par sa forme robuste et con- 
vexe, ses antennes longues et fortes, son corselet peu r6tr6ci 
eil avant, mais angule lat^ralement et l^gerement sinu6 de 
chaque c6l6. II diflT;re du lutea par sa forme un peu moins 
parallele, ses antennes robustes, le corselet angul6 lat^ralement, 

1«» oogfe 



264 

]a t^te k angles post^rieurs grands, aiiguleusement arrondis, et 
impresdionde en travers, non longitudinalement. Le corselet 
e8t marqu^ au milieu d*une täche noirätre, rariable, qui dispa- 
rait souvent. 

4. Z. pcdUcoIor, — Long. 10 mm. 

Oblongo-elongata, convexa, rufo-testacea, modice ni- 
tida, eljtris pallidiovibus, antennis, ore, palpis, tibiis cum 
genibus tarsisque nigro - fuscis , tenuiter sat dense fulvo- 
pilosa; capite breviter triangulari, sat convexo, 8at deose 
punctato, sutura clypeali impressa, antennis ^(4 corporis 
attingentibus, articulo secundo primo subaequali, tertio 
parum breviore; prothorace laiitudine media band Ion- 
giere, antice a medio angustato, postice vix aitenuato, 
lateribus medio fere angulatis, sat tenuiter sat dense 
punetato, suico longitudinali medio interrupto signato; 
scutello punctulatö, basi transversim valde impresso; 
eljtris subpara Ileus, versus apieem levissime ampliatis, 
npiee sat abrupte rotundatis, tenuiter densissime puneta- 
tis; subtus tenuissime dense punetulata, unguibus fulvis. 
Australia occid. (Coli. Sedillot et la mienne). 
Ressemble beaueoup & notre Z. praeusia, sauf la tache 
apieale, mais les ^Ijtres sont plus pules, le corselet est plus 
long, notablement r^tr^ci en avant au lieu d'^tre en carr6 
traiisversal, et le second article des antennes est sub^gal au 
troisieme. La coloration des pattes est parfois k peinc brunatre, 
Sans doute k cause de T^tat un peu immature des individus. 

5. Z. nigra -apicata, — Long. 9 mm. 

Elongata, convexa, flavo-testacen , tenuissime pubes- 
cens, sat nitida, antennis, palpis, genibus, tibiis, tarsis 
eljtrorumque niacula apieali nigris; capite tenuiter dense 
punetato, sutura cljpeali areuatim elevata; antennis elon- 
gatis, articulis 2 primis aequalibus, tertio separatim vix 
brevioribus; prothorace antice leviter angustato, sat dense 
punetato, Stria media longitudinali tenui, antice obliteratH, 
utrinque painm profunde bifoveolato; scutello impresso, 
punctulatö; elytris parallelis, apice separatim rotundatis, 
ungulo suturali obtuse rotundato, densissime tenuiter 
punctatis, utrinque disco lineis duabus leviter elevatis, 
interna post medium obsoleta, et linoa marginali, parum 
evidente, antice posticeque oblitorata*, subtus vix perspicue 
punetulata. 

Hocldinmpton (Coli. Sedillot). 



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265 

Resfiemble [K)ur la coloratiou et la forme au Z. praetista 
d'ßurope, mais la couleur des pattes et des antennes est dif- 
ferente, le corselet est bien moins large, avec ud sillou et des 
fosseltes, et le secoud artiele des antennes est sensiblement 
plus long. Le Z. apicalis MLeay doit lui resseinbler beaii- 
coup; naais d'apres la description le corselet serait plus r^tr^ci 
en avant, moins ponetud, sans fossettes, les 61ytre8 seraient un 
peu d^prim^es, ^largies en arritire, et Tabdomen serait d'un 
brun obscur. 

B. Caput nigrum. 

6. Z. semimgra Fairm. Naturaliste 1879 p. 46. 

LoD^. 7i|s mm. 

Oblonga, subparallela, convexa, profunde nigra, pe- 
dibus fusco-brunneis, prothocace, scutello elytrisque ochra- 
ceo-flavis, nitidis, mandibulis basi rufescentibus; capite 
sat dense punetato, aequali, labro medio impresso; an- 
tennis validiusculis , corporis 3|^ attingentibus, articulis 
2^ 3ö-que aequalibus, sequentibus vix brevioribus; pro- 
thorace antice leviter angustato, postice vix distincte at- 
tenuato, convexo, tenuiter laxe punetato, Stria media 
longitudinali tenui, antice abbreviata, basi transversim 
leviter impresso et densius punetato; scutello densissime 
sat tenuiter punetato, impresso, apice truncato; elytris 
parallelis, apice extus rotundatis, angulo suturali obtuso, 
dense fortiter punctatis, transversim rugosulis, apice 
laevioribus; subtus dense punctata. 

•Swan River (Ma collection). 
Cette esp^ce est facile k distinguer par sa t^te noire. 

II. Prothorax magis angustatus, haud foveolatus. Elytra sub- 
parallela fusca, tlavo marginata, tenuiter punctata. Caput 
trianguläre. 

7. Z. Hmbipermis, — Long, ii mm. 

OblQnga, parum convexa, nigra, nitida, capite rufo- 
testoceo, elytris parum nitidis, densissime tenuiter punc- 
tatis, nigricantibus , basi et vitta marginali ante apicem 
abbreviata rufotestaceis; capite breviter triangulari, an- 
tice punetato, medio tenuiter sulcato, suico postice ab- 
breviato, epistomate brevi, transversim depresso, magis 
punetato, labro fusco, mandibulis apice fuscis, palpis 

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266 

fuscis, maxillaribus apice obscure luteis; antennis ccir- 
porip '/^ attingentibus , leviter compressis, ariiculo 2^ 
primo aequali et tertio parum breviore; prothorace postice 
leviter attenuato, antiee angustato et ulrinque obsolet« 
sinuato, tenuissime laxe punctulato, ad bat^in evidentius, 
medio obsolete et breviter stiiato et transversim convexo; 
scutello apice rotundato, basi transversim impresso; elj- 
tris subparallelis, antiee obsolete attenuatis, apice sepa- 
ratim rotundatis, sed angulo suturali obtusiusculo. 

Swan River (Ck)ll. S6dillot). 
Ce Zonitis semble se rapporter assez bien k la descrip- 
tion du suivant, mais il est plus grand, les ^lytres sont pree- 
que mates, k ponctuation tr^ fine, serr^ et !e corselet est 
plus 6troit que la t^te; les crochets des tarses sont roussdtres 
ainsi que Textr^me base du premier article. II est facile k 
reconnaitre par sa töte noire, son corselet tr^s brillant et ses 
61ytres presque mates, bord6es de roux. 

8. Z. flavicepa Waterli. Cistula Entom. 1875 p. 55. 

LoDg. 91/2 mm. 

Nigrescens, sat nitidus, capite flavo, eljtrorum ba^i 
marginibusque anguste flavo -piceis, capite triangulari, 
postice latiore, parum dense punctato, antiee linea longi- 
tudinali impressa; prothorace nigro, nitido, sut convexo, 
postice leviter angustato, antiee magis, capite haud an- 
gustiore, haud distincte punctato, postice longitudinaliter 
impresso; scutello apice rotundato; elytris prothorace 
^/a latioribus, parallefis, sat fortiter punctatis. 

Swan River. — (Species invisa.) 

III. Prothorax antiee parum angustatus, haud foveatus. Eljtra 
postice latiora, tenuiter punctata. Caput breviter trian- 
guläre. 

9. Z. tricolor Le Guillou Rev. Zool. 1844 p. 225. 

Oblonga, convexa, postice vix distincte dilatata, 
flavo-testacea, nitida, tenuissime griseo-pubescens, anten- 
nis, palpis, mandibuiarum apice, genibus, tibiis tarsisque 
fusco-nigris, subopacis, macula frontali pi*othoi*acisque 
macula discoidali nigris, abdomine aeneo - aut viridi 
— cjauescenti metallico, elytris, basi excepta, aeneo- 
metallicis; capite sat tenuiter sat dense punctato, summo 
paulo minus, antiee ^ransversim impresso, sutura clypeali 

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267 

leviter elevata; anteiiuls corpore vix hrevioribus, arli- 
ciilis 2 primis 8ubaeqiialibii8, t^rtio paulo brevioribus, 
prothorace antice leviter angustato, piinctid raris sparsuto, 
medio tenuiter 8ulcato; scutello medio coucavo; eljtris 
])os(ice vix distincte ampliatis, apice rotuodalis, deiisis- 
sime 8at tenuiter punctato-rugosuJia, baei fere laevibu»; 
8ubtu8 cum femoribus tenuist^ime dense punciulata, tibiin 
magis fortiter punctatis. 

Australia, Sidney; Tasmania? 
Var. B. Elytris totis ochraeeo-ilavis, macula froiitah* 
ioterdum nulla. — Z. aeneiveniris Redt. Reise Novara II 
p. 144. 
Esp^e bien distincte par Fa forme robuste, epaisse, 61 ar- 
gie en arri^re. 

10. Z. splendida Fairm. Natumliste J879 p. 46. 

Long. 15 mm. . 

Oblonga, sat convexa, poetice dilatala, nigra, nitida, 
eubtus vage coerulescens , elytris cjaneis aut viridi-coe- 
rulescentibas, postice a medio violaceo et cupreo miean- 
tibu8, antennis nigro-fuscis, opacis; capite triangulari- 
ovato, parum convexo; labro punctulato, medio sulealulo; 
antennis 8at gracilibu8, corpore parum brevioribus, arti- 
culo 20 tertio subaequaii, 3<^ sequentibus paulo breviore; 
prothorace latitudiue haud longiore, ontice a medio va>de 
angustato, laevi, basi tenuiter marginato et medio et 
utrinque ante angulos feviter impresso; scutello truncato, 
nigro, tenuissime dense punctato; elytris basi prothorace 
valde latioiibus; post medium ampliatis, postice rotun- 
^datis, apice oblique truocatis, tenuiter densissime punc- 
tatis et obsolete cicatricosis; subtus dense tenuiter punc- 
tata. 

King George'» Sound. (Ma collection). 
Ce bei insecte, dont je dois la connaissance ^ Tobligeauce 
de Mr. H. Dey rolle, so rapp röche asscz du Z. tricolor^ mais 
bes ^lytres sont bien plus elargies en arriere et la coloration 
ej't diir^rente. 

11. Z. himnata M'Leay Trans. Eu<. N. S. Wales 1872 p. 311. 

Long. 10 — 11 mm. 

Oblonga, convexa, elytris postice paulatim ampliatit^, 
apice rotundatis, testaceo-tlava, sat nitida, antennis, tar- 

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268 

sis, tibiis genibusque nigro-fuscis, palpis fu8cis, elytris 
basi et apice late nigris, scutello flavo; capite parce 
puDCtulato, antice densius, et medio obsolete ]ineato; 
antennis corporis ^f^ attingentibus , articulis 2^ S^-que 
subaequalibus , sequentibus separatim parum brevioribus; 
prothorace sat angusto, Jateribus medio fere angulato, 
antice sat fortiter angustato, postice leviter attenuato, 
disco utrinque sat fortiter uniToveato, medio striola longi- 
tudinali brevi obsoleta, scutello truocato, opaco, densis- 
sime tenuiter punctato; elytris sat brevibus, densissime 
tenuiter punctulatis. 

Brisbane, Gayndah (Ma collection). 
Cette esp^ce est bien facile k reconnaitre par sa colora> 
tion et son corps convexe, k 61jtres ^argies en arri^re. Lee 
2 suivantes, que je ne connais pas, doivent s'en rapprocher 
beaucoup. 

12. Z. apicaUs MLeay 1. c. 311. — Long. 10 mm. 

Lutea, subnitida, laxe punctata, prothorace latitudine 
haud longiore, antice valde angustato, lateribus rotundato, 
basi angustato, elytris subdepressis, latis, apice dilatatis, 
apice ipso nigro, antennis, femorum apice, tibiis (arsisque 
nigris, abdomine obscure brunneo. 

Gayndah. 

13. Z. mnulata MLeay 1. c. 311. — Long. 9 mm. 

Pallide lutea, subnitida, punctata; prothorace eloa- 
gato, linea media basin versus disdncta, elytris densis- 
sime punctatis, pubescentibus , basi et apice brunneis, 
utrinque obsolete quadricostulatis, femorum tibiarumque 
apice tarsisque (articulo 1^ basi excepto) brunneis, ar- 
ticulis basi anguste rufescentibus. 

Oayndab. 

IV. Prothorax longior, antice angustatus et utrinque sinuatus. 
Caput magis elongatum. Elytra postice leviter attenuata, 
fere laevia. 

14. Z. WparÄ'to Fairm. Naturaliste 1879 p. 46. — Long. 11 mm. 

Elongata, convexa, postice attenuata, ochraceo-flava, 
valde nitida, glabra, elytris (basi excepta) cyanescenti- 
nigris, nitidis; antennis, metasterni medio aut utrinque, 
tibiis tarsisque fusco - nigris , palpis fuscis, labro mandi- 
bularumque apice infuscatis; capite inter oculos et antice 

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269 

traDsveisim sulcato, summo an^ulatim impresso, labio 
medio puncto impresso; antennis coi-pore vix brevioribus, 
artieulo 2^ tertio dimidio breviore; protliorace postice 
fere parallelo, antice valde angustato et impresso, dorso 
medio foveato et sulcato, basi ad angulos posticos pro- 
minente et utrinque transversim strigato; scutelJo laevi, 
apice obtuso; eljtris basi protliorace plus dimidio latio^ 
ribus, apice leviter angustatis et dehiscentibus, tenuissime 
vix perspicue punctulatis, utrinque basi obsolete bicostu- 
latis; abdomine paulo rufescente, interdum basi nigro- 
maculato. 

Sidnej (Coli. S^dillot et la mienne). 
Remarqaable par sa forme robuste, consistante et ses 
eljtres att^nu^es k Textr^mit^ presque lisses. 

15. Z. opacorufa. — Long. 11 — 16 mm. 

EIoDgata, convexiuscula, nigra, nitida, eljtris tan- 
tum rufo-testaceis, subopacis, capite sat lato, brevi, 
antice vix producto, sat fortiter punctato, inter oculos 
valde longitudinaliter impresso; antennis ^jr, corporis 
attingentibus, articulis 3 primis subaequalibus; prothorace 
latitudine media haud longiore, postice leviter, antice 
valde angustato, latenbus ante medium rotundato - angu- 
lato, sat fortiter laxe punctato, stria media (antice ob- 
soleta) tenuiter signato; scutello apice rotundato, densis- 
sime punctato; elytris parallelis, apice subtruncato-rotun- 
datis, sat tenuiter densissime punctatis, unde fere rugosulis, 
tenuiter fulvo-sericantibus; subtus cum pedibus tenuiter 
densissime punctata. 

Adelaide (Coli. S^dilloi; et la mienne). 
Ce Zonitis est remarquable par sa forme allong6e, la 
eoloration mate des Eljtres et la ponctuation serr^e de F^cus- 
8on: la töte est encore assez courte, tr^ r6tr6cie en avant, 
d^prim^e longitudinalement au milieu. 

V. Prothoi*ax antice magis angustatus. Caput antice augustius. 
Eljtra subparallela aut postice vix distincte ampliata, te- 
nuiter, i-arius fortiter punctata. 

16. Z^ (enidcomis. — Long. 6 — 9^/^ mm. 

Elongata, gracilior, convexa, teslaceo- flava, nitida; 
sterno, abdomine, pedibus, palpis antennisque fusco-nigris, 
lübro infuscato; capite subquadrato, antice parum an- 
gustato et vix producto, sat dense punctato, inte^ anten- 

:>igitizedbyGOOQle 



270 

nas leviter depreeeo; euieiinis gracilibus, corpore maris 
haud brevioribus, feminae minus elongalis, arlieulo 2^ 
primo i'ubaeqnali, tertio vix breviore5 prothomce lali- 
tiidine parum longiore , postice obsolete , aiiticc eat 
ford'ter, lateribus medio arcuato, sat tenuiter dense punc- 
tato, suleo medio tenui, antice abbreviato, utrinque ante 
medium obsolete foveato; ecutello punctato, impresso; 
elytris parallelis, apiee separatim rotuiidatis, tenuiter 
densissime punctato -rugosulis; subtue t^nuissime vix per- 
spicue punctulata. 

Sidney, Victoria (Coli. S^dillot et la mienne). 
Tr^s voisine de Z. (Uchroa pour la forme de la tele, la 
coloration et la proportion des premiers articles des antennes; 
mais en diO%re notablement par la forme plus 6troite, les an- 
tennes plus grdles, le corselet bien plus 6troit, plus r^tr^ci en 
avant, ayant un sillon mddian distinct quoique tr^s ßn, par 
r^cusson concolore et par les ^lytres plus rugueusement ponc- 
tu^es. La töte est mediocrement prolong^e en avant, et d^- 
prim^e longitudinalement au milieu comme chez Fespece pre- 
c6dente, mais moins fortement, le corselet est plus ponctu^ et 
les ^lytres ne sont pas mates. 

17. Z. cyHndracea, — Long. 13 nom. 

Elongata, fere cylindrica, nigra, nitida, elytris ruHs; 
capite triangulari-producto, sat dense punctato, inter 
antennas oblonge impresso et utrinque striato, ad suturam 
clypealem impressa, clypeo obtuso, minus truncato, apice 
impresso, labro profunde impresso, palporum articulo 
ultimo paulo latiore; antennis corpore paulo breviori- 
Itus, compressis, articulo 2^ tertio distincte breviore, 
articulo tertio et sequentibus paulo latioribus, apicem 
versus paulatim angustioribus; protborace latitudine lon- 
giore, antice valde angustato et utrinque sinuaio, lateri- 
bus postice leviter sinuatis, medio valde arcuatis, laxe 
punctato, sulco medio obliterato, impressionibus 2 oblongis 
obsolete indicato, utrinque antice leviter unifoveato, |>ostiee 
foveis 2 profundis utrinque signato, scutello tenuissime 
dense punctulato, opaco; elytris elongatis, apice sat ab- 
rupte rotundatis, sutum basi et utrinque lineis , tribus 
(postice mox oblitei-atis) parum elevatis, intervallis sat 
fortiter punctatis, tenuiter rugosulis* subtus cum pedibiis 
tenuiter densissime punctulata; tai-sörum posticorum ar- 
ticulo primo basi anguste ilavido. 

Richmond-river (Coli. Sddillot). 

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271 

Ce Zonitis est tr^s voisin de Yopaco-rufa; il en cliflRire 
par la tete Wen plus prolong^e en avant, par le coreeiet plus 
seiiMblement smxxi sur Jes e6t^ en avant, moins jwnctu^, ^ 
HÜon median nul, remplac6 par 2 petites impressions i)eu 
marqu^es, et par les ^lytres lirillantes, k poneluation un peu 
grosse, rugueuse, avee quelques Hgnes k peine saillantes. 

Vf. Prothorax antice magis angustatus, leviter foveolatus. 
Caput eloDgatum, antine productum. Eljtra haud am- 
plinta, metallica, dense punctata. 

18. Z. cyampenms Pasc. Journ. of Entom. I (1860) p. 57, 

pl. 3 fig. 5. 

Long. 8^/2 ^^' 

Elongata, parallela, convexa, nitida, nigra; prothomce, 
prosterno, scutello femoribusque flavo - testaceis , clvtris 
coeruleo-virescentibud, capite sat fbrtiter punctato, inter 
oculos transversim obsolete impresso; anteunis ^/^ cor- 
|>oris attingentibus, articulo 2® tertio muho breviore; 
prothorace antice a medio angustato, tenuiasime punctu- 
lato, medio haud sulcato, antice leviter utrinque impresso, 
basi impresso; scutello laevi, apice obtuso; elytris te- 
nuiter dense punctato-reticulatis, tenuiter rugulosis, callo 
humerali fere laevi, apice separatim rotundatis; J ab- 
domine medio postice impresso, segmento ultimo late 
emarginato. 

Australia (Ma collection). 
Ressemble assez au Z. flaoiGrus pour la coloration, mais 

bien plus allongö, plus 6troit et ^ ^lytres ilnement rugueuses- 

{)ooctii6es. 

ViJ. Prothorax antice magis angustatus, leviter foveolatus. 
Caput valde elongatum. Eljtra ampliata, tenuiter punc- 
tata, rufa, nigro-maculata. 

19. Z. niffroplagiata, — Long. 10 mm. 

Oblong«, convexa, eljtris lateribus sinuatis, postice 
obsolete ampliatis, apice rotundatis, testaceo- flava, nitida, 
elytris plagis 2 magnis, basali et apicali cyanescenti- 
nigris, prima postice vage limitata, marglnem externum 
nee basin attingente et medio cum posteriore linea an- 
gusta conjuncta, palpis, labro, antennis, genibus, tibiis 
tarsisque nigris, abdomine transvereim obscuriore^ capite 

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272 

elongalo, dense punctatu; anlennis sat validis, o|)acJs, 
corpore paruin brevioribu^, articulo i^ gracili, arcuato^ 
nitido, 2^ tertio vix distincte breviore, sed nitido; pro- 
thorace latitudine haud longiore, medio lateribus siibau- 
gulato, antice coiistricto, tenuissime laxe punctulato, etria 
media antice obliterata signato, antice utrinque valde 
foveolato- impresso, medio utrinque obsolete impresso; 
elytris parce sat fortiter punctutis, intervallis reticulatis, 
apice fere aspere punctatis; subtus tenuiter dense punc- 
tata, abdomine magis fulvo-villoso. 

Gantheaume Baj (Coli. S^dillot). 
Ressemble extrömement au Z. bizonata pour la forme 
g4n6rale et la coloration, mais bien moins 61argi en arri^re 
avec la töte extrOmement ^troite, le corselet plus r^trdci en 
avant et les ^lytres k ponctuation plus forte, mais tr^ 
6cartde. 

VIII. Prolhorax antice contrictus, dorso sulcatus aut foveo- 
latus. Caput valde elongatum. Eiytra postice leviter 
ampliata, convexa, grosse rugose punctata, metallica. 

A. • Abdomen rufum, femoribus rufis. 

20. Z. veniralis» — Long. 13 mm. 

Elongata, sat convexa, nitida, atra, eljtris atro- 
violaceis, prothörace abdomineque inifo-testaceis; capite 
minus angusto, tenuiter parce punctato, summo et inter 
oculos impresso, antice profundius transversim impresso; 
antennis ^/^ corporis attingentibus, articulo 2^ tertio fere 
dimidio breviore; prothörace latitudine parum longiore, 
antice post medium sat foiiiter angustato, lateribus postice 
leviter sinuatis, antice transversim depresso, medio te- 
nuiter sulcato, sulco antice abbreviato, parce tenuiter 
punctato, utrinque foveolis 2 purum profundis impresso; 
scutello laevi, basi transversim depresso; elytris lateribus 
levissime sinuatis; apice separatim rotundatis, punHis 
grossis plus minusve confluentibus vermiculatis, intervallis 
elevatis; subtus cum pedibus densissime punctata, pubes- 
cens. 

Auötralia (Ma collection). 

Chez cette esp^ce, qui figure dans plusieurs eollections 
80U8 le nom erron6 de l\nesidera rubricolHs Hope, le dernier 
article des palped maxillaires est un peu plus large que chez 

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273 

la plupart des Sjonitis; mais ce caract^re se inodifie insensi- 
blement d'une esp^ce h une autre. 

11 est possible que ee Zonitis soit idenüque avec le sui- 
vant donl la description lui convient bien, malheureusement 
la figure indique un corselet et une t^te si difförents que je 
n^ose pas les identifier. 

21. Z. rostrata Blessig Hör. Soe. Rossicae 1861 p. 114, pl. 3 
fig. 5. 

Long. 13 — 15 mm. 

Atro-coerulea, capite punctato, subrugoso, ore valde 
protracto, thorace rufe, obcordalo, sparsim subtilissime 
punctato, elytiis rugoso-punetatis ; subtus nigro-pubescens; 
abdominis segmentis ultimis quatuor rußs. 
Kopf bläulich schwarz mit lang schnabelförmig vortreten- 
dem Munde. Die Oberlippe viel länger als breit, die Stirn 
uneben und grob punktirt. Fühler schwarz, von der Länge 
der Flügeldecken. Halsschild gelblich roth, nur wenig länger 
als breit, an den Seiten gerundet, vorn stark verengt, hinten 
etwas eingeschnürt; seine Oberfläche etwas uneben, äusserst 
fein und zerstreut punktirt, mit schwach angedeuteter Mittel- 
furche. Flügeldecken etwas mehr als doppelt so lang wie 
breit, nach hinten an Breite zunehmend, am Ende einzeln 
zugerundet, schwarzblau, zuweilen mit etwas gi'ünlichem 
Schimmer, grob und zerstreut punktirt und gerunzelt. Schild- 
ehen dreieckig mit etwas gebogenen Seiten, von der Farbe der 
Flügeldecken, fast glatt. Unterseite und Beine schwarzblau, 
kurz schwarz behaart, die letzten 4 Abdominalsegmente gelb- 
liehroth, die 2 letzten auch mit heller röthlichgelber Behaarung. 
Australia. 
Cet insecte parait fort eurieux par la forme de la töte 
prolong^e en pointe comme le Sienostoma et par son corselet 
conique avec les cöt^s fortement arrondis avant la base. La 
coloration de ce Zonitis rappelle beaucoup celle de Tesp^ce 
suivante, mais la forme du corselet est bien differente, et les 
^Ijtres paraissent ^largies en arri^re ^ en juger par la figure, 
Sana quoi je n'h^siterais pas k les identifier. 

22. Z. rugosipmnis Fairm. Naturaliste 1879 p. 46. 
Long. lO^ls — 13 mm. 

Elongata, convexa, rufa, nitida: cnpite, antennis, 
tibiis pedibusque 2 anterioribus et coxis nigris^rothorace 

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274 

vitta longitudinali nigra, medio coaretata, fere bipartita; 
«cutello nigro, eljtris vireBoenti-cyaneis metallicis; eapite 
rugoöulo, punetato, iuter oculos impressiueculo; prothorace 
a medio antice angustato, postice vix angustato, ienuiter 
parce punetato, sulco longitudinali medio sat profundo, 
antice abbreviato, disco postice utrinque leviter foveolato; 
8Cutello subtruneato, fere laevi; eljtris grosse, parum 
dense ac irregulariter punctato-foveatis et plicatulis (inter- 
vallis tenuissime punctulatis), apice separatim ro- 
tundatis; pectore tenuiter sat dense punetato; segmentis 
abdominalibus apice nigromarginatis, r^ segmento ultimo 
apice late emarginato. 

Australia (Ma coUection). 

Var. B. Prothorace plus minusve nigrieante, 

interdum toio nigro, pedibus nigris, abdomine nigro. 

Tr^s voisin de ventraUsy mais la coloration est bien diff(^- 

rente, la t^te est plus ponctu^e, non impressionnde au sommet, 

le corselet est plus ^troit, plus r^tr^ci en avant, plus fortement 

sillonn6 au milieu, et T^cusson est ponctuc. 

23. Z. semirufa. — Long. 10 — 13 mm. 

Elongata, convexa, rufoflava, nitida, elytris obscure 
eyaneis, sat nitidis, capiie, antennis,* ore, tibiis tarsisque 
nigris; capite elongato, angusto, paree punetato, ad an- 
tennas et medio leviter ac longitudinaliter impresso, epi- 
stomate et labro impressis, antennis elongatis, 4/5 cor- 
poris longioribus, artieulo primo longiore, basi gracili, 2 ^ 
tertio valde breviore; prothorace latiludine paulo longiore, 
antice angustato, parce tenuiter punetato, medio sulcato, 
antice utrinque Ibvea sat profunda impresso; scutello 
punetato; eljtris punctis grossis saepe confluentibus dense 
impressis, rugulosis; subtus cum pedibus tenuissime 
punctata. 

Australia occid. (Coli. S6iillot et la mienne). 
Tr^s voisin de Z. rugosiperms, facile ^ distinguer par le 
dessous du corps enti^rement jaune ainsi que le corselet, qui 
pr&ente 2 fossettes en avant et en est d^pourvu en arriere, 
par la t^te moins ponetu6e et les ^Ijtres ^ fossettes moius 
grosses et plus serr^es. 

B. Abdomen concolor, femoribus rufis. ' 

24. Z. ßavicrus Fairm. Naturaliste 1879 p. 46. 

Long. II — 15 mm. 

Oblonga, convexa, valida, nigra, nitida, prothorace 
femoribusque flavo-testaceis, elytris oaeruleis siut leviter 



275 

vireseentibiis, metallicis; prothorace sat lato, convexo, 
lateribus medio rotundato, antice angustato et postice 
utrinque obsolete sinuato, parce punetato, sulco medio 
profundo, antice abbreviato, basi (ransversim impresso, 
antice utrinque fovea sat profunda et ante medium puncto 
parum profundo impresso; eljtris latioribus, postice ob- 
solete ampliatis, grosse punetato -varioJosis, vermiculatis, 
intervallis vix punct^tis, apice sat abrupte rotundatis; 
subtus dense sat tenuiter punetato -aspera, segmento 3<> 
apice biimpresso et medio breviter carinulato. 

Australia (Ma colleclion). 

Distinct du i-ugosipennis par sa forme large, plus convexe, 
les femurs d'^un jaune testace et le corselet k profondes fos- 
settes. 

C. Abdomen pcdesque concolom. 
a) Protliorax rufus. 

25. Z. rugala. — Long. 7—8 mm. 

Oblongo-elongata, nigra, modice nitida, prothorace 
rufe, antennis opacis, basi exeepta; capite fortiter pune- 
tato, inter antennas et antice transversim impresso; an- 
tennis dimidio corpons longioribus, articulo 2^ tertio 
breviore; prothorace latitudine haud longiore, postice fere 
paralielo, antice angustato, sat tenuiter sat dense pune- 
tato, medio sulco sat tenui, antice obliterato, medio in- 
terdum fere interruplo et puncto grosso impresso, disco 
utrimque puncto signato; scutello brevi, impresso; eljtris 
brevioribus, dehiscentibus, a basi postice angustatis et 
apice sat acutis, dense rugoso - vermiculatis , intervallis 
parce punctatis; subtus densissime tenuiter punctulata, 
luteo-pubescens. 

Swan River (Coli. S^dillot). ^ 

Les 3 individus quo j'ui examin^s pamissent ^tre un peu 
immatures, car les 61ytres ne sont pas bien d^velopp^es en lar- 
geur et sont repliees de cl^aque c6t6. Ce Zonitis se rapproche du 
rvgosiperms, mais il est plus petit, plus 6troit, le corselet n'est 
pas angul6 sur les cotds, le sillon median est mal marqu6, 
et les ^lytres, plus couites et ties rugueuses, n'oflVent pas une 
ponctiiation nnssi marqiieo, et ne sont pent-etre pas ^largies 
Hl arriero. 

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276 

b. Prothorax concolor. 
26. Z. nigrO'oenea Fairm. Naturaliste 1879 p. 46. 
Long. 10 mm. 

Nigra, nitidissima, elytris profunde caeruleis aut ob- 
score caeruleo-virescentibus, metallicis, pedibus fuscis; 
capite vage punetato, aniice longitudinaliter impresso; 
prothorace antice angustato, fere laevi, aniice et lateribus 
tenuiter punetato, dorso medio sat fortiter sulcato, sulco 
aotice abbreviato et utrinque postice fortiter foveato, 
aniice sat late leviter impresso; scutello laevi, truncato; 
elytris postice haud latioribus, apice separatim rotundatis, 
grosse et irregulariter punctato-variolosis. ^ prothorace 
angustiore, utrinque bifoveato, abdomine medio longitu- 
dinaliter impresso, segmento ultimo emarginato. 

Adelaide; King George's Sound. (Ma collection). 
Ressemble ä Z. rugosipennis , mais est plus ^iroit, avec 
les antennes plus gröles, att^nu^es ä Texir^mit^, le corselet 
bien plus 6troit, lisse, ayant en arri^re de profondes fosseites ; 
la sculpture des 61ytres est presque identique, mais les points 
hont plus petits et les intervalles lisses ainsi que T^cusson. 
Paralt voisin de Z. violacea, mais chez cette derni^re esp^ce 
le dessous du corps et les 4 f^murs post6rieurs sont rouge- 
atres. La coloration le rapprocherait de Z. violaceipennisy mais 
les 61ytres ne sont pas ^largies et le corselet est fortement re- 
tr^ci en avant. 

27. Z. indigacea. — Long. 15 mm. 

Elongata, convexa, nigra, nitida, elytris caeruleis, 
metallicis; capite tenuiter punetato, ad oculos longitudi- 
naliter utrinque strigato, medio leviter depresso, antice 
transversim impresso, epistomate sat fortiter impresso, 
labro medio sulcatulo, antennis validiusculis, sat brevibus, 
dimidium corporis vix attingentibus, nigris, nitidis, apice 
fuscis, opacis, articulo 2^ tertiö paulo longiore; pro- 
thorace latitudine longiore, aniice angustato, lateribus 
medio rotundato, laevi, suko medio parum profundo, 1in- 
tice abbreviato, utrinque trifoveolaio, foveola externa 
intermedia minima; scutello laevi, transversim impresso; 
elytris parallelis, apice rotundatis, grosse sat dense punc- 
tatis, punctis saepius vermiculatim contluentibus; subtus 
dense punetato - rugulosa. 

Champion -Bay (coli. Sedillol). 

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277 

Bien voisine de la nigro - aenea ^ mais plus grande, ä an- 
tennes plus courtes, le 2e article notablement plus court que 
le 3e, et le corselet moins fortement sillonn^. 

28. Z. janiMmpenms. Long. 17 mm. 

Praecedenti simillima et primo visu eljtris cjaneo- 
vioiaceis tantum disÜDcta; sed paulo major, capite inter 
oculos impresso, prothorace antiee ti'ansvei'sim depresso 
et utrinque late foveato, postiee transversim convexo, 
fovea laterali nulla, sulco medio tenui, aniice interrupto, 
basi sat fortiter impresso. 

Champion- Bay (Coli. S^illot). 
Ressemble extremem ent k VIncUgaceaj mais la sculpture 
du corselet est diff^rente; il est fortement d^prim^ en devaut, 
paus fosseltes laterales en arri^re, la töte präsente entre les 
yeux une Impression ou fossette, et les antennes, malheureuse- 
ment incompl^tes, doivent 6tre plus longues et plus robustes. 

29. Z. SecUUoHi. Long. 17 mm. 

Oblonga, sat lata, eonvexa, nigra, nitida, elytris 
cjaneis aut vireseentibus, metallicis; capite antiee atte- 
nuato , tenuissime punctulato , ad oculos longiiudina- 
liter splcatulo, labro medio sulcato ; antennis ^f^ corporis 
paulo longioribus, articulo 1^ gracili, leviter arcuato, 
lertio paulo longiore, 2® teitio distincte breviore; pro- 
thorace latitudine vix longiore, postiee fere parallelo, 
antiee angustato, lateribus medio rotundatis haud angii- 
latis, ante basin obsolete sinuatis, dorso fere planato, 
sulco medio brevissimo . signato, antiee utrinque fovea 
profunde impresso, postiee transversim convexiusculo; 
scutello impresso, haud punctato, apice obtuse rotun- 
dato; eljtris sat latis, convexis, lateribus levissime sinuatis, 
postiee vix ompliatis, apice fere truncatis, punetis grossis 
dense obsitis, intervallis plicatulis et cicatricosis, utrinque 
lineolis 2 vel 3 obsoletissime elevaiis et valde interrup- 
iis, Stria suturali integra; subtus cum pedibus tenuiter 
densissime asperulo -punctata. 

Gantheaume-Baj (Coli. S6dillot). 
(Jette espece est remarquable par sa taille, son corselet 
moins angul^ lat^ralement et ses 61jtres plus larges, plus 
tronquees; leur sculpture rappelle celle du Z. rugosipefms, mais 
elles sont plus larges et plus tronquees k Textr^mit^. 

Digitized3)c(LjOOQlC 



278 

30. Z. purpureipenms Waterh. Cistula Entom. 1875, 54. 

Long. 15 — 19 mm. 

Elongata, convexa, postice rix ampliata, metallica, 
cyaneo-violacea, interdum cupreo-micans, eljtris splendide 
violaceis, interdum violaceo-cupreis , antennis pedibusque 
cjaneis, bis apice fusco-nigris, opacis, abdomine viridi- 
aureo, cupreo-mieante; capite sat tenuiter parum dense 
punctato, Irans versim biimpresso, antiee produeto, labro 
magno, punctato, medio late impresso; antennis ^j^ cor- 
poris attingentibus, articulo 2 ^ tertio valde breviore, pro- 
thorace latitudine distincte longiore, postice fere parallele, 
antiee valde angustato et utrinque leviter sinuato, nne- 
dio late ac profunde sulcato, sulco antiee oBliterato, fere 
laevi, utrinque trifoveolato, duabus posticis profundis, 
tertia antica minuta, basi utrinque obsolete transversim 
impresso; scutello laevi, impresso; elytris punctis grossis 
laxe ac irregulariter impressis, apice rotundatis; r.ubtus 
sat dense tenuiter punctata, abdomine minus punctato, 
pedibus dense punctatis. 

Gantheaume-Bay, Champion-Baj (Coli. S^dillot). 
Voisin du Z. SedUlotiiy mais moins court avec le. corselet 
plus fortement impressionn^ et les ^lytres bien moins densement 
ponctu^s; se rapproche un peu du Z. rugosipmnia ^ mais le 
corselet est largement et profond^ment sillonn^ et les ^lytres 
pr^sentent des fossettes ^cart^es. 

31. Z. vioiaceipennis Waterh. Cistula Entomol. 1875, 54. 

Long. 13 mm. 

Nigra, nitida, elytris violaceo-purpureis; capite valde 
elongato, sat angustato, fere impunctato, post oculos vix 
angustiore; prothorace latitudine paulo longiore, leviter 
convexo, impunctato, sed medio valde canaliculato et 
utrinque fovea rotunda signato, lateribus postice fere 
parallelis, antiee gradatim convergentibus; elytris latis, 
profunde irregulariter punctatis. 
Swan River (sp. invis.). 
Praecedenti simillima, elytris paulo minus laxe punc- 
tatis, capitis lateribus post oculos fere parallelis , haud 
oblique angustatis, prothorace antiee haud abrupte eon- 
stricto et dörso haud planato. 
Pour completer Tensemble des Zonitiens d^Australie, il me 
parait utile d y joindre les Tmesidera et los Pafaestra, Mal- ' 

Digitized by VjOOQ IC 



279 

heureusement le premier de ces genies m'est inconnu, et 
bien que Laeordaire ait voulu le r^unir aux ZomHSj lee carac- 
teres donoös par Mr. Westwood semblent assez tranch^, pour 
qu'^on le conserve; je n'ai vu aucun insecte qui les pr^entät: 
thorax eapite paulo latior, margine antico rotunda- 
to, angulis anticis trunoatis et valde iDcisis, dorso 
valde sculpto; scutellum minutum; pedes ealcaribus 
brevissimis, externo posticorum latis^imo^ unguibus 
denticulatis, denteque apieali majore, singulo seta 
compressa, apice latiori instrueto. 

T. rußpmms Westw. Mag. Zool. 1841 pl. 85. 
Ix)ng. 20^/2 mm. 

Caput punctatum, postice in medio Impressum. Pro- 
tliorax margioe antico elevato, linea media longitudinali, 
impressionibus 2 profundia utrinque notatus. Eljtra 
laet« testaeea, reticulato-rugosa, singula lineis 4 longitu- 
dinalibus elevatis. 

T. violacea Hope, Proc. Ent. Soc. Lond. 1842, 71. et Trnns. 
Ent. Soc. Lond. 1845, 103. 

Long. 11 mm. 

Violacea, eapite nigro, nitido, antennis concoloribiis. 
Thorax niger, antice eapite latior, angulis anticis rotun- 
datis, posticis fere rectis. Dorsum linea longitudinali 
foveaque utrinque fortiter impressa insignitum. EIvtra 
violacea, varioloso-rugosa. Corpus infra rubrum. Pedes 
antici nigri, 4 postici concolores, femoribus rubris exceptis. 
— Adelaide. 

T. assimUs Hope 1. c, — Long. 9 mm. 

Nigm, antennis pedibusque eoncoloribus et nitidis. 
Thomx vix impressus. Elytra rubro-testacea, lineis parum 
elevatis. — Australia occid. 

T. rubricoUis Hope 1. c. — Long. 6 mm. 

Nigra, thorace rubro, elytris atris, subrugosis pedi- 
busque eoncoloribus. Corpus infra nigrum. — Adelaide. 
Les Paiaeslra semblent, au premier abord, difF^rer beaucoup 
des Zomtis k cause de leurs antennes k articles comprim^s, 
^largis, de leur eorselet fortement sinue, presque ^chancr6 de 
cliaque c6t6 en avant, et de leurs ^Ivtres k cötes saillantes. 

iQ.oogle 



280 

Mais le earaet^re des antennes s'att^nue chez quelques esp^ees 
et Ton finira peut-^tre par trouver des passages insensibles 
entre ces deux genres. 

1. P. rufipennia Gast. Hist. Ins. I. I. 251. — Lacord. AÜas 

pl. 60. flg. 3. — Long. 15—17 mm. 

Elongata, eonvexa, nigra, nitida, eljtris rußs, opaeis. 
capite dense punetato, summo medio foveato, antife 
transversim depresso, labro sulcato; antennis corpore 
medio haud longioribus, latis, arUeulis a tertio dilatatis. 
apieem versus parum angustioribusp prothorace antice 
valde constrieto et utrinque fortiter emarginato, dorjo 
medio sulcato et utrinque foveolis 2 magnis profunde im- 
presso; scutello concavo, dense punctulato; elytris elon- 
gatis, apice rotundatis, angulo suturali obtuso, suiara et 
utrinque cosiulis 4 elevatis, externa fere marginali, ioter- 
• vallis rugoso-vermiculatis, 2 ^ latiore et basi coslula brevi, 
irregulari signato; subtus cum pedibus densissime pune- 
tata. — Clarence- River (Coli. S6dillot). 

2. P. eucera Fairm. Journ. Mus. Godeffr. 1878, 111. 

Long. 20 mm. 

Praecedenti valde aiYinis, sed major, capite medii> 
carinato, angulis postieis intus impressione separatis, fere 
lobatis, prothorace postice utrinque elevato, haud impresi^o 
distincta. — Gajndah. (Mus. GodeflTroj). ' 

3. P. picUycera. — Long. 9 — 14 mm. 

Elongata, subcjlindrica , nigra, nitida, elytris njü>. 
parum nitidie; capite sat fortiter punetato, inter oculos 
earinula longitudinaliter signato, post oculos leviter sinualo 
et oblique impresso; antennis corporis medio vix longi* 
oribus, ab articulo 3 ^ latis, triangularibus, apieem versus 
vix angustioribus; prothorace latitudine vix distinete la- 
tiore, postice parum, antice magis angustato, angulis la- 
teralibus rotundatis, punetato, medio parum profunde 
sulcato, suico interdum inten upto, utrinque leviter bifo- 
veolato, basi transversim impresso; scutello punctulali», 
apice obtuso; elj tris elongatis, parallelis, apice separatim 
rotundatis, tenuissime dense ruguloso-punctatis, sutora 
haud elevata, utrinque costulis 3 sat elevatis, apice ob- 
literatis, intervnllip leviter eoncavis; subtus subtiiissime 

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281 

dense punctulata. — Australia oceid. (Coli. S^dillot et 

la miennel. 
Forme et coloration de P. rufipennisj mais avec les ^lytres 
un peu plus ^troites, la tete plus courte, sans sillon au milieu 
du somroet, le corselet k sillon et k fossette bien plus faibles, 
les elytres k suture eflae^e et k sculpture extr^mement fine 
et serr^e. Chez la $ les antennes sont ud peu plus courtes, 
et Fabdomen d^passe notablement Textr^mit^ des eljtres. 

4. P. rufodncta. — Long. 14 mm. 

Elongata, parum convexa, nigra, prothorace capite- 
que nitidis, subtus cum pedibus opaea, elytris parum ni- 
tidis, vitta marginal! angosta, apice latiore rufa; capite 
sat breviter triangulär], sat fortiter punetato, antiee trans- 
versim valde impresso, inter oculos utrinque oblique im- 
presso, puncto medio laevi, summo fortiter ac breviter 
sulcato, epistomate minus punetato, labro basi media 
puncto impresso; antennis ^/4 corporis attingentibus, com- 
pressis, articulis 6 primis sat latis; prothorace lateribus 
angulato, antiee constricto et utrinque fortiter emai^inato, 
postice utrinque sinuato, laevi, medio profunde et late 
canaliculato , utrinque antiee late -impresso, postice uni- 
foveato; scutellö concavo, vix punctulato; elytris postice 
levissime ampliatis, apice separatim rotundatis, reticulato- 
rugosis, sutura et utrinque costis 3 elevatis, apice ramo- 
sis; subtus fere laevis. — Australia occid. (Coli. S^dillot). 
Diff&re des Paiaesira pr^c^dents par les antennes plus lon- 

gues, moins ^largies et seulement k la base et diminuant peu 

i peu de largeur d^s le milieu. 

5. P. quadri/ovecUa. — Long. 9 mm. 

Elongata, subcjlindrica, nigra, nitida, elytris rutis, 
nitidis; capite triangulari, punetato, summo medio im- 
presso, inter antennas et antiee transversim impresso, 
labro medio impresso, lateribus punetato, palpis maxil- 
laribus articulo ultimo testaceo; antennis ^/s corporis at- 
tingentibus, articulis compressis, parum dilatatis, prisma- 
ticis; prothorace postice leviter angustato, antiee coarc- 
tato, lateribus emarginato, sulco medio, sat profundo, 
antiee expanso, utrinque foveis 2 magnis signato; scu- 
tellö laevi, impresso; elytris parallelis, apice separatim 
rotundatis, sutura et utrinque costulis 3 elevatis, apice 
ramosis, intervallis plicato- rugosis; subtus tenuissime 
punctulata. — Austi-alia, Eastern - creek (Coll.^^dillojt). 

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282 

Celle espece dilTfere de ses cong^n^res |)ar les Hniennes 
pro])ortionneneinent plus longues et k aiiicles beaueoup moins 
larges, ce qui la rapprocherait des ZoniUa ;' inaia outre la 
seulpture des ^lytres, eile a les crochets des tarses roussätre« 
comme lous les Palaestra. 



Neue Staphylinen, 

beschrieben von 
Dr. Eppelslieim in Grünstadt 



Leptuaa Asturiensis n. sp. 

Elongata, parum convexa, nitidula, subtilissioie pu- 
bescens, ferrugineo-testacea antennis« pedibusque coneo- 
loribus, abdomiDis segmento 5 ^ nigro^ thorace transverso 
basin versus augustato angulis Omnibus rotundatis, eljtris 
thorace parum angustioribus brevioribusqne crebre for- 
tius punctatis, abdomine segmentis anterioribus paree sub- 
tilissime punetatis, posterioribus laevigatis. Long, ^j^ lin. 
Mas: thorace medio lodistincte canaliculato, eljtris fortius 
granuloso-puDctatis disco subimpressis, abdomine lineari. 
Fem.: thorace aequali, elytris minus fortiter et crebre gra- 
nuloso- punetatis, abdomine basin versus parum an- 
gustato. 
In Grösse, Gestalt und Färbung der L. nubigena am ähn- 
lichsten, etwas weniger flach mit kürzeren dichter punktirten 
Flügeldecken, durch den rothen Kopf allein schon leicht zu 
unterscheiden. Der Körper ist schmal und gestreckt, oben 
wenig gewölbt, vorn weniger, auf dem Hinterleib lebhafter 
glänzend, äusserst zart und hinfällig behaart, einfarbig hell 
rostroth, nur das 5. Segment tief schwarz. Der Kopf ist 
rundlich, schmäler als das Halsschild, hinten wenig eingeschnürt, 
kaum sichtbar punktirt, oben wenig gewölbt. Die Fühler sind 
kräftig, so lang als Kopf und Halsschild, nach der Spitze stark 
verdickt, das erste Glied gestreckt, das 2. kaum schmäler 
aber viel kürzer als das erste, cjlindrisch, das 3. um (jie Hälfte 
kürzer und schmäler als das 2., nach der Basis stark verengt, 
verkehrt kegelförmig, das 4. schon quer, etwas breiter als das 

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283 

3.; vom 5. bis 10. werden die einzelnen Glieder immer kräf- 
tiger udd breiler, so dass jedes mehr als doppelt so breit als 
lang ist, das Endglied ist kui-z eiförmig, stumpf zugespitzt, 
kQrzer als die zwei vorhergehenden zusammen. Das HalsscbiJd 
ist um mehr als die Hälfte breiter als lang, an den Seiten im 
Bogen gerundet, nach rückwärt« stark verengt, alle Ecken 
abgerundet, oben tiur massig gewölbt, sehr dicht und fein 
punktirt und behaart. Die Flügeldecken sind etwas kürzer 
und schmäler als das Halsschild, nach hinten kaum verbreitert, 
am Nahtwinkel gemeinschaftlich wenig tief ausgeschnitten, 
dicht und s&iemlich kräftig körnig punktirt. Der Hinterleib ist 
gestreckt, vom kaum breiter als die Flügeldecken, auf den 
vordem Segmenten sparsam und äusserst fein punktirt, hinten 
ganz glatt. Die Beine sind von der Farbe des übrigen Körpers. 

Beim ^ ist das Halsschild in der Mitte von einer seichten 
uDdeatHchen Längsrinne durchzogen, die Flügeldecken sind 
dichter und kräftiger, deutlicher körnig punktirt, auf der Scheibe 
beiderseitd leicht eingedrückt, der Hinterleib ist ziemlich gleich- 
breit, nach vom kaum merklich verschmälert. Beim $ sind 
Halsschiid und Flügeldecken ohne sichtbare Eindrücke, letztere 
weniger dicht und schwächer gekörnt, und der Hinterleib ist 
nach rückwärts deutlich verbreitert. 

Meine Sammlung besitzt nur ein einziges Pärchen, wel- 
ches von Getschmann im vorigen Jahre in Asturien gesammelt 
wurde. 

Leptusa gromuUpermis n. sp. 

Elongata, subconvexa, parce pubescens, nigra, nitida, 
eljtris piceis, antennis, pedibus anoque testaceis; thorace 
transversim subquadrato posterius angustato basi impresso, 
elytris hoc tertia parte brevioribus crebre fortiter gra- 
nuktso-punctatis, abdomine apicem versus ampliato supra 
fere laevigato. Long. 1 lin. 

Grösser als die nächstverwandten L. piceata und abdo- 
minalis, 80 gross als die ebenso nahe stehenden L. difformis 
und Simoni, dunkler gefärbt als alle genannten Arten; durch 
die krätzig körnig punktirten Flügeldecken besonders ausge- 
zeichnet. Der Körper ist ziemlich gestreckt, mössig gewölbt, 
sparsam fein graugelb behaart, auf Kopf und Halsschild mit 
etwas gedämpftem Fettglanze, auf Flügeldecken und Hinterleib 
mit lebhaftem Glänze, rchwarz, die Flügeldecken pechbraun, 
der Mund, die Fühler, Beine und Hinterleibsspitze hell gelb- 
^>n«in. Der Kopf ist fast so breit als das Halssciiild, fjuer- 

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284 

gerundet, die Stirn massig gewölbt, sehr fein, wenig dicht 
punktirt. Die Fühler sind etwas länger als Kopf unfl Hals- 
schiid, nach der Spitze zu verdickt, Glied 3 wenig kürzer 
aber etwas schlanker als 2, 4 quadratisch, 5 — 10 allmählich 
breiter werdend, die vorletzten Glieder wohl doppelt so breit 
als lang, das Endglied kurz, knopfförmig. Das Halsschild i«t 
etwa um ein Drittel breiter als long, an den Seiten vor der 
Mitte fast winklig erweitert, naeli hinten verengt, mit stark 
nach abwärt« gebogenen Vorder- und stumpf zugerundeten 
Hinterecken, der Vorderrand schwach gebogen, der Hinterrand 
gerade, in der Mitte etwas niedergedrückt, oben leicht gewölbt, 
äusserst fein, wenig dicht punktirt, vor dem Schildchen mit 
einem ziemlich breiten und tiefen Eindruck, welcher fast bis 
zum Hinterrand reicht und zumeist sich als feine Rinne durch 
die ganze Länge des Halsschildes fortsetzt. Die Flügeldecken 
sind gut um ein Drittel kürzer als das Halsschild, an der Basis 
kaum breiter als der Hinterrand desselben, nach rückwärts 
sehr wenig erweitert, die Schultern kaum vorstehend, der 
Hinterrand in der Mitte gemeinschaftlich seicht ausgerandet, 
die Oberfläche wenig gewölbt, massig dicht stark körnig punk- 
tirt. Der Hinterleib ist gestreckt, viel länger und viel breiter 
als der Vorderkörper, von der Basis bis zur Mitte des 4. Seg- 
ments stark erweitert, von da an nach rückwärts allmählich 
sehwach verschmälert, so dass der Hinterrand des 6. Ringes 
immer noch viel breiter ist als die Flügeldecken, an der Basis 
der 4 ersten Ringe quer eingedrückt, vorn sehr vereinzelt und 
undeutlich punktirt, hinten ganz glatt. 

Gesehlechtsunterschiede treten wenig hervor. Beim ^J 
sind die Flügeldecken stärker gekörnt und der Hinterleib ist 
nach rückwärts weniger erweitert. 

Von Getschmann in Astunen aufgefunden. 

Die neue Art ist namentlich bezüglich der Punktirung der 
Flügeldecken der L. Simoni mihi aus dem Schwarzwald am 
ähnlichsten, welcher sie auch in der Grösse ziemlieh gleich- 
kommt; allein L. Simoni ist flacher, mehr gleichbreit — indem 
sich der Hinterleib nach hinten nicht so erweitert — , in der 
Mitte weniger eingeschnürt — indem das Halsschild nach 
hinten weniger verengt ist und die Schulterecken deutlicher 
hervortreten — , sie hat ein längeres Halsschild und gleich - 
massige Färbung des Kopfes, Halsschilds und der Flügel- 
decken, während bei L. granulipennis die helleren Flügeldecken 
deutlich gegen den tiefschwarzen Vorderkörper und Hinter- 
leib abstechen. — L. diflbrmis ist gleichgro3S, aber in der 
Mitte ebenfalls nicht eingeschnürt, hat ein breiteres Hals- 

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285 

Schild, dichter und weniger stark punktirte Flügeldecken^ 
eiiicD deutlich punktirten Hinterleib und dunkleren Kopf bei 
hellerem Halsschild und Flügeldecken. — L. piceata ist 
nicht einmal halb so gross, heller gefärbt; ihr Halsschild 
ist breiter, ihre Flügeldecken kürzer und schwächer punktirt. 
— L. abdominalis stimmt in der rauhkörnigen Punktirung 
der Flügeldecken namentlich des (^ ganz mit L. granulipennis 
überein, ist aber nur von der Grösse der L. piceata, heller 
gefärbt, und hat ein kürzeres Halsschild ohne Eindrücke und 
kürzere auf der Scheibe eingedrückte Flügeldecken. — L. 
flavicornis endlich ist kleiner und schlanker, hat ein längeres 
ungerinntes Halsschild und viel kürzere, seicht und unbestimmt 
punktirte und auf der Scheibe eingedrückte Flügeldecken. 

Homalota (LAoglutd) Letzneri n. sp. 

Nigra, subnitida, antennis eijtrisque obscure fuscis, 
j>edibus testaceis; capile, thorace eljtrisque subtilissime 
alutaceis, his thorace tiansvcrsim subquadrato medio 
subimpresso paullo longioribus, abdomine antenus parcius 
punctato, posterius laevigato. Long. 1^/3 lin. 

Mas: thorace medio profundius longitudinaliter biim- 

presso, abdominis segmento dorsali seeundo 

tubereulo rotundato munito, septimo confertim 

granulato granuloque paullo distinctiore apicali 

utrinque instructo, margine apicali medio obtuse 

subacuminato. 

Fem. : segmento 7 supra et infra apice late rotundato. 

Von der Grösse und Färbung der H. crassicoruis und 

derselben in allen Stücken so ausserordentlicii ähnlieh, dass 

es schwer fallen dürfte, eine differentielle Diagnose auf die 

Form und Sculptur der einzelnen Theile ohne Zuhülfenahme 

der Geschlechtsmerkmale festzustellen; diese letztern sind dann 

aber so charakteristisch, dass die Unterscheidung der neuen 

Art nicht nur von der H. crassicornis, sondern auch von den 

übrigen nächstverwandten Arten keineswegs sehr schwer ist. 

Im Allgemeinen ist H. Letzneri etwas dunkler geförbt 
als H. crassicornis, namentlich sind die Fühler einfarbig dunkel- 
braun, an der Basis kaum etwas heller, und die Flügeldecken 
meistens dunkel pechfarben, seltener heller gelbbraun, wie 
dies letztere bei H. crassicornis zumeist der Fall ist. Der 
Vorderkörper ist im Grunde fast noch feiner chagrinirt, als 
bei der letzteren, daher der Glanz derselben noch etwas mehr 
gedämpft, die zwischen der Chagrinirung hervortretende Punk- 

ooQle 



286 

iirung, namentlich des Halsschildes, fast noch seichter und 
oberflächlicher. Der Kopf ist trotz des lederartig gewirkten 
Grundes zienolich lebhaft glänzend, die Punktirung derselben 
wenig eonstant, wie bei H. crashicornis , zwar stets sparsam 
und zerstreut, aber bald fein und oberflächlich, bald gröber 
und tiefer und dies ohne Rücksicht auf das Geschlecht: bei 
manchen $ ist die Punktirung der Stirn gröber und deutlicher 
in die Augen fallend, als bei andern ^J; ebenso ist der Stirn- 
eindruck vielen Schwankungen unterworfen und beim $ oft 
breiter und tiefer als beim $, Die Bildung der Fühler ist ganz 
dieselbe wje bei H. crassicornis , und ebenso bieten das Hals- 
schild, die Flügeldecken und der Hinterleib kaum irgend ein 
Merkmal dar, auf welches sich eine feste Difl*erenz von U. crassi- 
cornis gründen liesse. So liegt denn fast der einzige greif- 
bare Unterschied in der Verschiedenheit der sexuellen Aus- 
bildung. Beim ,^ der H. Letzneri zeigt das Halsschild in der 
Mitte einen tiefen Doppeleindruck, das zweite obere Hinter- 
leibssegment, wie bei H. umbonata, in der Mitte ein rundliches 
Höckerchen; das 7. Segment ist oben dicht mit erhabenen 
Körnern besetzt, von welchen eines an der Spitze beiderseits 
neben dem Seitenrande deutlicher hervortritt und ganz dieselbe 
Form und Grösse hat, wie bei H. pagana ; der Hinterrand dieses 
Segments, welcher breiter als bei H. crassicornis, schmäler 
als bei H. pagana ist, ist verdickt und in der Mitte stumpf- 
winkelig vorgezogen. 

Beim $ der H. Letzneri ist das 7. Segment oben und 
unten breit abgerundet, viel breiter als bei H. crassicornis. 

Während also bei dem ^ <^ör beiden Arten die Eindrücke 
des Halsschilds ganz die gleichen sind, zeigt H. Letzneri auf 
dem 2. Segment ein Höckerchen, welches der H. crassicornis 
abgeht. Ausserdem ist das 7. Segment der ersteren nach 
rückwärts weniger verengt, der Hinterrand derselben also 
breiter, und das zähnchenförmig hervortretende Höckerchen 
neben dem Seitenrand ist kürzer und an deinem vorderen 
Ende nicht verdickt, wie bei H. crassicornis. — Beim $ der 
letzteren ist das 7. Segment oben und unten rückwärts viel 
mehr verschmälert, schmal, bei H. Letzneri breit abgerundet. 

Nächst der H. crassicornis zeigen H. trigemina mihi, 
(Verh. zool.-bot. Ges. Wien, 1879 p. 459) pagana und um- 
bonata am meisten Verwandtschaft mit H. Letzneri. 

H. trigemina ist etwas grösser, hat längere an der Basis 
hellere Fühler, ein weniger kurzes, stärker punktirtes Hals- 
schild und einen breiteren Hinterleib; das ^ hat mit H. Letz- 
neri und crassicornis den tiefen Doppeleindruck des Halsschildes 

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287 

gemein, aber keinen Höcker auf dem 2. Rückensegment, und 
beim $ ist der Hinterrand des 7. Bauchsegments nicht breit 
abgerundet, sondern deutlicl» ausgenindet. 

H. pagana ist grösser, heller geförbt, hat weit kräftigere, 
viel längere Fühler und ein schmäleres, dicht und deutlich 
punklirtes Halssclrild; das ^J entbehrt des Doppeleindrucke 
des Halsscbilds und das Höckerchen auf dem 2. Abdominal- 
Segment; das $ ist in der Bildung des 7. Segments kaum von 
H. Letzneri verschieden, aber durch die übrigen angegebenen 
Merkmale leicht zu unterscheiden. 

H. umbonata endlich ist tiefschwarz, weitaus glänzender, 
hat längere und breitere, dunklere, auf der Scheibe heller ge- 
färbte Flügeldecken und dunklere Schenkel; das (J stimmt in 
d^r Ausbildung der Geschlechtsmerkmale auf dem Hinterleib 
völlig mit H. Letzneri überein, ermangelt aber des tiefen Hals- 
schildeindrucks; das $ hat auf dem 2. Ruckensegment ein 
kleines Höckerehen, welches dem $ der H. Letzneri abgeht, 
und das 7. Bauchsegment ist hinten leicht ausgerandet. 

Ich habe mir erlaubt, die neue Art nach dem hochver- 
dienten Nestor der schlesischen Entomologen zu benennen, 
welcher dieselbe auf dem Glazer Schneeberg in geringer Zahl 
erbeutete. Ebendaselbst, so wie bei Schlesisch-Friedland wurde 
sie auch von Herrn E. Schwarz gefunden. Meine Sammlung 
besitzt auch ein Stück ((J) aus dem Böhmerwald. 

Fauvel,«dem ich diese Art zur Ansicht mittheilte, erklärte 
dieselbe für seine H. conifera von Minsk. Da diese jedocb 
nach späterer brieflicher Angabe FauveFs mit H. hjpnorum 
Ksw. identisch sein soll, welche von meiner Art specifisch 
verschieden ist, so glaubte ich, den der letzteren ursprünglich 
verliehenen Namen beibehalten zu dürfen. 

LUhocharie Brancsiki n. sp. 

Elongata, sublinearis, nitidior, picea, capite abdomine- 

que nigris, antennis, pedibus abdominisque segmentorum 

marginibus anguste rufis; capite thoraceque subquadrato 

crebrius sat Ibrtiter punctatis, elytris hoc paullo longi- 

oribus, abdomine parcius subtiliter punctato. Long. 2 lin. 

3Jas: Abdominis segmento ventrali 6^ apice medio 

bisinuato, excisionum marginibus nigro-pectinatis, 

iateribus oblique truncato, 7^ triangulariter exciso. 

Kaum kleiner als L. brunnea, ihre nächste Verwandte, 

aber etwas schlanker und schmäler, weniger dicht punktirt, 

dalier glänzender, mit dunklerem Kopf und Hinterleib, etwas 

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288 

längerem Halsschild und anderer GeschleehUauszeichnung des 
^: gestreckt, fast gleichbreit, ziemlich glänzend, Halsschild 
und Flügeldecken röthlich pechbraun, letztere gegen die Hinter- 
ecken zu mit etwas dunklerem Anflug, Kopf und Hinterleib 
schwarz, der Mund, die Fühler, die Beine, ein schmaler Hinter- 
saum der Abdominalsegmente und der After hell rothbraun. Der 
Kopf ist so breit als das Halsschild, quadratisch, kaum länger 
als breit, dicht und stark punktirt, weniger dicht und kräftiger 
als bei L. brunnea, mit glänzend glatten Zwischenräumen der 
Punkte, oben und an den Seiten ziemlich dicht und lang, ab- 
stehend schwärzlich behaart; eine feine glatte Mittellinie ist, 
wie bei L. brunea, kaum angedeutet. Die Fühler sind wie 
bei dieser gebildet. Das Halsschild ist etwas schmäler als bei 
L. brunnea, nur um ein ganz Geringes breiter als lang, naq^ 
rückwärts deutlich verengt, ebenso stark , aber nicht ganz so 
dicht wie der Kopf punktirt, mit glänzend glatter, schwach 
erhabener, massig breiter Mittellinie, wie der Kopf behaart^ 
an den Seiten mit hier und da untermischten längeren Haaren 
besetzt. Die Flügeldecken sind kaum etwas breiter als das 
Halsschild vorn, etwa um ein Drittel länger als dasselbe, 
gleichbreit, nicht gerade fein, aber doch viel feiner als das 
Halsschild, massig dicht punktirt, anliegend grau behaart. 
Der iiinterleib ist schwarz, der Hinter- und Seitenrand der 
einzelnen Segmente rotbbraun, oben ziemlich sparsam fein 
punktirt und anliegend grau behaart, an den Seiten; namentlich 
gegen die Spitze hin, mit längeren abstehenden dunkleren 
Haaren besetzt. Die Beine sind hell roth braun. 

Die Geschlechtsauszeichnung des ^ ist sehr eigenthUmlich. 
Das 6. Bauchsegment desselben ist hinten in der Mitte schwach 
ausgerandet, die Seiten dieser Ausrandung sind nochmals schräg 
ausgebuchtet, die Ränder der Ausbuchtungen mit starren 
schwarzen Börstchen besetzt; an den Seiten ist der Hinterrand 
schräg nach aufwärts abgestutzt. Das 7. Segment ist dreieckig 
aussgeschnitten. 

Von Dr. Brancsik zuerst in Steiermark aufgefunden und 
ihm zu Ehren benannt; von Herrn von Hopffgarten auch in 
Slavonien (Xupanja) entdeckt. 

Phloeocharis umbralilis n. sp. 

Subtilius gnseo-pubescens, nigro-picea, nitida, ore, an- 
tennis clavatis pedibusqne flavis, segmentorum marginibus 
anoque ferrugineis; capite thoraceque sublaevibus, elytris 
hoc dimidio brevioribus indistincte punctatis, abdomine 
crebrius subtiliter punctato. Long, vix 2/3 lin. 

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289 

Um mehr als das Doppelte kleiner, als Phl. subtilissima, 
noch kleiner als Phl. corsica, mit welcher sie die kleinen 
Augen gemein hat, in der dunkeln Färbung der Phl. laticollis 
zunächst stehend, durch den glänzenden Yorderkörper und die 
kurzen Flügeldecken sehr ausgezeichnet: dunkel pechbraun, 
der Mund, die Fühler und Beine hellgelb, ein schmaler Hinter- 
rand der Segmente und die Hinterleibsspitze rostroth, oben 
ziemlich fein, auf dem Hinterleib etwas dichter als auf dem 
Yorderkörper, graugelb behaart. Der Kopf ist kleiner und 
schmäler als das Halsschild, von der gewöhnlichen Bildung, 
die Augen klein. Die Fühler sind kürzer als bei Phh sub- 
tilissima und corsica, abstehend weisslich behaart, die zwei 
ersten Glieder leicht verdickt und kräftiger als die folgenden, 
3 so lang als breit, 4 — 8 klein, quer, allmählich breiter wer- 
dend, 8 beträchtlich breiter als 4; die 3 letzten bilden eine 
deutlich abgesetzte Keule, an welcher das 10. Glied stärker 
als das 9., wohl doppelt so breit als lang und so breit als 
das kurze stumpf abgerundete Endglied ist. Das Halsscliild 
)ftt etwa um ein Drittel breiter als lang, an den Seiten gleich- 
massig gerundet^ nach hinten kaum mehr als nach vorn ver- 
engt, mit abgerundeten Vorder- und stumpfen Hinterecken, 
oben massig gewölbt. Kopf und Halsschild, wiewohl im Grunde 
fein lederartig gewirkt, sind glänzend, und zwischen der feinen 
Chagrinirung sind hier und da vereinzelte feine Punkte sichtbar. 
Das Schildchen ist kurz, breit abgerundet, schwer sichtbar. 
Die Flügeldecken sind kaum schmäler, aber nur halb so lang 
als das Halsschild, undeutlich und unbestimmt ziemlich spar- 
sam punktirt. Der Hinterleib ist massig dicht, gleichfalls 
sehr fein, etwas deutlicher als der Vorderkörper punktirt. 

Unaqsgeiarbt i^t das Thier einfarbig hell gelbbröunlich. 
Sollte dasselbe mit Phl. bracliyptera Sharp identisch und diese 
nach nicht völlig nusgefarbten Stücken beschrieben sein? 
Von Getschmann in Asturien aufgefunden. 



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290 



Exotisches 

von 
C. A« 0ohni» 



88. Galerita leptodera Chaud. 

Die mir aus Monrovia mehrfach zugegangnen Exemplare 
dieser Art, und die Notiz, welche Baron Chaudoir selber in 
seineif! Artikel Bulletins de Moscou 1861, 11 p. 559 giebt, 
machen es mir mehr als wahrscheinlich, dass für diese Art 
der Name 6. attelaboides F. eintreten muss. Die irrige Patria 
in der Entomologia svstematica I p. 132 hat gar nichts zu 
sagen; ^India^ bedeutete für damalige Sammler ebenso gut 
West- wie Ost-Indien, Afrika oder Brasilien. Auch haben die 
Herren Redactoren des Catalogus monacensis — worauf ge- 
stützt, weiss ich nicht — das Vaterland bereits ra „Amer. 
mer.^ verändert; Olivier, den sie citiren, giebt ^CJoromandeP 
an. Die Beschreibung Olivier's bietet keinen Anhalt, d^nn 
er copirt nur wörtlich den oben bezeicluieten Text des Fabri- 
cius. Aber sein Bild Tafel VI üg. 70 ist unverkennbar die 
Gal. leptodera, die sich durch ihre schmale Zierlichkeit von 
allen übrigen kenntlich absondert. Das Bedenken Chaudoir^s 
wegen des Thorax parum marginatus erledigt sich meines 
Erachtens ausreichend dadurch, dass Fabricius dicht vor dieser 
Art die Carabus (Scaphinotus) elevatus und unicolor bc- 
.»schrieben hat, gegen deren hoch aufgeworfne Thoraxränder 
der des C. attelaboides freilich fast verschwindet. Mein wür- 
diger alter Freund Weslermann war (nebenher bemerkt) äus- 
serst sorgsam und vorsichtig in seinen Determinationen, und 
würde den von ihm in Guinea gesammelten Käfer dem Grafen 
Dejean (aus dessen Sammlung Chaudoir ihn erhielt) nicht als 
attelaboides F. gesandt haben, wenn er dessen nicht dui-ch 
Vergleich mit dem Typus in Copenhagen gewiss gewesen wäre. 
Wenigstens gilt in meinen Augen dies Argument mehr, als 
die grcssentheils auf blosses Gedächtniss fussenden Bemerkungen 
Schaum's im Jahrgang 8 unsrer Zeitung, welche er überdies 
gerade in Betreff der G. attelaboides im Jahrgang 9 wesent- 
lich modificirt hat. 

89. Galerita nigrocyanea Chaud. 

Abgesehen von dem ^brun tr^s fone6^, welches der Autor 
dieser Art aus Sierm Leone zusehreibt, und welches mögliehe r- 

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291 

weise eine Verdunkelung durch Traneport in Spiritus sein 
kann, liegt mir eine rothgelbe Galerita von der GoldkUste vor, 
welche in allen Punkten mit Chaudoir's sorgsamer Beschrei- 
bung harmonirt, auch in der Streifung der Elytra, d. h. zwi- 
schen je 2 höheren Streifen 2 niedrige, deren Mittelraum durch 
grobe Punkte oder eigentlich Grtibchen ausgefüllt ist, eine 
eigenthümliche Sculptur, die auch der Gal. africana zukommt. 
Auf den Umstand, dass bei dem mir vorliegenden $ (auch 
der Tjpus Chaudoir's gehört diesem Geschlecht« an) die 
FlOgeidecken gegen die Basis eher noch verschmälerter sind 
als bei africana, wird kein grosses Gewicht zu legen sein, du 
z. B. bei meinen africana darin Ungleich formigkeit wahrnehm- 
bar ist. 

90. Galerita peregrina Dhn. 

Bei Gelegenheit dieser Revision meiner Galeriten und bei 
dem Vergleich der von Chaudoir 1. c. und der im Münchner 
Kataloge aufgeführten Arten fiel es mir auf, darin einer Art 
nicht zu begegnen, die ich in einem Pärchen aus Hongkong 
durch die Güte meines Freundes Bowring schon seit geraumer 
Zeit besitze. Sie weicht von den mir bekannten asiatischen 
(die Orientalis Schmidt- Goebel kenne ich nicht) so weit nb, 
dass eine kurze Diagnose völlig ausreichen wird. 

G. supra atra, infra nigra, capite cum antcnnis 
rufo, eljtris striatis, t'emoribus testaceis, genibus, ti- 
bi is tarsisque nigris. 
Mas: angustior, elytris parnllelis. 
Femina: latior, eljtris versus apicem nonnihil ampliatis. 
Long. 18 mm. Lut. maris (elytr.) 5, feminae 
61/2 ^^- Patna: Hongkong. 

Die Streifen der Elytra gleichen denen der G. nigro-cyanea, 
insofern auch bei G. peregrina zwischen zwei stärkeren Streifen 
je zwei feinere stehen, weichen aber darin ab, dass die Punkte 
oder Grübchen sich nicht auf den Mittelraum der feineren 
beschränken, sondern auch dicht neben den stärkeren deutlich 
wuhroehmhar sind. 

91. .Erotylus incomparalnKs Feriy. 

Wenn Crotch diese Ai-t y,the most variable species of 
tlie genuö^ nennt, so will ich ihm darin gerade nicht wider- 

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292 

sprechen, obschon die Mehrzahl dieser Pilzfresser in Gestalt, 
Farbenvertheilung, Punktirung zur Fahne der Unbeständigkeit 
geschworen hat. Es ist auch möglich, dass er mehr Exem- 
plare, als ich, vor sich hatte. Aber unter dem Dutzend, das 
mir vorliegt, finde ich kein einziges seiner Yar. A, deren 
basal fascia aus ^3 yellow dot« near the scutellum*^ bestehen 
soll, vielmehr haben alle ohne Ausnahme ausser dem gelben 
Fleck am Aussenrande der Eljtra nicht drei sondern vier 
gelbe Tupfen um das Schildchen, zwei auf jeder Decke, aber 
das innere Ttlpfehen niemals dem scutellum so nahe, dnss 
man annehmen könnte, es fliesse auf der Naht jeweilen mit 
dem correspondirenden zusammen. Mithin bleibt mir die Zu hl 
3 läihselhaft. Auch bei seiner Var. B sagt er wiederum: 

Basal fascia rcduced to 3 or 4 yellow dots, 2 — 3 
united in a broad band, or 2 — 5 confused inextri- 
cably. (This is Ihe described form and the niost 
abundant.) 

Hier ist mein Bedenken gegen die ^3 or 4 yellow dots^ genau 
dasselbe, und ich fmde nicht, dass die Beschreibunng Perly^s 
der Behauptung von Crotch zu Hülfe kommt. Sie lautet 
(Delect. animal. p. III) 

Elytra gibbosa, profunde punctata, coccinea, ad basin 
late nigra, punctis in singulo tribiis flavis, quorum 
unum marginale. 

Das heisst doch auf deutsch, jede Decke hat 1 Randpunkt. 
und zwei innere, und das stimmt mit fast allen meinen 
Exemplaren, ohne besonders inextricable Confusion. 

Die Bezeichnung fascia für die bezeichneten gelben Punkte 
ist überhaupt unpapsend, denn sie stehen so vereinzelt, und 
namentlich die 4 um das Schildchen in so rhombischer 
Stellung, dass sie nichts von einer Binde an sich tragen. Auf 
einem meiner Exemplare hat die eine Decke noch einen über- 
schüssigen gelben Punkt hinter dem zweiten innern. Auf 
einem andern Stücke ist im Gegensatze der übrigen, welche 
gerade auf dem höchsten Punkte der Convexität der Decken 
breit Scharlach gefUrbt sind, diese Stelle ziemlich breit schwarz 
gebändert. Wieder ein andres Exemplar hat den Rand]>unkt 
und den innern der gelben Schildchenpunkte in Zwillingsform. 
Auch bei der Färbung der Epipleuren herrscht Unbeständig- 
keit — manchmal ist reines Roth in der Mitte von beider- 
seits Schwarz eingefasst, manchmal das Roth schwarz durch- 
sprengt. 

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293 



92. Erotylus cassidoides Crotch, 

Allerdings hat Grotch seine ^Revision der Erotyliden^ in 
eiDem englischen Journal, der Cistula Entomologica, heraus- 
gegeben, und man findet deshalb hinter den lateinischen Be- 
schreibungen der neubeschriebnen Arten manche nicht unwich- 
lige Punkte erst in den beigefügten englischen Zusätzen be- 
rOcksichtigt. So z. B. wird bei der oben bemerkten Art in 
der Beschreibung angegeben ^abdomine rufo^ — nachher 
lieisst es in der englischen Nachbemerkung: ^The abdomen 
is sometimes entirely black.^ Offenbar wäre hinter rufo der 
kuree Zusatz ^interdum nigro^ rathsamer gewesen: mich we- 
nigstens hatte bei zwei Exemplaren dieses schönen Erotjlus 
von Ega die lateinische Beschreibung einen Augenblick irre 
gefQhrt. 

93. Aegithus sangtdnans Dhn. 

Zu dem Exemplare, welches ich S. 152 besprochen habe, 
fanden sich seitdem noch drei andre identische aus Ega 
(Amazonenstrom). ISie stimmen mit dem früheren namentlich 
in dem Punkte genau, dass sie keine Spur von den fett- 
glftnzenden Kreisfleckchen auf den Eiytern haben, durch welche 
^ich A^. cjanipennis Gu^r. auszeichnet, und welche auch auf 
Aeg. consularis Gn^r. deutlich wahrnehmbar sind. Aber 
ausser diesem Unterschiede kann ich auch keinen andern 
herausfinden, und mein Glaube an die Aufrechthaltbarkeit meiner 
Art ist nicht besonders stark. Bei den 3 nachgekommenen 
Stocken sind die Epipleuren fast ganz blutroth, und wenn 
Crotclt den Aegithus Burmcisteri neben punctatissimus gelten 
lässt, weil jener gelbe, dieser schwarze Epipleuren hat, so 
hätte er consequenter Weise auch dem Aeg. consularis die 
Existenzberechtigung zugestehen können. 

94. Brachycerus tuberculosus GyW. 

Aus einer westafrikanischon Gegend mit dem beliebten, 
aber etwas unbestimmten Namen Guinea lag mir ein Rüssel- 
käfer zur Determination vor. Durch eine Sendung des Stutt- 
garter Museums wurde das Habitat genauer in ^Akem an der 
Goldküste^ praecisirt. 

Dass mich dieser Curculio ganz besonders ihteressirte, 
werden diejenigen begreiflich finden, welche die ^garstige 
Schönheif^ des Dinomorphus pimelioides Pertj aus Brasilien 
entweder in natura kennen, oder durch Lacordaire's Bemer- 
kung (Oen. d. Col. VI p. 293 note) und meine gelegentlichen 



294 

Erwähnungen in dieser Zeitung auf diese Art aufmerksam ge- 
macht worden sind. Man wird es deshalb verstehen, doss es 
mich verwundern musste, in einem afrikanischen Brach j- 
cerus ein etwas verkleinertes, aber in allen wesentlichen 
Punkten des Habitus wesentlich stimmendes Abbild des ameri- 
kanischen Thieres wiederzufinden. Es ist hier nicht der 
Ort, über die Gründe zu discutiren, welche Laoordaire dazu 
bewegen haben, zwischen Brachycerus und Dinomorphus eine 
anscheinend so gewaltige systematische Scheidewand zu er- 
richten, dass er Brachycerus als letzte Gattung seiner L^ion 
I, Curculionides ad^lognathes, Dinomorphus als erste seiner 
L^ion II, Cure, phanerognathes aufstellt. Aber es wird 
immerhin bedenklich sein, dass es einen Brachycerus glebt 
(den eben vorliegenden), der den ganzen Habitus des Dino- 
morphus so getreu abspiegelt, dass man erst nach den sub- 
tilen Charakteren suchen muss, weshalb beide in zwei ver- 
schiedne Hauptabtheilungen gehören sollen. ^La non-contiguit^ 
des hanches ant^rieures^, auf welche Lacordaire für die L^ion 
II (I. c. p. 287) einen besondern Accent legt, finde ich z. B. 
bei Dinomorphus nicht vorhanden. Man sieht auch, (L c. 
p. 284, p. 291) dass dem ^Sjstematiker^ bei dieser augen^ 
fälligen Künstlichkeit nicht ganz geheuer war, wie sich schon 
aus der Wendung ergiebt: ^Cet assemblage insolite de carac- 
tferes ne s^observe que dans le genrc Dinomorphus de Perty, 
Tun des plus extraordinaires de la Familie. II r^unit en eflei 
des particularit^ emprunt^es au moins k trois groupes dif- 
f^rent«.^ 

Nun handelte es sich zunächst dämm zu ermitteln, ob 
dieser Dinomorphus ^en miniature^ schon beschrieben wäre 
oder nicht. Da es (in fidem Gemminger-Harold) 208 be- 
schriebne Brachycerus giebt, und da ich nicht speciell gesonnen 
war, von dieser anmuthigen Masse alle die im Schönherr oder 
anderswo nachzulesen, die ich nicht schon in meiner Samm- 
lung benannt vor mir sah, so gerieth ich auf den zeitsparen- 
den Gedanken, zunächst diejenigen aufzusuchen, die nicht vom 
Cap oder Caffraria (weitaus die Mehrzahl), sondern von Guinea 
stammten. Da fand ich denn, dass Fabricius einen Brachy- 
cerus sp in ig er aus Guinea besehrieben hatte, also flugs das 
Systema eleutheratorum II p. 413 nachgeschlagen! ^elylra — 
— lineis tribus spinarum elevatarum ?'^ nein, das passt un- 
möglich. Aber der gleich darauf folgende curculio verruco- 
sus, ebenfalls aus Guinea? Von ihm lautet es: 

Magnus. Caput inaequale, einereum. Thorax subinermis, 
einereus, puneiis plurimis elevatis, atiis, glabrif^. Ely* 

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395 

int cinerea, fascia media lata, inaequali, fusoa, punc- 
tis elevatis, atris Bpinisque brevibus, acuüa armata* 
Postioe tubercttlum obtusum, elevatum ad suturam. 
Pedes cinerei. 

Yariat absque elytrorum fascia fusca. 
eva/^xa^ rief ich triumphirend, denn das passte nicht nur ein- 
mal, sondern gleich zweimal, weil das eine der mir vörliegefl- 
den zwei Exemplare ( — das dritte kam erst später mit der 
Stuttgarter Indication Akem — ) gerade die Variation absque 
fama war. 

Und nachdem ich mich schon aus dieser, für Fabricius 
ungewöhnlich ausfuhrlichen Beschreibung Air den Namen des 
Tbieres entschieden hatte, gab mir GyllenhaFs Note (Schönb. 
V p. 414) ^E Musaeo Regio Danico descriptus^ obendrein die 
typische Bestätigung, dass ich richtig ausgelegt hatte. 

Dass der Name verrucosus F. wegen Collision mit dem 
Br. verrucosus Olivier's (aus der Encycl. m^h.) von Schönherr 
in tubereulosus umgetauft werden musste, ergab sich nach den 
R^eln der Priorität. , 

Eine Bemerkung habe ich sehliesslich noch zu machen. 
Dinomorphus lebt nach der Versicherung des brasilischen 
Correspondenten, dem ich damals (vor einigen dreissig Jahren) 
Itlr ein Dutzend dieses Warzen -Juwels zu danken hatte, an 
wildevn Wein. Vielleicht Hesse sich constatiren — etwa 
durch das Stuttgarter Museum, falls sein Akem-Sanimler noch 
länger dort verweilt — ob der Dinomorphus vicarhis (so hatte 
ich den Africaner getauft, ehe ich zu der Ueberzeugung ge- 
engte, unerlaubt Wiedertäufer gewesen zu sein) ebenfalls an 
Vitjs oder einem weinverwandlen Gewächs zu finden ist. 

95. Chalcolepidius Candezd Dhn. 

Wenn es nicht unbedenklich ist, einen grossen und schö- 
nen Elateriden aus einer Gegend zu beschreiben, aus welcher 
schon ziemlich viel Material, namentlich durch ihren verdienst- 
liehen EiXplorator Bates publicirt ist, so habe ich doch von 
competenter Seite die Versicherung erhalten, das Thier sei 
noch unbeschrieben. 

Ch. Candeaei niger, fuscosquamulosus, elytris striatis, 
interstitiis striarum albosquamosis. Long. 30 Lat. 
10 mm. 

Patria: Ega (Amazonenstrom). 
Dem ausgezeichneten (3h. sulcatus F. von den Antillen 
so nah verwandt, dass ich ihn anfangs nur für eine kleinere 
Localvarieiät desselben hielt. Aber folgende Verschiedenheiten 



296 

traten bei der schärferen Besichtigung trennend dazwischen. 
Bei sulcatuB ' sind die Hinterecken des Thorax weiss beschuppt, 
bei Candezei Dicht: bei sulcatus treten auf jeder Flügeldeeke 
die 3 Hauptrippen schwarzglänzend stark heraus — die 
Zwischenräume sind aucli an der Basis dicht weiss beschuppt: 
bei Candezei tritt zwischen der Naht und dem ersten Streifen 
und zwischen den zwei andern stärkei^en Rippenstreifen jedes- 
mal ein Zwischenstreifen ein, der an der Basis der Eljtra 
ebenso stark und schuppenfrei beginnt, aber gegen die Hälfte 
der Flügeldecken sich verjüngt und fast verschwindet. Audi 
sind die Seitenränder des Thorax gegen. dessen Basis bei sul- 
catus blank schwarz aufgeworfen, bei Candezei wenig oder 
gar nicht. Da mir von sulcatus nur 1 Exemplar vorliegt, so 
weiss ich nicht, ob es speciBsch oder nur sexuell ist, dass bei 
den 2 Exemplaren von Candezei, welche bei dieser Beschrei- 
bung zum 6runde liegen, die Flügeldecken von der Schuker- 
ecke ab nach unten eine segmentförmige, dicht weissbeschuppte 
Epipleura bilden, welche gegen das Goldbraune der Unterseite 
sehr absticht, und bei meinem Exemplar von sulcatus gänz- 
lich fehlt. 

96. Chianas sp. 

Unter den 209 Chlamydeen, welche Lacordaire in seinen 
Phytophagen beschreibt, befinden sich nur 2 asiatische, Exema 
indica Gu^r. und Hymetes javana. Später hat Balj noch 3 
japanische, 1 aus Amboina, Bates 1 aus Formosa beschrieben, 
wenigstens finde ich weiter keine im Münchner Kataloge. Aber 
dass wir gerade aus dieser Gruppe noch starken Zuwachs zu 
erwarten haben, dafür bürgt mir der Umstand, dass ich aus 
China (ohne genauere Angabe des Fundortes) vier, aus Hong- 
kong eine und aus Birma zwei Arten, leider nur in einzelnen 
Stücken besitze, welche zu den beschriebenen nicht passen. 
Natürlich verglich ich die 2 Birmaner mit der von Guerin 
flüchtig, von Lacordaire ausführlicher beschriebnen Chlamys 
(Exema) indica, aber ohne Resultat, da bei der einen Art 
weder die Grösse stimmt, (sie ist 2 Linien lang, indica nur eine,) 
noch das Pygidium (es hat 5 deutliche Längsrippen, bei indica 
nur drei), und da bei der andern die bei iudica gar nicht ange- 
führten, folglich schwarzen Antennen bei ihr hell rothgelb sind. 
Die Species aus Hongkong, welche ich vor Jahren meinem 
Freunde Bowring zu verdanken hatte, besitzt gleichfalls roth- 
gelbe Antennen, hat auch wie indica einen gelben Vorderkopf, 
aber pie ist abgesehen , von ihrer dunkelbraunen Farbe durch 
eine Menge thals isolirter, theils zu un regelmässigen Längs- 

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297 

uod Querstreifen verbünd iier gelbrother Bück eichen um so 
merkwürdiger sculpirt, als diese Erhabenheiten weder auf dem 
Thorax noch auf den Elytren strenge Symmetrie beobachten. 
Mithin wäre es sehr unrathsam, nach diesem einzehien Exem- 
plare die Art zu beschreiben. 

97. Le])tiepa abdominalis Baly. 

Aus derselben, eben erwähnten, aber nicht namentlich 
bezeichneten Localität von China erhielt ieh ein Exemplar 
dieser Art, welches aber von der Beschreibung Bai j 's darin 
abweicht, dass nicht die ganze Unterseite roth ist, sondern nur 
das Abdomen. Da aber von den schwai-z glänzenden Füssen, 
nameDtlich den mittlem und hintern auch die innere HäJfte 
der Schienen ins röthliche schimmert, so kann ich das nur 
für Varietät halten. 

98. Litorhynchus Weslermanni Boh. 

Demselben chinesischen Fundorte verdanke ich auch diesen 
von Boheman aus Assam beschriebnen Käfer in zwei Exem- 
plaren, das eine mit einem grossen, das andre mit einem 
kleinen schwarzen Fleck auf dem Thoraxdiscus. Ueberhaupt 
sind die schwarzen Zeichnungen auf Ober- und Unter -Seite 
dieser braunrothen Art höchst veränderlieh. Neben Cjrtotra^ 
chelus scheint mir die Gattung überhaupt höchst entbehrlich. 

99. Orjctes rhinoceros L. 

M(%lich, dass alle oder doch mehrere der nachstehenden 
Bemerkimgen über diesen, anscheinend durch ganz Ostindien 
nicht seltnen Nashornkäfer schon veröffentlicht sind: ich halte 
es indessen fUr nicht überflüssig, das hier in Klammern zu 
verzeichnen, worin einige, mir aus Siam zugegangne Stücke 
von den Angaben Burmeister's (Handbuch V p. 202) abweichen; 

In Vorderindien (muss auf ganz Ostindien ausgedehnt 
werden). Das Kopfhorn beim ,^ fast so lang wie der Vorder- 
rücken (bei einzelnen ^ kaum halb so lang). Die Mitte des 
Hinterrandes — des Vorderrückens^ von dem es in der Diagnose 
heisst: ^ et $ pronoto in foveae margine postico binodoso 
— in zwei stumpfe Zacken erhoben (diese Zacken können 
völlig verschwinden). Neben der Grube eine stark punktirte 
(bei den Siamesen grob schratfirte) Vertiefung, weiche beim 
^ auch hinter der Grube sich fortzieht (auch bei einem ^, 
wenngleich nicht so stark markirt). 

Das übrige stimmt mit Burmeisters Beschreibung. 



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298 



Verzeidmiss 

der vom Prof. Dr. R. Buchholz in West-Africa 
gesammelten Schmetterlinge. (Schluss.) 

Zu pag. 88 und 189, Jahrg. 1880. 
Von 
Carl FlStB in Greifswald. 



B. Noctuina, GeometriDa etc. 
•366. Pbma Buchholni n. sp. Gleicht in der Zeicbnung 
Chaicites Esp.., in der F^lrbung Cirouoiscripta Dahl.; eine 
weisse^ am Yorderrande hängende Querlinie steht in der Miiie 
des Wurzelfeldes. Eningo Mai 1875. 1 (J. 17 mm. 

367. Nötocyma. Diese Art soll bereits von Herrn Snellen 
van Vollenhoven beschrieben sein, wo und unter welchem Namen 
wurde mir nicht mitgetheilt, sie gleicht fast einer sehr kleinen 
Thalictri, die Wurzelhftlfte und der ROcken sind hellbraun, 
die Htfl. fast einfarbig hellgrau, 7 mm. Mungo. 1. 

368. OpMderes Princ^s 6n. Suit. Buff. 16. 3. Victoria. 
Novbr. 2. 

369. 0. Banakus n. sp. Die Form und Färbung ist wie 
bei Princeps, die Zeichnung der Ydfl. gleicht fast Cocalus 
Cram. 134, B. Auf der Wurzelhälfte sind 3 braune, wurzel- 
wärts in lila übergehende Querbinden, die Makel ist lederbraun 
und hat einWärts eine kleinere olivengrOne Makel neben sich, 
beide stehen im lilafarbenen, braunbesprengten, auswärts durch 
die geschwungene braune Schräglinie begrenzten Raum. Saum- 
wärts an dieser Linie zieht eine ungleichbreite, olivengrUne, 
braun begrenzte Binde, in welcher in Zelle 2 ein rundlicher 
lederbrauner Fleck steht; in der Binde, fast überall durch eine 
blasse Zackenlinie davon getrennt, zieht noch ein matter grün- 
licher Schatten hin. Die Htfl. sind wie bei Princeps, doch an 
der Wurzel viel mehr braun. 43 mm. Ober-Guinea: Febr., 
April und Septbr. 3. 

370. Miniodes Discolor Gn. Victoria: Novbr. 1. 

371. ?Agnom(mia Oronies n. sp. Anilis HUbn. Zutr. 419 
sehr ähnlich, doch fehlt der weisse Haken am Vorderrande 
der Vdfl. und die weisse Saumünie; das weisse Querband ist 
weniger schräg, die dünnen Palpen sind vorgestreckt. 15 mm. 
Cameroons-Geb. 1 $. 

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299 

372. Achaea Hilaris n. sp. bei Meliceria Cram. 323 
D. E. Vdfl. auf der Mitte hellbraun mit dunkelbraunem 
Möndchen und in Zelle 1 solchem verloschenen Fleck; das 
scharf abgeschnitten^ Saumdrittel ist etwas dunkler, ins Graue 
aüehend, ebenso das verwaschene Wurzelfeld. Hill, bräunlich- 
grau: ein strohgelbes Band zieht spitz zulaufend vom Yorder- 
rand zum Hinterwiukel, ohne diesen zu erreichen; ein gleich- 
farbiger, am Saum eingeschnürter Fleck steht in Zelle 2 und 
ein schmaler Saumfleck in Ziclle 4 — 6. Der Rücken ist matt- 
braun, der Hinterleib grau. 27 mm. Victoria: Mai 1873. 

1 <?. 

373. A, Chamadeon 6n. Victoria: Juni und August. 2. 

374. A. Mama Feld, und Rogenh. Nov.-Exp. 116. 16. 
Abo im März. 1. 

375. A. Locra n. sp. Aehnlich wie Melicerta, doch 
aaßallig durch die den^ Vdfl. fast gleich gefärbten Htfl. unter- 
schieden. Grrandfarbe bräunlichgrau, Vdfl. mit hellerem, braun 
begrenztem Saom, drei dunkeln bogigen Querlinien und solchem 
Mondfleek. Htfl. mit gebogener dunkler Querlinie durch die 
Mitte und auswärts einer solchen, am Vordeniinde getheilten 
Binde, welche nur von Rippe 5 bis zum Vorderrand den Saum 
berührt. 23 mm. Victoria: Juni 1873. 1 (J. 

376. A. Mariaca n. sp. Gleicht Macaria Cram. 129. 
D. , doch sind hier die Vdfl. nicht geschnäbelt, das Wurzel- 
feld ist kleiner, nächst der "Wurzel ist noch eine feine weisse 
kappenförmige Querlinie, in dem lichten Saum fehlen die beiden 
dunkeln Flecke, und die dunkelbraune Begrenzung des Saumes 
geht am Innenwinkel bis zu den Fransen und schliesst dort 
am Innenrande einen kleinen lichten Fleck ab. 27 mm. Akkra: 
30. August 1872. 1 $. 

377. A, Durfa n, sp. In der Zeichnung der Vdfl. Prae- 
stans 6n. Suit. BufT. 22. 2. in der Färbung Mäcaria Crm. 
129. D. ähnlich. Das fast gerade abgeschnittene Wurzelfeld 
ist braun, das auswärts busige, kappenförmig begrenzte Mittel- 
feld ebenfalls, ist aber einwärts ins Lilafarbene verwaschen 
und hat hier^ statt des Möndchens 2 braune Punkte übereinan- 
der; das Saumfeld ist lila, braun gesäumt und gewölkt mit 
schräg in die Spitze laufendem dunkelbraunen Strich. Die 
Htfl. gleichen fast ganz Macaria Cram. Rücken und Hinter- 
leib sind mattbraun. 32 mm. Bonjongo: 4. März 1873. 1 r^. 

378. OpModes Cameronis n. sp. Der Rücken und 2|j der 
Vdfl. sind schmutzig hellbraun, etwas dunkler als bei Tet- 
tensia HpfT., mit dunkler Nierenmakel und einem vom Innen- 
winkel schräg zu ihr hinziehenden Schatten; das breite, , nach 

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300 

iinieu busig und scharf begrenzt« Saumfeld ist dunkler; ein 
Dreieck vor der Spitze, eine Zackenlinie hinter der Mitte und 
2 Flecken in Zelle 3 und 4 sind noch etwas dunkler, aber 
kaum deutlich. Die Htll. sind bi^unlich weiss, gegen die Wurzel 
bräunlich behaart, vor dem Saum mit mattbrauner, nicht scharf 
begrenzter Binde. Der Hinterleib ist hell röthlichgrau. 30 mm. 
Victoria: 20. Juni 1873. 1. 

379. Ophisma Ibona n. sp. Alle Flügel sind bis über 
die Mitte röthlichgrau, gegen den Saum bläulichgrau; beide 
Farben sind durch 2 schwache braune Linien geschieden; auf 
den Ydfln. ist an Stelle der Nierenmakel und unter derselben 
ein schwacher brauner Kreis, zusammen eine stehende 8 bil- 
dend und gegen die Wurzel noch eine undeutliche Querlinie. 
17 mm. Abo: Decbr. 1873. 

380. ?0. Nmgi n. sp. Röthlichgrau: das wenig dunk 
lere Wurzelfeld wird durch eine fast grade braune Linie be- 
grenzt, die Orcnze der auswärts dunkleren Mittelbinde bildet 
eine auf Rippe 6 winkelig gebrochene Linie, welche von dort 
einen braunen Strich zur Spitze sendet. Htfl. zeichnungslos. 
16 mm. Eningo: 16. Mai 1875. 1. 

381. Chakiope Deitifera Feld, und Rogenh. Mungo: 
Decbr. 1 . 

382. Ch. Acutata 6n. Akkra: Juli. 1. 

383. fDichromia Banaka n. sp. Leib und YdB. aschgrau, 
am Hinterrande der Vdfl. steht ein dunkelbraunes, durch eine 
weisse Linie eingefasstes Dreieck mit dem verlängerten Winkel 
längs dem Innenrande würze! wärts; saumwärts ist der Grund 
erst etwas heller, dann bräunlich mit 3 oder 4 braunen Fleck- 
chen; gegen den Saum unter der Spitze steht noch ein grös- 
serer unförmlicher brauner, ein- und auswärts weiss gesäumter 
Fleck, zwischen diesem und der Spitze des Dreiecks eine ei- 
förmige hellbraune Makel. Der Saum ist zwischen den Rippen 
braun punktirt. Die Htfl. sind niennigroth mit dunkelbraunem 
Saum, der sich gegen den Hinterwinkel verschmälert. Unten 
sind die Ydfl. graubraun mit lehmgelber Wurzel und breiter 
weisser Querbinde, die Htfl. abgeblasst gelbroth, gegen den 
Innenrand roth angeflogen, der Saum graubraun. Die Palpen 
sind 6 mm. lang, vorgestreckt, die Fühler fein gewimpert, 
gelbiichgrau. 28 mm. Victoria: Juni 1873. 1 ^. 

384. fThermesia Lumma n. sp. Die Ydfl. haben fast 
die Form der von Leptalis Lewyi Luc, die Htfl. sind in 
der Mitte wenig ausgebaucht. Die Färbung ist beiderseits 
braungrau, die Vdfl. mit schmaler, geschweifter, — unten deut- 
licher — weissgekernter Nierenmakel und kleiner, nur unten 

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301 

sichtbarer, ruoder bmuncr Mnkel, oben mit 3 etwas dunkleren 
buaigen und geschwungenen Querlinien und dunklerem Saum; 
am Yorderrande hinter der letzten Querlinie ein wetssliches 
Fleckchen. Die Htfl. haben oben gegen die Wurzel eine ver- 
loschene braune Wellenlinie, eine deutlichere mehr grade durch 
die Mitte und einen Sclmtten gegen den Saum, in dem Aus- 
bug einen aschgrauen Wisch. Unten haben alle Flügel ein 
helleres^ durch eine weisse Linie abgeschnittenes, auf den 
Htfln. breites Saumfeld, letztere noch 2 braune Punkte beim 
Abschluss der Mittelzelle. 23 mm. Akkra: 10. August 
1872. 1 (J. 

385. ?!%. Api8&8 n. sp. Der Leib, die Hälfte der Vdfl. 
und das Wurzelfeld der Htü. sind grauröthlich , die Vdfl. mit 
einer braunen Wellenlinie gegen die Wurzel. Die äussere, 
durch einen fast linearen braunen Schrägstrich geschiedene 
Flügelfläche ist dunkler gelblichbraun, besonders der nach innen 
vielbusige breite Saum. — In der Form, Färbung und Zeich- 
nang der Flügel hat diese Art viele Aehnlichkeit mit manchen 
Arten der Gattung Eacles Hübn. 28 mm. Aburi: 5. Octbr. 
1872. 1 cJ. 

386. 1 Eypogramma 0ha n. sp. Hat Aehnlichkeit mit 
Amella 6n. Suit. BuQ*. 18. 8. Der Flügelsaulh ist scharf 
gezähnt, bei den Htfln. wenig gerundet. Alle Flügel sind 
dankelbraun, die hinteren gegen die Wurzel bleicher; vor dem 
Saum steht eine Reihe weisser Punkte zwischen den Rippen. 
Auf den Vdfln. stehen gegen die Wurzel einige verloschene 
weisse Querlinien, eine bogige, von den dunkeln Rippen durch- 
schnittene hinter der Mitte, und ein ansehnlicher, von schwarzen 
Punkten eingefasster weisser Fleck unter der Spitze am Saum. 
Die Htfl. haben hinter der Mitte, eine gegen den Vorderrand 
verlöschende weisse Querlinie. 24 mm. Abo: Decbr. 1873. 1. 

387. Hypopyra Capensis Herr. -Seh. 121. Aburi: 10. 
Septbr. 1. 

388. Paiula Macrops L. Mungo im Mai, Victoria im 
Juli. 2, <J und $. 

389. CyHgramma AcuHor Gn. Aburi: Octbr. 1 ^, 

390. C. Flucfuosa Cram. Mungo: Septbr. 1, 

391. C. Buchhoizi n. sp. Sehr ähnlich der Latona 
Cram. 13 B, fast derselbe Spiegelfleck und die Form des 
weissen Bandes, über ausserhalb desselben zieht bei Latona 
eine gleichmässige Kappenlinie durch die Htfl. und bis zu Rippe 
6 der Vdfl.; bei gegenwärtiger Art besteht diese Linie theil- 
weise aus abwechselnd nach aussen und nach innen gekrümmten 
hellen, saumwärts dunkelbraun beschatteten Strichen, welche 

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302 

bald der Binde, bald dem Saume nahe gerückt sind und so 
eine starkbusige Zeichnung wie bei Fluctuosa bilden, die auch 
noch durch 2 Möndchen unter der Spitze der Vdfl fortgesetzt 
wird. 37 mm. Aburi: 27. Septbr. 1872. 1 (J. 

392. Äcropieris Eryäruma Gn. Victoria: Cameroons-Geb. 
Novbr. 2. 

393. A, ABaria n. sp. Weiss, kaum sichtbar hellbrauo 
gesprenkelt ; auf den Vdfln. sind Querlinien nicht ^icher zu 
erkennen, auf den Jltfln. 3 hellbraune Queriinien in gleichen 
Abständen, am Ende von Rippe 4 auf der SpHze der Htä. 
und auf dem Ende der beiden Nebenrippen je ein braunes 
Fleckchen. Die Unterseite ist reinweiss. Die Fühler sind 
hellbraun befranst. 18 mm. Aburi: 26. Septbr. 1 <^. 

394. fPf^k Banakaria n. sp. Lauchgrün mit dunkel- 
grünen Punkten bestreut. Vdfl. mit einer sich von der Mitte 
bis zum Vorderrande sehr verbreitenden Mittelbinde, die jedoch 
nur an einem kleinen dunkeln Fleck am Vorderrande und einem 
solchen grossen zwischen Mitte und Hinterrand deutlich erkenn- 
bar ist; in dem vordem Theil der Binde steht ein verblichen 
veilblauer Fleck; eine Reihe gleicher, zum Theil dunkel ge- 
kernter Flecke schliesst das Wurzelfeld ab; saumwärts in 
Zelle 1 und 2 stehen zwei übereinander, von' denen der erstere 
grösser und dunkel gekernt ist; weiter zum Vorderrande be- 
findet sich noch ein veilgraues Fleckchen. Die Htfl. sind am 
Vorderrande gelblich weiss. Die Fransen der geschweiften 
Vorder- und glatten Hinterflügel sind oben grau, unten braun. 
Die Unterseite ist dunkelgelb mit röthlichen und grtlnen Flecken. 
Der Rücken ist grün, der Hinterleib brännlichweiss. Die Fühler 
sind bis zur Spitze gekämmt. Schaft und Kammzähne aussen 
graugrün, nach innen braun. 20 mm. Victoria: 11. Oetbr. 
1873. 1 J. 

395. Cabera Vuigaria n. sp. Weiss, dicht lichtbraun 
besprengt, alle Flügel am Ende der Mittelzelle mit braunem 
Punkt. Vdfl. mit bräunlichem Vorderrand und 3 hellbraunen 
Querlinien: die nächst der Wurzel sehr schwach, die mittlere 
fast linear. Htfl. mit 2 hellbraunen Querlinien: die erste fast 
linear. Fühler borstenfbrmig, mattbraun. 22 — 26 mm. Ca- 
merons: Jan., Juni, Octbr. 6, rj$. 

396. Narlhecusa Tenuiorata WIk. Ein Pärchen im Sep- 
tembar bei Aburi gefangen hat nur die Randzeichnung, wäli- 
rend sich auf der Fläche nur wenige Spuren flnden, ein Juli* 
Pärchen von Victoria ist vollkommen gezeichnet. 

397. Hypockroma BaUaria n. sp. Olivenbräunlich weiss 
mit dunklerem Möndchen auf der Schlussrippe der MittelzeUe. 

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303 

Vdfl, mit einer zackigen ölivengrOnen Querliiiie gegen die 
Wurzel und einer sebwarzgrünen busigen binter der Mitte mit 
einem Zahn saumwärts auf jeder Rippe. Der Grund saumwärts 
ist schmutzig grtln gewölkt, nur gegen den Innenrand neben 
der Querlinie rötblicb. Die gegen den Hinterwinke] gestreckten 
Htfl. baben nur eine Querlinie binter der Mitte, die wie bei 
den Ydfln. busig und gezahnt ist; der Ornnd binter ihr ist 
erst lilaröthlicb , dann grOhlicb gewellt. Unten haben die 
wossen, gegen die Wui*zel gelblichen Flügel eine breite schwarz- 
braune Binde Yor dem Saum, welche zweimal in denselben 
hineiBtritt. Auf den Ydfln. ist das Stigma gross und schwarz. 
BeaonderB ähnlich ist Terpna Percomptaria Herr.-Sch. 544, 
545. 20 mm. Victoria: 25. Mai 1873. 1. 

398. fönophos Biafairia n. sp. Der Mucidaria Hübn. 148 
entfernt ähnlich. Weiss, mattbrtf unlieb dicht bestäubt, diese Be- 
BtöubuBg drfingt sich hinter der Mitte zu einer Binde zusammen, 
Tor der auf jeder Rippe ein brauner Punkt steht, auswärts aber 
eine helle Zackenlinie hinzieht. Yor den Fransen steht in 
jeder Zelle ein brauner Punkt; ein solcher steht auch am 
Scbluss der Mittelzelle und eine Zackenlinie gegen die Wurzel. 
Auf der Unterseite ist die Binde dunkler und schäifer ge- 
zeidmet, auf der Innenhälfte der Htfl. sehr schmal. 19 mm. 
Mungo: 3. Octbr. 1874. 1 $. 

399. fHdoma OrisicUaria n. sp. Die Zeichnung der Ober- 
seite hat einige Aehnlichkeit mit Macaria Liturata L., auch 
die Form der Ydfl.; bei den Htfln. dagegen — denen Rippe 
5 fehlt — ist Rippe 8 verkü^ist, der übrige Saum aber abge- 
rundet und gegen den Yorderwinkel zunehmend gezähnt. Die 
Oberseite ist gelblieh, dicht mit veilbraunen Querstrichelchen 
besetzt, von denen die Grundfarbe tbeilweise tust verdrängt 
wird, wobei sieh auf den Ydfln. mehr oder weniger deutliche 
Qnerbänder bilden; auf den Htfln. gegen den Yorderwinkel 
einige braune Fleckchen. Die Fransen sind braun, nur an 
den Yorderwinkeln aller Flügel ein wenig weiss. Die Unter- 
seite ist entschiedener dunkelgelb; die braunen Querstriche 
siad bis über die Mitte sparsamer, nur gegen die Mittelpunkte 
etwas zu schmalen Querbinden gehäuft. Hinter der Mitte be- 
findet sich ein hellbraunes, dunkel gewässertes, nach innen 
scharf begrenztes Querband; vor dem Saum herrscht abwech- 
^Ind die gelbe und die hellbraune Färbung vor. Die Fühler 
sind braun, so breit wie bei Pennigeraria gekämmt, mit 
etwa ij^ so langer nackter Spitze. Die Palpen sind braungelb 
behaart mit voi^strecktem, etwas gesenktem gi-aubraunen 
Eadgliede. Die ersten beiden Beinpaaae sind braun uj^d grau 

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3r04 

geringelt; die Schieneo der Vorderbeine haben einwärts einen 
»chmalen Haarpinsel, die der Miltelbcine kui*ze Endaporne, 
die ganz braungraiien Hinterbeine haben weissgefleckte Mittel- 
und Endsporne an den Schienen. IG mm. Vietoria: Juni, 
Juli. 2 ^. 

400. fRosema SictUaria n. sp. Diese Art näiiert sich 
am meisten Deolis Cram.. 36. F. (nicht 360. B). Die Vdfl. 
gleichen in ihrer Form Plat. Sicula SV., sie sind oben trüb 
lila mit strohgelbem Vorderrand, solchen Fransen und eioetn 
ansehnlichen dunkelbraunen Fleck in der Mit-te von Zelle i. 
Die Htfl. sind ziemlich schmal, rothgelb mit gelben Fransen. 
Unten sind alle Flügel blassrotli mit einem schwarzen Punkt 
am Ende der Mittehelle. Bei den Vdfln. entspringt Rijipe 5 
entfernt von 4, Rippe 6 weit wurzelwärts aus der Hauptrippe. 
Bei den Htiln. läuft Rippe 1 am Innenrande hin; Rippe 2 
läuft in den Hinterwinkel aus, und Rippe 5 fehlt. Der Rücken 
ist wie die Vdfl. gefärbt, der Kopf gelb. Die Fühler sind fast 
halb so lang wie die Vdfl., braun, bis zur Spitze schmal ge* 
kämmt. Die Beine sind grau, die Mittelschienen am Ende^ 
die Hinterschienen zweimal doppelt gespornt. 15 mm. Vic- 
toria: 26. Novbr. 1872. 1 ^, 

401. Siculodes Sordidula n. sp. Das eine ziemlich ab* 
geflogene $ steht durch Flügeiform und Grösse Garneola 
Feld. 134. 10 sehr nahe; die Färbung der Flügel ist schmutzig 
bräunlichweiss, oben mit braunen Querstriohelchen , welche 
sich theilweise zu Flecken ansammeln, saumwärts aber spar- 
samer erscheinen. Unten sind die Rippen hellbraun, gegen 
den Saum zum Theil rosenroth; die bi-aunen Querstriche sind 
meistens Ireller braun und gegen den Vorderrand gehäuft. 
13 mm. Aburi: 25. Septbr. 1872. 1 $. 

402. Botys AburaUs n. sp. Aehnlich der Sambucalie 
SV., aber grösser, die Vorderwinkel der Flügel sind schärfer; 
in den Ausbauchungen der busigen weissen Querlinie und vor 
dem Saum ist der Grund einfach braungrau, irisirend wie die 
Fläche. An der Wurzel der Vdfl. stehen 2 weisse Flecken 
über einander. Die Fransen sind einfach, etwas heller als 
der Grund. 15 mm. Aburi: 1. Octbr. 1872. 1 J. 

403. B. MungaUs n. sp. Der Sticticalis L. entfernt 
ähnlich, aber viel grösser, die Vdfl. gestreckter. Die Ober- 
seite ist fast einfach braungrau irisirend; durch die beiderseits 
etwas hellere graue Begrenzung hebt sich die äussere busige 
Querbinde etwas hervor; am Ende und in der Mitte der Mittel- 
zelle steht ein brauner Punkt Die Htfl. sind noch weniger 
deutlich bezeichnet. 21 mm. Mungo: April 1874. 1 ^, 

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805 

404. Sienorrhages SericeolcUis Dr. Aburi; Septbr., Mungo: 
Octbr. 4. 

405. Eudioptis BemnaKs n. sp. Sohnecweiss mit röth- 
lichem Schimmer; ein schmaler Saum am Vorderrande der 
YdÜ. mil einem Punkt am Ende der MittelzeJle und ein brei- 
terer AuBsensaum aller Flügel sind graubraun, ebenso der 
Halskragen und die Spitze des Hinterleibes. 15 mm.- Aburi: 
Septbr. 1872. 2. 

406. E. BonjongaHi n. sp. Weiss mit brauner Saum- 
linie und einer mattbraunen Linie vor dem Saum aller Flügel ; 
ein schmaler Vorderrand der Vdfl., 2 Häkchen am Hinterrande 
und ein Fleck ffi Zelle 3 und 4 derselben, der Halskragen und 
die Spifze des Hinterleibes sind ebenfalls mattbraun. £in Quer- 
strich am Ende der Mittelzelle der Vdfl. und ein Punkt in 
deren Mitte sind braun. 15 mm. Cameroons - Geb. : Decbr. 
1873, 1 ?. 

407. E. Marginalis Cram. 400. 4. 

408. TerasHa MeUculosaHs On. Bonjongo: März. 1. 

409. f I^uryganodes Abnormalis n. sp. Ein durch die 
Rippeobildung wie durch die langen Fühler gleich ausgezeich- 
netes Thier. Die Oberseite ist mattbraun, die Vdfl. mit brei- 
tem dunkleren Saum, einem braunen Querstrich am Schluss 
und einem Punkt in der Mittelzelle; die Htfl. mit schmalem 
donkeln Saum, solchem Mittelstreif und einem fast ganz von 
Schoppen entblössten Längsfleck in Zelle 6. Der Rücken ist 
wie die FiUgel gefärbt, der Hinterleib ochergelb, an jedem 
Giiede seitwärts mit braunem Schrägstrich, am Ende jeden 
Gliedes oben und unten mit einen blausilbernen Dreieck; ein 
soleliei Längsittreif steht auch am Vorderrande der Vdfl. nächst 
der WurzeL Die Fühler sind braun, borstenförmig, 1^/3 mal 
80 lang wie die Vdfl., die Palpen sind breit, kurz, anliegend 
beschuppt, der Sauger ist stark und spiral. Die Vdfl. sind 
von gewöhnlicher Form, nur mit etwas mehr gewölbtem Vorder 
rand; Rippe 1 und die nächstfolgende ziemlich starke falsche 
Rippe acheinen aus der aufgeblasenen Wurzel der hintern 
Hauptrippe zu entspringen, diese macht dann einen Bogen 
bis fast zur Mitte, wo sie dann die Aeste: 2, 3 und 4 gleich- 
zeitig entsendet; dicht daneben aus der schrägen Querrippe, 
etwas wurzelwärts, entspringt Rippe 5, weit davon Rippe 6 
und 7 aus einem Punkt am Ende der Mittelzelle, deren vor- 
dere Rippe sich nach dem Entsenden der Rippen 8 und 9, 
verforen zur Wurzel zieht. Die Vorderrandsrippe ist an der 
Warzd stark aufgeblasen. Die Htfl. sind sehr gerundet: 
Hippe la und Ib luufen erst dicht neben einander am^Innen- 

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306 

raode hin und gehen dann zangenförmig auseinander; Rippe 

2 und 3 stehen am Saume sehr entfernt, nähern sieh dann 
und verbinden sich nieht weit von der Wurzel zur Hauptrippe. 
Die Mittelzelle ist sehr kurz; aus dem hintern Ende der Sehlues- 
rippe entspringen Rippe 4 und 5, welche erst ^/s ihrer Lftnge 
dicht neben einander laufen, ehe sie sich tf^ennen; Rippe 6 
und 7 entspringen an der Wurzel aus einander und sind nahe 
am Saum wieder dicht zusammengerückt. Auch die Zellen 

3 und 4 der Htfl. sind unten schwach beschuppt Die Vorder- 
beine haben am ersten Tarsengliede einen kurzen Haarpinsel, 
die Hinterbeine einen solchen auf der Rückseite der kurzen 
feingespornten Schienen.. 18 jonm. Bonjongo: M, Febr., Aburi: 
29. Septbr. 1872. 2 <J. 

410. AecUodes AffüctoKs Gn. = InspersaUs Zell. Abo: 
Decbr. 1. 

411. Zehroma PodaUriahs Gn. Aburi: September und 
Novbr. 3. 

412. fCerostoma LueJiderella n. sp. Der Körper ist orange, 
ebenso sind oben die Ydfl. und die Wurzel der Htfl., diese, 
sowie die Fransen der Ydfl. sind braun. Unten sind alle 
Flügel orange und braunstaubig. Die Htfl» sind verhftltniss- 
massig klein. 10 mm. Mungo: April 1874. 1 $. 

413. f Cryptolechia Eningielki n. sp. Der Körper ist ge-- 
streckt und massig stark, alle Flügel sind lang und schmal, 
die vordem 6 mal so lang wie ihre Breite, sie sind aschgrau 
mit dunkleren Rippen und etwas helleren Fransen. Die Htfl. 
sind lichtgmu, schwach beschuppt mit ziemlich kurzen Fransen. 
Die Palpen sind kürzer als der Kopf, schwach, aufgekrümmt. 
Die Mittelschienen haben £nd-, die Hinterschienen Mittel- und 
findsporne. Der Hinterleib hat einen gelblichgrauen Afterbusch. 
16 mm. Eningo: 30. Mai 1875. 1 ^. 

Bei späterer Durchsicht fand sich bei der Njmphalinen- 
Gattung: 

414. Romaheosoma Rezia Hew. Victoria: 9. Juli, unter 
Ceres Fabr. und 

415. R. Janelia Butl., unter Themis Hübn. 

Mit gütiger Erlaubniss des Entdeckers: Herrn Major Alex, 
v. Homeyer füge ich hier noch die Beschreibung zweier 
Schmetterlinge, von dessen reicher Ausbeute aus West-Afriea 
bei 

1. Papilio Homeyeri m. Ein ^, Grösse und Gestalt wie 
Cynorta Fuhr., Vdfl. schwarz, ein kleiner weisser Fleek vor 
der Spitze und ein grösserer schräger auf der Mitte nahe am 

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307 

Yorderrande sind wie bei Messalina Stoll. Ein weisses Band, 
welches durch die breit geschwärzten Rippen in Flecken ge- 
trennt ist, zieht vom Hinterrande, nahe dem Hinterwinkel, 
gegen den Yorderrand bis in Zelle 6; es ist anfangs breit, 
verschmälert sich rasch bis in Zelle 5 und entfernt sich dabei 
allaiöhlich vom Saum und wendet sich dann mit dem Fleck 
in Zelle 6 iKOirzelwärta, so dass dieser etwas grössere Fleck 
in die Mitte zwischen den beiden zuerst erwähnten gestellt ist. 
Die Htfl. sind an der Wurzel wie bei Cjnorta, am Saume 
breiter schwarz mit breiter, gegen den Yorderrand verschmä- 
lerter weisser Mittelbinde. Unten sind die Ydfl. wie oben, 
nur matter schwarz und mit einem grauen Schrögwisch gegen 
die Spitze. Die Htfl. sind unten an der YVurzel braunroth 
mit Cjnorta-Zeichnung, am Saum schmutzig braun, woran sich 
noch ein matterer, das Mittelband verschmälernder Streif schliesst; 
in Zelle 5 stehen 3 aschgraue Fleckehen. Die Strahlen zwi- 
schen den Rippen und die weissen Flecken in den Fransen der 
FlUgel sind wie bei Zenobia. Der Körper ist sehr schwach. 
Gefangen am 1. Mai 1875. Pungo-Andongo. 

2. Tagiades Homeyeri m. Gleicht beim ersten Anblick 
Galenus Donov. 50. 3, unterscheidet sich aber bei näherer* 
Betrachtung ausser durch geringere Grösse — jeder Ydfl. um 
3 mm. — dadurch, dass die Glasflec^en der Ydfl. dichter 
bestäubt und fast 8(f dunkel orange wie die Flecken der Htfl. 
sind, der grosse Mittelfleck den Yordermnd nicht erreicht, die 
bellen Längsfleckchen wurzelwärts am Yorderrande fehlen, 
ebenso die in Zelle 4 und 5 gegen den Saum, die Fransen 
^nd bis auf einen orangen Fleck in Z. 1 einfach braun. Die 
Htfl. haben einen glatten Saum und einfach orange Fransen, 
im Uebrigen gleichen sie denen von Galenus. Die Hinter- 
schienen haben an der Wurzel hinterwärts einen rothgelben 
Haarpinsel. 1 <J am 18. April 1875 bei Pungo-Adongo ge- 
fangen. 



Vereins- Angelegenheiten. 

Wenn es bisher ein entomologisches Dogma war, Hufeland 
habe in seiner ^Kunst, dn<^ menschliche Leben zu verlängern^ 
ein Hanptmittel vergessen, die praktische Beschäfiigung mit 
der Entomologie, so hat die letzte Zeit den Glauben an dies 
Dogma mehrfach erschüttert. - Fast jede Yereinssitzung mii.«« 
einen neuen Yerlust regist riren, activer oder gewesener Mitglieder 
uuserer Geseilschaft oder allgemein bekannter Autoren unsers 

'^ oogle 



308 

Faches. — Die Sitzung am 22. April brachte folgende Todes- 
fälle zur Kenntaiss: 

Boisdttval (geboren 1799, gest. 1879 am 30. Decbr.). 
Von seinen zahlreichen lepidopterischen Schriften sind die be- 
kanntesten: Colleciion iconographique des ehenilles d'Europe 
(mit Rambur und Graslin 1832—1837), Oenera et index me- 
thodicus (1840), Species g6n6ral des L^pidopl^res (mit Guen^e 
1836—1874). 

Leopold Kirchner, Wundai-zt in Eaplitz, Verfasser des 
Catalogus hjmenopterum Europae. Er ist am 29. December 
1879 gestorben. An demselben Tage starb 

Etienne Bcrce, Kupferstecher in Paris. In Hagen's biblio- 
graphischem Werke konnten nur seine bis 1859 publicirten 
Werke verzeichnet werden; sein Hauptwerk, herausgegeben 
von 1867 — 1871 , behandelt die französische Schmetterlings- 
fauna in 4 Bänden mit 49 Tafeln. 

Camillo Rondani, der berühmte italienische Dipterolog 
ist am 18. September in seiner Vaterstadt Parma entschlafen. . 

Der bekannte Coleopterograph Mr. Laporte Comte de 
Ca st ein au ist in Australien gestorben — das Datum nicht 
näher bezeichnet. 

In Dresden starb an einem Gehirnleiden im März: Hell- 
muth von Kiesenwetter, geh. Regierungsrath. Seine en- 
tomologische Erstlingsleistung (abgesehen * von einer kleinen 
Notiz in der Stettiner Zeitung über Coljmbetes consputus 
1842) brachte in Germar's Zeitschrift 1843 die ^Beiträge zur 
Monographie von Heterocerus^, eine Arbeit, welche von Eiich- 
son in seinen Inseeten Deutschlands (IV. 538) ehrenvoll bestä- 
tigt wurde. Seine späteren Arbeiten bis 1852 linden sich theils 
in unsrer Zeitung, theils in unsrer Linnaea entomologica. Durch 
seine persönliche Freundschaft mit seinem sächsischen Lands- 
mann Dr. Schaum ward er Mitarbeiter an der vom Berliner 
Verein edirten Zeitschrift und an der Fortsetzung der ^Inseeten 
Deutschlands^. Von da ab entfremdete er sich unserm Vereine 
gänzlich, wenngleich sein formaler Austritt erst im März 1877 
erfolgte. 

Der Austausch unsrer Zeitung gegen den in Washington 
erscheinenden The American Entomologist wurde vom Vorstande 
des Vereins genehmigt. 

Als neues Mitglied wurde in den Verein aufgenommen: 
Herr A. Schultz in Berlin. 

Dr. C. A. Dohrn. 



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309 



Die Geometriden Pommerns. 

Von 
Prof. Herins« 



lo den vier ersten Jahrgängen der Stetline r entomologischen 
Zeitung habe ich, soweit bis 1840 meine Erfahrungen reichten, 
eine Uebersicht der Lepidoptern-Fauna Pommerns bis zu den 
Geometriden geliefert. Es wurde dieser Aufsatz jedoch von 
der damaligen Redaciion in so kleinen Theilchen zum Abdruck 
gebracht, dass sich die nicht sehr umfangreiche Uebersicht 
auf 4 Jahrgänge vertheilte und ich keine Anregung fand, den 
Gegenstand weiter zu verfolgen. Jetzt wiederholt aufgefordert, 
wenigstens die Macropteren zu beendigen, gebe ich nun noch 
eine Uebersicht der uns bisher bekannt gewordenen pommer- 
schen Geometriden nebst Nachträgen zu den früher besprochenen 
Gruppen und zwar jetzt dem Staudinger 'sehen Verzeichniss 
folgend. 

1 . Pseudoterpna 
pruinata Hufn. 

Die Raupe überall an Sarothamnus scopar. , erwachsen 
zur Zeit der Blüthe Ende Mai oder Anfang Juni. Die Puppe 
liegt etwa 14 bis 21 Tage. 

2. Qeometra 

a. papilionaria. R. an Birken, erwachsen um Anfang des 
Juni. P. liegt etwa 14 bis 21 Tage. Häufig bei Carolinen- 
borst, im Damitzower Busch hinter Tantow. 

b. vernaria nach Plötz*) einfnal auf Rügen an prun. spi- 
nosa gefunden. 

3. Phorodesma 
pustulata. R. an quercus im Juni. Falter 3 — 4 Wochen 
später. Bei Vogelfang, Messenthin, Nemitz etc. Nicht häufig. 
4. Nemana 

a. viridata. R. an calluna. R. im Herbst, überwintert. 
Der Falter im Mai oder Anfang Juni. Hägfig bei Carolinen- 
horst, auch bei Vogelsang. 

b. strigata. R. auf Laubholz, z. B. Rhumn. fiangula. 
F. Ende Juni und später. Nicht selten. 



*) In den Mittheilungen des naturwissenschaftlichen Vereins in 
Greifswald. r^^^^T^ 

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310 

5. Thaiera 
fimbnalis. R. an caliuna und niederen Pflanzen. F^ im Juni 
und Anfang Juli. Verbreitet, nicht eben selten. 
6. Jo<Us 

a. putata. R. an vaccinien im Herbst. F. im Juni, 
oft schon Ende Mai. Häufig bei Carolinenhorst, Yogel- 
sang etc. 

b. lactearia, gleichbäufig und an denselben Stellen, nur 
etwas später. R. im Spätsommer an vaccinien. Die R. soll, 
was unwahrscheinlich, nach Plötz auch an betula leben. 

7. ÄcidaHa 

a. perochraria sehr verbreitet in lichten Wäldern und 
nicht selten bei Yogelsang, Damm etc. im Juni und Juli. 

b. ochrata fand Büttner am 20. Juli 1878 an den 
Schwalbenbergen bei Garz. 

c. muricata sehr verbreitet, besonders an feuchten Stellen. 
Die R. an niedern Pflanzen. F. im Juli und August ziem- 
lich häufig. 

d. dimidiata, verbreitet, auch in Grärten, nach Plötz an 
Bjssus, im Juni bis August. 

e. virgularia. R. an Eichen, überall gemein, im Juli 
und August. 

f. straminata. R. an Thjm. serpyll. an trockenen, meist 
sandigen Orten, ziemlich selten, im Juli. 

g. v. folognearia, in frischen, lebenden Exemplaren grün- 
lich, kleiner als die vorige, bei Damm, Nemitz u. a. O. 
Ende Juni und Juli. 

h. pallidata, R. an achillea, häufig an vielen Oden. 
Ende Mai und Juni. 

i. bisetata, überall häufig, R. an niederen Pflanzen, im 
Juli und noch später. 

k. humiliata (osseata SV.) sehr gemeif^ im Juli, oft schon 
früher. 

1. dilutaria (interjectaria B.) nach Büttner bei Garz ge- 
mein im Juni. 

m. iuornata (sufiusata Tr.) nicht gemein, im Juli. Vogel- 
sang, Stepenitz etc. 

n. aversat« (lividata Gn.) an Melampyrum, seltener als 
die folgende, gleichzeitig im Juli und August in den Wäldern 
mit ihr vorkommende, gemeine Varietät. 

o. V. spoliata. 

p. emai'ginata überall, R. an galium, plautago etc.; be- 
sonders häutig bei SwinemUnde, doch auch bei Stettin (Ne- 
mitz), Ende Juni und Juli. ^ I 

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311 

q. icnmorala an Call. Arteini?., gemein bei Stettin, Stepe- 
nitz, Greifswald, Damm etc., im Juni und Juli. 

r. rubiginata (rubricata SV.), ziemlich gemein auf unbe- 
ackerten Feldern etc. und sehr verbreitet. 

s. marginepunctata (immutata SV.) nicht häufig im Juli. 
Ich fand sie nur bei Stettin an Bretterzäunen oder an Pflanzen 
auf Sehuttfitellen. 

t. incanata (mutata Tr.) nach Plötz bei Zarrentin (bei 
Greifswald). R. an Thym. serp. F. im Juli. 

n. fumata (commutata Frr.). R. an niederen Pflanzen in 
lichten Wäldern, bei Greifswald selten, bei Stettin sehr 
häufig (Garolinenhorst, Linchen, Grambow etc.), im Juni. 

^v. remutata an denselben Orten, fast gleichzeitig mit der 
vorigen Art, aber seltener als dieselbe. 

w. nemoraria fliegt an der pommerschen Grenze in der 
Neumark im Juni, vermuthlich auch in Pommern bei Dö- 
litz etc. 

X. punctata Tr., nach Plötz bei Pennin, selten. R. an 
hippocrepis. 

y. immutata L. (silvestraria H.) gemein. Anfang Juli, 
auf feuchten Wiesen. 

z. corrivalaria auf feuchten Stellen der grtlnen Wiese bei 
Grabow zu Anfang Juli in Gesellschaft der immutata. 

aa. strigaria alljährlich an den Schwalbenbergen am Schrei 
bei Garz a. 0. 

bb. strigilaria H. nicht häufig, im Juni bei Nemitz (Stettin) 
etc., im Juni und Juli. 

cc. ornata Sc. Überall häufig im Mai, Juni und August, 
an begrasten Stellen, wo Thym. serpyll. wächst. 

dd. decorata nicht selten im Juni bei Damm, Nemitz etc. 
auf trockenem Sandboden, wo Thym. serpyll. wächst. 
8. Zonosoma 

a. pe'ndularia häufig im Mai und Juni, R. an Birken, über- 
wintert als Puppe. 

b. orbicularia im Mai und Anfang Juni bei Stettin (Mollen- 
wiesen), Damm, Grambow, Föi*sterei Wussow. R. an Salix 
eapr. P. überwintert. 

c. porata. R. an quercus. F. im Juni ziemlich häufig. 

d. punctaria. R. an quercus. F. Ende Mai und Juni. 
Die 2. Generation (v. subpunctaria) im August. Vogelsang, 
Nemitz etc. 

e. Linearia. R. im Septbr. an fagus. Vogelsang, in der 
Klützer Forst. Die 2. Generation (v. strabonaria) ebenda im 

August. Digtizedby Google 

21* 



312 

9. Ttmandra 

amata, überall häufig bis in den Spätsommer. R. an vielen 
niederen Pflanzen. 

10. Pelloma 

vibicaria, fliegt im Juni und Juli. R. an Saroth. scopar. etc. 

1 1 . Rhyparia 
melanaria. Die R. lebt im Mai und Anfang Juni auf ledum 
pal. und vaccin. uliginos. und fliegt im Juli häufig bei Ca- 
rolinenhorst, Stepenitz, Ziegenoit, Swinemünde. Der F. ist 
schwer zu ziehen, vielleicht wegen Mangels der Futterpflanze, 
die sich nur auf SUmpfen oder Torfmooren findet. 
1 2. Abraxas 

a. Grossulanata überall gemein, wo ribes- Arten, grün, 
spin. etc. wachsen, im Juli und August, zuweilen auffallende 
Varietäten zeigend. 

b. silvata Sc, ulmafa F. R. an ulmus, vorzugsweise 
an ulm. alba, schwer zu ziehen, wenn sie nicht ganz er- 
wachsen ist. Häufig im Juli im Schrei bei Garz a. O., 
selten in der Nähe von Stettin. 

c. adustata SV. R. an Rosa canin., Evonymus europ., 
fliegt im Juni bei Stettin etc. 

d. marginata, sehr gemein, überall wo Laubhölz wächst 
im Juni und noch später. 

13. Bapta 

a. bimaculata F., taminata SV. R. an betula alba, prun. 
spin. Fliegt Ende Juni, in der Nähe Stetlins da, wo Birken 
wachsen. 

b. temerata. R. an Eichen, viel seltener als die vorige 
Alt. Ende Juni, häufig bei Grubenhagen (Greifswald) nach 
Plötz. 

1 4. Cabera 

a. pusaria. R. an alnus, betula im Septbr. F. Ende 
Mai, Juni, sehr gemein, vielleicht in 2 Generationen (v. Hei- 
nemann). 

b. exanthemula. R. an popul. tremula, salix, überall 
gemein. Die R. im Septbr. 

1 5. Numeria 
pulveraria L. Die R. zuweilen häufig im Septbr. an coryl. 
avell., zieht sich leicht. F. im Juni bei Vogelsang. 
16. Ellopia 
prosapiaria, keine Seltenheit in unsern Kiefernwäldern im 
Juli. Die R. lebt nnf j)inu8 silvestr. Die var. prasinaria fehlt 
bei uns. 

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313 



1 7. Metrocampa 
mai^ritaria. R. an fagus, seltener an Eichen. F. ziemlich 
häußg im Juni und Anfang Juli in Vc^elsang, bei Stepenitz 
in der Forst etc. 

18. Eugama 

a. quercinaria (Angularia SV.). Die R. in manchen 
Jahren nicht selten in der Königl. Forst bei Vogelsang, 
Hökendorf etc. Anfang Juni, der F. mit seinen Varietäten 
im Juli bis Anfang August. 

b. auctumnaria Werneb. , alniaria SV. R. an Laub- 
baumcD, wie Linden, Buchen etc. Der F. nicht selten im 
Spätsommer. 

c. alniaria L. (tiliaria Bkh.). R. an tilia und anderen 
Laubbäumen. F. im August und Septbr. nicht eben selten. 

d. erosaria SV. R. an Eichen, Falter nicht selten in 
uDsera Eichenwäldern im Juli bis in den August, wobei 
auch öfter die hellgelbe Varietät quercinaria. 

19. Selema 

a. bilunaria Esp. (illunaria Hb.). R. an Laubholz. Der 
F. nicht selten Ende Juni und Juli. Die kleine Form von 
Juliaria zeigt sich als 2. Generation. 

b. lunaria, bei Stettin noch nicht gefunden, dagegen bei 
Greifswald (Plötz, der die R. an Laubholz fand). 

e. tetralunaria Hufn., illustraria Hb. R. im Septbr. an 
ainus glutin., angeblich auch an fagus. Nicht selten im Mai 
bei Stettin. 

20. Pericallia 
syriogaria. R. an lonicera, ligustrum ziemlich selten im Juni. 
Nach Heinemann giebt es eine 2. Generation im Juli und 
August. 

2 1 . Odontopera 

bidentata i. 1. R. auf Flechten von fagus. P. überwintert 

und entwickelt sich im nächsten Mai, nicht eben häuüg. 

22. Himera 
pennaria. R. im Septbr. an salix, prun. spinosa, crataeg. oxjac, 
betula, fagus; zuweilen bei Stettin nicht selten. 

23. Crocailis 
eiinguaria. R. im Spätsommer an Eichen und Buchen, z. B. 
in der Forst bei Hohenleese. F. im Juli, nicht häufig. 

24. Eurymene 
dolabrana. R. an fagus, quercus etc. F. im Mai bei Höken- 
dorf, Hohenleese etc. ziemlich häuüg. ^ , 

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314 



25. Anger ona 
prunaria nebst var. corylaria Thunb. R. fand ich Ende Mai 
nur an Saroth. scop. und niederen Pflanzen. F. im Juni 
und Anfang Juni in lichten Wäldern, ziemlich häußg. Bei 
Vogelsang, den Bachmtthlen etc. 

26. ürapkryx 
sambucaria. R. an sambucus, rosa can. etc., selten bei Stettin. 
F. im Juni und Juli. 

27. Burma 

luteolata L., crataegata L. R. im Herbst an crataeg. oxjac. 
und prunus spinosa, häufig. F. im Juni 

28. Epione 

a. apiciaria. R. auf salix caprea. F. im August und 
September, auf den Mollen wiesen vor dem Ziegenthor bei 
Stettin etc., nicht eben selten. 

b. parallelaria nach Plötz bei Grubenhagen (Oreifswald). 

c. advenaria. R. auf Melampjr. nemor. und prat^nse in 
Wäldern, nach Plötz auch auf Fragarien, nach v. Heinemann 
auch auf vaccin. myrtill., sehr gemein, der F. im Juni. 
Julo, Garolinenhorst. 

29. Macaria 

a. notata L. R. auf betula, quercus etc. Der F. im 
[Hai und Juni. Häufig bei Carolinenhorst, Dölitz, Tantow. 

b. alternaria Hb. Die R. angeblich (v. Heinemann) auf 
niederen Pflanzen. F. selten in den Wäldern bei Stettin, 
Swinemttnde im Juni und Juli. 

c. liturata Gl. R. auf pinus silvestr. im Spätsommer. 
F. ziemlich häufig in unsern Kiefernwäldern im Juni und 
Juli. 

30. EOterrda 

a. rupicapruria sehr selten. Mir ist nur bekannt, dass 
Professor Zeller die Flügel des Männchens bei Frauendorf 
fand. 

b. leucophaearia. R. im Spätsommer an quercus, popul. 
tremula. Der F. häufig im März und April im Julow, im 
Yogelsangschen Walde bei Stettin, zuweilen auch einzeln 
die var. Marmorinaria Esp. 

c. aurantiaria. Die R. an den Laubbäumen der Wälder 
(Julow, Yogelsang). Der F. nicht eben häufig im October. 

d. marginaria Bkh., progemmaria Hb. R. an fagus, 
quercus etc. im Juni. F. ziemlich häufig im April des 
nächsten Jahres im Julow, bei Yogelsang, Hökendorf. 

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315 

e. defoliaria. R. zuweilen durch ihre Häufigkeit schäd- 
lich an den Buchen, Eichen, auch an prun. spin. an den- 
selben Stellen, wie die vorige Art. Der F. im Septbr. bis 
Novbr. Sehr häufig. 

3 1 . Anisopteryx 

a. aceraria. R. an quercus, fagus. Der F. nicht eben 
häußg im Novbr. und noch im März, im Julow, bei Vogel- 
sang. 

b. aescularia. R. an Laubbäumen, besonders popui. 
trem. F. überall gemein bei Stettin in den Plantagen, im 
Julow* etc. Jm März bis in den April. 

32. PhigaUa 
pedaria F., pilosaria SV. Die R. auf Laubholz. F. gemein, 
im Februar und März. 

33. Biston 

a. hispidarius. R. an quercuf«. F. im April, sehr sehen, 
im Julow. 

b. hirtarius. R. on prunus, tilia etc. Falter nicht selten 
im April. 

c. stratarius Bfn., prodromaria SV. an quercus, tilia. 
F. nicht eben häufig, im Julow, bei Vogelsang etc. im April. 

34. ÄmpMdcmfs 
betularia, poljphag, z. B. an betula, Salix. R. im Seplbr. 
ebenso gemein wie der Falter. 

35. Boarmia 

a. x^inctaria. Die R. auf calluna vulg. u. a. n. Pflanzen. 
F. nicht selten im April bis Anfang Mai. Bei Nemiiz, 
Carolinenhorst etc. 

b. gemmaria Br., rhomboidaria SV. R. auf Obstbäumen 
u. a. Laubbolz. F. im Juli und August, selten, gefunden 
im Logengarten. 

c. abietaria. R. auf pinus silvestr. F. im Juli, einmal 
gefunden oberhalb der Pulvermühle bei Hökendorf an 
Kiefern. 

d. repandata. R. auf Laubholz. F. im Juli, nicht seUen 
bei Stettin, Stepenitz, Swinemünde. var. conversaria kk)pf(e 
ich einige Male von Buchen bei Stepenitz. 

e. roboraria. R. auf quercus. Falter nicht eben häullg 
Ende Juni und Juli bei Grambow , Vogelf^ang, im Julow, 
wo auch die ab. infuscata gefunden wurde. 

f. consortaria. R. polypbag, auch an Lnubhoiz. F. im 
Juli und August bei Hükendorf, Vogelsang, Swinemünde 
etc., nicht eben seüen. 

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316 

g. angularia Thunb., viduana SV. R. an Eichen und 
Buchen. Die überwinternde P. findet man unter dem Moose 
dieser B&ume. noch im April, F. im Juni bei Hökendorf, 
Vogelsang, bei den Bach müh len etc., früher nicht selten, in 
den letzten Jahren sehr spärlich. 

h. lichenaria. R. auf Flechten an Brettei-zäunen, an der 
Baumrinde etc. F. zuweilen häufig in der Nähe Stettins, be- 
sonders bei Divenow, Swinemünde etc. im Juli. 

i. glabraria. R. an den Usneen der hohen Kiefern. Den 
F. fand ich als Seltenheit im Juli bei Stepenitz. 

k. crepuscularia. R. polyphag, überall; der F. fliegt im 
Mai, Juni, Juli. Bei Carolinenhorst ist auch die var. defes- 
saria nicht selten. 

. 1. consonaria fand sich bisher nur im Buehenwalde bei 
Vogelsang fast alljährlich im Mai und Anfangs Juni. Dai-s 
die R., wie v. Heiuemann anzunehmen geneigt ist, auf 
Nadelholz lebe, ist mir nicht wahrscheinlich. 

m. luridata Bkh., extersaria Hb. R. an Buchen; F. fliegt 
nicht selten in unsern Buchenwäldern, z. B. bei Vogelsang 
im Juni. 

n. punctularia. R. auf Birken, Pappeln, Erlen, F. über- 
all, wo diese wachsen, häufig Ende Mai und im Juni. 

36. Tephroma 

sepiaria. Die R. an Flechten der Bretterzäune. Der F. nicht 
häufig bei Stettin, im Juli. 

37. Onophos 

a. obscuraria. v. Heinemann nennt als Futter der R. 
niedere Pflanzen. Plötz bestimmt: artemisia, rubus. Der 
F. wurde ausser bei Greifswald bisher nur bei Swinemünde 
und Misdroy und zwar sehr selten gefunden im Juli. 

b. ambiguata, aber nur die Varietät vepretaria, welche 
wir nur an oder in der Nähe von pinus silvestr. fanden, an 
der die R. leben dürfte. Sie ist selten bei Damm, Finken- 
walde, Swinemünde, im Juli. 

38. mdoma 
fasciolaria Hufn. , cebraria H. , bis jetzt bei Nemifz und Garz 
(Schrei) gefunden. 

39. Ematurga 

atomaria, einschliesslich der var. unicoloraria. R. auf arte- 
misia, caJluna etc., wie überall, höchst gemein schon im 
ersten Frühjahr und im Sommer. 

40. Bupalus 

piniarius. Die R. zuweilen den Kieferbeständen durch ihre 
Häufigkeit schädlich. R. und P. findet man im Herbst und 

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317 

Wiater unter Moos in der Nähe von pinus silv. Der F. 
ist Ende Mai bis Juli sehr häulig. 
41. HaHa 

a. Wauaria. R. an ribes. F. gemein im Juni und Juli. 

b. brunneala Thunb., pinetaria H. R. auf vaccin. mjrt. 
F. häufig im Juni und noch im Juli, z. B. Stepenitz, Ca- 
rolinenhorBt. 

42. Phasiane 

a. petraria. R. an pteris aquilina? F. an feuchten, 
sonnigen Stellen zuweilen sehr häutig im Juni und Juli beim 
wossowsehen Forsthauee, auf den Wiesen des Gnagelander 
Moors bei Stepenitz. 

b. glarearia. R. an lathjr. prateus. fand Plötz bei Ne- 
gast, aber nur einmal. 

c. clathraia. R. an niederen Pflanzen. Der F. überall 
gemein an lichten Stellen der Wälder, auf dem Rasen der 
Stettiner Festungswerke etc. im April, Mai, und wieder im 
Juli. 

* 43. Scoria 

lineata Sc, dealbata L. Nicht selten als F. auf giüi<seren, 
sonnigen Grasplätzen im Mai bis Juni. Bei Stettin. 
44. Aspilates 

a. formosaria Ev. Von diesem wenig verbreiteten F., 
von dem ich bereits 1 Stück aus dem Ural von Eversmann 
besass, fing ich am 10. Juli 1854 ein schönes (J in der 
Forst von Stepenitz am Wege nach Schützendorf im 1. 
Schlage rechts. Dort wuchsen auf dem zum Theil sumpfigen 
Boden innerhalb des Schlages vaccinien, calluna, erica te- 
tralix etc. 1855 fing ich nicht fern von jener Oertlichkeit am 
12. Juli am Rande der Forst nach Gnageland zu an einer 

Wiese ein wohlerhaltenes Pärchen. 1856 suchte ich diese 
seltene Art umsonst. Seitdem habe ich nicht wieder Ge- 
legenheit gehabt, die Stellen zu betreten. 

b. strigillaria. Die R. findet man ei*\^'achsen an calluna 
vulg. und sarothamn. scopar. im Warsow 'sehen Holz im 
April, der F. fliegt im Mai und Anfang Juni, meist häufig 
im Warsow'schen Busch und bei Carolinenhorst, dabei auch 
var. grisearia. / 

45. Aplasta 

ononaria. R. auf Onon. spinosa. F. zuweilen häufig an den 
Schwalbenbergen bei Garz (Schrei) im Juni. 

46. Lythria 

purpuraria. R. an rumex acetoselia. F. überall häulig vom 
Mai bis August. 

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318 

47. OrihoHtha 

a. coaretata. Sehr selten. Einmal gefangen im Juli im 
Kiefernwalde bei Nemitz. Juli. 

b. plumbaria. R. auf niederen Pflanzen, besonders cal- 
luna vulgär. Ueberali gemein von Ende Mai bis August. 

c. eervinala. R. an Malven, Linden? nicht häufig, fliegt 
im Juli bei Stettin. 

d. limitata Sc., mensuraria SV. Gemein auf Wiesen und 
anderen feuchten Grasplätzen im Juli und August fliegend. 
R. auf bromus racemos. und mollis. 

e. moeniata. R. auf Sarothamn. scopar. F. im August, 
zuweilen häuflg bei den Bachmühlen (Stettin) und im Da- 
mitzowschen Busch bei Tantow. 

48. Mesotype 

virgata Hufn. , lineolata SV. R. an galium. F. im Mai bis 
Juli bei Tantow, im Damitzower Busch etc. 

49. Minoa 

murinata Sc, euphorbiata SV. Selten bei Tantow (Damitzower 
Busch) im Juli (desto häußger bei Chorin). R. auf Euph<5^- 
bia cjpariss. 

50. Odezia 

atrata L., Chaerophjllata. R. auf Chaerophyllum. Selten bei 
Stettin (Nemilz), gemein bei Greifswald, fliegt Ende Juni 
und Juli. 

5 1 . Lilkostege 

a. griseala. Selten. Fliegt im Mai. 

b. farinata Hufn. , nivearia SV. Fli^t von der Mitte 
des Mai bis zu Ende desselben nicht selten auf und an 
Getreidefeldern bei Nemitz (Stettin) etc. 

52. AnasHs 

a. plagiata. R. auf niederen Pflanzen, z. B. hjpericum 
perforat.. fliegt vom Juni bis Septbr. überall. Der F. setzt 
sich mit Vorliebe an Steine und Baumstämme. 

b. paludata Thunb. , sororiata Tr. und zwar var. imbu- 
tata Hübn. R. an vaccin. oxycocc. häufig im Juli und Au- 
gust auf 2 Sümpfen bei Grambow (Stettin). 

53. Chesiaa 

a. spartiata. R. an Sarothamn. scopar. zur Zeit der 
Blüthe. F. im Seplbr. und Octbr. bei Vogelsang, NemiU 
häuflg. 

b. rufata F., obliquala Tr. R. an denselben Orten und 
derselben Pflanze, wie die vorige. F. zuweilen nicht eben 
selten Ende April und Anfang Mai, dann, doch seltener, 
wieder im August. 



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319 

51. LfObophora 

a. sertata. Herr Paul fing hie bei Voigtsdorf (s. Plötz) in 
Neu - Vorpon)mern. 

b. carpinata Bkh., lobulata Hübn. R. auf populus iremula. 
Der F. häufig im Julow, VogeUang, Carolinenhoret, auch 
bei Nemitz im März und April. 

• c. halterata. R. an ealix und betula auf den Mollen- 
wiesen bei Stettin, bei Grambow, Nemitz. Häufig im Juni. 

d. sexalata. R. auf Salix, ebendort wo die vorige Art, 
häufig im Juni. 

e. viretata. R. auf ligustrum etc. , sehr selten in der 
Nähe Stettins, öfter im Buchenwalde bei Vogelfang im Mai 
und Juli. 

55. Cheimatobia 

a. brumata. R. an allen Laubholzbäuroen, schädlich den 
Obstbäumen; F. überall häufig, Anfang November. 

b. boreata. R. zuweilen häufig im Mai und Juni an be- 
tula bei Tantow. F. Ende October und November. 

56. Triphosa 

dubitata. R. an rhamnus, crataeg. oxyac, prun. spiüosa; in 
manchen Jahren nicht selten in den Gärten bei Stettin, im 
August und Septbr. 

57. Eucosmia 

a. certata. R. an berberis, ilex aquifol.; F. nicht häufig 
im Septbr. bei Stettin, Hökendorf. 

b. undulata. R. auf salix und niederen Pflanzen. F. 
sehr häufig im Juni und Juli bei Carolinenhorst, Misdroy etc. 

58. Scotosia 

a. vetulat4i. R. an rhamn. cathart. etc. F. nicht selten, 
im Juli, am Glambeksee bei der wussowschen Försterei, in 
Grambow etc. 

b. rhamnata. R. im Mai an rhamn. cathart., ebendort, 
wie die vorige Art, doch seltener im Juli. 

c. badiata, nur 3 mal bei Stettin gefangen: am Militair- 
kirchhof, im Julow und im Hohlwege von Grünhof bei 
Stettin. R. auf Rosen. 

59. Lygris 

a. reticulata. R. auf Impatiens noli längere. F. früher 
nicht eben selten im Juli an feuchten, schuttigen Stellen im 
Buchwalde bei Vogelsang. 

b. prunata. R. auf ribes. Falter nicht selten, im Juli, 
überall in Gälten. 

c. testata L., achatinalat Hb. R. an salix, popul. tre- 
mula; fliegt im August und Septbr. ziemlich häufig, z. B. 

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320 



auf den Möllenwiesen bei Stettin, im Walde bei Carolinen- 
horst am Bahnhofe, beim wusßowsehen Forsthauso etc. 

d. populata. R. auf vacein. mj^till., fliegt häufig in der 
Forst bei Carolinenhorst, Vogeleang, Stt»penitz im Juni und 
Anfang Juli. 

e. asoociata Bkh., marmorata Hb. R. auf ribes. F. nicht 
häufig, in Gärten bei Stettin im Juni und Juli. • 

60. Gdwria 

a. dotata L., pyraliata SV. R. auf galium u. a. niederen 
Pflanzen. F. zuweilen häufig in der Stepenitzer Forst, Tantow 
auch im Laubwalde bei Vogelsang etc. im Juni und Juli. 

b. fulvata Forst. R. auf rosa. Fliegt in lichtem Gehölz, 
wo die Futterpflanze wächst, auch an Wegen ziemlich selten 
im Juni und Juli, z. ß. in den Plantagen bei Fort-Preussen 
(Stettin). 

c. ocellala L. R. an Gralien. F. überall vereinzelt in 
lichten Waldungen und Gärten im Juli. 

d. bicolorata Uufn. , rubiginata SV. R. an alnus glutin. 
F. nicht eben häufig, Juni und Juli. 

e. variata. R. an abies excelsa. F. sehr selten, nur 
im Walde von Eckerberg gefunden. Ende Juni. — V. obelis- 
cata. R. an pinus silvestr. Häufig in allen Kieferwäldern 
im Mai und Juni. 

f. juniperata. R. uuf juniperus häufig Ende August und 
Septbr. F. überall, wo die Futterpflanze zahlreich wächst^ 
Ende Septbr. und Anfangs October, im Tantower und Da- 
mitzower Busch, bei Granibow, Vogelsang etc. 

g. siterata Hufn., psittacata SV. R. auf Laubholz. F. 
im August, häufig in Laubgehölz, auch an Ahornbäumen. 

h. truncata Hufn., russata SV. R. polyphag, u. a. auf 
Heidelbeeren, Brombeeren, salix etc. F. im Juni bis Au- 
gust, sehr variirend, überall häufig. 

i. firmata. Im Kiefernwalde; fliegt zuweilen nicht selten 
im August und September bei Carolinenhorst, Nemitz. R. 
nach Plötz an galium, was wohl ein Irrthum ist. 

k. viridaria J., Miaria Bkh., fliegt meist an feuchten 
Stellen im Eisgebüsch und Lnubholz im Juni und Juli, ziem- 
lich häufig, bei Grambow, Vogelsang etc. 

I. didymata L., scabraria Tr. R. an ceiastium nach 
Plötz. F. selten, bei Hökendorf, Vogelsang im Juni und 
Juli. 

m. vesperlaria. R. an pteris (Plülz); fliegt vereinzelt bei 
Hökendorf, Vogelsahg, Swinemünde, im JulL^und August. 

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321 

D. fiaduata. R. polyphag, an niederen Pflanzen in Wäl- 
dern und Gallen. Sehr gemein. F. vom Mai bis August. 

o. montanata. R. Anfangs Mai an primula ver., Gräsern 
etc., fliegt in lichten Wäldern häufig im Mai und iJuni bei 
Nemitz, Vogelsang, Grambow, im Schrei. 

p. quadrifasciaria Cl. , ligustrata SV. R. an niederen 
Pflanzen. Fliegt ziemlich häufig im Juni und Juli in Ge- 
büschen und Gärten, Juni und Juli bei Nemitz (wo ich die 
R. zu Anfang März fand), SwinemUnde, auch in Gärtep bei 
Stettin. 

q. ferrugata. R. an niederen Pflanzen, besonders galium, 
fliegt im Mai bis in den Juli überall häufig in Gärten und 
Wäldern. — V. spadicearia nur in Wäldern, bei Carolinen- 
liorst, Vogelsang, Grambow, Tantow", im Mai und Juni häufig. 

r. unidentaria Haw., wohl nur Var. der vorigen, doch 
i^eltnere Form bei uns, fliegt im Juni. 

s. sufTumata. Selten. Ich fand sie im Buchenwalde bei 
Hökendorf im Juni. 

t. pomoeriaria Gn., quadrifiisciaria. R. an Impatiens noli 
fang. F. im April und Mai an feuchten Stellen, wo die 
Futterpflanze wächst, im Mai bei Hökendorf, Nemitz etc., 
ziemlich häufig. 

u, designata Hufn., propugnata SV. fliegt ziemlich häufig 
in ErlengebOschen. R. nach Plötz auch an brassica nigra. 

V. vittata Bkh., lignata Hb. R. Ende Mai, 2. Generation 
im Juli bis Septbr. auf nassen Wiesen an im Wasser stehen- 
den menyanthes tnfol. im Septbr., wo sie Herr Schulz nicht 
selten auf den Möllenwiesen fand und mit der Pflanze erzog. 
Der F. im Juni (v. Heinemann); bei uns nicht selten die 2. 
Generation Ende Juli, August, September. 

w. dilutata SV. R. ^uf corylus avellana, auf Laubholz 
überhaupt, im Mai und Juni; F. Ende Septbr. und October 
iu den Wäldern, wo jene FutterpflanzÄi zu finden sind. 

X. cucullata Hufn.. sinuata SV. R. an galium; nicht 
häufig, fliegt im Juli bei SwinemUnde, Misdroy, seltener bei 
Stettin und Stargard. 

y. galiata. R. auf galium; fliegt häufig im Juli bei Di- 
venow (Cumin), auf Rügen, seltener bei Stettin. 

z. rivata. R. auf niederen Pflanzen. F. nicht selten bei 
Stettin (Nemitz, Julow etc.) im Juni und Juli. 

aa. sociata Bkh., alchemillata SV. R. an alehemilla 
arvensis etc. F. überall äusserst häufig vom Mai bis 
August. 

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322 



bb. unangulata Hav. R. an rubus Idaeus. F. zuweilen 
nicht selten bei Nemitz, in der Nähe der wussower Försterei, 
bei Vogelsan^, Grambow, Hökendorf, SwinemQnde, im 
Garzer Schrei im Mai und Juni. 

cc. albicillata. R. auf rubus Idaeus im Spätsommer. 
F. häußg bei Nemitz, Orambow, Yogelsang im Mai und Juni. 

dd. hastata. R.' auf vaeein. myrtill. sehr häufig im Juli 
und August. Der F. fliegt äusserst zahlreich im Mai und 
Juni bei Carolinenhorst, Stepenitz, auch bei Vc^elsang. 

ee. V. subhastata Noicken. R. an vaccin. myrtill. und 
Birken; fliegt viel seltener als die vorige im Mai und Juni 
bei Carolinenhorst, Tantow. 

ff. tristata L. R. an galium. F. selten, an denselben 
Orten. 

gg. afSnitata nach Plötz bei Oreifswald. 

hh. alchemillata L., rivulata SV. R. in den Samen- 
kapseln von Lamium, ballota etc., fliegt zuweilen häufig im 
Juli und August im Laubwalde bei Yogelsang n. a. Orten. 

ii. adaequata Bkh., Malidiata SV., soll bei Garz und 
Tantow gefangen sein. 

kk. albulata, sehr verbreitet, fliegt besonders häufig bei 
Tantow auf den Schönower und Kesower Wiesen neben der 
Eisenbahn Ende Mai und Juni. 

11. candidata fliegt häufig im Mai und Juni im W^arsow- 
sehen Wald und anderen Orten. 

mm. quadripunctata Bienert, Chionata Led. fing Büttner 
einmal bei Vogelsang. 

nn. testaceata Don., silvata SV., fliegt nur an einzelnen 
Orten, zuweilen nicht eben selten im Mai und Juni, z. B. 
in der Nähe der Wussowschen Försterei im Erlengehölz. 

oo. decolorata. R. in Lychnis-Capseln. F» selten. Ich 
fing ihn im Juli im Fort Leopola bei Stettin. 

pp. luteata S\k in feuchten Gebüschen, besonders in 
Alnus-Gebüsch nicht selten bei Nemitz (wussowsche Försterei) 
im Mai und Juni. 

qq. obliterata. R. an alnus (v. Heinemann), fliegt an 
denselben Stellen wie die vorige Art, sehr häufig im Mai 
und Juni. 

rr. bilineata. R. auf Urtica dioica und vielen niederen 
Pflanzen. F. sehr gemein vom Juni bis August. 

SS. sordidata F., elutata Hb., nach Plötz bei Eldena, 
Voigtsdorf. R. auf salix, carpinus, vaccin. F. im Juli. 

tt. trifasciata Bkh., impluviata SV. R. auf alnus glutinosa 
Fliegt häufig in lichtem Eisgebüsch im Juni, z. B7 bei^emitz. 



323 

uu. capitata HS., balsaminata Frr. R. auf Impatiens noH 
tang. F. zuweilen nicht selten im Mai und Juni, bei Höken- 
dorf, im Laubwalde bei Vogelsang. 

vv. silaceata, nach Plötz R. an popul. trem., in der 
Nähe von Greifswald; bei Stettin noch nicht gefunden. 

ww. corylata Thunb., ruptata Hb. R. an betula im 
Septbr. F. nicht selten im Mai und Juni, ziemlich häutig 
bei Carolinenhorst, Tantow etc. 

XX. berberata. R. zuweilen häufig auf berberis, leicht 
zu ziehen. F. im Mai und Juni. 

jy. rubidata. R. nach Plötz an Asperula, aber auch 
sicher au andern niederen Pflanzen. F. im Juni und Juli 
bei Stettin^ Stargard, SwinemUnde, selten. 

zz. sagittata. R. an thalictrum pratense. * F. im Juni 
bei Stepenitz, auf den Möllenwiesen am Dunzig bei Stettin. 
Selten. 

a. eomitata L., chenopodiata L. R. an chenopodium. 
F. häufig in Gärten, an Bretterzäunen sitzend; vom Juni 
bis August. 

ß. polygrammata. Zuweilen ziemlich häufig an feuchten, 
grasreichen Stellen im Mai und Juni bei Grambow, Nemitz. 

y. aquata. K. an Pulsatilla pratensis. Der F. erscheint 
in 2 Generationen, zuerst im April, dann im Juli, ziemlich 
zahlreich. Bisher nur im Schrei bei Garz und im Damitzower 
Busch bei Tantow gefunden. 

S, tersata. R. auf Clematis u. a. niedern Pflanzen. F. 
selten im Juni im Walde von Wussow, im Schrei und in 
der Hökendorfer Forst. 

61. Coltix 
sparfata. R. auf Ljsimachia vulgär. F. nicht eben selten im 
Juni auf den MöHentviesen am Dunzig bei Stettin, bei Gram- 
bow etc. 

62. Eupitheda 

a. oblongata Thunb., centaureata SV. R. im Septbr. 
nicht selten an den Bliithen und unreifen Früchten von 
artemisia campestris, centaurea, ononis etc. Der F. ziem- 
lich häufig im Mai und Juni, überall. 

b. insignuta Hb., consignata Bkh. Sehr selten. Ich zog 
sie einmal aus einer an rubus Idaeus gefundenen R Es 
soll dieselbe sonst an Obstbäumen leben. 

c. venosata. R. an silene inflata, Lychnis dioica. Der 
F. bisher nur bei Greifs wald und Dramburg gefunden. 

d. sub-notata. Der F. fliegt bei Stettin im Juni neben 
Foi t-Preussen , auch anderwärts, wenngleich niclrt häufig:. 

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324 



e. lioariata. R. an linaria vulgaris. F. im Juni und 
Juli; nicht eben selten. 

f. pusillaria. R. an pinus silvestr. und abies excelsa, 
F. im Mai und Juni ziemlich häufig in unsern Nadelholz- 
wäldern. 

g. abietaria Göze, strobilata Bkh. an abies excelsa. R. 
in den noch unreifen Zapfen der Coniferen, F. nicht eben 
selten im Juni. F. bei Nemitz etc. 

h. togata HUbn. sehr selten im Juli. Büttner fing sie 
bei Messenthin. 

i. debiliata. R. an vaccinium mjrtili. F. nicht häufig 
im Juli bei Carolinenhorst im Hochwalde. 

k. reetangulata. R. in den ßlüthen des Apfelbaume.«. 
F. häufig «in Gärteo, an Bretterzäunen sitzend, im Juni und 
Juli, in allen Varietäten. 

1. scabiosata, nebst var. obrutaria. R. in den Blüthen 
vieler niederen Pflanzen, z. B. scabiosa, centaurea etc. F. 
im Juni nicht selten bei der Wasserheilanstalt von Frauen- 
dorf, auf den trockenen Torfwiesen bei Tantow. 

m. succenturiata. R. an den Samen von artemisia vul- 
garis im Septbr. F. nicht selten im Juni und Juli bei Stet- 
tin, Swinemünde etc., wo die Futterpflanze wächst. 

n. subfulvata. R. im September an den Samen von 
achillea millefol. F. im Juni und Juli. Die R. nicht selten. 
— var. oxjdata. R. ebenda, wo die vorsiehende Stammart. 

o. nanata. R. häufig im Septbr. an den Blüthen von 
calluna vulgär. F. im Mai und Juni bei Vogelsang, Caro- 
linenhorst etc. nicht selten. 

p. hyperboreata. R. wahrscheinlich an vaccin. oxjcoc- 
cus; der F. bisher nur auf den Sümpfen bei Grambow 
(Cöstiner Feldmark) ziemlich häufig im Mai und Anfang des 
Juni gefunden. 

q. innotata. R. im Septbr. sehr häufig auf artemisia 
campestris, überall, wo diese Pflanze in Mehrzahl wächst. 
F. vom Mai bis August. Sie lässt sich leicht ziehen, doch 
darf man die Gespinnste, wie bei fast allen Eupithecieu, 
nicht zu feucht halten und in das geheizte Zimmer bringen, 
um sie etwa zu früherer Entwickelung zu veranlassen. 

V. fraxinata zog Büttner aus auf sorbus aucup. gefun- 
denen Raupen. 

w. pjgmneata. Nach Plötz auf cerastium, bei Eldena 
gefunden. 

X. isogrammata. Nach Plölz R. an Valeriana officin.; 
gefunden bei Grubenhagen. 

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325 

y. tenuiata. R. aa den Kätzchen der Salix caprea. F. 
im Juni bei Stettin (Vogelsang), Grubenhagen (Greifs wald), 
nicht häußg. 

z. plumbeolala. R. an den Blüthen von Melampjrum 
pratenee und nemor. F. häufig Ende Mai und Juni am 
Waldrande bei Vogelsang, besonders zahlreich auf den 
trockenen Torfwiesen bei Tantow. 

aa. satyrata. R. an Centaurea, Peucedanum etc., F. im 
Mai und Juni nicht selten. 

bb. helveticaria. R. nicht selten an Junipenis communis 
im August und Septbr. Der F. fliegt im Mai und Juni 
ziemlich häufig im Walde von Grarabow, bei Vogelsang, im 
Tantower und Damitzower Busch. 

cc. valerianata. R. an Valeriana ofticin., an den Blüthen 
und Samen. Nach Plötz bei Zarrentin. 

dd. castigata. R. an Ononis spinosa, Achillea millefol., 
Solidago, Galium. F. im Juni. 

ee. trisignaria. R. nach Plötz an Heraclenm, vielleicht 
auch Solidago virgaur. Fliegt im Juni bei Eldena, Misdroy etc. 

ff. vulgata Hw., austerata HS. R. polyphag an vielen 
niederen Pflanzen. Fliegt im Mai und Juli, wo man ihn leicht 
an Bretterzäunen sitzend föngt. Häufig. 

gg. campanulata. R. in den Kapseln der Campanula tra- 
chelium (im Julow etc.). Der F. selten, im Juni und Juli. 

hh. actaeata fand sich nach Plötz bei Waldersdorf. R. 
an Actaea spicata. 

ii. assimilata. R. auf Ribes, auf den Blättern von Hu- 
mulus lupulus. F. fliegt im Juni und findet sich an den 
Bretterzäunen der Holzhöfe neben den Möllenwiesen bei 
Stettin^ nicht selten. 

kk. absinthiata. R. auf den Blüthen von Artemisia ab- 
sinth., Tanacetum, Eupator. cannabin., Calluna vulgaris im 
Septbr. Der F. entwickelt sieh im Mai und Juni, nicht selten. 

11. pimpinellata. R. in den Blüthen von Pimpinella saxi- 
fraga, in den Blüthen von Senecio vulg. etc. im Juni, nicht 
häufig. 

mm. indigata. R. in den Zapfen von Pinus silvestr. F. 
Mai und Juni in unsern Kiefernwäldern, nicht selten. 

mm. abbreviata Stph. R. an Quercus robur, an den 
jungen Blättern. Der F. selten Ende April und Anfang Mai, 
in der Forst bei Vogelsang. 

nn. dodonaeata. R. an Quercus robur, entwickelt sich 
im April und Mai, etwas häufiger als die vorige Art^ an 

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326 



Eichen, hinter der wussowschen Försterei und in der Eichen- 
Schonung von GelHn bei Grambow. 

00. exiguata. R. auf Berberis, Sah'x, Ribes ( F. fliegt Jm 
Mai und Juni, sehr selten. 

pp. lanceata. R. an Pinus und Juniperus ? F. fliegt sehr 
selten im Mai. 

qq. sobrinata. R. an Juniperus. F. nicht selten im Juli 
und August im Damitzower Busch bei Tantow und bei 
Grambow. 



Ueber einige merkwürdige Fälle von 
Verschleppung und Niditverschleppung 
der Dipteren nacli anderen Welttheilen. 

Von 
€). R. Baron OflteiA - Saelien* 

Der Zweck dieser Publication ist, einigen mir in meiner 
entomologischen Praxis vorgekommenen Fällen eine weitere 
Verbreitung zu verschaffen, da solche Fälle, in Ermangelung 
einer solchen Zusammenstellung, von Nicht-Specialisten leicht 
übersehen werden oder ganz in Vergessenheit gerathen. 

1. EristaKs tenax. 

^Eristalis tenax ist eine jener merkwürdigen Erschei- 
nungen, für die es ebensowohl keine andere verticale oder 
horizontale, wie Zeitgrenze giebt, als die der Insectenwelt über- 
haupt zukommt. Sie umschwärmt den Gipfel unseres Schnee- 
berges ebenso lebhaft, als sie die dumpfen Cloaken der Stadt 
belebt. Und wenn die feuchten, frostigen Novembernebel längst 
schon alles Leben der Insectenwelt fortgescheucht haben, flndet 
man sie noch frisch entschlüpft, wenn auch matt und träge, 
an Mauern sitzen.^ (Frauenfeld, Beitr. z. Fauna v. Dalmatien, 
in d. Verh. d. zool.-bot. Vereins, 1856.) 

Eristalis tenax kommt in ganz Europa vor, bis Lapp- 
land, wo sie gemein ist, und bis Süditalien, Corsica und Malta; 
auch in Algier (Loew, südafr. Dipt. 318), in Gibraltar und Ma- 
deira (Schiner, Novara, 360); auf den canarischen Inseln, der 
Insel Bourbon und Madagascar (Macquart, nach Schiner, Dipt. 
Austr. Syrphiden 114); am Gap (Schiner, 1. c. 10); in China 
(Schiner, I. c. 114); in Sibirien und Japan (Loew^ Wien. ent. 

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327 

Monatschr. II, 101). In Nord- America war mir diese Fliege, 
während eines fast 20jährigen Sammeins, nie vorgekommen, als 
ich, zu meinem grossen Erstaunen, am 5. Novbr. 1875, ein 
Exemplar am Fenster in Dr. Hagen's Wohnung, in Cambridge, 
Mass., fand. 

Schon im nächsten Jahre, im October und Novbr. 1876, 
traf ich mehrere Stücke im Freien, an Mauern und Zäunen, 
in Newport (Rhode Island). Im Juni 1877 verliess ich America, 
aber noch in demselben Jahre wurde die Fliege so gemein, 
dase, wie Dr. Hagen sich ausdrückt, ^Hunderte gefangen 
wurden^. (Vergl. seinen Vortrag vor der Naturforschenden 
Gesellschaft in Boston, am 18. Decbr. 1877.) In den Jahren 1876 
bis 1878 wurden viele Exemplare in Galena, Illinois gefunden 
(vergl. Psyche, August 1879, p. 260). Unterdessen hatte ich 
im Mai 1878, in Herrn v. Roeder's ^mmlung (in Hojm), Stücke 
aus Georgien und Missouri gesehen, die von dem bekannten 
Sammler Morrison stammten, also etwa 1876 — 77 gesammelt 
sein müssen*). Endlich schrieb mir ein amerikanischer Cor- 
respondent im vorigen Wintec, er habe eben Exemplare aus 
Washington Territory, am Stillen Ocean, erhalten. An der 
Identität war nicht zu zweifeln ; die characteristischen behaarten 
Streifen an den Augen, welche nur dieser Art zukommen, 
waren vorhanden! 

Dieses plötzliche Auftauchen jener Fliege in allen Theiien 
der Vereinigten Staaten, in Localitäten, die Tausende von Kilo- 
metern von einander entfernt sind, und das in einem kurzen 
Zeiträume von 3 — 4 Jahren, bedarf einer Erklärung. Zwei 
Hypothesen sind möglich. 

1. Eristalis tenax mag auf Schiffen aus £}uropa in 
einen der atlantischen Häfen importirt worden sein. Wäre es 
aber seit langer Zeit geschehen, so wäre man dessen schon 
viel früher gewahr geworden. Eine Importation vor kurzer 
Zeit würde das fast gleichzeitige Auffinden in Missouri, Illinois, 
und sogar Washington Territory unerklärt lassen. So schnell 
verbreiten sich Insecten doch nicht! Und überhaupt, mit dem 
Verschleppen auf Schiffen, scheint es eine eigene Bewandniss 
zu haben. Man sollte meinen, dass von allen Fliegen, E. te- 
nax und Sarcoph. carnaria, vermöge ihrer Lebensweise, 
sich zur Verschleppung ganz besonders eigneten. Und doch 
sind vier Jahrhunderte von Verkehr vergangen, ehe die 
Einschleppung fUr eine dieser Arten stattfand; die andei*e ist, 

*) Diese Facta sind schon theilweise in meinem Cdtal. of the 
described Diptera of N.-America, Washington 1878, p. 249, erwähnt; 
auch in Herrn Burgess* Artikel in Psyche, A'ol. U, p. 188 (1878). 



328 

wie wir weiter unten sehen werden, in Nord -America bis 
jetzt nicht erschienen! 

2. Die andere Hypothese ist die, dass E. tenax in den 
westhchen Theilen des nordamerikanischen Continents, .sammt 
mehreren anderen europäischen Arten, einheimisch war und 
sich nach Osten ausbreitete, sobald die Civilisation mit der 
Region der Verbreitung dieser Fliege in Contact kam (also 
nach Art des Colorado-Käfers). Kommt sie doch auch in Si- 
birien und Japan vor! 13ie mag Missouri und Illinois schon 
seit Jahren erreicht haben, ohne daes Jemand auf sie Acht 
gab, und erst als sie nach Boston kam, dem Sitz der Diptero- 
logen, wurde sie bemerkt. Dagegen lässt sich freilich ein- 
wenden, dass E. tenax, bis vor der neulichen Sendung aus 
Washington Territory, niemals westlich von den Rocky Moun- 
tains gefunden worden ist. Ich habe in Californien ziemlich 
fleissig gesammelt, auch die Dipteren - Sammlung von Herrn 
H. Edwards in Francisco durchgesehen, ohne auf E. tenax 
zu stossen. 

Die Sendung aus Washington Territory bleibt also bis 
jetzt ein ganz vereinzelter Fall des Vorkommens dieser Art 
westlich von Missouri, und ohne diesen Fall, wäre die Annahme 
der Verschleppung aus Europa, vielleicht nach einem südlichen 
üafen, und einer unbemerkten Verbreitung, kaum in Frage 
zu stellen! Es wäre dies ein lehrreiches Beispiel der Ver- 
schleppung erst nach Jahrhunderten von Verkehr! 

Den amerikanischen Entomologen wird es obli^en, zu 
beobachten, ob die Verbreitung dieser neuen Species irgend 
eine der einheimischen Arten verdrängt^ denn solches kann 
auch vorkommen. 

2. Syrphus pyrastri.*) 

Wenn ich oben europäische Dipteren erwähnte, welche 
in der pacifischen Hälfte des nordamerikanischen Gontinentes 
vorkommen, so geschah dies besonders mit Hinsicht auf Syr- 
phus pyrastri. Diese Art hat in der alten Welt ebenfalls 
eine ziemlich grosse Verbreitung, nämlich über ganz Europa, 
doch nicht bis Lappland; nach Süden bis Aegypten, Algier 
und den canarischen Inseln (vergl. Schiner, Dipt. Austr. Syr- 
phidae p. 61); nach Osten bis Moscau (Fedtchenko's Verzeich- 
niss) und wahrscheinlich viel weiter, worüber mir aber die 
Daten fehlen. (Im Verzeichniss der von Fedtchenko in Tur- 



*) Die hier erwähnten Facta sind bereits, aber in aller Kürze, 
in meinen Western Diptera, p. 540 — 542, erwöhnt worden. i 

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329 

kesfan gesammelien Dipteren von Loew, in den Schriften der 
Mo8cauer Gefiellsch. der Freunde der Natur, 1870, sind sonder- 
barer Weise die Syrphiden ganz ausgelassen.) In den Atlan- 
tischen Staaten Nord-Americas ist S. py ras tri bis jetzt nie 
gefunden worden; aber desto merkwürdiger ist es, dass im 
Westen des nordamerikanischen Continentes, von Colorado 
aus, schon diesseits der Rocky Mountains, bis nach Califor- 
nien, diese Art ganz häufig vorkommt. 

Schon Say fing sie im J. 1820 am Arkansasfiusse, am 
Fusse der Rocky-Mountains, als diese Gegend von der Civili- 
sation noch ebenso entfernt lag, wie jetzt das Innere von Afrika. 
Ihm fiel die Aehnlichkeit mit dem ihm von Wiedemann mit- 
getheilten europäischen Syrphus pyrastri (transfuga F.) auf ; 
daher der Name,, den er ihr ertheilte: 8. affin is. Der Unter- 
schied, den er angiebt, ^etwas dunklere Färbung^, h%t keine 
Bedeutung. 

"Wie kam diese Art nach jenen Gegenden? Und warum 
hat sie sich aus Colorado nicht weiter nach Osten, d. h. nach 
den Atlantischen Staaten ausgebreitet. Erstere Frage werden 
wir erst dann beantworten können, wenn wir über die Ver- 
breitung von S. pyrastri in Nord-Asien einige Data erlangen. 
Denn an Verschleppung durch Schiffe nach Californien ist doch 
nicht zu denken. Wäre sie auf diese Weise d(»rthin gekommen, 
und hätte sie sich von dort schon im J. 1820 bis nach Co- 
lorado verbreitet, so wäre nicht einzusehen, warum sie seit 
der Zeit nicht noch weiter, bis zum Atlantischen Ocean, vor- 
gedrungen ist. 

Eine Art, die in St. Petersburg, in Aegypten und auf den 
canarischen Inseln zugleich vorkommt, ist doch in climatischer 
Hinsicht nicht sehr wählerisch! Zwischen Colori^do und dem 
Mississippi liegt freilich eine ziemlich trockene Region, wo 
vielleicht Aphiden nicht zahlreich genug vorkommen, um S. 
pyrastri einen Unterhalt zu gewähren. Aber Californien ist 
ja auch im Sommer sehr trocken; und weiter nach Norden 
föllt dieses Hindemiss der Trockenheit ganz weg. Bedeutsam 
ist ausserdem das gleichzeitige Vorkommen von S. pyrastri 
in Californien und Chili; bedeutsam wegen der mehrfachen 
faunistischen Uebereinstimmung dieser Länder. Wäre die Art 
an beiden Stellen importirt, so bliebe es unbegreiflich, warum 
sie in die atlantischen Staaten Nord-Amerikas nicht längst ein- 
geschlichen ist, wo der Verkehr viel häufiger ist, und ein 
Paar Jahrhunderte länger dauert. 

Es wird interessant sein, zu beobachten, ob die Verbrei- 
tung der Civilisation nach Westen, der schon oben erwähnte 



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330 

ContAct derselben mit der ursprünglichen Fauna und Flora 
des Westens, und die damit verbundenen Veränderungen in 
beiden, der Verbreitung von 8. pyrastri nach Osten zu viel- 
leicht Vorschub leieten werden, und ob er nicht auch, wie 
Erist. tenax, eines schönen Tages in der Umgebung von Boston 
erscheinen wird? Geschieht das nicht, so wird es den Be- 
weis liefern, dass den dortigen Verhältnissen etwas fehlt, was 
zu den Lebensbedingungen von 8. pyrastri gehört Ueber- 
haupt sind die Nord -Atlantischen Staaten an 8yrphus- Arten, 
im Vergleich mit Europa, auffallend arm. In meiner kleinen 
Arbeit „On the N.-A. species of the genus 8yrphus (in the 
narrowest sense)^*) habe ich nur elf Arten anführen können, 
von welchen wenigstens sechs mit europäischen Arten zu- 
sammenfallen: ribesii Lin., topiarius Zeit., (non Meigen), 
abbreviatus Zett., lapponicus Zett., umbellatarnm L. (?), 
cinctellus Zett. (?). Alle diese Arten, (nota bene) kommen 
aber auch in Lappland vor, was 8. pyrastri nicht thut! 
Sein Verbreitungsradius entsprang also einem anderen Centrum. 

3. Sarcophaga camaria. 

Ich habe diese Art oben als einen merkwürdigen Fall 
von NichtVerschleppung angeführt. 

S. carnaria, ebenso wie andere Sarcophagen, scheint als 
Larve eine wunderbare Zähigkeit und Anpassungsfähigkeit zu 
besitzen. Faule Vegetabilien und Mist (Bouch^, Naturgesch. 
d. Ins. p. 60), so wie frisches und faules Fleisch, selbst Ge- 
schwüre an lebenden Menschen und Thieren (Portchinsky, 
Trndy der Russ. Ent. Ges. IX, p. 106 — 9) bekommen ihr 
woM. Hungrig und unausgewachsen, verwandelt sie sich doch 
(Portcbinski, 1. c), was wahrscheinlich die verschiedene Grösse 
der Imagines einer und derselben Species von Sarcophagen 
erklärt. Als Claude Bernard die Larve in den Magen von 
Hunden künstlich einführte, wurde sie nicht verdaut, sondern 
kam lebendig mit den Faeoes wieder zu Tage. Portchinski 
stellte dasselbe Experiment mit einem Frosch und einem Vogel 
an (Sylvia hortensis); nur im ersten Falle blieb die Larve le- 
bendig; im zweiten war sie todt, aber unverdaut. 

Unter solchen Umständen hätte man die Verschleppung 
der S. carnaria nach Nord-Amerika vor allen anderen Fliegen, 
welche menschliche Wohnungen umschwärmen, zuerst erwarten 
sollen. Und doch hat sie bis jetzt nicht stattgefunden. Als 
die Monographie der englischen Sarcophagen von Herrn Meade 
erschien (Entom. Mo. Mag. XII, p. 216, 1876), schickte ich 

*) Proc. Boston Soc. N. H. 1875. 

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331 

dem Verfasser eine Sammlaiig Dordamerikanischer Sarcophagen, 
in der Voraussetzung, dass viele mit europäischen Arten zu- 
sammenfallen würden. Herr Meade unterschied in dieser Samm- 
lung 24 ächte Sarcophaga- Arten, und ausserdem 4 Sarcopha- 
giden anderer Gattungen; in der Anzahl (and sich aber keine 
einzige Art, welche mit einer europäischen für vollkommen 
identisch gehalten werden könnte. Nur eine Art kam einer 
europäischen ziemlich nahe (8. similis Meade, welche der S. 
carnaria sehr ähnlich ist); die Exemplare stammten aber aus 
dem Westen der Vereinigten Staaten (Colorado und Nord-Seite 
des Lake Superior), also nicht aus den Atlantischen Staaten. 

Nun kommen Musca domestica, Cyrtoneura stabulans, Cal- 
liphora vomitoria und erjthrocephala, Anthomjia canicularis, 
Stomoxys calcitrans, zahlreich in den Atlantischen Staaten Nord- 
Amerikas vor; sie sind auch nach den entferntesten Colonien, 
Chile, Australien, Neuseeland etc. verschleppt worden, wo sie 
früher nicht exisiirten (worüber in mehreren Fällen bestimmte 
2jeugnisse vorliegen). Rhyphus fenestralis, der bedächtige 
Scenopinus fenestralis und selbst die zierliche Scyphella 
flava, kommen in Nord-Amerika, wie in Europa, an Fenstern 
vor. Mir ist nicht bekannt, ob S. carnaria in Chile, Neuseeland 
etc. gefunden worden ist; ich will nur bemerken, dass Schiner 
im Novara- Werke alle jene Fliegen, als in entfernten Oegenden 
vorkommend, anführt, nur die S. carnaria nicht. 

Der vereinzelte Fall, dass Macquart, Dipt. Exot. II, 3, 
95, eine S. carnaria aus Haiti behauptet gesehen zu haben, 
bedarf noch der Bestätigung. 

Es scheint also, dass die Verschleppung dieser, sonst so 
genügsamen und zähen Art, auf Schwierigkeiten st^sst, welche 
für andere Fliegen nicht existiren. Am ehesten werden solche 
Fliegen verschleppt, welche sich innerhalb menschlicher Woh- 
nungen (also auch in Schiffsräumen) gerne aufhalten; dahin 
gehören die oben aufgeführten Arten. S. carnaria aber er- 
scheint in Häusern bloss, um ihr Legegeschäft zu verrichten, 
und entfernt sich sogleich; eine eigentliche Hausfli^e ist sie 
nicht. Dieser Umstand würde die Wahrscheinlichkeit der 
Verschleppung der Imagines vermindern, jedoch die Nicht- 
verschleppung der Larven immer noch unerklärt lassen. 

Aehnttche Fälle des Nichteinschleppens kommen auch im 
Pflanzenreiche vor. Eine grosse Anzahl europäischer Kräuter 
und Unkräuter sind durch den Verkehr in Nord-Amerika ein- 
geschleppt worden, so dass sie in der Umgebung der Städte 
die dortige Flora fast verdrängt haben. Aber gerade das, 
was man am ersten hätte erwarten können, nämlich dass mit 



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332 

den Cerealien der Mohn und die Kornblume eingeschleppt 
bürden, hat bis jetzt nicht stattgefunden; keine von beiden 
Pflanzen kommt in Nord-Amerika im wilden Zustande vor. 

4. Psilopus paUens, 

Dieses ist ein Beispiel von Verschleppung in einer Gruppe 
von Insecten, in welcher man sie am Wenigsten erwartet 
hätte, was sich aber durch die eigenthümlichen Gewohnheiten 
der Art hinlänglich erklären lässt. 

Psilopus pallens zeigt den Habitus der europäischen 
Arten dieser Gruppe, während die amerikanischen schon zu 
Gruppen der tropischen Arten gehören. Nichtsdestoweniger 
kommt er in Nord-Amerika vor, und wurde zuerst von Wiede- 
mann von dort beschrieben. Ah ich ihn in New -York fand 
und an Dr. Loew mittheilte, schrieb er mir, dass er mit sei- 
nem Psilopus ajbonotatus aus Rhodus zusammenfalle. 
Seitdem habe ich Exemplare dieser Art (in Herrn v. Bergen- 
stamm's Sammlung) aus Barcelona gesehen, woraus man 
schliessen kann, dass sie auch in anderen Häfen des Mittel- 
ländischen Meeres vorkommt. 

Wie gesagt, lässt sich die weite Verschleppung nach 
Amerika aus der Lebensweise von P. pallens erklären. 
Während ^ämlich die übrigen Psilopus- Arten im Freien, 
auf Blättern von Gesträuch etc., vorkommen, hält sich diese 
Art gerne bei menschlichen Wohnungen auf, und zwar so, 
dass ich sie an den Wänden eines Consulat -Bureaus am 
Bowling Green in New-York gefunden habe. Ausserdem traf 
ich sie auch an Häusern, aber an der Aussenseite derselben 
in Newport (Rhode-Island) und Sag Harbor (Long Island), also 
immer in Seehäfen. Es liegt desshalb die Vermuthung nahe, 
dass P. pallens auch Schiffscajüten aufsucht, und auf diese 
Weise die weite Reise über den Ocean überstanden hat. 
Nichtsdestoweniger ist der Fall ein sehr merkwürdiger, und 
es wäre von Interesse, die besonderen Bedingungen der Me- 
tamorphose dieser Fliege ins Klare zu bringen. 

Im Wiener Museum stecken zwei Exemplare von P. pal- 
lens aus Australien. Obgleich ein solches Vorkommen, bei 
den schon erwähnten Bedingungen, nicht unmöglich wäre, so 
hat doch Loew (Monogr. N.-Am. Dipt. H, p. 277) -durch den 
Vergleich ^er Nadeln nachgewiesen, dass diese Exemplare 
aus Nord-Amerika stammen müssen, da in derselben Samm- 
lung Exemplare der nordamerikanischen Art P. Sipho sich 
befinden, deren leicht erkennbare Nadeln mit den vorigen voll- 
kommen übereinstimmen. 



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333 



Spicilegia Linnaeana 

von 
C A. Delim. 

(Fortsetzung von Seite 255.) 

(Aus der Oeländischen Reise, Seh reber S. 45.) 



5. 
Man kann sich die Ungeduld Linod's und seiner sechs 
jungen Begleiter auf dieser am 15. Mai 1741 angetretnen 
Reise denken, als sie am 28. Mai in Calmar eintrafen, aber 
wegen stürmischen Wetters die Ueberfahrt nach Oeland erst 
am 1. Juni unternehmen konnten, auch da noch mit heftigem 
Sturm aus Südwest. Aber die Belohnung liess auch nicht auf 
sich warten, denn es heisst sofort: 

Wir hatten kaum den Strand von Oeland betreten, 

so merkten wir schon, dass dieses Land ganz anders 

beschaffen war, als die Übrigen schwedischen Provinzen. 

und bereits am folgenden Tage (S. 51 1. c.) wurde bei Biörn- 

hofda eine botanische Excursion gemacht, von welcher es 

lautet : 

Diese Gegend hatte sehr schönes Laubholz, besonders 

Linden und Haseln: hier fanden wir die seltensten Oe- 

wachse, welche zuvor in Schweden nicht gefunden worden 

waren, und um deren willen ich 1738 von Paris nach 

Fontainebleau reiste, wo ich Gelegenheit hatte, sie zu 

sehen, ohne vermuthen zu können, dass ich sie jemals 

in meinem Leben wieder zu Gesicht bekommen würde. 

Jeder Botaniker wird diesen Aufbruch des Entzückens begreifen, 

da es sich um nicht« geringeres handelt, als um Ophrys insec- 

tifera und sieben Arten Orchis. 

6. 
üeber eine ziemlich primitive Art oeländischer Vogel- 
stellerei berichtet Linnd wie folgt: (S. 63 1. c.) 

Die Krähen (Corvus frugilegus) hatten ihre Nester, 
welche den Elsternestern gleichen, auf den Bäumen bei 
dem Dorfe Klinta bei Kjöping in Menge. Diese Vögel 
sollen dem Bericht nach den Aeckern, der Saat und den 
Erbsen sehr schädlich sein, so dass man sie an ver- 
p schiedenen Orten fangen muss. Dieses geschieht also: 

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334 

einige Jungens steigen des Abends auf die Bäume, wo 
diese Vögel zu sitzen pfl^en; dieae fliegen also da hin- 
weg, und auf die nächsten Bäume, um ihr Nachtlager 
da zu nehmen. Sobald ed dunkelr geworden, werden die 
Vögel von diesen Bäumen weggetrieben, da sie dann ihre 
Zuflucht wieder auf den gewöhnlichen Bäumen suchen^ 
wo sie von den Jungens in Empfang genommen werden. 
Fast möchte man vermuthen, dass die oeländischen ^Jungens'^ 
schärfer sehen müssen, als die oeländischen Krähen, weil es 
sonst schwer zu begreifen ist, dass diese Fangmethode irgend 
nennenswerthe Resultate erzielen könnte. 

7. 
Fanatischen Anhängern des Herakleitös, Schopenhauer''8 
und allen Pessimisten wäre die Insel Oeland ganz speciell zu 
empfehlen, denn Linn^ sagt (1. c. S. 74): 

Wir reisten weiter längs der Landborg hin nach 
Resmo zu, so dass wir diese, welche hier so steil und 
kahl als möglich war, zur linken Hand, und auf der 
rechten das Meer hatten. Der Weg ging durch die 
schönsten Waldungen, welche an Schönheit alle Orte in 
Schweden übertrafen und mit allen in "ganz Europa um 
den Vorzug stritten. Sie bestanden aus Linden, Haseln 
und Eichen mit einem ebenen, grünen Boden ohne Steine 
und Moos. Hie und da sahen wir die vortrefflichsten 
Wiesen und Ackerfelder. Derjenige, welcher der Un- 
beständigkeit dieser Welt überdrüssig ist, und sich ihrer 
Eitelkeit zu entziehen und in eine stiUe Einsamkeit zu 
begeben gedenkt, kann nirgends einen angenehmeren 
Aufenthalt finden. 
Es ist halb rührend, halb komisch, dass der wackere Patriarch, 
der von ,)ganz Europa^ herzlich wenig gesehen hat (etwas von 
Dänemark, Norddeutschland, Holland, England, Nord^ankreich) 
seinem schwedischen Patriotismus hier so enthusiastisch Luft 
macht — besonders weil der ^ebne grüne Boden ohne Steine 
und Moos^ nicht einmal ausreichen wird, massigen Ansprüchen 
an eine ^malerische Landschaft^ nach jetzigen Anschau- 
ungen zu genügen. 

8. 
Da Linnd in der Vorrede als Nebenzweck seines Eleise- 
berichts ausdrücklich anführt: 

^Abergläubische Gebräuche habe ich hier und da 
mit eingestreut, mehr um meine Leser damit zu ergötzen 
als zu einem wirklichen Nutzen^ — 



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335 

fio werden auch wohl Aodre noch mit mir an die Bemerkung 
(S. 76 1. c.) mancherlei Gedanken anknüpfen: 

y^Eifdanaer (Elfentänze) sah man verschiedne unten an der 
Landborg auf den Wiesen, grössere wie kleinere. Bei genauer 
Unten^ochung fand man, dass sie bios aus Cynosurus coeru- 
lesceos bestanden, einem Grase mit blauen Blättern, das sich 
nngibrmig ausbreitet. Wenn dies Gras auf einer magern 
Wiese wächst, macht es blaue Ringe, die das einiUltige Volk 
von dem Tanzen der Wassernixen herleitet. Die Physiker 
haben dieselben dem Untergrunde, den Ausdünstungen, oder 
dem Urin der Pferde zugeschrieben. Hier sah man augen- 
scheinHefa, dass diese Elfentänze nichts anders sind, als Stauden 
jenes Grases, welches sich vom Centrum nach allen Seiten 
ausbreitet, und endlich in der Mitte verschwindet, so dass auf 
diese Art ein Ring entsteht.^ 

Za meinem Bedauern weiss ich nicht mit Bestimmtheit, 
ob das praehtvolle schwedische Volkslied 

Djupt i hafvet p& demante hallen Nacken hviiar i 

grönan sal 

Tief im Meere auf demantnem Felsen weilt der Näck 

im grünen Saal 
damals schon Aligemeingut war, so dass es Linn^ hätte kennen 
müssen, falls er sich für Volkslieder interessirt hätte. Beinah 
verroutbe ich die frühe Existenz des Liedes aus dem Umstände, 
dass ich 1832 allein auf einer sogenannten Kärra, zweirädrigem 
W%elchen, durch Dalekarlien fuhr, dass ich mitten im Walde 
unwillkürlich die seltsam schöne Melodie (sie steigt gleich 
anfangs vier Terzen in die Höhe) zu singen begann, und dass 
mein skjutsbonde, Postbauer, ein Bürschchen von etwa 11 — 12 
Jahren, sich mit verklärtem Gesicht nach mir herumdrehte 
..Herren sjunger Nackens polskan" (der Herr singt die Näckens- 
Polska.^. Und nie habe ich auf meinen I^eisen in fernsten 
Ländern einen Schweden getroffen, der Nackens polska nicht 
gekannt und geliebt hätte! 

Nun, würdiger Erzvater Linnaeus, gesegnet sei der Aber- 
glauben der Geländer, der es verstanden hatte, in hellenischer 
Weise den blauen Cynosurus zum Podium für Elfenfüsschen 
ZQ machen ; in derselben Region der blauen Wunder liegt des 
Naeken Demantpalast, Queen Mab ist da zu Hause, Armida's 
Zaubergärien, nnd Oberon und Titania sammt Puck und Ariel 
treiben da ihren phantastischen Uebermuth. Beinah fürchte 
ich. Du bist mit dem Scheidewasser der unerbetnen Aufklärung 
freigebiger als nöthig gewesen, und hast Dich mehr eifrig als 
geschickt an den Familientraditionen jener Phäaken vergriffen. 



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336 

Wenigstens moiivire ich mir daraus zum Theil den bedenk- 
lichen Unmuth der Insulaner, den Linn^ (S. 96) in folgender 
.Weise berichtet.: 

^Nach dem Oottesdienst (am 7. Juni) versammelte 
sich der gemeine Mann, um sich über uns und unser 
Vorhaben zu berathschlagen. Sie hielten uns für Spione 
und sagten, dass vor dem letzten Kriege ebenfalls 3 
Spione da gereist, welche bei Hulterstadt todtgeschlagen 
wären; dass wir nach allen Dingen, nach allen Oelegen- 
heiten forschten, dass uns die Prediger vom Kirchen- 
vermögen und den Kirchengeräthschafben Nachricht gäben, 
dass ich meine Begleiter oft ermunterte, sie sollten auf 
alles merken; daner ward uns gerathen, einen Kron- 
bedienten zum Geleit mitzunehmen, was auch geschah.^ 

9. 

Als gelegentliche Belege seiner fromm-naiven, teleologischen 
Orundansicht gelten mir zwei Stellen der oeländischen Reise. 
In der einen (S. 101) beschreibt er eine seltne Pischmöve, 
Recurvirostra avocetta und bemerkt am Schlüsse: 

^Der Schnabel ist das merkwürdigste an dem ganzen 
Vogel. Er ist schwarz, platt gedrückt, dreimal länger 
als der Kopf, spitz wie ein Pfriem, krumm aufwärts und 
zurück gebogen, die Spitzen ganz dünn wie Pergament. 
Die Nasenlöcher waren länglich, man konnte hindurch 
sehen. Dieser Vogel ist um so sonderbarer, da er der ein- 
zige ist, dem der Schöpfer einen zurückgebognen Schnabel 
gegeben hat, mit welchem er in dem Sumpf wie mit 
einem Pfluge wühlt, um sich Futter zu suchen.^ 

Noch weit bedenklicher, mir wenigstens, lautet die zweite 
Stelle (S. 118). In einem Dorfe zwischen L&ngelöt und Oärds- 
löea wird ihm ein Kind gebracht, 

^welches ftir einen Wechselbalg (bjting) gehalten wurde. 
Es war ein Knabe von 13 Jahren, welcher ohne Ver- 
stand geboren war, er konnte weder sitzen, stehen noch 
gehen; seine Hände und Füsse gehorchten dem Regiment 
der Seele nicht, er redete nicht, sondern mummelte nur 
etwas dunkel — — — alle seine Geberden waren so 
unartig, dass einem die Haut davor schauderte. Er war 
unglücklich geboren, weder sich selbst zum Vergnügen, 
noch seinem Nächsten zum Nutzen oder Gott zur Ehre; 
von ihm konnten andere lernen, Gott für einen 
gesunden Leib zu danken.^ 

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337 

Dass die von menschlicher Kurzsichtigkeit gehandhäbte 
Teleologie ein sehr gei&hrliches, zweischneidiges Instrument 
18t, dessen sich der blinde Fatah'smus und sein ZwiUingsbruder, 
der Fanatismus, seit jeher in brutalster Weise bedient haben, 
am die ^Weltregierung zu erklären^, das scheint dem Patri- 
archen gar nicht in den^ Sinn gekommen zu sein. 

10. 
Von den mancherlei Dingen, welche Linn6 zwischen dem 
15. und 21. Juni registrirt, an welchem Tage er mit seinen 
Geföhrten von Oeland nach der Insel Gotland liinUberföhrt, 
will ich nur einzelnes hervorheben. Aus seiner interessanten 
Besehreibung der wilden Felsklippe ßläkulla (8. 141) (zwischen 
der Nordspilze von Oeland und Smäland) liesse sich allenfalls 
herausftihlen, dass unter dem äusserlich mit dem Mantel 
des Utilität-Princips praktisch bekleideten Linni6 ein, ihm selber 
unbewusster innerlicher steckte, der an dem trotzigen, jeder 
Civilisationsbeleckung unzugänglichen Eiland ein dunkles Be- 
hagen empfand, ohne sich den Grund klar machen zu können. 
Das Gebäckrecept der äggskalar S. 150 kann sich mit 
dem früher angeführten der Escadie d'Espagne^) durchaus 
nicht messen. 

An der Seekrankheit scheint Linnd nie gelitten zu haben, 
wenigstens ist mir augenblicklich dazu kein Beleg erinnerlich. 
Aber dass er kein Seeheld gewesen, beweisen mir theils seine 
mehrfachen Klagen über ungestümes Wetter bei fast jeder 
Fahrt, theils folgende, stark nach der Philosophie der ^Land- 
ratten^ schmeckende Reflexion S. 156: 

^SchiflstrUmmer^ nenne ich die von unglücklichen 
an dieser Küste gescheiterten Schiffen genommene Bild- 
hauerarbeit, welche Seepferde, Walfische, Löwen, Hei- 
lige etc. vorzustellen pflegt; man sieht dergleichen häufig 
auf Thorwegen, Wohnhäusern etc., wohin sie ohne Zweifel 
vor Entstehung der Berge -Compagnieen gesetzt sind, 
welche zur Rettung des Strandguts errichtet wurden. 

Man kann sich keinen unangenehmeren Anblick vor- 
stellen für Diejenigen, welche in der nördlichen Gegend 
von Oeland reisen, und von da zur See gehen und sich 
dem unsichern Meere anvertrauen wollen.^ 
Ob die Kenner und Liebhaber des Cidre de Normandie 
oder des Frankfurter ^Aeppelweins^ mit der S. 160 auf- 
gestellten Behauptung einverstanden sind, das möchte ich doch 
stark bezweifeln. 



*) S. 255 dieses Jahrgangs. 

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338 

^Holzäpfel wachsen im ganzen Kirchspiele Böda tof 

allen Wiesen und tragen viele A^fel, welche aber der 

Landmann zu keinem Nutzen anzuwenden weiss — ausser 

dass er im Herbst, wenn er geschlachtet hat, einige is 

die Fleischsuppe zu legen pflegt Er könnte fäg^. 

wie der Bauer in England und der Normandie, den 

schönen Aepfelmost oder Cider daraus pressen, weidier 

oft mit dem Weine um den Vorzug streitet and rid 

angenehmer ist, als das Seewasser, womit man die Leute 

bei dem Kalksteinbruche ihren Durst löschen sah.^ 

Freilich wird niemand der Behauptung widersprechen, dasf 

auch der Cider aus Holzäpfeln immer noch dem Seewa»fr 

vorzuziehen bleibt. 

Bei der sehr ausführlichen Beschreibung (8. 164) der 
Larve des gemeinen Formicaleo — mit Recht ausführlich, 
weil damals fast unbekannt — ist es auffallend, da^ Llnoi 
sagt ^die Amerse muss in den Trichter hineinfallen, dam 
wird sie sogleich von dem Ameisenlöwen- ergriflTen und aaf- 
gefressen^, da er sie bekanntlich nicht frisst, sondern nor 
aussaugt und dann wieder aus dem Trichter hinaus schnelb, 
S. 167 wird der Scarabaeus tridentatus beschriebea, 
bekanntlich das muth willige Artefact seiner jungen Reisebegleiter. 
die ein Vordertbeil eines gehörnten Mistkäfers an das Hinta-- 
theil eines Oryctes geklebt hatten. Die anfänglich haraik« 
Idee, den Scharfblick des Sjstematikers aufs Glatteis zu führ»* 
wurde den unbesonnenen Jünglingen leid, als sie sahen ^ nit 
welcher Freude Linn^ das Novum begrüsste und sogleich be- 
schreibenden Act davon nahm. Erst nach seinem Tode habet 
sie sieh zu dem Muthwill bekannt. 

Wenn es mir auch bei dem Lesen aufßel, dass Lühm 
am 15., 17. und 18. Juni der Linnaea borealis erwilat, 
so mache ich ihm auch nicht im entferntesten einen Vorwarf 
darüber, dass er sich offenbar mit erlaubtem Behagen dieaea, 
in jener Zeit noch extraseltnen Orden umhängt.' Eher fo^ere 
ich umgekehrt daraus auf seine bescheidne Orundnatur, der 
es auch nach den vielerlei (einen schwächern Kopf vielleiefat 
unrettbar verderbenden) Ehrenbezeugungen in Holland nad 
Frankreich immer noch wie ein halber Traum vorkam, dass 
ihm, dem Ar spruchlosen, eine Decoration zu Theil gewordei 
war, von der es allerdings gelten darf, dass sie ^in saeeuU 
saeculorum^ ihren Werth behält, falls, wie hier, die ganze 
wissenschaftliche Welt dazu Ja und Amen sagt. 

Den Damen von Torp wird am 18. Juni (S. 162) M- 
gende originale Polypragmosjne nachgerühmt: 

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339 

^Das Weibsvolk, welches hier Steine mit Ochsen 
fuhr, hatte die Geschicklichkeit, Strümpfe dabei zu stricken, 
ob sie gleich unter dem Fahren zugleich die Zügel halten 
mussten.^ 
An demselben Datum ging es den Reisenden doppelt schlecht, 
denn bei Tage konnten sie (wegen Misswachses im Jahre vor- 
her) keinen Bissen Brod, sondern nur mit grosser Mühe einen 
Trunk Milch, aber auch weiter nichts erhalten, und das Nacht- 
lager nahmen sie in Bjrum, (S. 164) 

wo wir die ganze Nacht von den Mücken so geplagt 
wurden, als wenn wir in Lappland gewesen wären. 
Von dem in der Vorrede zur oeländischen Reise ausgesproch- 
nen, weltklugen Princip: 

^Unglimpfliche Urtheile und Kritiken der Fehler, 
die hier und da etwa vorgekommen sind, habe ich mit 
allem Fleiss vermieden, um nützlich zu sein, ohne je- 
mand zu schaden^ 
weicht Linn6 mit folgender am 20. Juni (S. 171) im Kirch- 
spiele Hom vermerkten Notiz ab, freilich auch hier in scho- 
nender Form: 

^Der Landmann bekommt hier zu meiner Verwun- 
derung kaum das vierte oder fünfte Korn von seiner 
Aussaat, dahingegen der Acker um Fahlun, wenn er 
fleissig bebaut wird, in der allersterilsten Gegend das 
achte bis zwölfte Korn trfigt. Sollte wohl das alte 
SprUchwort die Ursache hiervon ausdrücken: 
Ju bättre landet, ju sämre landtmann? 
tJe besser der Acker, desto fauler der Bauer.) 
Es wäre unrecht, nicht noch die kleine aber tiefempfundne 
Stelle herzusetzen, mit welcher Linn6 am 27. Juni der Insel 
Oeland bei der Rückkehr nach Schweden Lebewohl sagt: 

^Oeland verschwand uns aus dem Gesicht, aber 
dessen grünende Wiesen, schattige Wälder und unver- 
gleichliche Tempethäler blieben meinem Gedächt niss alle- 
zeit gegenwärtig.'^ 



Aus der Reise durch Gotland vcm 22. Juni bis 25. Juli 1741. 
(Seh reber S. 171-322.) 

Nicht unerheblich, namentlich in Beziehung auf mancher- 
lei Streitigkeiten über die ^Auslegung Linnaeischer Namen^ 
zur Feststellung der Priorität dünkt mir folgende Beschreibung 
zu sein (S. 201): n ] 

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340 

' Papilio Crataegi hexapus, aus ereotis, rotundatis, 
albis: venia nigris, ward auch hiei" gefunden; er hatte 
auf den Oberflügeln bei der anastomosi vasorum einen 
schwarzen Fleck, den man nicht bemerkt, wenn man 
nicht genau nachsieht. 
Ein wahret) Glück« dass der Erzvater genau nachgesehen 
hat! Sonst würden ohne Zweifel über diesen Crataegi dicke 
Acten vorliegen, in denen es von einer Seit« unfehlbar 
hiesse: ^unmöglich würde Linn^ den charakteristischen schwar- 
zen Fleck an der Anastomose gänzlich unerwähnt gelassen 
haben etc.^ 



3. 207 — 209 steht eine ausführliche Aeusserung über den 
von Linn6 sogenannten ^Korallenstrand^, aus welcher ich für 
Korallenkenner und Sammler nur den patriotischen Passus aus- 
ziehe: 

^ein jeder Stein war ein Eorallengewächs von der Art, 
welche Madrepora genannt wird, so dass Diejenigen, 
welche in Zukunft auserlesne Korallen für ihre Kabinette 
suchen, sich nicht anders wohin zu wenden nöthig haben; 
denn hier kann ein jeder Sammler in der Welt leicht 
eine Fuhre davon bekommen.^ 



Wasser (vielmehr Bier) auf die Mühle der Jünger Hahne- 
mann's, des Vaters der Homöopathie, liefert folgende Note 
über das Kirchspiel Böge (S. 240): 

LoHum temulentum wuchs hier häufig unter der 
Gerste, nicht aber unter dem Reigen. Alle, welche 
das von solcher, mit Lolium verunreinigten Gerste ge- 
braute Bier trinken, werden dumm und beinah blind. 
Die Bauern glaubten (^auf ihre eigne Rechnung^ fügt 
Linn^ weislich hinzu), dass sie vor diesen Zuföllen sicher 
wären, wenn sie die Gelenke an Armen und Fingern 
mit dergleichen Bier bestrichen. 



Auf meinen ausgedehnten Reisen in früheren Jaliren, wo 
Dampfschiffe wenig, Eisenbahnen gar nicht die Entfernungen 
verkürzten, war ich natürlich oft in der Lage, Gastfreiheit an- 
sprechen zu müssen. Wenn ich in jener Zeit unbedingt der 
schwedischen Hospitalität die Palme zuerkennen musste, 
so erklärte sich das wohl zum Theil aus der isolirten Lage 

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841 

des Landes und aus seiner schwachen weitverstreuten Bevöl- 
kerung. Aber gastfrei waren die Seandinavier im ausgedehn- 
testen Sinne des Worts. Mithin war es mir auffallend, dass 
Linn6 (3. 211) dem Bauerhof Hau das Prädicat giebt ^der 
artigste Bauerhof im ganzen Reiche^ und hinzufügt ^er hatte 
auf eine halbe Meile (also ^j^ deutsche) keine Nachbarn^. 
Und wie das gemeint ist, ergiebt sich aus dem spätem Beisatz : 
^Hier traf das bekannte Reimchen ein: 
En ätta Ko's bonde, som hafver en hast, 
Bor längt up i skogen, och fri för mäng gast, 
Man mär allrabäst> 

Ein Gaul und 8 Kühe — das, Bauer, halt fest, 
Wohnst tief Du im Walde, hast selten viel Gast', 
Da wohnst allerbest. 
Aber ich möchte doch ^das Reimchen^ nur für einen ge- 
legentlichen Einfall halten und nicht für ein Document ungast- 
licher Gesinnung. Um so weniger, als dem Bauerhofe nach- 
gerühmt wird: 

^In dem Hause sah alles rein und zierlich aus; die 
Kuchen waren voll kupferner Gefässe, 10 bis 15, grosse 
und kleine. Dabei waren Hopfen- und Baum-Gärten und 
grosse dickbelaubte Ahornbäume, auf welche verschiedne 
kleine Cylinder gesetzt waren, damit Staare und andre 
kleine Vögel hinein hecken, und die Bewohner mit be- 
ständiger Musik von den schattigen Bäumen herab er-^ 
freuen möchten.^ 
Diese Anerkennung der humanen Fürsorge für kleine Vögel 
und Linne's eigne Bemerkung über die Ungastlichkeit in Bon^ 
deby (S. 254 dieser Zeitung) beweisen offenbar, dass er mit 
den hier verpönten ^mäng gäst^^ auf schwelgerische Gelage 
zielte, an denen es leider nicht gefehlt haben wird. 



S. 216 liest Linnaeus den sorglosen Gotländern die Epistel 
über ihre Indifferenz gegen einen Artikel des Nutionalreieh* 
thums: 

Eidergänse ündet man hier genug auf den Inseln; 
sie werden aber von den Einwohnern nicht recht ge- 
würdigt. Denn man schiesst die Vögel, und was noch 
ärger ist, man sucht auch die Eier auf und bäckt Eiei"« 
kuchen daraus. Vielleicht kommt noch eine Zeit, wo 
ihre vortrefflichen Dunen sie schussfrei machen werden. 
Später (S. 230;) giebt L. zu, dass doch etwas Eiderdunen- 
Industrre hier getrieben wird, da er die Methode beschreibt, 

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842 

wie sie von Moos and Reisig gereinigt werden; auoh bemerkt 
er, dass die Einwohner den thranigen Geschmack des erlegten 
Vogels beseitigen ^indem sie ihn, bevor er gebraten wird, mit 
Heu absieden^. 



Recht herziich habe ich gelacht, ais ich S. 242 folgen- 
des las: 

Wir erboten uns gegen den hier (in Oothum) befind- 
lichen Schäfer, ihm allerlei den Schafen schädliche Ge- 
wächse zu zeigen, als Flammula, Equisetum, Antheiicuro, 
Merourialis, Juncus, Myosotis, und das nützliche Schaf- 
gras, welche Gewächse notbwendig jeder Schäfer kennen 
sollte: er hatte aber Abhaltung. 
Lieber, guter Linnaeus! Du musstest doch schon längst 
in der Praxis erfahren haben, dass es dem Sprttchwort zum 
Trotz sehr schwer und undankbar ist, den Studirten zu pre- 
digen, geschweige den Unstudirten! Vor vielen Jahren nöthigte 
mich mein Freund, der verewigte Gartendirector Lenn^, der 
bei mir zu Gast war, ihn in die Sitzung eines ^ökonomischen 
Vereins^ zu begleiten, in welchem von ehrenwerthen Vor- und 
Hinter-Pommern über viele Dinge zwischen Himmel und Erde 
Grünes und Blaues behauptet und bestritten wurde, und wobei 
ich als Laie und geduldeter Gast mir natürlich das Siegel Sa- 
lomonis auf den Mund gelegt hatte. Als die Herren aber 
anfingen, über die Drehkrankheit der Schafe in ein langes 
und langweiliges Durcheinander von längst abgedroschnen Hy- 
pothesen sich zu verbeissen, war ich so unbesonnen, um das 
Wort zu bitten. Ich theilte den Herren mit, dass mein ver- 
ehrter Freund, Professor C. Th. von Siebold durch längere 
Studien gerade dieser Frage zwar noch nicht unumstösslieh 
sicher, aber doch schon mit einem hohen Grade von Wahr- 
scheinlichkeit den Grund der Drehkrankheit in Eingeweide- 
würmern der Hunde gefunden habe, die von den Schafen 
mit dem Weidegras verschluckt und durch Umbildung in das 
Schafgehirn als Drehwürmer gebracht würden. Hätte mtfn 
damals schon die Trichinose gekannt, vielleicht, aber auch 
nur vielleicht, würde man dem unberufnen Luien die ver- 
wegne Einmiscliung verziehen haben «-so aber begegnete 

meine bescheidne Andeutung dem unverkennbar sardonischen 
Rümpfen jener mistkundigen Nasen ^ist es denn möglich, uns 
solchen Unsinn aufbinden zu wollen?^ Man Hess mein 
^Griechische unglossirt, und ich darf ziemlich sicher vermuthen, 
dass der Herr Protokollführer mit diesem ^lächerlichen Non- 

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343 

seDS^ den gedruckten Sitzungsbericht schwerlich verunziert 
haben wird. 

Leider bin ich auch heute noch nicht ganz sicher, ob die 
pommerschen (und nichtpommerschen) Schäfer, ja selbst ob 
manche Merino-Magnaten bereits der alten Ableitung der Dreh- 
wttrmer aus Oeneratio aequivoca von nasser Weide, schlecht 
gewonnenem Heu, oder aus äusserer Ansteckung, Vererbung etc. 
abgeschworen haben; das aber weiss ich ganz sicher, dass es 
für einen alten Schäfer und seine Traditionen oder vermeint- 
lichen Selbsterlebnisse keine eingreifende Autorität der Welt 
giebt, keinen Linn^, keinen Humboldt, keinen Liebig: höchstens 
den Herrn Landrath und den Gendarm. Basta. 



Seiner Verwunderung, das sonst dur in Treibhäusern ge- 
hegte Bäumchen Coronilla Elmerus bei Thorsburg an der nord- 
östlichen Seite des Berges frei wachsend zu finden, giebt L. 
(S. 247) den charakteristischen Ausdruck: 

Ich würde niemals geglaubt haben, dass dies Bäum- 
chen in Schweden wild wachse, und wenn es auch 20 
Botaniker gesagt hätten! 
Freilich hatte er in seinen sechs Reisegenossen mehr als 
die nöthigen Eideshelfer ftlr die Wahrheit des botanischen 
Wunders; aber da er im Verlaufe dieser Reisen so manches 
erzählt, was ihm selber neu und überraschend war, so hat er 
offenbar mir dieser Wendung allen Skeptikern freie Hand ge- 
geben. 



Auf S. 255 linde ich drei Bemerkungen, alle drei davon 
zeugend, mit welcher exacten Gewissenhaftigkeit L. registrirt, 
was ihm subjectiv oder objectiv des Auf^eichnens werth er- 
schienen. 

Der Professor und Pastor in Naehr, N. Norby, war 
ein sehr gelehrter Mann von unbeschreiblicher Belesen- 
heit, dergleichen wir in diesem Winkel der Welt nicht 
vermuthet hätten; er hatte viel gereist und ausgestanden, 
und unterhielt uns mit seinen gelehrten Gesprächen. 
Leider sagt uns L. nicht, in welchen Ländern der Pastor 
gewesen war, und zu welchen philosophischen Endresultaten 
ihn seine Polytropie und unbeschreibliche Belesenheit geführt 
hatten. Ob ich wohl recht vermuthe, dass die ^Professoren- 
weisheit^ (wie fast immer) zu allerlei Disput Anlass gegeben? 
Unmittelbar hinterher heisst es: 

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344 

Die Bauerbotanik ist nicht allemal zu verachten; die 
Bauern haben, wenigstens hier zu Lande, eigne Namen 
fttr die meisten Gewächse. Ich nahm einen ehrbaren- 
Bauer mit hinaus auf die Wiese, welcher mehr Gewächse 
kannte, als ich vermuthet hatte; seine Namen hatten 
. meist artige Ableitungen. So z. B. hiess Ophrys mo- 
norchis = Bisamblume von der Form der "Wui-zel und 
dem Geruch der Blume — — Anemone hepatica =^ 
KUchleinblume, weil sie blüht, wenn die Küchlein aus- 
kriechen -— Primula veris = Kukuksblume, weil f^ie 
blüht, wenn der Kukuk ruft u. s. w. 
Beinah klingt es naiv, dass L. durch sein ^wenigstens hier 
zu Lande^ den Glauben verräth, dass Ackerbauer für Kraut 
und Unkraut nicht überall in der Welt Aufmerksamkeit, mit- 
hin auch eigne Namenbezeichnungen haben sollten, und dass 
er es ^artig^ findet, dass die Naturmenschen ihre Pflanzen- 
Namen mit regelmäi^sigen WiHhsch'aft«-£reignissen in Beziehung 
brachten: eher wäre das Gegentheil auffallend. 

Bald darauf wird ein kosmetisches Recept in folgender 
Form mitgetheilt: 

Pinguicula vulgaris ward hier mit Wasser gekocht 
und damit die Köpfe der Kinder gewaschen, wonach die 
Läuse weggehen und das Haar länger wächst. 
An der schätzbaren Wirksamkeit dieses Hausmittels hege 
ich gar keinen Zweifel, wäre aber geneigt, die Exodus der 
Hauptcolonisten eher dem Waschen als der Pinguicula bei- 
zumessen. 



Bemerkenswerth ist die Notiz (8. 298): 

In diesem Lande haben wir eine grosse Indiflerenz 
in Betreff der öffentlichen Angelegenheiten bemerkt. 
Zeitungen kamen sehr selten hierher, weil man ausser 
2 Häradshöfdingen (Landräthen) und 1 Capilän auf Got- 
land keine Personen von Stande antrifll, ausgenommen 
die, welche in Wisby und auf der Festung wohnen. Es 
giebt hier keine adlige Güter, und der Bauer dient seinem 
Seelsorger mit vieler Dankbarkeit in allen landwirthschaft- 
lichen Geschäften. 



Am 13. Juli Hess sich L. nach Stora Carlsöcn (grosse 
Karlfctinsel) übersetzen, wo er am 14. drei Notizen registrirt, 
eine botanische (über Artemisia rupestris), eine romantische 

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345 

(über die Grotte Tiufholet, Diebsloch, ausreichcDd geräumig 
für einige hundert Mann, gegen eine Armee zu vertheidigen 
von einem einzigen Menschen mit einem Stocke), und eine 
schafzQchtige. Er bemerkt nehmlich, dass die dortigen Schafe 
auf einem dürren Felde mit sehr kleinem Schafgrase den 
ganzen Tag herumgehen ^und nicht einmal begehren, das 
hohe Gras nieder zu treten, viel weniger zu fressen, welches 
zwischen Berg und See wächst und zwar in solcher Höhe, 
dass es dem darin Gehenden bis über die Knie reicht: und 
bei diesem magern Futter werden sie hier ungemein fett.^ 

Nun schliesst sich daran (S. 304) als unvermuthetes Co- 
roUariuro : 

^Diese Ginrichtung der Natur ist sehr bemerkens- 
werth; denn unsre vornehmste Kunst und grösst« Gelehr- 
samkeit besteht in der Erforschung und Anwendung der 
Naturgesetze.^ 



HofTentlich bereichert die S. 314 stehende Notiz die 
^praktischen Aerzle^ unter den Lesern dieser Zeitung um ein 
un verächtliches Wundermittel: 

^Colica hypochondrioca ist die (auf Gotland) .ge- 
meinste epidemische Krankheit. Einem Manne, der ver- 
schiedne Mittel vergebens gebraucht, ward gerathen, ein 
Decoct von Leberkraut (Anemone hepatica) mit Halb- 
bier Morgens und Abends zu trinken, und dabei Ter- 
pentinöl, von einem Tropfen nach und nach bis zu sieben, 
dann wieder rückwärts bis zu einem Tropfen einzunehmen. 
Durch dies seltsame und einfache Mittel ward der Kranke 
völlig wiederhergestellt.^ 
Diese Curatio mirabilis erinnert mich lebhaft an die durch- 
aus analoge eines wertheq Freundes, der seine Magenschmerzen 
durch Benzin beseitigte, weil die dumme Magd auf dem Wege 
bis zur Apotheke vergessen hatte, dass sie Pepsin verlangen 
sollte. 



Meine Bemerkung über Linn^'s Seefestigkeit (s. oben No. 
10) wird von ihm S. 322 noch etwas modifieirt, oder viel- 
mehr bestätigt, denn da heisst es: 

25. Juli. (Ueberfahrt von Gotland nach Oeland.) 
Wir konnten ohne Lebensgefahr wegen der ungestümen 
See nicht aus dem Hafen kommen; endlich verschwand 
Wisby, und wir näherten uns den Carls -Inseln. Hier 



346 

empfanden wir die Gewalt des Nordwindes, die Wellen 
tobten, das Fahrzeug wälzte sich zwischen den brausen- 
den Wogen, Gotiand verschwand, die meisten von uns 
wurden seekrank, das Takelwerk zerriss, wir verzwei- 
felten fast an nnsrer Errettung, und befahlen uns in die 

Hände Gottes ^ 

Ein derber Seesturm ist allerdings für den seegesunden 
Menschen ein eignes psychisches Examen; nicht für den see- 
kranken, denn der verföllt^ gleichviel ob beherzten oder feigen 
Sinnes, in eine meist vollkommene Apathie. Es wird mir 
vergönnt sein, hier ein bezügliches Selbsterlebniss anzuknüpfen. 
Auf einer Reise von Petersburg nach Stettin in den fünfziger 
Jl^hren an Bord d^s preussischen PostdampfschiflTes ^der preuss. 
^dler^ unter dem sorgsamen Commando des tüchtigen Kapi- 
täns Steffen hatten wir das besondre Schicksal, am 31. Juli, 
also in einer für Stürme ganz ungewöhnlichen Jahreszeit, beim 
Verlassen des finnischen Meerbusens von einem nordwestlichen 
Orkan recht tüchtig ins Gebet genommen zu werden. Das 
für die Ostsee ziemlich grosse Dampfboot wurde von der em- 
pörten See und dem auf die Breitseite mit erschütternder Ge- 
walt prallenden Sturme wie eine erbärmliche Nussschaale miss- 
haodelt, und die Petersburger weiblichen und männlichen Passa- 
giere, 80 weit es ihnen ihre obwaltende Seefestigkeit noch 
gestattete, sassen mit verschiedenartig modifich-ten Ausdrücken 
von Ruhe und Unruhe oben in der auf dem Deck befindlichen, 
ziemlich massiv gesicherten, grossen Cabine mit Glasfenstern 
zusammen.*) Ein junger, etwa 30jähriger Franzose — ich 
habe nicht erfahren von welchem Stande, denke aber, er wird 
eommts-voyageur oder merkantilischer Agent gewesen sein — 
konnte es nicht unterlassen, jedes heftigere Schwanken und 
gewaltsame Schwerpunkt -Verändern des Schifi*es anfänglich 
mit leichten, dann mit lauteren Seufzern, zuletzt mit Geschrei 
zu begleiten, und auf die Letzt verdross mich dies wenig männ- 
liche Benehmen, zumal es offenbar auf die anwesenden Damen 
einen sichtlich verstörenden Einfluss .übte. Bei einem neuen 
^Oh mon dieu!^ konnte ich mich nicht länger enthalten, ihn 
zu fragen: ^mais Monsieur, pourquoi criez-vous donc?'' worauf 
er erwiederte: ^ah monsieur, ce n'est pas pour moi, que j'ai 
peur, mais je suis p^re de*famille!^ Darauf gab ich ihm 



*) Drollig genug war der Erste, der sich hatte absentaren 
müssen, um dem Neptun „schrecklich Opfer zu bringen**, ein russi- 
scher Marine-Officier, der es vielleicht bloss aus heroischer Koketterie 
that, weil er gelesen, dass der Seeheld von Abukir und Trafalgar 
allezeit an See-Ünpässlichkeit gelitten hat. GoOqIc 

igi ize y ^ 



347 

den Bescheid: ^moi, Monsieur, je suis grandp^re de famille, 
mais ce nVst pas une raison pour erier si fort et pour donner 
lalarme k ces dames — je fais appel k votre galanterie!^ Das 
half, und das ÜJännlein schluckte seine Angstkrämpfe fortan 
lautlos hinunter. 

Hinzugefügt mag noch werden, dass wir ausser dem Ver- 
luste eines der Rettungsböte, das gekappt werden musste, keine 
weitere Havarie erlitten, dass aber der Sturm unsre Ankunft 
in Swinemllnde doch um mehr als 24 Stunden verzögert hatte. 



Auch auf der Rückreise Linn6's von Gotland über Oeland 
und Galmar nach Stockholm ßndet sich manches verzeichnet, 
was hier herausgehoben zu werden verdient. 

Die Instruction, welche die ^hochlöblichen Stände des 
Reichs^ ihm für die Reise nach Gotland, Oeland, etc. durch 
das ^Handels -Comtoir^ hatten aufsetzen lassen, war natürlich 
so beschaffen, wie in jener Zeit erwartet werden konnte — 
eigentlich noch weniger unbillig nnd weniger unausführbar, 
als dergleichen Reise -Recepte durchschnittlich von den hoch- 
wohlweisen Herren am grünen Tische formulirt zu werden 
pflegen. 

Sie reducirte sich auf 5 Punkte': 1) Bericht über die vor- 
kommenden Farbekräut^r , 2) über die zu Porzellan und zum 
Tuchwalken brauchbaren Erdarten, 3) über Pflanzen, die in 
den Apotheken nutzbar wären, 4) über alle Gegenstände der 
vaterländischen Naturgeschichte; 5) solle über dies Alles ein 
genaues Tagebuch gehalten und dasselbe später veröfl*ent- 
licht werden. 

Anscheinend lautete Punkt 4 freilich so, dass er allein 
vollkommen ausgereicht hätte, den Bericht und das genaue 
Tagebuch ziemlich unmöglich zu machen, aber damals war 
offenbar schon das, was Linn^ über die ihm auf der Reise 
vorkommenden ^Bäume und Gewächse, Thiere, Vögel, Insecten 
etc.^ angemerkt hat, für die ^Herren vom Handels • Comtoir^ 
mehr als zuviel und von fast gar keiner Wichtigkeit. 

Unserem Linn^ aber lag auf der ganzen Reise die No. 5 
seiner Verpflichtungen : ^über das Alles ein genaues Tagebuch 
zu hatten^, dergestalt am Herzen, dass er nach dem Sprich- 
wort nuUa dies sine linea tagtäglich sich verpflichtet glaubte, 
etwas niederschreiben zu müssen. 

Diese peinliche Gewissenhaftigkeit presst ihm am 28. Juli 
(S. 324) die entschuldigende Note ab: 



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348 

lo Krokenäs bei Wexiö ruhte ich von meiner täg- 
lichen Arbeit, die nun schon zwei Monate angehalten 
hatte, ein Paar Tage aus. 

Aus Linn^'s Aufzeichnungen am 4. und 5. August (8. 
327 — 331) ergiebt sich seine Denkweise in Betreff alter Tra- 
ditionen. Es heilst da: 

Araby, eine halbe Meile von Wexiö gelegen, ward 
heute nebst den dabei liegenden Grabhügeln, Grabsteinen 
und dem Helga -See besehen. 

Helgö, eine Insel auf diesem See, ist von einigen 
für den Helikon der Alten angesehen worden; es soll 
ehedem auf ihr ein Tempel des Odin gestanden haben, 
der doch nicht gross sein konnte, wenn anders die noch 
vorhandenen Mauern und Gewölbe seine Ueberbleibsel 
sind. Zwei kleine seitwärts liegende Inseln, Mus-öar 
genannt, werden fUr die Musen -Inseln der Alten aus- 
gegeben. 

Lefva Kiälla lag jenseits des Sees westlich von Araby, 
eine eliemals ausgemauerte Opferquelle, in der man sich 
vor dem Betreten von Odin's Tempel gewaschen hat. 
Hier soll auch die Stadt Silvia gelegen haben. — Eine 
andre kleine, hohe, oben geebnete Insel lag gleichfalls 
nicht weit von Araby, welche ich nebst den vorigen den 
Alterthumsforschern zur Untersuchung überlasse. 
Allerdings sehr weise von Dir, verehrter Erzvater, denn 
aus diesem heillosen Gemenge und Gemüse von Musen-Inseln, 
Odin's Tempel und Helikon ergiebt sich ziemlich unwiderleg- 
lich, dass Du so einsichtig warst, von Dingen nicht reden zu 
wollen, deren Verständniss Dir so pffenkundig abging. 

Dass L. nicht abgeneigt gewesen, hellenische Mythen, ur- 
alte Asa- Traditionen und allerlei Ausläufer von asiatischem 
Schamanismus in einen und denselben Topf des ^Aberglaubens^ 
zu werfen, scheint mir daraus hervorzugehen, dass er unmit- 
telbar fortfährt: 

Aberglauben findet sich wohl an allen Orten der 

Welt, aber nicht überall gleich häufig und von einerlei 

Art. Am verbreitetsten ist er in den Provinzen, die der 

Hauptstadt am fernsten liegen, wo sich weniger Fremde 

niederlassen. 

Dann zählt er eine Menge Gebräuche auf, die er in Smä- 

land, im Calmar Län und an der Grenze von Skäne notirt hat, 

von denen die meisten sich auf Hoclizeiten und B^räbnisse 



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349 

beziehen, z. B. wie die Braut sich zu verhalten hat, um sich 
künftig das Hausregiment zu siehern, was man der Leiche mit 
ins Grab legen muss, um nachträgliches ^Spuken^ zu vcr- 
hmdern, und mehr dergleichen. Dann folgt uls Epilogus ga- 
leatus : 

Um diese Possen den Leuten aus den Köpfen zu 
bringen, wäre wohl kein bessres Mittel, als dass die 
Gottesgelahrten die Physik und Naturhistorie gründlich 
studirten; nichts thut dem Aberglauben kräftigem Ab- 
bruch, als wenn sich die Geistlichkeit mit Macht dagegen 
setzt. 
Aber als ob L. selber an dem durchgreifenden Erfolge 
dieses Exorcismus doch heimliche Zweifel hegte, sagt er un- 
mittelbar darauf: 

Inzwischen ist es doch merkwürdig, wie diese und 
andre abergläubische Gebräuche und Meinungen sich von 
uralten Zeiten und aus dem Heidenthume her erhalten 
haben. Einen Theil derselben findet man schon bei den 
Poeten gleich nach oder noch vor Christi Geburt; einige 
sind Ueberbleibsel des Heidenthums in Schweden, andre 
des Papstthums, andre sind durch die Kunst erfunden 
worden. Ich glaube, es wäre eine artige Untersuchung, 
eine Sammlung von allerlei Aberglauben zu machen, und 
zu zeigen, woher jeder zueist entsprungen. 
Abgesehen davon, dass die Genesis dieser ^Possen^ mei- 
stens in die prähistorische Zeit fallen, mithin schwieriger fest- 
zustelfen sein dürfte, als L. das zu glauben scheint, würde 
ich — gestützt auf allerlei historische Analogieen — weniger 
die Geistlichkeit als die Schule für den wirksameren Bundes- 
genossen gegen gewisse Arten von ^Aberglauben^ halten, 
namentlich gegen die läppischen Arten, bei denen ^Hexerei'' 
die Hauptrolle spielt. 

Dass aber die Gei^itlichkeit sehr wohl daran gethan hat, 
manche Traditionen des kunstsinnigen Hellenismus, manche 
echtdichterische Bräuche des Heidenthums in das Christenthum 
mit hinüber zu nehmen und durch eine schicklich modificirte 
Form zu retten, welche das zum Grunde liegende rein Mensch- 
liche sauber schonte, das macht der Geistlichkeit und ihrer 
weltklugen Umsicht alle Ehre. Sie war ja während vieler 
Jahrhunderte die ausschliessliche Hüterin der Humanität — 
das wollen wir ihr nicht vergessen. 



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350 

Am 9. August (S. 334) verzeichnet Linn6: 

Die Kirche von StenbrohuU lag am Strande de$ 
grossen Sees Möcklen, welcher hier eine grosse Bucht 
macht, und die angenelimste Oegend bildet. Die hohen 
Erlen, die dicht am Wasser wuchsen, verhindern, dass 
das Wasser jährlich dem Lande Abbruch thun kann. 

Der Garten, den mein Vater, der Pastor Herr Nico- 
laus Linnaeus, hier angelegt hatte, enthielt mehr Gewächse 
als alle andre in Smäland; dieser Gkirten hatte von meiner 
Kindheit an eine unauslöschliche Liebe zünden Gewächsen 
bei mir entzündet. 

Bei StenbrohuU wachsen viele Kräuter wild, welche 

sonst in Schweden selten sind. Ich machte mir das 

Vergntigen, sie hier an den Orten aufzusuchen, wo ich 

sie von meiner Kindheit an beobachtet hatte. 

Das wild wohl manchen Verehrer Homer's — wenigstens 

mich — an die schöne Stelle in der Odyssee erinnern, wo der 

edle Dulder sehnsüchtig wünscht: ^noch einmal den Rauch 

aus dem Vaterhause aufsteigen zu sehen !^ 



(Aus der Westgötischen Reise 1746; Schreber's 
Uebersetzung 1765.) 
Gleich im Beginn dieser Reise, welche Linnd fünf Jahre 
später als die durch Oeland und Gotland zurücklegte, bemerkt 
er am 13. Juni in W^estmanland ; 

Der Bischof in Wester&s, Herr Dr. Kallsenii^, tmf 
hier bei der Schule und dem Gymnasium die löbliche 
Anstalt, dass^der Lector Matheseos seinen Schülern des 
Nachts die Gestirne am Himmel zeigen, ihnen auch 
wöchentlich zweimal die Zeitungen vorlesen 
und erklären musste, damit sie nicht so roh auf die 
Universitäten kommen, als man oft wahrnimmt, wenn 
solche junge Leute von Schulen nichts weiter mitbringen, 
als etwas Latein und einen Haufen auswendig gelernte 
Sachen. 
Ob hier von Zeitungen die Rede ist, die in Wester&s er- 
schienen — wahracheinlich wird von Stockholmer Tagesblättern 
die Rede sein — bleibt dahin [gestellt. Aber wenn diese so 
leer und ledern waren, wie die Berliner und Stettiner Zeitungen, 
deren ich mich aus meiner Kinder- und Jugend -Zeit noch 
ziemlich deutlich erinnern kann, so muss ich sehr bezweifeln, 
dass der Lector der Mathematik in Westeräs die Wunderkraft 



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351 

besessen hat, mit dei^leichen Tages -Maculatiir die ^^Rohheit^ 
der jungeD Schüler irgend wirksam zu poHren. Höchstens 
Hesse sich vermuthen, dass der würdige Magister (^enn anders 
seio eignes Wissen xluzii ausreichte) den Tironen vorkommende 
Geographica aus fremden 2^nen ausgedeutet und erläutert hat; 
es ist ebeo noch nicht gar lange her, dass die Erdbeschreibung 
auch in unsern jetzigen Schulen begonnen hat, eine wissen- 
schaftlich lebendige Gestalt zu gewinnen, während sie lange 
genug ein ödes Auswendiglernen von meist schlecht ausge- 
sprochnen Vocabeln ohne sonderlichen Sinn und Verstand war; 
ein richtiger ^Haufen auswendig gelernter Sachen^. 



üeber die Linnä'sclien Species Fhryganea 
flavilatera und Hemerobius lutarius. 

Von. 
H« Hollie in Oeding. 



Seit meiner Beschäftigung mit den Neuropteren finde ich, 
dass es noch mehrere Species des Vaters Linn^ gi^bt, die 
noch nicht oder unrichtig gedeutet sind. Ich habe es mir 
angelegen sein lassen, da mich dieser Gegenstand interessirt, 
mich näher darauf zu verlegen. 

Ich will hier Fhryganea flavilatera L. (Fauna Suecica 
Ed. II, 1761, p. 379 No. 1488; Systema Naturae Ed. XU 
1767, Tomus I, Pars II, p. 909 No. 10) und Hemerobius 
Itttarius L. (Fauna Suecica Ed. II 1761, p. 384 No. 1513, 
Systema Naturae Ed. XII 1767, Tom. I, Pars II, p. 913 No. 
14) besprechen. 

Phryganea flavilatera L. halte ich für. Sialis lutaria aut. 
Ungekannt und ungedeutet von fast allen Entomologen nach 
Lian^ und Geoffroy, welch letzterer in der Beschreibung 
in der Faune Parisienne 1754 deutlich die Sialis hervortreten 
lässt, wurde diese Art bereits von Stephens (Hl. Brit. Ent. 
1836) als eine ihm unbekannte Art mit der lutaria aut. in 
der Gattung Sialis untergebracht. ^Ob er dies mit Recht 
thut^, sagt Dr. H. Hagen in Stett. Ent. Zeit. 1850 p. 366, 
^kann ich nicht entscheiden, denn diese Art ist bis jetzt von 
keinem neueren Entomologen gedeutet. Zetterstedt citirt sie 

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352 

ab ihm nicht bekannt. Linn^'s Besehreibung macht aUerdiogs 
ihre Stellung bei den Phryganiden unwahrscheinlich.^ 

Neuerdings hält Wallengren (Species of Caddis- flies, 
Phryganea, described by Linnaeus in his ^Fauna Suecica*^. 
In the Linnean Society 's Journal -Zoology, vol. XIV, p. 730 
und 731, 1879) Phryganea flavilatera für Hydropsj'che insta- 
bilis Curt. Indessen widersprechen M' Lac iilan und H. Ha- 
gen mit Recht dieser Ansicht. Letzterer hält sie vielmehr 
Hir .identisch mit seiner Neuronia lapponica (Stett. Ent. Zeit. 
1880 p. 103 — 105). Aber trotz einiger auf diese Art zu- 
treflender Merkmale in Linn^'s Beschreibung der flavilatera 
glaube ich wenigstens mit demselben Rechte die Deutung auf 
Sialis lutaria aut. in Vorschlag bringen zu dürfen. Daher er- 
laube ich mir, meine längst gehegte Ansicht, dass unter Phry- 
ganea flavilatera L. die bekannte Sialis luturia aut. zu ver- 
stehen sei, hier auf Grund von Beweisen zu veröfTentlichen. 
Vermulhet hat man dies schon mehrmals; aber diese- Ver- 
muthung ist nicht nur unterdrückt, sondern vollständig zunichte 
gemacht worden, als man in Linn^'s Sammlung unter Heme- 
robius lutarius L. ein Exemplar der Sialis lutaria auffand. 
Seitdem ist wohl von allen Entomologen Hemerobius lutarius 
L. als die bekannte Sialis -Art beschrieben. Aber wohl mit 
Unrecht ist dies geschehen; denn Linn^'s Beschreibung dieser 
Art passt gar nicht auf eine Sialis, und das eine als H. luta- 
rius L. bezettelte Exemplar der Sialis mag irrthümlich dahin 
gesteckt sein. 

Volle Anwendung findet auf Sialis lutaria, wofür ich den 
Namen S. flavilatera L. vorschlage, nur die Beschreibung der 
Phryganea flavilatera L., während unter Hemerobius lu- 
tarius L. ein anderes Insect zu verstehen ist. 

Linn^'s Diagnose und Beschreibung lautet F. S. I. c. wie 
folgt: ^Ph. flavilatera alis reticulatis, eauda inermi, thoracis 
lateribus flavis. Habitat ad aquas, ubi sedet tranquilla. — 
Sedet alis deflexis uti Phalaena, vel |K)tius phalaena quercifo- 
lia. Alae subcinereae, reticulatae: venis fuscis maxime reti- 
culatis, praesertim ad marginem exteriorem, qui admodum di- 
latatus. Corpus totum nigricans. Antennae corpore dimidio 
breviores. Cauda simplex, absque stylis prominulis. Os duo- 
bus denticulis et quatuor palpis. CoIIare antice et postice, uon 
ad latera, flavescens.^ 

Aus der Gesammtheit dieser Merkmale ist Sialis lutaria 
aut. heniuszulesen. Die Reticulation des Costalraums, welcher 
sehr erweitert ist, ist sehr zutreffend; denn unter ^margo 
exterior** ist der Vorderrand der Flügel zu verstehen. Die 

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353 

Antennen sind um die Hä](l;6 kürzer als der ganze Körper. 
Hier ist alsdann das Thier mit angelegten Flügeln, und also 
die Länge vom Kopfe bis zur Flügelspitze gemeint, was Linn6 
seiir oft thut; meint er nur das Abdomen, so sagt er das aus- 
drüeklicii dabei, wie bei Phryganea (Taeniopteryx) nebulosa. 
Der Prothorax (hier von Linn6 ^collnre^ genannt) ist am 
Vorder- und Hinterrande, nicht an den Seiten, wie aus dem 
Namen und der Dignose hervorgeht, und was Dr. Hagen I. c. 
bereits erläutert hat, in der That mit einem gelben Saume 
versehen, der meistens undeutlich wird. Er ist aber sehr 
merkh'ch und ansehnlich breit zu sehen, wenn man das lebende 
Thier mit den Fingern ergreift und den Körper ein wenig 
zusammendrückt. Die Farbe des Körpers (totum nigricans) 
und der Flügel (subcinereae) mit dem hervortretend ausge- 
prägten Geäder (leticulatae) i?t sehr bezeichnend. Die Man- 
dibeln und die 4 Palpen sind deutlieh (os duobns denticulis et 
qnatuor paipis). Auch befinden sich am Abdomen keine Schwanz- 
anhänge (cauda inermis vel simplex). Nichts ist aber auf 
dieses lusect zutreflender als die von Linn^ beigefügte An- 
merkung über die Körperhaltung und Lebensweise. ^Habilut 
ad aquas, ubi sedet tranquilla. Sedet alis deflexis uti Phalae- 
na, vel potius phalaena quercifolia'^ sagt Linn6. Diese An- 
gabe ist so characteristisch , wie sie wohl weniger bei irgend 
einer anderen Gattung gefunden werden wird. Das meist still 
und träge am Rande von Gewässern im Gruse sitzende Thier 
hält die Flügel sehr ähnlich an den Körper angelegt, wie die 
Bombyciden unter den Nachtschmetterlingen, namentlich wie die 
bekannte Kupferglucke Gastropacha quereifoliu L. Dass Linne 
dasselbe nicht auch von anderen Neuropteren sagt, ist natür- 
lich, da Sialis allein einen derartigen Vergleich zulässt. 

Die Vergleichung des Hemerobius lutarius L. mit der 
Sialis lutaria aut. (non L.) wird zeigen, dass erstere mit 
letzterer Art gar nicht identisch sein kann. 

Was ist nun aber Hemerobius lutarius L.? 

Linn^'^s Diagnose und Beschreibung des H. lutarius in 
F. S. 1. c. lautet folgendermassen : ^Niger, alis albidis, striatis, 
albo-maculatis. Habilat praeseitim Upsnliae in plateis lutosis. 
— Magnitudo Panorpae. Alae corpore longiores, lanccolatae, 
obtusiusculae, albae, venis fuscis striatae; vepis his reticulato- 
connexitf, nisi solum in ulis exterioribus, duabus aut tribus 
margini interiori propioribus; duo exteriores nervi seu extimus 
vix uno in loco conneclitur; at alae omnes quatuor, ad mar- 
ginem exleriorem, versus upicem, linea fusca inter duo exte- 
riora va^a notantur. CorpiiH et pedes nigra. Abdomen subtus 

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354 

atrum; juxta anum duae apendices breviBsimae. Antennae 
nigrae, peiiformes, longitudine corporip. Thorax planiusculus, 
medio convexu8> 

Diese Beschreibung paast sehr gut auf eine Nemui-a, eine 
Perliden- Gattung, und einigermassen auf N. variegata Oh'v., 
welche im Frühjahr überall an feuchten Orten gemein ist. 
Sowohl die alae lanceolatae, albae, obtusiusculae, venis fuscis 
* striatae und die ganze sehr genaue Darstellung der Nervatur; 
diese characteristischen Merkmale treffen so gut auf Nemura 
zu, als sie auf Sialis gar keine Anwendung finden können. 
Bei Sialis sind auch die Flügel nicht ^albae^, sondern grau- 
braun; hingegen wohl bei Nemura, und das '^obtusiusculae^ 
findet sich ausgepiägt bei N. variegata- Oliv. Auch sind die 
Flügel bei Sialis nicht ^lanceolatae^, wohl aber bei Nemura. 
^Venis fuscis striatae^ triil\. auf beide zu; aber bei Sialis sind 
nicht die 3 dem Innenrande näheren Venen durch Queradern 
verbunden (reticulato-connexis), sondern die beiden äusseren 
Venen, die Costa und Subcosta. Nun sagt Linn6 von seinem 
lutarius: duo exteriores nervi seu extimus vix uno in 
loco connectitur, was vielmehr genau bei Nemura sich zeigt. 
Ferner hat Sialis nicht die linea fusca ad marginem exte- 
riorem, versus apicem, inter duo exteriora vasa (in allen vier 
Flügeln); wohl aber genau in der beschriebenen Weise Ne- 
mura variegata Oliv., weniger andere Nemuren. Auch die 
Gk-össenangabe passt auf Nemura variegata; dann hat Linn^ 
aber nicht die Grösse der Panorpa communis, sondern die der 
kleineren P. germanica gemeint. Was nicht auf die Art va- 
riegata Oliv. zutrifTi: das sind die ^pedes nigri"^; die Beine 
sind bei dieser Art vielmehr bräunlich grau. Ich glaube, dass 
wir letztere DifTerenz au-^^ser Acht lassen dürfen, da zufällig 
das oder die £xemplare, von denen die Beschreibung ent- 
nommen ist, dunklere Beine hatten; es giebt übrigens Nemura - 
Arten mit braunschwarzen Beinen. 

Wir schliessen demnach aus der Beschreibung Linn^'s, 
dass Hemerobius L. unzweifelhaft eine Nemura und wahr- 
scheinlich N. variegata Oliv., aber durchaus nicht eine Sialis 
ist. Auch Dr, H. Hagen sagt in Stetl. Ent. Zeit. 1. c. 1880: 
^Die Worte in Linn^'s Beschreibung des H. lutarius können 
nie auf Sialis, nie auf eine Phryganea, wohl über auf eine 
Leuctra oder Nemura Anwendung finden-*. 

Es ist auch nicht anzunehmen, dass Linn^ die gemeine 
Nemura variegata Oliv, nicht gekannt habe, da er sie an 
einem anderen Orte nicht beschrieben hat. Das häufige Ypv- 

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855 

kommen einer Species ist als gutes Unterpfand bei Deutungen 
zweifelliafter Ltnn^*8cher Speciee zu verwenden. 

Das Resultat der in dieser Abhandlung geführten Discus- 
sionen wäre demnach, dass für die beiden besprochenen Species 
bezw. die Namen Sialis flavilatera L. (lutaria aut.) und 
Nemura lutariaL. (variegata Oliv.) in Anwendung zu bringen 
wären. 



Ueber die Vernichtung 
schädlicher Insecten durch den Hefenpilz, 

von 
Dr. H» HAffen in Cambridge (Maas.*) 



Der von mir im Canadian Entomologist Vol. XI p. 110 
bis 114 abgedruckte Artikel ward mit etlichen Zusätzen im 
December 1879 in Cambridge separat wieder ausgegeben. 
Das darin erwähnte Experiment am Kai-tofTelkäfer, welches 
Herr James H. Bums gemacht hat, erwies augenscheinlich 
den vergiftenden Einfluss des Hefenpilzes. Die 50 damit be- 
sprengten Käfer starben grossentheils am achten Tage, der 
Rest in den folgenden vier Tagen ; nicht einer blieb am Leben. 
Zu gleicher Zeit, am 2. October, waren an derselben Stelle 
fünfzig Käfer derselben Art gesammelt und in demselben Zim- 
mer aufbewahrt worden. Von diesen, welche nicht besprengt 
waren, starben bis zum 14. November drei, und am 1. März 
waren noch 25 vollkommen gesund und lebendig. Dies Ex- 
periment beweist schlagend, dass die Anwendung des Hefen- 
pilzes für Insecten tödtlich ist. Ich darf hinzufügen, dass ein 
Versuch damit, der vor einigen Wochen in einem Treibhause 
gegen Blattläuse angestellt wurde, vollkommen seinen" Zweck 
erreichte. 

Dr. Metschnikoff hat 1879 einen Artikel in Odessa publi- 
cirt (es geschieht desselben Erwähnung im Zooi. Anzeiger 
Febr. 1880), laut welchem er Versuche angestellt hat, schäd- 
liche Insecten (Anisoplia und Cleonus) durch Anwendung von 
Pilzen zu vernichten. ' Die Schwierigkeit, ausreichende Mengen 

*) Aus dem Canadian Entomologi:jt Vol. XII No. 5, May 1880 
übersetzt von C. A. Dohrn. 



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356 

des von ihm gewählien Pilzes (Isaria vireseens) zu beschaffen, 
hofll er durch Erzeugung der Isuria in Biermaische zu be- 
wältigen. 

Herr A. Giard iii Lille (Bull. Soe. d. Depart. du Nord II, 
2 No. 11) hat eine Schrift mit interessanten Thetsachen Über 
Insecten - Epizootie veröffenüicht. Nowakowski's Entdeckung 
der Copula einiger Entomophthora, und der überzeugende Ber 
weis geführt durch 0. Brefeld, dass Tarichium 'nur eine ab- 
weichende Form ist, deren Status conidiophorus die Empusa 
ist, veranlassten Herrn Giard für die Galtung den Namen En- 
tomophthora zu behalten, wobei die ungeschlechtliche Form 
Tarichium, die geschlechtliche Empusa heisst. Im Sommer, 
wenn die Insecten, in welchen diese Pilze sich entwickeln, 
zahlreich vorhanden sind, ist ihre Reproduction eine ugamische; 
sobald die Insectenzahl abnimmt, erscheint eine geschlechtliche 
Generation, welche Ei-Sporen producirt, die erst im nächsten 
Frühlinge keimen. 

Herr Giurd ist der Meinung, dass Tarichium megaspermum, 
der Schmarotzerpilz der Raupe von Agrotis segetum, zuerst 
beschrieben von Dr. Cohn, von Landwirthen als erfolgreiches 
Tilgungsmittel gegen diese Schädlinge zu brauchen wäre, zu- 
mal 0. Brefeld durch entscheidende Versuche bewiesen hat, 
dass die Raupe von Pieris brassicae leicht bewältigt werden 
kann, wenn man sie mit Wasser besprengt, worin Sporen von 
E. sphaerosperma befindlich sind. Man sollte deshalb die 
mumisirten mit Sporen besetzten Raupen im Winter sammeln, 
um sie gegen diese schädliche Art anzuwenden. (Ein Rath, 
welchen Dr. John Le Conte schon im Jahr 1874 angab.) Es 
scheint, dass die Entomophthora mit Vorliebe die Raupen der 
Arten mit doppelter Generation angreifen, welche den Winter 
unverpuppt überstehen. Herr Giard erklärt daraus die Selten- 
heit mancher sonst gemeinen Arten von Chelonia. Er ver- 
wirft Brefeld's Hypothese, dass Tarichium megaspermum viel- 
leicht nur abweichende Form von Empusa muscae sei, da er 
(G.) die vorher noch nicht bekannte Tarichium-Phase der Emp. 
muscae entdeckt zu haben meint. Die Ansicht, zwei ver- 
schiedne Pilzformen könnten sich ausschliesslich auf demselben 
Thiere, ähnlich wie andre parasitische Insecten entwickeln, 
lässt sich ohne schlagende Evidenz schwerlich adoptiren. Wir 
wissen positiv, dass verschiedne Stände von Entozoen in ver- 
schiednen Thieren sich ausbilden, und müssen als wahrschein- 
lich annehmen, dass die Pilze demselben Gesetze folgen. 

Gegen meinen Vorschlag, den Hefenpilz zur Insectenver- 
tilgnng zu gebrauchen, hnt man Einwendungen gemacht. Im 

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357 

wesentlichen laufen sie darauf hinaus, dass die Botaniker mit 
der Ansicht Dr. BaiPs über die Identität gewisser Pilze nicht 
einverstanden sind. Da die Zahl derer, die sich mikroskopisch 
mit Pilzen beschäftigen, nicht gross ist, und da ich das Fach 
nie studirt habe, so gebrauchte ich den glückh'clien Ausweg, 
mich auf das zu stützen, was mein gelehrter College, Prof. 
Farlow, mir darüber sagte. Demnach nahm ich als thatsächlich 
an: ^dass ausgezeichnete Botaniker die Ansicht Dr. Baifs nicht 
{heilen^, und ferner: ^dass diese Frage mit meinem Vorschlage 
gar nichts zu schaffen hat^. Ich hielt es für Pflicht, zu con- 
statiren, dass wirklich Dr. Bail entdeckt hat, der Hefenpilz sei 
ein Gift für die Insecten, und deshalb war ich verbunden, die 
Wege und Versuche anzugeben, die ihn auf diese Entdeckung 
geführt hatten. Nun hat Dr. Bail nicht vorgeschlagen, dies 
Gift praktisch zu verwerthen^ obschon diese Anwendung na- 
türliche Folge seiner Entdeckung ist, und da niemand diese 
Consequenz zog, empfahl ich. Versuche damit zu machen. 
Das Experhnent mit dem Kartoffelkäfer hat bewiesen, dass 
der Contact des Pilzes mit den Insecten diese tödtet. Deshalb 
sind botanische Bedenken einfach müssig, und die Botaniker 
mögen sich früher oder später über die Thatsache verstän- 
digen. Man hat behauptet: ^so lange eine Hvissenschaft- 
liche Basis für den Gebrauch des Hefenpilzes nicht nach- 
gewiesen, könne von einer praktiachen Anwendung nicht 
die Rede sein^. Das ist eine seltsame Behauptung, zumal 
über die wissenschaftliche Basis von Pjrethrum, Pariser Grün 
und andern Mitteln nichts bekannt ist. Man hat wohl über- 
sehen, dass ich in den grossen Sinus der Flügel der durch 
Besprengen getödteten Käfer Sporen in Masse vorfand. Diese 
Sporen gleichen den Bildern, welche Dr. Rees (Unters, über 
die Alcoholgährungspilze Leipzig 1870 Taf. 1 fig. 15, e, d) 
gegeben hat; sie waren so zahlreich und so zutreffend, dass 
ich mich nicht täuschen konnte, zumal ich mit dem Fluid um 
und den Eörperchen des Insectenblutes genau Bescheid weiss. 
Solche Sporen fand ich nicht in. den Flügel -Sinus von nicht 
besprengten Käfern. In Umfang oder Gestalt der Hefensporen 
ist nichts, was sie hindern könnte, in den Körper des Insects 
schadenstiftend einzudringen. 

Während dies gedruckt ward, meldete man mir brieflich 
aus Deutschland, dass eine Besprengung mit aufgelösster (com- 
primirter) Hefe, ^/j Unze in 3 Litern Wasser, auf Blattläuse 
in einem Treihhause von ausserordentlicher Wirkung gewesen. 



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358 



Als Nachtrag 

zu dem vorstehenden Artikel gebe ich die Uebersefzung der 
liierlier einschlagenden Note uns Ch. V. Riley's American Eii- 
tomologist Vol. III No. 6 June 1880 p. 149: 

^Pilzkrankheiten an nützlichen Insecten. Die 
Herren Brogniart und CJornu berichten in einer Zuschrift on 
die französische Akademie der Wissenschaften, dass sie an 
Syrphusfliegen eine durch Pilze verursachte Epidemie beobach- 
tet haben. Sie fanden an Grashalmen tausende von todten 
Syrphus niellinus mit geschwollenem und verfettetem Ab- 
domen, augenscheinlich durch dieselbe Krankheit hingerafU, 
welche unsre gemeine Hau^fliege belallt. Nun gehören die 
Larven unsrer (nordam.) Sjrphus zu den wirksamsten Feinden 
der Pflanzenläuse. Mithin geht daraus hervor, dass unsre ntitz- 
lichen Freunde unter den Insecten der Pilzkrankheit ebenso 
zugänglich sind, als unsre Feinde. Selbst wenn der fliegen- 
verderbliche Hefenpilz nach Belieben verbreitet und auf andre 
Iilsecten übertragen werden könnte, auch wenn ihre Lebens- 
weise eine grundverschiedene, (was wir aus guten Gründen 
noch bezweifeln,) bliebe dabei doch die Gefahr, dass wir manche 
wohlthätige Insecten zugleich mit den schädlichen vertilgten. 
Freilich trifft dies in verschiednem Grnde bei fast allen Insecten- 
vertilgungs- Mitteln zu.^ 



Meines Dafürhaltens spricht dies in keiner Weise gegen 
den sehr einleuchtend plausibeln Grundgedanken Hagen's: 
wenn das Präparat der Biermaische sich bereits gegen Kartofiel- 
käfer und Aphiden thatsächlich bewährt hat, und wenn es 
sich gegen Raupennester und dergleichen bewährt, so liegt 
kein praktischer Grund vor, es wegen der möglicherweise 
zu trefienden Auxiliar-Insecteq ausser Anwendung zu lassen. Wie 
schwankend und unsicher übrigens die Ansichten über ^nütz- 
lich und schädlich^ sind, darüber wird es genügen, sich auf 
die Thatsache zu beziehen, dass vor etwa 10—- 15 Jahren unser 
gemeiner Spatz mit grossen Kosten nach Australien eingeführt 
und dort ngegen gewisse Haupen^ als unentbehrlich domioilirt 
worden ist, jetzt aber bereits von den Landwirthen als eine 
Plage Aegyptens verwünscht wird, da er ihre Gerstenfelder 
in ungeahnter Weise verwüstet. Eher kann ich mir denken, 
dass gegen das Besprengen mancher Pflanzen mit Biermaische- 



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359 

Präparat medicinische Bedenken auHauchen werden, wenn 
diese Yoi'kehrung in allgemeine Aufnahme gekommen sein 
wird; ich denke an die verbitterten Streitschriften für und 
gegen deo Impfzwang. Einstweilen seheint mir die Hugen''8ehe 
Methode der eingeheudelen Beachtung durcliaus werth. 

Dr. C. A. Dohrn. 



Praktische Insektenkunde 

oder Naturgeschichte aller derjenigen Insekten, mit 
welchen wir in Deutschland nach den bisherigen Er- 
fahrungen in nähere Berührung kommen können, 
nebst Angabe der Bekämpfungsmittel gegen die 
schädlichen unter ihnen, 
von Professor £• Et. TmmeHewäherg. 

5 Theile mit 326 Illustrationen. Bremen bei M. Heinsius, 23 M., 
Hlbfrz. geb. 26 M. 



Hieraus einzeln: L Einführung in die Insektenkunde, 
3,80 M. II. Die Käfer und Hautfingier, 6,20 M. 
III. Die Schmetterlinge, 5 M. IV. Die Zweiflügler, 
Netzflügler und Kaukorfe, 4 M. V. Die Schnabelkerfe, 
flQgellosön Parasiten und als Anhang einiges Unge- 
ziefer, welches nicht zu den Insekten gehöil, 4 M. 
Die gesammte Insektenkunde ist ein so enormes Gebiet, 
dass kein einzelner Mann alle ihre Ordnungen mit gleichmäs- 
siger Gründlichkeit und Praktik zu beherrschen im Stande ist. 
Vilir können uns daher weder wundern, ^^enn auch im vor- 
liegenden Werke manches compilirt ist, noch darf man von 
uns erwarten, dass diese Besprechung bis in das Einzelne be- 
urtheilend eindringen soll. Es handelt sich hier lediglieh um 
eine Charakteristik und um unsern Ausdruck der Dankbarkeit 
gegen den um unsere Wissenschaft hochverdienten Verfasser 
für eine Arbeit, wie sie längst in weiten Kreisen ersehnt 
wurde, und welche sicherlich die Armee der Entomophilen 
immer weiter zu rekrutiren berufen ist. Dem seit einiger Zeit 
besondem Aufschwung nehmenden entomologischen Interesse 
kommt dieses Buch ausgezeichnet gehegen und zur Hülfe. T^schea- 



360 

berg's bisherige Arbeiten haben uns schon seine TorzUgliehe 
Begabung für die praktische Seüe der Insektenkunde dokumen- 
tirt. Es ist das hohe Verdienst diesed unermüdlich thätigen 
Gelehrten, unsre Wissenschaft, welche bisher mit getheilter 
Arbeit nur von wenigen ganz speziellen Fachmännern grü«d- 
lich und von einer grossen Schaar Liebhaber mehr oder we- 
niger dilettantisch cuUivirt wurde, für ausgedehnte Kreise zu- 
gänglich und für manche ihr bis dato unbekümmert oder doch 
ziemlich raUilos gegenüber stehenden Berufsklassen sogar pflieht- 
massig gemacht zu haben. Diess umfassende, einen gewissen 
Abflchluss bildende Werk soll Landwirthen, Forstleuten, Gärt- 
nern und allen mit diesen verwandten Praktikern Rath, An- 
leitung, Aushülfe für ihre entomologischen Bedürfnisse gewäh- 
ren und ist demgemäss eingerichtet. Also bietet es nur eine 
Auswahl von Beschreibungen aus den einzelnen Ordnungen, 
nämlich derjenigen Spezies, auf welche es im praktischen Leben 
irgendwie ankommen kann. Diese Auswahl ist eine geschickte 
und vollständige. Die Beschreibungen verwenden besondre 
Sorgfalt und Ausführlichkeit auf die bisherigen Resultate der 
biologischen Beobachtungen und auf diejenigen Massnahmen, 
deren Anwendung gegen schädliches Auftreten dieses kleinen 
und meist doch so eingreifenden Ungeziefers rathsam erscheint; 
ebenso wird auf die Verwerthung des Nutzens, welchen andre 
Arten zu stiften geeignet sind, mit gleicher Angelegentlichkeit 
eingegangen. Ohne Frage hat man im Allgemeinen dieser im 
Haushalte der Natur so überaus wichtigen Thierklasse bei uns 
bisher im praktischen Leben viel zu wenig Achtsamkeit zu- 
gewendet. In Amerika soll es eigens angestellte Staatsento- 
mologen geben; ob aber solche Aemter dem Bedürfnisse gegen- 
über genügen, wissen wir nicht. Das Sicherste wird jedenfalb 
sein, wenn jeder Land-," Forst- oder Gartenwirth sein eigner 
Entomologe sein kann. Wer das will, greife zu Taschenberg's 
praktischer Insektenkunde, und wir können ihm die Aussicht 
stellen, dass sich ihm das richtig benützte Buch selir bald mehr 
als reichlich bezahlt machen wird. Es kann nicht fehlen, 
dass bei dieser Gelegenheit die Entomologie manchen neuen 
fleissigen Jünger gewinnt, welcher, Dank Taschenberg's prak- 
tischen Fingerzeigen, der Wissenschaft durch werthvolle biolo- 
gische Beobachtungen vielleicht schätzenswerthe Dienste leisten 
kann. Nach dieser Seite hin ist noch reichliche Arbeit zu 
thun, und möglicher Weise sind gemde solche in praktischen 
Berufsarten beschäftigten Männer hierzu in besonders günstiger 
Lage und durch Wahrnehmung ihres Vortheils zu energischer 
Ausdauer angehalten. Unsre Andeutungen haben schon ge- 

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361 

zeigt, das8 das Werk auch für den eigentlichen Mann der 
Wissen^^chafl einen beeondern Werth hat, insofern es in der 
Geschichte der ersten Entwicklungssladien alles giebt, was 
bis jetzt au%ewiesen ist, tind durch die nach dieser Richtung 
gegebene Anregung dürfte es auch rein wissenschaftlich noch 
mehr von erheblicheoi Werthe werden. Alle Liebhaber aber 
und Anfänger können Tasehenberg nur in hohem Grade für 
dieses instruktive neue üülfsmittel dankbar sein. Vorzüglich 
auch werden Lehrer der Naturwissenschaften, welche kein 
eingehendes Studium aus der Entomologie gemacht haben, sich 
desselben bei den so häufig an sie herantretenden Gelegen- 
heilen mit Nutzen bedienen, wo sie auch über dies oder 
jenes Insekt eine ausreichende Auskunft wünschen oder geben 
sollen. Gar mancher beabsichtigt, sich entomologisoh im All- 
gemeinen zu Orientiren, und sucht zu diesem Zwecke nur 
paradigmatisch einzelne charakteristische Spezies der verschie- 
denen Ordnungen kennen zu lernen. Keine bessere Anleitung 
für solche ist zu empfehlen, als diese umfassende Insekten- 
kunde. Wie weit im Einzelnen Irrthümer und Mängel mit 
untergelaufen sind, das werden ja die speziellen Fachgelehrten 
bald genug entdecken und notiren; wir sind nicht dazu be- 
rufen und können uns hier um so leichteren Herzens darüber 
zufrieden geben, als es uns nur auf eine hinreichende Gha- 
rakterisirung des Werkes ankam, um Diejenigen, für welche 
es bestimmt ist, darauf aufmerksam zu machen. — Die Aus- 
stattung ist elegant; die Illustrationen sind eine schätzbare 
Hülfe. 

Schmidt— Zu l'ze filz. 



Leseirucht. 



Dass die Gegenstände unsrer besondern Vorliebe, die En- 
toma, von der Mehrzahl unsrer MitbrUder und Mitschwestern 
nicht eben mit günstigen Augen angesehen werden, dafür 
bürgt schon der abschätzige Name ^Ungeziefer^, \70mit man 
sie begnadigt Dann und wann haben Landbau, Forstcultur, 
Weinbau auch recht handgreifliehe Ursachen theils gehabt, 
theils noch dauernd, über empfindlichen Schaden zu lamen- 
tiren, den die sechsftlssigen Myrmidoaen auf ihre Kappe neh- 
men müssen, 

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J 



362 

Natürlich geht Homo sapiens L. von dem bescheidnen 
Axiom aus (welches selbstverständlich nicht weiter bewiesen 
zu werden braucht), dass die ganze Erde blos seinetwegen 
da ist. Und wenn er seine künstlichen Culturen der Natur 
aufzwingt, Wälder verniclitet oder anlegt, Flüsse abgräbt oder 
eindämmt, Felsen durchbohrt oder sprengt, einzelne Pflanzen,, 
die ihm Stoff zu Essen, Trinken, Kleidung, Farbe und dergl. 
liefern, über tausende von Meilen künstlich verbreitet, so sollen 
die übrigen Mitgeschöpfe nfcht etwa das Recht haben, an 
dieser ^gedeckten Tafel^ mitzuessen — bewahre! Homo sa- 
piens fragt ganz erstaunt, ja erbosst: ^wozu nur der Herrgott 
all das leidige Ungeziefer in die Welt gesetzt haben mag!?*^ 

Dies ibt offenbar die Frage eines ^modernen Civilisirlen'* : 
in uncivilisirten Zeiten (meinethalben prähistorischen, tertiären 
etc.) oder in heute noch durch Civilisation nicht denaturirten 
Gegenden kümmert sich der Mensch noch wenig oder gar 
nicht um die Minima, welche Plinius für die maxime in- 
teressanten hält. Vermuthlich wurden auch die Praeadamiten 
schon von Wespen, Flöhen und Mücken heimgesucht, aber zu- 
nächst hatten sie eich, wo nicht gegen Saurier und Masto- 
donten, so doch gegen Löwen und Tiger, Bären und Wölfe 
und dergleichen grosses Ungeziefer Jahrtausende lang zu 
wehren, ehe sie durch civilisirte Cullur mit der Nase auf die 
Existenz und manchmal recht verdriessliche Existenz des 
kleinen gestossen wurden. 

Dem naheliegenden Einwurfe, dass auch noch im Mittel- 
alter durch Wildschaden der fleissige Ackerbauer oft empßnd- 
lich, häufig ohne Aussicht auf die geringste Schadloshaltung 
gekränkt wurde, kann ich heutzutage eine allgemeinere Gel- 
tung nicht mehr zugestehen. Auch die hier und da isolirt 
constatirten Verwüstungen durch ausnahmsweise zahlreiches 
Auftreten von Mäusen oder Vögeln beschränken sich bei uns 
auf verschwindend kleine Districte. Was in den letzten Jahren 
bei den civilisirten Nationen Aufsehen und national-ökonomische 
Bedenken hervorgerufen hat, waren Entoma — entweder die 
altbekannten Heuschrecken -Plagen, oder die neuberUchtigten 
Kartoffelkäfer und Rebläuse. 

Jüngst lernte ich nun aus dem Journal of the Asiatic 
Society of Bengal (Vol. XLVHI, P. H No. HI — 1879 pag. 
143) aus einem Berichte des Rev. Fairbank, dass auch Nicht- 
Entoma noch jetzt eine unerwartet furchtbare Elolle in der 
Frage um die menschliche Existenz spielen können. Denn 
es handelt sich um die Verheerung eines Districts im Deccan 
(Atmednagar, Puna, Sholapur in der Mitte zwischen Bombay 

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363 

and Hjderabad) von ungeföhr 175 engl. Meilen Länge und 
40 bJB 80 Meilen Breite, aleo um eine Ausdehnung von Tau- 
senden von Geviert meilen. Dies reichbevölkerte Gebiet cul- 
ti?irt als ausschliessliche Nahrungspflanze Holcus Sorghum 
(eine Art Sumpfhirse), und die ganze Ernte ist 1879 durch 
Gerbillus indicus (=^ G. Cuvieri) total verwUbtet. Dies kleine 
Untbier (die Hindus nennen es Pdndharä undir) ist eine weisse 
Ratte, gegen deren Ueberhandnehmen in gewöhnlichen Jahren 
die Regenzeit hilft, weil dann die meisten in ihren Löchern 
ersaufen; aber diesmal waren sie offenbar durch den Regen 
durchaus nicht decimirt worden. Mithin wefhden viele Tau- 
sende armer Hindus wohl Hungers sterben oder gestorben sein, 
denn ausser einem Geier mit schwarzen Flügeln (Elanus cae- 
ruleus) haben diese Ratten keinen Feind: die Eingebornen 
lialten es für fromme Pflicht ^die Heimsuchung der erzürnten 
Gottheit ergeben zu erdulden^, oder sehen (nach den Princi- 
pien der Seelenwanderung) die Ratten ftlr ^Seelen der bereits 
Verhungerten an, welche sich jetzt an denen rächen wollen, 
durch deren Nichtbeistand sie verschmachten mussten^. 

C. A. D. 



Nachschrift*) zu Seite 332. 

Von Wi. Osten -liAeken* 



Posi Scriptum. Dieser Aufsatz war der Redaction schon 
abgeliefert, als ich durch Herrn vnn der Wulps Freundlich- 
keit auf einen neuen Fundort von Psilopus pallens aufmerksam 
gemacht wurde. Er ist 1867 iiT Amsterdam, und später auch 
in Harlem gefunden worden (vergleiche Sitzungsber. der Ver- 
samml. d. Niederl. Ent. Ver. in Utrecht, am 13. Juli 1867, 
aufgenommen in die Tijdschr. v. Ent. XI, p. 20), Es ist 
also möglich, dass diese Ait von hier aus, vielleicht noch zur 
Zeit des holländischen Besitzthumes in New -York, nach America 
tran^portirt worden ist. Die Entfernung ist schon bedeutend 
kleiner, ab die von Rhodus aus ; nichtsdestoweniger bleibt 
diese ColonisationstUhigkeit eines Psilopus doch recht auflTallend. 

*) Der Artikel war bereits abgedruckt, als dieser NachtrM: ein- 
g:ing. Red. 



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364 



Intelllurenz* 

Herr Obergeometer Stark in Ansbach (Baiern) ist willens, 
seine reichhaltige Käfersammlung von circa 8000 Arten aus 
freier Hand zu verkaufen. Sie umfasst etwa 40 — 50 lausend 
Exeipplare, darunter gegen 10,000 Exoten, mithin ist der daftlr 
geforderte Preis von 3000 Mark ein ausnehmend billiger. Bei 
annehmlicher Sicherheit würde auch auf Termins -Zahlungen 
eingegangen werden. 

Auf postfreie Anfragen wird pünktliche Antwort zuge- 
sichert. 

E. ICuhlmann, 

Frankfurt a\M.^ Weissadlergctsse 23 ^ 

erbietet sich zum An- und Verkauf von Schmetterlingen, 

Käfern, deren Puppen und Larven, Muscheln u. s. w., 

hält auch für Botaniker, Entomologen, Touristen alle Arten 

von Gerät hsch aßen und Reise - Utensilien vorräthig. 



I n li A 1 t t 



Fairmaire: Zonitis Austral. S. 261. Eppelsheim: Neue Sta- 
phylinen S. 282. Dohrn: Exotisches S. 290. Plötz: Buchholz' 
westafr. Lepid. 8.298. Vereinsangel. 8. 807. Hering: Qeometriden 
Pommerns S. 309. Oßten-Sacken: verschleppte Diptera S. 826. 
Nachschrift: 8. 868. Dohrn: Spicilegia Linnaeana 8. 333, Kolbe: 
Phryg. flavilatera und Hemerob. Litarius 8. 351. Hagen: Hefenpilz 
als Insectengift 8. 355. Schmidt: Literatur (Taschenberg) S. 359. 
Dohrn: Lesefrucht 8. 361. Intelligenz. 



Ausgegeben: Mitte Juli 1880. 



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Enloiiioloi^iiiclie Zeiluiii^ 



herausgegeben 
von dem 



entomologisehen Vereine zu Stettin. 

Redaction' ^^ Commission bei den Buchhandl. 

C^ Dohm, Vereins-Präaident. ^^ """^ tf^^B^'''''' 

»•. 10-12. 41. Jahrgang. October-Decbr, 1880. 



Dinusa taygetana n. sp., 

beschrieben von 
Dr. Eppelslieiiii in Grünstadt. 

Nigro-bruDnea, nitidula, dense subtiliter punctata 
et griseö-pubescens, ore, antennis, thoracis lateribus, 
eljtris, abdominis segmentis duobus ultimis pedibusque 
testaceis; antennanim articuKs elongatis; abdomine 
apice nigro-hirto. Long. S^/g mm. 
In der Mitte zwischen Dinusa hierosolymitana und davi- 
diea stehend, mit der ersteren in der Bildung der Fühler, mit 
der letzteren in der Punktirung des Hinterleibs mehr überein- 
stimmend, von beiden namentlich durch die dichte und feine 
Ponktirung und Behaarung des Vorderkörpers abweichend. 
Auch der Din. jebusaea nahe verwandt und in der Färbung 
sehr ähnlich, aber durch längere Fühler mit schlankeren Glie- 
dern, dichtere Punktirung des Vorderkörpers und die längeren 
schwarzen Borstenhaare der Hinterleibsspitze unterschieden. 

Massig glänzend, überall dicht und fein anliegend grau 
behaart, Kopf und Hinterleib schwarz, das Halsschild schwarz- 
braun, die Seitenränder desselben breit röthlich gelbbraun, 
der Hund, die Fühler, die Flügeldecken, die Beine, ein schmaler 
Hinterrand der vorderen Segmente und die beiden ganzen 
vorletzten Ringe gelbbraun. Der Kopf ist etwas glänzender 
als der übrige Theil des Körpers, viel schmäler als das Hals- 
scbild, an den Seiten ziemlich dicht und deutlich punktirt, ein 
schmales Mittelfeld fast ^latt. Die Fühler sind schlank , seit- 
lich stark zusammengedrückt, länger als Kopf- und Halsschild, 

orc OOQle 



366 

Glied 2 etwas länger als 1, 3 ein und ein lialb mal so gross 
als 2, 4 etwas kürzer als 2, um die Hälfte länger als breit; 
die folgenden Glieder sind nur wenig kürzer als das 4. und 
nehmen nach der Spitze zu an Länge nicht ab, an Breite nur 
sehr unerheblich zu, so dass auch die vorletzten Glieder noch 
deutlieh länger als breit sind, das Endglied ist fast doppelt so 
lang als das 10. stunopf zugespitzte. Das Halsschild ist doppelt 
so breit als lang, im hintern Drittheil am breitesten, vorn 
schwach ausgeschnitten, an der Basis leicht gerundet und 
beiderseits vor den stumpf abgerundeten Hinterecken sehr 
wenig ausgerandet, an den Seiten in sanftem Bogen gerundet, 
nach vorn verengt, oben schwach gewölbt, an dea Seiten, 
namentlich gegen die Vorderecken zu etwas niedergedrückt, 
gleichmässig dicht und deutlich aber fein und seicht punktirt, 
auch an den Seiten kaum deutlicher und tiefer als in der Mitte. 
Die Flügeldecken sind um ein Geringes länger und schmäler 
tils das Halsschild, nach hinten kaum verbreitert, vor den spitz 
vorstehenden Hinterecken tief ausgeschnitten, noch etwas dichter 
und deutlicher als das Halsschild punktirt. Der Hinterleib ist 
nach der Spitze stark verschmälert, breit und hoch gerandet, 
auf den vorderen Segmenten dicht und fein, auf den beiden 
vorletzten weitlöußger punktirt, oben gleichmässig, anliegend 
grau behaart, ausserdem am Seitenrand vom 3. Segment an, 
am Hinterrand des 5., auf dem 6. Segment und an der Spitze 
mit einzelnen längeren dunkleren Borstenhaaren besetzt. Die 
Beine sind gelbbraun. 

Zwei Stücke vom Tajgetos im Peloponnes in meiner 
Sammlung. 

Die neue Art ist der erste europäische Repräsentant einer 
bisher bloss aus Syrien und Palästina bekannten Gattung, 
welche den Gattungen Homoeusa und Oxjsoma am nächsten 
steht und durch 5gliedrige Maxillartaster, deutlich 4gliednge 
Lippentaster, schlanke tief 2 spaltige Zunge ohne Paraglossen 
und seitlii^h zusammengedrückte Fühler, wie sie den Gattungen 
Lamprinus und Catopcmorphus eigenthUmlich sind, ausgezeichnet 
ist. Die bisher bekannt gewesenen Arten leben bei Mjrmiea 
barbara; bei welcher Ameisenart die neue griechische aufge- 
funden wurde, ist bis jetzt nicht bekannt. Zu den 3 von 
Suulcy (Ann. Fr. 1864 p. 433 fl.) beschriebenen Arten hie- 
rosolymitana, davidica und jebusaea treten drei neue von 
Piochard de la Brülerie bei Betlilehem und Jermel aufge- 
fundene hinzu, Dinusa puncticollis, angulicollis und brevicornis 
Fauv., welche mir durch die Freundliehkeit des Autors zum 
Vergleich vorlagen. 

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367 



Exotisches 

von 
€• A« Dolum* 



100. Cryptocephalus jucundus Dhn. 

Cr. ovalis, fulvo-testaceus, abdomine atro, anten- 
narum articulis 1—5 flavis, caeteiis atris, thorace 
marginato, nigromaeulato, scutello elytrorum sutura 
et vitta humerali nigiis, singulo eljtro decem striis 
punctorum. 

Long. 3 — 3*/2 mm. Lat. l^/g — 2 mm. 
Patria: Madagascar. 
Der Käfer gehört in Sufrrian'*8 fünfte Rotte (Linn. entom. 
XI p. 102) und hat die nächste Analogie mit Cr. lO-notatiis 
Suffr. Doch ergeben sich die Abweichungen schon aus der 
Diagnose. Der Kopf bräunlieh gelb mit schwarzen tief aus- 
gebuchteten Augen, difi Fühlerglieder 1 — 5 braunröthlichgelb, 
das sechste schwärzlich, die übrigen mattsohwarz. Auf beiden 
Seiten des gelbbraunen Thorax ein schwarzer Fleck (bei einem 
Exemplare «durch eine schmale gelbe Linie in zwei Flecke 
getheilt): das Schildchen ein schwarzglänzendes gleichseitiges 
Dreieck: die Flügeldecken ein wenig mehr nach hinten zu 
verschmälert, als bei 10-notalus, etwas lichter gelb als der 
Thorax ; an der Schulter, gleichsam als Fortsetzung des Thorax- 
fleekes ein schmaler, nach hinten zugespitzter schwarzer Längs- 
wisch, die ganze Naht vom Schildchen bis zum Apex gleich- 
massig schmal schwarz. Auf der Unterseite sind Prothorax 
urtd Beine rothgelb, alles übrige mattschwarz. 

Gesaromelt von Hildebrandt entweder auf der Insel Nossib^ 
oder der ihr gegenüber liegenden Küste von Madagascar. 

101. Cryptocephalus pragmaUcus Dhn. 

Cr. oblongus, pallide flavo-testaceus, thorace macula 
nigra ovali, scutello flavo tenuiter nigrocincto, elytris 
albo- flavis, tenuiter nigromarginatis , sutura calloque 
humerali nigronitidis, singulo eljtro decem punctorum 
striis, quarum prima, suturae proxima, a basi tantum 
usque ad dimidium elytri conducta, ubi cum sutura 
confunditur. Abdomen cum pedibus rufcscenti-testa- 
ceum. 

Long. 5 mm. Lat. 2 mm. 

Patria: Zanzibar sept. 

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368 

Der in Rede stehende Käfer gehört nach Habitus und den 
meisten Einzelnheiten seines Baues neben Cr. sulfureus Oliv,, 
von welcliem ich auch ein Exeoiplar aus Guinea besitze, das 
in allen Punkten mit meinen südfranzösischen harmonirt. 
Kopf und Antennen schaalgelb, etwas glänzend, die Mundtheile 
dunkelbraun, die Augen mattschwarz, nicht sehr tief ausge- 
buchtet. Thorax spiegelblank, der schmale Rand Über dem 
Kopfe scharf abgesetzt, etwas röthlich, die Seitenränder deut- 
licher und dunkler rotbgeförbt aufgeworfen, in der Mitte der 
vordem Hälfte ein nadelkopfgrosser eiförmiger, schwarzbrauner 
Fleck. Schildchen ein gleichseitiges Dreieck mit etwas stumpfer 
Spitze, fein schwarz eingerahmt. Flügeldecken fast viermal 
so lang als der Thorax, parallel, weissgelb, jede einzelne mit 
10 Punktstreifen, deren erster neben der Naht mit dieser auf 
ihrer Hälfte zusammen fällt und verschwindet. Naht und 
Seitenränder fein schwarz, desgleichen der vortretende Schulter- 
fleck. Unterseite und Beine röthlichgelb. 

Ausser an Cr. sulfureus ennnert die Ai-t im Habitus auch 
an Cr. acupunclatus Fairm. aus Algerien und an den Sareptaner 
Cr. gamma H. Schaff. 

102. Aus Candahdr (Afghanistan) • 

sind mir einige vom Rev. Herrn Warneford gefundne Insecten 
durch die GefUIligkeit des Herrn Nevill zugegangen und ver- 
anlassen mich zu einigen Bemerkungen. 

Chlaenius festivus F. Bisher figurirte Persien als seine 
äusserste Grenze im Osten. Dasselbe gilt von Hydrophilus 
piceus L. $, der in keinem einzigen Punkte von hiesigen Stücken 
abweicht, ferner von Hister scutellaris Er. in zwei Exemplaren. 
Von Adesmia Latreillei Sol. besitze ich nur (nach Haag's Be- 
stimmung) ein (^, und bin deshalb nicht ganz sicher, ob ein 
mir vorliegendes $ mit kürzeren Beinen und weniger qua- 
dratem Thorax zu derselben Art gehört: die obsolete Sculptur 
der Elytra und deren feingekerbter glänzender Seitenrand 
passen vortrefflich dazu. Eine Species Blaps (leider nur in 
1 Exemplar vertreten) bildet ungeföhr die Mitte zwischen Bl. 
pruinosa Eversm. und Bl. armeniaca Fald. etwas massiver 
und nicht so matt wie pruinosa, die Längsstreifen der Flügel- 
decken entschieden deutlicher als bei armeniaca. — Cjpho- 
genia aurila Pall. ist vollkommen identisch mit Exemplaren 
aus Baku und Turcomannia. Penthieus sp. (schlecht erhalten) 
scheint mir von P. punctulutus Brull6 in nichts wesentlichem 
verschieden zu sein. 

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369 

Ueber die Nichtkäfer muss ich mich darauf beschränken 
zu bemerken, dads das einzige Hemipteron dem Opsicoetus 
pallipes Klug sehr nahekommt, dass eine Yespa der cincta F. 
nicht fern steht, dass zwei Stilbum nichts weiter als Miniaturen 
des gewöhnlichen grUnh'chblauen ostindischen zu sein scheinen. 
Ein Asilus und ein Tabanus haben bei dem Transport in 
spritgetränkter Watte zu stark gelitten, um sie speciell be- 
sprechen zu können. 

103. Von den Andaman Inseln 

kamen durch dieselbe Gelegenheit einige Käfer mit, über 
welche ich nachstehendes zu verzeichnen habe: 

a) drei vollkommen identische Exemplare einer Epilachna, 
die auf den ersten Blick aussieht wie eine recht massiv 
ausgewachsne E. chrjsomeHna, aber genauer betrachtet 
doch ein Paar erhebliche Abweichungen zeigt. Die vier 
schwarzen Punktflecke der Eljtra hinter der Thoraxbasis 
stehen nicht in einer geraden Linie, sondern in einem 
Bogen, die beiden äussern nicht nahe bei der Schulter, 
sondern mehr nach innen gerückt, die beiden innern 
nicht neben sondern hinter dem Scutellum. Während 
die 6 innern Flecke bei E. chrjsomelina ziemlich in 
gleicher Entfernung in gerader Linie neben der 'Naht 
stehen, bilden sie bei der andamanischen Epilachna 
beinah einen (etwas eiförmigen) Kreis. Endlich findet 
sich auf jeder Flügeldecke ausser den normalen sechs 
Punktflecken noch ein etwas kleinerer siebenter, der 
Schulterecke näher, ganz nahe dem Rande. Er berührt 
ihn zwar nicht, doch sieht man ihn, wie den weiter 
unten nach dem Apex zu stehenden, grösseren Punkt- 
flecken durchschimmern, wenn man die Unterseite be- 
trachtet. Diese meines Dafürhaltens noch unbeschriebene 
Art nenne ich in honorem des Finders Ep. JNevilli. 
• b) zwei Exemplare des Brenthiden Cerobates tristriatus F. 
Das eine ist auffallend klein, doch habe ich annähernd 
kleine Stücke aus Cejlon. 

c) zwei Exemplare von Trachelizus bisulcatus F. 

d) Cossonus sp. 

e) zwei Exemplare einer Mordella, die ich vor Jahren in 
England als M. hierogljphica Chevr. erhielt und so in 
meine Sammlung eingetragen hatte. Zu dem ersten 
Stücke aus Java gesellten sich später noch andre von 
den Philippinen, auch von Borneo; aber der mir ge- 
gebne Name muss wohl ein unbeschriebner gewesen sein, 



370 

da, ich im Münchner Kataloge zwar eine M. hierogly- 
phica, aber vom Autor Fairmaire, patria Cbillon finde. 

f) ein grosser Prionide, 50 mm lang, 19 mm breite den 
ich nicht kenne. Dass es ein $ ist, dafür bürgen die 
kurzen, wenig über die halbe Länge reichenden Antennen. 
Die Bedornung der Beine weiset den Käfer anscheinend 
zu den Macrotoma, der "Jliorax mit seinen vorspringen- 
den Vorderecken und breitem Apex deutet auf Mallodon, 
wo auch ähnliche Randbedornung nicht selten vorkommt. 
Antennen und Mandibeln haben fast denselben Zuschnitt 
wie bei Kbaphipodus suturalis Serv., und der processus 
Sternalis ist bei beiden älmlich. Das Thier ist kastanien- 
braun, Kopf und Thorax ein wenig dunkler als die Eljtra, 
die Abdominalsegmente sind etwas röthhch, jedes vom 
nächsten durch einen schmalen schwarzen Rand getrennt. 
Vielleicht verbindet mich Jemand durch Mittheilung des 
(beschri ebnen) Namens dieser Art. 

g) als Nichtkäfer figurirte ein Aradus sp. 

104. Coptocycla andamamca Dhn. 

Von andrer Hand, aber aus derselben Loealität besitze 

ich ^chon seit längerer Zeit eine Cassida, welche meines 

Wissens noch unbeschrieben ist und die ich hier anknüpfen will. 

C. rotundata, convexa, flavo-testacea, nitida; pro- 

thorace laevi, macula basali nigra; sculello triangulari, 

versus apicem transverse impresso, testaceo; elytris 

flavis, seriatim fusco-punctatis, sutura densius et for- 

tius punctata rufescente, maculis sex sat magnis ro- 

tundis nigris, quarum mediae propiores suturae; mar- 

gine explanato deflexo, hjalino, confertim reticulato; 

abdomine nigro, lateribus segmentorum flavis; pedibus 

testaceo -flavis. 

Long. 6^/4 mm. Lat. 5^/4 mm. 
Ein Vergleich mit Boheman's Beschreibung der Copt. 
Bowringi wird sofort beweisen, dass C. andamanica ihr sehr 
nahe steht; aber durch den schwarzen Fleck auf dem Thorax, 
dessen basale Hälfte nicht wie bei Bowringi ins blutrothe zieht, 
sondern gleichmässig gelb bleibt, ebenso wie das Scutellum, 
ferner durch die nicht schwarae, sondern röthliche Naht der 
Deckschilde und durch die schwarzen Flecke auf dfer Mitte 
der Abdominalsegmente ist C. andamanica ausreichend ver- 
schieden. Die Makeln auf den Eljtren sind kleiner als bei 
Bowringi, aber grösser als bei bipunctata L. (sexnotata F.). 

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371 



105. Von Gran Basaam, 

belegen unt^r dem 5. Grad nördlicher Breite an der Guinea- 
küste (4<> westl. Längs von Greenwich) hat unser Mitglied, 
Herr Crokisius, der dort in merkantilischen Interessen eine 
Zeitlang residirte, einige wenige Insecten heimgebracht, welche 
es bedauern lassen, dass er theils durch seinen Beruf, thcils 
durch Fieberanfölle behindert war, grössere Ausbeule zu sam- 
meln. Orjctes monoceros Oliv, ist, wenn auch keine seltne, 
immerhin eine ansehnliche Art, und das Exemplar von He- 
teronjchus Claudius Burm. übertrifft durch seine massive Di- 
mension die aus Monrovia stammenden Exemplare meiner 
Sammlung. Temnorhynchus repandus Burm.? zwei Stücke. 
Das Fragezeichen bezieht sich darauf, dass Burmeister bei 
T. truncatus sagt ^ohne alle Punkte auf der Oberfläche^ und 
dass er bei dem unmittelbar folgenden T. repandus angiebt: 
^völlig wie die vorige Art gestaltet^, mithin müsste auch die 
Oberfläche durchaus punklfrei sein. Das ist sie aber bei den 
vorliegenden 2 Stücken nicht, der Thorax zeigt durch die 
Lupe feine, zerstreute Nadelstiche. Alles übrige stimmt. Von 
Crossotus collaris Chevr., einem zierlichen Böckchen, ist 1 
Exemplar gekommen, ebenso von einem Elateriden (Alans?), 
welcher dem kritischen Auge des Meisters Cand^ze vorbehalten 
bleibt. 

Die Nichtkäfer haben durch den Transport in Spiritus 
bis zur Unkenntlichkeit gelitten, nur eine grosse Cicade, stru- 
mosa Stäl^ denke ich richtig bestimmt zu haben. 

106. Ctenostoma Klug. 

Von dieser, bisher aussei) liesslich nur aus Süd -Amerika 
bekannten CicindeKden- Gattung scheinen besonders die Arten 
selten zu sein, weiche von Castelnau (Silbermann Revue II 
p, 38) als Procephalus abgezweigt waren, und sich von den 
normalen Ctenostoma habituell durch schmalen Thorax und 
parallele Eljtra unterscheiden. Anlass hier davon zu sprechen, 
giebt mir zunächst der Umstand, dass das nördlichste bisher 
constatirte Vorkommen der Gattung Venezuela ist, von wo 
Ct. Sali ei Chaud. stammt. Da ich nun ein Exemplar aus 
Chiiiqui, (Costarica, eine der Isthmus -Republiken,) besitze, 
so verglich ich dasselbe mit der Beschreibung von Chaudoir 
(Bull. Moscou 1860 IV p. 275) und fand, wenn auch im 
Wesentlichen Uebereinstimmung, so doch in manchen Punkten 
Abweichendes, was ich hier anführen will. 

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372 

Mein Exemplar misst nicht 14 mm In der Länge, sondern 
wie Cbaudoir's Ct. insigne 17^/2 mm, ist aber nicht wie 
letzteres laete viride, sondern wie Sallei obscure virescens, 
obschon ich das obscure nur auf das dunkle broncegrün be- 
ziehen will, nicht etwa auf matte Farbe, denn das Thier 
ist blankglänzend. Sulura (elytr.) fuscescente, bei SalJei, von 
der bei insigne nichts erwähnt wird, passt bei meinem Stücke. 
Wenn ^^elytris angustioribus^ bei Sallei bedeuten soll, dass 
die Flügeldecken schmaler sind als der vorhergehend besprochne 
Thorax, so passt das auf das Chiriqui- Exemplar nicht, denn 
sie sind eher etwas breiter; aber das folgende ^parcius punc- 
tatis, punctis antice majusculis (soll offenbar die mehr nach 
der Basis stehenden Punkte bedeuten) pone medium vix ullis, 
Serie juxta-suturali ante apicem abbreviata^ passt um desto 
besser. 

Während Chaudoir bei seiner Beschreibung von Ct. me- 
tallicum Cast. (1. c.) ausdrücklich betont, dass die femora 
metallico-micantia sind, erwähnt er bei Sallei dieses Punktes 
nicht; sie sind es aber augenfällig bei dem Costaricaner, und 
auch die Schienen glänzen, wenn auch nicht metallisch. 

Der von Castelnau (1. c.) in seiner sonst dürfligen Be* 
Schreibung angeführten langen und steifen Borstenhaare auf 
Kopf, Flügeldecken und Beinen bei Ct. metallicum gedenkt 
Chaudoir gar nicht. Sie sind bei dem Chiriquikäfer deutlich 
vorhanden. 

Summa summarum wird Baron Chaudoir wohl das Rechte 
getroffen haben, wenn er seine Ct. insigne, nigrum, Sallei (1. 
c.) nur für Modificationen des Ct. metallicum hält, und die 
vorstehenden Angaben scheinen mir zu diesem Endresultate 
wesentlich beizutragen. 

107. Ctenostoma ibidion Dhn. 

Angeblieh ebenfalls aus Costarica, aber von andrer Hand 
und aus andrer Localität, erhielt ich eine Art derselben Gat- 
tung, welche ich für unbeschrieben halte. 

Ct. ibidion oblongum, cjlindricum, setosum satu- 
rate rufum, modice nitidum, antennis pedibusque fuscis, 
eljtris macula testacea circumflexa insignitis, fortiter 
a basi ultra medium punctatis. 
Long. 10 mm. Lat. 21/2 mm. 
Das Käferchen hat durch seine feinen fadendünnen Fühler, 
die lang herunterhängenden Palpen und die schlanken lang- 
schenkligen Beine ein sehr zierliches Ansehen, und seine Ge- 
stalt, Farbe und Zeichnung erinnern lebhaft an brasilische 

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373 

Repräaentanten der grasiösen Bockkäfer Ibidion und Gnomi- 
dolon. 

Kopf, Thorax, das erste fast eiförmige Glied der Antennen, 
die in zwei lange spitze Zähne ausgezognen Mandibeln und 
die Palpen dunkel braunroth, die Antennen ziemlich dicht mit 
feinen, die Palpen auffallend stark mit gröberen haaren be- 
setzt, mit letzteren auch die Seiten des Kopfes, der vor dem 
Thorax eine starke Einschnürung hat. Eben solche Ein- 
schnürung, sowohl an der Basis wie an dem Apex, hat auch 
der Thorax, der in seiner massig erweiterten eirunden Mitte 
ungefalir so breit wie der Kopf ist. Beide, Kopf und Thorax 
sind unpunktirt. Die Elytra sind etwas breiter als die Thorax- 
mitte, beinah pai-allel mit einer fast unmerklichen Erweiterung 
gegen das Ende, vorn an der Basis und bis über die Hälfte 
hinaus sehr kräftig, fast siebartig punktirt ; die Naht ist etwas 
heller röthlich. Etwas hinter der Mitte hat jede Decke einen 
8 förmigen schalgelben Fleck, welcher frei von Punktirung ist, 
die hinter ihm nach der Naht zu etwas schwächer wieder 
auftritt, um gegen den Apex zu verlöschen. Ein schmales 
Leistchen, an der Sehulterecke schwarz, gegen die Mitte und 
hinterwärts rothbraun fasst jedes Elytron ein, dessen Apex 
nach innen gestutzt gekerbt ist. Unterseite dunkelbraun, fast 
schwarz, glänzend. Die Beine rothbrauu, die Schenkel ein- 
zeln, die Schienen dichter mit langen Haaren besetzt, die 
Tarsen ganz dicht mit kürzeren. 

108. Zur Gattung StrongyUum Kirby, Maeklin. 

Bei dem Versuche, einige meist aus Hinterindien stam- 
mende, in diese Gruppe gehörende Arten zu determiniren, 
wobei ich natürlich die ausgezeichnete Monographie Maeklin's 
in erster Linie um Rath zu fragen hatte, ergaben sich mancher- 
lei Resultate, die ich hier verzeichnen will. 

a) Str. Simulator Dhn. 

Atrum, eljtris pauUulum, abdomine magis nigro- 
nitidis, ore antennarumque articulis 6 apicalibus fuscis; 
pronoto quadrato, longitudine haud latiori, confer- 
tissime fortiter punctato, angulis anticis rotundatis, 
lateribus in medio vix rotundatis, angulis ))osticis 
haud productis, margine basali elevato; eljtris con- 
vexis, versus basin profunde, versus apicem subtilius 
punctato - striatis , interstitio quarto prae ceteris 
inde a basi magis elevato, humeris prominulis. 

Long. 15 mm. Lat. 6 mm. — Patria i^-Birn 

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374 

Wer diese Diagnose mit derjenigen von Str. melaHa- 
rium Maekl. (Monogr. pag. 325) vergleicht, wird leicht be- 
merken, dass ich sie absichtlich der meinigen zu Grunde ge- 
legt habe, und dass in den gesperrt gedruckten Worten die 
Unterschiede beider Arten ausgedrückt werden sollen. Aber 
die Hau|JldiSerenz' besteht für mich darin, dass Maeklin nicht 
in der Diagnose, sondern in der nachfolgenden Beschreibung 
sagt: ^oculis magnis valde approximatis^. Nun besitze ich 
zwar nicht Str. melanarium, wohl aber typische, d. h. von 
Maeklin selber determinirte Stücke von Str. macrops Wied. 
und von dieser Art heisst es ebenfalls in Maeklin's Beschrei- 
bung: ^oculis valde approximatis^. Da nun die Augen bei 
St. macrops im Verhältniss zum Kopfe gross, bei Simulator 
ziemlich klein sind, bei macrops sich bis auf ^/s "^™ nähern, 
bei Simulator mehr als 1 mm getrennt stehen, so scheint mir 
das Kriterium mehr als ausreichend. Auch würde Maeklin 
des an der Basis stark hervortretenden, erst nach dem ersten 
Drittel den übrigen gleich werdenden vierten Interstitiums ge- 
wiss erwähnt haben, wie er dies z. B. bei Str. exsculptum 
thut. Die von mir erwähnten humeri prominuli ragen nicht 
seitwärts sondern aufwärts vor. 

Maeklin giebt für Str. melanarium als Dimensionen Long. 
17,4 — 23 mm. Lat. 5,4—6,8 mm. 

b) Str. erythrocephdum F. 

Der Münchner Katalog hat um so mehr Recht gehabt, 
den älteren Namen dem von Maeklin Hlr diese Art gewählten 
Dejean'schen rubripes vorzuziehen, als M. selber zugiebt, den 
Fabricischen Typus gesehen zu haben, den er bei der Syno- 
nymie citirt. In der Nomenclatur wird von Tage zu Tage 
das Bedürfniss nach ^Slabilität^ allgemeiner empfunden, und 
wenn ich mich auch den draconischen Gesetzen der Priorität 
fügen will, so leugne ich den fanatischen Anabaptisten die 
Berechtigung ab, die nach ihrer (oft subjectiven) Meinung 
^irrigen^ Namen heute so, morgen anders, übermorgen aufs 
Neue zu verbessern oder zu verbösern. Chrysomela ameri- 
cana L. behält ihren Namen de jure, trotzdem sie in Amerika 
fehlt. 

Mir liegt ein birmanisches Exemplar der in der üeber- 
schrift genannten, allerdings nicht roth- sondern blau-köpfigen 
Art vor, welches sich zunächst durch seine Länge auszeichnet, 
denn es ist lO^/j mm lang, während Maeklin nur 13,5—15,5 
ongiebt. Eher flösst mir Bedenken ein, dass an meinem Käfer 
das Labium weissg eiblich ist, an meinen ysm Maeklin re- 

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375 

vidirten Stücken aus Siam aber blau wie der Rest. Doch 
dieser Albinismus ex parte scheint mir bei der Ueberein- 
stimmung aller übrigen Theile der Beschreibung keineswegs 
eine Bpecifische Differenz zu begründen, ura so weniger, als 
er auch bei der folgenden Art auftritt, 

c) Str. pallidicauda Dhn. 

Str. elongatum, convexum, violaceum, nitidum, an- 
tennis, tibiis tarsisque nigris, pronoto punctato, rhom- 
boidal!, scutello triangulär!, lateribus punctatis, centro 
glabro, eljtris striato-punctatis, a basi ad dimidium 
grosse, ab dimidio ad apicem sensim sublilius areo- 
latis, basali parte aeneomicante , apicali rufescenti- 
brunnea minus metallescente. 
Long. 17 mm. Lat. ö^/j mm. 
Patria: Bii*ma. 
Vergeblich habe ich mich bemüht, diese Art in einer der 
Maeklin'schen Gruppen in seiner Monographie unterzubringen 
— sie hat soviel lagrienhaftes, namentlich ist ihre Coloration 
mit der Lagria nepalensis Hope so übereinstimmend, dass ich 
sie unbedingt lagrioides getauft haben würde, hätte nicht 
Thomson diesen Namen schon an einen Spheniscus (nicht eben 
sooderlich glücklich) vergeben. 

Kopf schwarzblau, die Hinterhälfte mehr blau, die Vorder- 
häJfte mehr schwarz; die rothbraunen granulirten Augen nähern 
»ich bis auf ^/g mm ; unterhalb derselben röthUchgelbe Haare, 
mitten quer über das Labium eine dichte Reihe gelber Här- 
chen, darüber und darunter ein schmaler weissgelber Saum; 
das letzte Glied der Lippentaster beil förmig dreieckig, auffallend 
stark. Die Antennen etwas über den Thorax hinausreichend, 
zierlich, die 3 letzten Glieder cylindrisch. Thorax rhomboidal, 
d. h. die Basis breiter als der Apex, stärker punktirt als der 
Hinterkopf, an der Basis ein schmaler aufgeworfner Rand, 
der vor dem Scutellum etwas niedergedrückt ist; die Seiten 
nach der Spitze hin sanft abgerundet. Schildchen schwarzblau, 
in der Mitte ojine Punkte, ringsherum feinere Punkte als die 
auf dem Thorax. Die etwas über 13 mm langen Eljtra sind 
ziemlich parallel mit unerheblicher Erweiterung gegen das 
Apexdrittel, wo die auf den vordem zwei Dritteln bläulich 
»hillernde Broncefarbe ganz u 11 mählich den metullisolien Glanz 
verliert und in ein röthliches Schalgelb übergeht. Auf dem 
letzten Drittel sind auch (wenigstens für mein Auge) die Punkt- 
&lreifen deutlicher, wenn auch feiner, weil die Querrunzeln weit 
bcb wacher sind, als auf den 2 jersten Dritteln, wo sie /wimentf 



376 

lieh gegen die Mitte hin blanke Querstreifen bilden. Die 
Schulterknöpfchen ragen nur wenig vor. Unterseite und 
Schenkel violettblau, was auf den Schienen allmählich in 
Schwarz übergeht: 

d) 6tr. sobrinum Dhn. 

Str. elongatum, modice convexum, obscurius viridi- 
aeneum, .nitidum, tarsis antennisque nigris, harum ar- 
ticulo ultimo concolori; pronoto rhomboidal i, 
creberrime punctato, longitudinaliter profunde canali- 
culato, in disco medio foveolis duabus, in basi 
duabus majoribus impresso; elytris ad suturam 
distincte transversim quadri • impressis , a basi ultra 
medium fovelato-striatis, apicem versus punctato- 
striatis, basin versus transversim rugulosis. 
Long. 15 mm. Lat. 5 mm. 
Patria: Darjeeling (Himalaja). 
Analog meinem Verfahren bei Str. Simulator habe ich bei 
dieser Art Maeklin's Diagnose des cejionesischen Str. bifoveo- 
latum wörtlich copirt, und nur die abweichenden Punkte durch 
gesperrten Druck l>erausgehoben. Der eine anscheinend ab- 
weichende Punkt, die 2 stärkeren BasaleindrUcke auf dem 
Thorax, ist von Maeklin in seiner Diagnose übergangen und 
in die Beschreibung verwiesen worden, wo er sagt ^ad mar- 
ginem basalem (pronQti) versus angulos fovea lata, sed obso- 
letiori impressum^; aber bei sobrinum sind diese Eindrücke 
nicht nur ebenso stark, sondern tiefer und breiter, als die auf 
dem Discus. Die Bezeichnung Maeklin's des pronotum als 
transversim subquadratum ist bei den Ceylonesen, wie meine 
typischen Exemplare beweisen, ganz genau; folglich findet sich 
auch zwischen Apex des Thorax und Basis des Kopfes eine 
deutliche Einbuchtung; djese verschwindet bei sobrinum iust 
völlig, weil bei dem Himalayaner der Thorax ohne seitliche 
Ausrundung sich nach vorn rhomboidal verschmälert. Dies 
Kriterium, femer das sehr auffallende, dass bei bifoveolatum 
das letzte Fühlerglied blassgelb ist, bei sobrinum aber gleich 
den übrigen schwarz bleibt, und auch der Umstand, dass die 
von Maeklin als antennae leviter apicem versus dilatatae be- 
zeichneten, bei sobrinum als distincte dilatatae gelten müssen, 
jedoch nicht (wie die von bifoveolatum) über den Thorax 
hinaus reichen, scheint mir für die specifische Berechtigung 
der Art auszureichen. 

Aus Maeklin's Angabe ^elytris secundum suturam obso- 
letius transversim quadriimpressis^ ergiebt sich zwar TUidirect, 

o 



377 

dass neben der Naht aus den Eindrücken sich dazwischen Er- 
höhungen bilden müssen, aber bei sobrinum zeigen diese ganz 
deutlich Buckelform, weil sie stärker vortreten, als bei der 
cejlonesischen Art. 

Das ^Yiridi-aeneum^ der Unterseite bei bifoveolatum ist 
bei sobrinum eher stahlblau und glänzender. 

e) Str. clathratum Maekl. 

Die in ihrer ausgedehnten Allgemeinheit wenig besagende 
Vaterlandsangabe ^India orientalis^ in der Maeklin'schen Mo- 
nographie glaube ich, nach einem mir aus Birma vorliegen- 
den Exemplare genauer präcisiren zu können, falls die in 
allen übrigen Punkten zutreffende Beschreibung Maeklins (I. 
c.) p. 345 dahin modißcirt wird, dass das Länge nmass von 
9,4 auf 8 mm ermässigt werden darf. Dies scheint mir um 
^ unbedenklicher, als nicht- nur die charakteristische Sculptur 
der Eljtra genau zutrifft, sondern auch das specielle Kriterium, 
dass, wie Maeklin sagt, an den Antennen die ersten 4 Glieder 
nicht schwarz sondern mehr pechbraun und ^nonnihil nitidi^ 
sind. 

f) Str. metaüescena Dhn. . 

Str. elongatum, convexum, obscurlus cupreum, 
niiidum, antennis pedibusque nigris pronoto subqna- 
drato, versus apicem subangustato, confertim punctato, 
margine basali ruf^^centi scutello triangulari rufo- 
brunueo, eljtris crenatim puncta to- Stria tis, punetis 
oblongis ante apicem subtilioribus. 
Ix)ng. 8^/2 mm. Lat. 2 mm. 
Patria: Darjeeling. 
Die Art scheint «mir in die Gruppe VIII, x, f Maeklin's 
(p. 309) zu gehören, und ich finde die Differenzen mit dem 
darin besehriebnen Str. simpIex Maekl. aus Caffrarien ausser 
den in der Diagnose berührten nicht eben eriieblich. Mir ist 
der Kaffer unbekannt und ich bezweifle, dass er mit dem 
Indier identisch ist. Von den in jener Gruppe besehriebnen 
Sir. ignobile, simatum und minutum Haekl., deren Typen ich 
besitze, unterscheidet sich Str. metallescens ausreichend. 

g) Str. vexatüvum Dhn. 

Str. elongatum, modice convexum, nigrum sub- 
nitidum; pronoto transverso convexo, rotundato-dilatato, 
unisulcato, pone discum biimpresso; scutello triangulari, 
punctulato; elytris subtiliter punctato -striatis, striis 

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37& 

versus apicem fere evanescentibu?. Abdomen et pedes 
colore nigro nitidiore praedita. 
Long. 18 mm. Lat. 5 mm. 
Patria: Assam. 

Dass die vorliegende Art zu der Gruppe Maeklin's p. 349 
gehört: ^Interstitiis alternis eljtrorum haud magis elevatis^, 
darüber konnle ich nicht in Zweifel sein, wohl aber darüber, 
ob es nicht eine etwas abnorme Varietät von Str. pingue 
Maekl. (1. c.) wäre. Die geringere Länge (13 — 15 mm) würde 
nicht entscheidend ins Oewicht fallen, die Angabe über das 
Halsschild, welche in der Beschreibung mehr ins Detail geben 
als in der Diagnose, passen ausgezeichnet auf den Thorax von 
vexativum, aber ^eljtra a basi ultra medium sat alte convexa^ 
das passt schlecht, denn sie sind im Vergleich zu den meisten 
Strongylien eher flach als gewölbt, und ^sat profunde striata'^ 
sind sie vollends gar nicht, da man mit blossen Augen wohl 
auf der basalen Hälfte Punktstreifen wahrnimmt, aber auf der 
apiealen schon die Lupe zu Hülfe nehmen muss, um sie zu 
bemerken. 

Immerhin besteht zwischen beiden Arten eme unverkenn- 
bar nahe Verwandschaft, da auch die Antennen von Str. ve- 
xativum gleich denen von pingue mit dem fünften Theil ihrer 
Länge den Thoi-ax überragen. Dass sie gegen das Ende 
breiter würden, lässt sich kaum behaupten, indess sagt M. 
auch nur ^apicem versus leviter dilatatae^. 

Wenn die angegebnen Maasae Long. 11 ^/g Lat. A^j^ lin. 
nicht dagegen stritten, könnte man beinah argwöhnen, Hope 
liahe p. 31 in Gmj's Zool. Miscellanj diese Art mit seinem 
Tenebrio glaber gemeint. Aber da seine ganze Beschreibung 
sich auf den verwegnen Laconismus beschränkt, ^Nigrobrunneus, 
thorace glabro, eljtrisque substriulo punctatis^, so wird er 
wohl damit auf einen Iphthimus (Njctobates) gezielt haben. 
Jedenfalls haben weder Maeklin noch der Münchner Katalog 
von diesem Tenebrio glaber inextricabilis die geringste Notiz 
genommen und gewiss de jure. 

h) Str. Tugrum Dhn. 

Str. elongatum, convexum, nigrum, modice niti- 
dum, capite subtilissime punctato, oculis modice ap- 
proximalis, antennis paullulum violascentibus, inde ab 
articulo qiiarlo seusim dilatatis, octavo lutiori, nono 
et deeimo minutis, undecimo orbiculato; pronoto sub- 
quadrato, convexo, apicem versus leviter angustato, 
subtilitcr punctato, prope scutellum canalieulo brevi 

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379 

vix coDspicuo; scutello triangulari impunctato; eljtris 
subparalldis , apicem versus subampjiatis tum rotun- 
datis subacuminatis, basi evideoHus apice minus disiincte 
striatopunctatis , pagina inferiore pedibusque nigro- 
violascentibus. 

Long. 17 — 18 mm. Lat. 5 — 6 mm. 
Patria: Monrovia (Liberia, Guinea). 
Der vorigen Art oberflächlich ähnlich . was Grösse und 
Färbung betrifll, aber durch mehrfache Abweichungen leicht 
zu unterscheiden. Vor allem durch dbn lotfil abweichenden 
Typus der Antennen, dann durch den verhältnissmässig längeren 
Thorax, dessen mittlere Längsrinne bei Str. vexativuni bis 
zum Apex reicht, während sie bei nigrum nur an der Basis 
schwach sichtbar ist und auf dem Discus verschwindet. Ist 
bei vexativum die Streifung der Flügeldecken schon eine feine, 
aber doch mit blossem Auge zu erkennende, so bedarf man 
bei nigrum schon der Lupe, um sie wahrzunehmen. Nament- . 
heh sind auch die Beine, insbesondere die Schenkel bei Str. 
vexativum länger und dünner als bei niginim, und es fehlt 
ihnen der bläuliche Schimmer. Mir fehlt zum Vergleich Str. 
caffrum Maekl. (p. 322), welches nach der Beschreibung 
sehr nahe stehen muss, aber die Differenzen in Zuschnitt und 
Funktirung des Thorax, der metallisch bluue Glanz der Beine 
und ersten Fühlerglieder dünken mir ausreichend zur Sonderung. 
Auch Dr, Haag kannte Str. nigrum nicht und hielt die 
Art für unbeschrieben. 

i) Str. dichromum Hioms. var. 

Mir liegen von Monrovia Stücke vor, welche zu der 
Thomson 'sehen Beschreibung 

^Töte, prothorax, ^cusson, abdomen et pattes d'un 
bleu obseur: menton et pattes noirs; ^Ijtres d'un 
bronz^ teme*^ 
genau passen, aber au3 derselben Locahtät auch Exemplare, 
bei welchen die Oberseite von Kopf und Thorax nicht blau, 
sondern von derselben Bronce färbe sind wie die Eljtra, nur 
wegen der dichten Punktirung nicht glänzend sondern matt. 
Da ich aber einen andern Untei*8ciiied nicht bemerke — den 
etwa ausgenommen, dass die Streifen der Flügeldecken hei der 
Varietät gegen den Apex hin undeutlicher verlaufen als bei 
den typischen Stücken — so giebt mir das keinen Anluss, 
an der Zusammengehörigkeit zu zweifeln. Der für die ein- 
farbige Varietät anscheinend schlecht pussende Namen^ichror 

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380 

mum rechtfertigt sich doch, wenn man die blaue Unterseite 
des oben broncefarbigen Thieres ins Auge fasst. 

k) Str. monrovianum Dhn. 

Nicht ohne Bedenken stelle ich diese Art nach einem 
einzigen, mir aus Monrovia vorliegenden Exemplare auf. Sie 
hat mit der vorher besprochnen Str. dichromum Thoms. eine 
auffallend nahe Verwandtschaft, und auf das röthUch ange- 
hauchte Veilchenblau der Elytra, so wie auf die geringeren 
Dimensionen (Str. dichromum Long. 23 Lat. 8 mm, bei mon- 
rovianum Long. 19 Lat. 6 mm) würde ich keinen specifischen 
Werth legen, fände ich nicht bei der Art aus Liberia die An- 
tennen verhältnissmässig schmäler (namentlich in den letzten 
bei dichromum stärker erweiterten Gliedern) und auf dem 
Thorax von monrovianum einen, mit dem blossen Auge wahr- 
nehmbaren Längseinschnitt und daneben auf dem Discus zwei 
Grübchen, welche bei dichromum fehlen. Demnacli würde 
' die Diagnose dahin zu fassen sein: 

Str. valde affine Str. dichromo, elytris purpureo- 
violaceis, antennis gracilioribus, pronoto linea longitu- 
dinali, in disco leviter biimpresso discedens. 
Long. 19 Lat. 6 mm. 
Patria: Monrovia. 
Allenfalls wäre noch zu erwähnen, dass die Augen bei 
dieser Art ein wenig getrennter als bei dichromum, und dass 
die Interstitien der Elytra an der Basis scharfrippiger gedrängt 
stehen. Vielleicht werden später zutretende Exemplare darüber 
entscheiden, ob diese Punkte specitisch oder bloss individuell 
sind. 

109. Camarimena vicina Maekl. 

Zu dieser in der laudirten Monographie p. 114 abge-. 
handelten Art kann ich durch die Erwerbung einiger birmani- 
schen Exemplare den Zusatz machen, dass das 1. c. mit 
11,5 — 13 mm angegebne Längenmass auf 9 — 15 mm erweitert 
werden kann. Das grosse Exemplar von 15 mm Länge hat 
auch 5 mm Breite und die Slreifung der Elytra ist an ihm 
und dem nächstgrossen Stücke etwas derber sculpirt, als an 
den kleinern Exemplaren. 

110. Camarimena Nietneii Dhn. 

C. elongata, ovalis laete cuprea, subnitida, antennis, 
palpis, tibiis tarsisque piceis, labio viridi-aeneo, capite 
prothoraceque confertim punctatis, hoc quam IvlIo 

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381 

longiore, scutello triangulari subtilius punctato, eljtiis 
punctatostriatis, basin versus praecipue ad latera puDC- 
tis profundioribus , apicem versus sensim diminutis, 
striis tarnen sat disiinctis, peetore abdomineque puuc- 
tulaiis minus mieantibus. 

Long. 16 mm. Lat. 6 mm. 
Patria: Colombo (Ceylon). 
Meines Wissens sind von dieser Gattung nicht mehr Ai-ten 
publicirt, als die 4 im Münchner Kataloge aufgeführten, und 
da ich sie besitze, so kann nach Grösse und Habitus nur C. 
variabih's Walk, mit Nietneri verglichen werden. Ebenso wie 
variabilis verjüngt sie sich von der breitesten Stelle der 
Eljtra (1/3 vom Apex ab) bis zum Vertex in Keilform, da 
die Basis des Thorax beinah sich an die der Eljtra anlegt, 
und demnächst der Thorax sich kegelartig bis zum Apex ver* 
schmälert. Bei den drei andern Camarimena setzt sich der 
Thorax an der Schulterecke deutlich ab, auch haben die Eljtra 
entweder parallelen Zuschnitt oder sind in der Mitte etwas 
eingeb(^en. Aber die Uebereinstimmung in jenem Punkte 
zwischen variabilis und Nietneri ist auch wesentlich das ein- 
zige, worin sie harmoniren; es ist nicht gut denkbar, dass 
die feine Acupunctur auf dem Thorax von Nietneri mit der 
groben SchraHirung auf dem von variabilis in irgend einen 
Zusammenhang zu bringen wäre, ebenso wenig die subtilen 
Grübchep auf den vordem Seitenrändern der Elytra bei Nietneri 
mit den derb sculpirten LängseindrUcken in den Strieon bei 
variabilis. 

Wenn ich der Kürze halber in der Diagnose die Farbe 
der Antennen, Palpen, Schienen und Tarsen mit picea bezeich- 
net habe, so will ich dies genauer dahin praecisiren, dass bei 
den Antennen die 7 ersten Glieder jedesmal rothbraun be- 
ginnen und dann dunkler werden, während die letzten, der 
clava eines curculio ähnlich, mattschwarz sind. Die Schienen 
beginnen da, wo sie sich von den Schenkeln trennen, mit 
dunkelbraun und werden gegen das Ende schwarz. 

Dem Andenken an den in der Blüte seiner Jahre abge- 
rufnen fleissigen Sammler gewidmet, dem die Entomologie 
durch seine jahrelange Exploi-ation der ceylonesischen Fauna 
vieles und feines zu verdanken hatte. 

111. Xanthothopeia Schweitzen Dhn. 

Professor Maeklin hat diese Gattung (1. c. p. 115) auf 
eine Art gegründet rufipennis e Caffraria, es ist deshalb 
nicht zu verwundern, dass manches von den Kriterien^ der 



383 

Species in die des Oenus Übergegangen ist. Kommt nun eine 
Alt, welche im Wesentlichen fast alle dieselben Eigenschaften 
zeigt, in weniger wesentlichen aber abweicht, so ergiebt sieh 
als consequentia fatalis eine neue Gattung. Bei der oben ge- 
nannten Art scheint mir das unnöthig (Gottlob!), denn sie 
schliesst sich leidlich ungezwungen an die bereits vorhandne an. 
X. elongata, subcjlindriea, nigra; capitc cum 
antennis palpisque flavo; thorace tranpverso, eonvexo, 
punctatp, nigro-, scutello triangulari nigronilido; eljtris 
crenatostriatis , flavis, subparallelis, apicem versus 
leviter ampliatis; pectore abdomine, pedibusque nigro- 
nitidis. 

Long. 91/2 mm. Lat. 4 mm. 
Patria: Monrovia. 
Das Thier ist so auffallend ausgestattet, dass mir nichts 
hinzuzufflgen bleilt. Das Crenulirte der Eljtra bei X. rufi- 
pennis ist bei Schweitzeri noch viel deutlicher und reiner aus- 
geprägt; erst gegen den Apex hin, wo die Interstitien sich 
zusammendrängen, werden die scharfen kleinen Querschnitte 
mehr punktförmig. 

Auch diese Art ist auf den Namen des verewigten Samm- 
lers getauft, dessen Eifer und Geschick ich das interessante 
coleopterische Material verdanke, über welches ich in den 
Jahrgängen 36, 37, 38, 39 dieser Zeitung Artikel veröflent- 
lichte. Seite 217 des Jahrgangs 36 (1875) erwähnte ich: 
^dass er sein Augenmerk zu gleicher Zeit auf Schiessen und 
Präpariren von Vögeln, auf das Zusammenraffen von Reptilien 
und Ck)nchjlien zu richten hatte,^ und dass er kein gelernter 
Entomopbile war. Aber sein ^scharfes Auge^ und seinen 
^besten Willen^ verbürgte er mir schlagend und willkommen 
durch die Thatsache, dass er die ihm als Fingerzeig übersandte 
Zeichnung eines Paussiden zweimal durch die Sendung des 
sflihr seltnen Paussus (Orthopt^rus) Lafertei Westw. beant- 
wortete. 

Leider entsehloss er sich zu spät dazu, seinen ßeberge- 
seh Wächten Körper durch eine Reise nach Europa wieder zu 
kräAigen; alle Pflege blieb vergeblieh. 



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363 



Die Fommersclieny insbesondere die 
Stettiner Microlepidoptem, 

verzeichnet von F. O. Bttttiiery Lehrer in Grabow a. d. Oder, 
mit Zusätzen der Herren Prof. Hering und Dr. Schleich. 



Pyralldlna« 

I. Pyralididae. 
Cledeobl» Dup. 

1. (13.) Angustalia SchifT. Auf trockenen, sonnigen Gras- 
plätzen von Mitte Juli bis Anfang August. Das schmalgefTagelte 
Weib, sonst seltener, war 1879 sehr häufig in einer weitläufig 
beslandenen Eieferschonung bei Vogelsftng. 

Afflese» Latr. 

1 . (24.) PvifigumaHs L. Ueberall in Ställen, Holzschuppen, 
Speichern etc. im Juli und August. Die Raupe und Puppe 
flherall in den Ritzen und Ecken der Fundort«, mitten in dicken 
Spinngeweben eingehüllt. 

2. (26.) CupreoHs führt Plötz als bei Oreifswald vor- 
kommend an. 

Asopto Tr. 

1. (32.) OJaudnaHs L. Nur einmal im Zimmer iii 
Garz a. 0. im Juli 1869 in einem frischen Exemplar. Nicht 
selten bei Cierwenz bei Stolp in Hinterpommern. 

2. (35.) FarinaKs L. An manchen Orten gemein in 
Ställen, geschützten Verstecken in de;; Nähe von Gebäuden. 
Die Raupe nach Rössler im Stroh. 

Seeparia Hw. 

Die Raupen leben zwischen Moosen und Flechten der 
Bäume etc., vielleicht macht die der Scop. Pallida Steph. hier-« 
von eine Ausnahme. 

1. (47.) Ambigualis Tr. Weit verbreitet und überall 
gemein. Flugzeit von Ende Mai bis Mitte Juli. 

2. (48.) ZeUeri Wk. Efide Juli, Anfangs August in 
den Jahren 1866 und 1867 nicht selten bei Bergquell von 
den Zweigen und Stämmen alter Weiden aufgescheucht. Seit- 
dem nicht wieder gefunden. ^ . 

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384 

3. (52.) DubitaHs Hb. Gemein auf trockenen Wiesen, 
besonders am Ostrande des Julow. 

4. (68.) LaeteUa Z. nach Plötz in Neu -Vorpommern. 

5. (64 b.) SudeHca Z. var. Livonica Z. (Linn. Ent. I, 
p. 304.) Am 11. August 1867 in einer dürren Kieferschonung 
bei AH -Damm in Mehrzahl gefangen. 

6. (69.) Tnmcicolella Stt. (Mercurella Z.). Alljährlich 
ausserordentlich gemein in Kieferwäldern, aber auch fast eben 
so häufig von Juli bis tief in den September hinein in besonders 
grossen und scharf gezeichneten Exemplaren auf dem Torf- 
moore von Carolinenhorst an Birkenstämmen. 

7. (70.) Crataegella Hb. Mehr vereinzelt an Baumstämmen 
und Hecken. Nemitz, Carolinenhorst, Garzer Schrey, Swine- 
münde. 

8. (71.) F\requeniella Sit Erst in den letzten zwei Jahren 
hier auf Holzhöfen, auf denen eichnes Klobenholz lagerte, unter 
dessen Moos und Flechten die Raupe wahrscheinlich lebt. Im 
vergangenen Jahre erbeutete ich den Falter auch frisch an 
Eichenstämmen bei Vogelsang Ende Juli, Anfangs August. 
Ziemlich häutig im Juli und Anfangs August in Swinemünde 
am Friedhofzaun. 

9. (74.) PalUda Steph. Auf sumpfigen Wiesen, bei 
Orabow a. 0. auf der sogenannten Grünen Wiese, bei Gram- 
bow, beim Wussow 'sehen Forsthause und im Schrey. In 
manchen Jahren vereinzelt, meist aber sehr reichlich. Raupe 
wahrscheinlich im Wiesenmoos. Flugzeit: Ende Juni bis Ende 
August. 

Tlireneiles Gn. 

1. (82.) PolUnaHs SchiflT. Falter Ende Mai bis Juni auf 
dürren Wald wiesen. Nemitz, Vogelsang. Eine an letzterm 
Ort gefangene schöne Aberration in meiner Sammlung zeigt 
die weisse Zeichnung der VorderflUgel kaum zum vierten Theil 
•so gross, wie die gewöhnlichen Exemplare. Der weisse Punkt 
der Hinterflügel ist kaum sichtbar, und der darunter stehepde 
Strich haarfein. 

Odentto Dup. 

1. (100.) DentaUa Schiff. Wenig verbreitet und selten 
an Orten, wo Echium wächst. An den Schwnibenbergen bei 
Garz a. 0. im Juli und August. ^ l 

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385 



Emnrliypar» Hb. 



1. (109.) Urtkata L. Ueberall gemein im Mai ond Jimi. 
Die Raupe, auf der grossen Brennnessel, tiberwintert entweder 
in den Stengeln oder in einem seidenförmigen Gewebe er- 
wachsen, nachdem sich die grüne Grundfarbe in blasses Roth 
verwandelt hat. 

Bety« Tr. 

la. (112.) Plötz fand im Regierungsbezirk Stralsund 
auch octomaculata (atralis F.). 

Ib. (113.) Nyctemeralis Hb. Falter äusserst selten im 
Juni und Juli. Raupe an Vaccinium myrtillus. Orambow, 
auch am Gollenberg bei Göslin. 

2. (114.) Nigraia Scop. (Anguinalis Hb.). Alljährlich, 
aber vereinzelt, auf . trocknen, sonnigen Grasplätzen im Mai 
und Juni. Raupe atif Thymus serp. und (Silvia pratensis. 
Nemitz, Vogelsang. 

3. (116.) Cingulaia L. An denselben Stellen wie die 
vorige Art, aber häuGger. Raupe lebt gesellschaftlich an der 
Unterseite der die Erde berührenden Blätter von Salvia pra- 
tensis. Falter im Mai und Juli. 

4. (121.) Porpkyralis Schiff. Falter verbreitet, aber nicht 
häufig auf trocknen, sonnigen Plätzen. Am reichlichsten auf 
den Schwalbenbergen bei Garz a. 0. von Mitte bis Ende Juli. 

5. (123.) Auraia Scop. (Punicealis Schiff.). Gleiche Ver- 
breitung und Erscheinungszeit wie die vorige Art. Raupe an 
Thymus; nach Rössler auch an Mentha aquatica, woran 
Schleich die Raupe häußg auf den Mollen wiesen fand. In 2 
Generationen im Sommer und Herbst. 

6 a. (125.) PurpuraHs L. Ueberall gemein von Jdai bis 
August. 

6 b. (125 b.) Var.? OslrinaUs H. Weniger verbreitet. 
Falter im Mai bis Anfang Juni. Nemitz, Forst von Warsow, 
Schwalbenberge. 

7. (126.) Sanguinalis L. fand Hering einmal auf einem 
grasreichen Platze im Kiefernwalde unweit der Steinfurt^r 
Mühle Ende Juni. 

8. (134.) CespitaHs Schiff. Ueberall häußg im Mai, Juli. 
Raupe an Plantago, Salvia und Gnaphalium. 

9. (138.) AereaUs Hb. Häufig und verbreitet. Falter 
im Juli und August auf trocknen, sterilen Plätzen, besonders 
häufig auf den Schwalbenbergen. Raupe im Mai und Juni 

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386 

auf Gnaphalium, dessen Blätter sie zusammenspinnt. Leicht 
zu erziehen. 

10. (152.) FlavoHs SchifiT. Aeusserst selten, an einem 
Vorberge des Garzer Schrey, in dem sogenannten Höllengrund, 
gefangen. 

11. (155.) Hyaiinalis Hb. Verbreitet, am reichlichsten in 
der Nemitzer Forst und am Sandsee. Anfangs Juli bis August. 

12. (158.) BqxmdaHs Schiff. Wenig verbreitet. Falter 
im Juli und September an Stellen, wo die Futterpflanzen der 
Raupe, Verbascum-Ai-ten, wachsen. Ich fand einst eine Menge 
Gespinnste an einer einzigen Pflanze auf der Unterseite der 
Blätter, dicht am Stamm. 

13. (164.) NubilaHs Hb. Im Juni und Juli bisher nur 
in einem Erlenbruch des Garzer Schrey, das dicht mit Hopfen 
bewachsen ist^ gefunden. Nicht selten. Raupe in. den Ranken 
des Hopfens. 

14. (167.) GHaHs Hb. Eine Seltenheit. Von Schulz 
auf den Wiesen am Damm'schen See nur einmal im Juli ^865 
gefangen. 

15. (173.) FktscoHs Schiff. Von Mai bis August übcmll 
gemein. 

16. (174.) TerreoHsTr. Wenig verbreitet und vereinzelt. 
Am häutigsten an den Rändern des Julow von Ende Juni 
bis in den Juli. 

17. (180.) StackydaHs Zk. Von Zeller als Seltenheit im 
Julow gefangen. Vereinzelt bei Nemitz im Erlenbruch am 
Sandsee. Alljährlich gemein im Erlenbruch des Garzer Schrey, 
dicht hinter dem Forsthause, von Mitte Juni bis Juli um Stachys 
sylvatica fliegend, auf der die Raupe Ende September er- 
wachsen gefunden wird. Dieselbe überwintert als solche in 
einem feinen, seidenartigen, gelblichweissen Gespinnst, und 
verpuppt sich im April. Die Zucht ist sehr schwierig; ich 
erhielt von 180 Raupen nur 2 Falter. 

18. (181.) SambucaUs Schiff. Verbreitet und nicht selten 
im Mai und Juli. Raupe auf Sambucus nigra. Lebensweise 
wie die der vorigen Art, die Zucht aber leicht. 

19. (185.) FWvalis Hb. Wenig verbreitet und vereinzelt. 
In den Jahren 1868 und 1870 flog der Falter im Juli sehr 
gemein auf dem Turnplatze der Grabower Schule an einer 
Hecke von Bocksdorn (Lycium barbarum). 

20. (187.) FerrugaUs Hb. Bisher nur in einem Eicemplar 
am 6. September 1874 auf Vaccinium myrtillus bei Vogel- 
sang von mir gefunden. Raupe nach Eppelsheim auf Aster 
amellus, der dort nicht vorkommt. 

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387 

21. (189.) PhinaUs Schiff. Verbreitet und nicht selten 
Ende Mai und im Juni. Zu den von Rös&Ier und Wocke ange- 
gebenen Fulterpflanzen der Raupe füge ich noch Pjrola minor 
hinzu, auf der ich sie alljährlich mit der Raupe von Pentliina 
roseomaculana gemeinschaftlich ßnde. 

22. (195.) OHvalis Schiff. In feuchten Erlenbrüchern im 
Juni nicht selten. Raupe polyphag. Nemitz, Messenthin, 
Vogelsang, Schrey. 

23. (199.) PandaKs Hb. In Laubgebüschen Ende Mai 
und im Juni ziemlich häutig. Ncmitz. 

24. (201.) RuraKs Scp. (Verticalis Schiff.). Ueberall 
gemein im Juli, wo die Futterpflanze der Raupe, die grosse 
Brennnessel, wächst. 

Euryereoii Ld. 

1. (204.) SHcHcaiis L. Ueberall gemein im Mai und 
Juni; einzelne Exemplare finden sich noch im August und 
September. Die sehr lebhafte Raupe auf Artemisia cam- 
pest ris häufig, zieht sich ober sehr schwer. 

2. (217.) PaleaHs Schiff. Einzeln von Mitte Juni bis 
Ende Juli. Raupe im August und September in feinen rölii*en- 
fbrmigen Gespinnsten in den Dolden von Peucedanum oreoselin. 
und Daucus carota. Die var. Selenalis Hb. kommt noch mehr 
vereinzelt vor. Besonders auf den Aussenbergen des Garzer 
Schrej und am Ost-Julow- Rande, im Damitzower Busch bei 
Tantow. 

3. (219.) VerUcalis L. Cindaiis Tr. Sehr vereinzelt am 
Ost-Julow -Rande; etwas häufiger in der ehemaligen Garzer 
Heide, auf unkultivirten dürren Grasplätzen. 

nfemepKIto Hb. 

1. (222.) NodueUa Schiff. (Hybridalis Hb.). Nur ganz 
vereinzelt von Mai bis September. Falter tJberwintert nach 
Zeller. Carolinenhorst, Vogelsang, Messenthin. 

Psamotto Hb. 

1. (223.) Puiveralis Hb. Im Juli und Anfangs August 
in den feuchten Aussenbrüchern des Schrey gemein. Auch 
auf den MöUenwiesen und bei Grambow und Carolinenhorst. 

Plene» 6n. 

i. (224.) ForßcaUs L. Im Mai und August in Gärten 
und auf Feldrändern, aber meist vereinzelt. 



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388 



OrobeiMi Gn. 



i. (232.) Extimalis Scp. (Margaritalis Schiff.). Von mir 
nur in einem Exemplar in meinem Gärtchen vor dem Wohn- 
liause gefangen; bei Warsow fing sie Heiing. 

2. (233.) StraminaUs Hb. (StramentÄÜs Hb.). Ueberali 
auf sumpfigen Wiesen. Bei Nemitz am Sandsee, auf dem 
Mollen. 

3. (241.) FrumentaUs L. Im Mai und Juni vereinzelt 
auf Feldern, aber verbreitet. 

Perlnepliele Hb. 

1. (249.) Lanceaiis Schiff. Von Juni bis August in den 
BrUchern des Schrey gemein. Raupe auf Stachys sylvalica und 
Eupatorium cannabinum. Selten in Messenthin, im Julow, in 
den Brüchern des Oderlhals etc. 

Blasenito Gn. 

I. (257.) LdUerala Scp. Verbreitet, aber meist ver- 
einzelt auf trocknen Wiesen. Julow, Nemitz, Schrey, Rosen- 
garten bei Damm etc. 

Asroier» Schrk. 

1. (275.) NemoraUs Scp. Verbreitet im Mai und Juni 
in lichten Laub Waldungen. 

HydrocAmpa Gn. 

1. (282.) Stagnata Don. (Nymphaealis Tr.). Vereinzelt 
an stehenden Gewässern. Bei Nemitz am Sandsee und Glam- 
becksee, auf der Grünen Wiese, im Garzer Schrey etc. im 
Juni und Juli. 

2. (283.) Nymphaef<i L. (Potamogata L.). Wie die vorige 
Art, aber meist gemein. 

IPmTmpoywkü Hb. 

1. (288.) StraHoiata L. Von Juni bis August an den- 
selben Orten, wie die vorigen beiden Arten, aber nur spärlich. 

CmtmeljmU^ Hb. 

1. (291.) Lemnata L. Von Juni bis August gemein an 
Teichen, Torfgräben, überhaupt an Gewässern, auf denen sich 
Lemna ßndet. 



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389 



IL Acentropodidae. 
Aeenirepiui Curt. 

1. (292.) Niveus Olivier. An Potamogeton- Arten an dei* 
Oder bei dem Gute Curow und in der Swanie bei Frauendorf 
gefangen. Kommt jedenfalls noch an vielen andern Stellen 
unsere Oderthaies vor. Häufjg bei Stralsund von Herrn Paul 
gefunden. 

III. Chilonidae. 
Seheenobliis Dup. 

i. (299.) Gigantellus. Selten, auf den Möllenwiesen 
vor dem Ziegenlhor Stettins, Ende Juli. 

2. (300.) Forßcellus Thnb. Ueberall auf feuchten Wiesen 
von Juli bis September. 

3. (301.) Mucroneflus Schiff. Juni bis August auf Sumpf- 
stellen, sich durch seinen eigenthümlich langsamen Flug kennt- 
lich machend. Seltener als die vorige Art. Am häufigsten 
auf den Möllenwiesen bei Stettin. 

CliUe Zk. 

1. (302.) Phragmitelius Hb. Gleiche Flugstellen wie die 
vorigen beiden Arten. Meist vereinzelt im Juli und August 
zwischen dünn stehendem Rohr. Die Raupe findet sich er- 
wachsen Ende April in den Wurzeln von Arundo phragmit. 
bei Frauendorf, auf den Möllenwiesen etc. 

2. (303.) Cicatricellus Hb. 1 Stück wurde von Gramer 
am Dammschen See gefangen. Futterpflanze: Scirpus lacustris, 
von dem sie das Mark verzehrt. 

IV. Crambidae. 

C»lMi|Otrepli» Z. 

1. (304.) Paludeila Hb. Im Juli und August auf der 
Grünen Wiese jetzt selten. Dagegen in den Selchower Torf- 
brOchern bei Garz a. 0. in manchen Jahren gemein zwischen 
Binsen, dann wieder längere Jahre hindurch ganz fehlend. 

CrAinbus F. 

Raupen meist unbekannt, leben wohl sämmtlich in Moos- 
oder Grasarten; die von Heringiellus möglicherweise an oder 
in den Wurzeln von Call u na vulg. 

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390 

1. (311.) Alpinellus Hb. Sehr verbreitet und häufig, 
meist in lichten, dürren, schlecht bestandenen KieferechonungeD. 
Juh\ August. 

2. (316.) Cerusellus SchilF. Gemein und verbreitet im 
Juni auf lichten Grasplätzen. 

3. (318.) Hamellua Thnb. Im August mit Alpinellus 
die Flugstellen theilend. In manchen Jahren häufig, dann 
wieder längere oder kürzere Zeit ganz fehlend. Am reich- 
lichsten in den Kieferschonungen bei Nemitz, Damm etc. 

4. (320.) üliginoseUus Z. Im Juni meist liäufig auf der 
Grünen Wiese, auf den Sümpfen bei Grambow. 

5. (321.) Pascuellus L. Ueberall auf Wiesen im Juni 
und Juli gemein. 

6. (324.) Silvellus Hb. Wie die vorige Art; im Juli und 
August. 

7. (325.) Ericellüs Hb. Hier äusserst selten auf lichten 
mit Haidekraut bewachsenen Stellen. 

8. (326.) Ihringieüvs HS. Hering fand ihn zuerst in 
Mehi-zahl in der Köuigl. Forst bei Stepenitz, Hauptmann Niepold 
häufig bei Misdroy. In nächster Nähe, bei Vogelsang und Curo- 
linenhorst, ist er äusserst selten. Dagegen fing ein hiesiger Ento- 
molog, der f Lehrer Knaak, im Jahre 1871 den Falter in grosser 
Anzahl bei Swinenfvünde, zwischen dem grossen Torfmoor und 
der Chaussee, die nach Usedom führt, Ende Juli und Anfangs 
August auf einem Terrain, das dicht mit Vaccinien und Calluna 
vulgaris bestanden ist. Eine im vergangenen Jahre von mir 
am 0. Juli dahin unternommene Excursion war vergebens, 
wahrscheinlich, weil zu früh ausgeführt. Plötz führt den Falter 
auch als in Neu- Vorpommern vorkommend auf. 

9. (327.) AUendlua Zk. Sehr gemein auf den Grambower 
Sümpfen von Ende Mai bis Juli. Das Weib selten. 

10. (331.) Pralellua L. Ueberall auf Grasplätzen gemein 
von Mai bis August. 

11. (334.) Dumeteüus Hb. Verbreitet, aber seltner als 
Fratellus. Mai bis JuH. 

12. (335.) Hortuellus Hb. Gemein und verbreitet im Juh. 

13. (337.) Chrysomjbchdlus. Ueberall im Mai, Juni und 
in einzelnen Exemplaren im August. 

14. (342.) FaUeUus Schifi*. Sehr vereinzelt im Juli in 
Messenthin. 

15. (343.) VereUua Zk. Bisher nur in zwei frischen 
Exemplaren von mir am 24. August 1874 im Schrey in der 
Nähe des Forsthauses gefangen. 

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391 

16. (348.) Pinelhis L. Im Juli und August in lichten 
KiefergebOscheo. Nicht häufig. Besonders bei Memitz und 
im Sebrej, seltener in Vogelsang, Orambow etc. 

17. (355.) MargaritelhiS Hb. Im Juni liis August in 
Kiefei Waldungen. Sehr verbreitet; am häufigsten in der Gram- 
bower Forst und bei Stepenitz. 

18. (362.) FulgideUu8 Hb. Im August in dürren, lichten 
KiefersclMMiungen. Er wird durch Beklopfen der Zweige auf- 
gesclieuelit. In manchen Jahren gemein, dann ofl längere 
Jabre hindurch ganz fehlend oder sehr vereinzelt vorkommend. 
Uauptflugort die Kiefern am Sandsee bei Neniitz und bei 
Damm. 

19. (365.) FasceUneilus Hb. Ebenda. Auch er ist in 
manchen Jahren gemein, dann wieder selten. Flugzeit: August. 

20. (377.) Cuimeiius L. üeberall gemein auf feuchten 
Graftplätzen im Juli und August. 

21. (381.) InqmnaieUua Hb. Bei uns der gemeinste 
Crambus. Üeberall von Ende Juni bis September. 

22. (390.) PoHellus Tr. In Kieferwaldungen, in denen 
viel grobe Gräser wachsen, im August und September. Bei 
uns om reichlichsten in der Umgegend des Glambeck-Sees 
und in der Schonung zwischen dem Gute Eckerberg und der 
Chaussee und bei Damm. 

23. (391.) Deiiellus Hb. An denselben Stellen, aber mehr 
vereinzelt im August. 

24. (392.) Tristeilua F. üeberall im Juli und August 
s^br gemein. 

25. (393.) SelaseUus Hb. (Pratellus HS.). Auf feuchten 
Wiesen im August; mehr vereinzelt. 

26. (395.) LuieeUus SchiflT. Im Juni und Juli auf trocknen 
Grasplätzen. Häufiger als Sekisellus; unter andern am Garzer 
Schrey. 

27. (396.) Lilhargyrellus Hb. Im August und September 
ouf dürrem Kieferboden. In manchen Jahren reichlich, be- 
sonders bei Nemitz und Damm. 

28. (398.) Ferlellus Scp. Üeberall im Juni und Juli 
auf Höhen und in Thälern. In der Grundfarbe sehr variirend. 
Am häufigsten Ende Juli bei Cai'olinenhorst. 

V. Phyoidae. 

Bleryetrl» Z 

I. (412.) AbieleUa Zk.- In Nadelwäldern im Juni und 
Juli. Wocke's Angabe in seinem: ^Verzeichniss der Falter 

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392 

Schlesiens^, die Raupe lebe im Mai bis Anfang Juni zwischen 
zusammengesponnenen Nadeln, beruht wohl auf einem Irr- 
thum. Die Raupe ist im Herbst erwachsen, und fUllt mit den 
Kiefer- und Tannenzapfen, die sie bewohnt, zur Erde, macht 
sich auf derselben zwischen Moos und dergleichen ein dichtes 
Gespinnst, in das sie Erdkörnchen mit verwebt, überwintert 
darin als Raupe und verpuppt sich im April und Mai. Man 
kann sich leicht in den Besitz der erwachsenen Raupe setzen, 
wenn man im Herbst, unmittelbar nach Sttti-men, die bewohnten, 
herabgeschleuderten Tannenzapfen sammelt; sie sind leicht 
kenntlich an dem daran hängenden Raupenkoth. 

IlTeph^pteryn Z. 

1. (418.) Spissicelh F. (Roborella Zk.). Im Juni und 
Juli auf Eichen, von denen man auch leicht im Mai durch 
Beklopfen der Zweige die Raupe erhält. Messenthin. 

2. (423.) Rheneila Zk. Der Falter im Freien selten, 
zieht sich aber ausserordentlich leicht. Die Raupe lebt im 
August bei Nemitz auf Populus nigra. Sie verräth sich sehr 
leicht dadurch, dass sie das erstbewohnte, vergelbte Blatt mit 
einem frischen zusammenspinnt. Zwischen beiden läuft sie in 
feinen, röhrenförmigen, seidnen Oespinnsten, in welche sie 
theilweise die Excremente verwebt. Man findet sie einzeln, 
auch oft 4 bis 10 Sttlck zusammen, besonders in der ersten 
Jugend, in der sie meist ein schwarzbraunes Kleid trägt, das 
im Alter grün wird. Die Verwandlung geschieht in einem 
Erdgespinnste im Herbste, nicht, wie Wocke angiebt, im 
Frühjahr. Ich ziehe den Falter fast alljährlich, und er ent- 
wickelt sich im Zimmer schon im März, oft schon im Februar, 
je nachdem man die Puppen früher oder später ins Wohn- 
zimmer nimmt. 

3. (430.) Albidlla HS. Am 19. Juli 1875 wurde das 
erste Exemplar dieser für unsere Fauna neuen Species von 
mir im Schrey gefangen. Wocke theilte mir brieflich mit, dass 
er ein einzelnes Exemplar aus einer Raupe zog, die er zufällig 
mit denen von Cruciana auf Salix aurita einsammelte. 

4. (429.) SimileUa nach Plötz in Neu-Vorporomern. 

5. (437.) Jantkinella Hb. Erst seit wenig Jahren hier 
aufgefunden. Am 2. August 1874 fing ich in der Nemitzer 
Forst an der Chaussee ein frisches Stück, und am 11. August 
1870 auf dem zum grossen Theil mit Erica bestandenen Moore 
bei Carolinenhorst zwei frisch entwickelte, sehr lebhaft roth- 
bmun gef%lrbte Exemplare. 

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393 



Pempelia Hb. 

1. (441.) Semirubelia Scp. Der Folter von Juni bis Au- 
gust vereinzelt auf dürrem Boden. Die var. Sanguinella Hb. 
ist vorherrschend. Seh wal benberge bei Garz a. 0. etc. 

2 a. (446.) HosHHs Steph. (Adelphella F.-R. 23) nach 
Plölz in Neu -Vorpommern. 

2 b. (447.) Fbrmosa Hw. Ein frisches Exemplar fing 
ich nm 19. Juni 1870 an Erica im Schrey, ein anderes wurde 
in gleicher Jahreszeit in Carolinenhorst gefangen. Nach Plötz 
auch in Neu -Vorpommern. 

3. (448.) Betulae Götze. Der Falter in manchen Jahren 
häufig in den Birkenwaldungen von Tantow und Carolinenhorsi. 
Die sehr schön gezeichnete Raupe lebt in ballartig zusammen- 
gesponnenen Birkenblättern, in denen sie sich auch verpuppt, 
und ist Ende Mai erwachsen. Koch giebt an: die Verpuppung 
geschehe an der Erde. (Wohl nur ausnahmsweise.) Flugzeit 
des Falters im Juni. Die Angabe Wocke^'s, die Raupe über- 
wintere erwachsen und verpuppe sich im April, beruht jedenfalls 
auf einem Irrthum. Vergl, Isis 1846 8. 781. . 

4. (45 1 .) F\i8ca Hw. Verbreitet, aber meist vereinzelt ; 
dagegen auf dem Carolinenhorster Moor an Callupa oft sehr 
gemein Ende Juni und im Juli. 

5. (452.) Faeeella Z. Ende Juli, Anfangs August auf 
dem Moore bei Carolinenhorst im Sonnenscheine sehr wild, 
fast blitzschnell an Birken schwärmend. Nicht selten. 

6. (453.) Paltmbella F. Vereinzelt an den Vorheizen 
des Schrej im Juli. 

7. (457.) Adematella Tr. Ganz vereinzelt bei Nemitz 
und an den Schwalbenbergen im Juli. 

8. (458.) Subomatelia Dup. Ebenda, aber gemein, im 
Juli und August an Thymus. Auch bei Damm zu finden. 

9. (459.) Omalella Schiff. Ebenso häufig wie die vor- 
genannte Art, mit der sie die Flugplätze gemein hat. Sic 
fliegt etwa 14 Tage früher bis Ende Juli. 

Hypo«h»lcl» Hb. 

1. (477.) Ahenelia Zk. Verbreitet, aber nur vereinzelt 
im Juni und Juli. 

EpiseluU» Hb. 

1. (509.) Farrella Curt. (Lafaurjella. Const. Ann. Soc. 
Fr. 1865). Der Falter oft häufig von Mitte Mai bis Ende Juni 
zwischen den Dünentbälern des Ostseebadee Misdroy. Die 



3M 

Raupe, im September erwachsen, lebt auf Anthyllis vulneraria, 
geht %ur Verwandlung in den Seesand und fertigt aus diesem 
ein kugelrundeß Gespinnst, in dem sie als Raupe überwintert. 
Im nächsten Frühjahr verlässt sie dasselbe und webt nun ein 
längliches Gespinnst, in der Gefangenschaft; theils auf der Erde, 
Iheils in den Ecken der Behälter, die sie bewohnt, verwandelt 
sich in etwa 14 Tagen und liefert in ett\'a 3 Wochen den 
Falter. In der Lebens- und Verwandlungsweise stimmt die 
Raupe auflallig mit der von Gel. Malvella Hb. überein. 

CiTptobtobe« Z. 

1. (513.) Biatriya Hw. Nicht häußg; bei Seebad Misdroj 
in Erlengehölz gefangen, auch von dem verstorbnen Hermann 
Miller von Erlen dort gezogen. 

Aeroba«!« Z. 

1. (525.) Conaocieiia Hb. Ueberail gemein an jungen 
Eichen im Juni und Juli. Die Raupe lebt gesellig in seiden- 
artigen, mit ihren Excrementen verwebten Röhren im Mai 
zwischen Eichenblättern. 

2. (527.) Tumdella Zk. Das Vorgesagte gilt auch von 
dieser Art, doch ist sie seltner. 

3. (528.) RuhroHhidla F. R. Wird hier vereinzelt von 
hochstämmigen Eichen im Juli geklopft;. Vogelsang, Schrey. 

Myelel« Z. 

K (532.) -Bo«e//a Scp. Dieser zarte Falter wurde bisher 
nur ganz vereinzelt von mir im Juli und Anfangs August bei 
sinkender Sonne auf den Garzer Seh wal benbergen gefangen. 

2. (535.) Cirrigerella Zk. Bisher nur in einem Exemplar 
von mir bei Tantow in einer dürren Kieferschonung gefangen. 
In Hinterpommern bei Dramburg ist er durchaus nicht selten, 
sondern alljährlich zu ßnden. 

3. (544.) Cribrum Schiff. Falter nicht sehr häußg im 
Juni und Juli. Raupe in den Stengeln der Klette und grossen 
Distel. 

4. (558.) Suavelia Zk. Ueberail gemein im Juli, wo 
Schlehen stehen, auf denen die Raupe im Juni in röhren- 
förmigen Gängen, die den Zweigen angeftigt sind, lebt. 

5. (560.) Advenelia Zk. Der Falter zeigt sich selten 
Ende Juni; dagegen findet sich die Raupe häufig zwischen den 
SoiHbus- Blüten und ist erwachsen, wenn die Blütezeit zu 
Ende gelit. Bei Vogelsang, Eckerberg etc. 

5 b. Epelydeih Z. Selten an Schlehensträuchern. 

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395 

6. (572.) Teiricella F. Zwischen weitläufig bestandenen 
Kiefern und Birkenwäldern \m Mai und Juni, aber meist ver- 
einzelt. Nemitz, Damm, Carolinenborst. 

jyyeieffreilp Z. 

1. (587.) AchcUinella Hb. Der Falter etwas selten auf den 
kahlen Höhen oberhalb Fraiiendorf im Juli, aber gemein alljährlich 
bei Garz a. 0., vornehmlich auf den Schwalbenbergen. Man 
erhält ihn am leichtesten, wenn man die Büsche von Ononis 
spinosa gründlich durcharbeitet; aus denen er oft in ganzen 
Schaaren hervorhüpft. Mit Sonnenuntergang beginnt die Flugzeit. 

Aii«yle<ii0 Z. 

1. (591.) CinnamomeUa Dup. Im Juni selten auf den 
Schwalbenbergen. 

Zophedto Hb. 

1. (597.) Convofute/la Hb. Nur veieinzelt in Gärten. 
Raupe lebt im Mai und Juni an und in den Früchten der 
Stachelbeeren. Hökendorf. 

Eua^pliera Z. 

1. (609.) Gnerosella Z. Falter Anfang Juni fast übemll, 
wo sich Absjnth, die Nahrungspflanze der Raupe, findet. Letz- 
tere lebt nicht, wie Wocke schreibt, in den Stengeln, sondern 
in den Wurzeln der Pflanze. Man sucht sie am günsligsten 
3 bis 4 Wochen vor der Flugzeit und nimmt die ganze Wurzel 
mit, da meist 2 bis C Raupen in einer Pflanze leben. Wir 
fanden sie bei Kalkofen auf der Insel Wollin und im Dorfe Stowen 
bei Stettin. 

Homeeos^iii» Curt. 

1. (616.) Nebulella Hb. Auf trocknen Plätzen. Falter 
im August und September, Raupe im Juli und August in den 
Blumenköpfen von Carduus nutans, deren Samen sie verzehrt. 

2. (617.) Nimbella Z. Falter im Juni bis August auf 
dürren Grasplätzen. 

ünerastto Hb. 

1. (623.) LoteIJa Hb. Auf dürrem Sandboden überall 
von Juni bis August, z. B. bei Nemitz. auf den Vorl)ergen des 
Schrey. ^ I 

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396 



Eplie«ila Gn. 

1. (633.) Elutella Hb. üeberall gemein an Hecken, 
Zäunen, Häusern von Mai bis September. 

2. (634.) F\ceUa Dgl. Ein ursprünglich mit Feigen und 
Corinlhen eingeführter FaUer, der aber jetzt in unsern Deliicatess- 
läden heimisch ist. Professor Hering hat den Falter aus Feigen, 
ich selbst mit Elutella zusammen im Juli 1873 aus Corinthen 
gezogen. 

3. (641.) Interpuncfelh Hb. Ebenso wie die vorgenannte 
Art eingeführt. 

4. EphesHa Po/yxen'ella Ragonot n. sp. Ein gut erhaltneß 
Weib dieser schönen Ephestia fing ich am 9. Juli 1875 auf 
dem Moore von Carolinenhorst, dasselbe vom Stamm einer 
Birke abstossend. Ein zweites Exemplar, ebenfalls $, besitzt 
Zeller; es stammt aus der Provinz Posen. Ein drittes Stück, 
merkwürdigerweise auch J, kam an Zeller zur Determination 
aus Holland. Hiernach scheint der Falter ziemlich weite Ver- 
breitung zu haben, und entgeht wohl meist dem Auge durch 
sein dunkles Colorit. 

VI. Oalleridae. 

«allerla F. 

1. (642.) Mellonelh L. üeberall, wo Bienen gehalten 
werden, im Juli. Die Raupe lebt vom Wachs und durchfrisst 
die Waben , wodurch der Honig ausfliesst. Oft tritt sie zu 
Tausenden in einem Stocke auf und zerstört ganze Bienen- 
stände. Die Gespinnste sind pergamentartig fest, von w^eisser 
Farbe, und liegen reihenweise über- und nebeneinander, oft 
zu vielen Hunderten, ähnlich wie die der Cnethocampa Pro- 
cessionea L. 

Apliomia Hb. 

1. (643.) Sociella L. (Colonella L.). Falter vereinzelt 
Ende Juni und im Juli in der Nähe von Wespennestern , in 
denen die Raupe lebt. 

]|fell00oblapte0 Z. 

1. (645.) Bipunctxmus 7i. Auf Sandboden im Juli und 
August. Raupe in seidnen Röhren im Mai und Juni in der 
Erde. Ich habe sie mit getrockneten Schmetterlingen, Not. 
Dromedarius, gross gezüchtet, 

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397 



Aebroea Hb. 



1. (647.) GriseilaF. Viel seltner als Galleria Mellonella. 
Falter im Juli und August ebenfalls in Bienenstöcken. Ich 
fand diese Art bisher nur in) Bienenstande des Försters Krebs 
im Schrey, der aber jetzt eingegangen ist, indem Tausend und 
Abertausende von Raupen der Mellonella denselben total ver- 
wüsteten. 

Tortrleina« 

Rliaeodia Hb. 

1. (648.) Caudcma F. Verbreitet an Salix caprea im 
August, auf der im Juli die Raupe lebt. ab. Emargana seltner. 
Bei Nemitz, dem Wussow'schen Forsthaus, Eckerberg. 

2. (649.) JE^radäna Fröl. Nur im feuchten Bruch neben 
dem Wussower Forsthause zwischen Weiden und Erlen im 
August gefangen. In manchen Jahren reichlich, meist aber 
seltner als Caudana. * 

Teras Tr. 

1. (650.) Cruttana F. Sehr selten im Julow. Seit dem 
Jahre 1868 ist kein Falter mehr gelingen worden. 

2. (651.) Umbrana Hb. In nächster Nähe noch nicht 
gefangen, dagegen in den Anlagen von SwinemUnde. Der 
Falter fliegt im October und November. Nach Zeller wird 
er von Weissbuchen geklopft. Wocke giebt Alnus glutinosa 
als Futterpflanze der Raupe an, Heinemann Saalweide und 
Sorbas aucuparia. Von letzterer zog sie Knaak. Der Falter 
nach Plötz auch in Neu - Vorpommern gefunden. 

3. (652.) HasHana L. Der Falter wird im September 
und October aus Weidengebüsch aufgescheucht, lebt aber 
sehr versteckt, der Fang ist wenig lohnend. Dagegen zieht 
sich die Raupe vorzüglich. Sie lebt Ende August bis Mitte 
September auf allen Weidenarten, bei uns auf den Möllenwiesen 
oft in grossen Massen. Ich ziehe den Falter wegen seiner 
zahlreichen Aberrationen mit Vorliebe, und verweise Collegen, 
denen daran gelegen, dieselben richtig zu bestimmen, und 
denen die einschlägige Literatur fehlt, auf Wocke's ^Verzeich- 
niss der Falter Schlesiens, 11. pag. 15 und 16^. Die kurzen 
und klaren Beschreibungen lassen nichts zu wünschen übrig. 

4. (654.) Maccana Tr. In Carolinenhorst von Ende 
September an bis zum Frühjahr. In manchen Jahren selten, 
dann wieder massenhaft. Eine seltne Aberration einfach roth- 



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398 

Steinfarben und ohne alle Zeichnung fing ich im letzten Herbst. 
Raupe Ende Juli und August auf verschiedenen Yaecinien und 
besonders häufig auf Lcdum pal. bei Mijdroy. 

5a. (656) Mixtana Hb. Raupe an Calluna vulgaris. 
Falter im Spätherbst bis zum Frühlinge auf Haideboden bei 
Caiolinenhorst und Vogelsang, aber meist vereinzelt. 

5 b. (657.) Logiana SV. Vorpommern. Plötz. 

6. (660.) Variegana Schifl*. (Abildgaardana F.). Falter 
vereinzelt in Laubwaldungen und Gärten von August bis Früh- 
jahr. . Die ab. Asperana F, noch seltner. Raupe polyphag. 

7. (664.) Uterana L. Der Falter hat gleiche Flugzeit 
mit der vorigen Art. Er ist in allen hiesigen Eichenwaldungeu 
zu Hause, besondei^s bei Nemitz*und Messenthin. 

Am gemeinsten ist die var. Squamana F. Dann folgt 
die Stammart. Fulvomixtana Steph. und Trieolorana Hw. sind 
sehr selten, Snavana HS. und Irrorana Hb. bisher hier noch 
nicht gefunden. Raupe im Juli und August auf Eichen. 

8. (665.) Niveana F. (Treueriana Hb.). Gemein votn 
Herbst bis zum Frühjahr in Hirkenwaldungen. Raupe auf Birken. 
Bei Carolinenhorst besonders häufig. 

9. (667.) Lipsiana SchiflT. Vom Herbst bis Frühjahr meibt 
gemein auf dem Moore von Carolinenhorst, wo dasselbe mit 
Vaccinien bedeckt ist, die wohl das Futter der Ratipe sind. 

10. (670.) Sponsana F. (Favillaceana Hb.), Falter im 
Herbst in Buehenwaldungen. Die Raupe wahrscheinlich an 
deren Laub. 

11. (671.) Rufana Schiff. Der W^ickler fliegt von Ende 
October ab. Röesler verlegt die Flugzeit um einen Monat 
früher. Vor Jahren zählte der Falter hier zu den grösaten 
Seltenheiten. Seit etwa 6 Jahren fand er sich alljährhch schon 
hei Vogehang and man brachte öfter bei giosser Ausdauer 4 
bis 6 Exemplare auf einer Excursion zusammen. Erst seit 
Auffindung einer neuen Flugstelie in Grambow fanden wir den 
Falter so reichlich, dass Zeller, Hering und ich in etwa 5 bis 
6 Stunden gegen ein halbes Tausend Exemplare fingen, die 
fast ohne Ausnahme so schön waren, dass sie als gezogen 
gelten konnten. Der Falter ändert nicht viel weniger ab, als 
Hastiana. Man findet ihn, wenngleich selten, der Tei*a8 Lip- 
siana zum Verwechseln ähnlich; weiter erscheint er, und zwar 
häufiger, einfach röthsteinfarben. Die schönste Aberration ist 
aber die von Rössler mit richtigem Blick hierher gezogene 
Apiciana Hb., die fUlschlieh noch als var. von Hastiana gilt. 
Zugleich ist diese var. die häufigste, da nach den bisherigen 
Eri'ahrongen auf etwa 10 Rufana eine Apiciana kommt. Hier- 



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399 

nach modificirt sich die Muthmaesung RöS8ler''6, dieselbe für 
eine eigne Art zu halten, und erwähne ich noch, dass der 
Falter ausserordentlich in der Grösse wechselt, und dass die 
Weiber oft hinter ^f^ der Mennesgrösse zurückbleiben. Die 
Raupe lebt auf Brombeeren und Himbeeren, biegt den Blatt- 
rand zu einer Röhre und spinnt sie mit weissen Fäden aus. 
Die Verw^andlung geschieht zum grössten Theil auf der Erde; 
selten findet man eine Puppe in halbtrocknen Blättern der 
Nährpflanze. Das günstigste Wetter zum Fange des Falters 
ist klares, sonniges Herbstwetter. Er fliegt dann, aus Brombeer- 
gebüschen herausgeklopft, hervor, das Weib in kurzem Fluge 
neuen Versteck suchend, der Mann meist ziemlich senkrecht 
aufsteigend, dem Auge bald verschwindend. Schliesslich sei 
noch des ümstandes erwähnt, dass die weiblichen Falter den 
männlichen an Zahl meist überlegen sind. 

12. (672.) Schalleriana L. Der nicht seltne Falter fliegt 
von August bis October in Laubwaldungen. Bei Nemitz, be- 
sonders Vogelsang, Carolinenhorst, Messenthin. 

13. (673.) Comparana Hb. Das über Schalleriana Ge- 
sagte gilt auch hier; der Falter ist aber weniger häufig. 

14. (673 a.) Comariana Z. Der Falter erscheint in zwei 
Generationen, Ende Juni und Juli und September bis Mitie 
October. Die Raupe, auf Comarum palustre, ßndet sich 3 
bis 4 Wochen vor jeder Flugzeit erwachsen. Die Stammart 
ist viel seltner, als die Varietät Proteana HS., die gleich häuflg 
mit röthlichem und mit schwarzem Vorderi-andsfleck vorkommt. 
Häuflg in Brüchem bei Nemitz, auf einem Moore von Grambow 
und den Möllenwiesen , sowie an dem kleinen Gewässer links 
am Wege nach Vogelsang, dicht vor der Wussower Forst. 

15.(674.) -4fiper5ana Hb. (Adspersana HS.). Auftrocknen 
Wiesen im Juli. Schrey, Möllenwiesen. Die Raupe auf Po- 
tentiUa anserina, Comarum palustre und Spiraea ulmaria. 

16. (675.) Shepherdana Steph. Diese bisher aus England 
erhaltene Art wird seit einigen Jahren hier regelmässig aus 
Spiraea ulmaria gezogen, deren Endtriebe die Raupe zusammen- 
spinnt. Sie scheint vorzugsweise die Blutenknospen zu fressen 
und ist Ende Juni erwachsen. Der Falter erscheint 4 Wochen 
später. Da sich aber selbst im October und November noch 
Falter finden, gewiss auch überwintern, so ist unzweifelhaft 
eine zweite Generation anzunehmen, deren Raupen dann Ende 
August bis Mitte September erwachsen sein würden. Heine- 
mann erwähnt diesen Wickler noch nicht in seinem Werke: 
^Die Schmetteriinge Deutschlands und der Schweiz^. 



400 

17. (676.) Ferrugana Tr. Uebeml] gemein vom Sep- 
tember bis zum Frühjahr. Die Raupe auf Birken noch häu- 
figer als auf Eiclien. Die var. Tripunetana Hb. nicht igelten, 
var. ßrachiana Frr. nur vereinzelt. 

18. (677.) Lithargyrana HS. Der Falter in Eichen- und 
Buchenwaldungen mit dem Vorgenannten zu gleicher Zeit, aber 
seltner. Eine Abermtion meiner Sammlung zeigt statt der 
röthlichen Grundfarbe der Vorderflügel strohgelben Grund. 
Raupe auf Eichen und Buchen. Fangorte: Vogelsang, in der 
Nälie der Bach mühten etc. 

19. (679.) Querdnana Z. Selten im Herbste an Eichen 
in den Forsten von Wollin und Misdroy. 

20. (681.) Forskaleana L. Hier bei Stettin vereinzelt 
an Ahornstämmen im Juni und Juli. 

21. (682.) Holmana L. Am häufigsten auf den Aussen- 
bergen des Sehrey an Schlelienhecken, aber auch bei Fj-auen- 
dorf, im Julow und bei Nemitz im Juli und August. Raupe 
auch auf Weissdorn und vei-schiedenen Obstbäumen. 

22. (683.) Contaminana Hb. Die Stammart sowie die 
var. Ciliana Hb. und Dimidiana Fröl. sind im August und 
September nicht selten im Julow, bei Nemitz, im Sehrey. 
Raupe auf verschiednen Dornarten, Apfel- und Birnbäumen 
im Juni. 

23. (684.) Lorquiniana Dup. Die Raupe lebt vom Früh- 
jahr bis zum Herbst fast ununterbrochen an Lythrum salicaria, 
wahrscheinlich in drei Generationen, und sie ist, wie der 
Falter, auf dem Mollen keine Seltenheit. Er fliegt noch spät 
im October, überwintert auch gewiss. Der Falter variirt sehr 
häufig. 

TortrIxL Tr. 

1. (685.) Piceana L. Ende Juni und im Juli in Kiefer- 
waldungen. Weit verbreitet; am häufigsten in der Wussower 
Forst und im Damitzower Busch bei Tantow. Raupe auf 
Kiefern und Juniperus im Mai. 

2. (686.) Podana Sc. (Ameriana Tr.). Der Falter fliegt 
von Mitte Juni bis Anfangs August in Laubwaldungen häu%. 
Raupe polyphag, Ende Mai erwachsen, zuweilen häufig an 
Birken bei Carolinenhorst. 

3. (688.) Decretana Tr. In Birkengehölzen auf dem 
Carolinenhorster Moore, aber nicht häufig. Ich ziehe alljähr- 
lich den Falter in einzelnen Exemplaren im Juli aus Raupen, 
die ich im Mai an Birken zufällig mit andern Arten sammelte. 

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401 

4. (690.) Xylosteana L. Falter von Mitte Juni bis Juli 
in Eiehenwaldungen. Bei Nemilz selten, gemein im Schrey 
und bei Messenthin. Raupe auf Eichen; nach Frejer auch an 
Hypericum, nach Seebold sogar an Brombeeren. 

5. (691.) Rosana L. üeberall in Wald und Gärten ge- 
mein von Mitte Juni bis Juli. Raupe polyphag. sie geht sogar 
die jungen Früchte dw Apricosen an. 

6. (692.) Sorbiana Hb. Der Falter fliegt Anfangs Juni 
bis Juli, vornehmlich in Eichenwaldungen nicht selten. Raupe 
im Mai auf Eichen. Ich lasse dahingestellt, ob Rössler's An- 
gabe, der Falter fliege auch um Heidelbeeren, nicht auf einer 
Verwechselung mit Forsterana F. beruhe. 

7. (693.) Semalbana 6n. (Consimilana Tr.). Nicht häufig 
in Laubwaldungen im Juni und Juli. Raupe polyphag, auch 
in den Oärten auf Rosen. 

8. (695.) Coatana F. Falter im Juni, August und Sep- 
tember auf feuchten Wiesen; in Massen auf dem MöIlen. Die 
Raupe im Mai und wieder im Juli; sie ist polyphag. Ich fand 
sie auf Glycena spectabilis, Symphytum und Phragmites. Am 
gemeinsten ist sie auf Euphorbia palustris, deren Blutendolden 
sie zusammenspinnt, und man findet oft 4 bis 6 Raupen zu- 
sammen. 

9. (698.) Corylana F. Verbreitet, aber nicht gemein in 
allen Laubwaldungen. Raupe polyphag. 

10. (698.) Biheana Hb. Verbreitet und gemein von Juli 
bis September. Raupe polyphag. 

11. (699.) Cerasana Hb. Seltner als die vorige. Im 
Uebrigen gilt das dort Gesagte auch von dieser Art. 

12. (700.) Cinnamomeana Tr. Hier selten Anfangs Juli. 
Ich zog ein Exemplar aus einer Raupe, die ich Ende Mai auf 
Rhamnus frangula fand. 

13. (701.) flieparana Schiff. Gemein von Juni bis August 
in Laubgehölzen. Raupe polyphag, auch an Alnus glutinosa. 
Die ab. Vulpisana HS. ist hier noch nicht gefunden; es stam- 
men die Exemplare meiner Sammlung aus Baiern vom Baron 
von Reichlin. 

14. (703.) Leckeana L. Selten hier im Juni in Laub- 
hölz. Julow. Raupe polyphag. 

15. (712.) Musmlana Hb. Üeberall in Laubholz gemein 
von Ende April bis Juni. Raupe polyphag. 

16. (714.) Slrigana Hb. Im Juni und Juli ziemlich 
häufig auf dtlrrem Kieferboden, in schlecht bestandenen Scho- 
nungen etc. Raupe an Gnaphalium aren., zufolge Heinemann 
auch an Artemisia campestris. 

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402 

17. (715.) Diversana Hb. Bisher nicht häufig auf dem 
Moore bei Carohnenhorst im .lull an Birken gefangen, öfter 
zufallig mit andern Füllern gezogen. Raupe hier auf Birken, 
nach Rössler polyphag. 

18. (719.) PoHtana Hw. Das Jahr 1876 hat uns den 
Beweis geliefert, dass der Falter in zwei Generationen auftritt. 
Am 30. April flog der Falter in beiden Geschlechtern und in 
Masse auf dem Moore bei Carolinenhorst. Von jeder Kiefer, 
die beklopft wurde, schwirrten 4 bis 10 Wickler ab, meist 
frisch. Am 25. Mai fanden sieh, wenn auch selten, noch reine 
Exemplare. Nachdem ich bis zum 6. Juli mehrmals den von 
uns in etwa ^/^ Stunde mit der Eisenbahn zu erreichenden 
Fangplatz besuchte, um das Erscheinen der Raupe festzustellen, 
fand ich endlich am gedachten Tage eine Raupe, schon im 
Begriff sich zu verspinnen, die auch am 15. Juli den Falter 
lieferte. Anfangs August war der Falter, schon stark geflogen, 
wieder da, aber nicht so häufig als im April, und am 7. Oc- 
tober fand ich wieder einige erwachsene Raupen, die sich in 
3 bis 4 Tagen verspannen, und in der zweiten Hälfle des 
Januar 1877 zu Faltern entwickelten. Die Raupen wurden 
bisher von mir und Steltiner Freunden nur auf Erica gefunden; 
nach Wocke sollen sie auch auf Vaccinium uliginosum und 
Ledum palustre leben, Pflanzen, die auch auf dem Moore hei- 
misch sind, bisher aber noch nicht nach Politana - Raupen ab- 
gesucht wurden. 

19. (720.) Gnctana Schiff. Ziemlich häufig von der 
zweiten Hälfte des Juni ab bis Ende Juli. Raupe an Artemisia 
campestris. Nemitz, Vogelsang, Messenthin auf dürrem Böden. 

20. (725.) Ministrana L. Gemein im Mai und Juni, dann 
im September in Laubwaldungen. Raupe auf Erlen und Birken, 
nach Wocke auch auf Sorbus. 

21. (726.) Bi/asdana Hb. Sehr selten im Juli auf dem 
Julow gefangen. 

22. (727.) Conwayana F. Falter im Mai und Juni selten 
bei Eckerberg an Hecken und Büschen. Die Raupe soll nach 
Heyden in den Beeren von Ligustrum vulgare, nach Kaltenbach 
auch in den Beeren von Sorbus leben. 

23. (728.) Bergmanniana L. Falter gemein von Mitte 
Juni bis Juli an Rosen, worauf die Raupe im Mai lebt. 

24. (729.) Loeßngiana L. und var. Ectjpana Hb. Beide 
gleich häufig in Eichen Waldungen in^ Juni und Anfangs Juli. 
Raupe im Mai auf Eichen. 

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403 

25. (730.) Vtridana L. ßaupe im Mai an Eichen, Falter 
im Juni, manchmal sehr gemein, dann wieder ganz fehlend. 
WussQwer Forst, Messenthin, Vogelsang, Scbrej. 

26. (733.) Negiectana HS. (Betulifoliana Hnm.). Falter 
sehr selten im Juni und dann wieder im August. Von meinen 
4 E^e^plaren fing ich im Juni je ejq Exemplar *im Schrey 
unc] am Sandsec, uppl die beiden andern Stücke in zwei frischen 
Exemplaren in meinem Gärtchen vor dem Hause. Utslier die 
R^upe ist meines Wissens niphts bekanqt. 

27a. (737.) Forsterana F. Flugzeit: Mitte Juni bis Juli, 
nich^ häqfig. Raupe auf V^accinien, n^ch Wocke mich an 
Ribes. Nemitz, CaroHnenhorst, Vogelsi^ng, Messenthin. 

27 b. (740.) Paieana Hb. Flavana Hb. Auf der Insel 
Wplliq, auf deq moorigeq gießen an dgp Ufern de^ Vietziger 
Sees, wo Schleich die sehr bunte Raupe im Juni und Juli 
zwischen den zusammengedrehten Blättern eines breiten Gi-ases 
fand. 

28. (747.) Rusticana Tr. Im Maj bäufig auf trocknen 
Mqor wiesen und grasireichen, hellten Walclplätzeii. Vogelsang, 
GrMi^e Wiesp, etc. 

29. (751.) ReHcuIana Hb. Häufig im Juni und Juli an 
Erlen und Birken, an denen die Raupe im Mai lebt. Caro- 
lip^phorst i)n(l der Schrey sin^J beßpn^^V^ reich ap diesem 
Falter. 

30. (755.) QroUana F. |Grebö|*t zu flen weniger häutigen 
Arten. Flugzeit im Juli in feuchten Laubwäldern. Schrey; 
am häufigsten in der Pommerschen Haide, (etwa eine Meile 
südlieh von Garz, an der Grenze der Provinz Brandenburg). 
Dje ^yahrnehmung, dass der Falter am r^jphlif?hfi|ten d^ fliegt, 
wo Himbeeren wachsen, lässt fast vermuthen, dass die I^upe 
deren Blätter als Nahrung nimmt. 

31. (756.) Onomana Gl. Ueberall verbreitet und gemein 
von Juni bis September. Raupe am meisten an Laubholz und 
aa Vaccinien. 

32. (761.) Gemingana Schiff. Nicht häufig ßnde Ju|i 
und im August. Bisher uur auf dem Moore bei Carolinenhorst 
und bei Swinemtlnde gefangen. Raupe auf Vacciniuip vitis 
idaea oder Betula. 

33. (764.) FaviUaceana Hb. Gemein in Laubwald im 
Aprjl und Mai. Raupe auf Alnus, nach Wocke auch an Car- 
pinus. Jedenfalls lebt sie aber auch an verschie(Jnen Vacci- 
niep, da der Falter bei Carolinenhorst ^ einer Kieferforst, 
wo Ifeine Laubhölzer stehen, derep Boden abfef dicht mit 
Va^cini^f) besit^lfdep ist, sehr zahlreich vorkommt. 

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404 



Selapliila Tr. 

1. (767.) Osaegna Sc. Aufwiesen in der zweiten Hälfte 
de« Juni bis Mitte Juli , aber nicht häufig. Hier nur auf der 
Grünen Wiese gefangen. 

2. (78T).) Wahlbomiana L. In verschiednen Varietäten k 
er hier einer der gemeinsten Wickler von Mai bis Juh'. Raupe 
poljphag. 

3. (783.) Pasivana Hb. (Sinuana Wd.). Im Julow zuleizi 
im Jahre 1866 gefangen, wo er nur selten vorkam. 

4. (785.) Nubilana Hb. Seit zwei Jahren hier erst auf- 
gefunden an den Weissdornh ecken des Dorfes Warsow, an 
denen der Falter Anfangs Juli bis Sonnenuntergang in gaozen 
Schwärmen flog. Raupe an Crataegus, Prunus spinosa uod 
domestica. 

dteimatoplilla Steph. 

1. (790.) Tortricelia Hb. (Hyemana Hb.). Sehr frilh im 
Jahre erscheinend und gemein in Laubwaldungen. März uod 
April. Julow, Nemitz. Raupe an Eichen und Weissbuchen. 

JßiLMpmte Hb. 

1. (792.) Congeiatelia Cl. Sehr selten. Ich zog den 
Falter erst zweimal im October aus Raupen, die ich an Weisj^ 
dornhecken des Stettiner Kirchhofes fand. Wocke fand die 
Raupe an Liguster. 

Olindia Gn. 

1. (794.) Ulmatw. Hb. Der Falter kommt hier vereioxelt 
im Juli auf dem Julow vor. Seebold erzog den Palter in 
Nassau aus Heidelbeeren. (Rössler.) 

CoeliylUl Tr. 

1. (799.) Hamana L. Sehr verbreitet und gemein auf 
Brachäckern, an trocknen Gräben, Chaussee-Böschungen im Join 
und Juli, lieber die Raupe scheinen bestimmte Nachrichten 
zu fehlen. 

2. (801.) Zoegana L. Falter im Juli an denselben Or- 
ten, aber seltner; am häufigsten auf den Vorheizen des Schrey. 
Die Raupe lebt an den Wurzeln der Scabiosa columbaria ond 
Centaurea jacea ; sie wurde hier öfter erzogen. 

3. (809.) Zebrana Hb. Auf sandigem Boden bei Misdroy 
und Nemitz nicht selten im Mai. Raupe im Juli und August 
in den BiUten des Gnaphalium in röhrenförmiffen tG^^^QJ^b? 

ooQle 



405 

sie überwintert erwachsen und verwandelt sich erst im Früh- 
jahre. 

4. (817.) Schreiberäana FrOl. Der Falter ist seit Jahren 
nicht mehr gefunden worden; früher war er keine Seltenheit 
und fand sich oft meist als Puppe unter Ulmenrinde, besonders 
wo diese durch äussere Verletzung vom Stamme gelockert 
war, im Mai. Raupe auf Ulmen, nach Wocke und Rössler 
auch an Pappeln. 

5. (818.) Griseana Hw. (Udana Gn.). Falter nicht selten 
im Mai auf feuchten Wiesen, meist überall, wo Alisma plan- 
tago steht, in deren Zweigen und Pflanzenstock die Raupe 
lebt. Sie ist im Herbst erwachsen, verspinnt sich in den 
Stengeln selbst und verpuppt sich erst im April. Im Zimmer 
lasst sich der Falter leicht treiben, und erscheint schon im 
März und April. (Bezüglich der geeigneteren Stellung dieser 
Art im System weise ich auf Wocke^s Auseinandersetzung 
in seinem ^Verzeichniss der Falter Schlesiens 11^ pag. 23 
No. 25 hin.) 

6. (822.) Ohieniana Fiöl. Falter im August auf trocknen 
Plätzen; nicht häufig. Wocke giebt als Futterpflanze der 
Kaupe Calluna an. Nach Rössler erzog Schmid dieselbe aus 
den Blüten der Achillea millefolium und von Origanum vul- 
gare. Eppelsheim theilt mir brieflich mit, dass die Raupe 
auch in den Blüten von Plantago media lebe. 

7. (825.) Ambiguella Hb. Sehr selten im Mai und Juni 
in der Laubwaldung des Julow. Die Raupe soll nach Rössler 
oft den Weinbergen schädlich werden, da sie im Mai in der 
Weinblüte lebt. In unsern Waldungen muss sie natürlich 
noch andere Futterpflanzen haben. 

8. (827.) Straminea Hw. Im Mai und August auf 
trocknen Grasplätzen nicht selten. Die Raupe lebt in den 
Wurzeltrieben von Centaurea jacea und wurde hier öfter ge- 
zogen. 

9. (832.) WoHfüana Schleich. Falter im Juni auf Sand- 
boden, wo Aiiemisia absjnthium steht, bei Misdroy, wo er 
entdeckt wurde. Seitdem hat er sich bei Tantow und Garz 
a. 0. gefunden. Raupe überwintert erwachsen in den Stengeln ' 
oben genannter Pflanze. Näheres darüber ist nachzulesen in 
der Stett. Ent. Zeit. 1868 pag. 289. 

10. (840.) DipoUdla Hb. Der Falter auf trocknen, mehr 
sandigen und sonnigen Plätzen von Mitte Juli bis in die zweite 
Hälfte des August. Nicht selten bei Nemilz, Garz a. O. etc. 
Die Raupe in den Blüten von Achillea millefolium, hat gleiche 
Ubcnsweise mit der von Zebrana. oigtizedby Google 



406 

11. (847.) RutUana Hb. Verbreitet und nicht selten 
im Juni und Juli an Juniperus; am höufigsten bei Grambow 
und Taniow. Die Raupe Ende Mai swisphe^ den Nadeln des 
Juniperus in feinem, weieslichem Gespinnste. 

12. (850.) Kuhfweimana F. R. An den Vorbergen des 
Schrey vereinzelt im Juni. 

13. (854.) Aleella Schulze. (Tesserana Schiff.). Ver- 
breitet auf Landwiesen. Ostrand des Julow; bei Bergquell, 
oberhalb Frauendorf. 

14. (855.) Badiana Hb. Nicht selten auf feuchten Wiesen 
im Juli, besonders im Schrey und auf dem Selchower Torf- 
moore bei Garz a. 0. Nach Wocke auch im Mai. 

15. (858.) Kindermarmana Tr. Auf sandigem Boden um 
Artemisia campestris überall gemein im Juli und August. 

16a. (866.) Sm^athmanpiana F. Ende Mai und Juni, 
Ende Juli und August verbreitete aber nicht häufig. Raupe 
überwintert erwachsen in den Blutendolden der Schafgarbe. 

16 b. (873.) Phaleratanß. Nach Plötz in Neu- Vorpommern. 

17. (879.) GHelia. Verbreitet und bc^nde^s häuGg f^n 
den Vorbergen (jes Schrey im Ä{^i qpf:{ Juli. I^upe in den 
Saaten dej* Primelq und d^v Linarjf^ vulgaris. 

18. (881.) Epilinana Z- Fliegt n^r vereinzelt und scheint 
nicht weit verbreitet. Ich fing deP Falter bisher npr Ende 
Mai an den Garzer Schwolhenbergcn. pjß Raupe soll auch 
in dei^ Kapseln des Leines leben. 

19. (889.) Rupicola Curt. Per Falter fliegt bei un? im 
Juli, njp})t, wie Rössler und Wocke übereinstimmend angeben, 
im Juni, und diese Differenz hat wohl in klimatischen Ver- 
hältnissen ihren Grund. Ich fing den \yjckler bisher nur ver- . 
eiqzelt in den feuchten Brüchern des Schrey. 

20. (891.) Mussehliana Tr. Ende Mai upd im Juni nicht 
p;emein auf der Grünen Wiese und auf den Wiesenfläcl^en 
bei Tantow. 

21. (892.) Qeyeriana HS. Im Juli oft in ungeheurer 
Mepge auf dem Bruche von Selchow, zwischen der kleinep 
^ipse fliegend, an der auch Ck)|. Caespititiella lebt. 

22. (894.) Noiulana Z. Vereinzelt auf (|pr GrOi^en 
Wiese und im Schrey im Juli. 

23. (896.) Curvistrigana (Wlk.). Er§t in diesem Jfahre 
hier von mir aufgefunden. Der Falter, um Solidago virgaurea 
fliegend) scheint eine kurze Flugzeit, von Ende Juli bis kaqm 
Mi^e August, zp haben. Er fapd sich in der Hohenleser Forst 
in einer jungen, weitläufig best^qffe^ei^ Kiererschogung. R^ujie 

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407 

nach bi'ieilicher Mil^tbeilung von Wocke in den ßlüten von 
Solidago virgtturca. 

24. (898.) Ambiguana Fröl. Im Mai gerade nicht häufig 
in Birkenwaldungen bei Tantow und Carolineohorst. 

25. (902.) Pafädana Z. Mai ui^d Jum in Laubwaldungen, 
mehr an den Rändern derselben als im Dickicht. Bei uns 
fliegt der Falter, der weit verbreitet ist, am reichlieheten, je- 
doch niclit gemein, im Julow. 

26. (903.) Posierana Z. Der Falter fliegt in z^^'^i Ge- 
nerationen im Mai und Juli verbreitet, vereinzelt im September; 
am gemeinsten in den Vorbergen des Sehrey. Die Raupe fand 
ich Ende Juni, die Puppe Anfai^s Juli in den Blumenköpfen 
von Carduus nutan«. In pfiancher Bluir^e steckten in^ Frucht- 
boden festgespopnen bis 10 Puppen neben einander, das sc))öp 
braunroth gläa^end^ Kopfende deip Lichte zMgewQndt. Die 
Angabe Hornig's, die Raupe verwi^p(jle sich \t\ der Erde j^ 
einem CJocon, mag dennoch ihren Grund haben, da ich in 
andern Jahren den Falter zwar h^iifig fand, aber keine Spi^v 
von Puppen oder verlassenen Puppenschalen. 

27. (409.) Atricapiiana Steph. Fliegt hi^r vom 1. Drittel 
des Mai bis ^nde des l^onats oberhalb Frauendorf an einer 
etwa 100 Schritt langen Chaussee - Böschung von etwa ö^/g 
Uhr Abends ab eine Stunde lang. In manchen Jahren sebr 
selten. In günstigeren lassen Pich vielleicht 20 bis 25 Exem- 
plare zusammenbringen, meist vollkommen rein. Das \V^ib. 
ist sehr selten, vielleicht nur, weil es so schwer fliegt. 

28. (906.) Dubiiana }\b. Zienplich hflufig ^uf lichte?; 
Stellen in Laubwaldungen; hier am reichlichsten im Buchen- 
Walde bei Vogelsang. In a)len mir ^jpi^gänglichen Schriften 
sind Mai und Juni als Flugzeit angegebe^^. Pas Jahr 1876 
lieferte aber den Beweis, dass der Falter zwei Generationen 
hat. Die erste flog im Mai bis Mitte Juni, die zweite Epcj^ 
Juli bis ]\fitte August mit Graph. Aemulapa zusamnqen. A"^^>* 
Senecio jacobaea, Cirsium lanceolatum, Hieraciun^ umbellatuu(i, 
die als Futterpflanze der Raupe gelten, möc)ite ich poch Soli- 
dago virgaurea dazu rechnen, da der Falter allenthalben auf 
solchen Plätzen flog, ()ie reichlich domit bestanden waren. 

Retinia Gn. 

1. (915.) Duplana Hb. Im April in Kieferwaldungen; 
verbreitet, besonders in den Forsten bei Nemitz und Caroliqcf^- 
horst. 

2. (918.) Pimvorana Z. Im Jdpi ^n depselben Stellen 
wie die vorige Art, bald seltner, bald häuflger. p j 

iigi ize y ^ 



408 

3. (919.) Turionana Hb. Im Mai an Kiefern; am häufig- 
sten an den Jüngern Stämmen bei Carolinenhorst. Die Raupe 
im ersten Frühjahr in den Knospen. 

4. (921.) BuoUana Schiff. Gemein von der zweiten HälÜLe 
des Juni bis Ende Jidi in allen Kieferwaldungen. Die Raupe 
ebenfalls in den Kieferknospen, die dadurch ein stark gekrümmtes 
Aussehen erhalten. 

5. (924.) Resinella L. Falter überall gemein im Juni. 
Die Raupe lebt und überwintert in den Harzgallen der Kiefer. 

PentliliM Tr. 

1. (925.) Profundana F. Zwar weit verbreitet, aber 
hier nicht zu den gemeinen Faltern gehörig. Am häufigsten 
kommt diese überhaupt in Laubwaldungen anzutreffende Art 
in Messenthin und im Schrey vor. Raupe im Mai und Juni 
auf Eichen, Falter im Juli und August. 

2. (927.) Salicella L. Ueberall gemein im Juni und Juli, 
wo Weiden stehen, auf denen die Raupe von Mitte Mai ab 
sich erwachsen findet. Sie lebt auch auf der Balsampappel 
zu derselben Zeit. 

3. (929.) Semfasdana Hw. Nicht häufig Ende Juli und 
im August an Weiden, besonders bei Grambow. Raupe im 
Juni an Salix caprea. 

4. (930.) Scriptana Hb. (HaKmanniana L.). In manchen 
Jahren sehr gemein an Weiden im. Juli, dann wieder ganz 
vereinzelt. Am häufigsten an den Bäumen der Nemitzer Land- 
strasse und der Grünen Wiese. Raupe auf mehreren Weiden- 
arten. 

5. (931.) Capreana Hb. Tritt hier nur ganz vereinzelt 
im Juli auf. Ich ßng den Falter je einmal im Julow und auf 
dem Moore bei Carolinenhorst. Die Raupe soll nach Wocke 
und Rössler an Salix caprea leben. 

6. (932.) CorHcana Hb. In allen Birkenwaldungen im 
Juni, aber gerade nicht gemein. Raupe auf Birken. 

7. (933.) Betulaelana Hw. Häufiger als Corticana. Im 
Juli und August an Birken. Raupe ebenda. 

8. (934.) Sororculana Z. (Praelongana Gn.). Mai und 
Juni an Birken. Ziemlich gemein auf dem Carolinenhorster 
Moore, auch bei Nemitz. 

9a. (935.) Sauciana Hb. Der Falter, mehr dem Gebirge 
angehörig, kommt auch hier vereinzelt bei Carolinenhorst und 
Nemitz im Juli vor. Raupe auf Vaccinium myrtillus. 

9 b. (-936.) Orevillana Curt. Einmal bei Carolinenhorst 
gefunden. (Hering.) Pnoalp 

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409 

10. (937.) Variegana Hb, Sehr gemein im Juni und 
Juli. Raupe an fast allen Obßtltäumen, besonders häufig in 
den BlOten von Sorbus, auch an Rosen. 

11. (938.) Pntniana Hb. Bei uns fast die gemeinste 
Penthina; an allen Schlehenst räuchern, an denen auch die 
Raupe lebt, von Mai 6is Juli. 

12. (939.) Ockroleueana Hb. Nur vereinzelt im Juni in 
UDsem Gärten an Rosen, auf denen die Raupe lebt. 

13. (940.) Dimdiana Sodof. Ziemlich häufig auf dem 
Moore bei Carolinenhorst in 2 Generationen, im Mai und Ende 
Juli bis Mitte August. Raupe auf Birken, nach Gärtner auch 
auf Linden. 

14. (943.) Ohlongana Hw. Falter im Mai und Juni am 
häufigsten an den Bergen bei Bergquell, oberhalb Frauendorf, 
wo Dipsacus sylvestris steht, in dessen Köpfen die Raupe lebt 
und überwintert. 

15. (944.) Seliana Hb. Im Juni an demselben Orte erst 
in zwei Exemplaren gefangen. Die Raupe soll nach Heine- 
mann im Stengel von Dipsacus sylvestris leben, aber inner- 
halb des Samenkopfes. 

16. (946.) Roseomacuiana HS. Dieser prächtige Falter, 
der nach Wocke im Mai fliegt, ist bisher hier noch nicht ge- 
fangen, da wir es vorziehen, ihn aus der Raupe zu ziehen. 
Wocke giebt ausser Pjrola rotundifolia und chlorantlm auch 
Pjrola secunda als Nahrungspflanze der Raupe an. Wir finden 
dieselbe ausschliesslich auf Pyrola minor, die besonders in der 
Forst von Hohenlese bei Vogelsang in einem weitläufig bestan- 
denen Kiefergehölz, meist an den Rändern desselben, reichlich 
wächst. Pyrola rotundifolia findet sich dort nicht, ebensowenig 
Pyrola chlorantha. Dagegen ist Pyrola secunda nicht selten; 
aber nie habe ich, obgleich letztere häufig mit minor vermischt 
steht, auf derselben eine Raupe von Roseomacuiana gefunden. 
Ich sammle meist die Raupen schon im October oder November, 
und werfe sie in ihren Blattschoten, die sie dadurch anfertigen, 
dass sie die Blattränder zusammenspinnen, in einen Blumen- 
topf, in den zuvor Pyrola-Pflanzen gesetzt sind. Bis zum Januar 
lasse ich sie im Freien; dann nehme ich sie in's warme 
Zimmer und thue weiter nichts, als dass ich die Pflanzen durch 
Begiessen frisch erhalte. Auf diese Weise entwickelt sich der 
Falter leicht Ende März bis Mitte April. Uebrigens hat mich 
mehrjährige Erfahrung gelehrt, dass die im Herbst gesammel- 
ten Raupen weniger von Ichneumonen heimgesucht sind, als 
die im Frühjahr eingetragenen. 

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410 

17. (947.) Lec&ana L. Ein bei uns sehr häixfiger Falter, 
der auf dem Moore von Grombow und Carolinenhorst im Juli 
bei Sonnenschein reielilich fliegt. Wir sammeln im Bflai die 
Puppen, die meist in den zusammengesponnenen, inwendig 
mit seidenartigen weissen Fäden bezogenen schmalen Blättern 
der Endtriebe von Ledum palustre sich finden. 

18. (948.) Pyrolana Wk. Die Raupe klein überwinternd, 
im Mai erwachsen, gleiche Lebensweise mit Roseomaculana 
habend, lebt hier nur auf Pyrola minor in dem Kiefergehölz 
am Sandsce und bei Carolinenhorst. Der Falter fliegt im Juni, 
ist aber viel seltner als Roseomaculana. 

19. (950.) Nigncoatana Hw. Bisher nur in den feuchten 
Brüchern des Schrey im Juni gefunden, wo der Falter, eben- 
falls bei Sonnenschein fliegend, sich mit Vorliebe auf die 
Blätter von Stachyi sylvatica setzt. Die var. Remyana HS. 
ist häufiger als die Stammart. 

20. (951.) FuUgana Hb. Erst in einem Exemplare hier 
im Julow Anfangs August 1866 von mir gelangen. 

21. (954.) Postremana Z. Der Falter nicht häufig in den 
Bruch ern des Schrey und im Bruch nächst der Herzogseiche 
bei Vogelsang im Juni. Die Raupe überwintert erwachsen 
im untern Theile des Stengels der wilden ßalsamine. 

22. (955.) Tur/osana HS. Dieser mehr dem Norden an- 
gehörige Falter fliegt hier im August, am liebsten bei Sonnen - 
sdiein, alljährlich in Menge auf dem Grambower Moore. Meines 
Wissens ist die Futterpflanze der Raupe noch unbekannt. 

23. (958.) Arbuteila L. Im Juli oft gemein auf dem 
Moore bei Camlinenhorst zwischen Vaccinium vitis idaea, auf 
welchem die Raupe im Frühjahr zwischen zusammengesponnenen 
Blättern lebt. 

24. (959.) Mygindana Schiff. Der Falter ist bisher nur 
bei Carolinenhorst und Misdroy im Juni und Juli gefangen 
bezw. gezogen worden. Raupe an Vaccinien. 

25. (960.) Rufoma Scp. Falter verbreitet im Juni und 
Juli. Im Jahre 1872 sehr gemein in den Bahnhofsanlagen 
bei Grambow. var. Purpurana fing ich erst zweimal an den 
trocknen Gräben der Landstraese von Nemitz nach dem Sand- 
see. Raupe an Trifolium? 

26. (962.) Striana SchiflT. Ueberall gemein im Juni und 
Juli auf Grasplätzen. 

27a. (963.) Branderiana L. Hier sehr selten. Ich fing 
erst ein Exemplar am 3. Juli 1867 am Rande des Juhow, in 
der Nähe von Pappeln; die Raupe soll auf Populus tremula 
im Mai leben. 

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411 

27 b. (966.) Sderana tr. Nacli Plötz in Neu -Vorpommern. 

28. (967.) MefalHcana Hb. Der Falter alljÄhrlich in 
ganzen Scliaaren auf den weiten Vaccinienstrecken bei Caro- 
lineiiliorst, auf dem Julow und bei Swinemünde. Das Weib 
selten. Raupe auf Vaceinien. 

29. (972.) Paksirana 7j. Im Juli an denselben Stellen 
wie die vorige Art; häußg in den tiooken belegenen Kiefei*n 
und bei Swinemünde vom Juli bis in <len August. 

30. (976.) Sohulziana F. Folter tti manchen Jahten 
baii6g und verbreitet im August. Carolinen borst, Warsower 
Forst, Grambow etc. Raupe an Vaceinien. 

3i. (978.) OHvana Tr. Auf Moorwiesen im Juni und 
Jali aberali reichlich. Grflnc Wiese, Garzer Sebrey, Tantow. 
Raupe polyphag. 

32. (980.) Armella Cl. Gemein in allen Lau^waldungen 
im Juni und Juli, besonders um Eichen. 

33. (981.) Ritmkma Scp. (Cönchaiia Hb.). Theilt als 
gemeiner Falter im Mai, Juli und August mit Olivana dieselbe^ä 
Fli^telien. 

34. (982.) Umbrosana Z. Fliegt im Juni sehr gemein 
io den ErlenbrOehern des Sichre}', bei Nemitz, Vogelsang, im 
Tantower Bufech tiöd bei Messenthin. Das Weib selten. Der 
Falter ruht meist aaf der Unterseite der Blätter der den Boden 
bedeckenden Pflanzen. 

35. (983.) Urticana Hb. Falter verbreitet in liebten 
Laobhölrern im Juni und Juli. Die Raupe polyphag. Ich fand 
He mehrmals auf Birken in Carolinenhorst und erzog sie damit. 

36. (984.) Laeunana Dup. Ueberall gemein aufwiesen 
und in Laubholz von Mai bis August. Raupe polyphag. 

37. (989.) Cespitana Hb. Auf trocknen kräuterreichen 
Plätzen im Juni und Juli überall gemein, besonders auf den 
Sehwalbenbergen. 

38. (991.) Bi/aßdana Hb. Bisher nur im Juni ziemlich 
selten von den Kiefern in der Nähe des Sandsees al^eklopfik. 

39a. (993.) Bipunctana F. Im Mui und Juni nicht selten 
bei Vogelsang, Carolinenhorst und Nemitz, auf Stellen, wo 
Vaceinium myt-tillus wächst. 

39b. Dissohitana Zell. i. I. Diese noch uncitirte Art 
wurde von Hering in vereinzelten Exemplaren im Walde bei 
Swinemünde gefunden. 

40. (996.) Kectemotmiona Z. Diese europäische Selten- 
heit wurde vor etwa 5 oder 6 Jahren von Zeller auf der 
grünen Wiese zwischen den beiden Weidenalleen, die nadi 
Bredow führen, in der Nähe eines Torfstiches aufgefunden. 

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412 

Der Falter flog in der ersten Hälfte des Juli beim SefaeideB 
der Sonne, es liebend, sieh von den letzten Strahlen bescheineo 
zu lassen. Das Fiugterrain war ein äusserst beschränktes, 
und zog sich längs eines breiten, durch Austorfung enfsUn- 
denen, mit Wasser gefdllten Grabens hin. Diesem Umstände 
haben wir es leider zuzuschreiben, dass der Wickler mü 
2 Jahren nicht mehr gefunden wurde, da das Gew&ascr 
als Badeort der Arbeiter der in nächster Nähe liegendes 
grossen Fabriken in Aufnahme kam. Die ganze Flugstelle 
wird nun alijährlich so zertreten, dass sie den Eindruck maekt 
als sei eine Walze darüber fortgegangen. Trotzdem gebe iek 
die Hoffnung nicht auf, den Falter in der Nähe wieder anfka- 
ßnden. Ueber die Raupe ist bisher nichts bekannt Der 
verstorbene v. Tiedemann fing den Wickler vor einer Heibt 
von Jahren bei Danzig, in dessen Nähe sein Landgut lag 
(Russoczin). 

41. (999.) Hercymana Tr. Seit Jahren hier nicht mekr 
gefangen und sein Fehlen iUllt mit der Abholzung der BxA^ 
tannen in der Nähe der Wasserheilanstalt Eckerberg znsammciL 
Raupe auf Pinus abies. 

42. (lOOl.) Achatana F. Ueberall verbreitet, besonde« 
an Schlehengesträuch, im Juli bis Mitte August. Raupe, 
an Sehlehen, auch an verschiednen Obstbäumen. 

. 43. (1002.) TrifoUana HS. Ziemlich verbreitet, aber na 
häufig auf Wiesen im Juni und Juli bei Nemitz, Möllenwiesaa 
44. (1003.) Anäqucma Hb. Nicht selten auf den Mulh» 
wiesen im August und September. Der Falter wurde \am 
öfter aus Raupen gezogen, die im Frühjalir in den Wunieh 
von Staehys pnlustris lebten. 

Aepie Tr. 

1. (1004.) Udmarmana L. Gemein im Juni und Juli m. 
mit Brombeeren bestandenen Stellen. Raupe im Mai in bult 
artig zusammengesponnenen Brombeerblätt^rn. 

Aplieliift Steph. 

1. (1006.) Lanceolana Hb. Ueberall auf nassen WieiCK 
gemein von Juni bis August. 

Endemia Hb. 

1. (1016.) Artemisiana Z. Bisher nur in zwei friscli«« 
Stücken l^i Garz a. O. in den Seitengräben der nach Schwtift 
führenden Ciiaussee, in der Nähe des ehemaligen Fornlhaiitet 
der Garzer Heide im Juli gefangen. 

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413 



Iiobeaia Gn. 



1. (1025.) Permixtana Hb. Selten hi Laubholz Ende 
Mai und Juni bei Meeeenthin und Carolinenhorst. Die Raupe 
nach einer Handaufzeichnung Rössler's in Anschwellungen von 
PinQs- und Juniperus -Zweigen. 

Eeeopaia Z. 

1. (1027.) Latifatdana Hw. Bisher nur ganz vereinzelt 
im Juli und August von mir im Schrey und bei Vc^elsang an 
Vaccinien gefangen. 

«rapliollilia Tr. 

1. (1031.) Qrandaetana Z. Nicht selten im JuH auf 
den Innendüneu bei dem Seebade Misdroy. Selten bei Ste- 
penitz (Hering). Die im Mai erwachsne Raupe lebt nach 
einer Entdeckung des verstorbnen Herrn. Miller in oft 4 bis 
5 Zoll langen, fast senkrecht im Seesande stehenden festen 
Röhren, die mit den untersten Theilen der Futterpflanze (Tussi- 
lago) 10 Verbindung stehen. 

2. (1032.) Inßdana Hb. Im Juli und August nicht häufig 
um Artemisia campestris. Die Raupe hat dieselbe Lebensweise 
wie die der vorigen Ait, nur sind ihre Röhren, der ge- 
ringem Grösse des Falters entsprechend, kürzer und dünner; 
Mitte Jnni erwachsen. Schleich fand die Raupe in den Wurzeln 
und Warieltrieben von Artemisia campestris auf der Düne bei 
Misdroy. 

3. (1037.) Candidulana. Der von mir entdeckte, von 
Noieken beschriebene Falter fliegt besonders häufig bei dem 
ehemaligen Forsthause der Garzer Stadthaide auf sandigem, 
reichlich mit Artemisia absynthium bestandenem Boden um 
Mille Juli. Er schwärmt gern bei Sonnenschein. Auch bei 
Tantow and hier bei Stettin kommt der Falter vor und Zelter 
und Ich haben ihn schon zufUllig aus Artemisia vulgaris, 
twificben deren zusammengesponnenen Blütenköpfen die Raupe 
erwachsen tiberwinterte, gezogen. Am reichlichsten flndet sie 
Mch aber auf Artemisia absynthium. 

4. (1040.) AUndulana HS. Kommt nur hie und da ver- 
einzelt vor, am häufigsten noch im Juni an den Garzer 
Seh walbenbergen. 

5. (1045.) ExpalHdana Hw. (Ibiceana HS.). Ziemlich 
häufig im Juni und Juli auf feuchten Wiesen. Garzer Oder- 
brucb, Hohenselchower Wiesen, Tantow. r^^^^T^ 

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414 

6. (1046.) Hohenwartiana Tr. Ebenda und zu gleicher 
Zeit. Die Raupe nach Wocke in den Köpfen von Disteln und 
Centaureen; ich vermuthe sie in Cirsium. Die yar. Jaceana 
fange ich nie an denselben Stellen, sondern auf trockenem, 
iiöher gelegenem Boden, besonders auf den Vorbergen des 
Sehrej, wo die Raupe in den Köpfen von Centaurea jacea lebt. 

7. (1048.) Aemulana Schi. Erst im Jahre 1876 von 
mir hier in Mehrzahl gefangen. Der Falter fliegt um Solidago 
virgaurea im Sonnenschdn gegen Ende Juli bis zum ersten 
Drittel des August. Die einzige Flugstelle ist bis jetzt die 
Königl. Forst bei Yogelsang. 

8a. (1049.) Caecmacuhna Hb. Auf trocknen Gras- 
plätzen etc. Am Rande des Julow, auf den Scliwal benbergen. 
Zeller klopfte einst an einer Chausseeböschung oberhalb Frauen- 
dorf eine Menge Exemplare von Artemisia campestris. Falt«r 
im Juli, meist nur vereinzelt. 

8 b. (1053.) Hepalicana HS. Nach Plötz in Neu -Vor- 
pommern. 

9. (1060.) Ravuluna HS. Sehr selten. Icli, fing ein 
einzelnes, frisches Weib am 22. Mai 1870 bei Carolinenhorst 
nn Birke. Wahrscheinlich wird der Falter meist Übersehen, 
da seine Flugzeit mit der von Tetraquetrana, die dann massen- 
haft* fliegt, zusammenlUllt. 

10. (1061.) Oraphcma Tr. Immer nur vereinzelt auf 
kräuterreichen, trocknen Plätzen von Mitte Mai bis Ende Juli. 
Vogelsang, Wiese am Ostrande des Julow, am häufigsten noch 
auf den Schwalbenbergen. 

11. (1003.) Kochiana HS. Alljährlich im Juni und Juli 
um Salvia pratensis. Die Raupe lebt im Mai in den Herztrieben 
der Pflanze. Tautow, Curow, Schwalbeuberge. 

12. (1066.) Tedella Cl (Comitana SchiiT.). Sehr gemein 
um Pinus abies Ende April und Mai bei Vogeisang, Nemit« 
und im Schrey. 

13. (1068.) Demamiana F. R. Selten im Juni auf dem 
Moore bei C^arolineuhorst, auch im Julow. Raupe an Birken.» 
nach Wocke auch an Erlen. 

14. (1070.) SuboeeUma Don. Ueberall an Wollweiden 
im Mai bis zum halben Juni. Die Raupe lebt im August und 
September auf der Unterseite der Blätter in der abgenagten 
Wolle versteckt. 

15. (1071.) Niaella Cl. Verbreitet und gemein an Po- 
piilus tremula von Juni bis September. C^onole 

)igi ize y ^ 



415 

1$. (1073.) F^leriam F. R. Gemein in allen Erlen- 
waMungen von Juni bis September. Raupe überwintert im 
Frühjahr in den Kätzchen der Erlen und Haseln. 

17. (1074.) OpkthainUcana Hb. Wenig verbreitet um 
Zitterpappel im August und September. Julow, Nemitz. 

18. (1076.) Solandrioma L. Nur vereinzelt im Juli und 
August in Laubwald. Garolinenhorst, Vogelsang, Nemitz. 

19. (1077.) Sermfuscana Steph. Gemein von Juli bis 
October um Weiden in unzähligen Varietäten, unter denen 
die ab. Melaleucana Dup. die seltenste ist. Die Raupe lebt 
hier im Mai und Juni an Weiden, bei Misdroy an Mjrica gale, 
an Salix auf den Möllenwiesen. 

20. (1078.) Soröidana Hb. Uebei-all gemein, wo Erlen 
wachsen, im September und October. Raupe im Juni an 
Alnus glutinosa, deren Qlätter sie ballförmig zusammenspinnt. 

21.(1079.) Ä/tmana Hw. (Cretaceana Fröl.) Nicht ge- 
mein im Juni an Birken, worauf die Raupe lebt. Der Falter 
ruht meist an den Stämmen. Bei Stettin, Carolinenhorst. 

22. (1080.) Te^rfUjuetrona Hw. Ueberall äusserst gemein 
im Mai an Birken, woran im Herbst auch die Raupe lebt. 

23. (1081.) Imrmndana F. R. Stellenweise häufig im 
Mai an Erlen, an denen im Herbste sich die Raupe findet. 
Am reichlichsten fliegt der Falter im Erlenbruch am schwarzen 
See bei Nemitz. 

24. (1085.) Smilana Hb. (Bimaculana Don.). Nicht 
gemein in den Birken bei Carolinenhorst im Juli bis September. 

25. (1088.)^ Incamatana Hb. Ganz vereinzelt bei Gram- 
bow um wilde Rosen Anfangs August gefangen. 

26. (1089.) Suffusana Z. Verbreitet, aber nicht gemein 
uin Weissdorn von Ende Mai bis Ende Juni. Raupe enyachsen 
Anfang Mai in den zusammengesponnenen Blättern, besonders 
beim Wussow'schen Forsthause. 

27. (1091.) rnjofinctona If. (Cynosbana Hw.). Bei uns 
selten im Juli an Rosen, deren Knospen die Raupe zerstört. 

28. (1092.) Gymsbana F. (Roborana Tr.). Ebenfalls um 
Rosen, aber sehr häufig im Juli. Die Raupe des Falters macht 
dem RosenzUchter viel zu schaffen, indem sie die sich ent- 
wickelnden Knospen zerfrisst. 

29. (1096) Cimana Z. Im Mai bis Mitte August auf 
feuchten Wiesen. Raupe in den Stengeln von Cirsium pa- 
lustre, in denen sie überwintert und sich auch verwandelt. 
Zahlreich auf den Wiesen bei Tantow. ^ l 

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30. (1105.) Brunnichiana Fröl. Ebenfalls auf feuchten 
Wiesen im Juni. Raupe im ersten Frühjahr im obern Theil 
des 61 Utenstieles von Tussilago farfara. 

31. (1107.) Foenella L. Ueberall gemein im Juni bis 
Mitte Juli, wo Artemisia vulgaris sieht, in deren voijäbrigeo 
Stengeln die Raupe theils Über, theils unter der Erda sitzt. 

32. (Uli.) Me88ingia$ia F. R. Um Artemisia campestris 
im August und September bei Misdroy und Swinemünde. 
Raupe und Puppe, auch bei Stettin auf dem Pionier-Uebungs- 
platz gefunden. 

33. (1112.) atrana Hb. Zwar verbreitet, aber nicht 
gemein im Juli. Ich zog den Falter mehrmals aus Raupen, 
die ich in den Herztrieben von Achillea millefolium fand. Auch 
an Artemisia campestris soll sie leben. Schleich und Knaak 
fanden sie an Anthemis tinctoria. ' 

34. (1117.) Pupilfana Cl. Wo Artemisia absynthium 
steht, im Juli keine Seltenheit. Raupe in den untern Trieben 
dicht über der Erde im Juni. 

35. (1122.) Qmtermnana HS. Falter im Juli in Gärten, 
wo Salat gebaut wird. Die Raupe findet man im August in 
den Blüten der Pflanze, die unreifen Samen verzehrend. Sie 
verwandelt sich in festem Gespinnste in der Erde, ist aber 
sehr schwer zu erziehen. 

36. (1123.) Aapidiscana Hb. Fliegt bei uns hier im 
Mai an Orten, wo Solidago virgaureu wächst. Raupe im Au* 
gust und September in dem Hauptstengel der Pflanze, sich 
leicht dadurch vermthend) dass derselbe gekrümmt und in der 
Blumenentwickelung zurückgeblieben ist. Die Raupe über- 
wintert erwachsen theilweise im Stengel, andere gehen auf 
die Erde. Auch die Verwandlung zur Puppe erfolgt ebenso. 
Zuweilen häufig im Julow. 

37. (1124.) Hypericana Hb. Gemein von Mai an den 
Sommer hindurch an Orten, wo Hj'pericum wächst, in deren 
Knospen die Raupe lebt. 

38. (1125.) Albersana Hb. Selten im Mai bei Vogelsang 
im Laubwalde. Raupe an Loniceren. 

39. (1127.) T^ebrosana Dup. Falter im Julow um Vi- 
oia silvatica im Juni und Juli. Ich zog den Falter öfter aus 
Haupen, die ich in den unreifen Hülsen der Pflanze im Augaal 
ftind. 

40. (1131.) Roaetkolana Z. Der Falter im Juni um 
wilde Rosen. Die Raupe im Herbste in den Hagebutten, die 
dadurch missfarbig werden. Zur Verwandlung geht sie in 
faules Holz, Pflanzenstengel und di*rgleiclien. In^er Gefangen- 

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scbafl bohrte sie sich in trockenes, ihr zu diesem Zwecke 
g^ebenes HoHundermark. 

41a. (1131.) F\mebrana Tr. Falter verbreitet im Mai 
und Juli. Die Raupe in den Früchten von Pflaumen und 
Schlehen gemein. Eine erste Raupengeneration lebt im Juni; 
sie behiift sich dann mit den Herztrieben der Pflanzen. 

41b. Succedana SV. Von E. Hering gefunden. 

41c. Serviliana bei Tantow im Juni gefangen. (Hering.) 

42. (1143.) Mcrogranmana 6n. Erst im Juni 1875 
von mir auf den dürren Vorbergen des Garzer Schrey an 
Ononis spinosa aufgefunden. 

43. (1149.) Scopariana HS. Ueberall gemein im April 
und Mai um Sarothamnus, im Sooneoselieine fliegend. 

44. (1150.) Cosmophorana Tr, Verbreitet, aber nicht 
gemein in lichten Kieferwaldungen im Mai. 

45. (1155.) Paeiolana Z. Im Mai bis Mitte Juni des 
Abends um Tannen, Pinus abies, gewöhnlich etwas hoch 
fliegend. Bisher nur bei Nemitz gefunden. 

46. (1156.) Woeberiana QchifC. Der Falter verbreitet an 
Obstbäumen von Juni bis August, gern an den Stämmen 
ruhend. Raupe und Puppe unter der Baumrinde. 

47. (1157.) Bx^ana Wck. Erst einmal von mir auf 
den Möllenwiesen in einem frischen Exemplar am 3. August 
1874 gefangen. Nach Plötz auch in Neu -Vorpommern. 

48a. (1162.) Gompositella F. Im Mai und Juni auf Wiesen 
im Schrej und am Rande des Julow. 

48b. (1165.) DupHeana Zett. Neu-Vorpommern (Plötz). 

49. (1167.) Periepidana Hw. Nicht gemein Ende April 
und Mai im Laubwalde bei Vogelsang. Raupe in zusammen- 
gesponnenen Blättern von Orobus niger. 

50. (1168.) PalUfrontana Z. Ein bisher überall seltner 
Falter, der auch hier ganz vereinzelt gefangen wurde. Durch 
Zufall kam ich im Jahre 1876 'in den Besitz von 10 bis 12 
Exemplaren. Als ich nämlich am 8. Juli die Buchen waldung von 
Vc^elsang besuchte, um Col. Galiipennella zu fangen, flog der 
Wickler in Menge an den Blüten von Astragalus. Leider 
brach in kaum 10 Minuten ein Gewitter mit strömendem Regen 
lo8, und somit war die Jagd beendet. Meine Muthmassung, 
dass die Raupe an Astragalus leben möchte, fand ich später 
bestätigt, indem ich sie Anfangs August in den Hülsen der 
Pflanze den unreifen Sanken fressend fand. Erwachsen ist die 
Raupe hochrodi, im Jüngern Alter grün. 

51. (1170.) Diseretana Wck, (Dorsana Hb.). Bisher im 
Juni nur vereinzelt in feuchten Erlenbrüchern im^hrey^ge- 

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418 

fangen, wo der Falter zugleich mit Pentb. Nigricoetana Hw. 
um Slachjs Bjlvatica fliegt. 

52. (1173.) DorsanaF. (Jungiana Fröl.). Bei uns selten 
im Mai und Juni. Die Raupe soll auf Erbsen leben, sicher 
lebt sie auch auf andern Pflanzen, wo keine Ei-bsen zu finden; 
bei Grambow, in den Stettiner Festungswerken elc. (Hering.) 

53. (1176.) Coronillana Z. Im Mai und Juni im Schrey 
und an den Schwalbenbergen auf Coronilhi varia. 

54. (1180.) Aurana F. Nach Angabe des Pastors OI- 
böter in Meilen bei Dramburg in Hinteri)ommern ist der Falter 
dort zu Hause. 

€Mr|M»eapfeia Tr. 

1. (1181.) PommeUa L. Ueberall im Mai und Juqi vor- 
kommend. Die Raupe lebt in Aepfeln und Birneo, verpuppt 
sich gern in faulem Holz; es schiebt sich die Puppe nach 
Art der Sesien beim Auskriechen des Falters zur Hälfte aus 
dem Gespinnste hervor. 

2. (1182.) Grosmna Hw. Der Falter im Mai uod Juni, 
aber nicht häufig, in uosern Bucbenwaldungen. Die Raupe 
lebt im Herbst in den Früchten der Buche, 

3. (1183.) Splendana Hb. Ueberall in Eichenwaldungen 
von Juni bis August. Raupe im Herbst in den Eicheln. 

PlitliorelilMilIfl Ld. 

1. (1188.) Aryyrana Hb. Im Mai in Eichenwaldungen, 
am reichlichsten hinter dem Forsthaus Wussow. Abends 
schwärmt der Falter gern an den höhern Zweigen der B&ime, 
so dass er schwer abzureiehen ist. Ohne Mfihe IHngt man 
ihn aber, wenn man die Stämme recht genau absucht. Ich 
habe ihn dann in Masse, frisch entwickelt, neben den leeren 
Puppenhülsen gefangen, die zwischen den Flechten und Moosen 
hervorragen. 

2 a. (1189.) Plumbatana Z. Ebenda und zu dovelben 
Zeit, aber mehr vereinzelt. 

2 b. (1191.) Costipuncfana Hw. Nach Plöte in Neu- 
Vorpommern. 

3. (1195.) Matadllana Z. Ende Mai und Anfang Juni 
auf dem Moore bei Carolinenhorst an Birken in manchen Jahren 
nicht selten fliegend. Der Falter ruht gern im Sonnenscheine 
auf den Blättern. Obgleich die Raupe unzweifelliafL an Be- 
tula alba lebt, ist es uns doch, trotz aller Mühe, noch nicht 
gelungen, sie aufzufinden. 

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419 

4. (1198.) Spiniana Dup. Seiten im August am Rande 
des Julow um Prunus spinosa. 

5. (1200.) Popuiana F. Von Miller U-i Misdroy im Juli 
um Salix oaprea gefangen. In nächster Nähe noch nicht 
beobachtet. 

6. (1203.) Regiana Z. Im Juni an den Stämmen von 
Ahorn, Acer pseudo-pfalonus, oft in grosser Menge in ver- 
schiednen Alleen der Stettiner Umgegend, auch bei dem Gute 
Eckerberg vorkommend. Leicht des Morgens von 6 bis 8 Uhr, 
frisch entwickelt an den Stämmen zu tlnden. Raupen und 
Puppen sind leicht unter abstehenden kleinen RindenstUckchen 
im Mai zu finden, oft gesellschaftlich. 

Trawdana SchitT. ist bisher hier nicht gefunden. 

7. (1207.) Flexana Z. (Vigeliana HS.). Ausserordentlich 
gemein als Raupe auf dem Julow und in der Buchenforst bei 
Vogelsang, gewiss auch bei Hökendorf, im October. Die Raupe 
lebt zwischen flach aufeinander gesponnenen Blättern, woselbst 
sie auch efn festes, mit ihren Excrementen vermengtes Gespinnst 
anlegt. Im Zimmer entwickelt sich der Falter schon im März, 
wenn man die Puppen Anfangs Februar warm stellt. Im 
Freien sieht man den Schmetterling, der übrigens auch in 
Eichenwaldungen bei Messenthin vorkommt, selten. 

8. (1208.) Germana Hbn. Nach Ptötz in Neu- Vor- 
pommern. 

9. (1209.) Rhedielfa Cl. Selten, doch mehrmals bei 
Stettin im Jnli gefangen, z. B. in der Plantage am alten 
Friedhofe (Hering). Raupe nach v. Heinemann auf Apfel- 
bäumen, Pflaumenbäumen und Weissdorn. 

Tmeioeera Ld. 

1. (1210.) Ocellana SchitT. Ueberall gemein in Laub- 
holz im Juni und Juli, hauptsächlich in Erlenbeständen. Raupe 
in verschiednen Laubhölzern im Mai, auch an Apfelbäumen 
(Hering). 

2. (1210 b.) Laricana Z. Gewiss eigene Art. Von mir 
im Juli aus Raupen gezogen, die ich im Juni zwischen zu- 
sammengesponnenen Nadeln von Larix bei Eckerberg fand. 

{Itei^aMopiyelia US. 

1. (1212.) Incarnana Hw. Ueberall in Laub-, besonders 
Eichen - Waldungen gemein von Juni bis August. Raupe an 
verschiednen Laubhölzern, im Julow etc. 



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2. (1216.) Simpicma F. R. Bisher nur im Juni am Süd- 
ronde des Julow um Populus tremula gefangen. Der Falter 
selten. 

3. (1219.) Nigromaculana Hw. Den Falter selbst bekommt 
man im Freien wenig zu Gesicht, und man muss ihn durch 
Raupenzucht zu erlangen suchen. Die in manelien Jahren 
durchaus nicht seltene Raupe findet man erwachsen im Sep. 
tember in den BiUten von Senecio paludosus, am reichlichsten 
auf den Möllenwiesen. 

4. (1220.) Ramella L. Verbreitet, aber seltner im Juli 
und August in Laubholz, vornehmlich in Birken Waldungen. 
Tantow, Carolinenhorst, Grambow. 

5. (1222.) Oppressana Tr. Im Juni und Anfangs JuH 
um Pappeln. Sehr gemein bei SwinemUnde, auch bei Stettin 
(Plantage neben Fort Preussen). 

6. (1224.) Hnicolana Z. Bisher nur in einem einzigen, 
frischen Exemplare von mir am 15. Juli 1867 im Schrey 
zwischen Kiefern gefangen. E. Hering fing den Falter ebenfalls. 

7. (1225.) Coriicana Hb. üeberall gemein im Juli und 
August in Eichenwäldern. 

8. (1229.) Nanana Tr. Nicht selten an Tannen, Piuus 
abies. im Juni bei Nemitz. 

9. (1230.) Ustomaculana Curt. Erpt im Jahre 1876 am 
9. Juli von mir bei Swinemünde um Vaccinium vitis idaea 
gefunden, worauf die Raupe im Mai und Juni leben soll. 

10. (1232.) Vacdniana Z. Besonders gemein im Mai 
und Juni auf dem Moore bei Carolinenborst. Die Raupe an 
allen Vaccinien, besonde]*s aber au Vaccinium vitis idaea im 
August und September. 

11. (1236.) EractifoBdana Hw. (Cuphana Dup.). Falter 
im April und Mai, dann wieder im Juli an den Rändern von 
Gehölzen, aber nirgends häufig. Nemitz, Julow, Vogelsang, 
Messenthin, Grambow, Finkenwalde. 

12. (1239.) Quach-ana Hb. Bei Nemitz sehr vereinzelt, 
dagegen meist gemein bei Yogelsang auf trocknen Grasplätzen 
von Ende April bis Ende Mai. 

13. (1240.) Pygmaeana Hb. Bisher nur von Mitte bis 
Ende April um Tannen gefangen, meist vereinzelt. 

14. (1245.) Augustana Hb. Im Juni und Juli um Salix 
caprea, in deren Herzblättern im Mai die Raupe lebt, vor- 
nehmlich auf den Möllenwiesen. 

15. (1246.) Crudana L. Das Vorhingesagte gilt auch 
für diese Art; ich halte überhaupt nicht den Falter für ppe- 
cifisch verschieden. 



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16. (1247.) Rubiginosana HS. Wocke gicbt ala Flug- 
ort Laubwälder, namentlich Birken an. Hier fangen wir den 
Paher bei Ncmitz äusserst selten an Kiefern; häufiger wurde 
er bei Misdroy in einer verkrüppelten Kieferschonung' direct 
am Strande gefunden. Auch auf dem Moore bei Carolinenhorst 
lindet er sieh etwa 1/4 Meile vom Bahnhof ab an verkOmmerten 
Kiefern. 

17. (1248.) Trimacuiana Don. Im Bruch des Garzef 
Schrey im Juni in der Nähe von Ulmen, an denen im Mai 
äie Raupe lebt. 

18. (1249.) Minuiana Hb. Bisher nur an den Pappeln 
der Landstrasae von Nemttz nach dem Sandsee zu im Juli ge- 
fangen. Die Raupe lebt ähnlich wie die von Flexana zwischen 
zusammengesponnenen Blättern von Populus nigra Ende Mai 
bis Mitte Juni. 

IPHmJLopteryjL Tr. 

1. (1250.) Milterbacheriana Schiff. Gemein im Mai und 
Juni. Raupe im Herbst auf Eichen und Buchen, deren Blätter 
sie in derselben Weise zusammenspinnt, wie dies bei Penth. 
Roseomaculana angegeben wurde. Die Verwandlung zur Puppe 
geschieht im April. 

2. (1253.) Laetana F. (Harpana Hb.). Ueberall im Mai 
in unsern Laubwaldungeh gemein. Itaupc im Herbst an Po- 
pulus tremula im umgeschlagenen Blattrande. 

3 a. (1254.) Tinecma Hb. Selten an den Rändern des 
Sampfes bei Orambow; dagegen ziemlich häutig auf dem 
Moore bei Garolinenhorst an Birken im Mai, in zweiter Generation 
im Juli. 

3b. (1255.) Curvana Z. Nach Plötz in Neu -Vorpommern. 

4. (1256.) Biarcuana Steph. Bisher nur bei Vogelsang 
Ende Mai bis Mitte Juni vereinzelt gefangen. Raupe im Herbst 
auf Salix ciiprea. Oefter kommt die var. Subarcuana Dgl. 
(Inornatana HS.) im Juni bei Tantow, auf den Möllenwiesen 
etc. vor. 

5. (1257.) Diminutana Hw. Reichlich bei uns auf den 
Möllenwiesen im Juni und wieder im August. Auch im Ne- 
mitzer Bruch, bei Grambow und auf den Wiesen im Schrey 
fliegt der Falter, dessen Raupe auf Weiden lebt. 

6. (1258.) Uncana Hb. Ziemlich häufig im Mai und 
Juni auf dem Carolinenhorster Moore an Haidekraut. 

7. (1259.) Unguiceiia L. Ueberall gemein an Stellen, 
wo Calluna wächst, von April bis Juni, besonders bei Caro- 
linenhorst. 

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8. ((260.) Scufana Hb. (Apicella Heinem.). üeberall 
gemein im April und Mai und wieder im Juli und August. 
Raupe an Rhamnus frangula, sich im FrtthJHhre ei-st ver- 
puppend, dann wieder im Juni. 

9. (1264.) Lundana F. (Badiana Schiff.). In liehUfti 
Laubwaldungen im Juni, aber nicht gemein. Ich hübe d^n 
Falter mehrmals mit Orobus niger, auf dem ich die Raupe 
fand, gezogen. Hökendorf, Julow el^c. 

10. (1265.) MyrUüana Tr. Üeberall im Mai keine SeKen- 
heit, wo die Nahrungspflanze der Raupe, Vaccininm myrtillus, 
wächst. 

11. (1266.) Derasana Hb. Am Ohimbeckaee vereinzelt, 
dagegen reiehh'cli in der Pömmerachen Haide bei Gärz a. O. 
im grossen Bruch dicht bei dem Forsthause im Juli. Die 
Raupe nach Wocke an Schlehen, nach Rössler an Heidel- 
beeren; ich habe sie von Himbeeren gezogen; sie scheint also 
poljphag zu sein. 

Rliopeliola Led. 

1. (1268.) Naevana Hb. Gemein von Ende Juni bis in 
den August hinein auf dem Moore bei Caroline nhorst. Raupe 
auf verschiedenen Vaccinien. 

Hlekroramplia Gn. 

1. (1273 ) PeüoereUa L. Üeberall sehr gemein im Juli 
bis Mitte August an Stellen, wo Achillea millefolium wächst. 

2. (1274.) Aifnnana Tr. Hat mit der vorigen Art gleiche 
Flugzeit, ist aber seltner, an Rainen, in Gräben der Land- 
strasse etc. 

3 a. Subsequana Hw. Nach Plötz in Neu-Vorpommern. 
3b. Acumimüana Z. Nach Plötz in Neu-Vorpommern. 
4. (1299.) Phmbana Scp. Uebei-all gemein im Juni 
und Juli. 

T i n e i n a« 

I. Choreutidae. 

Clioreiitia Hb. 

1. (1303.) Myfkrana F. Am Grambower Sumpf und 
auf dem Moore bei Carolinenhorst um Erlen und Zitterpappeln 
im JuH. Die Raupe nach Rösster Ende Juni und August 
zwischen den Blättern von Scutellaria galericula(a eiugesponnen ; 
nach Wocke lebt sie auf Lamium- Arten und Nesseln. 

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423 



1. (1360.) Pariana C\. Gemein von Ende Juni bis znm 
Frühjahr, da der Falter überwintert. Die Raupe fand ioh in 
Maf>se bei der Mückenmtlhle bei Meeeentliin auf Apfeibäumeu, 
bei Nemitz auf Ebereschen. Sie ist sehr lebendig und lebt 
nach Art der Swammerdamien -Raupen unter feinem, weissen 
Gespinnste, nur die Oberhaut der Blätter abnagend. 

2. (J309.) Oxffacanthelia L. (Fabricinna Stepli.). Ueberall 
gemein im Juni und Juli. Die Raupe lebt im Mai auf Nesseln 
und bat ein glasartiges Ansehen. Im Julow, bei der Höken- 
dorfer llOhie etc. 

II. Tälaeporidae. 

Tatoeperia Hb. 

1. (1329.) Pseudobombycefla Hb. Der Falter im Mai; 
man findet ihn im Verhältniss zur Raupe nur selten. Letztere, 
Ende April erwachsen, sehr gemein; sie Fpinnt ihren Sack 
an Baumstämme, Steine, Zäune etc. fest. 

Holenobia Z. 

1. (1336.) Pineti Z. Am häufigsten finden sich die im 
März schon festgesponnenen Säcke an den Kieferstämmen bei 
Nemitz und Carolinenborst. Falter im April und Mai. 

2. (1338.) Tnquärella F. R. Nicht selten, aber nur 
die parthenogenetische Form des Weibchens. Man findet die 
Säcke häufig mit denen von Sol. Pineti zusammen, reichlicher 
aber in Laubwaldungen, besonders bei Hökendorf. 

IlL L3rpnsidae. 

lijrpnsa Z. 

1. (1342.) MaureUa F. Am 31. Mai 1876 von mir 
zum ersten Male in einem frischen Exemplare an Calluna 
schwärmend auf dem Moore bei Carolinenhorst gefangen. 

IV. Tineidae. 



fi »iplodmn» Z. 

1. (1349.) Marginepuncteila Steph. Vor einigen Jahren 
Ende Juli aus Säcken gezc^en, die ich in der Vorkammer 
des Eiskellers des Försters Krebs im Garzer Sehrey ange- 
sponnen fand. 

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424 



ULygitt f pai a Z. 

1. (1351.) Mehnella Hw. Der Sack an Baamstämmen 
im Frühjahr angesponnen. Der Falter fliegt im Juni, ist aber 
immer nnr vereinzelt zu linden. 

Seardia Tr. 

1. (1359.) Boleti F. Der Falter im Juni, mitunter nicht 
sehen. Die Raupe lebt in den Schwämmen von Buchen, 
Weiden etc. Ich erzog vor mehrern Jahren eine grössere An- 
zahl dieses Falters aus festen, lederartigen Gespinosten, die 
ich nahe über der. Erde unter abgeplatzter Buchenrinde fand. 

Bliili«|»luiiiie8 Z. 

1. (1365.) ImeUa Hb. Sehr selten. Ich fing bisher 
erst ein Exemplar am 5. Sepfiember 1869 am Fusse der 
Garzer Schwalbenberge. 

2. (1368.) Ferrugmeüa Hb. Auch nur sehr vereinzelt 
im Juni oberhalb Frauendorf an Gartenzftunen gefunden. 

3. (1369.) Monachella Hb. Der seltne Falter wird nur* 
hin und wieder in Einzelexemplaren in lichten Waldungen 
Ende Mai bis Mitte Juni gefunden. Kach Wocke kommt er 
in zweiter Generation auch im August vor. Gefangen bei 
Tantow, im Bruch beim Wussow "sehen Forsthause, auf den 
Mollen wiesen etc. Die Raupe soll in den Nestern kleinerer 
Vögel leben. 

4. (1370.) BttsHcelia Hb. Der Falter wird im Freien 
selten gefunden, ist aber häufig im Mai aus vorjährigen Vogel- 
nestern gezogen worden. 

Tinea Z. 

1. (1374.) Tapetzeiia L. Im Freien nie gefangen, aber 
verschiedentlich in Wohnungen von Ende Juni bis Mitte Juli. 
Die Raupe lebt an verschiedenen thierischen StoflTen, an Kno- 
chen, Fellen, Federn und dergl. 

2. (1375.) ArcellaF. Ganz vereinzelt in Laubwaldungen 
Ende Juli bis Ende August an Baumstämmen ruhend. Bisher 
nur bei Nemitz im Erlenbruche und im Julow gefunden. 

3. (1376.) CorHcefla Gl. Sehr selten. Von mir erst 
einmal in Gesellschaft der fölgetideil Art am 22. Juni 1867 
auf dem Julow an einem Buchenstamme gefangen. Raupe in 
Baumschwämmen. 

4. (1377.) ParasUeila Hb. Der Falter, früher häutig, 
ist in den letzten Jahren selten geworden. Wir fanden iba 

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425 

meist frisch entwickelt an den Baumstämmen im Julow und 
an den faulen Weiden bei Nemüz im Juni. Die Raupe lebt 
ebenfalls in Baumschwäromeu, aber auch in faulem Holze. 

5. (1379.) Arcuateiia Stt. (Picarelia Hb.). Obgleich selten, 
wird der Falter doch alljährlich im Juni in der Kirschen- 
pfianzung oberhalb Frauendorf, in nächster Nähe der Kirche 
gefunden. Raupe in den Schwämmen der Kirschenbfiume, 
nach Rössler auch in faulem Holze. 

6. (1380.) Picarelia Ci. Ganz vereinzelt an den Bäumen 
zwischen der Malzmühle und Lubschen Mühle bei Stettin. 

7. (1381.) Nigralbella Z. Seit Jahren nicht mehr ge- 
funden. In früherer Zeit an der Obstbaumplantage, die von 
Gi-abow nach Grünhof führte, die aber niedergehauen ist, da 
die Bäume in Folge der Verwüstungen, die die Raupe von 
Sesia Mjopiformis unter ihrer Rinde anrichtete, nach und nach 
abstarben. Auch bei Yogelsang fand ich den Falter an den 
Stämmen von Pflaumenbäumen. 

8. (1384.) Querdcolelia HS. Sehr selten im Mai an 
alten Eichenstämmen im Schrey. 

9. (1385.) Oraneila L. Sehr häufig in Eichenwaldungen, 
am gemeinsten auf Holzhöfen, wo Eichenholz lagert, in dessen 
faulen Theilen die Raupe lebt; desgleichen in Baumschwämmen. 

10. (1386.) Cloaceila Hw. Ebenso wie die vorige Art; 
ich halte die Falter nicht' für specifisch verschieden. 

11. (1403.) Maella Z. Im Juli am häufigsten in Häu- 
sern, Ställen und Orten, an denen thierische Stoffe, wie Felle, 
Lumpen und dergleichen liegen. 

12. (1404.) Fusdpmctella Hw. (Spretella Schiff.). Von 
Juni bis August. Im Uebrigen gilt das von Misella Gesagte 
auch für diese Art. 

13. (1405.) PelKanella L. Faher im Juni und JuK. Die 
Raupe ist die berüchtigte ZerstOrerin der Zeugstoffe, Pelze, 
Federn etc. in den Häusern. Auch aus Sperlingsnestern erzog 
ich aie in Menge. 

14. (1417.) Lapelia Hh. Der Falter findet sich einzeln 
von Mai bis August, es scheinen zwei Generationen zu be- 
stehen. Die Zimmerzucht dagegen liefert uns die Motte häufig. 
Man sammelt zu diesem Zwecke im Herbst oder im ersten 
Frühjahr die Nester der kleinen Vogelarten, in deren Wänden 
die Puppen in festen Gespinnsten liegen. 

15. (1419.) Semi/ukeüa Hw. Von Anfang Juni bis Mitte 
Juli in Litub-, besonders Eichenwaldungen, (Schre^% Julow) 

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426 

an den Baumstämmen sitzend. Raupe unbekannt, gewiss in 
faulem Holz oder Schwämmen. 

PH^^IIopori« Heinem. 

1. (1428.) Bistrigeila Hw. Nur einmal am 18. Mai 
1872 auf dem Carolinenhorster Moore an Birken gefangen. 
Der Falter entgeht wohl oft dem Auge durch seine winzige 
Form. 

Tlneola« 

1. (1434.) BiseilieUa Hummel. Ueberall in den Häusern 
verbreitet, wenn auch nicht gemein. Die Raupe an thierischen 
Stoffen ; auch findet sie sich in Insectensammlungen, und kann 
durHi Ausfressen der getrockneten Körper empfhidlichen Schaden 
anrichten. 

liampronto Steph. 

1. (1445.) Praelatella Schiff. Ende Juni bis Mitte Juli 
wird der Falter in einigen feuchten Brüehern des Schrey ge- 
fangen, meist auf Blättern ruhend. Die Raupe lebt in hell- 
grauem Sacke an der Unterseite der Erdbeerblätter, nach 
Kaltenbach auch an Rubus und Spiraea uhoaria von Herbst 
bis zum FrUiijahr. 

2. (1446.) Rubiella Bjerk. Von Ende Mai bis MiUe Juni 
des Abends reichlich um Himbeeren fliegend. Die erwachsen 
hochrothe Raupe lebt tief in den jungen Trieben der Pflanze, 
sich bis ins Mark der Zweige oder des Rauptstammes hinein- 
fressend, im April und Mai. 

Ich zweifle nicht, dass die Zukunft dieses Genus noch um 
einige Arten l\lr unsere Fauna bereichern wird, ich denke 
hauptsächlich an Redimitella und Flavimitrella , die in Däne- 
mark nicht selten sind. (Nach Bang Haas.) 

Incarwarl« Hw. 

1. (1447.) Musealella F. Um Mitte Mai in manchen 
Jahren in Laubwäldern nicht selten. Die Raupe, erst minirend 
in Buchen- auch wohl Eichen-Blättern, fertigt später aus zwei 
Blattstücken einen ovalen Sack, darin auf der Erde flberwin- 
ternd , ihn aber vor der Verwandlung an irgend einen Oegen- 
stand festspinnend. 

2. (1449.) PecUnea Hw. Sehr gemein in de? Carolinen- 
horster Birkenwaldung. Der Falter findet sich aber auch in 
den ErlenbrUchern bei Nemitz. Flugzeit: Ende April tns Mai. 
Lebensweise der Raupe mit Muscalella gleich. 

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427 

3. (1451.) Koemerieiia Z. SeJtner als die beiden vorigen 
Arten in Buchen valdyngen. Der Falter wird am bequemsten 
durch Erschatterung der Zweige im Hai aufgescheucht, z. B. 
bei Vogelsang. 

4. (1459.) CapiteUa Cl. Der Falter ist bisher nur in 
GäHen, in denen Johannit^beeren wachsen, im Mai beobachtet 
worden. Die Raupe lebt Ende April erwaclisen in den jungen 
Trieben vorgenannten Strauches. 

5. (1461.) OMmatmeUa Tr. Der nicht häufig vor- 
kommende Falter fliegt im Juli, am reichlichsten noch in dem 
Rrlenbruch am schwätzen See bei Nemitz. Den Sack fanden 
wir im April unter Laub an der Erde, wir nährten die Raupe 
mit Alsine. Im Zimmer entwickelten sich die Falter schon 
Anfangs Mai. 

UTemophor« Hb. 

1. (1464.) Swammerdamella L. Ueberall gemein im Mai 
in Laubwaldungen. Der Sack findet sich im Frühjahr unter 
dQrrem Laub. 

2. (1465.) Panzerefla Hb. Nicht häufig in der zweiten 
H4ine des Mai bei Carolinenhoi^ei an Heidelbeeren. 

3. (1470.) PiMa F. Häufiger als die vorige Art Milte 
Mai bis Ende Juni in den Kiefern bei Carolinenhorst. 

4. (1471.) Meiaxella Hb. Ende Juni bis Mitte Juli in 
feuchten Laub Waldungen; besonders reichlich fiiegend im Erlen- 
bruch am Sandsee bei Nemitz, auch in Gärten vor Stettin. 

V. Adelidae. 
Adel« Latr. 

1. (1472) FthuhUa F. Gemein im Mai an blühenden 
Yeronioa-Pflanzen. Die Raupe lebt in den Samenkapseln der 
Pflanze, später als Sackt» ägerin unter denselben. (Hofmann.) 

2. (1478.) Rußmiirella Scp. Bisher nur einmal von 
mir am 3. Juni 1873 auf den Wiesen bei Tantow gefangen. 

3. (1494.) Degeereih L. Ueberall in Laubwaldungen 
von Mai bis Juli gemein, besonders in ErlenbrUchern. Der 
Saek unter altem Laub an der Erde. 

4.(1405.) ßro««e//a Seop. (SulzeHa Schiff.). Nicht häufig 
in feuchten Laubwaldungen, besonders in den Biürhern bei 
Vogelfang im Juni. ^ i 

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428 

5. (1498.) Vkideüa Seop. Gemein im Hai, besonders 
in den Eichen- und Bnehenwaldungen bei Nemits, Vogelsang, 
Hökendorf. 

6. (1499.) Cupreila T\nih, Anfangs Mai im Sonnenschein 
an blühenden Weiden schwärmend, besonders reich Heb an den 
Rändern der Brücher bei Orambow. 

l¥eniot#l» Hb. 

1. (1500.) MeialHcus Poöa. (Scabiosellus Scop.). In den 
letzten Jahren hier seltner geworden. Der Falter sitzt im 
Sonnenschein gern an der B)ate von Scabiofa arvensis. Zuletzt 
ting ich den Falter an den trocknen Hügeln zwischen Neuen- 
dorf und Messenthin im Anfange des Juh*. 

2. (1505.) Cupriacelhs Hb. Gehört hier zu den seltnen 
Faltern. Von vier selbst gefangenen Faltern stammt ein Exem- 
plar vom Rande des Julow, zwei andere von den Schwalben- 
bergen und das vierte von dem Turnplatze hinter meiner 
Wohnung. Flugzeit des Falters der Juli. 

3. (15n.) Fasdellns F. Etwas häufiger als die vorige 
Art im Juli. Ich fing den Falter im Sonnenscheine fliegend 
au( dem Garzer Kirchhofe .und an den Schwalbeobergen. 

4. (1515.) Minmellus Z. Im Juli nicht selten an den 
Scbwalbenbergen im Sonnenscheine spielend. 

5. (1517.) DnmeriUeUm Dup. In der zweiten Hälfte des 
Juli bis August oft gemein um Veronica fliegend. Als bis- 
herige einzige Fundstelle gelten die Vorberge des Garzer Schrey, 
namentlich die Schwalbenberge. 

VI. Oolisenheimeridae. 

Ocliaenlfteiineri« HS. 

1. (1518.) Taurella SchifT. Der sehr versteckt lebende 
Falter wurde von mir im Juli gefangen. Ausser an Gräsern 
lebt die Raupe auch in den Halmen des Roggens; sie hat in 
den letzten Jahren auf manchen Feldmarken empfindlichen 
Schaden angerichtet, indem sie die Halme im Innern durch- 
frisst und das Absterben der Aeliren verursacht, wodurch diese 
das Ansehen verfrühter Reife annehmen. 

2. (1522.) VaccuMa F. R. In den letzten Jahren nicht 
gefangen. Im Jahre 1865 war der Falter im August bei der 
Wasserheilanstalt Bergquell bei Frauendorf so gemein, dass 
die weiss getünchten Wände der Gebäude damit besetzt waren; 
auch in den Wasserbassins fanden sie sich in Menge schwim- 
mend vor. 

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429 

VII. Acrolepidae. 

Acrolepla Curt. 

1. (1526a.) Valeriella Snellen. Diese neue Species fliegt 
Anfangs Juni auf der Grünen Wiese zwischen Grabow und 
Bredow, ebenso auf den Wiesen beim Bahnhof Tantow gegen 
Sonnenuntergang. 

2. (1530.) AsseeteUa Z. (Betulella HS.). Hier ganz ver- 
einzelt gefangen am Acker des Besitzers der Colonie Vogel- 
Fang, ebenso in verschiedenen Gärten in Garz a. 0. im Sep- 
tember. Raupe in den Dolden der gewöhnh'chen Gartenzwiebel, 
nael) Wockie auch in den Blättern derselben minirend. 

3. (1533.) Pygmaeana Hw. Der Falter von September 
bis zum Frühjahr, da er überwintert. Die oft sehr gemeine 
Raupe minirt in den Blättern von Solanuip dulcamara von Au- 
gust bis Ende September, ist in der letztern Zeit auch in den 
Erlenbrüchern bei Nemitz gefunden, während wir sie früher 
nur aus den Brüchern des Forstreviers Bodenberg erhielten. 

VIII. Hyponomentidae. 

Se^'tliropl« Hb. 

1. (1544.) Crataegella L, Der Falter an manchen Orten, 
z. B. im Schrey, an depi Rande des Grambower Sumpfes, am 
Glambecksee oft gemein im Juli. Die Raupe gesellschaftlicli 
in grossen Gespinnsten Ende Mai bis Mitte Juni an Schlehen, 
Weissdorn und Apfelbäumen. Auch die Puppen fmdet man, 
jede mit einem eignen feinen Seidencocon umgeben in den- 
selben, mit dem Kopfende nach unten hängend. 

Hyponomcut« Z. 

1. (1549.) Vtgintipunctatus Retz. Im Schrey, Julow und 
in Vogelsang Anfangs Juni und wieder im August. Die Raupe 
an Sedum telephium im Mai und Juli in gemeinschaftlichem 
Gespinnste. 

2. (1550.) Plumbelks Schifl*. Der Falter vornehmlich 
gemein im Schrey den Juli hindurch. Die Raupe im Mai an 
Evonymus europaeus. 

3. (1552.) Padeilus L. (Variabilis Z.). Unter den Hy- 
ponomeuta- Arten hier die gemeinste im Juli. Die Raupe an 
Sciilehen vier Wochen früher. 

4. (1554.) Maiinellus Z. Der Falter häußg im Juli. Die 
Raupe im Juni an Apfel-, Birnen- und Pflaumen -Bäumen. 
Auch von Ebereschen zog ich den Falter. 

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430 

5. (1556.) Cagnagdlus Eh. (Evonymella Scop.). Ueberall 
gemein wo Evonymus wächst, im Juli. Raupe 3 bis 4 Wochen 
früher an demselben Strauche. 

6. (1558.) Evonymellus L. (Padi Z.). Mitte Juli bisher 
nur im Schrej gefangen. Raupe an Prunus padus im Mai 
bis Mitte Juni. 

Swammerdami« Hb. 

1. (1559.) Combineila i\b. Selten Anfangs Juni bei Berg- 
quell um Schlehen. Im April 1873 zog ich im Zimmer ein 
Exemplar dieses Falters aus einem Yogelueste, dass im Schleh- 
dorn stand. Jedenfalls gerieth die Raupe durch Zufall in das- 
selbe; sie lebt nach v. Heyden in gesellschaftlichem Gespinnste. 

2. (1563.) Heroldella Tr. Die Raupe oft sehr gemein 
auf Birken im September. Sie lebt unter feinem Gespinnste 
einzeln auf den Blättern. Im Zimmer kann man den Falter 
schon im April ziehen, während er im Freien erst im Juni 
erscheint. Nach Wocke erscheint noch eine zweite Generation 
im August. Nemitz, Carolinenhorst, Tantow. 

3. (1564.) OxyacantheUa Dup. Falter bei uns Ende 
Juni bis Juli. Wocke giebt auch von dieser Art zwei Ge- 
nerationen an. Raupe an Crataegus. 

4. (1566.) Spiniella Hb. Raupe im Juni und Herbst an 
Schlehen bei Bergquell, am Julow, den Vorbergen des Schrej etc. 
Falter im Juli. 

5. (1566a.) Pyrella Villers. Zwar verbreitet, aber nicht 
gemein an Obstbäumen, auf denen die Raupen im Juni und 
September leben. 

Pray» Hb. 

1. (1571.) CurHaeUus Don. Bisher wenig beobachtet, 
wahrscheinlich aber weit verbreitet, da die Nahrungspflanze 
der Raupe, Fraxinus, in den letzten Jahren von der Forstver- 
waltung überall reichlich angepflanzt wnrd. Die Larve lebt 
im ersten Frühjahr in den Knospen der Bäume. Ich fing den 
Falter bisher nur am Rande des Julow. 

Atemeli« HS. 

1. (1574.) Torquaiella Z. Erst in den letzten zwei 
Jahren aufgefunden und gezogen aus einer Ulmenhecke beim 
Bahnhof Carolinenhorst, deren Blätter die Raupe im Mai minirt. 
Wocke giebt noch eine zweite Generation an, deren Raupe im 
Herbst erscheint; auch auf Birken soll nach ihm die Raupe 
leben. 



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431 



Ar^^^restltl« Hb. 



1. (1582.) EpfUppella F. Ueberall gemein im Juni und 
JuU. Raupe auf Kirschen, Schlehen, Weissdorn etc. 

2. (1583.) NiHdella F. Etwa vierzehn Tage später als 
Ephippella bis Ende August an Weissdorn. 

3. (1585.) Semitestacella Cuit. Ueberall in unsern Buchen- 
wäldern von Ende Juli bis October. 

4. (1587.) AUnstria Hw. Ueberall, aber weniger häufig 
als die vorgenannten Arten, Mitte Juli an Schlehen« Raupe 
im Juni. 

5. (1589.) Conjugella Z. Kommt hier nur sehr vereinzelt 
im Juli vor. leb fing sie bisher nur oberhalb Frauendorf an 
Zäunen. Nach Wocke lebt die Raupe auf Sorbus. Sie muss 
aber auch auf andern Gewächsen leben, da genannte Baumart 
am Fangplatze fehlt. 

6. (1591.) Mendica Hw. Falter überall gemein an Schehen, 
Ende Juni bis Mitte August. 

7. (1597.) ReHneUa Z. Falter bei Tantow und Caro- 
linenhorst im Juni und Juli nicht selten an Birken, an denen 
auch wohl die Raupe lebt, die nach Frey in den Knospen 
der Saalweide wohnt. 

8. (1598.) AbdormnaHs Z. Falter im Juli selten an Juni- 
perus, in deren Nadeln die Raupe Ende Mai lebt. Grambow. 

9. (1601.) DilecteUa Z. Ebenfalls an Juniperus im Juli, 
aber selten. Ich habe den Falter erst einmal aus Raupen, 
die ich bei Nemitz gefunden, gezogen. 

10. (1603.) Cornelia F. (Curvella L.). In manchen Jahren 
sehr gemein an den Stämmen von Obstbäumen, vorzugsweise 
Apfelbäumen ruhend, im Juli. Am häufigsten bisher in den 
Gärten des Dorfes Gotzlow gefunden. 

11. (1606.) Pymaeella Hb. Bisher nur um den Anfang 
des Juli in dem Bruche bei Bodenberg gefangen. Raupe nach 
Wocke auf Sorbus. 

12. (1607.) Goedartella L. In manchen Jahren äusserst 
gemein von Juni bis August in Erlen- und Birkenwaldungen. 
Die Raupe lebt in den Knospen und Kätzchen genannter Bäume. 

13. (1608.) Brockeella Hb. Viel seltner als die vorige 
Art in Birkenschlägen, aber zu derselben Zeit. Carolinenhorst, 
Tantow, Pommersche Heide bei Garz a. 0. 

14. (1612.) Arceuthifia Z. Ende Mai und im Juni nicht 
selten an Juniperus, namentlich bei Tantow. 

15. (1616.) Aurulentella Z. Gemein im August an Juni- 
perus, namentlich bei Vogekang. o,,.e..vGoOQle 

29* ^ 



432 

Cede«ti0 Z. 

1. (1617.) Gysseieniella Dup. Um das Ende des Juni 
bis Anfangs August an Kiefern nicht selten, namentlich bei 
Nemitz. 

2. (1618.) Farinatella Z. Ebenda im Juni und Juli, 
aber nur- vereinzelt. 

Oenerostom« Z. 

1. (1619.) Pimariel/aZ. Die Raupe in den Kiefernadeln 
im April, nach Wocke auch im Juni^ Falter im Mai, nach 
demselben Gewährsmann auch im Juli und August. Ueberall 
häufig. 

IX. PlutelUdae. 

EidopHaslA Steph. 

1. (1621.) Messingiella F. R. Der schöne Falter war 
vor einer Reihe von Jahren in der Foi'st bei Yogelsang, in 
dem Bruche nächst der Herzogseiche zu Hause. Mit der 
Futterpflanze zugleich verschwand er dann und wurde in der 
Forst bei Hökendorf, in einem sehr nassen Bruche in der Nähe 
der Pulvermühle wieder aufgefunden. Die dort oft gemeine 
Raupe ist Ende Mai erwachsen und lebt auf Cardamine amara, 
ist aber sehr leicht zu übersehen, da sie genau die grüne 
Farbe der Futterpflanze trögt und ausserdem noch ihren spindel- 
förmigen Körper dicht an die zarten Zweige schmiegt. Dabei 
ist sie sehr empfindlich und lässt sich bei der geringslen Er- 
schütterung der Pflanze fallen. Das Gespinnst, das sie fin der 
Pllanze selbst befestigt, ist netzartig gefertigt und der Falter, 
der sich übrigens vorzüglich zieht, erscheint nach etwa vier- 
zehn Tagen in der Milte des Juni. 

Plutell« Schrk. 

1. (1624.) Porrectella L. Die Raupe erwachsen Ende 
April bis Mitte Mai in Gärten in den Heiztrieben der Hesperis 
matronalis. Falter im Mai und Juni. 

2. (1626.) Cruäferarum Z. Ueberall, fast das ganze 
Jahr hindurch gemein. 

3. (1627.) Annulatella Curt. v. Bicingulata Z. In den 
letzten Jahren nicht mehr gefunden; in früheren Jahren häu- 
tiger auf den Möllenwiesen im August bis September gefangen; 
auch gezogen aus einer Raupe an Sjmphytum officin., im Bruch 
an der Swante gefunden, nahe bei Bodenberg; gleichzeitig flog 
Acentropus niveus. 

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433 



Cer#«t«iii« Latr. 



1. (1629.) Vüteüah. und ab. Carbonella Hb. Der FaJter 
im Juli an Ulmen; die Raupe verpuppt sieh zwischen den 
Spalten der Rinde. 

2. (1639.) Radiatella Don. In Eiehengehölzen gemein 
von Juli bis zum nächsten Frühjahr in allen Varietäten. Raupe 
im Mai und Juni auf Eichen. 

3. (1641.) Parenthesella L. Raupe im Mai und Juni auf 
Eichen und Buchen. Falter von Juli bis September, aber 
nicht häufig. 

4. (1643.) Sylvella L. Gemein in Eichenwäldern von 
Juli bis September. Raupe auf Eichen. 

5. (1644.) Lucella F. Ueberall in Eichenwaldungen von 
Juli bis September, aber nur in weiblichen Exemplaren; eß 
ist meines Wissens das Männchen überhaupt noch unbekannt. 
Raupe Ende Mai und im Juni auf Eichen. 

6. (1645.) Alpella Schiff. Bisher nur in Vogelsang und 
im Schrey vereinzelt im August und September gefangen. 
Auch die Raupe dieser Art scheint auf Eichen zu leben. 

7. (1647.) Asperella L. Der Falter von Juli bis zum 
nächsten Frühjahr vereinzelt in den Laubwaldungen von Ne- 
mitz, Messenthin und Caroline nhorst. Die Raupe scheint polv- 
phag zu sein. 

8. (1649.) Horridella Tr. Den Falter habe ich bisher 
nur in einem Garten bei Garz a. 0. an Apfelbäumen Ende 
Juli gefangen. 

9. (1650.) Nemorella L. Die Raupe lebt im Mai bis 
Mitte Juni häufig auf Loniceren ; der Falter erscheint Ende Juni 
bis Juli. Bisher nur in der Forst bei Vogelsang beobachtet. 

10. (1652.) Xylosiella L. Dieselbe Zeit und Lebensweise 
wie die vorige Art. Bei Vogelsang selten; bei Swinemünde 
hau 6g. 

Tlteristis Hb. 

1. (1653.) Mucronella Scop. Die Raupe im Juni auf 
Evonymus, aber sehr selten; im Julow. Falter von August 
bis zum Frühjahr. 

X. Orthotaelidae. 
OrtHotoell« Steph. 

1. (1654.) Sparganäla Thnb. Ich selbst habe den Falter 
noch nicht gefangen, dagegen der Professor Hering vor länge in 
Jahren auf den vordem MöUenwiesen. 



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434 

XI. Ghimmbaoeliidae. 

1. (1655.) Saiicclia Hb. Raupe auf Salix capiea im 
August und September. Der Falter im ersten Frühjahr auf 
dem Carolinenhorste r Moore. 

CHImabacclfte Z. 

1. (1656.) Pkryganeila Hb. Im October in allen unserii 
Laubwaldungen gemein. Das Weib findet man selten an den 
Baumstämmen aufgekrochen. Die Raupe lebt im Juni an 
Vaccinjum myrtillus; nach Wocke an Eichen, nach Rössler 
polyphag an Laubholz. 

2. (1657.) Fagella F. Ueberall gemein im April und 
Mai an Baumstämmen sitzend. Das Weib findet man häufiger 
als das der vorigen Art. Die im Herbst erwachsene Raupe 
ist poljphag. 

Xn. Gelechidae. 

Semioscopis Hb. 

1. (1658.) AnelJa Hb. Bisher nur selten im März und 
April auf dem Carolinenhorster Moore gefangen. Die Raupe 
soll nach Wocke im Juni zwischen zusammengesponnenen 
Birkenblättern leben. 

2. (1659.) Strigulana F. Bisher nur auf dem Julow 
Ende März und April mehr oder minder häufig an Aspen- 
stämmen sitzend gefunden. Die Raupe im Juni auf denselben 
Bäumen. 

3. (1660.) Aodlanella Hb. Häufig von Ende März bis 
Mitte April an den Carolinenhorster Birken und in den Stettiner 
Anlagen. An letzterm Orte findet sich der Falter ausschliess- 
lich an Linden. Es lebt also jedenfalls die Raupe auch darauf, 
die ausserdem an Birken, nach Wocke auch an Carpinus zu 
finden, also wohl polyphag ist. 

Epi^raplti» Steph. 

1. (1662.) Stänkelheriana Schiff. Bis vor zwei Jahren 
war der Falter eine Seltenheit und wurde nur ganz vereinzelt 
bei Nemitz und auf dem Julow gefunden. Seitdem finde ich 
ihn alljährlich reichlich am Zaun der Koch 'sehen Handels- 
gärtnerei zwischen Grünhof und Nemitz im April bis Anfangs 
Mai, da eine das ganze Grundstück umgebende Weissdomhecke 
der Raupe, die im Juli erwachsen ist, reichlich Fulter bietet. 



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435 



Pseeadla Hb. 

1. (1663.) Sexpunclella Hb. Der fast überall seltne Falter 
wird alljährlich in der Umgegend von Tantow und dem Sehrey, 
namentlich an den Vorbergen des letztern, vereinzelt im Juni 
and Juli, in der Nähe von Echium vulg. gefunden. Eppels- 
heim, der den Schmetterling öfter gezogen, theilte mir brieflich 
mit, dass die schmutzig gelbe, schwarz gefleckte Raupe in 
den Endspitzen von Echium lebt und diese schlauchartig zu- 
sammendreht. 

2. (1664.) Pusiella Römer. Im Beginn meiner Sammel- 
zeit war der Falter bei Garz a. 0. gemein und er fand sich 
meist an den Wänden der Scheunen vor dem Stettiner Thore. 
Seit aber vor Jahren eine Feuersbrunst die Gebäude, einige 
achtzig an der Zahl, in Asche legte, ist die Psecadia ver- 
schwunden. Freilich komme ich, der weiten Entfernung wegen, 
dort auch selten hin; das ist umsomehr zu beklagen, als 
Garz keinen einzigen L^pidopterologen aufzuweisen hat, die 
dortige Fauna eine sehr reiche ist, und Geschick und Fleiss 
gewiss noch manches bisher Unbekannte an's Tageslicht bringen 
würden. 

3. (1666.) Bipunctella F. Ueberall im Mai, Juli und 
August vorkommend. Die Raupe im Juni und September auf 
Echium, nach Wocke auch an Anchusa und Cjnoglossum. 

4. (1667.) Funerella F. Alljährlich im Mai und Juni 
auf den Möllenwiesen und in dem Bodenberger Revier. Die 
sehr schöne Raupe lebt auf der Unterseite der Blätter von 
Symphytum, die sie durchlöchert oder vielmehr skelettirt. 

Exaeretia Steph. 

1. (1680.) AUisella Stt. Der Falter ist noch nicht im 
Freien gefunden, dagegen öfter gezogen. Die, Raupe lebt in 
den Wurzein und untern Theilen der überwinterten Stiele von 
Artemisia vulgaris. Bisheriger Fundort ist die nächste Um- 
gegend des an der Berliner und Pasewalker Chaussee gelegenen 
Militair- Pulverschuppens, ferner Zabelsdorf und der Schrey. 

Üepressari« Hw. 

1. (1681.) Costosa Hw. Verbreitet von Ende Juni bis 
Ende August, besonders in der Forst zwischen dem Wussower 
Forsthause und den Bachmühlen. Ich zog dep Falter aus Raupen, 
die ich zufölüg mit grili* bei dem Einsammeln derer von Gel. 
Mulinella in den Blüten von Sarothamnus scoparius. 

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436 

2. (1684.) Flatdla Hb. (Liturella Tr.). Raupe im Juni 
an Scabiosen, Centaureen etc. an den Landwegen und auf 
trocknen Flächen. Besonders häufig auf den trocknen Wiesen 
bei Löknitz zur Zeit der Blüte von Primula farinosa daselbst. 

3. (1692.) Ässimlella Tr. Bei uns die gemeinete De- 
pressaria. In Nemitz und Vogelsang von Juni bis September. 
Die kleine überwinternde Raupe findet sich im April erwachsen 
zwischen den zusammengesponnenen Zweigen von Sarothamnus 
scoparius. 

4. (1699.) Atomella Hb. Der Falter vereinzelt an den- 
selben Orten wie die vorige von Juli bis zum Frühjahr. Raupe 
im Juni erwachsen an Sarothamnus. 

5. (1700.) Scopariella Keinem. Bisher nur vereinzelt in 
der Forst zwischen Forsthaus Wussow und den Bachmühlen 
im August gefangen. Raupe im Juni an Sarothamnus. 

6. (1703.) Armella Schiff. Der Falter erscheint im Juli 
und überwintert. Raupe an Kornblumen, Centaureen -Arten 
und Cirsium lanceolatum. Julow-Rand. 

7. (1704.) Propinquella Tr. Selten im August bis Früh- 
jahr. Raupe an Cirsium und auch Centaureen. Julow-Rand. 

8. (1705.) Subpropinquella Stf. (Variabilis Reinem.). Der 
Falter, der schon im Juli erscheint und überwintert, ist hier 
verschiedentlich gezogen. Die Raupe lebt im Juni an der 
grossen Distel, deren Blätter sie durch Fäden etwas zusammen- 
zieht. Anlagen an der Berliner Chaussee. 

9. (1707.) La/ere//a Schiff, üeberall gemein von August 
bis zum Frühjahr. Oft in ganzen Schaaren hinter den Fenster- 
laden des Forsthauses im Schrey. Raupe nach Heinemann 
an Centaurea cyanus im Juni und Juli. 

10. (1718.) CHmßonella Z. Diese mehr dem Norden an- 
gehörige Art — in Livland ist sie nicht selten, auch bei 
Danzig kommt sie schon häufiger vor — klopfte ich bisher 
erst in einem frisch entwickelten Stücke am 11. September 
1871 von einer Eiche in der Nähe des Wussower Forsthauses. 

11. (1719.) YeaHana ¥, Auch diesen seltnen Falter fing 
ich erst einmal am 16. August 1868 in meinem Hausgärtchen 
in einem frischen Stücke. 

12. (1721.) Ocellana F. Nicht selten auf den Möllen- 
wiesen von August bis zum Frühjahr um Weiden, auf denen 
die Raupe im Juli lebt. 

13. (1723.) Alstroemeriana CI. Bisher nur ganz ver- 
einzelt im August und überwintert bei Bergquell gefunden. 
Raupe im Juli auf Conium maculatum, am Wege von Gotzlow 
nach Stolzenhagen (Vorder -Julow). 

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437 

14. (1724.) Purpwea Hw., Erst einmal am 20. Mai 

1875 in einem gut erhaltnen, überwinterten Exemplare auf 
der Wiese am Ostrande des Julow gefangen. Rß^pe nach 
Heinemann im Juli an Dauciis carota. 

15. (1726.) Coniermneüa Z. Der Falter im Juli auf 
uneern Möllenwiesen. Raupe im Mai und Juni auf Salix caprea 
und viminalis. Exemplare dieser Art, die ich aus Frankreich 
(Normandie) erhielt, stechen mit ihrer hellen Grundfarbe merk- 
würdig gegen unsern dunkelgefllrbten Falter ab. 

16. (1729.) Applana F. Die Flugzeit des überwintern- 
den Falters beginnt hier mit dem Juli. Raupe im Mai an 
Chaerophyllum und andern Doldenpflanzen. Julow, Schrey et<5. 

17. (1736.) ÄngeHcella Hb. Der Falter bei Nemitz und 
auf der Grünen Wiese im Juni und Juli. Die Raupe ebenda 
im Mai auf Angelica sylvestris, deren Blätter sie zusammenballt. 

18. (1743.) /SeÄm Keinem. Bisher erst ein frisches Stück 
am 12. Juli 1876 in der Pommerschen Heide bei Gurz a. 0. 
gefangen. Die Raupe nach Woeke im Mai an Selinum carvi- 
folia, nach Schläger an Athamantha cervaria. 

19. (1749.) DepresseUa Hb. Häufig um den Julow 
herum, bei Frauendorf, Hökendorf, auf den Möllenwiesen von 
August an, überwinternd. Die Raupe erwachsen von Juli bis 
September an Daucus carota, Pastinaca sativa, Pimpinella. 

20. (1760.) Heracliana De Geer. Den Falter bekommt 
man wenig zu Gesicht im September. Dagegen findet man 
die Raupe alljährlich Anfangs August erwachsen, besonders 
massenhaft am Glacis der Stettiner Festungswerke und in den 
Anlagen von Fort-Preussen in den Dolden von Pastinaca sativa 
und Heracleum, zwischen denen sie in selbstgefertigten, seiden- 
artigen Röhren lebt. Der grössere Theil der Raupen ver- 
wandelt sich an der Erde; einzelne Exemplare fressen sich 
in die Zweige der Pflanzen und verpuppen sich darin. 

21. (1766.) Olerella Z. Selten Anfangs September im 
Schrey gefangen. Raupe im Juni und Juli an Achillea mille- 
folium zwischen den an den Blattstiel angesponnenen Blättern. 
(Heinemann.) 

22. (1772.) Douglasella Stt. Erst einmal am 4. August 

1876 in der grossen Schlucht bei Scholwin gefangen. Raupe 
im Juni an Daucus carota. 

23. (1774.) Chaerophylli Z. Der Falter von Mitte Au- 
gust bis zum Frühjahr. Die Raupe lebt, Anfangs Juli erwachsen, 
unter den blühenden Dolden von Chaerophyllum unter feinem 
Seidengeepinnste. Verwandlung auf der Erde. Oberhalb 
Frauendorf. 

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438 

24. (1776.) Artemisiae Nick. Der Falter von Ende Juni 
bis zum Frühjahr. Die Raupe, Ende Mai bis Mitte Juni er- 
wachsen, ht in manchen Jahren häufig an Artemisia cam- 
pestris, deren Spitzenblätter sie zu einer Röhre zusammen - 
spinnt. Besonders veichhch findet sie sich an den Artemisia- 
Pflanzen zu beiden Seiten des Weges von Nemitz bis zum 
Sandsee; auch am Wege nach Warsow. 

25. (1781.) Nervosa Ew. Der Falter von August bis 
zum Frühjahr im Julow und besonders auf den Mollen wiesen. 
An letzterm Orte lebt die Raupe im Juli erwachsen zwischen 
den Blütendolden von CicuIä vi rosa. 

26. (1782.) UltimeJla Stt. . Bisher im September uur im 
Schrey hinter den Fensterladen des Forsthauses gefangen. Die 
Raupe nach Wocke und Heinemann in den Stengeln von Phel- 
landrium aquaticum und Sium latifolium. 

P0orlco|rt«r« Stt. 

1. (1788.) Gibboselia Z. Der Falter im Juli bis Sep- 
tember in Eichen Waldungen, selten bei Nemitz, oft häußg bei 
Messenthin. Er ruht meist an den Baumstämmen, ist aber 
leicht durch Erschütterung derselben aufzuscheuchen. 

«eleclti« Z. 

1. (1789.) ViieUa Z. Im August und October 1868 je 
ein reines Exemplar auf dem Wege nach Gotzlow an einem 
Zaune in ZUllchow gefangen. 

2. (1790.) Pingmmüa Tr. Im Juli gemein an Pappeln. 
Oft findet man unter abgesprungenen RindenstUcken die Puppen 
und Falter in Menge. Raupe im Juni. 

3. (1791.) i%ra Hw. (Cautella Z). Im Juli im Schrey 
und auf dem Julow an den Stämmen der Zitterpappeln, auf 
denen die Raupe lebt. Durch Erschütterung der Stämme ver- 
anlasst man den Falter leicht zum Fluge. 

4. (1794.) Cuneatella Dgl. Sehr selten an der Weiden- 
allee von Nemitz nach dem Sandsee. Auch aus Hinterpommern, 
aus der Gegend von Dramburg besitze ich ein Exemplar. Die 
Raupe auf Salix alba. (Wocke.) 

5. (1795.) Rhombella Schilf. Erst ein Exemplar im 
Blankenburg'scheu Garten in Gotzlow Anfangs Juli gefangen. 

6. (1797.) Hippophaella Schrk. Als Raupe im Juni und 
Juli ausserordentlich gemein bei Swinemünde und dem Ost«ee- 
bade Misdroy. Sie lebt auf Hippophae rhamnoides. Falter in 
den ersten Tagen des August. 

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' 439 

7. (1805a.) Yepretelh Z. Selten in der ersten Hälfte 
des Juli. Ich zog den Falter mit aus Mjelois Suavella-Ge- 
spioDsten, die ich Ende Juni bei BergqueH von Schlehen sam- 
melte. 

8. (1808.) DisiincieliaZ, Im Juni und Juli auf trocknem 
Boden verbreitet Bei Nemitz, Vogelsang, auf den Schwalben- 
bergen. 

9. (1813.) Nigricans Heinem. Am 27. Juli 1870 ein 
Exemplar in meinem Zimmer gefangen, das Heinemann als 
Nigricans bestimmte. 

10. (1820.) Velocella Dup. Ueberall gemein von Ende 
März bis Mai, dann von Juni bis Juli. Raupe auf Humex 
acetosella. 

11. (1825.) PeHella Tr. Bisher nur häufig gefangen in 
der neu angelegten Kiefersebonung zwischen Krekow und der 
nach dem Glambecksee führenden Chaussee in den ersten Juli- 
tagen. Die Raupe lebt End^ Mai bis Mitte Juni auf Rumex 
acetosella, der dort in Menge wächst. 

12. (1826.) Ericetella Hb. Ueberall geraein von April 
bis Juni, wo Calluna wächst. 

13. (1827.) InfemoHs HS. Bisher im Mai und auf dem 
Moore bei Carolinenhorst gefangen. Ich erzog den Falter in 
Gemeinschaft mit Penthina Lediana von Ledum palustre, Wocke 
von Birken und Speyer von Heidelbeeren. 

14.(1833.) MvUndlaZ, Gemein von Mitte Juli bis Ende 
August, hesonders bei Nemitz. Raupe im Juni in den Blüten 
von Serothamnus, die ein kleines kreisförmiges Bohrloch zeigen. 
Verwandlung in einem Erdgespinnste. 

15. (1833 a.) (Ist im Manuscript unausgefttllt geblieben. 
Red.). 

16. (1835.) Interrupieiia Dgl. Ende Mai um Sarotham- 
UU8, besonders häufig in der Forst von Warsow, seltner bei 
Nemitz. üeber die Raupe, die unzweifelhaft auf Sarothamnus 
lebt, scheint noch nichts bekannt zu sein. 

17. (1838.) Mahella Hb. Falter im Mai um Malven, 
von deren Samen die Raupe im Herbste lebt. Sie fertigt sich 
in der Erde ein kugelrundes Gespinnst an, in dem sie über- 
wintert, um es im Frühjahre mit einem andern in länglicher 
Form zu vertauschen; es sind dann die Gefösse, in denen 
man sie zieht; sehr sorgsam zu verschliessen, da sie sieh durch 
die feinsten Oeffnungen hindurchdrängt. 

18. (1839.) Galbaneila Z. Ende Juni bis Mitte Juli in 

Nadelholz Bisher ist diese Gelechia nur in den Kiefern zwi- 

OOQie 



440 

sehen dem grossen Bruch neben dem Wussowei* Fon^thaiise 
und der Chaussee gefangen. Sie fliegt leicht und wild von 
den Kieferstämmen ab, wenn man diese durdi einen Schlag 
oder Stoss erschüttert. 

19. (1844.) Conänuel/a Z. Aeusserst selten an dem 
sandigen Wege von Nemitz nach dem Sandsee um das Ende 
des Juli. 

20. (1848.) SoluteUa Z. Bisher nur Ende Mai bis Mitte 
Juni in der Warsower Forst um Oalluna gefangen. Während 
der Falter in manchen Jahren fehlt, erscheint er plötzlich 
wieder häufiger. Die Raupe soll nach Heinemann an Genisia 
pilosa in röhrigen Gängen dicht über der Erde leben. 

21. (1849.) Longicomis Gurt. (Zebrella Tr.). Im Mai 
und Juni auf Calluna des Moores von Carolinenhorst Die Raupe 
nach Btainton an Erica cinerea, welche bei Stettin nicht vor- 
kommt. Nicht häufig. 

22. (1856.) Dißnis Hw. Ijeberall Ende Mai bis Ende 
Juni auf Brachäckern, trocknen, freien Waldplätzen und Rainen 
vorkommend. Raupe an Rumex acetoselia, und zwar im untern 
Theil des Stengels. 

23. (1861.) Sealelia Scop. In Eichenwaldungen, nament- 
lich in Messenthin, von Ende Mai bis Mitte Juli an den Stämmen 
ruhend, sich leicht durch ihr helles Colorit dem geübten Auge 
verrathend. 

Braeltnil« Heinem. 

1. (1871.) MouffeteUa Schiff. (Pedisequella Hb.). Den 
im Freien selten sich zeigenden Falter muss man durch Zucht 
gewinnen. Die Raupe lebt alljährlich gemein, nomentlieh in 
der Forst von Vogelsang und Messenthin, in der ersten Hälfte 
des Mai zwischen zusammengesponnenen Blättern von Loniceren. 
Falter im Juni. 

2. (1875.) NigricosfeUa Dup. Die Raupe Ende Mai bis 
Juni sehr gemein auf den Schwalbenbergen zwischen zusammen- 
gesponnenen Blättern von Medicago sativa. Der Falter im Juli. 

iBryotropH« Heinem. 

1. (1880.) Terrella Hb. Ueberall gemein im Juni und Juli. 

2. (1883.) Decr^idella HS. Die Flugzeit beginnt 8 bis 
14 Tage früher als die der vorigen Art; nicht selten. 

3. <1884.) Lutescens Const. Ich besitze nur gefangene 
Exemplare; das erste von den Land wiesen bei Tantow im 
Juni, das zweite von der Grünen Wiese am 2. August. 

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441 

4. (1889.) DeserteUa Dgl. Meine 9 Exemplare sind 
sämmtlieh bei Garz a. 0. auf sandigem Boden in der Nähe 
des ehemaligen Forsthauses der Oarzer Stadtheide im Juli ge- 
fangen. 

5. (1890.) Senecteila Z. Gemein, besonders auf den 
Sehwalbenbergen im Juli. 

& (1892.) Obscurella Heinem. Im Juli nicht häußg auf 
den Vorbergen des Garzer Schrey. 

7. (1901.) Aßms Dgl. Mitte Juni bis Juli mehr ver- 
einzelt bei Nemitz, Tantow und dem Schrcj. 

8. (1902.) ümbroseUa Heinem. Mitte Juni und Juli ver- 
einzelt auf dürren Grasplätzen bei Alt-Damm und Nemitz ge- 
fangen. 

9. (1906.) BasaIHneUa Z. Selten bei Nemilz und Berg- 
quell im Juli. 

lAtm Tr. 

1. (1911.) Psilella HS. Im Mai und Juni um Artemisia 
eampestris oberhalb Frauendorf, Nemitz. 

2. (1915.) ArienUsieiia Tr. üeberall verbreitet im Juni 
und Juli. Raupe auf Thymus serpyllum und an den Wurzeln 
von Artemisia eampestris. 

3. (1916.) AfnpKcelia HS. Üeberall gemein von Mai 
bis Ende Juli. Raupe im Spätsommer oft im Masse zwischen 
den zusammengesponnenen Samen von Atriplex und Cheno- 
podium. 

4. (1922.) Obsoletella F. R. Selten. Falter Ende Juli 
bis August. Die Raupe lebt von Mai bis Juli in den Stielen 
von Chenopodium und Atriplex, oft mehrere in einer Pflanze; 
immer aber findet man in nächster Nähe eine grössere oder 
geringere Anzahl von Raupen, die ihre Gegenwart durch ihren, 
aus dem Bohrloche, das gewöhnlich in den Astwinkeln eines 
Stengels angebracht ist, hervorhängenden Koth verrathen. 

5. (1924.) Tussilagmella Heinem. Erst im vorigen Jahre 
aufgefunden und in Mehrzahl gefangen. Flugzeit Ende Mai 
bis Mitte Juli. Raupe in Tussilago farfara minirend. Bei Vogel- 
sang und auf den Möllenwiesen. 

6. (1932.) Pallidella Heinem. Das einzelne Exemplar 
meiner Sammlung, nach dem Heinemann diese Art aufstellte, 
ist im Jahre 1869 an den Vorbergen des Schrey gefangen. 
Leider ist die Flugzeit zu notiren vergessen. 

7. (1942.) Acuminatella Sirc. Nicht häufig auf der 
Grünen Wiese im Juni und Juli, auch bei Yogelsang. . 

ooQle 



442 

8. (1952.) HübneriEw. (Kroesmanniella HS.). In Menge 
in Messenthin hinter der Waldhalle im Juli und Anfangs Au- 
gust. Die Raupe auf Stellaria holostea im Mai. 

9. (1954.) Maculea Hw. Seltner als die vorige Art im 
Juni und Juli, mit der sie gleiche Fiugstelle hat. Auch die 
Raupe lebt mit der vorigen Art zugleich in derselben Pflanze. 

10. (1957.) Tricolorella Hw. Das von Maculea Gesagt« 
trifit auch hier zu mit der Ausnahme, dass die Raupe etwas 
flüher erseheint. 

Die drei letztgenannten Arten fliegen durcheinander und 
ruhen am liebsten an den Eichenstämmen, von denen sie durch 
Erschtltterung derselben leicht eufgeschreckt werden. 

11. (i960.) Macuii/ereiia Dgl. Der Falter im Juni an 
Stellen, die mit Cerastium bewachsen sind, dessen Endspitzen 
die Raupe im Mai bewohnt. 

12. (1974.) Leucomelanella Z. Mitte Juli bisher nur auf 
den Schwalbenbergen in Mehrzahl gefangen. 

Telela Heinem. 

1. (1978.) Vulgella Hb. Vereinzelt im Mai und Juni an 
Weissdornhecken. Nach Wocke lebt die Raupe im Herbst, 
nach Heinemann im Mai zwischen zusammengesponnenen Weiss- 
domblättern. 

2. (1980.) Albumella Z. Ende Juni und im Juli nicht 
selten in Birkenwaldungen, besonders bei Carolinenhoret. 

3. (1984.) FugitwellaTi. Nur vereinzelt im Juni und Juli 
um Ulmen, an denen im Herbst bis zum Frühjahr die Raupe 
lebt. Schrey, Julow. 

4. (1987.) HumeroHs Z. Ich fing den hier seltnen Falter 
erst zweimal im Julow, und zwar im September und im März, 
ein Beweis, dass der Falter tiberwintert. 

5. (1988.) Proüdmella Hb. Ausserordentlich gemein, be- 
sonders in Erlenbrtichern und an Birken, von April bis Juli. 
Raupe im Herbst auf Alnus, aber auch auf Betula alba. 

6. (1989.) Notatella Hb. Falter im Mai vereinzelt um 
Weiden. Nach Wocke lebt die Raupe zwischen zwei auf- 
einander gehefteten Woliweidenblättern im Herbst. Ich habe 
sie bisher nur auf glattblättrigen Weiden, namentlich Salix alba, 
in einer Blattröhre gefunden, die sie durch Umlegen des Blatt- 
randes herstellte. 

7. (1990.) Wagae Now. Am 31. Mai 1876 habe ich 
diesen Falter zum ersten Male in einem schönen Exemplare 
bei Carolinenhorst gefangen. 

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443 

8. (1991.) TriparellaZ. Falter Dicht selten im Mai und 
Juni bei Messenlhin, Nemitz und namenOich Carolinenhorst. 
Raupe im Herbei in röhrenförmigem Gespinnsie auf der Unter- 
seite der Eichen-, wahrscheinlich auch der Birkenblätter, da 
auf der Flugstelle bei Carolinenhorst Eichen fehlen. 

9. (1994.) Luculelia Hb. Der Faller von Ende Mai bis 
Mitte Juni nicht selten an den Eichensfämmeii in Nemitz, 
Messenthin und im Schi-ey. Die Raupe nach Wocke im Früh- 
jahr unter "Moos und Flechten derselben, auch an Birken. 

10. (1995.) Dodecella L. Ueberall im Juni und Juli an 
Kiefern. Die Raupe im Mai zwischen den Nadehi derselben 
in feinem Gespinnst. 

Reeurvaria HS. 

1. (1997.) Leucatella Cl. Der nicht seltne Falter sitzt 
hauptsächlich an den Stummen der Obstbäume von Anfang Juli 
bis Mitte August. Raupe im Juni erwachsen an Obstbäumen, 
Schlehen und Weissdorn. 

2. (1998.) Nanella Schiff. Weniger häufig als die vorige 
Art, aber zu derselben Zeit und am gleichen Ort. Raupe 
Anfang Juni auf Apfel- und Birnbäumen zwischen zusnmmen- 
gesponnenen Blättern. 

Poeellla Heinem. 

1. (1999.) Albiceps Z. Vereinzelt im Juli auf dem Moore 
von Carolinenhorst um Birken und am Zaun des Stettiner 
Raths-Holzliofes neben den Möllenwiesen. 

2. (2000.) Nivea Hw. (Gemmella Stt.). Ende Juli bis 
Anfangs September gemein an Eichenstämmen, besonders in 
der Messent hiner Forst. 

Arsyritis Heinem. 

1. (2002.) Pictelia, Von Mitte Juni bis Juli auf san- 
digem Boden bei Nemitz; nicht häufig. 

2. (2003.) Superbella Z. Etwa 14 Tage früher als die 
vorige. Art, mit ihr gleiche Localität theilend; auch an den 
Vorbergen des Schrey habe ich den Falter gefangen; am reich- 
lichsten in nächster Nähe des ehemaligen Forsthauses der 
Garzer Stadtheide. 

]¥aiinodla Heinem. 

1. (2004.) Stipella Hb. var. Nacviferella Dup. Die Stamm- 
form Stipella ist bisher hier nicht gefunden. Nacviferella sitzt 
im Mai und Juni, dann wieder im Juli und August oft leich- 

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lieh an Zäuoen, in deren Nähe Atriplex wächst, worin die 
Raupe im Juni, Ende August und September minirt. 

2, (2005.) Hermanneila F. Das gesammte über die 
vorige Art Gesagte gilt auch für diese Species. 

Ptoelieiiiisa Heinem. 

1. (2010.) Suboceüea Steph. Auf dem Julow im Juni 
und Juli. Die Raupe, sacktragend, im Spätherbst erwachsen, 
an den Früchten von Origanum vulgare, einer Pflanze, welche 
an den Waldrändern des Julow sehr vereinzelt wächst. 

2. (2013.) Inopella Z. . Ueberall gemein Ende Mai und 
im Juni, wo Gnaphaliiim wäclist, in dessen Blüten die Raupe 
im August lebt, namentlich bei Nemitz und Misdroy. 

Parasla Dup. 

1. (2016.) Paudpunclella Z. Der Falter nicht gemein 
an den Vorbergen des Garzer Schrej im Juni. Die Raupe 
vom Herbst bis April in den Blüten und Samen von AnUie- 
mis tinctoria, die dort häufig wächst. 

2. (2019.) Lappella L. Ebenda im Juh. Die Raupe zu 
derselben Zeit in Arctium lappa und Centaurea jacea. 

Clielaria Hw. 

1. (2027.) ' Hübnerella Don. Bisher nur vereinzelt im Juli 
und August bei Carolinen hörst um Birken gefangen, auch um 
Zitterpappeln. 

Er^atis Heinem. 

1. (2028.) Brizella Tr. Ueberall vorkommend im Mai, 
Juli und August. Raupe im Juni und Herbst bis Frühling in 
den Blütenköpfen von Statice armeria. 

2. (2033.) Subdecuriella Stt. Faller im Juli auf den 
Mollen wiesen. Die nicht seltne Raupe Ende Mai bis zur ersten 
Woche des Juni erwachsen in den Herztrieben von Lythrum 
salicaria ; sie frisst sich meist bis 1 Zoll tief in den Stamm 
der Pflanze hinein. Verwandlung an der Erde. 

3. (2034.) Eriänella Dup. Die Raupe auf Calluna im 
Juni, meist in den Spitzen der einzelnen Stiele unter feinem 
Gewebe. Der Falter im Juli und August sehr gemein. Ne- 
mitz, Vogeisang, Carolinenhorst. 

Dorypliora Heinem. 

1. (2041a.) n. sp. Falter in der ersten Hälfte 

des Juni im Jahre 1870 in einer sandigen Kieferschonung 

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neben dem Olambeoksee in der Nähe von Sarotham. scopar. 
in 10 bis 12 Exemplaren gefangen, von denen auch Heine- 
mann 2 erhielt, der sie ebenfalls für eine neue Art erklärte. 

2. (2047.) Pahtstrella Dgl. Diese auch in England seltne 
Art wurde in vereinzelten Exemplaren bisher in der ersten 
Hälfte des August auf den Möllenwiesen gefangen. 

3. (2057.) Luddella Steph. Bisher im Juli nur direct 
am Ufer des Glambecksees gefangen. Nach Wocke in Sümpfen 
um Binsen. 

1. (2061.) Tenebrella Hb. Vereinzelt im Juli bei Tantow 
und im Schrey gefangen. 

lAiuprote« Heinem. 

1. (2062.) Airella Hw. Bisher nur in zwei Exemplaren 
in den ersten Tagen des August auf der Grünen Wiese bei 
untergehender Sonne gefangen. 

2. (2067.) Micella SchiflT. Der Falter alljährlich gemein 
in der Forst von Warsow und Vogelsang im Juni um Him- 
beeren. Die röthlichgraue Raupe hat dieselbe Lebensweise 
wie die der Lampronia Rubiella, lebt aber 14 Tage später. 
Verwandlung in einem länglichen Erdgespinnste. 

Anaeniupsi« Curt. 

1. (2072.) Coronillella Tr. Bisher nur an den Schwalben- 
bergen, wo die Nahrungspflanze der Raupe ^ Coronilia variu, 
wächst, im Juli in Menge gefangen. Die Raupe lebt im Juni 
erwachsen zwischen zusammengesponnenen Blättern. 

2. (2077.) VetusteUa HS. Zwei von Heinemann deter- 
minirte Exemplare im Juli 1872 im Schrey gefangen. 

3. (2078.) AntkylUdella Hb. Verbreitet und nicht selten, 
namentlich bei Misdroy und an den Aussenbergen des Schrey, 
im Mai und August. Die Raupe im April und Juli ausser auf 
andern Pflanzen hauptsächlich an Anthyllis vulneraria, deren 
Blumenkrone und unreifen Samen sie verzehrt, wodurch sie 
namentlich in neuerer Zeit, seit die Pflanze als Viehfutter in 
grossen Schlägen cultivirt wird, dem Landwirthe, der besonders 
den sehr theueren Samen zu ziehen bestrebt ist, schon öfter 
sehr empfindhchen Schaden verursachte. 

4. (2083.) VorHcella Scop. Falter im Juli hauptsächlich 
am Fusse der Schwalben berge, vereinzelt auch auf der Grünen 
Wiese. Die Raupe nach Stainton im Mai an Genista tinctoria, 
nach Hofmann an Lotus corniculalus. 

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446 

5. (2086.) Sarothcmnelia Z. Bei Nemitz und Yogelaang 
nicht gar häufig Ende Juni und im Juli um Sarothamnas. 
Raupe im Mai. ■ 

AMmtliopliila Heinem. 

. 1. (2090.) Ahceüa Dup. Verbreitet, aber immer nur 
einzeln, im Juli und August. Julow, Frauendorf. 

Taeliyptilia Heinem. 

1. (2091.) PopuieUa Cl. Ueberall gemein im Juli und 
August. Die Raupe auf Weiden, Pappeln, Birken und Eichen. 
Letztgenannte Bäume liefern ohne Ausnahme die fast einfarbig 
schwarzbraunen Exemplare. (Schrey, Messenthin.) Die Falter 
von Birken (Carolinenhorst) variiren am aufTullendsten, und tritt 
namentlich ein weisser, fast bis zur Mitte der VorderflUgel 
sich erstreckender Vorderrond hervor. 

Bra«liyero««atii Heinem. 

1. (2095.) CinereUa Cl. Nicht häufig im Juli an den 
Vorbergen des Sehrey und den Schwalbenbergen, besonders 
um Ononis spinosa. 

Ceratopliora Heinem. 

1. (21 Ol.) LutaieIJa HS. Die Raupe im Juni in den der 
Länge nach zusammengerollten Blättern höherer Gräser. (Ich 
nährte sie auch mit Queekengias.) Der Falter Ende Juli und 
August am Glacis der Stettiner Festungswerke, namentlich 
aber bei dem schon öfter erwähnten ehemaligen Forsthause 
der Garzcr Stadiheide. 

2. (2103.) InomaieUa Dgl. Hauptsächlich im Juni auf 
der Grtinen Wi^se zwischen dünn stehendem Rohre des Abends 
zwischen 7^/2 bis 9 Uhr fliegend. Stilles Wetter ibt zum Fange 
unerlässlich , da der Falter, der sich im Rohr sehr leicht be- 
schädigt, sonst nicht zum Vorschein kommt. Die Raupe fand 
Schulz im Frühjahr erwachsen in Rohrstielen. 

3. (2104.) Rufescens Hw. Gefangen ist der Falter hier 
nie, öfter* aber gezogen von Haupen, die im Mai und Juni an 
gleichen Stellen und in gleiclier Lebensweise wie die von Lu- 
tatella gefunden wurden. 

4. (2105.) UneohUa Z. Hier eine grosse Seh enheit. Es 
wurden die eisten Exemplare im ersten Fiühling auf den 
Mollen wiesen und den Bergabhängm bei Göstow gefangen. 
Neuerdings auch in Nemitz. 

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RlilnMila Tr.> 



1. (2110.) Ferrugdla Schiff. Bisher von mir nur in 
grösserer Anzahl an den Aussenbergen des Schrey, zwischea 
diesem und der Stettiner Chauseee im Juli gefangen. Die 
Raupe iHi Juni in den der Länge nach zusammengerollten 
Blftttem der Campanula persicifolia. 

Cladode« Heinem. 

1. (2114.) Dimdiella Schiff. Besonders reichlich fliegend 
auf den Schwalbenbergen Ende Juni bis Anfangs August, auch 
in der bekannten, fast einfarbigen Varietät Costigütelia. 

2. (2115.) Oerronella Z. Von Juni bis Ende August 
Bach Sonnenuntergang besonders reichlich auf der Grtlnen 
Wiese fliegend. Auch auf dem Mollen ist der Falter, wiewohl 
seltner zu Hause. 

Cleodora Curt. 

1. (2123.) SHateüa Hb. Im Juli und August um Ta- 
nacetum am Julow -Rande. Die Raupe lebt nach Wpeke in 
den Stengeln der Pflanze. 

2. (2124.) AnthemdeMa Heinem. Ende Juni bis August 
an Anthemis tinctoria und Chrysanthemum überall häufig; 
äusserst gemein an den Vorbergen des Schrey. 

Ypsolopliii« F. 

1. (2136.) Fascieilus Hb. Falter vereinzelt im Mai auf 
dem Jülow. Die Raupe lebt im Herbst auf Schlehen in einer 
durch Umbiegen des Blatti-andes gefertigten Röhre. 

2. (2140.) Jufdperelius L. Die Raupe an Juniperus Ende 
Juni; der Falter im Juli. Tantow, Grambow, Vogelsang. 

3. (2142.) Margineilus F. Raupe Ende Mai bis Anfang 
Juni erwachsen an Juniperus. Der Falter Ende Juni bis Juli. 
In Nemitz, wo der Falter vor Jahren, wenn auch nicht häufig, 
vorkam, ist er verschwunden; dagegen häufig bei Misdroy, 
so dass oft Hunderte von Raupen an einem Busche leben. 

IVotliri« Hb. 

• 1. (2143.) Verbascella Hb. Die Raupe im Juni an Ver- 
bascum- Arten, am meisten an Verbascum thapsus. Der Falter 
Abends im Juli und August fliegend. Bei Tantow, auf der 
Qurzer Feldmark, bei Grumbow etc. r^^^^T^ 

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Soplironia Hb. 

i. (2154.) Semidostelia Hb. Bisher im Juni nur bei Ne- 
mitz in frischen Exemplaren am Rande einer Schonung aus 
Kiefern geklopft. 

2. (2158.) Humerella Schiff. Ausserordentlich gemein 
bei Nemitz im Juni. In geringerer Menge fast überall ver- 
breitet. Die Raupe lebt im Mai an Thymus, Artemisia cam- 
pestris und Gnaphalium. 

Jjtarsia Z. 

1. (2163.) SparUelia Schrk. Der Falter nicht h&ufig 
zwischen dem Krekower Artillerieschiessplatze und der Chaus- 
see im Juni. Die Raupe im Mai an Sarothamnua. 

2. (2164.) lAneaidla Z. Ich habe den Falter im Juli 
bisher ganz vereinzelt an Gartenzäunen in Frauendorf gefangen. 
Nach Rössler lebt die Raupe in abfallenden Früchten, besonders 
Apricosen; nach Wocke an Prunus- Arten im Frühjahr in den 
jungen Trfeben. im Juli in den Früchten. Falter im Mai, 
Juli und August. 

Plenrot» Hb. 



1. (2204.) Bicosiella C]. Im Juni und Juli übemll ge- 
mein, wo Calluna wächst, besonders in der Warsower Forst 
und bei Carolinenhorst. 

Carelna Hb. 

1. (2219.) Quercana F. üeberall häufig in Eichen- 
waldungen, namentlich im Schrey, von Juli bis Anfangs Sep- 
ten^ber. Die Raupe an Eichen, nach Heinemann auch un 
Buchen und Brombeeren in einem Gewebe auf der Unterseite 
des Blattes im Mai. 

EnleoMtonia Sieph. 

1. (2223.) Lobella Schiff. Der Falter im Juni; man 
sieht ihn aber selten, da er sehr versteckt lebt. Die Raupe 
ist in den ersten Tagen des September erwachsen, selten im 
Julow, oft sehr häufig in den Anlagen von Fort Preussen auf 
Sehlehen. Heinenmnn's Angabe, die Raupe sei noch im October 
zu finden, ist wohl unrichtig, da ich in der zweiten Hälfle 
des Septembers stets umsonst darnach suchte. 

Harpella Schrk. 

1. (2242.) Forßcella Scop. Der Falter in manchen Jahren 
häufig, besonders in den Erlenbrüchern von Nemitz, Vogel- 

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sang und Hökendorf; er kommt aber auch im Buehenwulde 
auf dem Julow im Juni und Juli vor. Die Raupe Jel>t' im 
Frühjahr unter der Rinde verschiedner Laubhölzer; ich zog sie 
aber auch aus faulem Erleniiolz. 

2. (^2246.) Bracteeila L. Bisher nur vereinzelt in der 
Nähe fauler Baumstämme auf dem MöIIen Ende Juni gefunden. 
Die Raupe lebt, gewöhnlich in Mehrzahl, unter Baumrinde, 
die vom Stamme abgelöst ist. Dr. Brejer in Brüssel schickte 
mir vor einigen Jahren eine Quantität solcher Rinde, aus der 
ich eine Menge der prächtigsten Falter in Gesellschaft von 
Tio. Cloacella und Oec. Unitella zog. 

DAsyeera Hw. 

1. (2248.) OKviella F. Selten; wurde von Ed. Hering 
und Dr. Schleich auf dem Julow Anfangs Mui gefangen. 

Oecopliora Z. 

1. (2252.) Tinctella Hb. Verbreitet, aber nicht häutig, 
im Juni. Die Raupe unter Baumrinde und in faulem Holze 
von Laubbäumen, sogar in Maulbeeren. Nemitz, Julow, Schrey. 

2. (2253.) Uniteila Hb. Seltner als die vorige Art im 
Juli in Obstgärten. Die Raupe lebt nicht, wie Heinemann 
angiebt, an Flechten, sondern unter Baumnnde, namentlich an 
Apfelbäumen, wovon ich den Falter öfter zog. 

3. (2261.) Flavifronielia Hb. Verbreitet in allen unsern 
Laubwäldern von Ende Mai bis Juli, aber mehr vereinzelt. 
Ich z(^ den Falter mehrmals, und die Raupe hatte jedesmal 
einen aus einem trocknen Blatte durch Umlegen desselben ge- 
fertigten Sack, nicht, wie Heinemann angiebt, aus Flechten 
gebildet. 

4. (2271.) SUpella L. (Sulphurella Hb.). Ueberall in 
unsern Nadelwäldern von Ende Mai bis Ende Juni, meist an 
den Stämmen ruhend. 

5. (2273.) Skmlella Hb. Zu derselben Zeit und an den- 
selben Orten, wie die vorige Art, aber seitner, im Carolineu- 
horster Kieferwalde. 

6. (2275.) Cirmamomea Z. Ende Juni und im Juli ver- 
einzelt in Nadelholz, besonders bei Nemitz, zwischen dem 
Saodsee und der Chaussee. Aber auch bei Carolinenhorst fing 
ich den Falter öfter an Birkenstämmen sitzend. 

7. (2281.) Mnutella^L. Nur ganz vereinzelt im Juni an 
Zäunen bei Frauendorf gefunden. 

8. (2283.) Borkhausem Z. Bisher nur in einem frischen 
Exemplare Anfangs Juli an einem Kieferstamme gefangen. 

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450 

9. (2285.) Formoselia ScliilT. lo manchen Jahren nicht 
selten im Juli und August an stärkeren Birkenstämmen, an 
denen man häufig zwischen Flechten und Moosen die leeren 
Puppenhülsen findet. Am häufigsten in der sogenannten ^Birkeo- 
ullee^, die Grabow mit Stettin verbindet. 

10. (2290.) Schae^erella h. Nur sehr vereinzelt im Jtmi 
an Obstbäumen, Zäunen, Wänden und dergleichen, meist näher 
der Erde. Am reichlichsten an den Zäunen oberhalb Frauen- 
dorf. 

11. (2295.) Procerelln Schifl*. In manchen Jahren sehr 
selten, dann wieder häufiger, im Juni und Juli in der Nähe 
von Obstbäumen; aber auch an andern Laubbäumen fand ich 
den Falter, namentlich an Haseln im Schrey. 

OenpoeoniA Stt. 

1. (2298.) Quadripuncta Hw. Bisher nur in einem Exem- 
plare von meinem zweiten Sohne Ende Juli im Zimmer bei 
brennender Lampe gefangen. 

HTPAtima HS. 

1. (2299.) Binotella Thnb. Nicht häufig im Juli bei 
Garolinenhorst, Nemitz und im Schrey um Kiefern. 

2. (2300.) Inundella Z. Fast alljährlich in einzehien 
Exemplaren in der zweiten Hälfte des Juli in feuchten Erlen- 
brüchern gefangen und zwar in der Pommerschen Heide, nahe 
dem Forsthause. 

Bla«to1ia«Ui Z. 

1. (2303.) Phyddella Z. Vereinzelt im Juni und Juli 
an Kiefern, namentlich bei Nemitz, in der Nähe des Sandsees. 

XIII. Olyphipterygidae. 

CIlTpliipteryi^ Hb. 

1. (2310.) Thrasondla Scop. Nicht selten im Juni auf 
feuchten Wiesen; überall verbreitet. 

2. (2312.) Haworthana Steph. Bisher allein Ende Mai 
imd im Juni auf den Sümpfen von Grambow gefangen. 

3. (2313.) Equiteila Scop. Vereinzelt im Juni auf san- 
digen Stellen bei Nemitz, in der Nähe der SteinfuHher Mühle. 
Die Raupe im Mai in den jungen Tdeben von Sedum acre. 

4. (2315.) Forsterella F. (Üculatella Z.). Im Mai und 
Juni auf feuchten Strien am Rande des Laubwaldes von 
Vogelsang. 



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XIV. Chraoilaridae. 

GraeilATiA Z. 

M. (2317.) AlchimeUa Scop. Der Falter fliegt in zwei 
Generationen, Ende April und Mai, und wieder im Juli und 
August h&ufig in Eichenechlägen. Die Raupe im Juni, August 
und September auf Eichen. 

2. (2320.) SHgmaieUa F. Die Raupe im Mai und Juni, 
dann wieder im August und September an Weiden und Zitter- 
pappeln in den bekannten kleinen Battkegeln. Der Falter 
fliegt im Juli seltner, häufiger im Herbst, überwinternd. 

3. (2322.) Oneraielia Z. Diese überall seltne Gracilaria 
wird seit eibigen Jahren von mir alljährlich im Juli in einzel- 
nen Exemplaren in feuchten Brüchern der Pommersohen Heide 
an Alnuff gluUnosa gefangen. Das erst« hiesige Exemplar er- 
beutete ich im Jahre 1870 Ende Juli an Erlen bei Nemitz. 

4. (2328.) Falcompennella Hb. Bishes nur von mir bei 
Nemitz und im Schrey beobachtet. Der Falter fliegt nicht 
häufig von September ab und dann überwinternd zwischen 
Erlen. Die Raupe im August in zusammengerollten Erlen- 
blättern. 

5. (2330.) Populetorum Z. Der Falter, der ebenfalls 
überwintert, ist hier selten. Ich erzog erst drei Falter aus 

.Puppen, die ich im September in zusammengerollten Birken- 
blättern neben der Wasserheilanstalt Eckerberg fand; es ent- 
wickelten sich dieselben im October. 

6. (2331.) Ehngella L. Ueberali gemein im Herbste 
bis zum Mai. Die Raupe auf Erlen. 

7. (2335.) Tringipennelh Z. In nächster Nähe selten, 
z. B. in den Gräben der Stettiner Festungbwerke ; dagegen 
gemein bei ^iebe Seele^, eine halbe Meile vor dem Seebade 
Misdroj, im Mai, Juni und August. Die Raupe minirt meist 
in den untern Theilen der Blätter von Plantago lanceolata. 

8. (2338.) SyringeUa F. Ueberali gemein, wo sich Sy- 
ringa und Fraxinus findet, im Mai und Juli bis September. 
Die Raupe minirt in den Blättern genannter Pflanzen. 

9. (2341.) Phasiainipenneaa Hb. Die Raupe im Spät- 
sommer in Blattkegeln von Rumex aquaticus und Polygonum 
hydropiper fast überall, in ausserordentlicher Menge aber be- 
sonders in dem Erlenbruche bei Bodenberg. Falter von Ende 
September bis zum Frühjahr. 

10. (2343.) AuroguUella Steph. Verbreitet im Mai und 
August. Die Raupe an Hypericum. 

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11. (2346.) Onomdis Z. Der Falter fast überall, wo 
Ononis wächst, Ende Mai bis Juni. Die Raupe minirt in den 
Blättern der Pflanze im April bis Mitte Juni und legt ihr Ge- 
spinnst zur Verwandlung meist am untern Theile des Blatt- 
stieles an. 

12. (2347.) Imperialella Mn. Die Raupe, die in den 
Blättern von Sjmphytum minirt, findet sich in manchen Jahren 
häufig auf den Mölienwiesen im September und October. Er- 
wachsen ist sie dunkelrolh und leuchtet lebhaft durch die 
Mine hindurch. Erst in letzter Zeit glQckte uns die Zucht 
des Falters lohnend, während fi-tiher tlber die Hälfte der Raupen 
verdarb, weil sie nicht ein ihnen zusagendes Plätzchen zur 
Anlage ihrer gummiartigen Gespinnste fanden. Wir warfen 
jetzt ganz kleine, einmal gekniflle Papierschnitzel in den Raupen- 
behälter und die zur Verwandlung reifen Räupchen legten so- 
fort ihr Gespinnst in dieser Papierfalte an. Falter im Frühling. 

13. (2348.) HofmarmUlla Schleich. In früheren Jahren 
war die Raupe EInde Juni in blasigen Minen auf Crohns niger 
im Julow nicht selten; jetzt fehlt sie öfter, tritt wenigstens 
nur vereinzelter auf. Falter im Mai. 

€ori«eiam Z. 

1. Brongmardellum F. Raupe nicht selten in Vogelsang, 
die Eichenblätter oberseitig minirend. 

2. (2355.) Suiphurellum Hw. Selten im Spätherbst in 
der Warsower Forst und bei Nemitz um Eichen. Ich habe 
den Falter erst zweimal Ende August und zweimal Mitte Sep- 
tember bei Nemitz gefangen. Raupe an Eichen. 

On^iL Z. 

1. (2356.) Ouäea Hw. Der Falter in manchen Jahren 
nicht selten im Mai und Juni an Apfelbäumen, nach Wocke 
auch im Juli und August. Die Raupe nach demselben Autor 
zuerst in flacher oberseitiger Mine, später im umgeschlagenen 
Blattrande im Juni und Herbst. 

2. (2364.) Fagivora Stt. Auf dem Julow und in der 
Forst von Vogelsang im Mai an Buchen. Die Raupe Ende 
August und September unter dem umgeschlagenen Blattrande 
von Fagus. 

3. (2367.) Aveilanella Stt. Gemein und verbreitet im 
Mai und Ende Juli um Haseln. Die Raupe im Juni und Herbst 
unter dem umgeschlagenen Blattrande derselben. 

4. (2369.) FlrUUmeila Z. Selten um Schlehen im Mai an 
den Vorbergen des Schrey; gewiss auch hier. in unserer Nähe. 



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5. (2370.) TorqmUeUa Z. üeberall häufig an Schlehen 
im Mai bis Mitte Juni. Die Raupe an Sehlehen unter umge- 
bogenem Battrande. 

6. (2371.) ScoHcella Sit. Falter Ende Mai und Juni um 
Ebereschen, namentlich an den jungen Bäumen in der Nemitzer 
Forst zwischen dem Sandsee und der Chaussee. Die Raupe 
im September ebenfalls unter dem Blattumschlage von Sorbus. 

7. (2372.) Betulae Stt. Bei Carolinenhorst und Nemitz 
im Mai und August an Birken, die auch die Raupen nähren. 

XV. Coleophoridae. 

1. (2377.) Jundcoieila Stt. Den winzigen Sack muss 
man im April durch Abklopfen der Calluna zu gewinnen 
suchen. Der Falter überall auf Haide Ende Mai bis Anfang Juni. 

2. (2378,) Larieeüa. Der Sack im Mai an Lärchen, 
vornehmlich in den Anlagen beim Sack'schen Denkmal, bei 
dem Gute Eckerberg und bei Vogelsang, oft in so ungeheurer 
Menge, dass die Bäume in Folge Ausfressens der Nadeln statt 
grün gelb erscheinen. Falter Ende Mai bis Mitte Juni. 

3. (2378a.) ArUennarieila HS. Erst im Jahre 1874 Ende 
April im Julow in einem Exemplar gefangen. 

4. (2379.) Badüpemella. Der Falter Ende Juni bis 
Mitte Juli überall, wo Ulmen stehen, namentlich im Schrey. 
Der Sack im Mai an den Blättern der Ulme, meist auf der 
untern Seite. 

5. (2380.) Mihipennis Z. • Der Sack im Frühjahr an 
Birken, bei Tantow häufiger als bei Carolinenhorst. Falter 
im Juni. 

6. (2383.) UmosipenneUa Dup. Der Sack im ersten 
Frühjahr überall in unsern Erlenbrüchern an den Stämmen 
festgesponnen, am häufigsten bei Nemitz. Der Falter im Juni 
und Juli. Zu erwähnen ist noch, dass im Schrey sich häufig 
ein Sack von etwas abweichender Form an Ulmen zu der- 
selben Zeit findet, der aber doch denselben Falter liefert. 

7. (2387.) OUvacella Stt. Falter um die Mitte des Juni 
in der Kieferforst bei Grambow ; auch zogen wir ihn öfter aus 
den an Kieferstämmen festgesponnenen Säcken, die wir Ende 
Mai sammelten. 

8. (2388.) SoHtaridla Z. Diese erst im vorigen Jahre 
von mir aufgefundene Art geht durch die ganze Messenthiner 
Forst, und der Sack war sehr gemein Ende Juni an Stellaria 
holostea. Der Falter erschien in der ersten Hälfte des Juli. 

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9. (2389.) FTaeipermeUa H8. Drei von Eichen im Juni 
gezogene Exemplare, die sieh anderweitig schwer unterbringen 
lassen, ziehe ich hierher. 

10. (2390.) LuHpermelia Z. Falter verbreite und häufig 
Ende Juni nnd im Juh'. Sack im Mai auf Eichen und Birken. 

11. (2392.) Biscedinella Z, Verbreitet und gemein Ende 
Juni und Juli. Sack im üifai hauptsächlich auf Alnus glutlnosa, 
dann wieder auf Birke, Hainbuche, Schlehen. 

12. (2393.) BindereUa Kollar. Falter Im Juli gemein, 
besonders bei Nemitz. Der Sack am häufigsten auf Alnus 
incana, seltner auf Ck)rjlu6. 

13. (2394.) Vimmeiella Z. Nur vereinzelt, namentlich bei 
Nemitz Ende Juni und im Juli. Der Sack im Mai und in der 
ersten Hälfte des Juni an Salix oaprea, aber auch, wiewohl 
seltner, an glattblätterigen Weiden. 

14. (2399.) VtHieüa Oregson. Falter selten von Mitte 
Mai bis Mitte Juni auf dem Moore bei Carolinenhorst und bei 
Misdroy. Der Sack Ende April ausgewachsen auf Yacoinium 
vitis idaea. 

15. (2400.) OrhiteUa Z. Selten bei Carolinenhorst und 
Misdroy. Flugzeit gleich der vorigen Art; auch der den^ der 
Yiminetella ähnliche Sack im April auf Vaccinium vitis idaea. 
Wocke giebt Birke und Erle an; Schmid Heidelbeeren. 

16. (2403.) Orypkipennella Bouch6. üeberall in Rosen- 
gärten. Die Raupe überwinternd. Man findet den Endß April 
ausgewachsenen Sack meist am Stamm oder an den Zweigen 
der Rosen festgesponnen. Falter Ende Mai und im Juni. 

17. (2404.) JVfefftceÄa Steph. Der Falter zwar verbreitet^ 
aber nicht gemein im Juni bis Mitte Juli. Der Sack im Mai 
hauptsächlich an Weissdorn, aber auch an Schlehen. 

18. (2405.) Paripermella Z. Der im Herbst hellgelbliche, 
von mir auf Brombeeren gefundene Sack ist im Frühjahr in 
Folge der Ueberwinterung dunkelbraun, nicht selten an Erlen- 
stämmen, namentlich in den Brüchern bei Nemitz. Der Falter 
erscheint Ende Mai und im Juni. 

19. (2406.) Ledi Stt. Der Falter selten Ende Mai, ge- 
wöhnlich erst im Juni und dann meist nicht selten bei Caro- 
linenhorst und Misdroy. Der Anfangs Mai erwachsene Sack 
auf Ledum palustre. 

20. (2407.) AMwratUa Z. Der Sack Ende Mai erwachsen 
auf unsern Möllenwiesen, im Bruche von Bodenberg und noch 
vielen andern Stellen auf Symphytum und Olechoma heder., 
nach Wocke auch an Salvia pratensis, Thymus, Origanum etc. 
Falter im Juni. 



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2f. (2409.) Aky<mipenneUa Kollar. Ich habe den Falter 
bisher nur im Juni und August auf der Grünen Wiese und 
bei Taolow gefangen, den mir überhaupt unbekannten Baek 
aber noch nie gefunden. Nach Stainton soll der Falter an 
Centaurea* Arien leben. 

22. (2414.) Deanraiella Z. Bisher von mir nur .Mitte 
Juli auf den Schwalbenbergen gefangen. Raupe an Melilotus. 

23. (2415.) Eabnäeüa Vill. Auch dieser Falter ist von 
mir zu gleicher Zeit und an gleichem Orte mit der vorigen 
Art zusammen gefangen. 

24. (2418.) ChdlcogrammeUa Z. Mitte Juli erst in einem 
frischen Stücke von mir auf den Schwalbenbergen gefunden. 
Die Raupe auf Cerastium arvense. Knaak und Schleich fanden 
des Sack auch in den Chausseegrftben um Stettin. 

25. (2418.) Hmerobieila Scop. Verbreitet, ober nicht 
gemein im Juli. Der Sack ausgewachsen im Juni auf Kern* 
obst, aber auch auf Crataegus und Sorbus. Julow, Nemitz. 

' 26. (2422.) Anaiipefmelia Hb. Selten im Juli. Der Sack 
im Juni am häufigsten auf Salix caprea, aber auch auf Linden 
und Eichen. Vogelsang, Tantow, Misdroj. 

27. (2423.) Ibipenneüa Z. Der Falter nicht selten in 
der ersten HälHe des Juli in der Messenthiner «^Korst. Der 
Sack Mitte Juni ausgewachsen auf Eichen. 

28 (2423a.) Selten; nur bei Carolinenhorst 

Mitte Mai den Sack ausgewachsen an Betula alba gefunden. 
Falter in den ersten Tagen des Juni. 

29. (2424.) Paaaiella Zk. Der Sack Mitte Juni aus- 
gewachsen auf Eichen; bei Messenthin nicht selten. Falter 
in der ersten Hftlfte dea Juli. 

30. (2426.) CurrudpenneUa Z. Seltner als die vorige 
Art. Falter im Juli; Sack Mitte Juni ausgewachsen auf Eichen 
bei Messenthin, Vogelsang und Misdroy. 

31. (2433.) Virgateila Z. Oft sehr liaufig im Juli bei 
Tantow, an den Vor- und Aussenbergen des Schrey, sowie 
an den Abhängen der Wege nach GOstow und Curow. Raupe 
erwachsen im Juni au Salvia pratensis. 

32. (2435.) Sereneiia Z. Ueberall keine Seltenheit. Raupe 
Anfangs Juni er^'achsen auf Astragalus. Falter im Juli. 

33. (2436.) Coronilhe Z. Alljährlich finden wir auf 
Coronilla varia im Juni einen ausgewachsenen Sack, der den 
Falter im Juli giebt. jch lasse aber dahingestellt, ob dies 
nicht auch Serenella ist. Alsdann wäre Coronilla varia eine 
zwdte Futterpflanze für Letztere. 

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456 

34. (2437.) OalUpemeila Hb. Erst in den letzten Jahren 
häußger gefunden in der Forst bei Vogelfang an Astragalus 
von Augu8t bis zum Juni folgenden Jahres. Falter Anfangs Juli. 

35. (2442.) PyrrhuHpe/meUa Z. Der Falter im Juli an 
Calluna, woran der Anfangs Juni ausgewachsene Sack sich 
findet. Vogelsang, Warsower Forst, Oarolinenhorst. 

36. (2445.) Vibidgerella Z. Bisher nur aus Säcken, die 
ich bei Nemitz im Anfang des Juni an Artemisia campestris 
fand, Ende desselben Monats in Mehrzahl gezogen. 

37. (2457.) CaeleUpenneila Z. Falter Ende Juli bisher 
nur bei Tantow beobachtet. Den Sack fand ich dort nicht 
selten im Anlange desselben Monats, auch schon Ende Juni 
ausgewachsen an Artemisia campestris. 

38. (2466.) lAxella Z. Verbreitet, aber sehr vereinzelt 
im Juli. Der Sack nach Zeller an Holcus lanatus, nach Stainton 
an Briza media, nach Wocke in der Jugend an Quendel, 
später an Gras, nach schriftlicher Mittheilung Heinemann^s soll 
die Raupe in der Jugend in Thymus miniren. Ich fand den 
ausgewachsenen Sack erst zweimal bei Vogelsang Ende Juni 
an feinen Grashalmen festgesponnen. Knnak, Schulz und 
Schleich fanden die Raupe nicht selten in den Festungsgräben 
bei Fort Preussen. 

39. (2472.) Squdordla Z. Verbreitet und in manchen 
Jahren nicht selten im Juli auf Atriplex, besonders an den 
Schwalbenbergen und auf den in der Nähe liegenden, mit 
Melde bestandenen Brachäckern. 

40. (2472 a.) GkfpeifereUa Hofm. Zu derselben Zeit und 
an derselben Localitöt oft nicht selten; auch bei Nemitz und 
auf dem neuen Grabower Kirchhofe ist der Falter zu Hause. 

41. (2473.) Balloteila F. R. Falter im Juli bis Mitf^ 
August häufig in der Nähe von Zäunen und Gebäuden, wo 
Ballota wächst. Die Raupe darauf erwachsen Ende Juni. Auf 
meinem Hofe finde ich den Sack alljährlich in Menge. 

42. (2478.) Leucapennella Hb. Der Falter in den ersten 
Tagen des Juni an den Aussenbergen des Schrey und bei 
Messenthin. Die Raupe an verschiedenen Silenen. Als Sack 
benutzt sie eine Samenkapsel. 

43. (2484.) BiUneateUa Z. Verbreitet und gemein, na- 
mentlich an den Sehwalbenbergen im Juli. Der Sack im Juni 
ausgewachsen am häufigsten an Genista tinctoria in brauner, 
an Sarothamnus in schwärzlicher Farben 

44. (2492.) Trifarieüa Z. In einzelnen Exemplaren habe 
ich den Falter gezogen aus weissgel blichen Säcken an Cjtisus 
laburnum aus Vogelsang, aus schwärzlichen Säcken von Saro-. 

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457 

thamnus aus Nemitz. Nach Hofmann kommt der Saek auch 
an Genista tinctoria vor. Falter um die Mitte des Juni, Sack 
ausgewachsen Endo Mai. 

45. (2506.) OnostneUa Brahm. Falter verbreitet und 
manchmal häufig Ende Juni und im Juli. Die Raupe erwachsen 
Anfangs Jlhii an Anchusa und Echium, in deren Nähe man 
den filzig behaarten Sack oft in Menge an Grasstengeln, Bäu- 
men und Zäunen festgesponnen finclet. 

46. (2511.) Therinella Tng6t. Auf trocknen Grasplätzen, 
anf der Grünen Wiese, auch in meinem Gärtchen im Juni bis 
Mitte August. 

47. (2511a.) P^ateUa Z. Von Ende Mai bis Ende Juni 
in grosser Menge auf den Wiesen bei Tantow, Abends die 
Blutenköpfe von Poljgonum bistoHa besaugend. 

48. (2512.) Troglodytella Dup. Der Sack ausgewachsen 
bis Anfang Juli gemein an Artemisia vulgaris. Nach Wocke 
auch an Inula-Arten, Solidago, Aehillea.millefolium und Cirsium- 
Arten. Falter im Juli. 

49. (2526.) Suecursella HS. Erst einmal in Mehrzahl 
Anfang Juli gezogen. ^ Die Säcke fand ich ausgewachsen Ende 
Junf bei Nemitz an Artemisia campestris zwischen der Stein- 
further Mühle und dem Sandsee, dicht am Wege. 

50. (2527.) Silenena HS. Erst im Jahre 1876 fing ich 
den Falter in frischen Exemplaren in den ersten Junitagen an 
den Aussenbergen des Schrey an Silene otites, an deren Früchten 
nach Wocke der Sack bis in den Herbst zu finden ist. 

51. (2530.) MillefoUi Z. An den Aussenbergen des Garzer 
Sehrej und auf den Schwalbenbergen im Juli und August, 
aber nicht häufig. Den ausgewachsenen Sack findet man im 
Juni an Achillea millefolium, oder in der Nähe derselben fest- 
gesponnen. 

52. (2531.) Directella Z. Diese Art ist bisher nur bei 
Misdroy beobachtet, wo der Saek oft in unglaublicher Menge 
an den auf den Innendünen stehenden Artemisia campestris- 
Sträuchern von Juni bis August zu finden ist. Falter im August 
bis Mitte September. 

53. (2532.) QnaphaUi Z. Verbreitet und gemein an 
Stellen, wo Gnaphalium Avächst, worauf die Raupe im Mai und 
Juni lebt. Der Falter fiiegt von Mitte Juni bis Ende Juli. 

54. (2536.) Argmiula Z. Der Falter überall, wo Achillea 
millefolium wächst, im Juli und*August. Der Sack im Herbst 
oft gemein an den Blüten der Schafgarbe. 

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458 

55. (2539.) Virgaureae Sit. Im Juli und Angost nbmi 
gemein, wo Solidago virgaarea wäehst. Die Raupe in den 
Bluten der Pflanze, auf der Erde ttberwinternd. 

56. ( •) n. 8p. Falter im Juli. Die Raape 
überwinternd, meist mit dem Siftck in die Erde gebend, aa 
den Blüten von Artemisia absjnthium. BiBher nur ^i MitdroT 
gefunden. 

57. (2545.) OtUae Z. Bisher nur an den Auss^ibergei 
des Sebrey gefunden. Die Raupe erwachsen Ende Joni u 
den Blättern von Silene otites. Der Falter Ende Juli und «b 
August. 

58. (2546.) Lar^enneUa Z. (Annulatella Tngst.). Uebertll 
gemein im Juli. Raupe im Herbst an Atriplex. 

59. (2550.) AriemisicoMa Bruand. (Albicans HB.). Ver- 
breitet und stellenweise nicht selten. Der Sack im Herbst tn 
den Blüten von Artemisia vulgaris. 

60. (2553.) Jtftirtfi^enne^ Dup. Von Ende AprH \m 
Mitte Juni Überall auf Grasplätsen, namentiich auf der GrOaes 
Vliese. Die Raupe nach Hofmann und Wocke an den Sameo 
von Luzula pilosa. 

61. (2555.) CaeBp^üdla Z. Gemein, besonders im Sohrejr, 
von Ende Mai bis Juli. Die Raupe vom' Herbst bis Juni ss 
den Früchten ^von Binsen. Es bleibt noch festzosteilea , ob 
grössere, an andern Orten ebenfalls an Binsen gefangene Exem- 
plare nicht eine eigene Art repräsentiren. 

XVI. Lavernidae* 

€li»iillodii0 Tr. 

1. (2558.) IltigereUu8 Hb. Falter im Juni an Gribea. 
Bächen und in Biüchern, wo Aegopodium podagraria wicItfC 
in deren zusammengeknäuelten Blättern die Raupe lebt. 

2. (2576.) ChaeropkyUeUua Goeze. Falter im August bis- 
h'er nur in den Anlagen des Gutes Eckerberg bei NemiU ge- 
funden. Die Raupe im Juli, nach Wocke bis ; September in 
zwei Generationen, gesellig an den Blättern von ChaerophrUun 
und anderen Doldenträgern. 

Mä»wermm Gurt 

1.(2577.) RhammellaZ, Im Juli selten oberhalb Frtoen- 
dorf an einem Zaun in nächster Nähe von Rhamnus catbar- 
tiea, der hier zu einem starken Baume herangewaciiften ist: 
gemein dagegen zu derselben Zeit in der Pommersehen Heide, 
wo Rhamnus calliartioa in grosse)* Menge M'äclist. 

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459 

2. (2578.) iyve8cens Hw. (Epilobiella Schrk.). Ziemlich 
verbreitet; eebr gemein in den Brüchern des Schrej vom 
August ab bis zum Frühling. Die Raupe erwachsen im Juli 
iu den Herzblättern von Epilobium hirsutum. 

3. (2580.) RaschkieUa Z. Am. häufigsten im Juni und 
August bei Vogelsang. Die Raupe minirt im Juli und Sep- 
tember durchseheinende Minen in den Blättern von Epilobium 
angustifolium. 

4. (2584.) Helereila Dup. (Putripennella Z.). Selten in 
Obstgärten, an Zäunen etc. im Juni und Juli; am häufigsten 
in Obstgärten oberhalb Frauendorf gefangen. Die Raupen un- 
zweifelhaft im Mai in den Apfelblüten. 

5. (2587.) Epilobielia Römer. (Langiella Hb.). Als ein- 
zige Flugstelle sind die BrUcher des Schrey bekannt, wo der 
Falter sehr gemein im Anfang August fliegt. Die Raupe bk 
Mitte Juli in den Blättern von Epilobium hirsutum mimVend; 
von da ab findet man die Oespinnste auf der Unterseite der 
Blätter. 

6. (2588.) PhragmteUa Stt. Fast überall, wo Typha 
latifolia wächst, namentlich aber bei Tantow im Juli. Die 
Raupe in den Kolben der Pflanze vom Herbst bis zum Mai, 
zu welcher Zeit sie sich verpuppt. Man zieht oft 20 bis 30 
Falter aus einer Kolbe. 

1. (2597.) HerricMdJumMS. Bisher nur von Ende April 
bis Ende Mai in Mehrzahl alljährlich in der Forst bei Vogel- 
sang gefangen in der Nähe von Lonicera xylosteum, auf der 
Rössler Mitte Juli die Raupe in breiter, flacher, gelbbrauner 
Mine fand. Verwandlung auf der Erde. 

2 (2601.) Transverselkm Z. Ziemlich häufig und ver- 
breitet im Juni, besonders bei Tantow. Die Raupe im Mai an 
Thyifkus serpyllum und angustifolius. 

Doaslasti» Stt. 

1. (2602.) OcnerostomeUa Stt. Im Juni 1870 in grosser 
Menge an den Aussenbergen des Schrey an Echium gefangen ; 
seitdem nicht mehr beohuelitet. 

A^yeliai» Stt. 

1. (2612.) AerateNa Z. Sehr selten im Juli Abends auf 
den Schwalbenborgcn. 

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460 



Stosmntopliori» HS. 

1. (2618.) PomposeUa Z. Verbreitet. Falter im Juni 
an Ort^D, wo Gnaphalium wächst, in dessen Blättern die EUiupe 
im Mai minirt, z. B. in der Forst von Hökendorf. 

2. (2621.) SerrateUa Tr. Anfangs Juli vereinzelt ober- 
halb Frauendorf an einer Böschung der Chaussee gefangen. 
Die Raupe nach Gärtner an- den Wurzeln von Linaria. Sie 
überwintert in denselben und verwandelt sich auch darin oder 
in jungem Trieben. 

XVn. Elaohistidae« 

Biit»ll0 Tr. 

1. (2645.) PoterUUiae Z. Bisher nur Ende Juni auf den 
Sehwalbenbergen ganz vereinzelt gefunden. 

2. (2657.) Palustris Z. Im Juni auf der Orttnen Wiese 
Abends in Mehrzahl gefangen. 

3. (2659.) LamineUa HS. In frühem Jahren im Juni 
auf der Grünen Wiese ziemlich häußg; jetzt fast verschwunden. 

4. (2666.) Khochella F. Wird seit einigen Jahren von 
mir alljährlich im Juli auf den Schwalbenbergen gefangen. 

5. (2683.) Chenopodiella Hb. Die Raupe im Frühjahr 
auf Atriplex, fast immer in «der Nähe von- Wohnungen. Der 
Falter im Juni an Gebäuden, Zäunen, Baumstämmen und dergl. 

6. (2692.) Siccella Z. Sehr aelten auf den Sehwalben- 
bergen Ende Juni. 

Aiiiplii0lNitt0 Z. 

1. (2699.) Incongruellffl Sit. Von Zeller in den ersten 
Frühlingstagen in der Nähe der Wasserheilanstalt Eckerberg 
auf dürrem Boden gefangen. Nach demselben Gewährsmann 
ist die Raupe Sackträgerin und besitzt die Eigenthümiichkeit, 
sich, falls sie den Sack festgefahren, in demselben umzuorehen 
und die bis dahin als Schwanzende geltende Oeffnung als Kopf- 
ende zu gebrauchen. 

Pnneali» Curt. 

1. (2700.) LaireHMa Curt. Früher Ende Mai und Juni, 
namentlich bei Nemitz nicht selten, jetzt fast verschwunden. 

2. (2702.) Nodosella Mn. Bisher nur einmal, und zwar 
am 1. Juni 1870 in zwei frischen Exemplaren unter Latreil- 
lella bei Nemilz mitgefangen. 

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461 

Enilroftt« Hb. 

1. (2703.) Laciedla Schiff. Vom April bis in den Herbst in 

^en Zimmern, besondere in Gelassen, wo Sämereien aufbewahrt 

werden; die Raupe ist unsern Gärtnern oft lästig, da sie die 

verschiedensten Sämereien, am liebsten Gemtisesamen, angeht. 

SelircelLeii0telnli» Hb. 

1. (2705.) FestoHeUa Hb. Ueberall an Him- und Brom- 
beeren im Mai, besonders bei Grambow und Nemitz. Nach 
Koeh lebt die Raupe auf der Unterseite der Blätter genannter 
Siräocher. 

Statlmiopoili» Stt. 

1. (2707.) Pedella L. Ueberall im Juli an Erlen. Die 
Raupe häufig in den Früchten von Alnus im Spätherbst. 

Co0iiioptery:K Hb. 

1. (2709.) lÄemgieUa Z. Die ersten Exemplare wurden 
hier 1863 auf den MöUenwiesen gefangen, im Mai und Juni. 
Seitdem jedes Jahr, aber nur immer sehr vereinzelt. Das 
Thierchen fliegt mir an ganz windstillen, warmen Abenden. 
Obwohl uns die Lebensweise der Raupe bekannt ist, haben 
wir bisher die Minen (an Phragmites communis) noch nicht 
finden können. 

2. (2711.) Eximia Hw. Auf den feuchten Wiesen des 
Oderthab überall, wo wilder Hopfen wächst, so besonders auf 
dem Höllen und bei Bodenberg. Die Raupe im Herbst massen- 
haft in den Blättern des Hopfens minirend. 

3. (2712.) Schmidiella Fr. Schon im Mai 1862 fing 
Schleich das Thierchen in einzelnen Exemplaren auf dem Julow. 
Erst viel später gelang es ihm, auch die Raupe zu finden. 
Sie lebt in der von Frey (Tineiden der Schweiz) beschriebnen 
Weise bei uns nicht an Vicia sepium, sondern an Orobus niger, 
ist aber schwer zu finden, und gehört darum immer noch zu 
den Seltenheiten uosrer Fauna. 

4. (2713.) Orichalcea Stt. Bisher nur auf der Grünen 
Wiese bei Stettin und dem sumpfigen Wiesenterrain am Vietziger 
See (Insd Wollin) gefunden. Die Raupe oft in grosser Menge 
die Blätter von Festuca arundinacea im September minirend. 

Batrneliedri» St. 

1. (2715.) Praeangusta Hw. Ziemlich häufig bei Fort 
Preussen im Juli um Pappeln, in deren Kätzchen die Raupe 
im Hai zu finden ist. 

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463 

2. (2716.) Pimcokila Dup. üeberall in den Hochsommer- 
Monaten um Nadelholz. 

AntlspU» Hb. 

1. (2718.) Pfeifferella H. Ein Exemplar ist 1862 von 
Ed. Hering in den Anlogen von Fort Preussen gefangen worden. 

Heliozel» HS. 

1. (2724.) Resplendella Stfr. Wir haben die Raupe, nach- 
dem sie uns Stainton selbst gezeigt hatte, öfter an Erlenblättern 
gefunden, ohne dass es uns gelungen wäre, den Falter zu er- 
ziehen. Im Herbst wird man auf dem Mollen .und den Wiesen 
am Damnrschen See gewiss nicht vergebens darnach suchen. 

Elnclilftt» Stt. 

1. (2728.) TrapezieUa Stt. Selten. Wir finden die auf- 
fallend rothe Raupe in den Blättern von Luzula pilosa minirend, 
alljälirlieh Anfangs Mai auf dem Julow. 

2.(2731.) J%m/ice//a Tgstr. Verbreitet auf dem Julow, 
bei Vogelsang, Nemitz, Hökendorf. Die Raupe minirt die Blätter 
von Luzula pilosa im Mai und Juni. 

3. (2733.) Qldchenella F. Ziemlich häufig in den be- 
nachbarten Wäldern. Die Raupe minirt verschiedne Gräser 
zu derselben Zeit, wie die vorige Art. 

4. (2735.) Alhifrontella Hb. Ziemlieh überall in den 
kleinen Waldungen um Stettin. Die Mine im Frühling in den 
verschiedensten Gräsern bei Vogclsang, auf dem Julow, bei 
Nemitz, Hökendorf etc. 

5. (2738.) Luticomella Z. Bisher nur in den Anlagen 
bei Stettin, wo wir die Raupe im ersten Frühjahr an Dactjlis 
glomerata fanden. In der Jugend minirt sie die Blätter, später 
den Stiel der Futterpflanze. 

6. (2742.) KilmmeUa Sit. wurde alljährlich im Mai und 
Juni auf den Wiesen bei Bodenberg gefangen. 

7. (2745.) Poae Sit. Die Raupe und Puppe ziemlich 
häufig auf den sumpfigsten Stellen der Möllenwiesen an Glj- 
coria speclabilis. 

8. (2746.) Pomerana Frey. Im ganzen Oderthal überall 
auf feuchten Wiesen und Grabeni ändern. Die Raupe ist polj- 
phug. Wir haben sie besonders an Poa fiuitans und Caiama- 
groslis oju'g. gefunden. Oft findet man die Puppe dicht über 
dem Wasser an den Blültorn der Futterpflanze^ngespOnnen. 

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. 463 

9. (2747.) Airae^ Stt. In Vogelsang, bei Nemitz und auf 
dem Julow nicht selten. Die Raupe im Mai und Juni in den 
Blättern von Aira ccspitosa minirend. 

10. (2757.) Nigrella Hw. Auf dem Mollen, wo die Raupe 
im ersten Frühling in einer kleinen Poa-Art sehr häufig minirt. 

11. (2759.) Oregsom Stt. Auf dem Julow finden wir 
im April die Raupe nicht selten in den Blättern von Poa ne- 
moralis. 

12. (2765.) PulUcomeila Z. Bisher nur in den Anlagen 
von Fort Preussen, wo die Raupe im ersten Frühling in den 
Blättern von Dactjl. glomerata minirt. 

13. (2781.) Adsdiella Sit. Wir zogen den Falter häufig 
aus Räupchen, welche im Mai die Blätter von Aira cespitosa 
minirten. Besonders häufig fanden wir sie in Vogelsang und 
auf dem Julow. 

14. (2789.) Cerusella Hb. Auf den sumpfigen Wiesen 
des Oderthals überall, wo Phragmit. comm. wächst, in dessen 
Blättern die Raupe minirt, sicher in zwei Generationen. 

15. (2793.) Paludum Frey. Auf den Wiesen um Stettin 
nicht selten. Die Raupe in Ca rex- Arten, sicherlich auch zwei 
Mal im Jahre. 

16. (2796.) PoUinariella Z. Ueberall sehr häufig. Die 
Raupe im Mai und Juni die verschiedensten Gräser minirend. 

17. (2807.) Triatomea Hw. Einzelne Exemplare fingen 
wir im Schrey. 

18. (2809.) Dispunctella Dup. Auf der Grünen Wiese, 
wo Schleich und Schulz die Raupe im April und Mai in einer 
kleinen Festuca-Art minirend fanden. 

19. (2813.) Argentula Gl. Sehr verbreitet im Juni. Die 
Raupe in den verschiedensten Grasarten. 

XVni. LithocoUetiden. 

Bedelll» Stt. 

1. (2823.) SonrnulevUeUa Z. Sehr verbreitet, aber nur 
an feuchten Orten und da überall, wo Convoivulus sepium 
wächst, in deren Blättern die Raupe in 2 Generationen minirt, 
im August und September, während der Falter Ende August 
und im Octqber fliegt. 

Oenoplilli» Stt. 

1. (2824.) V'ßavtm Hw. kommt im Juli und August 
in allen alten Weinkellern Stettins massenhaft vor. 

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464 



lilllioeoUetls Z. 



1. (2825.) Roboris Z. geliört immer zu den seltneren 
Faltern unsrer Fauna, obwohl wir die Mine der Raupe überall, 
wo Eichen stehen, an deren Blättern gefunden haben, so in 
den Anlagen bei Stettin, bei Nemitz, Hohenleese, im Schrey. 
Die Haupe ist im Spölherbst erwachsen und verpuppt sich 
noch vor dem Winter. 

2. (2826.) Amyotella Dup. Bei Stettin nicht häufiger, 
als die vorige Art, aber ebenso verbreitet. Die Raupe minirt 
auch unterseitig die Blätter der Eichen, ebenfalls im Herbst. 

3. (2827.) Hortella F. findet sich bisher nur bei Nemitz, 
Grambow und in der Dölitzer Heide, wo die Raupe die Blätter 
der grossen Eichenbäuine mit Vorliebe minirt, während sie 
an den niedrigen und jungen Pflanzen gar nicht oder wenigstens 
viel seltner vorkommt. Auch sie verpuppt sieh schon im 
Spätherbst. 

4. (2830.) Cramerelia F. Ueberall sehr häufig. Die 
Raupe im Herbst an Eichen. 

5. (2832.) Tenel/a Z. sehr gemein und tiberall, wo Car- 
pinus betulus wächst, dessen Biälter sie im Herbst minirt. 

6. (2833.) Heegeriella Z. sehr häufig; wir zogen sie oft 
aus unterseitigen Minen an Eichen. 

7. (2834.) Ainieüa Z. Nicht selten. Wir sammelten 
die Minen im Herbst an Alnus glutinosa an allen Orten. 

8. (2836.) Strigulatella Z. gehört mit zu den ansehn- 
lichsten, aber auch zu den gemeinsten Arten unsrer Fauna. 
Man findet den Falter massenhaft an den Stämmen der Erlen, 
deren Blätter sie im Herbste unterseitig minirt. 

9. (2839.) Lauteifa Z. Die sehr schöne Art kommt 
auf dem Jnlow und bei Nemitz vor, wo die Raupe die Blätter 
der ganz niedrigen Eichenbüsche mini it. 

10. (2842.) Insignifella Z. gehört zu den seltneren Arten. 
Wir zogen sie aus unterseitiger Mine an Trifolium -Arten bei 
Misdroy, Vogelsang und dem Julow. 

11. (2843.) Ufmifoliella Hb. Ueberall an Betula alba, 
deren Blätter die Raupe unterseitig minirt. 

12. (2844.) Spino/ella Dup. nicht häufig, auf dem Julow, 
wo die Raupe die Blätter von Salix capr. unterseitig minirt. 

13. (2845.) Fraxinella Z. bisher nur bei Tantow, wo 
wir die Raupe im Juli oberseit ig minirend an Genista tinctoria 
landen. 

14. (2847.) Vtminetorum Sit. kommt überall bei Stettin 
vor, wo schmalblätii ige Weiden an feuchten Orten wachsen, 

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465 

so besonders in den Brüchern des Oderihals, auf dem Mölleii^ 
der Grünen Wiese etc. Die Larve lebt in unterseitiger Mine. 

15. (2848.) SaUcicoleUa Sirc. häufig. Die Raupe unter- 
seitig minirend an Salix capr. 

16. (2852.) PomifoUella Z. eine der gemeinsten Arten, 
überall an Pyrus malus unterseitig minirend. 

17. (2853.) Sorbi Frey kommt überall vor, wo Sorbus 
aueuparia wächst, deren Blätter die Raupe oft in grosser An- 
zahl unterseitig minirt. 

18. (2854.) TormineUa Frey. Bisher nur im Logengarten 
und in den Anlagen am Sack'schen Denkmal, wo Schleich die 
Mine unterseitig an Sorbus torminalis fand. 

19. (2855.) OydomeUa Frey ist hier mehrfach aus unter- 
seitigen Minen an Cydonia vulgaris gezogen. Die Bäume sind 
in 'der Umgegend Stettins in vielen Privatgärten angepflanzt. 

20. (2856.) Cerasicolella HS. Gemein an Kirschbäumen, 
deren Blätter die Raupe unterseitig minirt; sie überwintert in 
der Mine und verpuppt sich erst im ersten Frühling. 

21. (2857.) Spimcolella Stt. üeberall, wo Prunus spi- 
nosa wächst, deren Blätter die Larve unterseitig minirt. Auch 
sie bleibt während des Winters unverwandelt in der Mine. 

22. (2858.) Padella Glitz. In den Anlagen selten, häu- 
ßger auf den Bruch ern am Damm'schen See, wo wir die Raupe 
in den Blättern an Prunus padus fanden, unterpeitig minirend. 

23. (2859.) Oxyacanthae Fr. Sehr verbreitet und überall, 
wo Crataegus oxyacantha wächst, dessen Blätter die Larve 
im Herbst unterseitig minirt. 

24. (2860.) FagimUa Z. Ebenso verbreitet, wie die 
Buche, deren Blätter die Larve unterseitig in grosser Menge 
minirt. 

25. (2861.) CoryU Nicelli wurde häufig aus oberseitigen 
Minen an Coryl. avellana gezogen, besonders bei Nemitz. 

26. (2862.) Carpimcoleila Stt. überall an Carpinus betulus, 
woran die Raupe oberseitig minirt. 

27. (2865.) DisienteUa Z. gehört zu unsern Seltenheilen, 
wurde einmal von Ed. Hering in den Fort-Preussischen Au- 
lagen gefangen, von Schulz mehrere Male aus unterseiligen 
Minen an Eichen erzogen, die er bei Nemitz fand. 

28. (2868.) Lantanella Sehrk. häufig aus unterseitigen 
Minen von Viburnum opulus erzogen; auf den Brüchern am 
Damm'schen See. 

29. (2869.) Junonieila Z. Aus unterseitigen Minen an 
Vaccinium vitis idaea häufig erzogen, die wir bei Carolinen- 
borst, Misdroy und andern Orten im Mai sammelten.